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Selbsteinordnung als asexuell = Asexualität?

 
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Wird ein Mensch asexuell wenn er sich als asexuell bezeichnet?
Ja wer sich als asexuell bezeichnet, der ist asexuell
41%
 41%  [ 7 ]
Nein, es gibt Eigenschaften, Verhaltensweisen (oder Einstellungen), die nicht mit Asexualiät vereinbar sind (welche?)
59%
 59%  [ 10 ]
Stimmen insgesamt : 17

Autor Nachricht
Maz
ADMod Team



Alter: 43
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14317
BeitragVerfasst am: Sa Jul 11, 2020 8:42    Titel: Selbsteinordnung als asexuell = Asexualität? Antworten mit Zitat

Anknüpfend an die "Inklusionsdebatte" stelle ich mir die Frage wer sich einer Definition von Asexualität über die Selbstzuschreibung vollumfänglich anschließen würde.

Bei den Usern, die das nicht tun, würde mich interessieren auf Grundlage welcher Eigenschaften, Verhaltensweisen (oder auch Einstellungen) ein Menschen als nicht (mehr) asexuell angesehen werden kann.
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_Tanne




Alter: 17
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 07.07.2020
Beiträge: 11
Wohnort: Niedersachsen
BeitragVerfasst am: Sa Jul 11, 2020 13:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ich würde sagen, das man asexuell ist, wenn man sich selbst so bezeichnet. Das aber natürlich auch nur wenn man ernsthaft darüber nachgedacht und abgewägt hat.
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Finn Aylar





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 10.02.2020
Beiträge: 34
Wohnort: Wetterau
BeitragVerfasst am: Sa Jul 11, 2020 14:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ich würde grundsätzlich davon ausgehen, dass Menschen darüber nachgedacht haben, wenn sie sich mit einem Label identifizieren. Das bedeutet, dass sie sich mindestens mit einem Aspekt der Definition/der Auslegung/des Spektrums identifizieren können, sonst hätten sie sich nicht dafür nicht entschieden. Daher halte ich die Definition von Asexualität über Selbstidentifikation für sinnvoll.
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Maz
ADMod Team



Alter: 43
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14317
BeitragVerfasst am: Sa Jul 11, 2020 14:19    Titel: Antworten mit Zitat

Das setzt aber voraus, daß es eine andere konkrete Definition gibt auf die sie sich beziehen und damit umgeht man das Dilemma doch letztlich wieder durch die Hintertür.

Auch wenn wir davon ausgehen, daß Menschen in dem Bereich generell nicht absichtlich lügen, wollte ich zumindest auch auf Leute raus, die sich unabhängig von einer anderen Definition (oder auf Grundlage einer nicht dem Mainstream entsprechenden oder sogar völlig unbekannten Definition) als asexuell einordnen.
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Fiammetta





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1040
Wohnort: Hamburg; Alter: 36
BeitragVerfasst am: Sa Jul 11, 2020 18:36    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe die "Inklusionsdebatte" in den letzten Tagen verfolgt, im entsprechenden Thread aber nichts geschrieben, weil mir schien, dass zu diesem Thema doch alles irgendwann schon einmal gesagt wurde. Hinzu kommt, dass ich irgendwie beide Seiten verstehen kann und mich persönlich ungern fest positioniere.
Bei der Umfrage habe ich jetzt aber doch abgestimmt und zwar für "Nein, es gibt Eigenschaften, Verhaltensweisen (oder Einstellungen), die nicht mit Asexualiät vereinbar sind."
Und, welche nun? Im Laufe der Jahre habe ich ein paarmal mitbekommen, dass Leute sich aufgrund einer von ihnen getroffenen Entscheidung, keinen Sex haben zu wollen, als asexuell bezeichnet haben, und das geht meiner Meinung nach an der Sache vorbei.
Ob eine Person schon mal Sex hatte oder keine diesbezüglichen Erfahrungen gesammelt hat, ob jemand Kinder möchte oder nicht, ob man sich vor irgendwelchen Körperflüssigkeiten ekelt oder nicht, spielt für mich keine Rolle. So manches, was andere berichten, kann ich nicht nachvollziehen, aber dann sage ich mir immer: nicht vorschnell urteilen, jedes Empfinden und jede Biographie ist anders. Es gibt aber doch ein paar Fälle, in denen ich denke, die Selbstbezeichnung als asexuell ist falsch gewählt. Dass die betreffenden Leute das dann früher oder später selbst merken, kann natürlich auch sein.
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"Pour moi l’hétérosexualité n’est pas la norme, ce n'est qu'une majorité statistique."
(Peggy Sastre)
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Maz
ADMod Team



Alter: 43
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14317
BeitragVerfasst am: Sa Jul 11, 2020 19:32    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe wie zu erwarten auch für Nein gestimmt und will mal (anstatt auf die Thematik intrinsischer Motivationslagen einzugehen) zum Aspekt "Entscheiden keinen Sex zu haben" noch etwas ergänzen. Ich denke oftmals sind diese Entscheidungen die Konsequenz gemachter Erfahrungen und weniger bewusste Willensakte.

Meiner etwas eingerosteten Erfahrung mit realen Treffen nach waren auf Stammtischen z.B. häufig Menschen anwesend, die insbesondere im Beziehungskontext mehr oder weniger traumatische Erfahrungen gemacht hatten. Abgesehen von schweren Problemen wie Missbrauch (die ja nun auch nicht unbedingt offen angesprochen werden und natürlich wenn sie früh geschehen die sexuelle Entwicklung insgesamt massiv beeinflussen können und insofern eine eigene Kategorie darstellen) gab es vor allem viele Personen, die ganz offensichtlich über Jahre oder Jahrzehnte hinweg in doch eher problematischen Beziehungskonstellationen gelebt hatten, in denen sie ihre eigenen Bedürfnisse wohl nicht wirklich durchsetzen konnten. Viele dieser Menschen sind in meinen Augen primär "Beziehungstraumatisiert" und kommen darüber dann wiederum erst zur Erkenntnis mit der "Sexsache" ab sofort nichts mehr zu tun haben zu wollen. Einige von ihnen werden wohl ihr Leben lang keinen Sex mehr haben. Andere werden vielleicht schon wenige Monate später jemanden finden, mit dem es dann besser läuft. Hier würde ich klar sagen, daß das (hier in meinen Augen oftmals unpassende) Label Asexualität vor allem die Funktion erfüllen sollte, sich von den gemachten Erfahrungen bzw. der Sexsache insgesamt abzugrenzen.
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SchuffiPupsi




Alter: 31
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 23.04.2012
Beiträge: 1583
Wohnort: In der Mitte von M-V
BeitragVerfasst am: Sa Jul 11, 2020 19:57    Titel: Antworten mit Zitat

Da ein homosexueller auch nicht hetero wird, nur weil er sich so das nennt, liegt die Antwort klar auf der Hand.
Wer ein sexuelles Verlangen jemandem oder etwas gegenüber empfindet (körperlich erregt wird und/oder dabei den Wunsch verspürt, in Interaktion zu treten mit dem Ziel, körperlich/sexuell befriedigt zu werden), ist nicht asexuell.

Wohingegen die bloße Abwesenheit oder das Ablehnen von Sex nicht automatisch auch bedeuten, dass man asexuell ist. Denn ein Verlangen kann ohne sichtbare Handlung vorhanden sein, sowie eine sichtbare Handlung auch ohne Verlangen existieren kann.
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Callas of the Wind




Alter: 39
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 13.08.2019
Beiträge: 267
Wohnort: Oberfranken
BeitragVerfasst am: Sa Jul 11, 2020 21:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe das genauso wie SchuffiPupsi.

SchuffiPupsi hat folgendes geschrieben:
Wer ein sexuelles Verlangen jemandem oder etwas gegenüber empfindet (körperlich erregt wird und/oder dabei den Wunsch verspürt, in Interaktion zu treten mit dem Ziel, körperlich/sexuell befriedigt zu werden), ist nicht asexuell.


Ich habe zwar in dem Test Bin ich asexuell 44 Punkte erreicht, fühle mich aber nicht mehr als Asexuell. Der Gedanke, dass ich das wäre, kam mir ganz am Anfang meiner Überlegungen und als ich noch die ganzen anderen Begriffe nicht kannte. Da ich aber das was SchuffiPupsi schreibt durchaus verspüre, wenn auch nicht sehr ausgeprägt und selten, würde ich eher für Nein stimmen.
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Zuletzt bearbeitet von Callas of the Wind am So Jul 12, 2020 2:18, insgesamt einmal bearbeitet
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Maz
ADMod Team



Alter: 43
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14317
BeitragVerfasst am: Sa Jul 11, 2020 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

bzgl. des AIS: Der Test heißt nicht ganz ohne Grund Asexual Identification Scale. Umso mehr Punkte man hat desto mehr Ähnlichkeit besteht quasi mit dem prototypischen als asexuell selbstidentifizierten AVENus User von ca. 2011. Daher ist der Test eher geeignet um die Zugehörigkeit im Sinne der Identität zu ermitteln als im Sinne der Orientierung. Wenn man sich an der Definition ausrichtet wäre eine niedrige Punktzahl in einer der Fragen mit Bezug zur Anziehung oder dem Handlungsinteresse im Prinzip ja schon ein Ausschlußgrund.
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Finn Aylar





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 10.02.2020
Beiträge: 34
Wohnort: Wetterau
BeitragVerfasst am: So Jul 12, 2020 12:07    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist mir zuerst nicht aufgefallen: Ich finde die Fragestellung schwierig. Wie oben gesagt wird Mensch nicht X, wenn die Person sich so bezeichnet. Das würde bedeuten, sie redet es sich so lange ein, bis sie tatsächlich so fühlt und handelt. Die Kausalität ist anders herum, eine Person entscheidet sich für dieses Bezeichnung, weil bestimmte Einstellungen/Gefühle/Ansichten vorliegen und es sich daher passend anfühlt.
Zitat:
Das setzt aber voraus, daß es eine andere konkrete Definition gibt auf die sie sich beziehen

Natürlich braucht es dafür wenigstens eine grobe Vorstellung, was unter dem Begriff zu verstehen ist. Sich mit einem inhaltsleeren Begriff zu definieren ist sinnfrei.

Zu traumatisierten Personen: Ein Trauma kann gewisse (möglicherweise reversible) Abneigungen und Einstellungen auslösen. Ich sehe kein Problem darin, wenn diese Person sich dann als asexuell bezeichnet, auch wenn es temporär ist. Die Empfindungen sind dieselben.

Zitat:
Wer ein sexuelles Verlangen jemandem oder etwas gegenüber empfindet (körperlich erregt wird und/oder dabei den Wunsch verspürt, in Interaktion zu treten mit dem Ziel, körperlich/sexuell befriedigt zu werden), ist nicht asexuell.
Wohingegen die bloße Abwesenheit oder das Ablehnen von Sex nicht automatisch auch bedeuten, dass man asexuell ist. Denn ein Verlangen kann ohne sichtbare Handlung vorhanden sein, sowie eine sichtbare Handlung auch ohne Verlangen existieren kann.

Meinem Verständnis nach reicht für die Bezeichnung asexuell nur eines dieser Kriterien aus. Es ist also quasi ein logisches Oder, kein logisches Und. :Wink: Mit Ausnahme von letzten Beispiel, das wäre ja praktisch Zölibat o.ä.

Die Frage ist mEn letztlich, ob die Stärke der gefühlten Abweichung (ob nun Libido, Verlangen nach sexueller Interaktion, gerichtete Anziehung auf ein Geschlecht etc.) von der "Norm" in Richtung Asexualität ausreicht, sodass diese Person sich mit diesem Label beschrieben fühlt.
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Maz
ADMod Team



Alter: 43
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14317
BeitragVerfasst am: So Jul 12, 2020 12:28    Titel: Antworten mit Zitat

Die Kausalität ist wie du ja schreibst genau deswegen umgekehrt weil die Selbsteinordnung nicht der Grund ist sich so zu bezeichnen, d.h. auch dann wirkt zumindest implizit (auf der Grundlage bestimmter Empfindungen) wieder eine andere Definition im Hintergrund, die sich dann mehr oder weniger präzise ausdrücken lässt. Ich dachte mir schon, daß der Unterschied nicht unbedingt auffällt, aber nur durch das "wird" ist die Definition doch letztlich überhaupt unabhängig von anderen Definitionen vorstellbar.

Zitat:

Sich mit einem inhaltsleeren Begriff zu definieren ist sinnfrei.


Die Definition über die Selbsteinordnung ist wie festgestellt wurde für sich genommen inhaltsleer. Sie hat also zwar keine faktische Bedeutung aber offensichtlich eine emotionale über die Komponente der Identifikation mit dem Begriff.

Selbst die Definition über "ein Asexueller ist jemand, der sich als asexuell bezeichnet" ist wenn man darüber nachdenkt aber nicht wirklich inklusiv, da sie all diejenigen nicht erfasst, die gemäß anderer Definitionen asexuell wären, sich aber nicht labeln oder von dem Begriff nichts wissen (vermutlich nach wie vor die große Mehrheit).

Ich fürchte die einzige "Definition", die wirklich jeden inkludiert wäre:
"Wer asexuell ist, der ist asexuell". Wink
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liberty




Alter: 33
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 08.02.2008
Beiträge: 1503
Wohnort: Wien
BeitragVerfasst am: Mi Jul 15, 2020 23:53    Titel: Antworten mit Zitat

Asexualität ist ein häufig missverstandener Begriff, da ist eine gute Definition notwendig - und "jeder der sagt er ist asexuell, ist asexuell" ist für mich überhaupt keine Definition.
Es kommt auch immer wieder in den Forenbeiträgen (hier und anderswo) raus dass viele verschiedene Definitionen herumgeistern und ich finde wir als Community schulden es jeder Person, die ihre (A)sexualität in Frage stellt oder erkunden möchte eine möglichst konkrete Definition zu bieten.

Für mich sind asexuelle Menschen jene Menschen, die kein Interesse haben ihre Sexualität mit einer anderen Person auszuleben. Ich überlege grade ob der Grund dafür wichtig ist (Trauma zbsp.) und denke mir, bei Homosexualität zbsp. wird da ja auch nicht differenziert oder gar nachgefragt. Entscheidend ist ob es eine bewusste Entscheidung ist oder eben etwas "natürliches".
Was für mich Asexualität ausschließt ist zbsp. das Verlangen die Sexualität mit jemand anderes irgendwie auszuleben (und wenn es nur gemeinsame Selbstbefriedigung ist oder man möchte dass jemand dabei zusieht oder was auch immer).

Ich denke einfach, der Sinn hinter dem Asexuell-Label ist es doch eine Art Gegenstück zur klassischen sexuellen Identität zu haben. Und bei Allosexualität sagt ja auch niemand, jeder ist Allosexuell weil er sagt er wäre es - auch da gibt es eine Definition und wenn die eigene innere Gefühlswelt und die Handlungen nicht dazupassen, ist man auch nicht Allosexuell. Wieso sollte das bei Asexualität anders sein?
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