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Sexuelle Phantasie vs Reale Interaktion = Verwirrung
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kichererbse9





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 22.06.2019
Beiträge: 6
BeitragVerfasst am: So März 08, 2020 16:33    Titel: Sexuelle Phantasie vs Reale Interaktion = Verwirrung Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

ich hab vor einem Jahr bereits mal in dem Forum geschrieben und dann das Thema eine ganze Zeit lang gedanklich beiseite geschoben, weil es mich nicht so tangiert hat.
Seit ein paar Wochen denke ich nun wieder häufiger darüber nach. Es tut mir leid, wenn ich hier jetzt ein Thema anspreche, was womöglich schon öfter Thema war.

Es geht mir um folgendes, was mich verwirrt, irgendwie nervt. Und auch ganz toll finde ich die Situation nicht.

Ich bin ein Mensch, der gerne phantasiert. Über körperliche Nähe, Zärtlichkeit, auch Sex und den möglichen Handlungen davor. Ich schaue auch Filmchen und SB kommt schon häufig vor. Mich erregen meine Gedanken, auch wenn ich in diesen Gedanken konkrete Handlungen ausführe, auch mit Personen, die real sind und mit denen ich schon Sex hatte. Ich komme eigentlich immer zum Höhepunkt.

Aktuell befinde ich mich in einer Beziehung. Er ist wirklich ein toller Mensch. Wir kuscheln gerne und das möchte ich auch nicht missen. Vor 5 Jahren wäre das noch undenkbar gewesen. Ich lasse nicht viele an mich heran und kuscheln und diese Nähe kann ich nur zu für mich wirklich besonderen Menschen zulassen.
Wenn ich mir, wenn ich alleine bin, sexuelle Handlungen mit ihm vorstelle, dann spüre ich das in den entsprechenden Regionen. Ich habe quasi Lust.
Sind wir dann aber zusammen, ist es nicht so. Die Erregung ist nicht da. Wir haben Sex miteinander. Und ich meine manchmal, dass ich vielleicht ein kleines Maß an Erregung empfinden könnte, es ist aber ein Witz im Vergleich zu dem, was möglich ist, wenn ich alleine bin.

Dieser Zustand war auch schon früher der Fall, wenn ich unverbindlich über einen langen Zeitraum etwas mit Männern hatte.

Zusammengefasst: Ich verstehe mich nicht.
Ich würde gerne das spüren, wenn ich alleine bin, wenn er auch bei mir ist.
Und ich meine mal gelesen zu haben, dass es Asexuelle Menschen gibt, die sich selbstbefriedigen, aber keinen Sex wollen.

Da frage ich mich nur: Warum?
Also warum kann man sich selbstbefriedigen und Erregung spüren, aber die eigentliche Handlung lässt einen mehr oder weniger kalt?
Bzw. Warum ist die Vorstellung nach sexueller Interaktion mit ihm in meinen Gedanken so gut und so "effektiv" und warum spüre ich das nicht, wenn wir es tatsächlich ausführen?

Ich muss dazu sagen, dass ich nicht gut aus mir herausgehen kann, wenn andere Menschen da sind. Wenn ich Handlungen ausübe, wenn ich alleine bin, dann habe ich natürlich keine Angst vor Be- oder Verurteilung.

Kennt ihr das?
Versteht ihr das?
Wie handhabt ihr das?
Könnt ihr meine Verwirrung und Unzufriedenheit verstehen und mir etwas raten oder einen Tipp geben?


LG Smile
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SukramO




Alter: 38
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 07.03.2020
Beiträge: 12
Wohnort: Köln
BeitragVerfasst am: So März 08, 2020 17:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kichererbse,

Zitat:

Und ich meine mal gelesen zu haben, dass es Asexuelle Menschen gibt, die sich selbstbefriedigen, aber keinen Sex wollen.

Da frage ich mich nur: Warum?
Also warum kann man sich selbstbefriedigen und Erregung spüren, aber die eigentliche Handlung lässt einen mehr oder weniger kalt?
Bzw. Warum ist die Vorstellung nach sexueller Interaktion mit ihm in meinen Gedanken so gut und so "effektiv" und warum spüre ich das nicht, wenn wir es tatsächlich ausführen?

Ich muss dazu sagen, dass ich nicht gut aus mir herausgehen kann, wenn andere Menschen da sind. Wenn ich Handlungen ausübe, wenn ich alleine bin, dann habe ich natürlich keine Angst vor Be- oder Verurteilung.

Kennt ihr das?
Versteht ihr das?
Wie handhabt ihr das?
Könnt ihr meine Verwirrung und Unzufriedenheit verstehen und mir etwas raten oder einen Tipp geben?

Zitat ende.



Ich bin so ein Mensch, SB ja, Sex nein. Warum fragst du. Genau aus den gleichen Gründen wie bei dir. Nicht gut aus sich herausgehen können anderen gegenüber, angst vor be- oder verurteilung usw., aber auch der hygienische aspekt. Liess dir mal hier im forum bei den "vorstellungen" meinen eintrag durch, titel "der neue".

Kennt ihr das? JA
Versteht ihr das? JA
Wie handhabt ihr das? Ganz einfach, es ist wie es ist, du musst für dich überlegen ob du sex willst oder lieber nur bei SB bleibst. Und du musst natürlich auch mit deinem partner drüber reden. Entweder er kann es akzeptieren und respektieren oder er kann es nicht. Wenn er dann der falsche ist, ist es halt so, ist nicht schön aber ich würde mich niemals verbiegen oder was für jmd machen was mir absolut nicht passt. Kleinere kompromisse eingehen ja aber nicht komplett verbiegen. Soweit wie es halt für einen OK ist.

Ich hoffe das hilft dir vielleicht iwie weiter.

Lg
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kichererbse9





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 22.06.2019
Beiträge: 6
BeitragVerfasst am: So März 08, 2020 17:34    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für deine Antwort.

Naja, so einfach akzeptieren kann ich das eben leider nicht.
Ich verstehe nicht, warum die Phantasie zur Erregung führt, aber die Handlung nicht. Meine Schlussfolgerung vor sexueller Aktivität war eigentlich immer, dass es bei wirklicher Ausführung noch krasser sein muss. War es aber nie.

Ich kann nicht einfach happy damit sein, dass SB super ist, aber Sex nicht in Frage kommt, weil ich es unlogisch finde und es mich einfach super verwirrt.

Selbstverständlich würde ich aber mit meinem Partner reden, sollte ich asexuell sein. Wahrscheinlich würde ich mir auch therapeutische Unterstützung suchen, weil mich das schon nicht glücklich machen würde. Ich bin aber auch ein Mensch, der andere Menschen gerne glücklich sieht und mein Freund liebt Sex und ich würde damit nicht aufhören, nur weil diesen eigentlich nicht bräuchte.

Ich frage mich eigentlich: Ist das, was ich beschreibt, "schon" Asexualität?
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SukramO




Alter: 38
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 07.03.2020
Beiträge: 12
Wohnort: Köln
BeitragVerfasst am: So März 08, 2020 17:48    Titel: Antworten mit Zitat

Warum ist man Asexuell, warum ist man Homosexuell, warum lieben manche menschen objekte...

Es gibt nicht immer für alles eine antwort. Selbst wissenschaftler wissen nicht wirklich warum man Asexuell ist. Jeder jeck ist anders und das ist gut so. Und letzendlich würde dir warscheinlich jeder therapeut sagen das du dich so akzeptieren sollst wie du bist. Jeder möchte seinen partner oder freunde usw. Glücklich sehen, aber nicht um jeden preis der welt. Und vorallem dingen ist Asexualität KEINE krankheit!!!

Und zu deiner frage ob das was du beschreibst Asexualität ist. Es gibt verschiedene definitionen davon. Manche haben generell keine triebe,manche ja wollen aber das körperliche nicht usw. Meiner meinung nach ist das was du beschreibst Asexuell. JA!
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kichererbse9





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 22.06.2019
Beiträge: 6
BeitragVerfasst am: So März 08, 2020 18:36    Titel: Antworten mit Zitat

Als Krankheit sehe ich es auch keineswegs an.
Und Akzeptanz ist gerade der Punkt, an dem ich arbeiten müsste.
Aber akzeptieren kann ich erst, wenn ich es verstehe.

Es ist schön, dass du total gut damit bist Smile Das ist schön! Es ist bestimmt nicht schön, wenn man anders lebt, als man wirklich ist. Für mich ist die Situation aktuell so okay mit meinem Freund. Würde er etwas weniger Sex wollen, wäre das für mich schon etwas besser, aber ich fühle mich durch den Sex nicht schlecht.

Was mich unzufrieden macht, ist aktuell eher, dass ich mich selbst noch nicht ganz verstehe.
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kichererbse9





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 22.06.2019
Beiträge: 6
BeitragVerfasst am: So März 08, 2020 18:38    Titel: Antworten mit Zitat

Naja und irgendwie hoffe ich eigentlich auch, dass es nicht so ist und ich irgendwie mehr fühlen könnte, wenn ich mit ihm aktiv bin. Es ist so schön mit mir alleine, das würde ich eigentlich gerne teilen können.
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Maz
ADMod Team



Alter: 43
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14295
BeitragVerfasst am: So März 08, 2020 18:42    Titel: Antworten mit Zitat

kichererbse9 hat folgendes geschrieben:

Da frage ich mich nur: Warum?


Weil Sex keine SB ist Wink
z.B. spielen Fantasien bei realer Intimität schlicht keine Rolle mehr und das Gegenüber steht im Zentrum der Wahrnehmung wohingegen bei der SB gar kein Gegenüber existiert. Insofern kann es durchaus auch sein, dass du den Unterschied erst noch "lernen" musst.
_________________
Bei Problemen mit den Forenfunktionen: Forumsfeature-Guide
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SukramO




Alter: 38
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 07.03.2020
Beiträge: 12
Wohnort: Köln
BeitragVerfasst am: So März 08, 2020 18:55    Titel: Antworten mit Zitat

kichererbse9 hat folgendes geschrieben:
Naja und irgendwie hoffe ich eigentlich auch, dass es nicht so ist und ich irgendwie mehr fühlen könnte, wenn ich mit ihm aktiv bin. Es ist so schön mit mir alleine, das würde ich eigentlich gerne teilen können.


Naja nachdem was du beschreibst ist es aber wohl so.

Lebst du deine fantasien die du bei SB hast denn auch mit deinem partner aus? Vielleicht muss er sich ja auch mehr mühe geben das er einfach...naja klingt vielleicht böse aber ist nicht böse gemeint...vielleicht hat er es einfach nicht drauf.

Oder vielleicht solltest du wirklich mal einem sexualtherapeut/in aufsuchen. Denn diese ganzen gedanken die du dir machst, machen auch vieles kaputt.
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Ayri





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 26.09.2019
Beiträge: 22
BeitragVerfasst am: So März 08, 2020 23:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ich würde mich Maz anschließen, SB - als auch sexuelle Fantasien - sind eben kein Sex. Das eine spielt sich größtenteils in deinem Kopf ab und du hast die Möglichkeit, dich komplett auf deine Vorstellung zu konzentrieren. Bei Sex mit deinem Partner steckst du nicht in deinem eigenen Kopf, sondern in der jeweiligen Situation.
Es gibt ja auch einige Studien dazu, dass Allosexuelle Fantasien haben, deren tatsächliche Ausführung (mittels Rollenspiel zB) total langweilig seien. Oder auch "krasse" Fantasien, die man in der Realität niemals durchgeführen wollen würde. Sexuelle Fantasien und die eigene Befriedigung dazu ist scheinbar bei so gut wie allen irgendwo getrennt von einander. Ob man jetzt asexuell ist oder nicht Wink
In einer Facebookgruppe zu Asexualität hat sich neulich jemand vorgestellt und gesagt er sei "autochorisexuell" - Fantasien und SB, aber die tatsächliche Ausführung sexueller Interaktion sei langweilig (sofern ich es verstanden habe). Keine Ahnung ob es dazu viel im Netz gibt, aber wenn du dich noch nicht verstehst findest du zu dem Stichwort vielleicht noch was?

EDIT: weitere Begriffe sind wohl Aegosexuell oder Autosexuell Smile
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Arpad4




Alter: 41
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 1759
Wohnort: Kaiserslautern
BeitragVerfasst am: Mi März 11, 2020 15:40    Titel: Antworten mit Zitat

Kichererbse@

Mach Dich nicht verrückt. Ob Du asexuell bist oder nicht...kannst Du selber rausfinden. Aber das braucht Zeit.

Es ist aber auch wichtig sich selber so anzunehmen wie man selber ist. Körperfunktionen sind bei jeden Mensch anders, und wenn Du etwas Deinem Partner nicht geben kannst was er sich wünscht, müsst ihr beide das akzeptieren. Das hat mit "Versagen" nichts zutun. So wie Du bist, ist es ok. Versucht ein "Kompromiss" zu finden.
_________________
Viele finden 100 Fehler an mir, in mir, um mich herum. Und wie viele hast Du? Sollen wir anfangen zu zählen?
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Fichte
Admin auf Aven-Partner.de




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 27.06.2012
Beiträge: 505
BeitragVerfasst am: Do März 12, 2020 9:51    Titel: Antworten mit Zitat

Da es hier im Forum schon ab und zu Berichte von z. B. über-30-Jährigen gab, die so spät doch noch ihre Sexualität entdeckten (hab aber leider keine Links zu den Themen im Kopf), würde ich mich an deiner Stelle noch nicht auf Asexualität festlegen. Vor allem auch wegen folgender Aussage von dir:
kichererbse9 hat folgendes geschrieben:
Wenn ich Handlungen ausübe, wenn ich alleine bin, dann habe ich natürlich keine Angst vor Be- oder Verurteilung.
Mit solchen Ängsten hab ich zwar keine eigene Erfahrung, weil ich mir sage "Entweder du magst mich so, wie ich bin, oder wir beenden halt unseren privaten Kontakt. Ich werde mich niemals für dich verstellen oder verbiegen!", aber ich vermute, dass solche Ängste die Lust hemmen können. Irgendwo hab ich mal gelesen, dass beim Sex die höheren Hirnfunktionen aussetzen und man halt einfach das Sinnliche genießt.

Aber Unterschiede zwischen Vorstellung und Wirklichkeit kenne ich. Beispielsweise bevor ich das erste Mal jemanden küsste, erschien mir die Vorstellung interessant und gut, aber als ich es dann wirklich mal ausprobierte, fand ich das Gefühl einer zweiten Zunge in meinem Mund total nervig und hab überhaupt nicht kapiert, was daran schön sein soll. (Aber dazu muss ich sagen, dass ich auch keine Lutscher mag und allgemein keinen Spaß daran habe, meinen Mund zu benutzen.)
Vaginalverkehr hab ich zwar noch nicht probiert, aber ich geh mal davon aus, dass die Dehnung und Reibung in der Wirklichkeit anders sind als in der Vorstellung. Also jedenfalls hab ich schon Frauen jammern hören, dass ihnen nach Vaginalverkehr mit einem Mann alles weh tut, aber dass sie sich trotzdem schon aufs nächste Mal freuen, weil die Lust stärker ist.
Oder bei Männern hab ich schon gehört, dass Masturbation mit der Hand intensiver ist als Vaginalverkehr, da man mit der Hand mehr Reibung hat.
Mir selbst gefällt weder, wenn ich selbst Hand an mich lege noch wenn andere mich anfassen. Also rein mechanisch gefällt es mir nicht. Dementsprechend kann ich bei mir psychische Hemmungen ausschließen - zumal ich bei anderen Aktivitäten (z. B. Umarmungen, die mir sinnlich gefallen) hemmungslos sein kann. Ich bin zwar auch ein Kopfmensch und denke viel, aber das stört trotzdem nicht, wenn mir etwas sinnlich gefällt. Da kann es dann zwar z. B. vorkommen, dass ich schmunzelnd denke "jetzt kommt der Trockennasenaffe in mir zum Vorschein", aber während dieses Gedankens über den Affen in mir amüsiert bin und Spaß an der Tat hab, z. B. bei Umarmungen, wenn jemand einen besonders guten Körpergeruch hat, dass ich dann am Hals der Person schnupper und denke "ach wie herrlich - das fühlt sich super an". (Aber z. B. einen Orgasmus hab ich noch nie gut gefunden. Fühlt sich für mich blöd an.)

Ansonsten könnte ich mir noch vorstellen, dass Attraktivität und/oder sexuelle Technik eine Rolle spielen, denn da hört man ja auch oft Leute erzählen, dass sie ihren neuen Partner zwar super nett, aber körperlich nicht attraktiv genug finden und deswegen keine Lust auf Sex mit ihm haben, oder dass der neue Partner halt z. B. nicht einfühlsam genug ist oder beim Vorspiel zu schnell ist, oder, oder.
Hattest du eigentlich auch schon Sex mit einer Frau? Ich will dir zwar nichts Falsches einreden, aber manchmal gibt es ja auch Leute, die sich nicht eingestehen wollen, dass sie homosexuell sind - also ihre wahre Natur irgendwie verdrängen und dann denken, sie wären hetero, obwohl sie es gar nicht sind, und Heterosex deswegen als lästige Arbeit ansehen.
Aber das nur als Möglichkeiten. Keine Ahnung, was bei dir letztlich zutrifft. Ich an deiner Stelle würde halt einfach irgendwie versuchen herauszufinden, was sich für dich selbst richtig anfühlt.
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charlie89





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.03.2020
Beiträge: 3
BeitragVerfasst am: Do März 12, 2020 22:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kichererbse Smile

evtl. liegt es auch an den Emotionen und Gefühlen?
Du sagst du phantasierst gerne, dass mache ich auch, in meinem Kopf ist es so kunterbunt und spielt sich soviel ab, auf sovielen Ebenen/Dimensionen, da spielen sich zwischenmenschliche Begegnungen genauso intensiv und verträumt ab, wie andere lustige Dinge die so in meinem Kopf umherschwirren.

In meiner Phantasie hatte ich über die letzten 8 oder 9 Jahre hinweg immer die Konstellation der perfekten "zwischenmenschlichen Begegnung" alles war einfach perfekte, ich konnte die Gefühle und Emotionen die diese "Phantasiefrau" (Julia ist ihr Name Very Happy) und ich hatten, so real spüren, dass es teilweise schon unheimlich war.

Diese Phantasien hatte ich auch während meiner damaligen Beziehung (2011/2012 rum) und von da an war es ähnlich wie bei dir, man weiß wie man in seiner Phantasie ist, man weiß wie schön es sein kann, es ist so intensiv als wäre es real, dann kommt eben der reale Part (ob nun der sexuelle Akt, oder auch "nur" Küsse, Umarmungen, etc.) die man automatisch unbewusst an seiner Phantasie "misst".

Ich wollte es mir damals nicht sofort eingestehen, aber meine damalige Freundin war nicht "die Richtige". Entschuldige wenn ich das jetzt so frei heraus sage, aber evtl. ist es bei dir auch so? Vielleicht ist er einfach nicht "der Richtige" bei dem du dich einfach so fallen lassen kannst.

/Edit:

Ich will dir da keinen Floh ins Ohr setzen, nicht dass das falsch rüber kommt, aber mir fehlte damals einfach dieses gewisse "etwas", Sex/Liebe machen ist für mich etwas ganz mächtiges, was sich bei mir vor allem im Kopf abspielt, ist da irgendwo eine Unsicherheit oder ein Gefühl von "hmmm da ist irgendwas..." dann empfinde ich auch keine Erregung und die Erektion bleibt aus bzw. verpufft wieder und manchmal fällt es schwer sich dies einzugestehen, weil man ja nicht gleich alles über Bord werfen will.

Vielleicht ists bei dir ja auch so, dass du Sex/Liebe machen als sowas besonders mächtiges ansiehst, dass es die Seltenheit viel schöner machen würde, es würde praktisch etwas "besonderes" bleiben, in Gedanken kann es ja "blöd gesagt" jeden Tag statt finden, aber sich dann real hinzugeben, ist vielleicht dann nur "richtig" wenn der Moment genau der richtige ist und selbst wenn es nur einmal im Jahr ist.




Liebe Grüße
Charlie
_________________
"Wenn es nur einmal so ganz Stille wäre..." - Rilke
"Wer zu träumen vergisst, vergisst zu leben"
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warmherzig





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 03.03.2020
Beiträge: 30
BeitragVerfasst am: Fr März 13, 2020 20:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kichererbse,

du schreibst, dass du gerne teilen würdest, was du alleine empfindest. In diesem Fall, und weil deine Situation eventuell auch deine Beziehung gefährdet, würde ich dir vorschlagen, zu einem Sexologen zu gehen und es mit einigen Übungen zu versuchen. Das können körperliche Übungen sein, um die Erregung hervorzurufen oder auch mehr auf der emotionalen Ebene, bei denen du bestimmte Gefühle verstärken kannst.

Wenn es etwas Tieferliegendes ist, kann es auch sein, dass ihr bei einem Therapeuten für Beziehung und Sexualität gut aufgehoben wärt.

Versuch es vielleicht auch mal mit "Die Psychologie sexueller Leidenschaft" von David Schnarch. Da kann man zu diesem Thema auch einiges erfahren.
(David Schnarch ist der weltweit beliebteste Therapeut für Ehe- und Sexualtherapie)
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QuietWords




Alter: 27
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 28.02.2020
Beiträge: 5
BeitragVerfasst am: So März 15, 2020 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kichererbse,

da ich selbst noch unentschlossen bin was meine Sexualität betrifft, lese ich zur Zeit viel bezüglich Asexualität, da ich mich mit vielen Aspekten darin identifizieren kann, aber es eben auch Dinge gibt, bei denen ich mir unschlüssig bin. Momentan lese ich in dem Buch „Understanding Asexuality“ von Anthony F. Bogaert.
Deine Verwirrung kann ich nachvollziehen und hoffe, dass du dich davon nicht zu sehr beunruhigen lässt. Sich selbst (und seine Sexualität – die ja ein wesentlicher Bestandteil der eigenen Identität ist) zu entdecken und kennenzulernen braucht Zeit und ist ein Prozess. Lass dich nicht beunruhigen, man ist, wie man ist und es wird gut so sein, auch wenn man nicht alles verstehen kann.

Eine Passage aus dem oben genannten Buch würde ich gerne zitieren, da sie mir persönlich doch recht aufschlussreich klingt. Sie ist auf Englisch, ich glaube, dass das Buch nicht auf Deutsch übersetzt worden ist, ich hoffe, das stört nicht. [Thematisiert wurde gerade Masturbation im generellen (bei sexuellen, wie asexuellen Personen)]

„Interestingly, when the fantasies do occur in asexual people [Anmerkung: in dem vorausgegangenen Absatz wurde darüber gesprochen, ob asexuelle Personen zu einer bestimmten Sache masturbieren oder nicht] in a consistent or systematic way, they are often, although not always, still of a 'disconnected' sort. That is, these people often view themselves as not being part of the sexual acts they are fantasizing about or viewing. In ohter words, they themselves are not connected to anything or anyone sexual. It is as if their owen identities – who they are as individuals – are not sexual (they are not atrackted to anyone or anything), but their bodies, or (more correctly) aspects of their mind related to sexual arousal but not fully connected to their identity, may still need sexual stimulation for them to masturbate (and perhaps recieve pleasure). This 'disconnect' of identity from masturbation and sexual fantasy is very intriguing. To me, it still suggests that these people lack sexual attraction on some level (and thus have an 'asexual' orientation), because their identity – who they are as individuals – is not sexually connected to anyone or anything.“

Zitat aus „Understanding Asexuality“, Bogaert, Anthony F., Rowman & Littlefield Publishers Inc, 2012


Vielleicht trifft dieses 'disconnect' in dem Fall, den du beschreibst, auf gewisse Weise ebenso zu, da die Handlungen, die du dir vorstellst eben 'nur' im Kopf stattfinden und nicht real sind. Asexualität wird ja damit definiert, dass das Empfinden einer sexuellen Attraktivität anderen gegenüber nicht vorhanden ist, wenn ich es richtig verstanden habe. Nicht aber, dass die 'Funktion' erregt zu sein oder Lust zu verspüren nicht funktioniert.
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kichererbse9





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 22.06.2019
Beiträge: 6
BeitragVerfasst am: Fr Apr 03, 2020 14:29    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für die Antworten. Ein paar muss ich noch zu Ende lesen.

Ich wollte erstmal die vorherigen Antworten ein bisschen "sacken" lassen oder einfach darüber nachdenken und weiterschauen, bevor ich noch etwas schreibe.

Tatsächlich ist es meine erste feste Beziehung und ich hatte ein wenig die Hoffnung, dass es damit anders wäre, weil eben nicht alles nur so oberflächlich oder flüchtig ist und meine Angst oder Scham damit sinken könnte. Und mit Sicherheit könnte sich der Herr beim Vorspiel ein bisschen mehr Mühe geben Very Happy

Ich werde mir später oder am Wochenende noch die restlichen Antworten von euch durchlesen! Vielen Dank schon mal! Hat mich sehr gefreut.
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