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Bösewichte in Fiktion, aber auch Real

 
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Marcsl




Alter: 35
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.11.2019
Beiträge: 39
Wohnort: Zwickau
BeitragVerfasst am: Do Feb 13, 2020 1:02    Titel: Bösewichte in Fiktion, aber auch Real Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

mich treibt seit einiger Zeit eine Frage um, jedesmal wenn ich mir Film ansehe oder allgemein bei fiktionalen Charakteren. Allerdings auch mit Übertragbarkeit auf das reale Leben. So genug Verwirrung gestiftet.....hier die Frage:

"Ist man allein weil man ein schlechter/böser Mensch ist, oder ist man ein schlechter/böser Mensch, weil man allein ist?
Schaut man sich die großen Schurken der Belletristik, Fantasie, Action etc., dann fällt mir auf, dass ein Großteil dieser Figuren Single sind. Ich zähle irgendwelche Haremsklavinnen etc. nicht dazu, sondern wirklich tiefgreifende Beziehungen.
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Im Moment unseren größten Tiefpunkts, sind wir offen für die größten Veränderungen.
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Sandkastenzorro
zweitgrößter Spammer des Forums



Alter: 39
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 3580
Wohnort: Fairvale
BeitragVerfasst am: Do Feb 13, 2020 2:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ich weiss nicht, auf welche Bösewichter du anspielst, aber fiktionale Antagonisten sind, wie der Name schon sagt, der entgegengesetzte Pol zum Helden und deshalb genauso 90-100%ig böse, wie der Held gut ist. Ob sich sowas aufs echte Leben übertragen lässt? Nein.

Ted Bundy, einer der bekanntesten Serienmörder überhaupt, war keineswegs allein. Er hatte soziale Kontakte, war ein beliebter Kerl und pflegte Liebesbeziehungen. Trotzdem würden ihn wohl die meisten Menschen als berechnenden Psychopathen bezeichnen.

Andrei Tschikatilo, der über 50 Menschen umgebracht hat, war verheiratet und hatte Kinder. Er hat weder seiner Ehefrau, noch seinen Kids je irgendwas angetan. Er war also keineswegs alleine.

Selbst wenn wir uns "böse Typen" anschauen, die bedeutend schwachsinniger waren als oben genannte, zb Henry Lee Lucas, haben die trotzdem immer jemanden um sich gehabt und von Alleinsein kann keine Rede sein.
Lediglich solche, die derart schwachsinnig sind, dass sie mit sozialen Kontakten nichtmal was anfangen könnten, wenn sie welche hätten, fallen da aus dem Raster. Die brauchen sowas nicht, weil sie dafür keine Verwendung haben. Oder sagen wir: Ihnen fehlt das nötige, geistige Werkzeug um andere Menschen zu bedienen.

In fiktionalen Werken unterstreicht das Alleinsein jedoch den Bösewichtaspekt. Zb bei Hannibal Lecter, der zwar in den höchsten Kreisen verkehrt, so hat er doch eigentlich niemanden, den er Freund oder Partnerin nennen würde - weil er sowas nicht braucht. Diese Art von Unabhängigkeit (nicht darauf angewiesen zu sein - denn angewiesen sein bedeutet Schwäche) zu sozialen Kontakten unterstreicht seine Evilness und ist genau dazu da, ihn als jemanden zu portraitieren, der keine Schwächen hat. In der Hannibal Fernsehserie mit Mads Mikkelsen könnte man ihm eine Art verschrobene Liebe zu Will Graham attestieren, weil Will der einzige ist, der ihn "irgendwie" versteht, aber kanonisch für den Charakter ist das nicht.

Dann haben wir natürlich noch die Art von fiktionalem Bösewicht, die im Grunde gänzlich angetrieben wird von einer Obsession (zb der Ausschaltung des Erzfeindes oder die Weltherrschaft, was auch immer), die ein soziales Leben vollkommen irrelevant macht, da total bedeutungslos neben dem "großen Plan".

Man kann fiktionale Charaktere nicht aufs reale Leben übertragen. Die einen schreibt das Leben selbst, die andere der Autor, um Spannung zu erzeugen. Dabei wird höchst selektiv vorgegangen und dient alleine der Dramaturgie des Charakters und eine solche Selektion gibts im RL nicht.
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Didn't your mother never teach you no manners?
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Maz
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Alter: 43
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14127
BeitragVerfasst am: Do Feb 13, 2020 10:34    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke der häufige Singlestatus zentraler Charaktere in Filmen oder Büchern knüpft sich weniger an die Frage ob diese gut oder böse sind/werden, bzw. den Protagonisten oder den Antagonsiten verkörpern, sondern erfüllt eher die Funktion den Fokus auf den Charakter selbst zu lenken bzw. direkt ein gewisses "einsamer Wolf-Image" damit zu kultivieren.

Zumeist folgt ja erst am Ende des Plots für den Protagonisten doch (noch) die glückliche Vereinigung mit z.B. einer Angebeteten (wenn überhaupt). Für den Antagonisten interessiert sich in dem Moment dann ja sowieso niemand mehr, falls er denn bis zu diesem Punkt überlebt hat.

bzgl. realer Mörder/Verbrecher:

Ich würde das eher an die Frage knüpfen welche Ziele mit den Taten verfolgt wurden (z.B. politische Ziele vs. Mordlust ansich) und welche Methodik dabei zum Einsatz kam und auch inwieweit sich das Umfeld im Hinblick auf die dafür notwendigen Aktivitäten kontrollieren ließ. Ted Kaczynski lebte z.B. als Selbstversorger in einer Hütte.

Die Anführer von Verbrecherorganisationen umgeben sich wiederum zwar mit vielen Leuten, die aber immer die Funktion erfüllen müssen sie gegen den Rest der Gesellschaft abzuschirmen, damit sie selbst möglichst unerkannt operieren können.
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