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Wie steht ihr zu fiktiven Charakteren?
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Was haltet ihr von fiktiven Charakteren, die ihr im Kontext von Medien (Bücher, Games, TV+Film…) kennengelernt habt? Wie sehr könnt ihr euch für bestimmte Figuren begeistern?
Ggf. denke ich noch eine kurze Zeit über sie und die Geschichte nach.
35%
 35%  [ 8 ]
Ich kann wochen-/monate-/jahrelang schwärmen.
57%
 57%  [ 13 ]
Ich kann mich in sie verlieben.
4%
 4%  [ 1 ]
Ich kann eine (romantische) Beziehung mit ihnen führen.
4%
 4%  [ 1 ]
Stimmen insgesamt : 23

Autor Nachricht
Sandkastenzorro
zweitgrößter Spammer des Forums



Alter: 40
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 3624
Wohnort: Fairvale
BeitragVerfasst am: So Dez 27, 2020 13:30    Titel: Antworten mit Zitat

Tamrin hat folgendes geschrieben:
wollte ich den Thread nicht zu einem Dialog werden lassen, in den sich niemand mehr einzumischen traut


*guckt die letzten Beiträge an* .. Mhkay Wink

Und jetzt antworte ich doch, obwohl ich damit nicht angesprochen wurde.

Zitat:
Angenommen du wärst fiktophil, woher willst du wissen, ob diese Charakteristik angeboren ist oder in frühester, nicht erinnerbarer Kindheit erworben wurde?


Und das gilt dann für Asexualität oder Homosexualität nicht? Ich mein, wenns nicht erinnerbar ist, weils SO weit in der Kindheit liegt, dass man da noch gar kein Hirn hat, das Erinnerungen speichern könnte, dann gilt das pauschal entweder für alles, oder für nix. Aber ganz sicher nicht für "nur eines, weils seltener ist", während es bei allen anderen Sachen nicht gilt.

Zitat:
Wenn jemand fragt Warum?, fühle ich mich angegriffen und muss mich rechtfertigen, mich verteidigen. Die Frage hinterfragt das woran ich glaube und ist daher ein Angriff auf meine Werte. [...] Vermutlich, weil du es vielfach so erlebt hast, dass nach Ursachen gefragt wurde, um diese wie du schreibst abzuschaffen und der Norm anzugleichen und du schließt daraus, dass jeder, der die Frage stellt, diese Intention hat und jeder, der sie hört diesen Hintergedanken hineininterpretiert.


Ich bin zwar nicht Wildling, aber ich antworte trotzdem mal: Nicht zwangsläufig. Es kann auch daran liegen, dass man SO oft nach dem Warum gefragt wird und immer wiederholen muss, dass es irgendwann einfach nur noch nervt, dass es anscheinend niemals gut ist und man immer weiter sein So-sein rechtfertigen muss, während der Standardnormalverbraucher einfach so hingenommen wird, wie er ist, ohne, dass jemand auch nur auf die Idee käme, ihn dauernd nach dem Warum zu fragen.


Zitat:
angenommen ich würde fiktive Personen lieben, das jemandem erzählen und der fragt mich nach dem Warum, so würde ich ihm nüchtern erklären, was ich an ihnen so toll finde


Die Frage ist dermaßen ... hanebüchen, dass ich darauf wahrscheinlich mit der Gegenfrage antworten würde, WARUM man seinen realen Partner oder seine Kinder oder seine Eltern oder seinen Hund liebt. Wieso muss ich das erklären, während jeder Andere das nicht muss (und sicher auch keine Antwort darauf hätte, denn seit wann verliebt man sich in GRÜNDE)? Wird eine Liebe nur dann valide, wenn man einen triftigen Grund vorweisen kann, warum man liebt? Und if so, wie viele davon braucht man und welche sind gültig? Es läuft eben immer wieder darauf hinaus und aus Erfahrung weiss ich, dass jede Antwort auf ein "Warum" mit einem "Aber" gekontert wird. Und das ist eben genau das, was ich meine - nur, weil ich mit meiner Orientierung in der Minderheit bin, stehe ich nicht in der Pflicht, die bescheuertsten Fragen zu beantworten und mich zu rechtfertigen für etwas, was der Andere sicher auch nach 12 Stunden Dauererklärung nicht nachvollziehen kann.

Zitat:
Sie basiert aber meines Erachtens auf einer grundlegenden Angst oder Selbstunsicherheit/geringem Selbstwert. [...] In diesem Fall wäre es wohl Angst. Angst sich mit sich selbst auseinanderzusetzen. Denn wenn ich im Reinen mit mir bin und weiß, dass es keinen psychologischen Auslöser gab


Tut mir leid, dass ich da jetzt wieder gegenboller, aber da geh ich nicht mit konform. Denn es unterstellt dem Anderen ja bereits wieder, dass er ein Problem hat, denn sonst würde er ja die Frage, die man bei jeder anderen Orientierung auch nicht beantworten kann, bereits beantwortet haben. Und wenn er das nicht hat, dann hat er ... 1) Angst, 2) keinen Selbstwert, 3) Aids...

Dass man sich bereits bis zum Erbrechen selbst auseinander genommen hat und es einfach irgendwann auch mal leid ist, weil unterm Strich immer die selbe Antwort bei rauskommt, nämlich, dass es überhaupt nichts ändert und total egal ist, was der Grund ist, solange man fein damit und nicht leidet, und genau deshalb nicht immer wieder in die Position gedrängt werden möchte, auch weiterhin auf sich selber rumzukauen, nur um die Neugier und die eh in Nichtakzeptanz resultierenden Fragen anderer Menschen zu befriedigen, hat nix mit Selbstwert zu tun - ist aber dennoch eine Option für dieses Verhalten. Und ich fände es auch echt dreist, dass mein Unwille aufgrund von fed-up irgendwann dann AUCH NOCH pathologisiert wird zu "Du hast nur Angst oder ein kaputtes Selbstwertgefühl", eben weil ich (nach ewiger Zeit) nicht mehr WILL, weil been there, done that und das zu grölfzigtausend. Ich denke, du verstehst, was ich meine... Aber hey - man kanns niemandem recht machen - aber wenn ich dann mal Gebrauch davon mache und das auch so formuliere, dann bin ich ja wieder [insert pathologischer Grund], warum ich Gebrauch davon mache Wink

Ist doch mit Asexualität das selbe. Ich wette, wenn man da nur lange genug immer wieder die selben Fragen beantwortet, wird mans irgendwann auch leid. Und wenn dann derjenige kommt, bei dem man (nach x Jahren) aufhört, Fragen zu beantworten, und der das dann als Grund nimmt, einem zu sagen, man hätte kein Selbstwert oder nur Angst, sich mit sich selber auseinander zu setzen, dann ist das... ja... Very Happy

Zitat:
Aber ich beuge mich gern der mehrheitlichen Meinung und vermeide in Zukunft die Frage nach dem Warum, wenn sie doch eher kritisch aufgenommen wird. Eigentlich finde ich das aber sehr schade, weil ich doch gern lernen und andere besser verstehen möchte.


Natürlich darf man sich die Frage nach dem Warum stellen. Aber weder denke ich, dass es eine allgemeingültige Antwort gibt auf diese Frage, noch denke ich, dass ein Grund noch Relevanz hat, wenn man fein mit seiner Orientierung ist, denn man kann sie eh nicht ändern. Man kann sie ignorieren. Man kann dementieren, sie zu haben. Aber man kann nicht zaubern, dass sie einem nicht mehr schmeckt.
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Fichte
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 27.06.2012
Beiträge: 505
BeitragVerfasst am: So Dez 27, 2020 15:30    Titel: Antworten mit Zitat

Ihr könnt schneller schreiben als ich lesen kann! Wink Ich antworte jetzt erst mal nur auf einen Teil von Seite 4.

Tamrin hat folgendes geschrieben:
z.B. jedes gesagte Wort wortwörtlich nehmen und draus einen Witz machen
Fällt dir ein Beispiel ein? Mich brachte mal jemand in einem Aufzug zum Lachen, als er auf dem Weg nach unten sagte: "Und jetzt sind wir in einem Abzug." Totlachen Ich mag Wortwitze. (Aber was ich gar nicht ausstehen kann, sind Aprilscherze oder so Sachen wie, jemandem eine Torte ins Gesicht zu werfen. Finde ich überhaupt nicht witzig.)

Tamrin hat folgendes geschrieben:
Arpad4 hat folgendes geschrieben:
Lass ihn ruhig nach anderen Frauen gucken. Bei manchen Sexuellen ist das "normal".
Das denke ich auch. Meine Freundin damals war der Überzeugung, dass er das absichtlich macht und er ja niemandem anders hinterhergucken müsste, wenn er sie wirklich lieben würde. Ich denke, das läuft automatisch ab, ohne dass ihm das immer bewusst ist.
Ich mach das sogar als Asexuelle. Mr. Green Kommt zwar nicht oft vor, dass mir jemand optisch positiv auffällt, aber wenn, dann ja, schau ich hin und genieße den Anblick. Bei mir hat das überhaupt nichts mit Liebe zu tun. Am kuriosesten finde ich bei mir zudem, dass ich manchmal Anblicke "anziehend" finde, die mir gleichzeitig aber trotzdem nicht gefallen, siehe z. B. oben mein Tomb Raider Beispiel. Oder für Bilder siehe z. B. das offizielle Musikvideo zum Spiel "Rise of the Tomb Raider" https://www.youtube.com/watch?v=1hu8-y6fKg0 Einerseits finde ich manche Szenen im Video irgendwie "heiß" (aber ohne Reaktion in meinem Geschlechtsteil), aber andererseits finde ich Lara wirklich fast gar nicht attraktiv, sondern zu dünn und zu feminin für meinen Geschmack.

Tamrin hat folgendes geschrieben:
Darf ich nochmal nachfragen, ob du dir auch keine Gedankenwelt aufbaust, wie es werden könnte? Also immer wieder verschiedene Varianten durchspielst z.B. bzgl. was alles beim nächsten Treff mit einer bestimmten Person gesagt werden oder passieren könnte?
Mach ich wirklich nicht. Ich spiel allenfalls durch, was in der Vergangenheit zwischen mir und dieser Person passiert ist und was mir davon besonders gut gefallen hat oder was nicht und was ich beim nächsten Mal, falls ich noch mal in so eine Situation käme, besser machen könnte. Aber über die möglichen Ergebnisse denke ich nicht nach, denn das kann man ja leider nicht 100% korrekt vorhersagen; und "raten" mag ich nicht.

Aber animierte Figuren oder auch so Videospielfiguren wie Lara Croft kann ich mir wirklich in real vorstellen, also z. B. dass sie wie in einem Fantasyfilm plötzlich aus dem Bildschirm fliegen und dann auf dem Boden meines Wohnzimmers liegen. Bloß dass ich mir halt ihre Reaktion auf mich nicht vorstellen kann. Also Interaktion kann ich mir im Voraus allgemein nicht vorstellen, sondern allenfalls Rateversuche, was ich aber ja nicht mag.

Musik hat auf mich übrigens fast gar keinen Einfluss oder eher im Gegenteil: z. B. das Gedudel in der von mir verlinkten Enterprise-Szene finde ich viel zu schmalzig.
Oder z. B. Horrorromane funktionieren ja völlig ohne Musik und z. B. in Stephen Kings Shining die Szene mit den Heckentieren fand ich im Buch viel gruseliger (und entsprechend viel besser) als im Film. Weiß aber gar nicht, ob im Film an der Stelle Musik vorkam.

Fragen nach dem "warum" finde ich jedenfalls interessant. Hab aber derzeit wirklich noch nicht alle bisherigen Beiträge gelesen. Ich mag nicht so viel Zeit im Forum verbringen. Vielleicht in ein paar Tagen wieder.
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Tamrin




Alter: 39
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.09.2020
Beiträge: 77
Wohnort: Thüringen
BeitragVerfasst am: So Dez 27, 2020 18:40    Titel: Antworten mit Zitat

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:
Und das gilt dann für Asexualität oder Homosexualität nicht? Ich mein, wenns nicht erinnerbar ist, weils SO weit in der Kindheit liegt, dass man da noch gar kein Hirn hat, das Erinnerungen speichern könnte, dann gilt das pauschal entweder für alles, oder für nix. Aber ganz sicher nicht für "nur eines, weils seltener ist", während es bei allen anderen Sachen nicht gilt.

Gut, was bedeutet schon „gelten“? Entweder eine Sache ist wissenschaftlich erforscht oder nicht. Soweit ich es verstanden habe, aber ich bin da auch überhaupt keine Fachfrau, geht man momentan davon aus, dass Homosexualität als Orientierung angeboren ist. Der Schluss liegt nahe, dass es Asexualität, als Orientierung gesehen, dann auch sein wird. Aber in dieser Forschungsmaterie bewege ich mich nicht, das ist nur das, was ich hier bisher so mitbekommen habe. Aber wie schon mal geschrieben kann ich mir gut vorstellen, dass nicht bei jedem, der sich für asexuell hält auch wirklich eine asexuelle Orientierung zugrunde liegt und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Aber gut, das ist nur meine Meinung.

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:
Es kann auch daran liegen, dass man SO oft nach dem Warum gefragt wird und immer wiederholen muss, dass es irgendwann einfach nur noch nervt, dass es anscheinend niemals gut ist und man immer weiter sein So-sein rechtfertigen muss, während der Standardnormalverbraucher einfach so hingenommen wird, wie er ist, ohne, dass jemand auch nur auf die Idee käme, ihn dauernd nach dem Warum zu fragen.

Das kann ich absolut nachvollziehen und hatte es in meiner obigen Argumentation als für mich valides Argument, warum einen die WARUM-Frage stört, auch aufgeführt („und sei es nur, weil einem die Frage aus dem Hals raushängt“). Aber das ist für mich Genervt sein (vielleicht noch sich ungerecht behandelt fühlen, weil die „Normalos“ solche lästigen Fragen nicht dauernd gestellt bekommen) und etwas anderes als sich angegriffen fühlen. Ersteres kann ich klar verstehen, letzteres weniger.

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:
Die Frage ist dermaßen ... hanebüchen, dass ich darauf wahrscheinlich mit der Gegenfrage antworten würde, WARUM man seinen realen Partner oder seine Kinder oder seine Eltern oder seinen Hund liebt.

Ja, das war natürlich ein doofes Beispiel. Ich wollte nur bei der Warum-Frage bleiben. Aber wenn mir jemand die Frage stellt, würde ich aufzählen, was mir an der Person gefällt. Ich bin anscheinend wirklich etwas zu grüblerisch drauf, denn mich interessiert auch warum jemand eine reale Person liebt.

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:
Es läuft eben immer wieder darauf hinaus und aus Erfahrung weiss ich, dass jede Antwort auf ein "Warum" mit einem "Aber" gekontert wird.

Da steckt dann aber schon eine vorgefestigte Meinung dahinter, die nicht wirklich das Warum verstehen will, sondern mit einem „aber“ die Gelegenheit nutzt, den eigenen Standpunkt zu vertreten. Wie ich schon schrieb, kann ich gut verstehen, dass die vielen derartigen Erfahrungen zu einer Ich hab‘s satt-Haltung führen.

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:
Denn es unterstellt dem Anderen ja bereits wieder, dass er ein Problem hat, denn sonst würde er ja die Frage, die man bei jeder anderen Orientierung auch nicht beantworten kann, bereits beantwortet haben.[…]
Und wenn dann derjenige kommt, bei dem man (nach x Jahren) aufhört, Fragen zu beantworten, und der das dann als Grund nimmt, einem zu sagen, man hätte kein Selbstwert oder nur Angst, sich mit sich selber auseinander zu setzen, dann ist das... ja...

Das habe ich nicht getan. Wie gesagt, die „es kotzt mich langsam an“-Haltung kann ich verstehen. Ich bezog mich auf Wildlings Szenario, dass eine einfache Frage im Gefragten das Gefühl auslösen würde, „ein "Fehler", etwas Kaputtes“ zu sein. Immer wenn eine Frage oder Aussage, die objektiv betrachtet neutral ist, heftige Gefühle auslöst (und das schien mir in Wildlings Szenario der Fall zu sein), würde ich mich fragen, warum das so ist, was da in mir getriggert wird. Wenn alles gut ist, ist auf eine Frage auch eine entspannte Antwort möglich und wenn sie nur ist „Hau ab, deine Fragerei nervt.“ Oder eben dein Text: „Ich habe mich bereits bis zum Erbrechen selbst auseinander genommen und es kommt unterm Strich immer die selbe Antwort bei raus, nämlich, dass es überhaupt nichts ändert und total egal ist, was der Grund ist, solange man fein damit ist und nicht leidet.“ (Ich habs mal etwas freier zitiert).

Aber deine Antwort auf meine Frage hattest du ja schon auf Seite 1 beantwortet. Insofern war es nie meine Absicht dich weiter zu nerven. Alles, was ich wollte, waren ein paar Meinungen zu meinen Theorien auf Seite 4 (und eigentlich keine Diskussion, darüber ob die Frage nach dem Warum für Fiktophile (ggf) kränkend ist). Dass da keine endgültige Wahrheit zu finden ist, ist mir klar. Aber Theorien aufstellen könnte man ja. Anscheinend stehe ich mit dieser Ansicht aber hier auf recht verlorenem Posten. Auch einen Erkenntnis. Wink

@Fichte: ich antworte auf deinen Beitrag später, da ich hier schon wieder viel zu lange sitze und leider Familienpflichten rufen. Aber ich freu mich auf jeden Fall, dass du noch dabei bist. Irgendwie hab ich das Gefühl, dass du die Einzige bist, die meinen Fragen hier keine böse Absicht unterstellt.
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Sandkastenzorro
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Alter: 40
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 3624
Wohnort: Fairvale
BeitragVerfasst am: So Dez 27, 2020 22:24    Titel: Antworten mit Zitat

Tamrin hat folgendes geschrieben:
Aber wie schon mal geschrieben kann ich mir gut vorstellen, dass nicht bei jedem, der sich für asexuell hält auch wirklich eine asexuelle Orientierung zugrunde liegt und genau da liegt der Hase im Pfeffer. Aber gut, das ist nur meine Meinung.


Ich verstehe schon den Gedanken dahinter. Man will halt differenzieren und das Label "rein" halten und das kapier ich. Und ich kapier auch, dass man auf seinem eigenen Weg zur Erkenntnis Ursachenforschung betreibt um für sich selbst Dinge klar zu kriegen. Aber wenn wir mal in den Alltag schauen, hat es absolut keine praxistechnische Relevanz mehr, ob jemand asexuell geboren wurde, oder aber durch ein frühkindliches Trauma keinen Bezug zur Sexualität hat und es somit nicht kennt und auch nicht vermisst.
Das wird dann protokolliert und zu den Akten gelegt, aber im täglichen Leben kommt unterm Strich das selbe bei raus. Eher vermute ich, wenn jemand tatsächlich durch ein Trauma keine Sexualität hat, dass dann dauernd versucht würde, daran rumzudoktorn und demjenigen einzureden, er stünde in der Pflicht, den Defekt doch mal zu beheben und er müsse doch mal... Und das finde ich btw genauso ungerechtfertigt zu verlangen, wie von einem geborenen Asexuellen.

Zitat:
Aber das ist für mich Genervt sein (vielleicht noch sich ungerecht behandelt fühlen, weil die „Normalos“ solche lästigen Fragen nicht dauernd gestellt bekommen) und etwas anderes als sich angegriffen fühlen. Ersteres kann ich klar verstehen, letzteres weniger.


Aber selbst DAS ist doch keine Sache, die nur den Empfänger betrifft. Viele Leute WOLLEN damit angreifen. Und je nachdem, wie oft einem das passiert ist, konditioniert man sich eben darauf, ohne es zu merken und reagiert generell so. So ganz pauschal finde ich daran auch erstmal nix verwerfliches, denn steter Tropfen höhlt eben das Schwein. Verwerflich wird es dann, wenn nach dem Hinweis "Ich will dich nicht angreifen, ich will verstehen" dann trotzdem das Programm weiter gefahren wird, weil man das nicht gelten lassen will und weiter seine Kondition ausleben, obwohl sie in diesem Fall falsch liegt.


Zitat:
Ich bezog mich auf Wildlings Szenario, dass eine einfache Frage im Gefragten das Gefühl auslösen würde, „ein "Fehler", etwas Kaputtes“ zu sein.


Ja, aber auch hier macht es einen Unterschied, ob die Frage einmal kommt, oder von tausenden Leuten seit 30 Jahren gestellt wird und 99 von 100 Malen in der Absicht, einem genau DAS zu vermitteln: Du bist falsch. Da wird dann irgendwann ein Trigger geschaffen, wo vorher keiner war. Und ich glaube, derjenige, der durch stetige Zermürbung nicht irgendwann anfängt, an sich zu zweifeln, werfe den ersten Stein, denn so gefestigt ist, glaube ich, keiner.

Zitat:
Aber Theorien aufstellen könnte man ja. Anscheinend stehe ich mit dieser Ansicht aber hier auf recht verlorenem Posten.


Kein Mensch verbietet dir, Theorien aufzustellen. Ich bin der Meinung, wenn es sich für DICH richtig anfühlt, dein Schwärmen für fiktive Charaktere auf Bindungsangst oder dergleichen zurückzuführen, dann wirst du damit wohl auch nicht ganz aufm Holzweg sein. Immerhin bist du der Experte deiner Lebenslage und kein anderer. Gefährlich wirds eben dann, wenn man das von sich auf andere Leute überträgt. Und ich kann von mir nicht behaupten, bindungsängstlich zu sein und die anderen Fiktos, die ich kenne, sind es übrigens auch nicht.

Zitat:
Irgendwie hab ich das Gefühl, dass du die Einzige bist, die meinen Fragen hier keine böse Absicht unterstellt.


Hat niemand getan btw. Ich nicht und Wildling hab ich auch nicht so gelesen.
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Wildling





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 25.05.2020
Beiträge: 27
BeitragVerfasst am: So Dez 27, 2020 23:13    Titel: Antworten mit Zitat

Tamrin hat folgendes geschrieben:
Du kannst dir sicher denken, was ich mich jetzt frage. Warum? Warum denkst du so? Woher kommt diese starke negative Reaktion?

Vermutlich, weil du es vielfach so erlebt hast, dass nach Ursachen gefragt wurde, um diese wie du schreibst abzuschaffen und der Norm anzugleichen und du schließt daraus, dass jeder, der die Frage stellt, diese Intention hat und jeder, der sie hört diesen Hintergedanken hineininterpretiert.

Ich bewerte nicht jedes "Warum?" negativ. Bitte lies dir meinen Post dazu nochmal durch, wenn das nicht klar wurde. Auch wegen dieses Satzes hier:

Tamrin hat folgendes geschrieben:
Aber ich beuge mich gern der mehrheitlichen Meinung und vermeide in Zukunft die Frage nach dem Warum, wenn sie doch eher kritisch aufgenommen wird. Eigentlich finde ich das aber sehr schade, weil ich doch gern lernen und andere besser verstehen möchte.


Du kannst (mich) gerne jederzeit fragen, warum ich lieber Pullis statt T-Shirts trage oder warum ich das Fahrrad dem Auto vorziehe. Warum meine Hautfarbe ist wie sie ist, möchte ich aber nicht gefragt werden. Und auch nicht, warum ich (k)eine (besondere) Sexualität habe.

Bei allem, was meiner Wahl entspringt, was auf meiner freien Entscheidung oder meinem Geschmack beruht, fasse ich jedes "Warum?" als Wissensdurst auf und beantworte es, so gut ich kann und will. Aber wie und wieso soll ich erklären, warum ich schwul bin? Oder fiktophil? Oder asexuell? Oder was auch immer, was ich nunmal von Natur aus bin?
Ich kann dir erklären, warum ich einen gewissen Lebensstil pflege, weil der eine willentliche Entscheidung ist. Aber warum ich so BIN? Welcher Grund wäre denn da legitim? Und welcher nicht? Und wieso wird erwartet, dass ich den kenne? Wie gesagt, einen heterosexuellen Menschen fragst du auch nicht, wieso er hetero ist.

Und die Frage "WAS liebst du an deinem Partner?" (seine Augen, sein Humor, wie er sich das Haar um die Finger zwirbelt, whatever) ist eine ganz andere als "WARUM liebst du deinen Partner?".

Tamrin hat folgendes geschrieben:

Aber ganz objektiv betrachtet ist doch die Frage Warum? einfach nur eine Frage, auf die es eine Antwort gibt oder eben nicht bzw. auf die man eine Antwort geben kann oder auch nicht (und sei es nur, weil einem die Frage aus dem Hals raushängt). Natürlich muss ich nicht alles hinterfragen. Warum jemand groß gewachsen ist oder blaue Augen hat, würde ich auch nicht nachfragen, weil das klar ist (genetische Veranlagung). Wenn das bei Fiktophilie auch so wäre, würde ich auch nicht nachfragen.

Und meine Frage ist: Warum ist das bei Fiktophilie nicht klar? Und bei welcher sexuellen Ausrichtung ist das noch nicht klar? Und warum ist es bei der einen klar, bei der anderen aber nicht? Was unterscheidet die?

Ja, man KANN immer fragen: Warum?
Aber ich bleibe bei meiner Aussage, dass manche Warums, gerade die, die mit "Ist halt so" beantwortet werden müssen, weil es nunmal einfach so ist, einen Angriff darstellen. Weil Unwissenheit einfach nicht immer vor Strafe schützt. Wie gesagt, frag mal einen Schwarzen, warum seine Haut dunkel ist. Das ist Rassismus, obwohl es aus Wissensdurst und Neugier und Interesse geschieht. Das eine schließt das andere nicht aus und legitimiert es auch noch lange nicht.

Man könnte vor einem (harmlos gemeinten und aus Wissensdurst gefragten) "Warum?" ja einfach mal kurz nachdenken, ob die Antwort einfach ein "Isso!" der Natur sein könnte. Warum sind deine Haare braun? Warum sind deine Augen grau? Warum bist du so groß? Warum ist dein linkes Bein kürzer als dein rechtes? Warum liebst du nur (insert anything)? Oder, vielleicht ein nachvollziehbareres Beispiel: Warum kannst du keine Kinder kriegen?

Warum lebst du asexuell? <-- das ist - für mich - ein legitimes Warum.
Warum bist du asexuell? <-- das ist - für mich - kein legitimes Warum.

Wird das nun klarer? Wissenschaftliche Neugier legitimiert einfach nicht alles.

Tamrin hat folgendes geschrieben:

Die Argumentation kann ich nachvollziehen. Sie basiert aber meines Erachtens auf einer grundlegenden Angst oder Selbstunsicherheit/geringem Selbstwert. Schließlich sind wir alle ein Resultat verschiedenster äußerer Einflüsse.

Hier musste ich ein bisschen grinsen. Du sagst, du kannst meine Argumentation nachvollziehen und schiebst sie im nächsten Moment auf ein geringes Selbstwertgefühl, das du mir einfach mal andichtest, ohne mich zu 1 % zu kennen. Was denn nu?

Zumal so ein Wink auf das Selbstwertgefühl auch schnell die Schuld umkehrt. Wie, meine Frage hat dich verletzt? Das war doch nur Neugier! Dann haste wohl ein Problem mit deinem Selbstbewusstein ...

Und meiner Meinung nach sind wir übrigens auch mehr als ein Resultat äußerer Einflüsse. Es gibt nämlich noch sowas wie Biologie und DNA. Und Warum-Fragen, die mit Biologie beantwortet werden müssen, sind für mich einfach ein potenzieller Angriff. Wenn ich anfangen muss, mich für meine Biologie zu erklären, hat das für mich einen sehr, sehr bitteren Beigeschmack. Siehe Rassismus, siehe Judenverfolgung, siehe Schwulen-Hetze, siehe Angriffe auf Behinderte, siehe ... ach, nahezu jede Form von Diskriminierung.

Tamrin hat folgendes geschrieben:
Irgendwie hab ich das Gefühl, dass du die Einzige bist, die meinen Fragen hier keine böse Absicht unterstellt.

Ich unterstelle dir keine böse Absicht. Bitte versteh mich da nicht falsch. Ich möchte dich sensibilisieren dafür, dass Fragen Menschen angreifen können. Ich will dir nicht sagen: Du willst angreifen. Das glaube ich nicht und da fehlt mir auch die Motivation, du fragst ja nach den Gründen für Fiktophilie (nicht: fiktophiles Verhalten) und da ich, wie gesagt, nicht fiktophil bin, ginge dieser potenzielle Angriff gar nicht gegen mich, warum also dagegen gehen?
Mir geht es darum, dass Fragen wehtun können. Und dass insbesondere solche Fragen enormes Potenzial dazu haben, unabhängig vom Selbstwert oder den persönlichen Erfahrungen desjenigen, der mit der Frage konfrontiert wird.

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:
Kein Mensch verbietet dir, Theorien aufzustellen. Ich bin der Meinung, wenn es sich für DICH richtig anfühlt, dein Schwärmen für fiktive Charaktere auf Bindungsangst oder dergleichen zurückzuführen, dann wirst du damit wohl auch nicht ganz aufm Holzweg sein. Immerhin bist du der Experte deiner Lebenslage und kein anderer. Gefährlich wirds eben dann, wenn man das von sich auf andere Leute überträgt.

Das ist es halt. Da muss man mit seinen Theorien einfach aufpassen. Wie man die formuliert und auf wen oder welche Gruppen man die so stülpt.

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:
Ich nehme mir die Freiheit heraus, zu zitieren, was er dazu sagt:

"Was ist an einem Gasherd umständlich? Womit kochst du denn? Mit Gammastrahlung aus dem Weltall? Mit dem Feuer deiner Wut? ... Was ist Thermomix? ... [SKZ erklärt ihm das, nachdem sie selber erstmal im Internet nachschlagen musste] ... (o_O) Warum braucht man sowas? Warum braucht man für teuer Geld solche unsinnigen Geräte? Ich bezweifle doch, dass so ein Ding etwas anderes kann, als ein Ei entweder weich, oder hart zu kochen... Und das kann mein Herd auch. Also, wenn man in 2020 nicht kollektiv das Kochen verlernt hat, dann braucht man kein Gerät, das für einen kocht. Und wenn man nicht kochen kann, aber es schafft, die Anleitung für das Teil auswendig zu lernen um es bedienen zu können, dann ist man theoretisch auch schlau genug, um zu kochen. ...Theoretisch. Was ist los mit eurer Zeit, in der man kompliziertesten Kram braucht, um das einfachste der Welt zu können...?"

Antwort genug? Very Happy

Ich koche mit meinem Feuer der Wut, genau! Laughing Und zwar auf den Scherben meines zerstümmelten Selbstwertgefühls. Und sollte sich rausstellen, dass ich weder wütend noch unsicher bin, nutz ich vielleicht doch den ollen Herd, bin nämlich auch Team Anti-Thermomix, aber dazu sollte es vielleicht einen eigenen Thread geben ... Oder besser nicht. Very Happy
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Sandkastenzorro
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BeitragVerfasst am: So Dez 27, 2020 23:41    Titel: Antworten mit Zitat

Wildling hat folgendes geschrieben:
Team Anti-Thermomix


Thermomix klingt aber auch irgendwie nach... nem Bewohner eines kleinen, gallischen Dorfes vor 2000 Jahren.... genaugenommen das mit den Hinkelsteinen und dem Zaubertrank.
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Tamrin




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BeitragVerfasst am: Mo Dez 28, 2020 9:49    Titel: Antworten mit Zitat

@Sandkastenzorro: Konsens erreicht. cool Ich gehe mit allem was du schreibst konform.

Nur zwei kleine Anmerkungen:

Ich habe mal wieder gemerkt in was für einer schönen heilen Welt ich lebe. Denn als ich das gelesen habe:
Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:
Viele Leute WOLLEN damit angreifen.
War meine Reaktion: Shocked Was zum Teufel?! WARUM? (= rhetorisches Warum, das keiner Antwort bedarf Wink)

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:
Aber wenn wir mal in den Alltag schauen, hat es absolut keine praxistechnische Relevanz mehr, ob jemand asexuell geboren wurde, oder aber durch ein frühkindliches Trauma keinen Bezug zur Sexualität hat und es somit nicht kennt und auch nicht vermisst.
Das wird dann protokolliert und zu den Akten gelegt, aber im täglichen Leben kommt unterm Strich das selbe bei raus.

Für mich hätte es allerdings doch eine praxistechnische Relevanz, weil ich selbst Kinder habe und ggf. von meinen Eltern gemachte Fehler nicht wiederholen wollen würde.
Aber natürlich hast du recht, irgendwann muss man die Suche nach Antworten aufgeben. Ich suche jedoch von Natur aus sehr lange (wenn auch nicht permanent und intensiv) und manchmal auch nach Antworten auf banale Fragen. Zum Beispiel habe ich in meiner Jugend viele Jahre lang versucht zu verstehen, warum es mir, obwohl ich damals sehr selbstdiszipliniert war, manchmal einfach nicht gelang, dem Drang Süßigkeiten zu konsumieren, zu widerstehen. Laughing (Antworten zu finden war damals aber auch nicht so einfach wie dank Internet heute)

Und Danke für deinen Infos zur Nicht-Bindungsängstlichkeit deiner Bekannten. Das ist ein wertvoller Hinweis für mich.
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Arpad4




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BeitragVerfasst am: Mo Dez 28, 2020 12:47    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Zum Beispiel habe ich in meiner Jugend viele Jahre lang versucht zu verstehen, warum es mir, obwohl ich damals sehr selbstdiszipliniert war, manchmal einfach nicht gelang, dem Drang Süßigkeiten zu konsumieren, zu widerstehen.


Du bist genauso alt wie mein Bruder, und er ist auch "Fisch" (Sternzeichen). Ich verstehe es bei ihm auch nicht wie er alle versteckte Süßigkeiten "riechen" konnte. Meine Mutter hat immer wieder Schokolade gekauft, und versteckt vor ihm. Als sie uns Süßigkeiten geben wollte, war ein großer Teil schon weg (und das immer wieder). Laughing

Wer der Schuldige war wussten wir immer. Nur wie er das Versteck (meine Mutter hat es immer wo anders versteckt; nie am gleichen Platz) aufgespührt hat, haben wir nie rausgefunden. Heute hat er nicht mehr soviel Interesse an Süßes.
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Viele finden 100 Fehler an mir, in mir, um mich herum. Und wie viele hast Du? Sollen wir anfangen zu zählen?
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Tamrin




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BeitragVerfasst am: Mo Dez 28, 2020 12:52    Titel: Antworten mit Zitat

Du meinst, es liegt am Sternzeichen Laughing

Ich bin tatsächlich auch jemand gewesen, der immer die geheimen Verstecke ausgeraubt hat - und die leeren Schachteln wurden drin gelassen, damit es so aussieht, als würde nichts fehlen. kichern

Aber - ich konnte es selbst nicht glauben - es gab ein Versteck, das hatte ich nie gefunden - das hat mir meine Mutter erst vor ein paar Jahren gezeigt.

Leider esse ich noch immer gern Süßigkeiten und leider auch gern mal Unmengen davon.
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BeitragVerfasst am: Mo Dez 28, 2020 13:05    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ich bin tatsächlich auch jemand gewesen, der immer die geheimen Verstecke ausgeraubt hat - und die leeren Schachteln wurden drin gelassen, damit es so aussieht, als würde nichts fehlen.


Totlachen

Ja genau solchen Quatsch hat er auch gemacht. Er zeichnet extrem gut, und absoluter FF7 Fan. Er zockt auch FF14 seid Jahren. Ich denke es liegt nicht direkt daran, dass er Fisch ist, sondern noch an seinen Konstellation. Er ist kein "ernster" Fisch sondern noch ein Kind innerlich, erfinden immer neue Begriffe (Wortspiele). Da kann schon mal aus ein Polizist ein "Zilopist" werden. Oder aus einer Fernbedienung eine "Nervbedienung". Er hat auch eine eigene Sprache erfunden. Laughing Macht viel Quatsch, und hat ein sehr erfinderischer Humor.

Zitat:
Leider esse ich noch immer gern Süßigkeiten und leider auch gern mal Unmengen davon.


Das ist doch Nervennahrung sagt man. Solang es nicht dick macht ist es ok. Ich esse manchmal auch viel Süßes wenn ich viel und schwer arbeiten muss.
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Viele finden 100 Fehler an mir, in mir, um mich herum. Und wie viele hast Du? Sollen wir anfangen zu zählen?
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Tamrin




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BeitragVerfasst am: Mo Dez 28, 2020 14:04    Titel: Antworten mit Zitat

Arpad4 hat folgendes geschrieben:

Das ist doch Nervennahrung sagt man. Solang es nicht dick macht ist es ok. Ich esse manchmal auch viel Süßes wenn ich viel und schwer arbeiten muss.

Leider macht es mich momentan dick. Aber dafür sind ja die guten Vorsätze da. Ich habe festgestellt, dass ich immer, wenn ich eine herausfordernde Aufgabe angehen muss, etwas Tolles geschafft habe, genervt bin oder mich unbewusst für irgendwas bestrafen will, zu Süßkram greife. Der eigentliche Grund, warum es mir manchmal total leicht fällt zu verzichten und manchmal gar nicht, liegt aber nicht in meiner Psyche, was ich lange dachte, sondern - so wie es sich mir momentan darstellt - schlicht und banal am weiblichen Zyklus. klatsch
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Tamrin




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BeitragVerfasst am: Mo Dez 28, 2020 14:11    Titel: Antworten mit Zitat

@Wildling: mein vermutlich letzter Post zu dem Thema, weil mir die Tage einfach die Zeit fehlt.

Okay, ich denke, ich verstehe deine Argumentation (jetzt deine ganz persönliche, nicht die allgemeine, auf die ich mich in einem vorherigen Post und der Vermutung eines dahinter steckenden geringen Selbstwertgefühls bezog (was – auch wenn ich dich persönlich angesprochen hätte (was ich nicht habe) - keinesfalls als Beleidigung gemeint war, aber das wäre eine andere Diskussion).

Was mir auffiel, was aber wohl nicht Kern des Problems ist, ist, dass du mein Warum zu wort-wörtlich nimmst. Sicher mein Fehler, ich hatte nie eindeutig geschrieben, dass es mehr als eine Art Schlagwort für eine grundlegende Ursachenforschung gedacht war. Also natürlich würde ich niemanden, fragen warum er die und die Person liebt, höchstens, was er an ihr liebt oder, warum jemand asexuell ist (höchstens seit wann ihm das aufgefallen ist und ob Eltern/Geschwister es auch sind). Aber eben Muster zu erkennen versuchen, finde ich spannend. Das ist aber sicher eine persönliche Eigenschaft, genauso gibt es Menschen (wie dich) die nicht immer und überall den Drang nach Ursachenforschung verspüren und mit einem wie du schriebst "Isso!" leben können.

Da mir leider die Zeit fehlt und wir uns dann auch mehr oder minder im Kreis drehen würden, werde ich jetzt nicht noch einmal im Einzelnen auf deine Fragen eingehen. Meine Argumente habe ich gebracht und würde sie dafür nur noch einmal umformulieren oder ausschmücken.

Wenn ich dich richtig verstanden habe, ist dein Standpunkt folgender:
Alle Warum-Fragen, die die Biologie betreffen, also deren Antwort irgendetwas in Richtung Genetik gehen würde, sind ein Angriff.

Wenn nun ein Kind eine Frau fragt, warum sie keine Kinder bekommen kann, ist das aber sicher kein Angriff, sondern Wissensdurst. Wenn ein erwachsener Mensch dieselbe Frage stellt, siehst du es als Angriff. Die Frage ist doch aber dieselbe, sie selbst kann also nicht das Problem sein, sondern von wem sie gestellt wird bzw. mit welcher Absicht. Aber Absicht (Wissensdurst) spielt, wenn ich dich richtig verstanden habe, keine Rolle, es ist immer ein Angriff. Ich habe verstanden, dass das deine Sichtweise ist, und dein Bestreben ist, anderen Schmerz zu ersparen, indem du mir klar machst, dass die Warum-Frage verletzen kann. (Gerade in diesem Beispiel – Frau kann keine Kinder bekommen - wäre aber eine genaue Erklärung der Hintergründe, sofern bekannt, von Vorteil, da dann der Fragende dieses Wissen an andere, die dasselbe Problem haben, weitergeben könnte).

Jeder sieht die Welt durch die Brille seiner Erfahrungen. Ich bitte dich auch zu versuchen zu verstehen, dass meine Sicht auf die Dinge eine andere ist. Ich habe in meinem Leben Warum-Fragen (also Ursachen-Fragen ganz allgemein) nur aus Wissensdurst gestellt bekommen (oder zumindest diesen hineininterpretiert), ganz im Sinne des Sesamstraßen-Liedes Smile. Für mich ist eine unschuldig aus Neugier gestellte Warum-Frage kein Angriff und sollte von einem Menschen, der nicht genervt ist (weil er diese Frage schon tausendmal gestellt bekommen hat), auch entweder kurz und sachlich beantwortet oder ignoriert werden können. Und letzteres kann hier ja jeder tun. Ich habe niemanden konkret angesprochen und ausgefragt. Ich habe ein paar Theorien geäußert und wer will, kann darauf was schreiben, wer nicht will, eben nicht. Und weil das vielleicht mittlerweile etwas untergegangen ist, es ging mir dabei nicht primär um den Extremfall Fiktophilie.
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Fichte
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BeitragVerfasst am: Fr Jan 01, 2021 15:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hab es endlich geschafft, alle Beiträge zu lesen. Hab dabei sogar etwas Neues gelernt: Ich wusste zwar schon seit meiner Kindheit, dass manche Leute auf Warum-Fragen "seltsam" bzw. aus meiner Perspektive "unvernünftig" reagieren, aber ich dachte bisher immer, das läge entweder an "hab keine Lust, darüber tiefer nachzudenken" oder an "hab nicht die Fähigkeit, darüber tiefer nachzudenken". Dass es als 3. Erklärungsmöglichkeit noch sowas wie "fühle mich von deiner Frage direkt emotional angegriffen und hab daher keine Lust, dir sachlich zu antworten" gibt, hatte ich gar nicht auf dem Schirm! Werde ich aber für die Zukunft im Hinterkopf behalten. Smile
Ich selbst fühle mich jedenfalls nie emotional angegriffen - nicht mal dann, wenn jemand absichtlich versucht, mich verbal zu verletzen.

Warum-Fragen stell ich mir jedenfalls schon seit ich denken kann bei allem, weil ich einfach wissen will, wie ich und wie andere im Detail ticken.

Hinsichtlich Gefühlen für fiktive Charaktere würde ich jedenfalls vermuten, dass es sowohl von Problemen unabhängig sein kann (also dass man einen fiktiven Charakter einfach so empfindet wie einen realen Charakter), als auch dass es mit "Problemen" (mir fällt gerade kein passenderes Wort ein) zusammenhängen kann. Ich könnte mir als mögliche Theorien z. B. noch vorstellen, dass eine fiktive Beziehung vielleicht konfliktfreier ist oder dass man in einer fiktiven Beziehung volle Macht oder Kontrolle über den anderen hat oder vielleicht dass man in einer fiktiven Beziehung eher "eins werden kann" mit dem Partner bzw. der Partnerin. Aber ist natürlich nur Spekulation, denn ich hatte ja bisher weder reale noch fiktive Liebesbeziehungen. Mir selbst würde es jedenfalls nicht um Macht usw. gehen, aber ich hab den Anspruch, dass mein Gegenüber mich mindestens genauso liebt wie ich mich selbst liebe (und auch umgekehrt), und sowas hab ich bisher halt (mal abgesehen mit meiner Oma) noch nie erlebt. Die anderen finden mich immer schlechter als ich mich selbst finde und wollen mich verändern, und auf sowas hab ich keine Lust. Da bleib ich lieber allein! Mr. Green
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BeitragVerfasst am: Fr Jan 01, 2021 15:51    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Warum-Fragen stell ich mir jedenfalls schon seit ich denken kann bei allem, weil ich einfach wissen will, wie ich und wie andere im Detail ticken.


Der Klassiker ist ja "warum ist der Himmel blau?" Wink

Der Umstand, dass sich imho absolut keine Frage abschließend klären läßt weil jede Antwort immer auf weitere Konzepte angewiesen ist und damit neue Fragen aufwirft ist ein ganz fundamentaler Aspekt unserer relativen Wirklichkeit ansich.

So gesehen gehen viele Leute vielleicht auch nicht darauf ein, weil sie nicht so auf unendlichen Regress aka Endlosschleifen stehen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Infiniter_Regress

In der Informatik kann man damit aber immerhin noch die Bude wärmen.
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Tamrin




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BeitragVerfasst am: Sa Jan 02, 2021 10:00    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:
Der Klassiker ist ja "warum ist der Himmel blau?"

Ich dachte immer, der Klassiker ist: „Warum ist die Banane krumm?“ Laughing

Aber beides sind berechtigte Fragen, auf die es erhellende Antworten gibt. Dann hängt es, denk ich, vom Typ ab, ob man quasi alle in der Erklärung verwendeten Grundlagen hinnimmt oder ganz konsequent die auch wieder hinterfragt. So wie ich es verstanden habe, würde infiniter Regress ja nur in letzterem Fall eintreten.
Ich bin da leider oder zum Glück so gestrickt, dass ich mich mit einfachen physikalischen Erklärungen zufrieden gebe. Wenn ich da was nicht verstehe, ist mein erster Gedanke nicht, ich frag noch mal nach, sondern, Mist, ich bin zu dumm das zu verstehen.

Fichte hat folgendes geschrieben:
Ich selbst fühle mich jedenfalls nie emotional angegriffen - nicht mal dann, wenn jemand absichtlich versucht, mich verbal zu verletzen.

Ich vermute fast, es würde mir auch so gehen. Mir fehlen jetzt, wie ich gerade merke, allerdings die Beispiele, wo mich jemand verbal verletzen wollte… entweder erkenne ich solche Momente gar nicht, verdränge sie oder habe wirklich nur mit Gutmenschen zu tun.

@Fichte: noch mal kurz zu deinem vorletzten Post:

Bzgl. Wortwitze:

Fichte hat folgendes geschrieben:
Fällt dir ein Beispiel ein? Mich brachte mal jemand in einem Aufzug zum Lachen, als er auf dem Weg nach unten sagte: "Und jetzt sind wir in einem Abzug."
Darüber könnte ich auch schmunzeln. Mein Mann bringt häufig Kalauer oder er zitiert Alf oder aus Bud Spencer & Terance Hill Filmen. Neulich kam am Abendbrotstisch, nachdem ich festgestellt hatte, dass zwei unserer Kinder aneinander vorbei geredet hatten: „rechts oder links vorbei?“ Das war aber schon einer der besseren.

Bzgl. Leuten hinterhergucken:

Fichte hat folgendes geschrieben:
Ich mach das sogar als Asexuelle. Kommt zwar nicht oft vor, dass mir jemand optisch positiv auffällt, aber wenn, dann ja, schau ich hin und genieße den Anblick.
Mein Grundgedanke ist auch immer, ich will ja auch nicht, dass mir jemand verbietet anderen hinterherzugucken (auch wenn ich’s nicht mache – ich schau aber den Leuten auch nicht mal in die Augen), deshalb würde ich das auch meinem Partner nicht verbieten.

Bzgl. sich vorher ausmalen, was bei einer Begegnung mit einer bestimmten Person geschehen könnte:

Fichte hat folgendes geschrieben:
Mach ich wirklich nicht. Ich spiel allenfalls durch, was in der Vergangenheit zwischen mir und dieser Person passiert ist und was mir davon besonders gut gefallen hat oder was nicht und was ich beim nächsten Mal, falls ich noch mal in so eine Situation käme, besser machen könnte. Aber über die möglichen Ergebnisse denke ich nicht nach, denn das kann man ja leider nicht 100% korrekt vorhersagen; und "raten" mag ich nicht.
Wow, das finde ich faszinierend. Musst du dich da aktiv zurückhalten dir nichts auszumalen oder ist allein die Idee über das nachzudenken, was noch nicht war und damit in ungewisser Zukunft liegt, abwegig? Ich war ja früher immer so drauf, dass ich mir im Nachhinein überlegt hatte, was alles hätte passieren können und dann zu den tollsten Ergebnissen gekommen bin. Aber da war immer mehr das Abbild meines Gegenübers in meinem Kopf aktiv als sein reales Selbst. Letzteres lieferte nur minimalen Input.

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Eine Sache hat mich kürzlich noch zum Nachdenken gebracht. In einem der Podcasts, die ich immer beim Aufräumen höre (wobei ich eher aufräume, während ich Podcasts höre), wurden die vier existenziellen Grundkonflikte oder auch Grundängste nach I.Yalom vorgestellt: Tod, Unfreiheit, Einsamkeit, Sinnlosigkeit. Zum dritten Punkt, der Angst vor Einsamkeit, ist folgendes gemeint (Wikipedia-Zitat): „Auch wenn wir den Wunsch nach Schutz und Kontakt haben und den Mitmenschen oft nahekommen, ist die letzte Kluft zu ihnen unüberwindbar. Wir können nicht mit ihnen verschmelzen und müssen die Welt allein durchschreiten.“ So wie ich es verstanden habe, geht es auch darum, dass man am Ende des Lebens doch ganz allein ist.
Hierfür könnte es auch von Vorteil sein – und das beziehe ich jetzt nicht ausschließlich auf Fiktophilie – seine Begleitpersonen in sich zu tragen, denn dann ist man nie alleine und wird es auch auf dem Sterbebett nicht sein. So geht es zumindest mir. Aber vielleicht sind auch nicht alle diese Grundkonflikte für jeden ein großes Thema.
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