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Späte Erkenntnis - gut oder nicht gut?
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Soleil





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 31.07.2005
Beiträge: 301
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: So März 17, 2013 12:25    Titel: Antworten mit Zitat

Ist ja schön für dich, wenn dir das schon im Alter von 14,15 Jahren so klar war. Die wenigsten sind hier aber so "schlau" gewesen, wie du unschwer nachlesen kannst.
Ich habe meinem Mann nichts "vorgemacht" und in den ersten Monaten war das bei mir persönlich auch kein Problem. Das kam erst im Laufe der Beziehung. Und da ich ihn geliebt habe und unsere Ehe mitnichten auf einer Kosten/Nutzen-Analyse aufgebaut war (und es macht mich richtig sauer, was du hier an Theorien aufstellst!), habe ich natürlich erstmal gedacht, ich habe da ein Problem und alles mögliche angestellt, um das zu lösen. Ohne Erfolg. Irgendwann blieb dann nur noch die Möglichkeit der Trennung, um beiden Seiten das damit verbundene Leid zu ersparen.

Und natürlich ist das Geschlecht unerheblich, aber vielleicht fällt dir auch auf, dass "die Männer" für Frauen das Problem waren. Es gibt hier auch einige Männer, die erlebt haben, das Frauen "immer nur das eine " wollen. Vielleicht mal ein bisschen gründlicher lesen...
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Trulli
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Alter: 54
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.09.2008
Beiträge: 1040
Wohnort: Ruhrpott
BeitragVerfasst am: So März 17, 2013 13:19    Titel: Antworten mit Zitat

genau
Wenn wir von Anbeginn der Pubertät gewusst hätten, was mit uns ist, oder wie man das nennen kann oder das es viele gibt denen es so geht wie uns, dann hätte sich das eine oder andere Mann/Frau - Frau/Mann Problem evtl. gar nicht ergeben.

Wir reden hier aber auch von "Später Erkenntniss " und nicht von trotz früher Erkenntniss wissentlichem Vorspiel falscher Tatsachen...
Ist schon ein Unterschied !!!
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dunkler_regenbogen




Alter: 60
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.12.2012
Beiträge: 443
Wohnort: Dortmund
BeitragVerfasst am: So März 17, 2013 14:13    Titel: Antworten mit Zitat

noli me tangere hat folgendes geschrieben:
Für mich liest sich dieser Thread größtenteils wie ein Kaffekränzchen von heteronormativen Lebensentwürfen, die in den sexuellen Ruhestand getreten sind und jetzt darüber jammern, dass ihre sexuellen Partner nicht nachziehen.


In einem Thread, der "späte Erkenntnis" heißt, schreiben Menschen, die erst spät im Leben erkannt haben, dass sie asexuell sind. Daher mag es "von außen" so aussehen, wie du es empfindest. Allerdings erscheint mir diese Betrachtungsweise sehr oberflächlich.

Ich habe viele Beziehungen hinter mir, die ALLE aus dem gleichen Grund gescheitert sind: Inkompatiblität im sexuellen Bereich. Als Kind der 60er und 70er Jahre habe ich gelernt, dass die sexuelle Revolution (inklusive der Pille) DIE Befreiung für die Frau ist. Ich "wusste", dass Sex zu einer Partnerschaft gehört, wie die Luft zum Atmen. Alles andere war nicht denkbar. Und so habe ich immer versucht, mich dem anzupassen.

Es ist kein schönes Gefühl, wenn man/frau sich immer falsch, unnormal oder nicht gesund fühlt. Bei mir hat es die Seele fast kaputt gemacht. Ich wollte eine Beziehung, ich wollte Zärtlichkeit - dafür habe ich den Sex in Kauf genommen, auch wenn es mich fast zerstört hat. Es hat lange gedauert, bis ich herausfand, dass nicht ich falsch bin, sondern das Bild und die Normen der Gesellschaft.


noli me tangere hat folgendes geschrieben:
Ich gehe mal davon aus, dass Ihr zu Beginn Eurer Partnerschaft mit einem sexuellen Partner eine Kosten/Nutzen Analyse gemacht habt, wie alle Partner. Da wäre dann die Tatsache, nicht allein zu sein, evtl einen Partner zu haben, der einen, was Status angeht, auf ein anderes Level bringt, Kinderwunsch, Sicherheit etc..


Zu Beginn einer Partnerschaft habe ich niemals eine Kosten-Nutzen-Analyse gemacht, ich habe mich einfach verliebt und manchmal ist Liebe daraus entstanden. Die Analyse kam immer erst später, wenn ich überlegte, ob es sich lohnt die Beziehung aufrecht zu erhalten.


noli me tangere hat folgendes geschrieben:
Das habt ihr dann alles genossen und dafür Zugeständnisse im sex. Bereich gemacht. Freiwillig
Und kommt mir jetzt bitte nicht mit gesellschaftlichem Druck usw., lest Euch mal die Neuvorstellungsthreads durch, da sind genügend Menschen, die zu ihrem Sosein stehen/gestanden haben. Weibliche wie männliche. Und die zahlen auch ihren Preis.


Du hast Recht - ich habe "freiwillig" Sex gehabt. Auch wenn ich mich dabei nicht wohl gefühlt habe, meine Seele verbiegen musste. Ich bin von Psychiatern zu Psychologen gerannt, um herauszufinden, woran es liegt, dass mir Sex keinen Spaß macht - was meine "Krankheit" ist, wie ich geheilt werden kann. Ich "wusste", ebenso wie die Gesellschaft, dass guter Sex zu einer guten Beziehung dazu gehört.

Leider wusste ich nicht, dass dieses "Wissen" falsch war. Bis vor ein paar Wochen kannte ich den Begriff asexuell nicht als etwas, das normal ist, sondern als psychopathologische Krankheitsbeschreibung. In hunderten von Foren gibt es Ratschläge, wie man dieses Problem beheben kann, was man tun kann, um die "Lust zu finden" und gesund zu werden.

Ich beneide jeden Menschen, der frühzeitig weiß, dass er a) keinen Sex will und b) das auch normal ist und so sein darf. Und bei den Neuvorstellungen sehe ich zwei große Gruppen:

- Die einen, die relativ jung sind und teilweise noch keine sexuellen Erfahrugen (oder sehr wenige) gemacht haben. Die früh im Leben ihr Sosein erkannt haben (oder auf dem Weg dahin sind). Die beneide ich und oft juckt es mich in den Fingern im "Jugendbereich" zu schreiben, um diesen Menschen Mut zu machen, wenn sie zweifeln ob sie normal sind.

- Die anderen, die erst später im Leben erkennen, dass sie asexuell sind und oftmals einen langen Leidensweg hinter sich haben. Mit diesen Menschen kann ich mich identifizieren, mit ihnen kann ich mitfühlen. Ich weiß nämlich, wie sch... das ist. Wie unverstanden und mies man sich ein ganzes Leben lang fühlen kann.

Und dann gibt es noch eine kleine Gruppe von älteren Menschen, die immer schon wussten, dass sie keinen Sex wollen und das auch nie ausprobiert haben. Und die oftmals traurig sind, weil sie deshalb auch auf Beziehungen verzichtet haben (verzichten mussten?).


noli me tangere hat folgendes geschrieben:
Im Grunde habt Ihr doch Euren Partnern in einem für sie elementaren Bereich etwas vorgemacht. „Ihm zuliebe“.... wo bitte ist da Liebe?


In meinem Fall stimmt das so nicht. Ich hatte Sex, weil ich wollte, dass die Beziehung intakt ist. Ich habe meinen Partner auch nie etwas vorgemacht, sie wussten wie es mir geht. Und auch sie haben versucht, die Beziehung intakt zu halten, indem sie teilweise auf Sex verzichteten. Es war nie eine Sache von "ihm zuliebe" / "mir zuliebe" - wir haben gemeinsam versucht, an der Beziehung zu arbeiten. Wir hatten ein gemeinsames Ziel - nur unsere Wege waren unterschiedlich.


noli me tangere hat folgendes geschrieben:
Und das hier:

Zitat:
Insofern finde ich schon, dass man sich zunächst einmal ausprobieren muss um festzustellen, ob nicht doch etwas Anderes Wurzel der sexuellen Unlust ist. Vielleicht eine nicht eingestandene Homosexualität. Oder verdrängte Erfahrungen aus der Vergangenheit. Hormonelle Ursachen, possible. Erst wenn das abgeklärt ist kann man sich doch hinstellen und sagen: Jawoll, ich bin asexuell.


ist einfach nicht zu toppen.



Stimmt! Aber genau DAS ist, was ich mir selbst jahrzehntelang erzählt habe, was mir Ärzte erzählt haben, was die Gesellschaft denkt. Und doch ist es wahr, dass es bei manchen Menschen so sein kann. Es wäre nur schön, wenn die Möglichkeit der Asexualität von vornherein auch in Betracht käme.

Arzt zum Patienten / Antworten in einem Foren / Expertentipps im Netz:
Sie haben keine Lust auf Sex?
Sie könnten asexuell sein. Das ist völlig normal und in Ordnung.
Es könnte auch körperliche Ursachen haben oder in ihrer Vergangenheit begründet sein. Lassen Sie uns heraufinden, was es bei Ihnen ist.


DAS wäre ein guter Anfang, wenn Menschen mit ihr fehlenden Lust auf Sex nach Hilfe suchen.

Apropos Hilfe suchen... Nur wer unter seinem Sosein leidet, sucht nach Hilfe. Und wenn du dich durchs Netz wühlst, findest du tausende, zehntausende, ja hunderttausende von Menschen, die genau darunter LEIDEN. Eben weil es nicht die Norm ist, weil es gesellschaftlich nicht als etwas Normales akzeptiert wird.

Unsere Gesellschaft krankt daran, dass alle möglichen (und unmöglichen) Sexpraktiken als normal angesehen werden, aber Asexualität als krankhaft, als nicht normal angesehen wird. Es gibt so viele Bücher/Webseiten, wo erklärt wie de Unlust auf Sex "geheilt" werden kann. Wie viele Bücher/Webseiten gibt es, die Asexualität als normal zeigen, als eine Zustand, der so ist und der nicht geheilt werden muss?

Du, ich, wir alle können dazu beitragen, dass dies anders wird. Indem wir in die Öffentlichkeit gehen und das Sosein der Asexualität bekannt machen.


noli me tangere hat folgendes geschrieben:
Dieser Text stammt von einem männlichen Menschen, dem schon im Alter von 14/15 Jahren bewusst wahr, dass er immer alleine leben wird. Für den es undenkbar ist, einem andern Menschen in einem für ihn elementaren Bereich etwas vorzuspielen.
Wenn ich nicht authentisch bin – bin ich dann überhaupt?


Ob du authentisch bist, weiß ich nicht. Aber eine Frage habe ich: bist du glücklich? Warum heißt Asexualität für dich, dass du immer allein leben musst? Willst du allein leben, weil du es schön findest? Oder lebst du allein, weil du denkst, dass du es musst?
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You'll never find a rainbow if you're looking down.

Ich weiß, dass die Stimmen in meinem Kopf nicht real sind, aber sie haben so wahnsinnig geile Ideen!
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Soleil





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 31.07.2005
Beiträge: 301
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: So März 17, 2013 16:09    Titel: Antworten mit Zitat

Danke, Trulli und besonders @dunkler regenbogen! Du sprichst mir aus der Seele. Ich war nur im ersten Moment zu ärgerlich, um mich so detailliert damit zu befassen und ausfürlicher zu antworten. Aber mir geht/ging es wie dir, und ich unterschreibe alles Wink !

Lieben Gruß,

Soleil
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Trulli
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Alter: 54
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.09.2008
Beiträge: 1040
Wohnort: Ruhrpott
BeitragVerfasst am: So März 17, 2013 16:10    Titel: Antworten mit Zitat

Bitte gerne Wink
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normachrist





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 03.02.2006
Beiträge: 109
Wohnort: bei Berlin, Jahrgang 61
BeitragVerfasst am: So März 17, 2013 16:46    Titel: Antworten mit Zitat

@dunkler_regenbogen

zustimmen genau Jaaa

...meine unterschrift gibt es auch.

@noli me tangere

...solch eindimensionale sichtweisen sind es, die andere ausgrenzen, egal wegen welcher andersartigkeit. da ist jede minderheit/jeder andersdenkende eh in einer schublade.
eigentlich hast du meiner meinung nach gar keine antworten verdient.

dein ps - ja: ...ich frage mich auch, ob "du überhaupt bist"!

wir gehen hier anders miteinander um. auch kontrovers, mit klaren worten.... aber mit RESPEKT voreinander.
und das auch, weil wir alle zur genüge erfahrungen mit derlei meinungen und vor allem auch der art und weise, wie diese geäußert werden, gemacht haben.
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Lachen ist Leben - Lache und lebe!
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noli me tangere




Alter: 56
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 01.03.2013
Beiträge: 136
BeitragVerfasst am: So März 17, 2013 19:44    Titel: Antworten mit Zitat

@ Dunkler Regenbogen:

Danke für Deine ausführliche Stellungnahme.

Altersmäßig liegen wir ja nicht allzuweit auseinander, von daher kannst Du davon ausgehen, dass ich als 15 Jähriger einem ähnlichen gesellschaftlichen Druck ausgesetzt war. Allerdings weiss ich heute wie damals sehr genau, was ich will, und vor allem, was ich nicht, definitiv nicht will. Und dann gibt es von mir ein Nein. N.E.I.N.
Bestimmt, klar und deutlich.
Mit den Konsequenzen muss ich leben, kann ich auch.

Was die sogenannte Normalität angeht: Sie ist für mich der Konsenz der in der Gesellschaft tonangebenden Schicht. Andere Zeiten, anderer Konsenz. Andere Kulturen, anderer Konsenz. Diese tonangebenden Schichten sind bemüht, sich ein Ambiente zu schaffen, in dem sie ihren uU absolut widerlichen Charakter am besten entfalten können. Abweichler werden gleichgemacht oder eliminiert, das festigt den Zusammenhalt der Normalen nachträglich. Siehe Geschichtsbuch.

Normalität interessiert mich nicht. Hat sie nie, wird sie nie. I don`t give a fuck about it.
Mich interessiert – so es sie denn gibt – auch keine asexuelle Normalität.
Auf eine gewisse Art ist Asexualität in Bezug auf die Gesellschaft für mich eine Form von Anarchie.


Es tut mir leid, wenn Dein Weg, wie Du geschildert hast, mit so viel Unangenehmen verbunden war.
Aber genau wie Du schreibe ich hier nur, um evtl anderen asexuellen Menschen eine Option aufzuzeigen, wie mensch mit dem eigenen Sosein in unserer repressiven Gesellschaft umgehen kann. Wie gesagt, eine Option, nicht den ultimativen Weg.

Ich bin – Danke der Nachfrage – alleine lebend glücklich und hoffe für Dich/wünsche Dir, dass Du es mit oder ohne Partner auch bist/wirst.


Noli me tangere


PS:

Erich Fromm: Die Pathologie der Normalität
Arno Grün: Der Wahnsinn der Normalität
so ziemlich alles von Adorno

(die Bücher haben aber nix mit Asexualität zu tun, sondern eher damit, wie (ungefähres Zitat von Adorno) das herrschende Allgemeine bestrebt ist, den Einzelnen zu zertrümmern)
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Here come greetings from the fires of dusk, from all the thoughts you never dare to think, from all the choices you never dare to make - just a postcard from ground level and below.
(Thomas Feiner)
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Sandkastenzorro
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Alter: 38
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 3458
Wohnort: Fairvale
BeitragVerfasst am: So März 17, 2013 19:58    Titel: Antworten mit Zitat

@Noli

Ruuuuhig, Brauner! Ich kann allzu gut nachvollziehen, was du sagst und wie du denkst. ABER - nicht jeder ist von Anfang an wirklich so selbstreflektiert um zu merken, wann er sich verbiegt, wann er anfängt, sich zu belügen und wann vor allem er schon den Partner richtig bescheisst (kein Angriff gegen keinen hier Wink)

Ich bin in meinem Leben (und bin ja im Vergleich mit dir noch jung) durch alle möglichen Ecken und Schichten und Kulturen und Subkulturen gehopst um endlich einen verdammten Platz für mich zu finden - weil ich unreflektiert war. Weil ich das Bedürfnis nach Austausch hatte, aber immer wieder die Erfahrung machen musste, dass es Austausch (bei Frauen) immer nur solange gibt, bis diese Frauen verpartnert waren (danach gab es mich in ihrem Leben nicht mehr), und Austausch (bei Männern) darin endete, dass sie sich in mich verliebten und ein "NEIN" nicht ernstgenommen haben. Und ALS sie es dann kapierten, waren sie ebenso weg - weil lohnt ja nicht. Am Ende sah ich ein, dass es keine Schublade gibt, in die ich passen würde, ohne mir alles, was übersteht, abschneiden zu müssen. Und somit begann ich einfach ich zu sein und zu mir authentisch zu stehen. Aber die Normativität ist eben der Wunsch von vielen - auch wenn ich ihn nicht nachvollziehen kann, und dafür gehen sie über Leichen.

Ich bin glücklicher Single. Ich kann mir eine Partnerschaft nicht mehr vorstellen. Aber das bedeutet nicht, dass ich mich nicht ab und an allein fühle und mir gern Gesellschaft wünsche. Wenn ich aber sehe, was diese Gesellschaft für einen hohen Preis verlangt, dann bin ich lieber alleine.

Äh... was war noch gleich das Thema? ..... *koppkratz* ... Achja!
Jedenfalls scheint mir, gerade bei Frauen ist dieses Bindungsdings aktiver als bei Männern. Da ist dieser Wunsch nach eigener Familie und Kindern und Sicherheit und blabberdiblubb... Und viele Frauen sind für diese Dinge bereit, sich selbst zu verbiegen und Opfer zu bringen. Ganz wertefrei. Ob "Opfer" allerdings etwas ist, was in einer Beziehung Platz haben sollte, wage ich zu bezweifeln. Aber das ist ja Diskussionssache. Ich glaube, andere Menschen setzen andere Prioritäten.

Aber was den ganzen Norm-Müll angeht - da gehe ich vollkommen mit dir. Ich glaube, es gibt keine Norm und keine Konventionalität, die ich erfüllen würde. Daher biste nicht ganz alleine Wink
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Didn't your mother never teach you no manners?
-I ain't never had no mother, we was too poor!
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Trulli
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Alter: 54
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.09.2008
Beiträge: 1040
Wohnort: Ruhrpott
BeitragVerfasst am: So März 17, 2013 20:13    Titel: Antworten mit Zitat

Gut geschrieben Zorro ... Wink !
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Seeotter




Alter: 48
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 29.02.2012
Beiträge: 126
BeitragVerfasst am: Mo Apr 01, 2013 20:44    Titel: Antworten mit Zitat

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Ich hätte sicherlich viel früher erkannt was mit mir los ist und keinem Partner etwas "vormachen" müssen, wenn die sogenannten Fachleute, also Frauenärzte und Therapeuten mir nicht ständig erklärt hätte, dass mit mir etwas nicht in Ordnung ist. Ich müsse das therapieren, ja "heilen" lassen. Mir würde etwas entgehen, es wäre nicht normal, dass eine gesunde Frau meines Alters keine Lust am Sex hat. Usw. usw. Mein Ex war z.B. der Meinung ich müsste deshalb NUR zum Psychiater, der würde das schon richten und nachdem der die "lockere Schraube" wieder festgezogen habe (meine Wortwahl, so empfand ich es), würde der Sex wieder klappen bzw. würde es selbigen wieder geben.
An das Problem mit der Akzeptanz der Gesellschaft habe ich so deutlich nie gedacht .... die "Fachleute" hatten mir ja alle klar gemacht, dass ich krank, dass ich "kaputt" und eindeutig schuldig bin. Confused

Ich bin einfach froh, dass ich es erkannt habe, auch wenn jetzt erst. Wie auch viele andere hier hätte ich Sorge meine Kinder nie bekommen zu haben, hätte ich es früher erkannt.
Ich ärgere mich nur manchmal, was ich mir selber so viele Jahre lang angetan habe ....


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Trulli
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Alter: 54
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.09.2008
Beiträge: 1040
Wohnort: Ruhrpott
BeitragVerfasst am: Mo Apr 01, 2013 20:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Seeotter! Dann muss ich ja noch schnell den Begrüßungs Kuchen rüberschieben, auch wenn das hier jetzt ein wenig OT ist. Willkommen im Forum und bei den "Späterkennenden" Wink
Vielleicht magst du ja auch mal zu dem einen oder anderen Treffen kommen?
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Seeotter




Alter: 48
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 29.02.2012
Beiträge: 126
BeitragVerfasst am: Mo Apr 01, 2013 21:08    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu,

auch ein kurzes OT: Dickes DANKE! Bussi geben

Ich treibe mich ein Weilchen hier herum, aber selbst das Schreiben in diesem Forum war für mich eine .... Überwindung. Embarassed Habe "ernsthaft" jetzt erst begonnen, habe ein Jahr gebraucht. Ja, für manche von uns ist jeder "Schritt" schwer erkämpft ..... Embarassed

Ich habe eben ein Mädel hier im Forum via PM angeschrieben wegen einem Real-Treffen in meiner Nähe. Very Happy
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Trulli
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Alter: 54
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.09.2008
Beiträge: 1040
Wohnort: Ruhrpott
BeitragVerfasst am: Mo Apr 01, 2013 21:09    Titel: Antworten mit Zitat

Cool , geht doch !!! Very Happy *leise wieder rausschleich ...*
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Kassandra02




Alter: 54
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 20.02.2016
Beiträge: 5
BeitragVerfasst am: Sa Feb 20, 2016 2:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
ich hoffe, es ist okay, dass ich mich direkt hier vorstelle.

Ich finde mich in einigen eurer Geschichten auch wieder.

Ich war auch verheiratet, habe zwei Söhne.

Im Grunde genommen, war mir der ganze Sexkram immer herzlich egal.
Meine Mutter fand das übrigens auch schon als überbewertet.

Netterweise erfüllte sich unser Kinderwunsch quasi zweimal auf Anhieb.
Da ich darüber hinaus kein großartiges Interesse zeigte, mutmasste mein Ex, er sei nur der Deckhengst.

Leider krankte die Ehe durch den Wandel zur Familie ohnehin, da die traditionelle Art von Familienbild nicht meines war.

Sex fehlte ihm sicher.
Ich habe mich aber nie geopfert, da ich das als Selbstvergewaltigung empfunden hätte.
Gewundert habe ich mich schon, dass das doch allen offensichtlich so wichtig ist und mir derart egal ist.

Leider wurde das auch in den Folgebeziehungen zum Thema.

Ich habe zwar aktuell einen Freund, der auch akzeptiert, dass ich keinen Sex will, wir verstehen uns freundschaftlich ganz gut, aber wir passen nicht wirklich zusammen. Und es ist nicht mehr als Freundschaft.

Ich würde mir noch einmal Liebe im Leben wünschen.

Einen normal-sexuellen Partner würde ich, nachdem mir klar geworden ist, dass ich asexuell bin, nicht mehr wollen und auch diesem meine diesbezügliche Ablehnung nicht zumuten wollen.

Frigide, kalt etc. wurde ich auch oft genannt.

Und natürlich liebte ich nicht genug etc.

LG Kassandra
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Lil




Alter: 49
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 18.02.2013
Beiträge: 31
Wohnort: z. Zt. Ostfriesland
BeitragVerfasst am: Mo März 28, 2016 12:04    Titel: Antworten mit Zitat

Kassandra, die meisten Deiner Schilderungen kommen mir ziemlich bekannt vor. Hallo erst mal!

Hier bei Aven wurde ich übrigens mal gefragt, wie ich denn Mutter sein könne, wenn ich asexuell sei. Abgesehen davon, dass ich zum damaligen Zeitpunkt nicht wusste, dass Asexualität existiert (und mich triebbezogen für nicht "normal" gehalten habe), sehe ich darin keinen Widerspruch. Meiner Mutter ging es vermutlich ähnlich, zumindest hat sie mir gegenüber einmal behauptet, dass es für sie keinen Sex zu geben braucht. Wenn ich dann an meine Großmutter denke, die nach der Scheidung von meinem Großvater (immerhin in den 1950-er Jahren) nie wieder einen Partner hatte bis zu ihrem Tod mit Ende 60. Da könnte man schon auf die Idee kommen, dass da etwas in den Genen liegt. Interessant, aber kein notwendiges Wissen, denn es würde nichts ändern bzw. weder schaden noch nutzen.

Wie dem auch sei, ich denke wie einige andere hier auch: Besser eine späte Erkenntnis als keine!

Man kann seinem Leben quasi täglich eine neue Richtung geben bzw. einen neuen Weg einschlagen inkl. Stolpersteine (z. B. Beziehungsflops) und ich finde das erleichternd und beruhigend - gegenwartsbezogen zu leben.

Viele Grüße

Lil
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Eigentlich bin ich ganz anders, ich komme nur so selten dazu. (Ödön von Horváth)
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