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Haltet ihr ein Outing als asexuelle Person notwendig ?
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Ist ein asexuelles Outing notwendig
Ja, weil
24%
 24%  [ 8 ]
Nein, weil
76%
 76%  [ 25 ]
Stimmen insgesamt : 33

Autor Nachricht
Sonnenwind




Alter: 19
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.12.2019
Beiträge: 46
Wohnort: Bei Nürnberg
BeitragVerfasst am: So Dez 29, 2019 13:29    Titel: Haltet ihr ein Outing als asexuelle Person notwendig ? Antworten mit Zitat

Hierbei meine ich jetzt nicht beim Partner sondern bei Familien/Freunden.

Ich finde es schwierig. Einernseits halte ich es für nicht notwendig weil erstens ja mein (nicht vorhandenes ) Sexualleben niemanden was angeht (ich will auch nicht wissen was meine Freunde so im Bett treiben) und man es ja im Gegensatz zu Homsexualität gar nicht sieht. Ich habe auch keine Lust mir dumme Kommentare anhören zu müssen.

Anderseits finde ich ist es schon wichtig das Menschen überhaupt davon wissen das neben dem Heteronormativ auch andere Sexuelle Orientierungen existieren darunter eben auch Asexualität
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Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14107
BeitragVerfasst am: So Dez 29, 2019 13:43    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke zumeist ist es einfacher den Begriff als solchen nicht gleich/direkt zu verwenden und nicht auf das Thema Orientierung einzugehen. Die Erklärung "kein Interesse an Sex / sexuellen Beziehungen" ist ja unmittelbar verständlich. Wenn dann Zweifel aufkommen kann man immer noch erklären wie der Stand der Forschung zum Thema ist.

p.s. ich frage jetzt mal lieber nicht was ein "Heteronormativ" ist Wink
_________________
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Sonnenwind




Alter: 19
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.12.2019
Beiträge: 46
Wohnort: Bei Nürnberg
BeitragVerfasst am: So Dez 29, 2019 13:44    Titel: Antworten mit Zitat

Heteronormativität ist das denken dass Heterosexualität die einzige richtige und gesellschaftlich relevante Sexuelle Orientierung ist
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Miryl




Alter: 33
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 09.12.2019
Beiträge: 13
Wohnort: Österreich
BeitragVerfasst am: So Dez 29, 2019 13:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sonnenwind.

Ich halte es nicht für notwendig, aber... Ich finde, dass man mit seiner Familie und seinen Freunden über alles reden können sollte.
Manchmal ist das aber halt leider nicht möglich.
Ich werde jetzt sicher nicht meiner gesammten erweiterten Familie mitteilen, dass ich asexuell bin, weil sie es ohnehin nicht verstehen würden.

Meiner direkten Familie, also Mama, Papa, Geschwistern, habe ich es dieses Weihnachten gesagt. Die Reaktionen waren, wie zu erwarten gewesen. "Woher willst du das wissen, wenn du noch keinen Sex gehabt hattest?" HAHA!
(Habe mich zurückgehalten und nicht nachgefragt, ob sie Drogen nehmen wollen, und woher sie das wissen, wenn sie doch noch nie Drogen genommen haben... *hust*)
Und: "Ich habe auch Freunde, die waren lange asexuell, bis sie den richtigen Partner gefunden haben." -> Äh... Asexuell hat nichts mit Sex haben zu tun, sondern mit Sex haben wollen, Interesse an Sex haben... "Was? Wieso? Das macht keinen Sinn."

Tja, ich würde sagen, sie verstehen es nicht... Outing also komplett sinnlos, in dem Fall.
Die meisten meiner Freunde wussten das mit meiner asexualität, glaube ich, ohnehin schon vor mir, also da muss ich mich eigentlich auch nicht "outen". Ich oute mich, wenn jemand meint, mit mir flirten zu müssen (oder mir Sex anbietet).

Wichtig, dass die Menschen es wissen... Die Menschheit hat noch nicht einmal Homosexualität vollkommen anerkannt. Asexualität anzuerkennen, dazu braucht es noch zwei Schritte mehr. Ein sexueller Mensch wird sich sehr schwer tun, so glaube ich, zu akzeptieren, dass es Menschen gibt, bei denen der Gen-erhaltungs-Trieb nicht existiert.
Biologisch gesehen ist der Sinn unseres Lebens ja die Fortpflanzung um die Art zu erhalten. Was für einen Sinn macht dann also ein asexuelles Leben? (Verstehe mich nicht falsch. Es gibt ganz viel Sinn im Leben. Aber eben der biologische Art-erhaltungs-Sinn fällt weg.)

Schlussendlich ist es deine Entscheidung, ob und wem du es sagst.
Ich wünsche dir jedenfalls verständnisvolle Zuhörer.
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Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14107
BeitragVerfasst am: So Dez 29, 2019 13:56    Titel: Antworten mit Zitat

Sonnenwind hat folgendes geschrieben:

Heteronormativität ist das denken dass Heterosexualität die einzige richtige und gesellschaftlich relevante Sexuelle Orientierung ist


Ich denke der Begriff zielt in Wahrheit eher auf klassische vs. "queere" Formen der Beziehungsführung ab. Ein hetero-Asexueller hat z.B. in meinen Augen viel mehr Ähnlichkeiten mit einem hetero-Sexuellen als mit einem homo-Sexuellen.
_________________
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Sieben&siebzig




Alter: 43
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 16.08.2019
Beiträge: 16
Wohnort: NRW
BeitragVerfasst am: So Dez 29, 2019 14:41    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe es nicht als notwendig an.
Es bleibt eine persönliche Sache.
Aber wenn man das Bedürfnis verspürt, mit einigen vertrauten Menschen darüber zu reden, dann sollte man es tun.

Ich habe es vor kurzem getan, da eine gute Freundin von mir mich unbedingt verkuppeln wollte. Da habe ich ihr erklärt dass das weder notwendig noch erfolgversprechend ist. Wink
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gucki19




Alter: 61
Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 22.10.2019
Beiträge: 54
Wohnort: Nordbayern
BeitragVerfasst am: So Dez 29, 2019 17:43    Titel: Re: Haltet ihr ein Outing als asexuelle Person notwendig ? Antworten mit Zitat

Sonnenwind hat folgendes geschrieben:

.... weil erstens ja mein (nicht vorhandenes ) Sexualleben niemanden was angeht ....


Genauso empfinde ich es auch!! Wenn ein/e Asexuelle/r eine Beziehung anfängt und von seiner Orientierung weiß ist es natürlich an der Zeit, mit dem eventuell zukünftigen Partner drüber zu reden - aber da würde man als sexueller ja auch anfangen drüber zu reden, wie man das mit dem Sex gestalten will......also alles ganz normal.

Es gibt Eltern, die würden so was "packen" (verstehen, nachempfinden) und welche für die das unbegreifbar bleiben wird. Zu welcher Gruppe die eigenen Eltern gehören muss dann aber jede(r) selbst abschätzen und entscheiden, wie er damit umgehen will. Ich habe meinen Eltern auch nichts über meine Hochzeitsnacht erzählt und würde einen entsprechenden Bericht meiner Kinder wohl befremdlich aufnehmen....
_________________
Viele Grüße vom
Gucki
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Rea




Alter: 47
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 21.08.2015
Beiträge: 884
BeitragVerfasst am: Mo Dez 30, 2019 2:06    Titel: Antworten mit Zitat

Zwar bin ich nicht dagegen, dass Asexuelle sich outen - ich fände es gut, wenn mehr Leute sich dazu bekennen und diese Orientierung mehr gesehen werden würde.
Aber "notwendig" ist ein Outing nicht - auch nicht vor Familienangehörigen und Freunden.

Ich selbst oute mich immer wieder vor bestimmten Personen - die Reaktionen finde ich spannend.
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Vamp




Alter: 56
Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 21.01.2014
Beiträge: 36
BeitragVerfasst am: Mo Dez 30, 2019 10:56    Titel: Ich bin für ein outing Antworten mit Zitat

Ein Mann ein Wort, eine Frau ein Wörterbuch – sagt man. Und dann wird small talk gemacht, weil man über die Themen, die wirklich unter den Nägeln brennen, nicht sprechen darf oder soll. „Mein Mann ist asexuell – na und?“ Mir würde es nichts ausmachen, darüber zu sprechen, es würde mir helfen, besser damit zu leben. Nein, nicht zum nächsten Stammtisch gehen und das zur Diskussion zu stellen. Ich will mich oder meinen Mann nicht an den Pranger stellen, doch in so manchen Situationen würde ich gerne einfach aufklären. Beispiele?

Bei einem Kurzurlaub mit einer alleinstehenden Freundin wollte ich dieser den Einzelzimmerzuschlag sparen, und bei uns beiden im Bett eh nichts läuft. Bei dem spontanen Vorschlag, ein Dreibettzimmer zu nehmen, reagierte mein asexueller Mann mit: „Drei Nächte, bist du verrückt?“ Klar, dass diese Reaktion von JEDEM falsch verstanden wurde und schmunzelnd aber dankend von unserer Freundin abgelehnt wurde. Daran ist nichts Schlimmes? Für mich schon. Die Menschen bekommen einen falschen Eindruck und das widerstrebt mir, aus Scham, „Was würden die denn sagen!“, etwas so im Raum stehen zu lassen. Es geht in Richtung Doppelleben, was mein Mann 20 Jahre in erster Ehe mit Bravour gemeistert hatte.

Doch Wahrheiten, die nicht in das Schema Anderer passen, werden nicht geglaubt. Wenn die längst erwachsenen Kinder bei einem Familientreffen eine eindeutig zweideutige Bemerkung machen, antworte ich ganz trocken: „Wir haben keinen Sex.“ Lachend und Augenzwinkernd wird darauf mit Unglauben reagiert. Die Beziehung ist auch sonst vollkommen „normal“ Und davor hat mein Mann natürlich Angst! Wie soll er denn erklären, dass seine erste Ehe auf einer Lüge aufgebaut war! Soll man denn tatsächlich den Kindern vor den Kopf stoßen und erklären, du bist einfach nur ein Goldener Schuss gewesen, da der Kinderwunsch größer war als die Abneigung gegen Sex?

Wie steht es um seine erste Frau? Hätte sie nicht ein Recht darauf zu erfahren, was mit ihm los war? 20 Jahre hatte sie mit einem Mann zusammengelebt, dem sie sexuell vermeintlich nichts geben konnte. Jede Frau würde den Grund dafür bei sich suchen und Schuldgefühle entwickeln. Besonders schlimm muss es sie getroffen haben, als die letzte Seifenblase, nämlich die Vermutung, er wäre schwul, platzte, als er eine neue Beziehung mit einer Frau eingegangen war. Wäre es nicht fair, ihr eine Erklärung zu geben?
_________________
Die Liebe zu einem asexuellen ist die wahre Liebe
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Rea




Alter: 47
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 21.08.2015
Beiträge: 884
BeitragVerfasst am: Mo Dez 30, 2019 20:06    Titel: Antworten mit Zitat

Vamp hat folgendes geschrieben:
Wie steht es um seine erste Frau? Hätte sie nicht ein Recht darauf zu erfahren, was mit ihm los war? 20 Jahre hatte sie mit einem Mann zusammengelebt, dem sie sexuell vermeintlich nichts geben konnte.

So wie ich die Frage verstanden habe, geht es @Sonnenwind nicht um ein Outing gegenüber dem/ der Partner*in / Expartner*in, sondern um ein Outing gegenüber Freunden/ anderen Familienmitgliedern. Hier der Einleitungssatz:
Sonnenwind hat folgendes geschrieben:
Hierbei meine ich jetzt nicht beim Partner sondern bei Familien/Freunden.

Ich habe mit "nein" gestimmt, weil Sonnenwind eben explizit den Partner ausschließt.

Während ich es nicht als notwendig erachte, dass man sich vor anderen Personen outet, halte ich eine Offenheit in einer Partnerschaft als notwendig. Wobei das sich Klarwerden, dass man asexuell ist für viele Asexuelle ein längerer Prozess ist und vor allem wohl ältere Asexuelle eine Partnerschaft eingegangen sind, ohne sich klar zu sein, dass sie asexuell sind. Das muss der Betreffende dann erst mal erkennen, verarbeiten - und wann ist dann der "richtige" Zeitpunkt, das dem Partner mitzuteilen?

Vamp hat folgendes geschrieben:
Besonders schlimm muss es sie getroffen haben, als die letzte Seifenblase, nämlich die Vermutung, er wäre schwul, platzte, als er eine neue Beziehung mit einer Frau eingegangen war. Wäre es nicht fair, ihr eine Erklärung zu geben?

Hast Du diese Frage mal Deinem Mann gestellt?
Hat er sich Dir gegenüber zu Beginn Eurer Beziehung outen können?

Vamp hat folgendes geschrieben:
antworte ich ganz trocken: „Wir haben keinen Sex.“ Lachend und Augenzwinkernd wird darauf mit Unglauben reagiert.

Ich habe einmal nach einem Outing von mir von einer allosexuellen Bekannten einen ähnlichen Satz gehört. Sie meinte lachend und trocken: "Meinst Du denn, dass bei uns die letzten Jahre was im Bett lief? Nein - und das ist auch nicht schlimm". Sie hat ihren Mann deswegen nicht weniger geliebt (er ist inzwischen verstorben).
Ich fand das so befreiend, dass auch mal eine allosexuelle Person erzählt, dass sie in ihrer Partnerschaft keinen Sex hat und "trotzdem" mit der Partnerschaft glücklich ist (oder war).
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Callas of the Wind




Alter: 38
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 13.08.2019
Beiträge: 180
Wohnort: Oberfranken
BeitragVerfasst am: Mi Jan 01, 2020 5:48    Titel: Antworten mit Zitat

Also einerseits, wie du schon sagst, denke ich auch geht das niemanden was an. Das liegt aber ganz bei dir was du möchtest. Wenn du es deiner Familie mitteilen möchtest dann mache es doch.
Das man aus der Rolle fällt, fällt ja nur auf wenn ich als Frau eine andere Frau als meine Partnerin vorstelle oder andersrum. Oder ich mache in der Öffentlichkeit etwas was darauf schließt das ich ein anderes Sexualleben auslebe z.b. meinen Mann an der Leine durch die Stadt führe.
Aber wenn ich z.b. hinter verschlossenen Türen meinem Mann den Po versohle bekommt das ja auch keiner mit.

Andererseits finde ich das unsere Gesellschaft mehr Akzeptanz vertragen könnte und das kann, meiner Meinung, nur gefördert werden wenn es normal wird und das geht ja nur wenn es immer wieder aufkommt und bekannt wird/ ist. Wenn das also deine Familie weiß ist Sie vielleicht versöhnlicher oder bereiter das zu Akzeptieren und könnte damit besser umgehen wenn Sie damit später mal wieder in Berührung kommt. Und somit als ein gutes Beispiel vorran gehen.
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DrCarsonBeckett




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.08.2018
Beiträge: 32
BeitragVerfasst am: Mi Jan 01, 2020 18:51    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde es kommt stark drauf:
Wo und bei was.

Generell würde ich das nun erstmal nicht so überall sagen, weil es fürs meiste nicht interessant ist.
Bei Dingen, wie mögliche Beziehung und co wäre das etwas anderes.
_________________
. Smile
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Greywolf




Alter: 50
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 26.01.2014
Beiträge: 411
Wohnort: Münsterland
BeitragVerfasst am: Mi Jan 08, 2020 18:21    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte mir auch überlegt, ob ich mich im Familien-, Freundes-, Bekannten- und Kollegenkreis oute. Ich sah darin jedoch für mich keinen Nutzen. Wenn ich Redebedarf mit Dritten gesehen hätte, hätte ich allenfalls mit Personen gesprochen, wo ich ein Verständnis und Empathie vermutet hätte. Auf fragende Gesichter mit "wie, du hast keine Lust auf Sex? Das gibt es doch gar nicht" hätte ich nicht unbedingt Lust. Zudem interessiert mich das Sexleben der anderen auch nicht.

Einen einzigen Nutzen würde ich im Outen sehen: Dass Asexualität bekannter wird. Hier sehe ich noch großen Bedarf. Insbesondere für die Asexuellen selbst, die heute nicht wissen, wie sie "ticken".
_________________
Greywolf
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Sonnenwind




Alter: 19
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.12.2019
Beiträge: 46
Wohnort: Bei Nürnberg
BeitragVerfasst am: Mi Jan 08, 2020 19:24    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde es auch alarmierend das Leute (teils über 50 Jahre) Jahrzehnte nie wussten dass sie asexuell sind.
Ich habe auch erst über ein YouTube Video erfahren dass es sowas wie Asexualität gibt.
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DasTenna




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.10.2016
Beiträge: 1010
Wohnort: Saarland
BeitragVerfasst am: Fr Jan 10, 2020 10:40    Titel: Antworten mit Zitat

Wer sich nicht outen möchte, soll das auch nicht müssen bzw. sich nicht dazu verpflichtet fühlen.

Die Diskussion hatten wir vor zwei Jahren auf der AktivistA und da war der Tenor, dass sich niemand verpflichtet fühlen sollte - zumal es Leute gibt, deren Umfeld ein problemloses Outing gar nicht zulässt oder die negative Reaktionen ihren Angehörigen gegenüber fürchten.
Auch wenn es Leute gab, die denjenigen indirekt ein schlechtes Gewissen machten, welche sich nicht outen und sich nicht für Interviews zur Verfügung stellen wollten. Sicher ist es wichtig, dass über Asexualität informiert wird, aber das darf nicht pauschal von allen verlangt werden.

Einzelne können es jedoch für sich persönlich als notwendig erachten, sich außerhalb einer Partnerschaft zu outen.
Es kann, wie Vamp bereits anführt, den Umgang mit anderen durchaus erleichtern, wenn sie darum wissen, dass eins asexuell ist.
In meinem Freundes- und Bekanntenkreis wissen es mittlerweile die meisten und können daher manche Reaktionen meinerseits viel besser einschätzen.
Es macht vor allem in Unterhaltungen einen großen Unterschied, ob eins in der Runde geoutet ist oder nicht. Die Zweideutigkeiten werden nicht weniger - beileibe nicht, aber da eins nicht mehr bemüht ist, sich möglichst unauffällig (a.k.a. angepasst) zu verhalten, und da die anderen wissen, warum eins so reagiert wie eins nun mal reagiert, ist die ganze Situation wesentlich entspannter, weil weniger Missverständnisse entstehen.
Ich meine, vor meinem Coming Out habe ich mich in Unterhaltungen sehr schnell sehr unwohl gefühlt, weil ich mir blöd vorkam, weil ich das Gefühl hatte, nicht daran teilhaben zu können. Ich war sehr schnell sehr gehemmt. Vor mir selbst und vor anderen geoutet zu sein hat einiges verändert.

Ich habe bei Einzelnen allerdings das Gefühl, mich immer wieder outen zu müssen, weil diejenigen dazu neigen, es zu vergessen und mir immer wieder aufs Neue Heterosexualität unterstellen. Rolling Eyes
Was nach deren Logik nachvollziehbar ist, bin ich doch eine Person mit offensichtlich weiblichen Merkmalen mit Ehemann und Kind.

@Callas of the Wind:
Die Umfrage zielte ja auch nicht auf das öffentliche Umfeld ab, sondern auf das private, auf Familien-, Freundes- und Bekanntenkreis. Und da braucht es nach meiner Erfahrung nicht erst eine lesbische oder schwule Beziehung, um "aus der Rolle zu fallen".
Im privaten Umfeld passiert das nämlich schon, wie oben angeführt, bei Unterhaltungen, in denen eins unterschwellig auffällt, weil eins sich nicht auf dieselbe Weise daran beteiligt wie die meisten anderen.
Ich kenne mittlerweile einige Asexuelle, die in ihrer Jugend von Gleichaltrigen zeitweise für schwul oder lesbisch gehalten wurden, weil sie sich eben nicht "eindeutig" heterosexuell verhalten bzw. keine "eindeutigen" heterosexuellen Interessen gezeigt haben. Dabei spielten selbstverständlich auch Geschlechterrollenbilder mit hinein.
Junge, der mit Mädels besser klarkommt als mit Jungs, aber nicht nur mit den Mädels abhängt, um sie in die Kiste zu bekommen? >> Schwul!
Mädel, das sich nicht ums eigene Aussehen kümmert, kurze Haare hat, Comics liest und lieber mit Jungs abhängt als mit Mädels, aber die Jungs "nur" als Kumpels sieht? >> Lesbe!
_________________
I am normal. It´s the rest of the world that´s weird. - Ich bin normal. Der Rest der Welt ist schräg drauf. (Impulse - Bartholomew Allen II)
~~~
https://dasnixblix.wordpress.com/
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