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Aromantisch! Ja? Nein? Ein bisschen?

 
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styp96




Alter: 24
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 22.01.2020
Beiträge: 5
Wohnort: Düsseldorf
BeitragVerfasst am: Mo Feb 03, 2020 16:19    Titel: Aromantisch! Ja? Nein? Ein bisschen? Antworten mit Zitat

Hey Smile

Als ich mich das erste Mal näher mit dem Thema Asexualität auseinander gesetzt habe, bin ich auch immer wieder über den Begriff Aromatisch gestolpert. Ich weiß nicht, wie eng die beiden Begriffe für die meisten Asexuellen wirklich zusammen hängen, aber vielleicht gibt es hier ja den ein oder anderen, der mir ein wenig helfen kann.

Ich tue mich schon mein ganzes Leben schwer mit Beziehungen. Ich hatte keine Sandkastenliebe so wie viele meiner Bekannten, meine letzte (und längste) Beziehung hielt knapp 4 Monate und ist schon seit 5 Jahren vorbei. Ich habe zwar in der Zwischenzeit immer mal wieder jemanden gedatet, aber nie wirklich lange. Als ich für mich entdeckt habe, dass ich asexuell bin, dachte ich das wäre die Erklärung, warum es bei mir nie funktioniert hat. Ich habe den anderen immer irgendwann von mir gestoßen, weil er mir zu viel wurde, ich aber nicht verbalisieren konnte, WAS genau mir zu viel ist.

Allerdings erklärt Asexualität nicht alles. Ich bin glücklich ohne Partner und kann es mir auch gar nicht vorstellen in meinem Leben wirklich Platz für einen Partner zu machen. Das erscheint mir als eine viel zu große Anstrengung und ich kann nicht ganz nachvollziehen, wie es anderen Menschen scheinbar so leicht fällt, jemanden in ihr Leben zu integrieren. Leider bin ich jemand der gerne ein Label oder eine Beschreibung für sich selber hat, wahrscheinlich damit ich mir sagen kann, dass ich nicht alleine bin mit meinen Gefühlen und das es ein paar Menschen auch so geht.

Deswegen wollte ich die Aromantischen unter euch (falls es sie in diesem Forum gibt) fragen, wie ihr das für euch definiert? Woran merke ich, ob ich aromantisch bin? Ich habe per se nichts gegen eine Beziehung, stelle mir es manchmal sogar recht schön vor, jemanden zu haben, aber irgendwie reicht das nie, um mich wirklich davon zu überzeugen, eine Beziehung einzugehen, egal wie nett, lustig, sympatisch, ... ich mein Gegenüber finde.

P.S. Sorry falls meine Gedanken hier etwas wirr erscheinen, ich bin noch dabei alles für mich zu sortieren.
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Sandkastenzorro
zweitgrößter Spammer des Forums



Alter: 40
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 3627
Wohnort: Fairvale
BeitragVerfasst am: Mo Feb 03, 2020 16:26    Titel: Antworten mit Zitat

Aromantiker verlieben sich nicht und finden Paarbeziehungen nicht erstrebenswert. Freunde sind okay, Partner - nein.
_________________
Didn't your mother never teach you no manners?
-I ain't never had no mother - we was too poor!
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Maz
ADMod Team



Alter: 43
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14296
BeitragVerfasst am: Mo Feb 03, 2020 17:03    Titel: Antworten mit Zitat

Manchmal wird Aromantik wohl eher nur im ersteren Sinne verstanden, siehe dazu:
https://www.aven-forum.de/viewtopic.php?t=11884
https://www.aven-forum.de/viewtopic.php?t=11430
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Bei Problemen mit den Forenfunktionen: Forumsfeature-Guide
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GothGhost




Alter: 20
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 08.10.2019
Beiträge: 7
Wohnort: Raum Stuttgart
BeitragVerfasst am: Di Apr 14, 2020 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hey!

Ich glaube, mir geht es da ähnlich wie dir. Ich hatte zwei Beziehungen im Leben und in beiden ist es mit irgendwann "zu viel" geworden. Zu viel Nähe, zu viel Intimität, zu viel ich weiß nicht was. Zu viel von dem anderen Menschen einfach. Irgendwann ging mir beide einfach nur auf die Nerven und die Gefühle haben sich auch schnell gelegt. Da frage ich mich natürlich auch, ob es überhaupt Liebe war, die ich da am Anfang empfunden habe.

Inzwischen habe ich festgestellt, dass ich vorerst keine Beziehung möchte und auch nicht daran interessiert bin. Persönlich kann ich es auch nicht verstehen, wieso es sich andere "antun". Ist doch mega nervig, ständig jemanden anderen um sich herum zu haben. Freundschaften gerne, aber eine Beziehung? Ich mag Liebe in Filmen und Büchern sehr, fieber da auch immer mit. Aber im echten Leben scheint mir das ganze Liebesgedöns ziemlich überbewertet zu sein und am Ende sind alle enttäuscht.

Ich weiß auch nicht, ob ich aromantisch bin oder was ich überhaupt bin. Vielleicht bin ich auch einfach ein so großer Einzelgänger, dass ich es mit niemanden länger ertragen könnte.

Geht es dir da ähnlich wie mir oben beschrieben?
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Honigdachs92




Alter: 28
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 12.09.2019
Beiträge: 30
Wohnort: Wedemark
BeitragVerfasst am: Mi Apr 15, 2020 16:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!^^

GothGhost, du sprichst mir aus der Seele! Zumindest größtenteils, denn ich hätte schon gern eine Beziehung, kann sie aber nie lange halten, weil es zu Anfang eine Phase der Verliebtheit gibt, das Ganze aber ziemlich schnell abkühlt und ich das Interesse verliere. Bisher dachte ich, das liegt an meinem Trauma, aber da du auch so empfindest, gibt es wohl Menschen, die nur ein gewisses Maß an Nähe ertragen können.^^

Liebe Grüße
Nadine
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GothGhost




Alter: 20
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 08.10.2019
Beiträge: 7
Wohnort: Raum Stuttgart
BeitragVerfasst am: Mi Apr 15, 2020 16:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hmm. Trauma. Ich hatte, bevor ich von Zuhause ausgezogen bin, ein schwieriges Verhältnis zu meinem Vater und manche meiner Charaktereigenschaften rühren schon auch daher, glaube ich. Vielleicht hängt das auch irgendwie mit meinen Beziehungen zusammen? Ich weiß es auch nicht.
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Callas of the Wind




Alter: 39
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 13.08.2019
Beiträge: 263
Wohnort: Oberfranken
BeitragVerfasst am: Mi Apr 15, 2020 16:46    Titel: Antworten mit Zitat

Da fällt mir ein und mein Senf dazu geb. Very Happy Ich habe früher wenn ich bei Menschen beisammen saß oder einfach so Situationen waren wo alles einfach schön war, fast zu schön, es kaum ausgehalten habe. Ganz plötzlich ist wie ein Schalter umgeklappt worden und ich hatte nur noch das Bedürfniss zu fliehen. Das war mir dann alles auf einmal zuviel. Zuviel schönes oder zu heile Welt, zuviel Harmonie. Ich habe das fast nicht ausgehalten. Es war wie eine Qual. Etwas total unangenehmes wie Schmerzen. Ich bin aber nicht geflüchtet, wäre komisch rübergekommen. Ich saß dann da und fühlte mich total unwohl. Dann musste ich das mit mir selber ausmachen und konnte wie eine starre Puppe sehen wie meine Gefühle sich wandeln. Als wären meine Gefühle und ich nicht eins sondern getrennt. Ich habe das dann ausgehalten und hatte zum Schluß ein Gefühl als hätten meine Gefühle mich vergewaltigt. Nur langsam konnte ich mich wieder an die Harmonie gewöhnen aber es blieb dann ein komisches Gefühl zurück und wich nur langsam der Freude über die Harmonie wieder. Zum Glück habe ich das schon sehr lange nicht mehr gehabt. Ich hatte das in der Pupertät am meisten.
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GothGhost




Alter: 20
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 08.10.2019
Beiträge: 7
Wohnort: Raum Stuttgart
BeitragVerfasst am: Mi Apr 15, 2020 16:50    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, das kenne ich auch so ähnlich. Hatte das früher öfters, jetzt etwas weniger und jetzt kann ich auch besser mit anderen umgehen.
Gefühle sind schon eine merkwürdige Sache.
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Nesco





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 16.02.2012
Beiträge: 282
Wohnort: Essen
BeitragVerfasst am: Do Apr 16, 2020 13:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo styp96,

ich bin selbst nicht aromantisch (vermutlich). Die meisten kennen, dass verliebt sein halt nicht, aber Beziehungen kann man auch aus ganz anderen Gründen führen.

Diese Liebe auf den ersten Blick, die die meisten crush nennen, kenne ich selbst nicht, man darf nur nicht vergessen, dass dieses auch platonisch geht. Hab mal gelesen, dass dieses dann squish genannt wird. Im deutschen haben wir wenig Worte für alles.

Ich finde es faszinierend, da hier alle von einen Partner reden, der wie eine Klette an einem hängt. Das mag für die Verliebt-Phase vielleicht gelten, aber ansonsten handelt es sich ja immer noch um zwei Individuen. Die Frage was genau du dir vorstellst, kann dir keiner beantworten. Es gibt auch aromantische Menschen, die sich eine Paarbeziehung anstreben, diese nennt man Cupioaromantic.

Denke ob man eine Beziehung führen kann oder will sind zwei verschiedene Dinge.

Logisch betratet, habe ich auch keine Ahnung warum man sich den Stress antut genau eine Person zu suchen die zu einem passt. Auf der Gefühlsseite muss ich aber sagen, dass sich die Momente dann schon sehr gut anfühlen, wenn man glaub diesen gefunden zuhaben.

Naja, ich hoffe das Hilft dir etwas weiter.
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styp96




Alter: 24
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 22.01.2020
Beiträge: 5
Wohnort: Düsseldorf
BeitragVerfasst am: Fr Jun 19, 2020 18:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo alle zusammen,

erst mal vielen Dank für eure Antworten. Es tut immer gut zu hören, dass es anderen vielleicht ähnlich geht Very Happy

Ich habe mich die letzten Wochen und Monate intensiv mit mir selber beschäftigt (gab ja nicht wirklich was besseres zu tun) und würde mich mittlerweile als aromantisch, oder irgendwo da auf dem Spektrum, bezeichnen. Da einige von euch ja geschrieben haben, es geht ihnen ähnlich wie mir, dachte ich mir, ich packe hier mal die Links zu zwei Videos rein, die mir in der Findungsphase echt geholfen haben, da sie meine Gefühle ziemlich gut wiederspiegeln.

https://www.youtube.com/watch?v=Ec3Y7GhRa_Y
https://www.youtube.com/watch?v=BMDtyTcGfOE

Dort wird Aromantik nochmal ein wenig anders betrachtet, als auf so manchen Internetseiten, die ich gefunden habe. Da stand häufig, dass aromantische Personen Romantik und romantische Beziehungen komplett ablehnen und fast schon einen Ekel dagegen entwickeln. So ist das bei mir überhaupt nicht. Es ist mehr so, wie @GothGhost es beschreibt: In Geschichten mag ich Romantik und ich lese sehr viele Liebesromane, aber mich selber kann ich in einer solchen Beziehung einfach nicht sehen.

Vielleicht helfen die Videos ja auch jemand anderem ^.^
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styp96




Alter: 24
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 22.01.2020
Beiträge: 5
Wohnort: Düsseldorf
BeitragVerfasst am: Fr Jun 19, 2020 18:16    Titel: Antworten mit Zitat

@GothGhost ja das, was du beschrieben hast, trifft es ziemlich gut. Dieses erdrückende Gefühl von "zu viel", was jedes andere (positive) Gefühl erstickt hat. Ich habe herausgefunden, dass viele aromantische Personen dieses Gefühl beschreiben und habe mich da immer sofort wieder erkannt und gedacht "Ja endlich geht es jemandem mal ähnlich". Very Happy

@Nesco ich weiß, dass es für die meisten Menschen komisch klingt, wenn wir so über einen Partner reden. Meine Freunde haben mich da auch nie richtig verstanden, weil ihnen dieses Gefühl fremd ist. In den meisten Fällen ist der Partner keine Klette, die 24/7 deine Aufmerksamkeit fordert. Aber genau so fühlt es sich nach einiger Zeit für mich (und anscheinend auch für andere) an. Als würde der Partner immer mehr Zeit einfordern und als müsste man immer mehr Energie in die Beziehung stecken, obwohl man grade eigentlich viel lieber etwas anderes tun würde.
Ich weiß nicht, wie verständlich sich das für dich anhört. Ich finde es ziemlich schwierig zu erklären, da ich in den meisten Fällen gar nicht sagen kann, was genau mir jetzt zu viel wird, mein Partner hat ja nichts falsch gemacht, aber irgendwas läuft da einfach immer schief.
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