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fragen zu gartenarbeit und asexualität. :)
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kornblumenblau




Alter: 33
Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 28.12.2008
Beiträge: 5
BeitragVerfasst am: So Dez 28, 2008 5:40    Titel: fragen zu gartenarbeit und asexualität. :) Antworten mit Zitat

hallo meine lieben.

ich beschäftige mich seit einiger zeit mit asexualität, nicht weil ich betroffen bin oder asexuelle freunde habe. ich schreibe auch keine wissenschaftliche arbeit oder so... Smile
mich interessiert das thema einfach sehr auch weil es gerade in den medien behandelt wird und oft quatsch erzählt wird, wie ich auf dieser seite schon gelernt habe.
ich hoffe ich bekomme hier im forum ein paar antworten auf meine fragen. ich hab mich schon ein bisschen durchgelesen und mir fällt positiv auf dass hier ein sehr netter umgangston herrscht und alle probleme ausführlich und sehr einfühlsam besprochen werden. find ich super!



ich hoffe ihr findet meine fragen nicht komisch oder gar beleidigend, ich kenne mich nur nicht so gut aus und versuche diese sexuelle orientierung zu verstehen und etwas darüber zu lernen.
also wenn ich mich ein bisschen dumm anstelle, dann verzeiht mir das bitte. Smile

ich habe letztens einen bericht über eine asexuelle gelesen und sie hat ihre sexualität mit gartenarbeit verglichen Very Happy (fand ich auch erst komisch) und meinte, dass man sich das als sexueller mensch so vorstellen müsse, wie wenn man einfach nie lust auf gartenarbeit gehabt hatte und überhaupt kein interesse daran hat und gartenarbeit einem so langweilig wie nichts anderes vorkommt. und der vergleich hat mich erstmal überzeugt.
liegt ja nahe. (ich finde gartenarbeit auch langweilig und sehe überhaupt keinen grund das zu tun...)

wie findet ihr diese metapher? stimmt es, dass man dann sagen kann dass gartenarbeit einem keine angst oder so macht, sondern man interessiert sich einfach gar nicht dafür?




meine frage dazu ist aber jetzt: wenn der partner gartenarbeit total toll findet und ihm das wirklich wirklich wichtig ist, warum tut man ihm nicht den gefallen und schaut was passiert wenn man im garten ist (wenn mann keine angst vor dem garten hat oder schmerzen oder so)?
wenn die ganze welt (oder fast) von gartenarbeit spricht und alle sagen wie toll es ist, warum probiert man es dann nicht einfach mal aus?

ooookay, die metapher mag komisch klingen aber durch sie verstehe ich die asexualität ein bisschen besser. früher konnte ich nicht nachvollziehen, dass jemand nicht das bedürfnis nach sex haben könnte. weil es zu meinem leben einfach ganz natürlich dazugehört... deswegen will ich wahrscheinlich das alles irgendwie besser verstehen lernen: WEIL es mir so fremd ist.





ich glaube aber ehrlichgesagt nicht, dass asexuelle und sexuelle in einer beziehung langfristig glücklich werden... wenn dann ganz selten. einer von beiden wird doch zwangsläufig immer unzufrieden sein. jedenfalls wenn sex ein großes thema ist... gibt es eigentlich auch asexuelle, die sex haben können weil es für sie weder etwas schlimmes noch etwas tolles ist? denen es einfach egal ist, sich nicht dafür interessieren aber es ihrem partner zuliebe einfach tun (ohne sich dabei schlecht oder benutzt zu fühlen)? oder ist das dann gar nicht mehr asexualität?

ihr seht, ich habe viele fragen. Very Happy


liebe grüße und gute nacht*
_________________
„Wir sind zusammen Zug gefahren und Taxi. Wir haben getanzt und wir haben zusammen in einem Bett geschlafen. Wir haben Fahrscheine gekauft und Eis gegessen, wir haben den Mond gesehen. Und ich habe sein Herz gehört."
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Sieben
ADMod Team



Alter: 60
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 10.11.2005
Beiträge: 557
Wohnort: Schweiz
BeitragVerfasst am: So Dez 28, 2008 15:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo kornbumenblau, und willkommen in unserem Forum.

Schön für uns, dass du dich so offen für Asexualität interessierst und versuchst, uns zu verstehen. Gerne möchte ich dir dabei helfen und deine Fragen aus meiner Sicht beantworten.

Deine Fragen sind nicht komisch oder beleidigend.

kornblumenblau hat folgendes geschrieben:
wie findet ihr diese metapher? stimmt es, dass man dann sagen kann dass gartenarbeit einem keine angst oder so macht, sondern man interessiert sich einfach gar nicht dafür?

Ja, den Vergleich finde ich nicht schlecht. Ergänzen möchte ich ihn vielleicht noch mit der Feststellung, dass ich niemals von selber auf die Idee kommen könnte, dass es so etwas wie Gartenarbeit überhaupt gibt.
Oder jetzt eben auf Sexualität bezogen: Wenn ich nicht aufgeklärt worden wäre und daher wüsste, dass Mann und Frau solches tun, von mir aus wäre ich sicher nie auf die Idee oder den Wunsch gekommen, Geschlechtsverkehr zu haben. Das ist so etwas unvorstellbares und unlogisches wie.... wie zum Beispiel sich von rotem Licht zu ernähren... Wink

kornblumenblau hat folgendes geschrieben:
meine frage dazu ist aber jetzt: wenn der partner gartenarbeit total toll findet und ihm das wirklich wirklich wichtig ist, warum tut man ihm nicht den gefallen und schaut was passiert wenn man im garten ist (wenn mann keine angst vor dem garten hat oder schmerzen oder so)?
wenn die ganze welt (oder fast) von gartenarbeit spricht und alle sagen wie toll es ist, warum probiert man es dann nicht einfach mal aus?

Doch, genau das tun ja die meisten Asexuellen. Diejenigen, die noch nicht wissen, dass es Asexualität gibt (und das sind weitaus die meisten), tun das weiterhin (und fühlen sich dabei schlecht, leiden dabei, ....und können nicht erklären, warum).
Wer aber hier oder sonstwo von Asexualität gelesen oder gehört hat, fühlt sich (endlich) verstanden und lernt, selbstsicher damit umgehen. Das hat dann halt oft zur Folge, dass wir nicht mehr bereit sind, weiterhin bei der „Gartenarbeit“ mitzumachen.

Stell dir folgendes vor: jedesmal, wenn du dem Partner zuliebe Gartenarbeit erledigst, kriegst du ganz deutlich zu spüren, dass er mit deiner Arbeit nicht zufrieden ist. Wie viele Jahre lang bist du dann bereit, dich mehrmals wöchentlich damit zu langweilen und anschliessend seine Vorwürfe zu ertragen. Oder kannst du während Jahren jedesmal so tun, als sei Gartenarbeit das tollste auf der Welt? (so tun als ob, damit er mit deiner Arbeit zufrieden ist und du dir die Vorwürfe nicht anhören brauchst...)

kornblumenblau hat folgendes geschrieben:
gibt es eigentlich auch asexuelle, die sex haben können weil es für sie weder etwas schlimmes noch etwas tolles ist? denen es einfach egal ist, sich nicht dafür interessieren aber es ihrem partner zuliebe einfach tun (ohne sich dabei schlecht oder benutzt zu fühlen)? oder ist das dann gar nicht mehr asexualität?

Doch, ich glaube, das ist dann immer noch Asexualität.
Wie ich oben schon erwähnt hatte, glaube ich, dass der weitaus grösste Teil der Asexuellen so lebt (und zwar eben, weil sie nocht nichts von Asexualität wissen.) Für sie gibt es nichts anderes – alle sagen ja, dass das dazu gehört. Und da die meisten ja Nähe, Kuscheln und Zärtlichkeiten sehr mögen, lassen sie sich eben (anschliessend) auch auf den Sex ein..... Das erste gibts kaum ohne das zweite.

Auch ich lebte meine letzte Partnerschaft so. Ich liess den Sex ihm zuliebe geschehen, obwohl ich in der Zeit viel lieber mit ihm nur gekuschelt hätte. Der Sex war nicht schlimm, nicht schmerzhaft, durchaus erträglich also, manchmal sogar „interessant“ zu erleben, was bei ihm dabei alles abging...

Gut, ich empfand seine Handlungen als lieblos, animalisch, und ich fragte mich heimlich „was macht er da eigentlich mit mir? Soll das Liebe sein? Für mich war Geschlechtsverkehr absolut keine keine geeignete Form, Liebe auszudrücken. Aber was tut man nicht alles aus Liebe.....

Damals wusste ich noch lange nichts von Asexualität..... die Gespräche, Vorwürfe über meine nicht vorhandene Freude daran endeten mit Tränen, Kopfschütteln und Schulterzucken.
Wie bei den meisten andern Asexuellen hier fühlte sich mein Partner nicht richtig geliebt, oder er vermutete einen Nebenbuhler..... oder er erklärte sich meine „Störung“ als versteckte Homosexualität, oder sogar als eine Folge von Missbrauch.... diese Unterstellungen beleidigten mich und verunmöglichten ein konstruktives Gespräch erst recht.

Vielleicht helfen dir meine Antworten ein bisschen, Asexualität etwas zu verstehen. Wenn du weitere Fragen hast, dann stell sie nur. Wir helfen dir gerne.
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kornblumenblau




Alter: 33
Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 28.12.2008
Beiträge: 5
BeitragVerfasst am: So Dez 28, 2008 18:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sieben,

danke für deine schnelle und nette antwort. es ist sehr interessant zu hören, dass du nie von alleine darauf gekommen wärst dass es sexualität überhaupt gibt und menschen so etwas tun wollen...
weil wenn du es als etwas total absurdes empfindest, kann ich sehr gut verstehen dass du nicht lange so tun kannst als wäre es natürlich und ein teil von dir.

du sagst ja, dass du viel lieber mit deinem Partner gekuschelt hättest anstatt mit ihm sex zu haben. viele (sexuellen) sagen aber auch, dass sex die absolut intimste und engste verbindung zwischen zwei menschen ist (zumindest wenn liebe und vertrauen im spiel sind). also eigentlich eine form von "kuscheln", die nur viel näher und mit stärkeren (zugegebenermaßen auch stärkeren physischen) gefühlen verbunden ist.
also wenn ich meinen partner sehr liebe, habe ich das bedürfnis ganz nah bei ihm zu sein... und näher als beim sex komme ich ihm wohl nie.
also wenn du das bedürfnis nach nähe verspürst und kuscheln gern hast (was ja auch nicht bei allen asexuellen so ist) wo hört dann das bedürfnis auf, deinem partner nahe zu sein?


Zitat:
Gut, ich empfand seine Handlungen als lieblos, animalisch, und ich fragte mich heimlich „was macht er da eigentlich mit mir? Soll das Liebe sein? Für mich war Geschlechtsverkehr absolut keine keine geeignete Form, Liebe auszudrücken. Aber was tut man nicht alles aus Liebe.....


also wenn ich es richtig verstehe hast du nie gefallen an sexellen handlungen gehabt? ist es dann so, dass beim kuscheln eher noch die gedanken eine größere rolle spielen und alles etwas kontrollierter ist als beim sex? ich kann mir gut vorstellen, dass du es als komisch empfindest wenn dein partner etwas total gut findet wozu du aber keinerlei bezug hast und er dann seinen trieben nachgibt. das muss einen ja irgendwie irritieren...
aber hattest du nie sex, der romantisch und einfühlsam und zärtlich war? wo du auch gespürt hast, dass dein partner dich als person liebt und gleichzeitig deinen körper begehrt und dir ganz nah sein will?

ich habe noch eine frage: wie drückt sich dann leidenschaft und liebe in einer asexuellen partnerschaft aus? durch intensiveres kuscheln? durch worte? das interessiert mich sehr...



oje oje, dein letzter abschnitt hört sich wirklich sehr sehr traurig an. es muss furchtbar gewesen sein, nicht zu wissen was "falsch" mit einem läuft und sich immer vorwürfe und unterstellungen anhören zu müssen. wie lange hat es gedauert bis du gemerkt hast was "los ist"?
es ist sicher sehr schwer in einer so übersexualisierten (das finde sogar ich!) welt zu leben und nicht zu verstehen warum die meisten etwas toll finden woran man selbst nicht einmal denken würde...

wie hast du das alles gemeistert? hast du mit deinem letzten partner darüber gesprochen? und hattest du schon einmal einen asexuellen partner?

vielen vielen dank nochmal für deine erklärungen! für mich ist es auch schwer nachzuvollziehen warum manche menschen nicht so denken wie ich. aber langsam fange ich an zu verstehen, was asexuelle durchmachen müssen und wie es "auf der anderen seite" so aussieht... Smile

liebste grüße*[/quote]
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„Wir sind zusammen Zug gefahren und Taxi. Wir haben getanzt und wir haben zusammen in einem Bett geschlafen. Wir haben Fahrscheine gekauft und Eis gegessen, wir haben den Mond gesehen. Und ich habe sein Herz gehört."
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Sieben
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Alter: 60
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 10.11.2005
Beiträge: 557
Wohnort: Schweiz
BeitragVerfasst am: Mo Dez 29, 2008 1:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo kornblumenblau,
ich versuche nun also, etwas präziser zu werden.

kornblumenblau hat folgendes geschrieben:
also wenn ich meinen partner sehr liebe, habe ich das bedürfnis ganz nah bei ihm zu sein... und näher als beim sex komme ich ihm wohl nie.
also wenn du das bedürfnis nach nähe verspürst und kuscheln gern hast (was ja auch nicht bei allen asexuellen so ist) wo hört dann das bedürfnis auf, deinem partner nahe zu sein?

Wenn ich meinen Partner sehr liebe, dann wünsche ich mir wie du, ihm ganz nah zu sein..... also auch Haut an Haut.... und das möglichst "grossflächig"... ich habe nichts gegen Nacktheit.
Wenn wir dann so kuscheln und uns streicheln, dann kommt es mir so vor, als wenn wir gleich.... gleich.... in jedem Moment.... miteinander verschmelzen – etwa so wie zwei Wassertröpfchen, die sich berühren und deshalb zu einem einzigen verschmelzen. Dass das physisch nicht möglich ist, weiss ich natürlich schon.... aber dieses schöne "Gefühl" hält für längere Zeit an. Beim Geschlechtsverkehr hingegen fühlte ich mich nie so. Im Gegenteil: ich wechselte irgendwie die Rolle und wurde eher zur Zuschauerin des Geschehens. Nähe empfand ich dabei nicht mehr, und das fand ich jeweils schade.

Vielleicht denkst du jetzt, mein Partner sei nicht genügend auf mich eingegangen, hätte nur seine Befriedigung im Sinn gehabt oder so. Das stimmt aber nicht. Er war sehr geduldig, rücksichtsvoll und gab sich alle erdenkliche Mühe, den Sex auch für mich schön zu gestalten.

kornblumenblau hat folgendes geschrieben:
ist es dann so, dass beim kuscheln eher noch die gedanken eine größere rolle spielen und alles etwas kontrollierter ist als beim sex?

Nein, im Gegenteil: beim Kuscheln bin ich ganz locker, kann mich wunderbar fallen lassen und die Berührungen geniessen und mich darin verlieren. Ich bin dann wie "abgehoben" und nehme nichts mehr wahr, was um mich herum sonst noch läuft. Ein Glückszustand, den ich nicht besser beschreiben kann. Beim Geschlechtsverkehr hingegen war ich – wie oben erwähnt – eher in der Rolle der Zuschauerin und wartete einfach geduldig, bis "die Vorstellung" vorbei war.

kornblumenblau hat folgendes geschrieben:
aber hattest du nie sex, der romantisch und einfühlsam und zärtlich war? wo du auch gespürt hast, dass dein partner dich als person liebt und gleichzeitig deinen körper begehrt und dir ganz nah sein will?

Das ist ja gerade.... von dem Moment an, in dem mein Partner von Kuscheln auf Sex umstellte, fühlte ich mich nicht mehr als Person geliebt, sondern erlebte ihn eher animalisch und triebhaft... er begehrte eben meinen Körper und ich vermute mal, dieser wäre in der Situation beliebig austauschbar gewesen....
Da nützte es nichts, wenn er dabei meinen Namen hauchte, stöhnte, mich wild küsste, mehrmals sagte, dass es schön sei und solches....
Das ist einfach nicht meine Sprache der Liebe.

kornblumenblau hat folgendes geschrieben:
wie drückt sich dann leidenschaft und liebe in einer asexuellen partnerschaft aus? durch intensiveres kuscheln? durch worte? das interessiert mich sehr...

Generell kann ich das natürlich nicht beantworten. Jede asexuelle Person empfindet das etwas anders. Ich weiss erst seit etwas mehr als 3 Jahren, dass das, was ich bin, asexuell heisst und dass es das auch bei andern Personen gibt. In dieser kurzen Zeit hatte ich keine Beziehung, auch keine asexuelle. (Die "sexuelle" Beziehung, die ich bis jetzt erwähnt hatte, liegt inzwischen schon mehr als 16 Jahre zurück.)
Meine Art, Liebe auszudrücken, bestand eben aus Zärtlichkeiten, Umarmungen, kuscheln, streicheln.... liebe Blicke, liebe Worte.... und ich spüre dabei eine Art von Vibration im Körper (oder nur im Kopf? oder im Herzen?)... ich weiss nicht, wie ich das beschreiben soll....

kornblumenblau hat folgendes geschrieben:
wie lange hat es gedauert bis du gemerkt hast was "los ist"?

Ich habe es nicht gemerkt... jedenfalls nicht so, dass ich es hätte erklären können. Für mich war es normal, so wie ich fühlte.... Seine Wünsche und Bedürfnisse hingegen schienen mir irreal.... Wir hatten ja Sex. Und was kann ich da mehr tun als still liegen? Ich habe die Beziehug nach knapp 3 Jahren beendet, nachdem ich eingesehen hatte, dass er mit der Situation nicht glücklich ist und ich mich nicht verbiegen konnte oder wollte. Hätte ich damals von Asexualität gewusst, wäre möglicherweise vieles anders herausgekommen.

kornblumenblau hat folgendes geschrieben:
wie hast du das alles gemeistert?

Ich habe mir vorgenommen, nie wieder eine Beziehung einzugehen und nie wieder einen Partner so zu "quälen". (Ich nehme an, du verstehst schon, wie ich das meine: ich hatte niemals die Absicht, meinen Partner zu quälen, und tat das auch nach meiner Meinung nie, aber für ihn kam das halt so rüber.)
Das war im ersten Jahr sehr schwierig, mir fehlten die Zärtlichkeiten sehr. Nun aber geht es ganz gut und ich geniesse alle die Vorteile des Single-Daseins sehr.

kornblumenblau hat folgendes geschrieben:
hast du mit deinem letzten partner darüber gesprochen?

Nein, damals war ich dazu nicht in der Lage. Ich wusste noch nichts von Asexulität.
Er stellte zum Beispiel fest, dass ich zwar sehr verschmust sei, aber nicht "liebesfähig". Und wie im ersten Beitrag erwähnt, vermutete er einen Nebenbuhler, oder versteckte Homosexualität, oder Missbrauch. Solche Unterstellungen oder Vorwürfe waren nicht gerade eine ideale Grundlage für konstruktive Gespräche.
Heute wäre das ganz anders. Heute könnte ich darüber reden, ohne gleich beleidigt und unverstanden in Tränen auszubrechen. Und ich ertappe mich immer mal wieder beim Gedanken, ihm das mal alles nachträglich erklären zu müssen....


kornblumenblau hat folgendes geschrieben:
aber langsam fange ich an zu verstehen, was asexuelle durchmachen müssen

Unser Problem ist nicht die Asexualität an sich, sondern das Unverstädnis und die Reaktionen der Umwelt
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Maxi




Alter: 36
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.07.2005
Beiträge: 3129
BeitragVerfasst am: Mo Dez 29, 2008 3:28    Titel: Re: fragen zu gartenarbeit und asexualität. :) Antworten mit Zitat

So, da möchte ich doch auch mal antworten ... auch wenn Sieben schon vieles gesagt hat und ich vllt. etwas davon wiederhole.

kornblumenblau hat folgendes geschrieben:
wie findet ihr diese metapher? stimmt es, dass man dann sagen kann dass gartenarbeit einem keine angst oder so macht, sondern man interessiert sich einfach gar nicht dafür?


Die Metapher ist nicht schlecht ... man kann dieses Gefühl durch viele Beispiele ausdrücken ... und Gartenarbeit ist eines davon. Am besten wäre es wohl, wenn es ein Beispiel ist, mit dem die Person, der man das erklären möchte, nicht viel anfangen kann.
Wenn man Sex ekelhaft findet, sollte es auch ein Beispiel sein, dass die andere Person ekelhaft findet ...

kornblumenblau hat folgendes geschrieben:

meine frage dazu ist aber jetzt: wenn der partner gartenarbeit total toll findet und ihm das wirklich wirklich wichtig ist, warum tut man ihm nicht den gefallen und schaut was passiert wenn man im garten ist (wenn mann keine angst vor dem garten hat oder schmerzen oder so)?
wenn die ganze welt (oder fast) von gartenarbeit spricht und alle sagen wie toll es ist, warum probiert man es dann nicht einfach mal aus?


Ich bleibe mal bei der Metapher. Also ich habe schonmal Gartenarbeit ausprobiert ... aber es ist einfach nicht meine Welt. Klar kann ich in den Garten gehen und irgendwelche Blümchen pflanzen ... aber es wird mir nie Spaß machen ... ich könnte zwar so tun, als ob es mir Spaß macht, aber warum sollte ich?
Es wäre ok, wenn ich mich in den Garten setze und meinem Partner beim Blümchen pflanzen zuschaue ... vielleicht könnte ich sogar ein wenig Freude daran haben, einfach zu sehen, wie es sie erfüllt ... aber selbst pflanzen mag ich einfach nicht. Wenn der Partner aber nur glücklich ist, wenn ich selbst Blümchen pflanze und er dabei zuschauen möchte, wieviel Spaß mir das macht, dann kann ich das einfach nicht.

kornblumenblau hat folgendes geschrieben:

ich glaube aber ehrlichgesagt nicht, dass asexuelle und sexuelle in einer beziehung langfristig glücklich werden... wenn dann ganz selten. einer von beiden wird doch zwangsläufig immer unzufrieden sein. jedenfalls wenn sex ein großes thema ist... gibt es eigentlich auch asexuelle, die sex haben können weil es für sie weder etwas schlimmes noch etwas tolles ist? denen es einfach egal ist, sich nicht dafür interessieren aber es ihrem partner zuliebe einfach tun (ohne sich dabei schlecht oder benutzt zu fühlen)? oder ist das dann gar nicht mehr asexualität?


Also wie bei der Gartenarbeit oben beschrieben, kann ich schon Sex haben. Bevor ich das erste Mal Sex hatte, wusste ich schon, dass ich daran keinen Spaß habe. Es hat mir gereicht zu wissen, wie man Blümchen pflanzt um zu Wissen, dass mir das keinen Spaß machen wird.
Aber wenn man noch nichts von Asexualität weiß und einfach denkt, dass jeder Blümchen pflanzt, dann macht es einfach, auch wenn es keinen Spaß macht.
Tja, was macht mir daran keinen Spaß. Keine Ahnung ... ich wusste nur sofort, dass es falsch ist, was ich da gerade tue ... mir war sofort klar, dass ich auf die andere Seite gehöre. Ich empfand es als Erniedrigung, wenn ich mit meinem Körper in jemand anderem bin ... und jemanden, den man liebt zu Erniedrigen is wahrlich kein schönes Gefühl.
Man macht es dann irgendwie, weil es ja alle machen ... aber man fragt sich dabei, wie der andere es schön finden kann, was der andere dabei wohl denkt ... man selbst kann dabei über tausend Dinge nachdenken, vor allem wenn sie einen schön, von dem was man da gerade macht, ablenken.

Ich bin mal so frech und schreibe auch was zu deinem zweiten Post, der ja an Sieben gerichtet ist.

kornblumenblau hat folgendes geschrieben:
Hallo Sieben,

danke für deine schnelle und nette antwort. es ist sehr interessant zu hören, dass du nie von alleine darauf gekommen wärst dass es sexualität überhaupt gibt und menschen so etwas tun wollen...


Ja, bei mir war das anders. Man hat in der heutigen Welt eher das Gefühl, jeder macht s überall zu jeder Zeit. Daher war mir doch recht schnell bewusst, was die ganzen anderen Menschen so miteinander machen.
Wenn ich aber irgendwo Päarchen sehe, kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass diese miteinander schlafen. Sie lieben sich doch, aber wieso sollten sie dann Sex miteinander haben, ist dann so die Frage, die sich mir innerlich stellt.
Ich kam mit dem Thema in der Jugend zum glück recht wenig in Berührung, da ich auf einer Privatschule war, an der das nicht angesprochen wurde. Überhaupt ist mir nicht bekannt, dass irgendeiner der MitschülerInnen während der Zeit eine Beziehung hatte.

kornblumenblau hat folgendes geschrieben:

du sagst ja, dass du viel lieber mit deinem Partner gekuschelt hättest anstatt mit ihm sex zu haben. viele (sexuellen) sagen aber auch, dass sex die absolut intimste und engste verbindung zwischen zwei menschen ist (zumindest wenn liebe und vertrauen im spiel sind). also eigentlich eine form von "kuscheln", die nur viel näher und mit stärkeren (zugegebenermaßen auch stärkeren physischen) gefühlen verbunden ist.
also wenn ich meinen partner sehr liebe, habe ich das bedürfnis ganz nah bei ihm zu sein... und näher als beim sex komme ich ihm wohl nie.
also wenn du das bedürfnis nach nähe verspürst und kuscheln gern hast (was ja auch nicht bei allen asexuellen so ist) wo hört dann das bedürfnis auf, deinem partner nahe zu sein?


Ja, kuscheln ist sehr schön und finde ich sehr intim. Wieso muss man denn irgendwas in den Partner reinstecken, um ihm Nahe zu sein? Kann ich dann nicht auch meinen Finger in das Ohr stecken? Das wäre für mich das Gleiche, denn das würde wohl keiner von irgendeinem Fremden machen lassen und wäre für mich fast auch genauso uninteressant wie Sex. Wenn ich Sex habe, fühle ich mich dem Partner dabei nicht nah ... es ist einfach etwas komisches ... der Partner verfremdet dabei und man selbst wird Zuschauer im eigenen Körper.
Nacktheit stört mich nicht, solange alle noch ihre Unterwäsche anhaben. Den Rest möchte ich einfach nicht sehen, da ich das alles andere als schön finde. Ich gehe zwar auch in die Sauna, werde dort aber niemals mein Handtuch ablegen und wenn jemand anderes als meine Freunde in der Sauna sind, schließe ich auch die Augen oder gehe raus.
Mal so nebenbei finde ich es diskriminierend, dass in der Sauna FKK-Pflicht besteht. Wenn die Nichtraucher schon vor den Rauchern geschützt werden, wieso bekomme ich dann nicht wenigstens einen Nicht-FKK-Bereich in der Sauna??

kornblumenblau hat folgendes geschrieben:

Zitat:

Gut, ich empfand seine Handlungen als lieblos, animalisch, und ich fragte mich heimlich „was macht er da eigentlich mit mir? Soll das Liebe sein? Für mich war Geschlechtsverkehr absolut keine keine geeignete Form, Liebe auszudrücken. Aber was tut man nicht alles aus Liebe.....


also wenn ich es richtig verstehe hast du nie gefallen an sexellen handlungen gehabt? ist es dann so, dass beim kuscheln eher noch die gedanken eine größere rolle spielen und alles etwas kontrollierter ist als beim sex? ich kann mir gut vorstellen, dass du es als komisch empfindest wenn dein partner etwas total gut findet wozu du aber keinerlei bezug hast und er dann seinen trieben nachgibt. das muss einen ja irgendwie irritieren...
aber hattest du nie sex, der romantisch und einfühlsam und zärtlich war? wo du auch gespürt hast, dass dein partner dich als person liebt und gleichzeitig deinen körper begehrt und dir ganz nah sein will?


Ich denke mal schon, dass bei mir der Sex irgendwie einfühlsam und zärtlich war. Das Gefühl aber, begehrt zu werden, kann ich mir beim Sex nicht vorstellen. Das Gefühl begehrt zu werden, stelle ich mir sehr schön vor, werde ich mir aber mit der männlichen Seite beim Sex nie vorstellen können. Ich kam mir eher wie ein Metzger vor, der mit der Axt wild schwingend das Vieh abschlachtet. Es fühlt sich einfach schrecklich an und ich möchte niemandem wider Sex antun ... ich nehme mal an, dass sie mich damals begehrt hat, aber ich hatte einfach das Gefühl, ihr etwas Schreckliches anzutun.

kornblumenblau hat folgendes geschrieben:
ich habe noch eine frage: wie drückt sich dann leidenschaft und liebe in einer asexuellen partnerschaft aus? durch intensiveres kuscheln? durch worte? das interessiert mich sehr...


Ich habe da zwar Vorstellungen, aber da ich bisher weder eine sexuelle noch asexuelle Partnerschaft hatte ist es schwer da etwas zu sagen. Ja, Kuscheln, Küssen, Zärtlichkeiten sind ganz wichtige Dinge, da ich einfach den Partner bei mir spüren möchte und so mein körperliches Begehren ausdrücke. Aber genauso möchte ich auch mein geistiges Bedürfniss durch Worte, Blicke, Taten, Momente zeigen. Jedenfalls stelle ich mir das so vor ... ob das alles so funktioniert, stellt sich vllt. mal irgendwann raus.

Maxi
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Wauwau




Alter: 43
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 05.04.2007
Beiträge: 2492
Wohnort: Wien
BeitragVerfasst am: Mo Dez 29, 2008 9:31    Titel: Antworten mit Zitat

Ich LIEBE Gartenarbeit! Gartenbau ist mein Lebensinhalt!

Da werde ich doch gleich den nächsten sexuellen Verehrer, der Gartenarbeit angeblich öde findet, hinausschleppen zu meinen Blumen. Ihn das rauhe Holz des Spatens und die geilen Blasen an den Fingern spüren lassen. Ungewaschene Kirschen darf er frisch vom Baum pflücken (Baumwanzen bitte aussortieren!), und den Rasen mähen, und die lästigen Disteln aus dem Phlox ausjäten... (*heute sadistisch-dominanten Tag hab*)

Ausreden zählen nicht, die ganze Welt weiß, dass Gartenarbeit toll ist. Und wahnsinnig gesund. Setzt Endorphine frei und so. Sollte er Gartenarbeit echt total verweigern, müsste ich ihn in Gartentherapie schicken, weil so eine Haltung ist ja nicht normal.
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Then let us pray that come it may /As come it will for a´that/ That Man to Man the world o´er/ Shall brothers be for a´that. (Robert Burns)
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Pestwurz




Alter: 52
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 25.07.2008
Beiträge: 278
Wohnort: Bayern
BeitragVerfasst am: Di Dez 30, 2008 23:19    Titel: Antworten mit Zitat

Wauwau hat folgendes geschrieben:
Ausreden zählen nicht, die ganze Welt weiß, dass Gartenarbeit toll ist. Und wahnsinnig gesund. Setzt Endorphine frei und so. Sollte er Gartenarbeit echt total verweigern, müsste ich ihn in Gartentherapie schicken, weil so eine Haltung ist ja nicht normal.


Und Gartenarbeit ist auch ein vollkommen natürlicher Trieb Laughing . Schließlich ist sie für die Menschheit seit jahrtausenden überlebensnotwendig! Ohne Gartenarbeit wären wir alle längst verhungert. Unser angeborenes Bedürfnis nach Ästhetik wird durch die schönen Blümchen bei der Gartenarbeit ebenfalls befriedigt ...

Also wer keine Gartenarbeit mag, kann NICHT NORMAL sein und sollte dringend einen Therapeuten aufsuchen!

(sorry, aber das konnte ich mir jetzt nicht verkneifen Laughing ).

Übrigens mag ich Gartenarbeit auch sehr gerne, muss mich aber leider mit einem Balkon begnügen.
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Neela




Alter: 37
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 18.10.2008
Beiträge: 26
BeitragVerfasst am: Mi Dez 31, 2008 17:00    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, ich liebe Gartenarbeit auch. Very Happy Deshalb tu ich mich mit dem Vergleich Sex - Gartenarbeit sehr schwer, weil für mich Gartenarbeit was positives ist und Sex eben nicht. Neutral

Wie wär's denn mit Marzipan:
Es gibt Leute, die lieben Marzipan und würden am liebsten gleich eine ganze Packung Marzipankartoffeln auf einmal essen.
Dann gibt es Leute, die mögen es zwar und essen es auch gerne, aber müssen es nicht um jeden Preis haben.
Dann gibt es Leute, die aus Gründen einer Diät darauf verzichten.
Und dann gibt es ja auch tatsächlich Menschen, man glaubt es kaum, die Marzipan nicht mögen und eklig finden.

Im Bezug auf Sexualität wäre das dann so:
Es gibt Leute, die sehr sexuell veranlagt sind, damit will ich mich lieber nicht näher beschäftigen.
Der Großteil der Bevölkerung wird wohl zu denen gehören, die es mögen, aber nicht ständig wollen. (Statistisch ist 1-2mal pro Woche Durchschnitt, oder wie war das?)
Dann religiöse Zölibate, also "Diätverzicht" sozusagen.
Und eben Asexuelle, wir mögen das Zeug halt einfach nicht.

Wieso sollte man sich also zwingen, Marzipan zu essen, wenn's einem halt nicht schmeckt?


- Wobei ich sagen muss, was das echte Marzipan angeht, mag ich's zwar, aber verzichte aus Gesundheitsgründen, wegen des vielen Zuckers.
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AH-Fan




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 01.05.2006
Beiträge: 1664
BeitragVerfasst am: Sa Nov 23, 2013 3:20    Titel: Antworten mit Zitat

Sieben hat folgendes geschrieben:
Wenn ich nicht aufgeklärt worden wäre und daher wüsste, dass Mann und Frau solches tun, von mir aus wäre ich sicher nie auf die Idee oder den Wunsch gekommen, Geschlechtsverkehr zu haben. Das ist so etwas unvorstellbares und unlogisches wie.... wie zum Beispiel sich von rotem Licht zu ernähren... Wink

Das kann ich so unterschreiben! Ist bei mir genauso.
Aber was ist mit den Sexuellen- meint ihr, die wären ohne Aufklärung von selbst drauf gekommen? Kann ich mir schwer vorstellen, da Menschen ja nicht solche Instinkte wie Tiere haben. nachdenklich
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Svetlana





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 31.07.2012
Beiträge: 440
BeitragVerfasst am: Sa Nov 23, 2013 9:10    Titel: Antworten mit Zitat

AH-Fan hat folgendes geschrieben:
Aber was ist mit den Sexuellen- meint ihr, die wären ohne Aufklärung von selbst drauf gekommen?

Shocked
Bitte, sag, dass das ein Witz war. Asexualität hin oder her, aber so viel Unverständnis kann man doch nicht haben, wenn man halbwegs erwachsen ist.
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Mevilin




Alter: 52
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 19.11.2013
Beiträge: 105
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: Sa Nov 23, 2013 9:51    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Aber was ist mit den Sexuellen- meint ihr, die wären ohne Aufklärung von selbst drauf gekommen?


Gegenfrage:
Meinst du, unsere Urahnen wurden aufgeklärt?
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Dr.Schiwago
abgemeldet



Alter: 43
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 22.02.2011
Beiträge: 1329
Wohnort: Westfalen
BeitragVerfasst am: Sa Nov 23, 2013 10:49    Titel: Antworten mit Zitat

ich habe mal von einem fall gelesen, der aber sicher die ausnahme ist:
ein us paar in den 1950er bekam keine kinder und ging zum arzt.
nach langen untersuchungen stellte sich herraus, dass er nie in sie eindrang, sondern von oben zwischen ihre geschlossenen beine kopulierte.
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wir sollten uns nicht vor unseren gefühlen fürchten, sondern zu ihnen stehen.

facility manager of "The great A-BDSM world group" Very Happy
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SchuffiPupsi




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BeitragVerfasst am: Sa Nov 23, 2013 11:14    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
ich habe letztens einen bericht über eine asexuelle gelesen und sie hat ihre sexualität mit gartenarbeit verglichen Very Happy (fand ich auch erst komisch) und meinte, dass man sich das als sexueller mensch so vorstellen müsse, wie wenn man einfach nie lust auf gartenarbeit gehabt hatte und überhaupt kein interesse daran hat und gartenarbeit einem so langweilig wie nichts anderes vorkommt. und der vergleich hat mich erstmal überzeugt.
liegt ja nahe. (ich finde gartenarbeit auch langweilig und sehe überhaupt keinen grund das zu tun...)

wie findet ihr diese metapher? stimmt es, dass man dann sagen kann dass gartenarbeit einem keine angst oder so macht, sondern man interessiert sich einfach gar nicht dafür?

Genau diese Metapher (wenn auch nicht mit Gartenarbeit) nutze ich auch immer, um es zu erklären! Very Happy
Ich finde die fuuurchtbar zutreffend auf Asexualität.

Zitat:
wenn der partner gartenarbeit total toll findet und ihm das wirklich wirklich wichtig ist, warum tut man ihm nicht den gefallen und schaut was passiert wenn man im garten ist (wenn mann keine angst vor dem garten hat oder schmerzen oder so)?

Das ist in jeder dieser Konstellationen unterschiedlich. Bei mir ist es schlicht so, dass ich nicht gerne Dinge tue, die mich zu Tode langweilen. Und Sex könnte mein Partner sich auch woanders holen (mit jemand anderem Gartenarbeit machen). Es würde ihm ja auch keine Freude bereiten, wenn ich einfach so mitmache und völlig angenervt bin am Ende (Sex wie auch bei der Gartenarbeit). Es macht doch mehr Spaß, wenn der andere Mensch bei diesen Aktivitäten auch Spaß empfindet! Wink
(so dürfte es zumindest den meisten Sexuellen in Beziehungen gehen)

Zitat:
wenn die ganze welt (oder fast) von gartenarbeit spricht und alle sagen wie toll es ist, warum probiert man es dann nicht einfach mal aus?

Die meisten Asexuellen kennen Sex (aus verschiedensten Gründen). Und manche probieren halt nie aus, weil kein Interesse daran vorliegt.
Oder probierst DU ernsthaft ALLES aus, was es gibt, nur weil andere Leute sagen, es macht ihnen Spaß?


Zitat:
ich glaube aber ehrlichgesagt nicht, dass asexuelle und sexuelle in einer beziehung langfristig glücklich werden... wenn dann ganz selten. einer von beiden wird doch zwangsläufig immer unzufrieden sein. jedenfalls wenn sex ein großes thema ist...

Das ist in der Form richtig.
Wenn Sex nicht wichtig ist oder andere Möglichkeiten gefunden werden, gibt es durchaus stabile und glückliche Beziehungen.

Zitat:
gibt es eigentlich auch asexuelle, die sex haben können weil es für sie weder etwas schlimmes noch etwas tolles ist? denen es einfach egal ist, sich nicht dafür interessieren aber es ihrem partner zuliebe einfach tun (ohne sich dabei schlecht oder benutzt zu fühlen)? oder ist das dann gar nicht mehr asexualität?

Ja, das gibt es. Ja, das ist dann noch Asexualität. (da ja kein Verlangen danach da ist)
Aber auch hier wieder-wie oft würdest du wirklich Dinge tun, die dich langweilen UND möchtest du wirklich einen Partner, der dich bewusst (immer wieder) langweilen möchte..... Davon abgesehen, dass diese Art von Sex den meisten Sexuellen auch nicht gefällt. Wink


Liebe Grüße
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SchuffiPupsi




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BeitragVerfasst am: Sa Nov 23, 2013 11:18    Titel: Antworten mit Zitat

@Neela:

Zitat:
Und dann gibt es ja auch tatsächlich Menschen, man glaubt es kaum, die Marzipan nicht mögen und eklig finden.

DAS ist dann bezogen auf Sex aber keine Asexualität mehr. Wink
Das ist unter Umständen Antisexualität oder aber das Resultat aus schlechten Erfahrungen in der Vergangenheit.
(was durchaus als Folge einer Asexualität, also eigentlichen Neutralität Sex ggü. entstehen kann).

Da ist der Gartenarbeitvergleich schon besser.
(und siehst du-Sexuelle mögen Sex, so wie du deine Gartenarbeit Wink)

Mit Lebensmitteln kann man das nicht wirklich vergleichen, da es da eben nur Dinge gibt, die man entweder -mag- und -isst- oder eben -nicht mag-.
Und Asexualität an sich ist ja nicht die Ablehnung und Abneigung gegen Sex.


Zuletzt bearbeitet von SchuffiPupsi am Sa Nov 23, 2013 11:56, insgesamt einmal bearbeitet
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Kuschelmond




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BeitragVerfasst am: Sa Nov 23, 2013 11:23    Titel: Antworten mit Zitat

Arcinala hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Aber was ist mit den Sexuellen- meint ihr, die wären ohne Aufklärung von selbst drauf gekommen?


Gegenfrage:
Meinst du, unsere Urahnen wurden aufgeklärt?


Kurze Anekdote aus meiner Familie: Meine Großeltern (etwas älter als 70) waren am Anfang ihrer Ehe so unwissend und unfähig, dass sie dachten, sie müssten adoptieren, weil sie das mit dem Sex nicht hingekriegt haben Very Happy

Gaaanz früher war das wahrscheinlich anders, weil Triebe einfach ausgelebt wurden, aber sobald das Korsett der Gesellschaft um das Thema Sex kam musste wenigstens einer der beiden (der Mann meistens) Bescheid wissen ^^
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Das Leben stellt uns nicht vor Aufgaben, die wir nicht bewältigen können.
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