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Warum habt ihr keinen Partner?
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gravelcruncher





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 01.06.2019
Beiträge: 30
BeitragVerfasst am: Sa Jul 18, 2020 20:00    Titel: Antworten mit Zitat

Höhö, dann reihe ich mich mal ein - hab auch zwei Pferde und wer auch immer einen Platz in meinem Leben beansprucht, muss feststellen, dass die Nasen halt schon früher da waren, die älteren Rechte haben.. und auch die dringlicheren: meine alte Madame ist seit 19 Jahren bei mir und inzwischen wirklich alt und ich weiß nicht, wie lang sie mich noch begleiten mag. entsprechend versuch ich eben, viel Zeit bei ihr zu verbringen.

Dennoch schaff ich auch Freunde noch unterzubringen, aber halt nicht öfter als ein, zwei abende die woche. mit jemandem zusammenziehen würde ich nicht, da bin ich einfach inkompatibel. jeder seine 4 wände und treffen, wenns passt. das ist aber ne konstellation, die den allermeisten Menschen schlicht zu wenig ist.
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DevilMayCare




Alter: 24
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 25.09.2017
Beiträge: 112
BeitragVerfasst am: Sa Jul 18, 2020 22:01    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde es echt irgendwie schön, etwas in der Richtung mal von anderen mit Pferden zu lesen Smile.
Wer Kontakt zu mir halten möchte, müsste damit leben, dass es Priorität hat, dass mein Pony (29 J.) immer zeitig Futter bekommt und im Sommer auch gut gegen Insekten geschützt ist. Ich kann damit leben, dass meine beste Freundin es z. B. blöd findet, wenn ich erst spät kommen und am nächsten Tag früh wieder gehen muss. Nicht, dass das oft vorkommen würde. Ich versuche einfach, die restliche Zeit mit dem Tier zu genießen und eben auch, dass man mir die Option lässt, viel dort zu sein, statt nur das Negative - mangelnde soziale Kontakte - zu sehen. Mein Pony war rückblickend betrachtet eigentlich immer schon Stellvertreter für eine nicht vorhandene Freundin in meiner Nähe oder für Verstorbene, die mir viel bedeutet haben, da brauche ich hoffentlich noch lange keinen Partner oder was auch immer Razz.
Es ist zwar so, dass ich meist absolut nicht angestrengt bin, wenn ich vom Pony nach Hause komme, weil ich rein gar nichts mehr damit mache, aber ich mache dann fast immer einfach nichts mehr. Sprich: Wer nicht dafür zu haben ist, entspannt daheim zu sitzen, sondern erwarten würde, dass ich mich "schick machen" und etwas unternehmen würde, wäre falsch bei mir.

Und wahrscheinlich ist's auch ein Faktor, dass ich nicht einmal online in entsprechenden Kontaktbereichen für Gleichgesinnte wie der Partnerbörse von mir aus Leute anschreibe.
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gravelcruncher





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 01.06.2019
Beiträge: 30
BeitragVerfasst am: Sa Jul 18, 2020 22:08    Titel: Antworten mit Zitat

jaaa, mich freut das auch grad =)

Meine Seniorin ist 27, arthroselt aber inzwischen auf allen Beinen - spazieren bummeln tun wir immer noch, an guten Tagen häng ich den Sulky mit dran und fahr auch mal ein stück.. ich führe aber auch am sulky recht viel. der jungspund kann noch nix und lernt grad zu fuß das Gelände kennen

und joa, ich hab nen Pferdejob, ich verbring die Freizeit bei den Mädels... auf hübsch machen zum weggehen hab ich dann auch nicht mehr den nerv. im Winter geh ich schonmal abends mit einer bestimmten freundin ins kino (okay, dieses jahr wohl nicht), oder wir köcheln zusammen. die ist aber zum glück auch pferdemensch und nimmt mich auch in pferdeklamotten und eben dann, wenn alles rledigt ist Wink
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Callas of the Wind




Alter: 40
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 13.08.2019
Beiträge: 325
Wohnort: Oberfranken
BeitragVerfasst am: So Jul 19, 2020 2:45    Titel: Antworten mit Zitat

gravelcruncher hat folgendes geschrieben:
mit jemandem zusammenziehen würde ich nicht, da bin ich einfach inkompatibel. jeder seine 4 wände und treffen, wenns passt. das ist aber ne konstellation, die den allermeisten Menschen schlicht zu wenig ist.


Bei mir und meinem Freund ist es momentan so. Wir wohnten auch schon zusammen, haben aber beide gemerkt das das nicht für uns funktioniert. Wir wohnen nah beieinander und können uns schnell besuchen. So wie es jetzt ist finde ich es gut. Mein eigenes Reich und ich muss keine Rücksicht auf irgendwenn nehmen. Wink
_________________
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Lavendelbluete




Alter: 32
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.08.2019
Beiträge: 68
BeitragVerfasst am: Di Jan 19, 2021 2:40    Titel: Antworten mit Zitat

Eine sehr gute Frage, die ich mir in letzter Zeit häufiger gestellt habe. Warum habe ich keinen Partner? Stimmt was nicht mit mir?
Nun ja, ich mache kein Geheimnis daraus was ich bin, falle aber auch nicht gleich mit der Tür ins Haus.
Ich habe in den letzten zwei Jahren einige Männer kennengelernt, die beide unterschiedliche, bleibende Erinnerungen hinterlassen haben. Und dazu kommen noch die ein oder andere Erfahrung, die mich zumindest zum nachdenken gebracht hat.

Ich weiß ziemlich genau was ich will bzw nicht will. Und ich mache keine Anstalten daraus, das auch offen und ehrlich zu sagen. Ich bin jung. Mir liegt die Welt noch zu Füßen und ich möchte noch einige Erfahrungen machen, bevor ich schlussendlich sage, ich möchte jetzt ankommen und alt werden. Denn ich bin auch jemand, der gerne nur den einen Partner fürs Leben hätte. Auch wenn manches davon sicher bloß verträumte Vorstellungen sind. Aber so bin ich eben.

Leider musste ich aber oft genug feststellen, dass die Männer die ich gedatet habe, einfach nicht DAS waren, was Frau sich vorstellt.
Das Problem ist, Asexualität wird falsch verstanden. Und wenn man es versucht zu erklären, wird man regelrecht als gestört und krank abgestempelt. Dazu kommt, dass man nicht versteht, was genau das bedeutet („Ach komm, ein bisschen Sex mag ja wohl jeder!“ - Nee, eben nicht!!!)
Und wenn es irgendwann persönlich wird, lässt der Kerl oft den Blödmann raus hängen. Sicher, wir sind erwachsen, da sollten wir in der Lage sein zu wissen, wo wir im Leben noch hin wollen. Aber mit Statussymbole kann ich nix anfangen. Ich lege mehr Wert auf die kleinen Dinge des Lebens. Denn das macht sowohl das Leben als auch eine Beziehung wertvoller.

Wenn ich jemanden als Partner in Betracht ziehe, muss das jemand sein, der kein kompletter Blödmann ist! Das heißt, ich möchte nicht verarscht, verhätschelt, beleidigt oder als „krank“ bezeichnet werden. Ich möchte respektiert und akzeptiert werden. Als das, was ich bin - nämlich eine Frau, die mit beiden Beinen fest im Leben steht und Pläne, Träume und Ziele hat. Und vor allem möchte ich nicht für Dinge ausgelacht werden, die mir persönlich von Bedeutung sind! Auch für Dinge im Leben, wo es mal nicht so rund läuft!

Außerdem möchte ich, nur weil ich eine Frau bin, nicht darauf reduziert werden, dass ich nur zum heiraten und Kinder kriegen da bin.
Ich bin in erster Linie ein Mensch. Und ich kann selbstständig denken und bin gebildet genug, dass ich Ahnung vom Leben habe. Das heißt aber nicht, dass ich zuhause am Herd stehe, das Essen koche und Kinder erziehe.

Diese Erfahrungen habe ich leider mehr denn je gemacht und bin ehrlich erschrocken darüber.
Und dasselbe gilt auch für psychische Erkrankungen. Erzähle einem Mann dass du Depressionen hast und du kriegst gesagt, man möchte keine kaputte Frau, die nicht dazu in der Lage ist, die potenziellen Kinder zu erziehen!

Danke, ich bin bedient! DAS sind die Gründe, warum ich das Single-Leben bevorzuge!
Ich weiß, nicht alle Männer sind so. Es gibt tatsächlich auch noch richtige Gentleman und jene, die wissen wie man Frauen behandelt. Leider hatte ich nur einmal das Glück so jemanden kennengelernt zu haben, welches daraus entstehende Glück mir jedoch verwehrt wurde. Ich bin durchaus hoffnungsvoll, dass es da draußen DEN einen geben wird.
Aber ich denke, ich suche weder im Internet noch über Partnersuche-Seiten oder sonst wo danach, sondern ziehe das echte Leben da draußen vor!

Aber verzweifelt nach etwas suchen, weil man meint, die biologische Uhr tickt, ist eindeutig der verkehrte Weg und zieht nur unnötige Bekanntschaften an!
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invertednature





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.04.2017
Beiträge: 25
Wohnort: NRW
BeitragVerfasst am: Di Jan 19, 2021 12:43    Titel: Antworten mit Zitat

@lavendelbluete
der Text spricht mir SO aus der Seele.
Ich bin regelrecht verstört von diesen Erfahrungen, die ich leider auch erleben durfte. Besonders diese Auffassung von Weiblichkeit=Mütterlichkeit.....
Mittlerweile bin ich sogar so weit, dass ich vermeindliche Gentlemen nicht mehr so trauen kann, weil viele einfach nur nett sind, um dir an die Wäsche gehen zu können. Sobald du aber keinerlei Interesse zeigst, dann siehst du erst recht, wie wichtig du denen wirklich bist. Nämlich überhaupt nicht. Auch unter dem Ace-Spektrum, wie ich leider erfahren musste.
Es gibt Männer, die keine Blödmänner sind, klar. Aber bisher habe ich dies nur feststellen können bei Menschen, die meine Freunde wurden, rein freundschaftlicher Natur von Anfang an waren. Da war kein beidseitiges Interesse oder überhaupt Partnerschaft im Raum.

Ich hätte nach all dieser Zeit nie gedacht, dass heutzutage in der Partnerwahl dieses Thema immer noch so wichtig ist.
Man hat sich bisher immer gefragt, wieso ich bei jedem Text besonders hervorhebe, warum ich keine Kinder möchte. Na ja, das ganze beantwortet es hier ja von selbst.

Und dann fällt es mir schwer, mich nicht minderwertig zu fühlen, sobald ich es auch nur versuche, eine Partnerbörse zu testen...





Zu der Frage und Antwort, warum ich keinen Partner habe, sind nicht nur diese Gründe, aber diese spielen auch mit.
Ich möchte auch so keinen Blödmann haben, egal ob männlich oder weiblich. Ich möchte keinen, der mich auf nur das Reduziert oder mich nur aus diesen körperlichen Eigenschaften mag.
Bei mir ist die Sache auch die, dass man nicht nur bei mir keinen GV bekommt und auf eine Familienplanung verzichten muss, sondern dass ich ein ganz komischer Mensch bin. Ich bin eine schwierige Persönlichkeit, weswegen irgendwann später auch der noch so "tolerante" Mensch dann keine Lust mehr auf mich hat.
Und ich finde es nicht mal schade, weil ich dazu tendiere Blödmänner(m/w/d) wohl anzuziehen.
Da ich auch genau weiß, was ich möchte und nicht möchte, dachte ich immer, ich habe eine zu genaue Vorstellung und zu hohe Erwartungshaltung. Aber dies ist es nicht.
Ich habe noch nicht diesen einen Menschen gefunden, der meine Sprache spricht und mir gefällt.
Und wirklich traurig bin ich darüber auch nicht mehr. Im Gegenteil, ich bin sogar so zufriedener, als krampfhaft den Gleichgesinnten zu suchen.

Also noch mal kurz und knapp diese Frage zu beantworten: Gegenseitige Abneigung.
Very Happy
_________________
~Our hero, our hero claims the warriors heart~
~~I tell you I tell you the dragonborn comes~~
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Lavendelbluete




Alter: 32
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.08.2019
Beiträge: 68
BeitragVerfasst am: Mi Jan 20, 2021 0:07    Titel: Antworten mit Zitat

zeru hat folgendes geschrieben:
@lavendelbluete
der Text spricht mir SO aus der Seele.
Ich bin regelrecht verstört von diesen Erfahrungen, die ich leider auch erleben durfte. Besonders diese Auffassung von Weiblichkeit=Mütterlichkeit.....
Mittlerweile bin ich sogar so weit, dass ich vermeindliche Gentlemen nicht mehr so trauen kann, weil viele einfach nur nett sind, um dir an die Wäsche gehen zu können. Sobald du aber keinerlei Interesse zeigst, dann siehst du erst recht, wie wichtig du denen wirklich bist. Nämlich überhaupt nicht. Auch unter dem Ace-Spektrum, wie ich leider erfahren musste.
Es gibt Männer, die keine Blödmänner sind, klar. Aber bisher habe ich dies nur feststellen können bei Menschen, die meine Freunde wurden, rein freundschaftlicher Natur von Anfang an waren. Da war kein beidseitiges Interesse oder überhaupt Partnerschaft im Raum.

Ich hätte nach all dieser Zeit nie gedacht, dass heutzutage in der Partnerwahl dieses Thema immer noch so wichtig ist.
Man hat sich bisher immer gefragt, wieso ich bei jedem Text besonders hervorhebe, warum ich keine Kinder möchte. Na ja, das ganze beantwortet es hier ja von selbst.

Und dann fällt es mir schwer, mich nicht minderwertig zu fühlen, sobald ich es auch nur versuche, eine Partnerbörse zu testen...





Zu der Frage und Antwort, warum ich keinen Partner habe, sind nicht nur diese Gründe, aber diese spielen auch mit.
Ich möchte auch so keinen Blödmann haben, egal ob männlich oder weiblich. Ich möchte keinen, der mich auf nur das Reduziert oder mich nur aus diesen körperlichen Eigenschaften mag.
Bei mir ist die Sache auch die, dass man nicht nur bei mir keinen GV bekommt und auf eine Familienplanung verzichten muss, sondern dass ich ein ganz komischer Mensch bin. Ich bin eine schwierige Persönlichkeit, weswegen irgendwann später auch der noch so "tolerante" Mensch dann keine Lust mehr auf mich hat.
Und ich finde es nicht mal schade, weil ich dazu tendiere Blödmänner(m/w/d) wohl anzuziehen.
Da ich auch genau weiß, was ich möchte und nicht möchte, dachte ich immer, ich habe eine zu genaue Vorstellung und zu hohe Erwartungshaltung. Aber dies ist es nicht.
Ich habe noch nicht diesen einen Menschen gefunden, der meine Sprache spricht und mir gefällt.
Und wirklich traurig bin ich darüber auch nicht mehr. Im Gegenteil, ich bin sogar so zufriedener, als krampfhaft den Gleichgesinnten zu suchen.

Also noch mal kurz und knapp diese Frage zu beantworten: Gegenseitige Abneigung.
Very Happy


Unterschreib ich so!
Ich geh das in Gedanken ja immer wieder mal durch - auch um für mich herauszufinden, ob man ggf was hätte anders machen können. Aber bei manchen bedarf es nur einer absolut klaren Ansage und dann ein Schlussstrich!

Aber ich bin trotz allem zuversichtlich und hoffnungsvoll, dass es da draußen auch tolle Männer gibt, die wunderbare Partner sind. Man muss nur eben etwas länger danach suchen.

Aber das mit der Freundschaftsschiene stimmt auch.
Da bin ich manchmal echt erstaunt drüber, wie gut es doch klappen kann.

Tja, ich kann nur hoffen, dass sich manche Männer das hinter die Ohren schreiben und überlegen, ob sich an deren Bild Frauen gegenüber nich was ändern lässt oder man dieses Mittelalter-Denken beibehalten will. Fakt ist, wer mit solchen Vorstellungen hausieren geht, wird auch nie das bekommen, was er möchte. Denn ich denke, dass die meisten von uns emanzipiert genug sind, dass sie zeigen können, dass mehr in ihnen steckt statt des üblichen Mami-Klischees.
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Arpad4




Alter: 41
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 1791
Wohnort: Kaiserslautern
BeitragVerfasst am: Do Jan 21, 2021 0:01    Titel: Antworten mit Zitat

Bin ein asexueller Mann. Was heißt das?

Muss ich was leisten um irgendwelche Frauen zu gefallen, oder mich verbiegen, um irgend wen was vor zu machen? Nein! Ich habe gelernt der zu sein, der ich bin. Wenn ich mich verstelle werden mich Frauen und andere Menschen erst recht für ein Witzfigur halten. Bin ich ehrlich zu mir selbst, und zu anderen, verliere ich viele Menschen.....aber ich gewinne unbezahlbare Freunde. Freunde die es schätzen, dass ich zu ihnen mich zeige wie ich bin.

Ich halte absolut gar nichts von Geschlechterkriege, oder von Männeremanzipation, oder Frauenemanzipation. Wer mit sein "Selbstwert" ein Problem hat, hasst irgend was an sich selber, und zieht damit andere runter, auch in einer Partnerschaft.

Frauen sind nicht schuld an Dein Unglück, nur Du selber weil Du Dir selber nichts zutraust, oder für nicht gut genug siehst.

Männer sind an Dein Unglück nicht schuld. Nur du selber weil Du Dich nicht für gut genug siehst, oder dich selber für hässlich erklärst.

Ich habe selber auch Schwächen mit denen ich auch umgehen muss. Und? Gehört zu Menschsein dazu.
_________________
Viele finden 100 Fehler an mir, in mir, um mich herum. Und wie viele hast Du? Sollen wir anfangen zu zählen?


Zuletzt bearbeitet von Arpad4 am Do Jan 21, 2021 5:00, insgesamt 4-mal bearbeitet
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Lavendelbluete




Alter: 32
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.08.2019
Beiträge: 68
BeitragVerfasst am: Do Jan 21, 2021 1:49    Titel: Antworten mit Zitat

Arpad4 hat folgendes geschrieben:
Bin ein asexueller Mann. Was heißt das?

Muss ich was leisten um irgendwelche Frauen zu gefallen, oder mich verbiegen, um irgend wen was vor zu machen? Nein! Ich habe gelernt der zu sein, der ich bin. Wenn ich mich verstelle werden mich Frauen und andere Menschen erst recht für ein Witzfigur halten. Bin ich ehrlich zu mir selbst, und zu anderen, verlieren ich viele Menschen.....aber ich gewinne unbezahlbare Freunde. Freunde die es schätzen, dass ich zu ihnen mich zeige wie ich bin.

Ich halte absolut gar nichts von Geschlechterkriege, oder von Männeremantipation, oder Frauenemanzipation. Wer mit sein "Selbstwert" ein Problem hat, hasst irgend was an sich selber, und zieht damit andere runter, auch in einer Partnerschaft.

Frauen sind nicht schuld an Dein Unglück, nur Du selber weil Du Dir selber nichts zutraust, oder für nicht gut genug siehst.

Männer sind an Dein Unglück nicht schuld. Nur du selber weil Du Dich nicht für gut genug siehst, oder dich selber für hässlich erklärst.

Ich habe selber auch schwächen mit denen ich auch umgehen muss. Und? Gehört zu Menschsein dazu.


Gut gesagt! Find ich toll, dass mal von männlicher Seite zu hören/lesen.
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Arpad4




Alter: 41
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 1791
Wohnort: Kaiserslautern
BeitragVerfasst am: Do Jan 21, 2021 4:51    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist soooo einfach.

Sei einfach Du selbst.

Habe ich so viele Frauen in mein Leben gesagt. Und sie waren doch nicht zu "vertrösten". Manche pflegen ihre Selbstmitleid, oder Selbsthass. Rolling Eyes

Eigentlich müsste ich mich selber hassen, weil ich viel Müll erlebt habe...Aber ich gönn meinen dummen Peiniger, und denen die mir schaden wollten, nicht den Sieg. Ich lebe und bin glücklich und zeige allen (z.B. mein biologischen Vater): Hier bin ich, was willst Du? Ich habe alle persönliche Ziele erreicht. Meine Feinde nie. Viele in mein Alter sind verheiratet, und meine deshalb was besseres zu sein, und sehen in mein Alleinsein ein "Versagen". In der katholischen Kirche habe ich dieses Problem extrem. Nennen sich viele Christen, aber sind in Wahrheit materialistischer als die Atheisten. Haben ein schlechtes Selbstwertgefühl und schmücken sich mit biblische Parollen, nur um sich besser zu fühlen.

Wer sich selber nicht lieben kann, kann andere auch nicht lieben (mögen, leiden). Das gilt für Frauen und Männer (alle Geschlechter).

Die Sache mit den Selbsthass kenne ich mich sehr gut aus. Hatte in meiner jüngere Zeit 2-3 Frauen davon abbringen können, sich das Leben zu nehmen. Es ist zu krass was manche sich in der Leistungsgesellschaft heute antuen, weil sie meinen nicht gut genug zu sein für diese Welt.

Das ist ein Grund warum ich keinen Partner suche. Hab es satt ein Seelesorger zu spielen, oder NUR der "Zuhörer" zu sein, und morgen zu sehen wie die Dame bei einem anderen Mann sich an den Hals schmeißt wie billige Ware (hat keine Ehre vor sich selber). Für solche Storys bin ich schon zu "alt". Laughing

Zitat:
Ich weiß ziemlich genau was ich will bzw nicht will. Und ich mache keine Anstalten daraus, das auch offen und ehrlich zu sagen. Ich bin jung. Mir liegt die Welt noch zu Füßen und ich möchte noch einige Erfahrungen machen, bevor ich schlussendlich sage, ich möchte jetzt ankommen und alt werden. Denn ich bin auch jemand, der gerne nur den einen Partner fürs Leben hätte. Auch wenn manches davon sicher bloß verträumte Vorstellungen sind. Aber so bin ich eben.


Eine sehr gesunde Einstellung @Lavendelbluete!

Zitat:
Das Problem ist, Asexualität wird falsch verstanden. Und wenn man es versucht zu erklären, wird man regelrecht als gestört und krank abgestempelt. Dazu kommt, dass man nicht versteht, was genau das bedeutet („Ach komm, ein bisschen Sex mag ja wohl jeder!“ - Nee, eben nicht!!!)


Da haben asexuelle Frauen leider mehr Probleme von sexuelle Männer ernst genommen zu werden. Als asexueller Mann hatte ich es leichter. Frauen konnten selber merken, dass bei mir sexuelle etwas "fehlt". Lange bevor ich erfahren habe von Asexualität, waren es sexuelle Frauen, die mir erklärten wie sexuelle "normale" Männer ticken. Aber anders herum sind viele sexuelle Männer sehr von körperliche Ansprüche getrieben. Und wenn eine Frau zu irgend etwas "Nein" sagt, gilt sie als religiös, verklemmt, frigide, oder müssen sich die Frage gefallen lassen - ob sie ein Missbrauch erlebt hat. :/
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Lavendelbluete




Alter: 32
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.08.2019
Beiträge: 68
BeitragVerfasst am: Fr Jan 22, 2021 2:00    Titel: Antworten mit Zitat

Arpad4 hat folgendes geschrieben:

Zitat:
Ich weiß ziemlich genau was ich will bzw nicht will. Und ich mache keine Anstalten daraus, das auch offen und ehrlich zu sagen. Ich bin jung. Mir liegt die Welt noch zu Füßen und ich möchte noch einige Erfahrungen machen, bevor ich schlussendlich sage, ich möchte jetzt ankommen und alt werden. Denn ich bin auch jemand, der gerne nur den einen Partner fürs Leben hätte. Auch wenn manches davon sicher bloß verträumte Vorstellungen sind. Aber so bin ich eben.


Eine sehr gesunde Einstellung @Lavendelbluete!

Zitat:
Das Problem ist, Asexualität wird falsch verstanden. Und wenn man es versucht zu erklären, wird man regelrecht als gestört und krank abgestempelt. Dazu kommt, dass man nicht versteht, was genau das bedeutet („Ach komm, ein bisschen Sex mag ja wohl jeder!“ - Nee, eben nicht!!!)


Da haben asexuelle Frauen leider mehr Probleme von sexuelle Männer ernst genommen zu werden. Als asexueller Mann hatte ich es leichter. Frauen konnten selber merken, dass bei mir sexuelle etwas "fehlt". Lange bevor ich erfahren habe von Asexualität, waren es sexuelle Frauen, die mir erklärten wie sexuelle "normale" Männer ticken. Aber anders herum sind viele sexuelle Männer sehr von körperliche Ansprüche getrieben. Und wenn eine Frau zu irgend etwas "Nein" sagt, gilt sie als religiös, verklemmt, frigide, oder müssen sich die Frage gefallen lassen - ob sie ein Missbrauch erlebt hat. :/


Danke! Hab lange gebraucht um dahin zu kommen. Aber heute bin ich zufrieden. Cool Wink

Gemessen an den letzten zwei bzw. drei Erfahrungen würde ich dir in der letzten Aussage definitiv zustimmen.
Ich kann zwar nicht für alle sprechen, sondern nur für mich. Aber es scheint, dass man tatsächlich mehr objektiv betrachtet wird. Und das verletzt mich sehr. Denn zumindest unter Erwachsenen erwartet man ja doch ein vernünftiges Verhältnis zwischen Mann und Frau. Finde ich schade, dass das oft nicht der Fall ist.
Mittlerweile weiß ich, dass der Fehler nicht bei mir liegt. Aber reden und erklären bringt auch nicht viel.
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Arpad4




Alter: 41
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 1791
Wohnort: Kaiserslautern
BeitragVerfasst am: Fr Jan 22, 2021 10:41    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Aber es scheint, dass man tatsächlich mehr objektiv betrachtet wird. Und das verletzt mich sehr. Denn zumindest unter Erwachsenen erwartet man ja doch ein vernünftiges Verhältnis zwischen Mann und Frau. Finde ich schade, dass das oft nicht der Fall ist.


Männer und Frauen (Frauen und Frauen/ Männer und Männer) behandeln sich doch oft nur noch wie Objekte, die sich gegenseitig gebrauchen oder missbrauchen für ein bestimmten Zweck. Manche machen das gerne, und andere lassen das mit sich machen. Lebewesen sind wir. Und Lebewesen, können lieben, denken, fühlen. Und das sollten die Menschen begreifen, und es in die Tat umsetzen. Vor allem in einer Partnerschaft. Wir sind kein Roboter und kein Zombies.

Kriege gibt es da, wo viele Menschen das Leben, und das Wunderbare an Lebewesen nicht mehr schätzen können. Rolling Eyes
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DevilMayCare




Alter: 24
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 25.09.2017
Beiträge: 112
BeitragVerfasst am: Do Apr 22, 2021 12:00    Titel: Antworten mit Zitat

Ich alleine gehe mir schon genug auf den Keks und habe genug Probleme. Plus Kontakte zu unvermeidbaren Leuten, die einem zum großen Teil auch auf den Keks gehen...
Statt mich mit Menschen zu treffen, hänge ich lieber am Stall mit dem Pony und den Hofkatzen ab, gerade so im Sommer Very Happy. Denen kann ich auch leichter was verzeihen.
Alle paar Wochen bis Monate muss schon ein Treffen mit einer ausgewählten Person sein, aber ein Bekannter oder meine Freundin reicht mir da. Die sind auch beide im asexuellen Spektrum, was es wesentlich einfacher macht als mit anderen Leuten.
Ich glaube immer noch nicht dran, dass es in meinem Alter und in meiner Nähe jemanden gäbe, den ich mehr als platonisch anziehend finde.
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Aquamarin




Alter: 52
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 23.05.2021
Beiträge: 9
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: Do Jul 29, 2021 13:50    Titel: Antworten mit Zitat

Ich muss sagen, ich bin mit meiner Katze auch glücklicher als mit einem Partner - zumindest war das in der Vergangenheit so und deshalb bin ich seit 2005 allein geblieben.

Erst gestern: hatte mich verabredet, der Gute schrieb und sprach auch davon dass er nichts sexuelles sucht aber die meisten Frauen nur das Eine wollen würden.

Und kaum standen wir uns gegenüber kam gleich das "Angebot" zum GV :schock:
Auf diese Idee ist er wohl gekommen, da ich angegeben hatte, nur Freundschaften zu suchen und er verstand Freundschaft +
Es nervt!!!!
_________________
Diese Nachricht ist 100% biologisch abbaubar
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Rob Wilkinson




Alter: 25
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 18.05.2021
Beiträge: 26
Wohnort: NRW
BeitragVerfasst am: Do Jul 29, 2021 14:51    Titel: Antworten mit Zitat

"Warum habt ihr keinen Partner?"
Meine Antwort darauf ist einfach: Mir ist nicht danach. Weil das allein aber wenig Stoff für ein konstruktives Gespräch bietet, will ich ein wenig ausholen.

Ich erkenne einen bedürftigen Menschen (im Folgenden: der Bedürftige) sehr schnell, eigentlich sofort, und empfinde diese Bedürftigkeit aus meiner subjektiven Perspektive als enorm schwach. Sie stößt mich ab, wenn ich ehrlich sein soll. Es kommt mir vor, als sei das ganzes Handeln des Bedürftigen, ja im Grunde sein ganzes Wesen, nur dem Zweck gewidmet, sein als unangenehm empfundenes Alleinsein auf Biegen und Brechen zu beenden. Er scheint dabei die Fähigkeit zu besitzen, eine Illusion so kreieren zu können, dass er sie von vorn herein selbst glauben kann.

Wenn sich zwei Bedürftige finden, betrachte ich die Szene oft wie in einer Sitcom (ich höre förmlich das Lachen des Publikums und frage mich, ob ich der einzige bin, der sich vorkommt wie in einer Realität, die nicht real ist). Es kommt dann trotz absurdester Charakterklischees, Konstellationen und Konversationen dazu, dass die Bedürftigen ihrem Bedürfnis durch dessen Befriedigung ein temporäres Ende setzen.

Solange ihre auf der Flucht vor dem Alleinsein gegründete Zusammenkunft hält, ist auch alles mehr oder weniger in Ordnung - zumindest in Bezug auf ihren Wunsch nach Zweisamkeit, welcher weiterhin die höchste Priorität genießt (und nun mit tiefergehenden Erwartungen verfeinert wird). Danach aber fallen sie zurück in die Bedürftigkeit und der Kreislauf beginnt von neuem.

Vielleicht habe ich leicht reden, weil ich diese Leere nicht empfinde und mich aus diesem Grunde nicht gezwungen sehe, sie zu füllen. Trotz allem würde ich jedem, der sie empfindet, zuerst empfehlen, sie von innen heraus anzugehen und nicht von außen zu kompensieren. Das funktioniert nämlich nur solange, wie man seine Fähigkeit, eine angenehme Illusion zu genießen, nicht verliert.

Soviel zu meiner Sicht auf diese Sache. Feuer frei.
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