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SIND oder WERDEN wir asexuell ?
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lebensdiva




Alter: 50
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 22.11.2011
Beiträge: 18
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: Mi Jul 02, 2014 8:59    Titel: Antworten mit Zitat

Dass ich Interesse nur "spiele" war mir bisher gar nicht so bewußt, da es ein fast automatisiertes Verhalten war.
Sicher ist es ein bestimmter Männertypus, der eben darauf reagiert.
Ich sehe diese gegenseitigen Spielchen bei mir sogar als "suchtauslösend", da es ein bestimmter "Kick" sein kann, das Interesse des anderen zu wecken und damit herumzuspielen.
Zum Glück gibt es aber in meinem Leben auch einen Mann, der nicht manipulierbar ist (und daher kein Suchtpotential bietet). Er mag auf den ersten Blick weniger interessant wirken, aber längerfristig ist ein Kontakt mit ihm viel entspannter und auch beiderseitig befriedigender.
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Habe den Mut, freimütig zu leben wie du bist!
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Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 13707
BeitragVerfasst am: Mi Jul 02, 2014 9:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ja diese "Sucht" (hoffentlich noch eher in " ") resultiert erst mal ja aus der klassischen Versärkung durch Belohnung.
Du bekommst durch das Interesse die Schoklade und zeigst dann das Verhalten wieder. Besonders gefährlich wird es aber, wenn sich ein Person gelegentlich manipulieren läßt und gelegentlich nicht. Derjenige müßte laut Theorie zu einem besonders starken Suchtobjekt werden Wink
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Dogbert




Alter: 58
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.10.2005
Beiträge: 246
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: Mi Jul 02, 2014 11:51    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe mir jetzt auch den auf Seite 1 empfohlenen Link durchgelesen.

http://www.gleichklang.de/begriff-asexualitaet.html

Ich habe selten eine so anschauliche Begriffsbeschreibung gelesen, die auch die Problematik der Definitionen erläutert.

Das wird sexuellen Menschen wohl kaum zu vermitteln sein.

Es ist ja nicht so, daß ich an einer Frau so gar kein Interesse hätte, sondern mir fehlt einfach die Vorstellung/das Verlangen, sie im Zusammenhang mit einer Kopulierung zu begehren


Zu den diesem voranstehenden Beiträgen kann ich von meiner Seite beitragen, daß ich die Signale des Begehrens (jedoch auf rein platonischer Ebene gedacht) senden bzw. des Begehrtwerdens empfangen kann. Bei Letzterem kann ich jedoch nicht immer eindeutig zuordnen, ob das Begehren der jeweiligen Frau triebbedingter Natur ist.

Grundsätzlich finde ich das Gefühl des Begehrtwerdens sehr angenehm, jedoch denke ich mir dabei nichts weiter und kann auch nicht behaupten, daß ich mit solchen Bekundungen spiele. Vielmehr habe ich die Erfahrungen gemacht, daß ich die Begehrenden unabsichtlich auflaufen ließ, zumal von meiner Seite außer ein freundliches Lächeln nichts kam.
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Liebe Grüße
Dogbert


Zuletzt bearbeitet von Dogbert am Mi Jul 02, 2014 12:40, insgesamt einmal bearbeitet
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Spätzünder




Alter: 57
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.01.2013
Beiträge: 314
Wohnort: Vorderpfalz
BeitragVerfasst am: Mi Jul 02, 2014 12:11    Titel: Antworten mit Zitat

Mir geht es genau wie dir ... aber

Dogbert hat folgendes geschrieben:

Es ist ja nicht so, daß ich an einer Frau so gar kein Interesse hätte, sondern mir fehlt einfach die Vorstellung/das Verlangen, sie im Zusammenhang mit einer Kopulierung zu begehren


... dennoch geht es. Komischerweise, auch ganz ohne "Begehren" was auch immer das ist. Oder zum Glück. Ich suche es nicht - aber ich tu's wenn's sein soll. Reine, langweilige Biologie.

Wobei ich zugeben muss, je mehr mir klar wird wie ich wirklich ticke desto ungerner. Kinder sind zum Glück schon auf der Welt.
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Dogbert




Alter: 58
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.10.2005
Beiträge: 246
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: Mi Jul 02, 2014 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

@Spätzünder

So halte ich es auch, wenn es nunmal sein soll, um der sexuellen Partnerin auf ihren Wunsch hin etwas in diese Richtung zu geben. Das nennt man hier wohl Gefälligkeits-GV. Es besteht ja keine Abscheu oder Ekel dem gegenüber, sondern man vermißt es einfach nicht.

Die meisten meiner Partnerinnen verstanden das auch so, spätestens seit sie wußten, daß ich asexuell bin.
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Liebe Grüße
Dogbert
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Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 13707
BeitragVerfasst am: Mi Jul 02, 2014 12:36    Titel: Antworten mit Zitat

Gleichklang verwendet hier augenscheinlich eine rein libidobasierte Definition von Asexualität. Asexuell ist nach deren Definition jemand der seine Sexualorgane nicht "verwendet" und damit zufrieden ist.
(Masturbation wird z.B. ausgeschlossen und ebenso wird der Begriff der sexuellen Anziehung als irrelevant betrachtet).
Damit gehen wir natürlich nicht konform.

Die Definition ist sicherlich im Hinblick auf die Kontaktvermittlung erstellt worden. Mit Leuten die keine auf Basis einer kostenpflichtigen Vermittlung geleistete Art von Beziehung anstreben läßt sich in einer Partnerbörse schließlich kein Geld verdienen. Also darf es z.B. keinen "Typus" Asexuelle geben, die nicht beziehungsinteressiert sind Wink
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Prinzess
abgemeldet




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.12.2013
Beiträge: 1477
BeitragVerfasst am: Mi Jul 02, 2014 13:26    Titel: Antworten mit Zitat

lebensdiva hat folgendes geschrieben:
Dass wir so viel darüber nachdenken, warum wir so sind und nicht anders, ob das genetisch ist, anerzogen oder sonstwas, das ist doch eigentlich nur weil wir durch die Gesellschaft einem gewissen Leidensdruck ausgeliefert sind.
Weil wir unsicher sind, ob wir so sein dürfen...

Habe ich den Mut, mich dem mainstream entgegenzustellen und dazu zu stehen, dass ich keine Intimität bzw. Intimität nur bis zu einer gewissen klar definierten Grenze will?

Kann ich mich selbst als vollwertigen, normalen gesunden Menschen sehen, dem nichts fehlt, nur weil er keine Lust auf GV hat???


Ich finde es immer interessant, nachzuforschen, warum ich so bin, wie ich halt bin.

Die Frage, ob ich so sein darf, habe ich mir nie gestellt. Was ist das denn für eine seltsame Frage? Alle meine Eigenschaften und Eigenheiten gehören zu mir und dürfen somit sein. Ich bin ja schließlich in freier Mensch, in vielen Bereichen festgelegt durch mein Sein und in den Bereichen, in den ich etwas entscheiden kann, mein eigenes Werkstück. Da lasse ich andere Leute, Konventionen oder gar die anonyme Masse doch nicht hineinpfuschen.

Darum brauchte ich auch Aven oder den Begriff Asexualität nicht erst zu entdecken, um zu begreifen, dass ich genau so richtig bin, wie ich eben bin.
Auch wenn ich der einzige asexuelle Mensch auf der Welt wäre, dann gäbe es dadurch dieses Phänomen - und zwar gleichberechtigt mit allen anderen Orientierungen.
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lebensdiva




Alter: 50
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 22.11.2011
Beiträge: 18
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: Mi Jul 02, 2014 13:47    Titel: Antworten mit Zitat

*prinzess

Wow, du hast eine gesunde Lebenseinstellung!
Du scheinst in keinster Weise in Richtung Konformität erzogen worden zu sein.
Bei mir ist das Gegenteil der Fall. Ich hab mein Leben lang versucht, "normal" zu sein, bloß nicht anders als die große Masse...

Mittlerweile kann ich mir meine Andersartigkeit schon viel besser zugestehen und es ist für mich auch kein Problem, öffentlich meine Asexualität zu thematisieren.

Manchmal interessiert es mich auch, WARUM ich so bin wie ich bin.
Ich bin ja auch gerne mein eigenes Forschungsprojekt Wink

Auf jeden Fall staune ich über Menschen wie dich -Prinzess- für die es selbstverständlich ist, dass sie so wie sie sind sowieso genau richtig sind!
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Dogbert




Alter: 58
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.10.2005
Beiträge: 246
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: Mi Jul 02, 2014 14:02    Titel: Nachforscherei Antworten mit Zitat

Man muß hier zwei Forschungsrichtungen unterscheiden:

1. Gehirnforschung/Sexualitätsforschung
Hier geht es einfach darum, komplexe Zusammenhänge zu entschlüsseln, warum etwas so ist, wie funktioniert und wodurch Abweichungen zustandekommen.

2. Warum bin ich so?
Ich denke, jeder, der zumindest eine Vorahnung in der Kindheit oder Pubertät bekam, wird sich diese Frage stellen. Man wird zwangsläufig als Minderheit gegenüber seiner sexuellen Umgebung mit dieser Frage konfrontiert, was selbstverständlich zu Verunsicherungen führt. Man wird von pubertierenden Mitschülern umgeben, die plötzlich über Sachen reden, die man selber als völlig uninteressant erachtet.

Man erfährt parallel einen sozialen Druck, den man erstmal auszuhalten lernen muß. Eltern wünschen sich Enkelkinder. Freunde stellen sich noch mehr Fragen. Man muß sich ständig dafür rechtfertigen, warum man keine Freundin oder keinen Freund hat. Die Aussage: "Ich habe kein Bedürfnis danach." wird einem doch nicht abgenommen.

Die Selbstakzeptanz kommt erst nach der Pubertät.
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Liebe Grüße
Dogbert
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Dogbert




Alter: 58
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.10.2005
Beiträge: 246
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: Mi Jul 02, 2014 14:48    Titel: Antworten mit Zitat

@Prinzess

Könnte es sein, daß Du eine Narzisstin bist?
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Liebe Grüße
Dogbert
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Prinzess
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.12.2013
Beiträge: 1477
BeitragVerfasst am: Mi Jul 02, 2014 15:37    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:
Ganz genau. Denn Männer, die nicht in einer bestimmten Zeit darauf anspringen sind dann vermutlich auch nicht sonderlich interessant und dann schließt sich der Kreis. Das Interesse besteht also dann automatisch für den bestimmten Typus Mann, der gerne manipuliert wird. Das kann dann auch insofern problematisch werden, als man gar keine "normalen" Männer mehr auf intimer Ebene kennenlernt, da diese ja nicht interessant sind.
Die Manipulationsmöglichkeit ist aber auch Wechselseitig. Oft besteht bei Menschen denen das "begehrt werden wollen" sehr wichtig ist auch ein höheres Risiko wiederum von denen manipuliert zu werden, die Begehren simulieren können, also z.B. zunächst Interesse heucheln, dann das ganze abstellen, dann wieder anfangen. Spätestens dann besteht auch das Risiko, daß sich ein negatives Männer oder Frauenbild verfestigt.


Die erwährten Problematiken stellen sich mir zum Beispiel nicht, da ich einerseits gar keine Partnerschaft will und ich dieses Begehrtwerden-Spiel nur mit Passanten in der Fußgängerzone spiele. Da kommen dann Blicke und oft auch Bemerkungen, das pusht mich dann etwas und tut mir gut. Da ich zu den Kerlen nach dem Vorbei-gehen aber auch keinen weiteren Kontakt habe, haben die auch keine Nachteile davon. Meistens kriege ich deren Reaktionen aber auch gar nicht mit, weil ich mit den Gedanken in meiner eigenen Welt oder bei den Besorgungen bin, die ich grad erledigen will. Wenn mich andre begleiten, sind die aber oft sehr verwundert, welche Aufmerksamkeit ich von den Passanten bekomme und achte dann auch mehr drauf. Abends ist es noch intensiver, aber ich bin abends nur äußerst selten abends dort, wo Menschen sind, viel lieber im Wald.
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Prinzess
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.12.2013
Beiträge: 1477
BeitragVerfasst am: Mi Jul 02, 2014 17:04    Titel: Antworten mit Zitat

lebensdiva hat folgendes geschrieben:
*prinzess

Wow, du hast eine gesunde Lebenseinstellung!
Du scheinst in keinster Weise in Richtung Konformität erzogen worden zu sein.
Bei mir ist das Gegenteil der Fall. Ich hab mein Leben lang versucht, "normal" zu sein, bloß nicht anders als die große Masse...

Mittlerweile kann ich mir meine Andersartigkeit schon viel besser zugestehen und es ist für mich auch kein Problem, öffentlich meine Asexualität zu thematisieren.

Manchmal interessiert es mich auch, WARUM ich so bin wie ich bin.
Ich bin ja auch gerne mein eigenes Forschungsprojekt Wink

Auf jeden Fall staune ich über Menschen wie dich -Prinzess- für die es selbstverständlich ist, dass sie so wie sie sind sowieso genau richtig sind!


@ Lebensdiva:

Ich bin nicht direkt in diese Richtung erzogen worden. Meine Eltern sind sehr unsicher, besonders meine Mutter, und hängen ihr Fähnchen ein bisschen nach beim Wind, wollen gut ankommen. Unter anderem auch bei mir, fanden Sachen toll, die ich gemacht, kombiniert oder so hatte. Wenn dann andere Leute kamen, waren sie unsicher, wie die das denn finden könnten und dann war von Vornherein alles schlecht, was mit mir zu tun hatte.

In diesem Klima hatte ich zwei Möglichkeiten: entweder mich der ständigen Ungewissheit hinzugeben und auch andauernd um Anerkennung buhlen oder mich auf den einzigen festen ruhenden Pol zu verlassen, den ich hatte, mich und meine Ansichten. Und die zweite Möglichkeit entspricht sowieso meinem hinterfragenden Naturell.

Ich bin meinen Eltern sehr dankbar dafür, dass sie so sind und mir dadurch genau das mitgeben konnten, diesen Schatz, den ich nun habe.

Dogbert hat folgendes geschrieben:

2. Warum bin ich so?
Ich denke, jeder, der zumindest eine Vorahnung in der Kindheit oder Pubertät bekam, wird sich diese Frage stellen. Man wird zwangsläufig als Minderheit gegenüber seiner sexuellen Umgebung mit dieser Frage konfrontiert, was selbstverständlich zu Verunsicherungen führt. Man wird von pubertierenden Mitschülern umgeben, die plötzlich über Sachen reden, die man selber als völlig uninteressant erachtet.


Das erlebe ich zumindest in sehr vielen Bereichen, nicht nur in Bezug auf Asexualität. Gerade jetzt mal wieder gehäuft zur FußballWM. Für mich sind das nur fremde Leute auf irgendeinem Rasen. Und die meisten Leute beschäftigen sich sehr damit und quasseln andauernd enthusiastisch darüber. Das interessiert mich alles nicht die Bohne. Oder so etwas Albernes wie dieser Europa-Schlagerwettbewerb.

Bei solch interessanten Sachen wie der Wiedervereinigung hingegen finde ich es schade, dass ich das nicht bewusst miterleben konnte aus meinem Gitterbettchen. So etwas könnte mal wieder kommen. Denn ich bin Massenphänomenen gegenüber nämlich nicht generell abgeneigt. Das muss für mich nur auch inhaltlich interessant und relevant sein.



...und zum Narzissmus:

Das habe ich mich auch schon gefragt, bzw. bezeichne mich gern so. Viel habe ich über die Störung nicht gelesen, Störungen treffen nicht sonderlich mein Interesse. Na ja , Narzissten achten das Ich anderer Leute geringer als das eigene und sehen nur sich. Das ist bei mir nicht der Fall. Ich helfe anderen gerne, ihr Päckchen zu tragen. Ich fühle mich eher dem Narziß aus ,,Narziß und Goldmund" von Hermann Hesse ähnlich und verbunden.
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Dogbert




Alter: 58
Sexualität: Asexuell
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Beiträge: 246
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BeitragVerfasst am: Mi Jul 02, 2014 23:02    Titel: Antworten mit Zitat

lebensdiva hat folgendes geschrieben:


Dass wir so viel darüber nachdenken, warum wir so sind und nicht anders, ob das genetisch ist, anerzogen oder sonstwas, das ist doch eigentlich nur weil wir durch die Gesellschaft einem gewissen Leidensdruck ausgeliefert sind.
Weil wir unsicher sind, ob wir so sein dürfen...


Ich finde diese Gedanken sogar sehr interessant.


Für mich allein genommen habe ich weder mit meiner Asexualität, meinem "Fetisch" (Schönheitsideal, Vorliebe) noch mit meiner Exzentrik ein Problem.

Natürlich bedurfte es einer längeren Phase der Selbstfindung, sich dieser Erkenntnisse bewußt zu werden und zu verinnerlichen. Solange ich mir nicht selbst 100% darüber im Klaren war, habe ich mich wohlweislich gar nicht erst auf klassische Beziehungen eingelassen, nur um einfach meiner Umgebung etwas vorzuspielen, was ich persönlich gar nicht benötige.

Es war schwierig genug, dem Umfeld klarzumachen, daß ich nichts vermisse und auch nicht die Absicht habe, daran etwas zu ändern, wenn ich nicht selbst davon 100% überzeugt bin.

Das Problem ist einfach, daß einem alle möglichen "Störungen" zugewiesen werden, immer in der festen Überzeugung, daß irgendetwas mit mir nicht in Ordnung sei und man es nur gut mit mir meinen würde.

Der bloße Gedanke, daß ich es aber genau so brauche, wie es ist und nichts dabei vermisse, war lange Zeit nicht vermittelbar.

Daß ich mich hin und wieder mit Fragen um die Asexualität, dem Fetisch (sofern es überhaupt einer ist) und der Exzentrik beschäftige, ist ein reines Interesse an diesen Disziplinen und deren Ausprägungen. Oder anders ausgedrückt, einfach zu erfahren, wie andere aus diesen Bereichen so denken oder ticken.
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Dogbert




Alter: 58
Sexualität: Asexuell
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Beiträge: 246
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BeitragVerfasst am: Mi Jul 02, 2014 23:54    Titel: Re: Nachforscherei Antworten mit Zitat

Prinzess hat folgendes geschrieben:

Das erlebe ich zumindest in sehr vielen Bereichen, nicht nur in Bezug auf Asexualität. Gerade jetzt mal wieder gehäuft zur FußballWM. Für mich sind das nur fremde Leute auf irgendeinem Rasen. Und die meisten Leute beschäftigen sich sehr damit und quasseln andauernd enthusiastisch darüber. Das interessiert mich alles nicht die Bohne. Oder so etwas Albernes wie dieser Europa-Schlagerwettbewerb.


Das sind Dinge, die doch völlig normal sind. Damit grenzt man sich doch nicht aus, wenn man sich nicht für alles interessiert.


Prinzess hat folgendes geschrieben:
...und zum Narzissmus:

Das habe ich mich auch schon gefragt, bzw. bezeichne mich gern so. Viel habe ich über die Störung nicht gelesen, Störungen treffen nicht sonderlich mein Interesse. Na ja, Narzissten achten das Ich anderer Leute geringer als das eigene und sehen nur sich. Das ist bei mir nicht der Fall.


Es gibt so viele Ausprägungen, daß selbst hier eine Grenzziehung kaum möglich ist. So gibt es auch Narzissten, die sich nicht anderen überordnen, sondern denen es nur wichtig ist, daß sie sich selbst gefallen und nichtmal auf die Aufmerksamkeit oder Bestätigung anderer angewiesen sind. Krankhaft wird es erst dann, wenn sich jemand über andere erhebt. Wenn sie in solchen Fällen keine Bestätigung erfahren, sind sie suizidgefährdet.

Obwohl ich weit von einer narzißtischen Neigung entfernt bin, wurde mir das auch schon angedichtet. Einfach nur deswegen, weil ich mir die Gegenwart anderer Leute nicht wirklich viel bedeutet (finde es schön, aber brauche sie für mich nicht), jedoch meine Gegenwart ihnen sehr viel bedeutet. Mein Nähe- und Anerkennungsbedürfnis ist nicht so besonders stark ausgeprägt. Wenn ich gebraucht werde, bin ich jedoch da. Bestimmt nicht, um mein Ego zu nähren, sondern weil es meinem Selbstverständnis entspricht.

Meine Bezugspersonen betrachte ich als Musen, also als Inspirationsquellen.
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Dogbert
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.12.2013
Beiträge: 1477
BeitragVerfasst am: Do Jul 03, 2014 5:21    Titel: Antworten mit Zitat

@ Dogbert:

Wo grenzt man sich durch Asexualität denn mehr aus? Man kann doch überall auch als asexuelle Person mitmachen. Beziehungsweise wenn man nie mitkommt zur riesigen Leinwand oder zum Grillen vor dem Bildschirm, grenzt man sich doch genauso aus.

Dann bin ich wohl wirklich auf jeden Fall Narzisst. Ich mag diese Bezeichnung aber auch sehr. Es ist doch auch schön, so völlig in sich ruhen zu können. Ich brauche das aber auch. Denn in Bezug auf andere Leute bin ich immer sehr unsicher. Wenn meine Mutter mich für einen Anlass bittet, mich normal anzuziehen, bin ich völlig überfordert, weil ich so sehr darin lebe, mir zu gefallen, dass ich gar keinen Bezug dazu habe, was wohl normal sein könnte. Und ich deute Verhalten oder Aussprüche von anderen oft übergenau zu meinen Ungunsten in pessimistischer Infanteristenmoral, damit eventuelle falsche Hoffnungen niemals enttäuscht werden können. Dann leide ich lieber gleich und freue mich nur mit anderen, wenn ich alle Möglichkeiten zur Resignation ausschließen konnte.
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