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Kunstkenner




Alter: 50
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 26.07.2015
Beiträge: 10
Wohnort: München
BeitragVerfasst am: Mi Jul 29, 2015 14:25    Titel: Antworten mit Zitat

geht mir ähnlich, ich hatte zwar sexuelle beziehungen, hab sex aber immer mehr als last denn als freude empfunden. ich könnte, wenn ich wollte diesbezüglich aktiv sein, (hab meinen testospiegel mehrmals testen lassen alles normal) aber ich will einfach nicht mehr. mag sein, dass intensives meditieren diese tendenz, die immer schon da war, noch verstärkt hat- dazu kommen auch die "wechseljahre" bei männern mit Mitte 40. denke mal, dass bei sehr vielen hier so eine gewisse grauzone zwischen sexualität und asexualität da ist in der eine 100% klare selbsteinordnung nicht möglich (und nicht sinnvoll) ist.
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prem




Alter: 55
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 19.11.2007
Beiträge: 14
BeitragVerfasst am: Fr Aug 28, 2015 1:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

Ich bin überzeugt, dass eine entsprechende Veranlagung angeboren ist. Ich bin auch der Meinung, dass sich die sexuelle Orientierung nicht plötzlich ändert, z.B. Familienvater / -mutter plötzlich homosexuell wird. Oft ist es doch so, dass sie sich schon immer vom anderen Geschlecht angezogen fühlen, aber, wie viele von uns, damit aufgewachsen sind, "normal", also hetero, sein zu müssen und auch zu wollen. Irgendwann bricht es dann aber aus einem raus und ist nicht mehr zu verleugnen.
Manche haben es auch so gut unterdrückt, und sich so angepasst, dass es ihnen selber nicht mehr bewußt war. Dann passiert etwas und sie merken, was vorher gefehlt hat. Manche verleugnen ihr Verlangen aber auch ihr Leben lang oder machen weiter mit, weil sie denken mit Ihnen stimmt was nicht.

Ich habe auch oft mitgemacht, obwohl ich nur in den Arm genommen werden wollte, nur Sehnsucht nach Zärtlichkeit hatte. Aber Zärtlichkeit ohne Sex? Nee, Mädel, ganz oder gar nicht! Es gehörte eben dazu. Für mich war es Pflichtübung, wenn ich Zärtlichkeit wollte, musste ich eben in den sauren Apfel beißen.

So wurde aus dem anfänglichen Desinteresse erst Abneigung und schließlich Ekel und Abscheu. Das Desinteresse war aber vorher schon da. Hätte ich damals schon gewußt, dass es Asexualität gibt, mit mir durchaus alles in Ordnung ist, ich nicht unnormal bin, hätte das vieles einfacher gemacht. So habe ich mich immer wieder gezwungen, denn ich wollte ja auch "normal" sein, habe mich immer wieder selber vergewaltigt. Mein Verlangen "normal" zu sein schien gut zu funktionieren, denn meine Sexualpartner waren immer sehr zufrieden, je besser ich war, je schneller war es vorbei, ich jedoch ekelte mich immer mehr. Natürlich ist da jetzt ein Trauma!

Aber ich bin nicht asexuell, weil ich das erlebt habe, sondern weil ich asexuell bin, da aber aus Unwissenheit nicht gelebt habe, ist das Trauma entstanden.

Erst mit über 40 Jahren, nach 2 Ehen, habe ich das erste Mal was von Asexualität gehört und endlich hatte das Kind einen Namen, endlich konnte ich vieles verstehen. Ich war da zwar selber schon an einem Punkt, wo ich mir sagen könnte, "Du bist eben so, und das ist okay so" aber es war trotzdem eine Erleichterung.

Insofern ist es für mich ein Paradoxon, Asexuallität therapieren zu wollen. Sie ist genauso eine Orientierung wie Homo-, Bi- oder Heterosexualität.

Es ist in meinen Augen aber etwas völlig anderes, wenn jemand durch Missbrauch Abscheu und Ekel vor Sex empfindet oder deswegen seine ursprüngliche Orientierung überlagert ist. Das ist für mich nicht eigentlich asexuell. Hier kann es schon sein, dass durch Therapie die ursprüngliche Orientierung und sexuelle Anziehung aufgedeckt wird.

Genauso, wenn durch Medikamente keine sexuelle Anziehung mehr empfunden werden kann. Diese werden von den Medikamenten überlagert.

Ich behaupte nicht, dass dies so ist, aber ich sehe es so,

Liebe Grüße, Prem
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Zomik




Alter: 55
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 09.03.2016
Beiträge: 101
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: Mi März 16, 2016 22:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
was du geschrieben hast Perm, entspricht zu 100% meiner Meinung und Erfahrung. Es ist angeboren.
Ich bin ein Mann und alle meine körperlichen Funktionen was meine Sexualorgane angeht sind intakt. Ich habe oft Morgens eine Erektion und kann auch Mastrubieren, aber der Anblick einer Frau, ob nackt oder nicht, löst in meinem Gehirn und Genital keinen sexuellen Reiz aus. (Männer auch nicht. Generell fühle ich mich mit Frauen wohler.)
Das war schon immer so. Sex war für mich eher eine Turnübung bei der ich mich darauf konzentriere die Erektion zu halten, was immer sehr schwierig war. Ich habe mir mit Alkohol geholfen.(Anderes Thema)
Was andere als sexuell empfinden, löst bei mir....nix aus. War schon immer so, wollt ich aber nicht akzeptieren. (Wieder andere Geschichte)
Was du schreibst, Kunstkenner, ist mir fremd. Du hast dir deine Sexualität wegmeditiert? Also war sie doch, wenn auch nicht so ausgeprägt, da. Ich bin 52 und stelle keine Veränderung bezüglich der Reaktionen meines Geschlechtsteil fest. Das kann daran liegen, das ich keine Sexualität im "normalen" Sinn habe und somit kein nachlassen derselben verspüren kann, was wiederum für Angeboren sprechen würde.
Das sich sexuelle Menschen zu asexuellen entwickeln, halte ich nicht nur für möglich, sondern angesichts des enormen sexuellen Druck den diese Gesellschaft auf den Einzelnen ausübt, auch für legitim und nachvollziehbar.
Gruß
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