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Sexismus und Diskriminierung im modernen Feminismus
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Gibt es im modernen Feminismus diskriminierende oder sexistische Tendenzen?
Ja es werden vor allem männliche Menschen als Gruppe abgewertet.
35%
 35%  [ 12 ]
Ja es werden vor allem heterosexuelle Menschen als Gruppe abgewertet.
3%
 3%  [ 1 ]
Ja es werden vor allem heterosexuelle Frauen und männliche Menschen als Gruppe abgewertet.
3%
 3%  [ 1 ]
Ja es werden vor allem heterosexuelle männliche Menschen als Gruppe abgewertet.
18%
 18%  [ 6 ]
Nein es gibt im Feminismus keine Tendenzen dieser Art, denn es geht ausschließlich um die Gleichberechtigung von Frauen.
9%
 9%  [ 3 ]
Nein es gibt im Feminismus keine Tendenzen dieser Art, denn es geht ausschließlich um die Gleichberechtigung aller Menschen.
32%
 32%  [ 11 ]
Nein es gibt im Feminismus keine Tendenzen dieser Art aber andere problematische Tendenzen (bitte im Thread angeben).
0%
 0%  [ 0 ]
Stimmen insgesamt : 34

Autor Nachricht
Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14107
BeitragVerfasst am: Do Jul 16, 2015 16:11    Titel: Sexismus und Diskriminierung im modernen Feminismus Antworten mit Zitat

Nochmal eine diesmal sicherlich sehr kontroverse Umfrage von meiner Seite.

Würdet ihr sagen, daß im modernen Feminismus sexistische Denkmuster/Tendenzen existieren oder sogar direkt sexistische Ideen vertreten werden? Ebenfalls möchte ich dabei die Komponente der "Heterophobie" insbesondere in Kombination mit dem männlichen Geschlecht abfragen.

Mir ist bewußt, daß der Feminismus als Bewegung aus vielen Komponenten besteht. Worauf ich hier ausdrücklich nicht hinaus will sind die Anteile, die auf pragmatischen Bestrebungen der rechtlichen Gleichstellung von Frauen (wohl vor allem ab dem 19. Jahrhundert) zurückgehen sondern ich interessiere mich vor allem für den modernen Feminismus im Westen (z.B. USA und Deutschland) und dort für die sogenannte "zweite" und "dritte Welle" oder auch dem "Postfeminismus", (siehe dazu z.B. Wikipedia) und bekannte Vertreter des selbigen, die heutzutage in den Medien (auch im Internet), der Wissenschaft, Gesellschaft und der Kultur präsent sind und deren Präsenz wohl mindestens bis in die 70er Jahre zurückreicht.

Ein bekanntes "klassisches" Beispiel für die Richtung, die ich dabei z.B. im Sinne habe wäre Alice Schwarzer aber wie sicher viele von euch wissen gibt es auch in der jüngeren Generation natürlich sehr viele verschiedene mehr oder weniger bekannte Vertreter mit stark "ideologisch" geprägtem Hintergrund und auch mehr als genug neuere und ältere Bücher zum Thema Feminismus im Sinne einer Ideologie bzw. zumindest einer geisteswissenschaftlichen/politischen/sozialen Theorie.

Die Umfragepunkte sind noch nicht ganz optimal aber mir fällt keine andere gute Kombinationsmöglichkeit mehr ein, wer für etwas gänzlich anderes voten will bitte einfach im Thread angeben.
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Sandkastenzorro
zweitgrößter Spammer des Forums



Alter: 39
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 3580
Wohnort: Fairvale
BeitragVerfasst am: Do Jul 16, 2015 16:51    Titel: Antworten mit Zitat

Ich nehm Antwort 1, 3 und 4.
Wobei es wohl auch immer drauf ankommt, wen man fragt. Radikaler Feminismus, wie ich ihn sehen konnte, ging immer mit einer Abwertung von Männern einher. Die Heterosexualität von Männern dabei auch, allerdings als Aufhänger "Männer reduzieren Frauen auf Sexobjekte". Schwule Männer wurden hingegen hochgelobt und auf eine sehr groteske Art und Weise verniedlicht.
Ebenso wurden heterosexuelle Frauen diffamiert, die in der Rolle als Heim-und-Herd-Weibchen aufgehen und sich dem Mann als Geldbringer unterordnen. Also genau die Rolle, die der Feminismus plattwalzen will.

Und man müsste schon blind sein, um das nicht zu sehen oder zu leugnen, dass es diese Art von Feminismus gibt.
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Didn't your mother never teach you no manners?
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Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14107
BeitragVerfasst am: Do Jul 16, 2015 17:24    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab die Formulierung nochmal etwas geändert, damit die Entscheidung leichter fällt. Das teilweise sollte sich darauf beziehen, daß nicht der ganze Feminismus das tut aber mir geht es vor allem darum welche Gruppen am meisten betroffen sind und nicht um die Intensität der Diskriminierung/Abwertung.

Im Zweifelsfall bitte dort voten wo die meiste Übereinstimmung besteht. Multiumfragen gehen hier ja leider nicht bzw. wären auch unpraktisch weil dann nicht jeder die gleiche Anzahl an Stimmen hat.
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Inertia





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 07.10.2014
Beiträge: 1075
BeitragVerfasst am: Do Jul 16, 2015 19:48    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich finde jede Form von Feminismus sexistisch, allein schon dieser Begriff ist falsch.
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Margarita_02




Alter: 36
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 14.07.2014
Beiträge: 633
Wohnort: Berlin & Ruhrpott
BeitragVerfasst am: Do Jul 16, 2015 21:07    Titel: Antworten mit Zitat

Puh. Ich denke schon, dass es da manchmal Tendenzen gibt, zB heterosexuelle Männer abzuwerten. Mehr in der Praxis als in der Theorie. Aber vor dem männlich dominierten historischen und kulturellen Hintergrund, den man nun mal nicht wegleugnen kann: Finde ich das mehr als verständlich. (Ist ein bisschen so, wie wenn Leute hier auf "die Sexuellen" oder "die Romantiker" schimpfen ...)

Angekreuzt habe ich noch nichts, da man ja nur einmal abstimmen kann & ich mir das noch genauer überlegen möchte.
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Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14107
BeitragVerfasst am: Do Jul 16, 2015 21:28    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Aber vor dem männlich dominierten historischen und kulturellen Hintergrund, den man nun mal nicht wegleugnen kann: Finde ich das mehr als verständlich.


Das sicherlich aber die Schlußfolgerungen sind für mich ein großes Problem. Weil die Geschichte von Männern dominiert war (was aber ja auch nur für den Bereich gilt den wir gerade als relevant betrachten wollen oder in Büchern nachlesen können) wird von einer globalen Verschwörung des "Patriarchats" ausgegangen ganz ähnlich wie "das Kapital" im Kommunismus als Projektionsfläche dient.

Und diese (in meinen Augen naive) Vorstellung finde ich viel gefährlicher als das was bisher in der Praxis gegenüber Männern passiert. Dort wird ja bisher vor allem eine Ausgrenzung und Immunisierung gegenüber Kritik praktiziert im Sinne von: Alles was gegen feministische Ansichten gesagt wird ist in Wahrheit nur eine Diskriminierung von Frauen und alles was im Feminismus über das Patriarchat oder die Männer etc. gesagt wird ist die offensichtliche Wahrheit, die alle anderen blos nicht erkennen können (weil sie ja von Kleinauf dazu erzogen wurden in patriarchalischen Strukturen zu denken, die dann angeblich alle Übel der Welt und insbesondere auch Mord und Vergewaltigung nach sich ziehen).
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Margarita_02




Alter: 36
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 14.07.2014
Beiträge: 633
Wohnort: Berlin & Ruhrpott
BeitragVerfasst am: Do Jul 16, 2015 22:32    Titel: Antworten mit Zitat

Maz: Was glaubt Du denn (da Du von "gefährlich" sprichst und überhaupt sehr vehement gegen Feminismus argumentierst), wohin diese Vorstellung führen könnte?
Falls Du's schon geschrieben hast in einem anderen Thread, verlinke einfach. Ich habe nicht alles gelesen.
Bisher fand relevante Diskriminierung von Männern (als solche würde ich zB die Wehrpflicht sehen - in unserer Generation und darüber hinaus gab es ja auch noch den Grundwehrdienst) eben nicht gerade verursacht durch Feminismus statt, eher schon wäre ein sehr unfeministisches Denken dafür verantwortlich zu machen; aber das schriebst Du ja auch, dass Du nicht diskriminierende Praxis meinst, sondern eine Idee dahinter.
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Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14107
BeitragVerfasst am: Do Jul 16, 2015 23:08    Titel: Antworten mit Zitat

Das gefährliche sehe ich darin, daß aus dieser Idee alle möglichen angeblichen Diskriminierungen abgeleitet werden können auch solche die faktisch gar nicht existieren und darüber hinaus zusätzlich eine Meinungshoheit des Feminismus zu diesen Fragen postuliert wird.
Womit dann im schlimmsten Fall gesellschaftliche/demokratische Strukturen unterlaufen werden könnten.

Denn allein die Anhänger des Feminismus haben im feministischen Weltbild noch das Recht für Frauen und sonstige potentiell unterdrückte Gruppen zu sprechen und Entscheidungen zu treffen, da alle anderen Meinungsträger dem Patriarchat verhaftet sind. Sobald diese Idee in die Praxis übertragen wird könnte es gefährlich werden.

Beliebiges Beispiel: An den meisten Schulen interessiert sich wohl bisher niemand großartig für den Job der "Gleichstellungsbaufragten" (muß ja wie wir wissen, siehe anderer Thread bzw. Wikipedia, zwingend eine Frau sein!). Aber man stelle sich vor dieser Posten würde "bierernst" genommen und in den Klassen würden z.B. Schülerinnen schon "präventiv" dazu befragt ob sie sich eventuell durch ihre männlichen Mitschüler oder durch Lehrer diskriminiert fühlen oder man könnte an dieser Stelle Schüler oder Lehrer wegen angeblicher Diskriminierung verpetzen. Was für ein Klima wäre denn das Resultat wenn solch ein Verdacht ständig in der Luft liegt?

bzgl. Grundwehrdienst: Hätten Frauen Wehrdienst leisten müssen würde es vermutlich als ein Verdienst des Feminismus betrachtet werden, daß dieser abgeschafft wurde. Warum innerhalb des Patriarchats eine Benachteiligung von Männern existiert ist aber in der feministischen Logik nicht nachvollziehbar.
Frau Schwarzer hat seine Existenz daher z.B. als eine Art natürlichen Ausgleich für die weibliche Schwangerschaftszeit gesehen. Daß der Feminismus die "Gleichberechtigung (oder Gleichheit) für alle" erreichen will ist vor solchem Hintergrund auch wenig glaubhaft. In den 70ern wurden übrigens Männer (laut Interview von unten) noch 3 Jahre später pensioniert als Frauen. Noch so eine Diskriminierung von Männern, die bestimmt nicht der Feminismus beseitigt hat.
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Maxi




Alter: 37
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.07.2005
Beiträge: 3129
BeitragVerfasst am: Fr Jul 17, 2015 0:01    Titel: Antworten mit Zitat

Margarita_02 hat folgendes geschrieben:
Bisher fand relevante Diskriminierung von Männern (...) eben nicht gerade verursacht durch Feminismus statt
Naja, das kann man so oder so sehen ... da verlinke ich mal wieder ein schönes Video zu: Feminism and the Disposable Male
Muss ma nicht wörtlich nehmen, aber nachdenken kann man mal drüber ... vor allem, wie wirkliche Gleichberechtigung aussehen müsste.

Margarita_02 hat folgendes geschrieben:
auch solche die faktisch gar nicht existieren und darüber hinaus zusätzlich eine Meinungshoheit des Feminismus zu diesen Fragen postuliert wird.
Einfaches Beispiel: "Das Opfer bestimmt, ob es sexuelle Belästigung ist oder nicht."
Das gilt natürlich nur für weibliche Opfer, einige meinen ja, Männer könnten gar nicht sexuell belästigt werden.
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sex doof
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Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14107
BeitragVerfasst am: Fr Jul 17, 2015 0:08    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn wir in die USA oder sogar nach UK blicken tun sich da teilweise bereits regelrechte Untiefen auf.
Da ich aber nicht vor hatte den "Feminismuskrieg" auf Youtube hier ins Spiel zu bringen habe ich auf entsprechende Links verzichtet. Diese (quasi)-virtuelle Schlacht ist ja auf der rationalen an der Realität orientierten Ebene kaum noch nachvollziehbar.

p.s. bzgl. Feminismuskrieg, den Klassiker schlechthin kann man ja doch noch verlinken. Schwarzer vs. Esther Wink
(ja die ist tatsächlich pro-Männer und nennt sich selbst "weibliche Feministin")
https://www.youtube.com/watch?v=y24CRiaOly8
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Prinzess
abgemeldet




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.12.2013
Beiträge: 1477
BeitragVerfasst am: So Jul 19, 2015 14:58    Titel: Antworten mit Zitat

Im allgemeinen Alltag kriege ich von Feminismus so gut wie nichts mit.

Allerdings ist meine Großtante stark in der Frauenbewegung orientiert. Von ihr und ihren Freundinnen höre ich viel Abwertendes über Männer, über männliche Eigenschaften, über (Selbst-)Objektifizierung der Frau, über die männlich dominierte Historie. Durch sie hatte ich die #Aufschrei-Debatte verfolgt und bekomme mit, was sich so Aktuelles in dem Bereich tut.

In vielen feministischen Angeboten werden Homos noch speziell erwähnt, aber ich denke nicht, dass das eine Abwertung von Heteros mit sich führt, sondern nur eine etwas linkische Betonung der Tatsache, dass Lesbe-sein ein gleichwertiger Teil der Orientierungsmöglichkeiten von Frauen ist, darstellt. Ich denke mal, das ist noch ein Relikt aus der Kampfzeit des Emanzentums, bevor Homosexualität allgemein etabliert war. So wie meine Großtante erzählt scheint FrauenLesben ein Nostalgie-Symbol in Bezug auf die lila Hoch-Zeit der aktiven Frauenbewegung und Friedensbewegung mit den vielen Frauenläden zu sein. (sprachkundlich auch interessant die frühe (als es das Internet als allgemeines Nutzmedium noch gar nicht gab) Version der direkten Aneinanderschreibung zweier Substantive)

Eine Abwertung von Heteros finde ich in den Büchern meiner Großtante wie z.B. der Quellensammlung ,,Die neue Frauenbewegung in Deutschland" nicht.

Im Feminismus gibt es allerdings vielerart Tendenzen, so in etwaigen feminististen Kampflesben-Gemeinschaften auch Abwertung von Heteros, andere Emanzen schießen mit ausgeprägtem Männerhass über das Ziel der Gleichstellung der Frauen oder der Gleichstellung der Menschen hinaus. Es ist halt keine komforme Gemeinschaft. Und wie überall ist auch zwischen Stammtischniveau und demagogisch-provokanten Agitationsreden und systematisch methodischen Forschungsarbeiten zu unterscheiden.
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Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14107
BeitragVerfasst am: Mo Aug 15, 2016 20:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ich schieb den Thread nochmal nach oben, da hier sicher auch noch ein paar mehr Leute abstimmen könnten.

Und damit das kein reiner push wird noch ein kleiner Punkt zum Nachdenken ob der Feminismus denn wirklich auf das aus ist was er vorgibt.

Hierfür mal ein Vergleich zwischen der (natürlich von Feministen dargestellten) Definition des Feminismus in der Wikipedia:

Wiki hat folgendes geschrieben:

Feminismus (abgeleitet von lateinisch femina Frau und -ismus über französisch féminisme)[1] bezeichnet sowohl eine akademische als auch eine politische Bewegung, die für Gleichberechtigung, Menschenwürde, die Selbstbestimmung von Frauen sowie gegen Sexismus eintritt.[2]


Sowie dem ebenso dort zu findendem feministischen Selbstverständnis der Gender Studies:

Wiki hat folgendes geschrieben:

Die Freiburger Soziologin Nina Degele (2008) nennt in Gender studies / Queer studies unter Rückgriff auf Janet Saltzman Chafetz drei den verschiedenen Forschungsperspektiven der Fachrichtung gemeinsame Postulate:

Postulat des Geschlechts als „zentraler Fokus der Theoriebildung“
Postulat der Problematik gegenwärtige Geschlechterverhältnisse
Postulat, dass diese gegenwärtigen Geschlechterverhältnisse weder „naturgegeben noch […] unveränderlich“ seien.

Danach basieren die verschiedenen Forschungsrichtungen der Gender Studies in der Theoriebildung auf einem gemeinsamen feministischen Ansatz.[6]



Auf gut Deutsch muß also der der "Forschungsbereich" Gender Studies (so lange er wie bisher üblich auf dem Feminismus basiert) per "Dekret" alles ignorieren was einen Hinweis darauf geben könnte, dass gegenwärtige Geschlechterverhältnisse auch unproblematisch oder gar positiv sein könnten.

Angewandt auf den Feminismus bedeutet das: Nur wenn jemand/etwas als sexistisch (oder wohl als zweites Steckenpferd des Feminismus auch als rassistisch) bewertet wird kann dieser jemand/etwas überhaupt Gegenstand feministischer Betrachtungen werden. Somit ist der Feminismus inhärent von dem "Auffinden" des Sexismus abhängig was ihn letztlich selbst dazu zwingt sexistisch zu sein um sich zu gesellschaftlichen Themen weiterhin äußern zu "dürfen". Ohne Sexismus zu finden spricht er sich ja selbst jedes Recht zur Stellungnahme ab und wo keiner ist muß der Sexismus somit erfunden werden.

Auch wenn ein tiefer Wunsch zur "Auflösung des geschlechtlichen" im Feminismus verankert ist (so zu finden bei fast allen feministischen Theoretikern) so hat er doch wohl keinerlei Interesse daran sich jemals selbst aufzulösen und so lange das so ist und er sich keiner anderen Weltsicht zuwendet kann er sich auch nicht vom eigenen Sexismus lösen.
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Wauwau




Alter: 44
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 05.04.2007
Beiträge: 2498
Wohnort: Wien
BeitragVerfasst am: So Aug 21, 2016 8:53    Titel: Antworten mit Zitat

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:
die in der Rolle als Heim-und-Herd-Weibchen aufgehen und sich dem Mann als Geldbringer unterordnen. Also genau die Rolle, die der Feminismus plattwalzen will.


Es ist gut, wenn das "plattgewalzt" wird. Es ist nicht zeitgemäß.

Solche Frauen gehen nicht in ihrer Rolle auf, sondern sind zutiefst unsicher und haben Probleme, volle Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Sie bräuchten eigentlich psychologische Hilfe.

Die zugehörigen Männer, im Grunde unerwachsene Kinder, klammern sich an ihre Rolle als Familienoberhäupter. Der "Machtgewinn" gibt ihnen zeitweilig Sicherheit. Geraten sie in eine physisch hilflose Situation oder geht ihnen das Ehefrauchen verloren, dann fallen sie in ein tiefes Loch. Sie verlieren sich so in dem Konzept von Macht und Stärke, dass sie auf Schwäche und Probleme mit nur Aggression (Maulen, Stänkern, Kommandieren, Prügeln...) reagieren können.

Ich stamme aus einer solchen Ehe und ich kenne eine Menge andere solche Ehen. Das Konzept ignoriert die Tatsache, dass Menschen ein langes Leben haben und sich in dieserZeit verändern MÜSSEN. Irgendwann kriselt die Beziehung.

Tritt eine Trennung ein (Scheidung oder Tod), dann ist die Katastrophe da.
ER ist ein 50+jähriges Kleinkind geblieben, das sich die Toilette nicht selbst putzen kann und nicht weiß, wann Kartoffeln gar sind. Obendrein versucht er Frauen zu kommandieren, wodurch er sich bei allen Damen, die aus eigener Kraft ihr Leben bestritten haben und Single wären, eine scharfe Abfuhr holt. Im Krankheitsfalle bekommt er aufgrund seiner Macho-Art Probleme mit jungen Ärztinnen und selbstbewussten Oberschwestern, die den überalterten Bengel dann resch behandeln.

SIE hat Schwierigkeiten mit der Eigenständigkeit. ER hat sie ja immer nach außen vertreten. Sie kann nicht Auto fahren, keinen Kurzschluß beheben, kein Smartphone bedienen. Das ist doch alles Sache des Mannes. Ihr Leben hat bisher nach dem Satz "Er hat mir das aufgetragen!" funktioniert. Und jetzt ist da niemand mehr, der ihr sagt, was sie wie machen soll.

Die Kinder sind wenig glücklich mit dem Gedanken, täglich Schwiegermami/Muttern ihr Leben zu ordnen. Sie haben eigentlich genug Stress mit den Anforderungen des Arbeitslebens. Ein Kind lebt weit weg. Ein anderes hat bisher unterstützt, ist aber nicht bereit, Muttern 24/7/365 an die Brust zu nehmen. Muttern sitzt indessen stundenlang in finsterer Kälte, weil der FI gefallen ist und sie kein SMS schicken kann. (Geschweige denn, dass sie den Kasten öffnet und den Schalter wieder rauf drückt.)
Eine erneute Heirat ist nicht vorstellbar, weil jene Männer, die in Frage kämen, von den Kindern blockiert werden. Eine unmögliche Ehe reicht, Danke, immerhin mussten wir die Prügeleien mit ertragen und die mittelalterliche Beziehung der Altvorderen in erträglichen Bahnen halten. Selbstständige Männer wollen eine Partnerin, keine Ehesklavin.Die winken dankend ab, wenn so eine unselbstständige Nullnummer Avancen macht.

Erzähl mir nichts von der natürlichen Aufgabenteilung zwischen Mann und Frau und der glücklichen Ergänzung in der Ehe. So etwas gibt es nicht. Zwei Halbe kommen dabei heraus, die nie im Leben ganz werden und psychisch irgendwann darunter leiden.

Ein Mensch muss frei und unbeengt von Geschlechtsrollen seinen Weg gehen und seine Krisen selbst meistern. Nur so wird er ein ganzer Mensch. Zwei ganze, lebenserfahrene und selbstsichere Menschen können sich in einer Partnerschaft gegenseitig bereichern und an einander weiter wachsen. Dazu ist aber keine lebenslange Ehe nötig, kein gemeinsamer Wohnort und schon gar keine Geschlechtsrollen.

Ich finde den Feminismus weiterhin erforderlich, um solche Strukturen zu beenden.

Als Frau muss ich sagen: Ich möchte von Männern in Ruhe gelassen werden. Ein Mann ist bisher für mein Leben überwiegend nicht erforderlich gewesen. Ich fühle mich sehr gestört, wenn ich auf mein Geschlecht reduziert werden, durch Anmache, Einstufung als Kinderkriegerin, Reinzwängen in Rollenbilder.

Vielleicht treffe ich mal jemanden, der männlich ist und mit dem ich mich eine Zeit lang gut ergänze. Soll mich frreuen. In dem Fall wird es aber bei getrennten Wohnorten bleiben und ein Anspruch auf Ewigkeit der Beziehung kann und wird nicht bestehen.

Solange freie Beziehungen rechtlich benachteiligt werden, ist der Feminismus notwendig. Solange Frauen gemobbt werden, dass Kinder ihr wichtigstes Lebensziel seien, ist der Feminismus notwendig. Solange "Familien" bevorzugt werden vor anderen Lebensformen, ist der Feminismus notwendig. Solange unverschämtes Verhalten von Männern gegenüber Frauen abgetan wird mit "Na ja, Männer sind halt so, das ist ihr Trieb...", solange ist der Feminismus SEHR notwendig.
Solange kleine Mädchen und Jungs durch antiquierte, machtgeile Religionen indoktriniert und in Rollenbilder gepresst werden dürfen, solange ist der Feminismus SEHR, SEHR notwendig.
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Then let us pray that come it may /As come it will for a´that/ That Man to Man the world o´er/ Shall brothers be for a´that. (Robert Burns)
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Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14107
BeitragVerfasst am: So Aug 21, 2016 10:40    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Es ist gut, wenn das "plattgewalzt" wird. Es ist nicht zeitgemäß.
Solche Frauen gehen nicht in ihrer Rolle auf, sondern sind zutiefst unsicher und haben Probleme, volle Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.


Die Aussage kommt komischer Weise immer nur von kinderlosen Menschen (Frauen) und da wiederum größtenteils von Singles.

Gemäß dieser Logik müssten wir entweder aufhören Kinder zu bekommen (fände ich prinzipiell nicht schlecht allerdings interessiert der erste-Welt-Feminismus die Leute in Afrika herzlich wenig und Kinderverzicht löst dank Migration leider auch nicht unser lokales Überbevölkerungsproblem) oder es übernehmen wie üblich andere Frauen die Ganztagesbetreung des emotional und/oder sozial verwahrlosten Nachwuchses. Das Kind in der Kita zu deponieren und derweil Karriere zu machen (oder auch nicht...) kaschiert ja sehr schön die erwähnte Inkompetenz blos ist sie deswegen leider nicht aus der Welt verschwunden. Ein positiver Feminismus würde also gerade versuchen den Hausfrauen als zentralen Figuren für die Sozialisation des Nachwuchses mehr Ressourcen zur Verfügung zu stellen (dann können auch mehr Frauen Professorin statt Kindergärtnerin werden). Die verbreitete feministische These, daß Männer das alles übernehmen sollten, ist doch etwas naiv weil das nunmal leider Gottes der Biologie widerspricht. Es ist ja nicht nur so, daß Frauen sich viel mehr für soziale Arbeiten interessieren sondern es sind auch vor allem die Frauen die überhaupt Kinder wollen. Männer würden da weit eher darauf verzichten (und haben weitaus weniger emotionale Probleme damit wenn sie es tun).
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noli me tangere




Alter: 57
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 01.03.2013
Beiträge: 136
BeitragVerfasst am: So Aug 21, 2016 11:18    Titel: Antworten mit Zitat

@ Wauwau:

Ich stimme Dir ja bei den meisten Punkten zu, sehe da aber nicht expliziten Feminismus als Lösung, sondern eher einen Humanismus, der beide Geschlechter vor Augen hat. Dazu würde neutrale Genderforschung passen.

Als männlicher Mensch kann ich aus eigener Erfahrung nur sagen, dass weibliche Menschen genauso ihre Klischeevorstellungen, was "Männer" und deren Rollen angeht, haben. Durch alle Schichten.

Ich werde nie vergessen, welche Reaktionen es auslöste, als ich mit 19/20 Jahren mit der Limousine meiner Eltern vorfuhr. Hatte nix mit meiner Persönlichkeit zu tun, aber alles mit der PS Stärke des Wagens. Zum Kotzen.

Das gleiche gilt für das Monatseinkommen des Mannes. Je mehr, desto attraktiv.
Einem seeeehr entfernter Bekannten von mir, Millionenerbe im gehobenen zweistelligen Bereich, fliegen Frauen einfach zu und lassen sich fleissig schwängern, weil er den Unterhalt zahlt. Scheint für beide Seiten sinnvoll zu sein. Gezwungen wird niemand. Weder Männlein, noch Weiblein. Manche Menschen können mE mit der Tatsache, dass sie existieren, nichts anderes anfangen.


Der vom Feminismus fest in den Griff genommenen "Genderforschung" empfehle ich mal eine Studienfahrt zu solchen Großveranstaltungsorten wie Verdun oder Waterloo, um zu schauen, welches Rollenbild da welchem Geschlecht übergestülpt wurde. Alternativ, vllt sogar für die eher sensibleren Gemüter unter den Studierenden zumutbarer, geht auch das Ruhrgebiet mit seiner Montanindustrie.
Abermillionen abgeschnittener Penisvorhäute können von höheren Semestern besprochen werden. The silence of the mothers.
_________________
Here come greetings from the fires of dusk, from all the thoughts you never dare to think, from all the choices you never dare to make - just a postcard from ground level and below.
(Thomas Feiner)
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