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Asperger und Asex
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Shinae





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2010
Beiträge: 715
BeitragVerfasst am: Do Mai 05, 2011 21:44    Titel: Antworten mit Zitat

Mich stoert es ein wenig dass Asperger als Krankheit angesehen wird... es ist in meinen Augen keine Krankheit sondern eine abgewandelte Lebensform bzw. einfach nur eine Lebensform von vielen. Ich weiss nicht warum soviele Menschen anderen Menschen eine Etikette auf die Stirn kleben muessen um zu wissen mit wem sie es zu tun haben Rolling Eyes . Wenn jemand Verhaltensweisen aufzeigt die man nicht bei jedem anderen Menschen vorfindet (Beispiel, das Gegenueber sieht einem beim Sprechen nicht gerne in die Augen) - dann ist das kein Grund sofort schreiend mit wehenden Armen im Kreis zu laufen; es ist eher ein Grund diesen Menschen erstmals naeher kennen zu lernen bevor man sich ein Urteil bildet.

Ich brauche ebenso keine Diagnose um zu wissen in welche zurechtgezimmerte Schublade ich laut dieser Gesellschaft gehoere. Zumal ich in soviele verschiedene Schubladen aufgeteilt werden muesste...
Ich fuehle mich wohl sowie ich... habe ebenso meine Werte und Weltanschauungen - und lebe auch nicht in einer dunklen Hoehle unter der Erde und schiesse aus diesem Erdloch auf alles was sich bewegt. Oft bin ich sogar gerne unter Menschen (sofern ich nicht permanent angequatscht werde) und manchmal brauche ich einfach nur meine eigene Gesellschaft um mich wohl zu fuehlen bzw. mich zu regenerieren.

Uebrigens ist es ebenso ein Klischee dass Aspies keine Reden vor mehreren Menschen halten oder generell keine Liebe empfinden koennen. Auf so manch Asperger trifft dies naemlich gar nicht zu. Auch unter den Prominenten gibt es viele Aspies da draussen die trotz ihrer Lebensform ihre Faehigkeiten und Talente in positiver Form zum Ausdruck bringen koennen. Bill Gates, Albert Einstein, Steven Spielberg, Dan Aykroyd, Temple Grandin... um nur wenige zu nennen 8)
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Those who know the least always seem to know it the loudest.
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Fr Mai 06, 2011 7:26    Titel: Antworten mit Zitat

Mir selbst gefällt das gar nicht, wenn AS als "Krankheit" bezeichnet wird, aber das gefällt mir an der gesamten Hermeneutik nicht, die in den Psychoberufen gängig ist. Ich kenne es aber auch nicht anders im alltäglichen Gebrauch der "Laienwelt" um das mal so zu nennen, wenn man kein Fachmensch ist. Ein Syndrom ist zudem etwas relativ anderes als eine typische Krankheit. Was soll man gegen ein Syndrom schon unternehmen? Es betrifft oft die ganze Person, die Eigenschaften der Natur eines Individuums. Deswegen unter "krank" eingestuft zu werden, weil einen die genetische Zusammensetzung, die fötale Entwicklung oder verschiedene Verläufe während der Entstehung so haben werden lassen, finde ich als Betrachtungsweise ziemlich behindert. Auch "geistig behindert" empfinde ich als Ausdruck überholt...für mich ist es ein Alterismus, eine alternative Form so zu sein.

Natürlich sind diese Bezeichnungen oder Devianzen ( Abweichungen, wovon auch immer, das konnte mir bisher keiner klar beantworten) an sich nur eine Namensgebung der Wissenschaftsmenschen, um Diagnosekategorien auseinanderhalten zu können. Die unterscheiden das in der Regel auch davon, was Otto Normbürger und Maria Musterfrau so draus machen, indem sie es oft genug wertmindernd oder urteilend benutzen.
Die Begriffe werden auch immer wieder mal neu definiert, ich würde mir wünschen, dass man irgendwann zu einer Bezeichnung wie "alternativ richtig" kommen könnte, habe das auch mal in nem Buch vorgeschlagen.

Hm, für extremes Einzelgängertum gibt es sicher Bezeichnungen, das könnte aber auch nur wieder ein diagnostisch Gebildeter mit Klarheit sagen. An sich allein und wenn man damit im Lebensalltag und mit dem Notwendigen klarkommt, sehe ich da auch kein Problem mit. So etwas kann so vielfältige Gründe haben, Desinteresse an Sozialleben, andere Interessen sind stärker. Mir geht das zu einem Teil auch oft so, jedenfalls bei bestimmten Ebenen von Sozialbezug. Ich habe aber wohl auch schon hier etwas besser gelernt, womit das noch alles zusammen hängt.

Wenigstens einen sicheren Aspie kenne ich nun auch über seine Eltern, ein aufgeweckter, erstaunlicher junger "Mann" der sich den Inhalt gelesener Bücher merken kann, und die dann nacherzählt, Wort für Wort, und das wird mal ein ganz wunderbarer Mensch, der sich jetzt schon enorm in die Erlebnisräume anderer hineinversetzen kann. Also stimmen nicht alle AS-Typifizierungsmerkmale für jede oder jeden mit Asperger Syndrom. Von was ich bisher mitbekomme, gibt es einige Asperger, die bei der ganzen Spärlichkeit an sozialem Bezug zur Umwelt so gar nichts vermissen. Und das bewundere ich, damit muss es doch viel einfacher sein, mit Dingen wie Einsamkeit, Alleinsein ect. klarzukommen, wenn man Gedanken daran, dass das schlimm sein könnte, erst gar nicht bekommt. Rolling Eyes
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Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
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HagbardCeline




Alter: 32
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 22.12.2009
Beiträge: 8
Wohnort: Raum Frankfurt a.M.
BeitragVerfasst am: Fr Mai 06, 2011 19:36    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin selbst diagnostizierter Asperger und bin schon recht lange in einem Asperger-Selbsthilfeforum aktiv, über das ich auch hierher gefunden habe. Ich kann also definitiv etwas zu diesem Thema beitragen.

Über Sinn und Zweck der Diagnose kann man lange streiten, da das Asperger-Syndrom keine therapierbare (im Sinne von linder- oder heilbar) Krankheit ist und man sich auch nicht darauf verlassen kann, dass man Erleichterungen und Hilfen bekommt, die man gut gebrauchen könnte. Für mich dient sie der Selbsterkenntnis, ansonsten hat sie keinen Nutzen. Die offensichtlichen Beeinträchtigungen sind so schwach, dass die Rechtfertigung eines Schwerbehindertenstatus in jeglicher Hinsicht schwierig ist, allerdings ist das Leben als normaler Mensch mit allen Anforderungen, die von allen Seiten an einen gestellt werden - selbst von der Arbeitsagentur, falls man gerade keinen Job haben sollte, ein Glück, dass ich noch Student bin - ziemlich schwierig. Man muss bedenken, viele Probleme eines "Aspies" (das ist übrigens m.E. eine akzeptierte Selbstbezeichnung), speziell im Bereich der sozialen Interaktion, sind so tief verborgen, dass sie jemand, der nicht betroffen ist, nur schwer nachvollziehen kann und auch nur bei aufmerksamer Beobachtung überhaupt erkennt.

Alle Aspies sind mehr oder weniger Einzelgänger, aber ich habe etwas dagegen, wenn ich lese, dass Nicht-Aspies anscheinend der Meinung sind, Aspies seien das völlig aus freien Stücken und zufrieden damit. Jeder Aspie, der sagt, er ist damit zufrieden oder gar glücklich, ist dies am ehesten, weil es für ihn der erträglichste Zustand ist. Jegliche soziale Interaktion ist mit großer Anstrengung verbunden, und das Einzelgängertum ist der einzige Weg, diese äußerst lästige Anstrengung zu vermeiden.

Üblicherweise finden Aspies sehr selten Freunde und ähnlich geartete Kontakte, wie sie für Nicht-Aspies oft, so scheint es, selbstverständlich sind. Sie sind deshalb manchmal in Situationen, in denen ihnen solche Freunde weiterhelfen könnten, völlig auf sich alleine gestellt und leiden dann darunter - aber sie sehen keine Alternative und gewöhnen sich zwangsweise daran. Mit dem, was man sich unter einer bewussten Entscheidung für das Einzelgängertum vorstellt, hat das wenig zu tun. Ich habe in der letzten Zeit das Glück gehabt, übers Internet einige richtige Freunde zu finden, die auch in der Lage sind, mir etwas Halt und Sicherheit zu geben - Halt und Sicherheit sind insbesondere für einen Aspie viel wert. Ich bin sehr froh darüber und möchte es niemals mehr missen, weiß aber, dass ich das nur durch einen glücklichen Zufall erleben darf und dass es nicht wenige Aspies gibt, denen das ihr ganzes Leben verwehrt bleibt.
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a1981




Alter: 39
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 11.02.2010
Beiträge: 329
Wohnort: bin asexuell, antisexuell und objektophil
BeitragVerfasst am: So Mai 08, 2011 21:43    Titel: Antworten mit Zitat

downstairs hat folgendes geschrieben:
a1981 hat folgendes geschrieben:
Aber wie nennt man so ein Verhalten im "Fachjargon", also wenn man so extrem einzelgängerich ist, sich mehr für Dinge, Hobbys etc. als für Menschen interessiert usw.? Da gibts sicher auch eine Bezeichnung für, denke mal nicht, dass es eine Krankheit ist.


Das ist doch irrelevant Wink Die Hansels vom Fach haben mit Sicherheit ein Syndrom parat, nur weil jemand morgens nicht ohne sein Butterbrot aus dem Haus geht.

Wieso irrelevant? Man will ja schließlich irgendwo Gleichgesinnte treffen im Web, deshalb ist mir das ziemlich wichtig. Vielleicht gibts auch irgendwo ein Forum für Einzelgänger und "keine Partner-Woller", aber mit so Begriffen find ich das ja nicht Very Happy Wenn ich nicht zufällig weiß, was asexuell ist, hätte ich auch nicht dieses Forum gefunden. Irgendeiner im Web schrieb mir, du bist ja voll asexuell, als ich über mich schrieb. Erst dann konnte ich da über Google informieren.
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Alleine zu leben und mich um meine Hobbys zu kümmern ist für mich das allerschönste....
fühle mich weder zu Mann noch Frau hingezogen
objektophil (liebe einen Gegenstand) und glücklich damit, ich liebe meinen Schatz wie er mich auch liebt Smile
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Pentagramm





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.05.2011
Beiträge: 14
Wohnort: Sachsen-Anhalt
BeitragVerfasst am: So Jun 05, 2011 18:48    Titel: Re: Asperger und Asex Antworten mit Zitat

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:

( ich bin nur Verdachts-Aspie) ,


...dito...
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Sigyn





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 07.05.2008
Beiträge: 44
BeitragVerfasst am: Di Jun 07, 2011 19:43    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr guter und treffender Beitrag von dir, HagbardCeline, so gut habe ich darüber nie nachgedacht, wie du.

Schreibt übrigens die AS-Betroffene, die im zweiten Beitrag dieses Threads verlinkt wurde.
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rosarot




Alter: 45
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.07.2010
Beiträge: 367
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: Mi Jun 08, 2011 10:44    Titel: Antworten mit Zitat

Alle Aspies sind mehr oder weniger Einzelgänger, aber ich habe etwas dagegen, wenn ich lese, dass Nicht-Aspies anscheinend der Meinung sind, Aspies seien das völlig aus freien Stücken und zufrieden damit. Jeder Aspie, der sagt, er ist damit zufrieden oder gar glücklich, ist dies am ehesten, weil es für ihn der erträglichste Zustand ist. Jegliche soziale Interaktion ist mit großer Anstrengung verbunden, und das Einzelgängertum ist der einzige Weg, diese äußerst lästige Anstrengung zu vermeiden.


Jaaa


bin selbst "nur" akzentuiert und selbst das ist schon anstrengend genug

die rosarot
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You can't stop the waves (of life) - but you can learn to surf
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Devon





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 14.05.2010
Beiträge: 30
BeitragVerfasst am: Di Jul 12, 2011 18:05    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu, ich bin auch Asperger-Autistin und sehr stolz darauf. Smile

Mir stört es gewältig, wenn Autismus als Krankheit oder Behinderung bezeichnet wird. Denn es ist weder eine noch die Andere, sondern eine Menschenart.


Shinae hat folgendes geschrieben:
Ich weiss nicht warum soviele Menschen anderen Menschen eine Etikette auf die Stirn kleben muessen um zu wissen mit wem sie es zu tun haben Rolling Eyes . Wenn jemand Verhaltensweisen aufzeigt die man nicht bei jedem anderen Menschen vorfindet (Beispiel, das Gegenueber sieht einem beim Sprechen nicht gerne in die Augen) - dann ist das kein Grund sofort schreiend mit wehenden Armen im Kreis zu laufen; es ist eher ein Grund diesen Menschen erstmals naeher kennen zu lernen bevor man sich ein Urteil bildet.


^^Besser, hätte ich das nie ausdrücken können. zustimmen


Shinae hat folgendes geschrieben:

Oft bin ich sogar gerne unter Menschen (sofern ich nicht permanent angequatscht werde) und manchmal brauche ich einfach nur meine eigene Gesellschaft um mich wohl zu fuehlen bzw. mich zu regenerieren.


Ich bin manchmal gern unter Menschen, aber nur Menschen, mit denen ich mich gut verstehen kann, umso gleichgesinnter sie sind, desto öfter ich gern unter ihnen bin. Aber ich brauche auch unbedingt Zeit für mich alleine.


Shinae hat folgendes geschrieben:

Uebrigens ist es ebenso ein Klischee dass Aspies keine Reden vor mehreren Menschen halten oder generell keine Liebe empfinden koennen. Auf so manch Asperger trifft dies naemlich gar nicht zu.


zustimmen
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"Die einzigen 'Kinder', die ich haben werde, werden vierbeinig sein." -Ich


"Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt." -Mahatma Gandhi

"Ohne Macke ist man Kacke." -Ich
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Wauwau




Alter: 45
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 05.04.2007
Beiträge: 2498
Wohnort: Wien
BeitragVerfasst am: Do Jul 14, 2011 6:35    Titel: Antworten mit Zitat

Shinae hat folgendes geschrieben:
Mich stoert es ein wenig dass Asperger als Krankheit angesehen wird... es ist in meinen Augen keine Krankheit sondern eine abgewandelte Lebensform bzw. einfach nur eine Lebensform von vielen.


Weil Aspie x Aspie überdurchschnittlich oft SCHWER AUTISTISCHE KINDER ergibt.

Und wer diese für gesund hält, hat noch nie einen schweren Autisten gesehen. Ohne dich verletzen zu wollen, Devon - diese Menschen sind eindeutig nicht alleine überlebensfähig.

Es ist ein Defekt und lässt sich nicht schönreden. Es wird so sein wie manche Fellfarben bei Haustieren. Merle x Merle gibt schwer kranke Nachkommen, Merle x Normal gibt "gesunde" Nachkommen mit kleinen Besonderheiten, die der Pflege bedürfen.
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Then let us pray that come it may /As come it will for a´that/ That Man to Man the world o´er/ Shall brothers be for a´that. (Robert Burns)
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Shinae





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2010
Beiträge: 715
BeitragVerfasst am: Do Jul 14, 2011 18:08    Titel: Antworten mit Zitat

@Wauwau: Gibt es eine Quelleangabe zu dieser Aussage?

Ich bin beruflich ja in diesem Felde zu Hause und kann aus Erfahrung sagen, dass die meisten schwer autistischen Kinder (meist eine Form des Kanner-Autismus)aus einem enorm gebildeten, oftmals gut betuchtem Elternhaus stammen.

Wir sprechen hier bewusst von Asperger-Eltern. Autismus ist naemlich nicht gleich Autismus.

Zahrleiche Asperger-Eltern gruenden ganz normal eine Familie und erfahren erst Jahre spaeter ueberhaupt mal von ihrer "Krankheit". Waehrend in der anderen Familie zwei von drei Kindern autistische Merkmale aufweisen - und sich in der Krankheistgeschichte der Familie kein Fall von Autismus finden laesst. Ich habe noch nie irgendwo gehoert oder gelesen dass Asperger + Asperger eine schwere Form von Autismus weitervererbt, bin aber offen fuer saemtliche Literatur zu diesem Thema.
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Wauwau




Alter: 45
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 05.04.2007
Beiträge: 2498
Wohnort: Wien
BeitragVerfasst am: Do Jul 14, 2011 20:01    Titel: Antworten mit Zitat

Das lernt man in Bio...

Was ich so auf die Schnelle gefunden habe:
http://www.heise.de/tp/artikel/11/11997/1.html

Autismus ist eine Folge von Entwicklungsstörungen des Stammhirns, die bereits sehr früh im Mutterleib beginnen. 1967 behauptete Bruno Bettelheim in seinem Buch "Die Geburt des Selbst. The empty fortress", dass die Krankheit durch eine lieblose Mutter hervorgerufen werde: Der Wunsch der Eltern, dass das Kind nicht existieren möge, führe zu diesem massiven Rückzug. Dass dies Unsinn ist,[b]dass vielmehr die genetische Prädisposition eine entscheidende Rolle spielt, weiß man heute.


Ob sich das Asperger Syndrom entschieden vom frühkindlichen Kanner-Autismus unterscheidet oder ob alle Ausprägungen in einem Kontinuum liegen, ist umstritten. Die DNS-Scripts für Autismus werden auch von Eltern weitergegeben, die nur einige der Symptome aufweisen. Oft werden Eltern erst diagnostiziert, nachdem ihre Kinder diagnostiziert wurden. Die Panik, die sich, wie Wired schreibt, jetzt im Silicon Valley ausbreitet, ist die, dass als eine Folge des essortative mating in der Geek-Enklave Eltern, die ein leichtes Asperger Syndrom haben, bald hordenweise autistische Kinder zur Welt bringen, die ohne therapeutische Hilfe nicht zurechtkommen.

Laut einer Studie, die das International Molecular Genetic Study of Autism Consortium im September letzten Jahres in der Zeitschrift American Journal of Human Genetics veröffentlichte, gibt es Gene auf den Chromosomen 2, 7,16 und 17, die Autismus begünstigen, wobei Erbanlagen auf Chromosom 2 die größte Bedeutung zu haben scheinen.

Und zum weiterlesen:

http://www.aspies.at/

Wenn du ernstlich daran glaubbst, dass ein "betuchtes Elternhaus" für solche Störungen verantwortlich ist, dann wechsle im Interesse deiner Schützlinge den Beruf.
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milena98




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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 460
Wohnort: Mitteldeutschland
BeitragVerfasst am: Do Jul 14, 2011 21:23    Titel: Antworten mit Zitat

Wauwau hat folgendes geschrieben:

Die Panik, die sich, wie Wired schreibt, jetzt im Silicon Valley ausbreitet, ist die, dass als eine Folge des essortative mating in der Geek-Enklave Eltern, die ein leichtes Asperger Syndrom haben, bald hordenweise autistische Kinder zur Welt bringen, die ohne therapeutische Hilfe nicht zurechtkommen.

Wenn du ernstlich daran glaubbst, dass ein "betuchtes Elternhaus" für solche Störungen verantwortlich ist, dann wechsle im Interesse deiner Schützlinge den Beruf.
...na ja, die Wissenschaftler die im Silicon Valley arbeiten werden wohl halbwegs betucht sein und nicht am unteren Ende der sozialen Leiter stehen. Mag sein, dass die Leute mit den "Logik und Systematisierungsgenen" (ich weiß' dass es dafür keine einzelnen Gene gibt) dort besonders häufig Päärchen bilden.
Und gut situiert heißt ja noch lange nicht dass jemand emotional intelligent ist. Ich glaube dass sind zwei unterschiedliche Paar Schuhe die gekoppelt sein können aber nicht müssen.
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Hoffnung ist nicht die Überzeugung dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit das etwas Sinn hat egal wie es ausgeht. (Vaclav Havel)
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milena98




Alter: 42
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 460
Wohnort: Mitteldeutschland
BeitragVerfasst am: Do Jul 14, 2011 22:03    Titel: Antworten mit Zitat

Wauwau hat folgendes geschrieben:

Weil Aspie x Aspie überdurchschnittlich oft SCHWER AUTISTISCHE KINDER ergibt.

Und wer diese für gesund hält, hat noch nie einen schweren Autisten gesehen. Ohne dich verletzen zu wollen, Devon - diese Menschen sind eindeutig nicht alleine überlebensfähig.

Es ist ein Defekt und lässt sich nicht schönreden. Es wird so sein wie manche Fellfarben bei Haustieren. Merle x Merle gibt schwer kranke Nachkommen, Merle x Normal gibt "gesunde" Nachkommen mit kleinen Besonderheiten, die der Pflege bedürfen.
Ich bin zwar kein Genetiker aber: Mutation A (gesund/geringe Ausprägung weil heterozygot) x Mutation A (gesund/geringe Ausprägung weil heterozygot) ergibt = krankes Kind weil homozygot: Das ist sachlich korrekt, wenn es sich um eine Erkrankung handelt, die durch eine bestimmte Mutation A vererbt wird. Sobalt mehrere Genmutationen im Spiel sind ist es sehr unwahrscheinlich dass sich 2 Individuen mit exakt derselben Mutation treffen (lernt man auch im Biounterricht), wenn noch Außenfaktoren eine Rolle spielen (Geburtsschäden, frühkindliche Infektionen, was weiß ich) kann man diese einfache Gleichung schon gar nicht mehr aufmachen. Soweit ich nachgeschlagen hab' geht man beim Asperger immernoch von einer multifaktoriellen Genese aus.
Außerdem - Was ist die Konsequenz ?- soll man allen Leuten, die eine genetisch bedingte oder mitbedingte Erkrankung haben verbieten sich zu vermehren ? Oder selbst allen die ein Risiko haben irgendwas weiterzuvererben ?- erinnert mich irgendwie an Euthanasie und das wäre auch ziemlich weitreichend.
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Shinae





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2010
Beiträge: 715
BeitragVerfasst am: Fr Jul 15, 2011 11:48    Titel: Antworten mit Zitat

@Wauwau: Ich habe nie geschrieben dass ich daran glaube, dass gut betuchte Eltern fuer autistische Stoerungen verantwortlich seien. Ich habe geschrieben dass viele Kinder mit denen ich zur Zeit arbeite, aus einem gebildeten und oftmals betuchten Elternhaus kommen und durchaus nicht aus Aspergerfamilien oder von Eltern mit Asperger.

Autismus ist ein umstrittenes Thema, auch noch in der Wissenschaft selbst - es gibt tonnenweise Theorien wo letztendlich die Ursache fuer Autismus zu finden ist. Der Kern der Diskussion lag darin ob Asperger als Krankheit angesehen wird - wenn es eine Dunkelziffer an Menschen da draussen gibt, die nichtmal von ihrem Asperger wissen da sie ein gewoehnliches Leben fuehren und sich ein "Krankheitsbild" schwer erkennen laesst.

Und ohne respektlos erscheinen zu wollen, aber ich denke nicht dass du meine Arbeit mit den Kindern ueber ein Forum werten kannst. Und ob ich "im Interesse meiner Schuetzlinge den Beruf wechseln sollte" oder nicht kannst und darfst du ruhig mir ueberlassen.

@milena98: Ich wollte etwas Aehnliches anfuehren und noch hinzufuegen, dass so manch Aussage in der Diskussion um Autismus beinahe an Rassenhygiene erinnert.
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Shinae





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2010
Beiträge: 715
BeitragVerfasst am: Fr Jul 15, 2011 12:37    Titel: Antworten mit Zitat

http://www.zeitenschrift.com/news/sn-50204-autismus.ihtml

Eine weitere Ursachen-Theorie die sich schon seit Jahren hartnaeckig im Umlauf haelt.
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