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Bin ich aromantisch?

 
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Rockyyy




Alter: 17
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 15.10.2019
Beiträge: 7
BeitragVerfasst am: Di Okt 15, 2019 20:29    Titel: Bin ich aromantisch? Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich bräuchte umbedingt einpaar Ratschläge bzw Tipps von Leuten die sich mit Aromantik auskennen. Dankeschön schonmal im vorhinein!

Ich entschuldige mich schon einmal im voraus, falls ich irgendetwas dummes sage, da ich mich selber nochnicht sehr gut mit diesen Themen/ diesem Thema auskenne.

Zur Vorgeschichte: Ich bin selbst erst 16 (werde bald 17) und hab eigentlich schon immer gewusst, dass ich andere Personen körperlich nicht attraktiv finde bzw oft den Unterschied zwischen attraktiven und unattraktiven Personen nicht verstehen konnte. In letzter Zeit ist mir dieses Thema öfters Mal im Kopf herumgegeistert und ich hab mich heute dazu entschieden zu schauen ob ich damit den alleine bin oder ob es dafür vielleicht sogar einen Begriff gibt. Jetzt bin ich draufgekommen, dass ich sehr wahrscheinlich asexuel bin, aber gleichzeitig hab ich mich auch das erste Mal mit dem Begriff Aromantik auseinandergesetzt. Dabei bin ich draufgekommen, dass einige Kennzeichen von Aromantik auch auf mich zutreffen und jetzt bin ich sehr verwirrt und weiß nicht genau ob ich nun aromantisch und asexuel bin, oder einfach nur asexuel.

Bei mir ist es halt so, dass ich nochnie so richtig verliebt war. Ja ich habe schon mehrmals einen Crush auf einen Jungen gehabt, aber wenn ich jetzt im Nachhinein darüber nachdenken, bin ich mir sehr sicher, dass ich mir das selber eingeredet hab, weill ich das Gefühl hatte, dass ich auch einmal in jemanden verliebt sein sollte. Diese Crushs sind meist sehr schnell wieder vergangen und ich war nie sehr traurig, dass ich meinem Crush nicht näher gekommen bin.
An sich finde ich den Gedanken an eine Beziehung gleichermaßen süß, als auch irgendwie beängstigend. Ich würde sehr gerne eine Beziehung haben, aber jedes Mal, wenn jemand anders Interesse zeigt ist mir das sehr unangenehm und ich möchte mich von dieser Person distanzieren. Ich kann mir einfach nicht vorstellen jemals in einer Beziehung zu sein, aber gleichzeitig finde ich den Gedanken, in einer Beziehung zu sein, echt schön.

Genau das gleiche ist bei mir auch, wenn ich daran denke jemanden zu küssen. Einerseits will ich wissen, wie es sich anfühlt jemanden zu küssen bzw selbst geküsst zu werden, aber andererseits kann ich mir (meistens) nicht vorstellen jemanden zu küssen.

Um alles nocheinmal kurz zusammenzufassen: Ich finde den Gedanken in einer Beziehung mit jemandem zu sein sehr schön, doch gleichzeitig auch so unrealistisch und fern, dass ich mir nicht vorstellen kann in näherer Zunkunft, vielleicht sogar jemals, in einer Beziehung zu sein. Also wäre es theoretisch möglich, dass ich aromantisch bin?
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Honigdachs92




Alter: 27
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 12.09.2019
Beiträge: 23
Wohnort: Wedemark
BeitragVerfasst am: Di Okt 15, 2019 22:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Rockyyy!^^

Zunächst mal danke, dass du deine Gedanken mit der Community teilst.^^
Das Gefühl, dass manche Dinge unerreichbar erscheinen, kenne ich auch von früher, teilweise auch noch von heute.

Mein Rat für dich: So banal es sich auch anhört, probiere es aus!

Ich fühle mich manchmal von anderen Menschen angezogen, von Frauen wie von Männern. Sie haben das an sich, was ich gerne das "gewisse Etwas" nenne.^^ Was genau dieses "Etwas" ist, habe ich allerdings bisher noch nicht rausfinden können. Vielleicht das Aufblitzen einer Charaktereigenschaft? Manchmal genügt ein Lächeln oder ein schelmischer Blick und ich denke nur: "Mann, wie schön dieser Mensch ist!"
Also wenn du dich für jemanden interessierst, und es ist völlig egal, was dich an diesem Menschen interessiert, dann versuche, ihn kennenzulernen.^^

Du bist noch jung, also empfehle ich, das ein oder andere auszutesten, um Gewissheit zu bekommen oder zumindest ein Gefühl dafür, wohin du tendierst.^^
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Rockyyy




Alter: 17
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 15.10.2019
Beiträge: 7
BeitragVerfasst am: Di Okt 15, 2019 23:29    Titel: Antworten mit Zitat

Honigdachs92 hat folgendes geschrieben:

Also wenn du dich für jemanden interessierst, und es ist völlig egal, was dich an diesem Menschen interessiert, dann versuche, ihn kennenzulernen.^^

Du bist noch jung, also empfehle ich, das ein oder andere auszutesten, um Gewissheit zu bekommen oder zumindest ein Gefühl dafür, wohin du tendierst.^^


Erst einmal, danke für die Antwort ^^

Die Sache ist halt, dass ich mich bis jetzt nochnie stark genug zu jemandem hingezogen gefühlt habe als, dass ich mir vorstellen könnte mehr zu versuchen bzw ihm näher zu kommen.
Das einzige was mir einmal passiert ist (dadurch habe ich dann auch angefangen meine sexuelle/ romantische Anziehung zu hinterfragen), ist, dass ich mit einem sehr guten Internet Freund von mir ein bisschen gekuschelt habe als er bei mir war. Ich hab dabei nicht mehr wollen und hab mich teilweise halt auch dabei schon einwenig unwohl gefühlt. Als er dann wieder bei sich zuhause war, hat er mir gesagt, dass er in mich verliebt ist. Naja dadurch hab ich halt begonnen alles irgendwie zu hinterfragen und hab meine Gefühle/ Gedanken nicht ordnen können. Ich glaube nicht, dass sich so verliebt sein anfühlt. Es gibt niemanden mit dem ich mir eher vorstellen könnte eine Beziehung einzugehen. Ich fand es halt echt schön als er da war, aber ich glaub nicht, dass ich mir mehr vorstellen könnte. Ich weiß nicht einmal mehr ob ich jetzt überhaupt noch mit ihm kuscheln wollen würde.

Ich bin jedenfalls schon seit einigen Wochen sehr verwirrt deswegen und kann meine Gedanken/ Gefühle nicht richtig zuordnen/ erklären/ verstehen. Als ich dann auf Aromantik, vor allem Cupioromantik, Idem-/WTF-Romantik und Quoiromantik, gestoßen bin hab ich mich damit irgendwie identifizieren können und hab halt jetzt die Vermutung, dass ich in das Aromantische Spektrum dazugehöre.

Ich habe halt niemanden mit dem ich, momentan, privat darüber reden wollen würde, deswegen versuch ich jetzt hier mit Leuten zu schreiben, die schon mehr Erfahrung haben und mir vielleicht weiterhelfen können bzw mit denen ich einfach generell über das Thema schreiben kann. Ich mag das Gefühl, im Unklaren zu sein, nicht und deswegen möcht ich so schnell wie möglich herausfinden wo ich "dazugehöre".

Tut mir leid, ich bin jetzt echt ein bisschen vom Thema abgeschwiffen, aber es tut gut dieses Gefühl endlich teilen zu können Very Happy
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Mi Okt 16, 2019 13:36    Titel: Antworten mit Zitat

Abgeschwiffen? Very Happy Abgeschweift, ist hier aber ganz gängig so.

Also rein theoretisch könntest Du natürlich aromantisch sein und auch asexuell gleichzeitig, das geht hervorragend.
Ich weiß jetzt nicht ob es da im Aspekt Jugendlichkeit angemessen wäre, sich zu fragen, ob sich da vielleicht auch noch Manches entwickeln könnte, aber diese Litanei musste man ja selbst hören, a'la "Du bist n Spätzünder" oder "Warte mal ab, in ein paar Jahren ... und wenn der Richtige kommt..." so in diesem Dreh. Manchmal denkt man ja auch selbst so ähnlich, schaut sich um und testet verschiedentlich, ob sich da gefühlsmäßig irgendwas tut, wenn man nen bestimmten Typ lange genug anstarrt, oder sowas.

Ich weiß nicht mehr genau, was ich in dem Alter so dachte, war irgendwo zwischen Kierkegaard, Dostojewski und Jung, schrieb an meinem zweiten Roman, war ganz viel Malen, Zeichnen, die Orgel quälen und in Wald, Feld und Flur rumfroschen und ornithologische Beobachtungen durchführen, sammelte Federn, Fossilien und altertümliche Artefakte und es zog mich mehr und mehr in die Astrophysik rein.
Aber irgend ein intensives Interesse an Leuten oder was so für Teenager als regulär gilt, das hat mich nicht gekratzt. Kein Gefühl von Hingezogenheit, nicht das irre Verrücktspielen, was bei anderen so zu beobachten und mitzukriegen war. Wo die Mädels alle zu schmachten anfingen, wenn bestimmte Sänger oder Mitglieder einer Boygroup wieder mal einen Hit rausbrachten, oder irgend ein junger Schauspieler voll hip gefunden wurde.
Ich dachte bloß immer, was haben die nur? Sind die alle auf einmal übergeschnappt?
Ich habe auch gedacht, dass sich das dann später wohl irgendwann mal von selbst ergibt. Wenn man dann dem Richtigen über den weg läuft, wobei dieser Gedanke allein damals schon was Verbotenes war, das nie jemand erfahren durfte. Für einen Mann war damals nur "die Richtige" gestattet, alles andere sowohl gesellschaftlich geächtet als auch gesetzlich verfolgt.
Aber da passierte eben nichts. Da hat sich nichts entwickelt und es kamen keine wundersamen Anwandlungen zustande. Irgendwelche Typen anstarren, um das mal zu testen, ob dann irgendwas gefühlstechnisch Besonderes passiert, das fand ich unhöflich und hätte es mir nicht zugetraut.

Attraktiv - was das eigentlich sein soll, also anziehend oder nicht anziehend, das habe ich ehrlich gesagt auch nie gecheckt. Ich habe wohl mitgekriegt, wie das bei anderen so ungefähr zu funktionieren scheint, da gibt es sowas wie ein Grundmuster.
Was ich unterscheiden kann, das sind ästhetische Wertkategorien. Ob man danach jetzt aber einen Menschen bewertet, ein Auto, ein Gemälde oder vielleicht die Form von Rucksäcken, kommt auf's Gleiche heraus.

Ja, die ganzen Begriffe, die es da noch so gibt, um unterschiedliche Nuancen zwischen Romantik und Aromantik zu bezeichnen, sind verwirrend. Da weiß man am Ende nicht mehr, wo man steht. Wink Jedenfalls ist auch Aromantik kein Extremfeld, wo man nur drin sein kann, wenn man gar nie Gefühle für irgendwen oder irgendwas hat. Also der Übergang kann entliche Stufen oder Nuancen mitnehmen.

Es bleibt aber auch fraglich, ob alles, was man an einer Person mag, zwingend mit was Romantischem in Verbindung gesetzt werden muss. Also zum Beispiel, man mag die Plätzchen, wie sie Oma backt, und nur die von ihr, und nur so. Dann ist man noch lange nicht "candificicrustulumaviam-romantisch" oder sowas. Und wenn eine Mutter ihr Kind liebt, ist sie nicht "infanto-romantisch". Very Happy
_________________
Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.


Zuletzt bearbeitet von Windsurfhippie am Do Okt 17, 2019 9:01, insgesamt einmal bearbeitet
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Rockyyy




Alter: 17
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 15.10.2019
Beiträge: 7
BeitragVerfasst am: Mi Okt 16, 2019 19:40    Titel: Antworten mit Zitat

Mir gehts genauso, dass ich mich eigentlich für die meisten Promis garnicht interessiere. Einige wenige gibt es schon, aber die sind mir einfach nur menschlich sympatisch und nichts anderes. Meine kleine Schwester ist da ganz anders drauf. Sie zeigt mir oft Bilder von Leuten die ihrer Meinung nach gut ausschauen und fragt mich dann was ich von denen halte, obwohl ich ihr schon 1000 Mal gesagt hab, dass ich nicht sagen kann ob jemand gut aussieht und, dass mich sowas auch nicht interessiert -.- Ich weiß sie meints nicht böse, aber es ist teils schon ein bisschen nervig.
Meine Schwester redet auch öfters darüber, welche Jungs sie süß findet bzw auf wen sie einen Crush hat und ich kann dabei halt nie mitreden, weil ich nochnie einen richtigen Crush hatte. Ich hab halt ganz andere Interessen als sie bzw die viele Mädels in meinem Alter.

Ich hab mir bis jetzt selber auch immer gesagt, dass ich einfach noch nicht den Richtigen gefunden habe um mich zu verlieben oder, dass ich einfach selbst dafür nochnicht bereit bin. Es kann natürlich immer noch der Fall sein, dass das zutrifft, aber sicher bin ich mir da halt einfach nichtmehr. Eigentlich alle anderen, mit denen ich schon einmal über das Thema geredet habe, haben gesagt, dass sie schon öfters verliebt waren oder einen Crush hatten. Die meisten waren auch ungefähr in meinem Alter, teilweise sogar einige Jahre jünger als ich.
Ich würde halt auch gerne einmal wissen wie sich das anfühl jemanden zu lieben bzw ob es sich so anfühlt wie ich es mir vorstelle.

Von Klein auf hab ich halt immer gedacht, dass ich irgendwann einmal die große Liebe finde und dann glücklich bin (, ich geb dafür, unter anderem, der Kinderfilmindustrie die Schuld, weil man Kindern in fast allen, oder zumindest sehr vielen, Filmen zeigt, dass man sein Happy-End erst mit der wahren Liebe findet). Ich meine ich bin jetzt nicht unglücklich, aber ich muss zugeben, dass ich mir nochimmer wünsch mit jemandem in einer romantischen Beziehung zu sein, mir gleichzeitig aber nicht vorstellen kann, dass das jemals passiert.
Ich würde außerdem gerne mehr in diese Richtung ausprobieren, also ob ich mich verlieben kann bzw ob Beziehungen etwas für mich sind, aber jedesmal, wenn ich die Möglichkeit bekommen, blocke ich diese Person sofort ab und breche dann oftmals auch den Kontakt mit ihr ab, weil ich mich echt unwohl dabei fühle. Und selbst wenn ich das nicht machen würde, hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil diese Person dann vermutlich etwas für mich empfindet und ich mag halt nicht mit ihren Gefüheln spielen.
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Fichte
Admin auf Aven-Partner.de




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 27.06.2012
Beiträge: 360
BeitragVerfasst am: Fr Okt 18, 2019 8:41    Titel: Antworten mit Zitat

Rockyyy hat folgendes geschrieben:
Es gibt niemanden mit dem ich mir eher vorstellen könnte eine Beziehung einzugehen. Ich fand es halt echt schön als er da war, aber ich glaub nicht, dass ich mir mehr vorstellen könnte.
Kenne ich in gewisser Weise von mir selbst. Ich staune z. B. immer, wenn andere nach dem 3. "Date" (den Begriff mag ich gar nicht) schon "zusammen" sind. Keine Ahnung, wie manche Menschen es schaffen, sich derart schnell zu entscheiden, denn meiner Meinung nach kennt man den anderen Menschen zu der Zeit doch noch gar nicht richtig, sondern kann allenfalls sagen "ich find dich interessant genug, um mich noch mal mit dir zu treffen".
Aber ich würde an deiner Stelle versuchen, den Kontakt zu deinem Internetfreund weiterzuführen und euch auch noch weiter zu treffen. Ich hab in jüngeren Jahren mal versehentlich Mist gebaut, weil ich Leute immer erst mal freundschaftlich kennenlernen will und so auch mit diesem einen Menschen; und als ich dann etwa ein Jahr später wirklich bereit gewesen wäre, eine mehr-als-freundschaftliche Beziehung mit diesem Menschen auszuprobieren, war er aber dummerweise schon anderweitig vergeben. Also noch mal würde ich diesen Fehler nicht machen, sondern, wenn jemand unbedingt eine Beziehung mit mir will und ich zumindest dieses "finde dich interessant und kann mir noch ein weiteres Treffen vorstellen"-Gefühl hab, dann würde ich einfach mitmachen. Scheitern kann sowieso jede Beziehung (auch wenn beide anfangs ineinander verliebt sind), dementsprechend braucht man meiner Meinung nach keine Angst haben, jemanden zu verletzen. Wobei ich mir das aber auch immer aktiv einreden muss, denn ich hab auch Bedenken, andere zu verletzen. Aber andererseits würde man jemanden ja auch schon verletzen, wenn man nach dem 1. Treffen den Kontakt abbricht. Also von daher: Nicht voreilig den Kontakt abbrechen, sondern es erst mal versuchen und schauen, ob man zusammenpasst oder nicht.
Aber wichtig ist dabei natürlich, dass du auf deine Grenzen achtest und nichts tust, was dir wirklich gar nicht gefällt. Aber ich glaub, ein bisschen Unwohlsein ist bei ungewohnten Aktivitäten durchaus normal. Oder zumindest für mich ist es normal. Früher hab ich z. B. andere Menschen gar nicht anfassen mögen. Mittlerweile ist es zwar immer noch etwas stressig für mich, wenn ich jemanden noch nicht lange kenne, aber mit der Zeit wird es immer besser.
Unterscheiden kann ich Arten von Unwohlsein am leichtesten im Hinblick auf begleitende positive Gefühle. z. B. ich gehöre zur Sorte, die Zungenküsse gar nicht mögen, aber das wusste ich früher nicht. Früher wollte ich Zungenküsse unbedingt ausprobieren und es ergab sich dann irgendwann auch. Aber da hab ich dann halt gemerkt, dass ich anders als bei Umarmungen gar nichts Positives dabei empfinde. Bei Umarmungen ist zwar anfangs bei mir auch Unwohlsein dabei, aber eben auch ein gewisses Wohlgefühl. So erkenne ich also meine Grenzen und kann beurteilen, wann ich mich zwingen muss, Unsicherheit, Bedenken und sonstige negative Gefühle auszuhalten bzw. zu bekämpfen, damit dann irgendwann das positive Gefühl überwiegt.
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Rockyyy




Alter: 17
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 15.10.2019
Beiträge: 7
BeitragVerfasst am: Sa Okt 19, 2019 20:30    Titel: Antworten mit Zitat

Fichte hat folgendes geschrieben:
Also noch mal würde ich diesen Fehler nicht machen, sondern, wenn jemand unbedingt eine Beziehung mit mir will und ich zumindest dieses "finde dich interessant und kann mir noch ein weiteres Treffen vorstellen"-Gefühl hab, dann würde ich einfach mitmachen.


Ich verstehe die Ansicht komplett, wenn man eine Beziehung eingeht, wenn beide Interesse aneinander haben, aber es ist halt für mich nichts. Es ist halt so, dass ich mir schon von klein auf vorgenommen habe niemals mit jemanden in eine Beziehung zu gehen, wenn ich diese Person nicht liebe. Mich auf dieses "einander näher kommen" einzulassen habe ich schon öfters probier. Mir war dabei bewusst, dass dabei vielleicht einer von uns beiden, oder vielleicht auch beide, Gefühle entwickeln könnten, aber wenn es dann wirklich passiert ist, dass der andere mehr für mich empfunden hat, ist mir schlagartig sehr unwohl geworden und ich wollte am liebsten nichts mehr mit dieser Person zu tun haben!
Auch bei meinem Internetfreund ist mir das passiert, aber ich wollte ihn nicht verlieren, weil er mir einfach sehr wichtig geworden ist. Aber je länger ich darüber nachdenke, desto eher wird mir klar, dass ich mir generell keine Beziehung mit irgendjemande vorstellen kann.

Jetzt kommt halt das nächste Problem: Ich treffe mit meinem Internetfreund in 1,5 Wochen wieder.
Mir ist erst vor einpaar Tagen bewusst geworden, dass ich aromantisch bin und, dass ich diese starken freundschaftlichen Gefühle ihm gegenüber mit romantischen Gefühlen verwechselt habe und das hat mich verwirrt.
Die ganze Situation ist echt verzwickt, weil ich so kurz vor unserem Treffen draufgekommen bin und ihm diese ganze, auch für mich, echt verwirrende Situation erklären will, bevor ich ihn treffe. Ich hab halt Angst davor, dass es echt seltsam wird, wenn wir uns dann wieder sehen...
Aber, dass ich es ihm erzählen muss steht auf jeden Fall fest. Es wäre ihm gegenüber unfair, wenn ich schon weiß, dass ich nicht für ihn empfinde, und ihm das verschweige, vor allem, weil wir uns ja so bald sehen. Ich würde mir nur wünschen, dass wir mehr Zeit dazwischen hätten, dann würde ich mir leichter tun ihm das zu erklären. Wenn er dann ersteinmal seine Gefühle und Gedanken ordnen muss, können wir in der Zeit einfach ein bisschen weniger Kontakt haben und, wenn er das dan noch möchte, später wieder mehr Kontakt aufbauen. Ich bin mir leider sehr sicher, dass ihm das sehr wehtun wird... Ich will ihn zwar nicht verletzen, aber es geht nicht anders...

Ich muss mir auf jeden Fall noch genau überlegen was und wie ich es ihm sage, damit es nicht falsch und damit es nicht wie eine Ausrede klingt
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Fichte
Admin auf Aven-Partner.de




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 27.06.2012
Beiträge: 360
BeitragVerfasst am: So Okt 20, 2019 14:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hat er denn schon geäußert, was genau er von dir will? Du hast oben ja nur geschrieben, dass er sagte, dass er in dich verliebt ist. Aber vielleicht hast du Glück und er täuscht sich gerade auch in seinen Gefühlen und ist gar nicht wirklich in dich verliebt, sondern hat vielleicht nur einen "squish" (und keinen crush).
Oder selbst wenn er wirklich verliebt wäre, gibt es ja auch Unterschiede unter Verliebten. Mich haben zwar auch schon einige mit ihrem Verhalten und ihren Gefühlen vergrault, weil sie irgendwie so übertrieben wirkten und es mir vorkam, als wenn die Leute gar nicht mich sehen würden sondern nur eine Fantasiefigur. Aber einmal gab es auch einen Menschen, bei dem es mich nicht störte, dass er in mich verliebt war. Mit ihm scheiterte der Kontakt dann einfach beim weiteren Kennenlernen auf der zwischenmenschlichen Ebene, und ich konnte mir nicht mal eine Freundschaft vorstellen. Hatte aber absolut nichts damit zu tun, dass er in mich verliebt war.

Aber wie man über sowas am besten spricht, weiß ich leider nicht. Vielleicht haben andere Forenmitglieder Ideen dazu.
Ich selbst finde es jedenfalls einfacher, über konkrete Aktivitäten zu sprechen, denn "Beziehung" und "Liebe" sind zumindest für mich viel zu schwammige Begriffe.
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Rockyyy




Alter: 17
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 15.10.2019
Beiträge: 7
BeitragVerfasst am: So Okt 20, 2019 20:07    Titel: Antworten mit Zitat

Fichte hat folgendes geschrieben:
Hat er denn schon geäußert, was genau er von dir will? Du hast oben ja nur geschrieben, dass er sagte, dass er in dich verliebt ist. Aber vielleicht hast du Glück und er täuscht sich gerade auch in seinen Gefühlen und ist gar nicht wirklich in dich verliebt, sondern hat vielleicht nur einen "squish" (und keinen crush).


Ich bin mir leider sehr sicher, dass es bei ihm kein squish ist, sondern, dass er wirklich verliebt ist. Als er mir das das erste Mal erzählt hat, habe ich schon ein bisschen eine Vorahnung gehabt, weil er ein paar Mal schon schon gemeint hat, dass er mir etwas sagen will, wenn wir uns das nächste Mal treffen, er ist aber nie näher darauf eingegangen worum es denn geht, aber es war irgendwie klar, dass es in diese Richtung gehen musste, weil er sonst eigentlich auch über alles mit mir geredet hat. Deswegen war es zwar keine große Überraschung mehr als wir darüber geredet haben, aber es war trotzdem irgendwie ein Schock, das Gefühl ist ein bisschen schwer zu beschreiben. Auf jedenfall habe ich ihm dann gesagt, dass ich mir nicht sicher bin ob ich mir mehr als Freundschaft zwischen uns vorstellen kann. Es war sehr offensichtlich, dass er dadurch echt geknickt gewesen ist. Er hat mir auch mehrmals gesagt, dass er in mich verliebt ist und, dass er echt glücklich sein würde, wenn ich mit ihm zusammenkommen würde. Außerdem hat er auch den Vorschläge gemacht, dass er, sobald er den Führerschein hat, öfters übers Wochenende zu mir fahren könnte, wenn die Entfernung für mich ein Problem wäre. Es hat so gewirkt als ob er mich wirklich lieben würde und nicht so als ob er romantische und freundschaftliche Gefühle verwechseln würde.
Als wir dann das zweite Mal darüber geredet haben, habe ich gesagt, dass ich glaube einen Crush auf ihn zu haben (das hat sich mittlerweile als squish herausgestellt). Nach dem Gespräch war er wieder ganz so wie vorher und ich hab nichts mehr davon gemerkt, dass er traurig wäre oder so. Dadurch hat er vermutlich wieder Hoffnungen bekommen, dass es vielleicht ja doch funktionieren wird.

An sich würde es mich nicht stören, dass er in mich verliebt ist, aber ich will nicht, dass er dann unglücklich ist, weil ich sicherlich keine Beziehung eingehen werde. Ich wünsch mir für ihn nur das Beste und, dass er jemanden findet der ihn auch liebt und das tu ich halt nicht. Ich werde aber sicher nicht den Kontakt zu ihm abbrechen nur weil er etwas für mich empfindet, dafür ist er mir viel zu wichtig geworden!

Ich werde heute noch mit ihm darüber reden, also hab ich nicht mehr viel Zeit irgendwelche Foren zu durchstöbern. Aber ich habe gestern das erste Mal mit einer Freundin darüber gerdet, dass ich ace und aro bin und sie hat mir dann Tipps gegeben wie ich am besten mit meinem Internetfreund darüber reden sollte. Wir waren beide der Meinung, dass ich es ihm so bald wie möglich sagen sollte, weil wir uns eben an Halloween schon treffen und er so zumindest ein bisschen Zeit hat darüber nachzudenken. Dadurch kann es nicht zu einer komischen Situation kommen in der ich vor ihm stehe und es ihm dann ins Gesicht sage. Das wäre vor allem blöd, weil ich ja mehrer Tage bei ihm bin und er sich dadurch nur schwer bis garnicht zurückziehen und nachdenken kann. Außerdem ist es für ihn vermutlich auch angenehmer, wenn ich es im zwar persönlich sage, aber wir uns dabei trotzdem nicht gegenüberstehen. Mir persönlich ist es immer sehr unangenehm, wenn Leute mich sehen wenn ich traurig bin, deswegen hab ich immer die Vermutung, dass es anderen auch so geht.
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Fichte
Admin auf Aven-Partner.de




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 27.06.2012
Beiträge: 360
BeitragVerfasst am: Di Okt 22, 2019 17:29    Titel: Antworten mit Zitat

Rockyyy hat folgendes geschrieben:
Ich werde heute noch mit ihm darüber reden
Wie ist es gelaufen? Hat er verständnisvoll reagiert? Aber vielleicht zeigt sich auch erst im Laufe der nächsten Wochen oder Monate oder Jahre, ob er dich wirklich verstanden hat. Falls er wirklich romantisch ist, wie du vermutest, dann wird es für ihn vermutlich schwer zu verstehen sein. Jedenfalls hab ich die Erfahrung gemacht, als ich vor ein paar Jahren hier meine erste Kontaktanzeige aufgab, dass die meisten Asexuellen "gewöhnlich romantisch" sind und mich nicht wirklich verstanden haben. Aber okay, ich weiß ja selbst noch nicht, was genau ich bin, und das obwohl ich schon seit etwa 6 Jahren die diversen Begriffe aus dem Aromantikspektrum (wie z. B. Lithromantik) kenne. Ich staune echt, dass du jetzt so schnell von deinen ersten paar Beiträgen, wo du z. B. noch WTF-romantisch in Erwägung gezogen hast, zu komplett-aromantisch gekommen bist.

Ein Punkt ist mir noch eingefallen:
Rockyyy hat folgendes geschrieben:
Ich wünsch mir für ihn nur das Beste und, dass er jemanden findet der ihn auch liebt und das tu ich halt nicht.
Bist du dir sicher, dass du nicht auch eine Form von Liebe für ihn empfindest? Denn er scheint dir ja sehr wichtig zu sein und es gibt schließlich nicht nur die "romantische Liebe". Ich hatte mal im Internet einen Spruch gelesen, der mir so gut gefallen hat, dass ich ihn mir gemerkt hab: "Wahre Freundschaft ist eine Liebe, die niemals endet."

Ich drück euch jedenfalls die Daumen, dass eure Freundschaft hält!
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Mi Okt 23, 2019 0:33    Titel: Antworten mit Zitat

Fichte hat folgendes geschrieben:
Aber okay, ich weiß ja selbst noch nicht, was genau ich bin, und das obwohl ich schon seit etwa 6 Jahren die diversen Begriffe aus dem Aromantikspektrum (wie z. B. Lithromantik) kenne. Ich staune echt, dass du jetzt so schnell von deinen ersten paar Beiträgen, wo du z. B. noch WTF-romantisch in Erwägung gezogen hast, zu komplett-aromantisch gekommen bist.


Ist denn dafür eine bestimmte Zeitspanne vorgegeben, nach der man das behaupten darf?
Also, um sich für aromantisch einzuordnen. Es könnte zwar sein, dass man das erst nach so und so vielen Begegnungen mit BeziehungsinteressentInnen, bei denen nie romantische oder Romantik ähnliche Gefühle entstanden, wirklich sagen kann, und nicht nur nach dem einen Mal, aber wie viele Male müsste das dann so sein? Und was ist dann mit Leuten, wo das nie vorkam? Die nie von so wem auserkoren wurden?

Das Problem inkompatibler Romantik-Interessen haben auch RomantikerInnen unter einander, oder nicht? Also wenn sich Jemand für Dich romantisch begeistert, wer einfach nicht Dein Fall wäre, im Falle, dass du ansonsten "normalromantisch" orientiert wärst. Dann würde das auch nicht erwidert werden.

Was Du bist@Fichte, kannst Du nur selbst einordnen. Dein Interesse und die Beschäftigung mit dem Thema Liebe in einem gewissen Selbstbezug ist aber doch sehr groß, soweit ich es mitlese, und auch nicht nur distanziert oder wissenschaftlich analytisch bedingt, da Du Versuche unternimmst und Begegnungen eingehst. Da könnte man ja doch über ein "protoromantisches" Interesse spekulieren, oder nicht?
Dieser Elan, oder ein Streben danach fehlt mir etwa völlig. Mir reicht Beobachten, Staunen und Wundern darüber hin.

Fichte hat folgendes geschrieben:
Ich hatte mal im Internet einen Spruch gelesen, der mir so gut gefallen hat, dass ich ihn mir gemerkt hab: "Wahre Freundschaft ist eine Liebe, die niemals endet."


Hm ja, da wird aber das Wort "Liebe" auch inflationär verwendet, wie bei Leuten, die sagen, dass sie Hunde oder Pferde lieben, oder vielleicht Zitronen-Sorbet. Die meisten Befreundeten ticken eher aus, wenn man ihnen sagt, sie liebten einander. Bei denen vom Strand würde da ein beleidigt-angesäuertes "Wir sind nicht schwul!" oder sowas kommen, oder wenigstens ein demonstratives von einander weg treten. Und pfeilscharfe Blicke, wenn man es zu den Mädels sagt. Rolling Eyes
Also natürlich gibt es andere "Liebe" wie zwischen Mutter und Kind oder Oma und Enkel, Frauchen und Hund, Katze, Nymphensittich usw. aber das Wort ist eigentlich schon auf Richtung Romantik abonniert.

Wie sagen das denn die normromantisch Orientierten, wenn ihnen romantische Gefühle von Jemand entgegen gebracht werden, den sie selber nicht lieben? Also ich hätte da nur wenige Fälle mitgekriegt, wo das ziemlich kühl und auch etwas hart kommuniziert wurde. Bei einem brach die geschmähte Person gar in Tränen aus.
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Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
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Fichte
Admin auf Aven-Partner.de




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 27.06.2012
Beiträge: 360
BeitragVerfasst am: Mi Okt 23, 2019 8:43    Titel: Antworten mit Zitat

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:
Ist denn dafür eine bestimmte Zeitspanne vorgegeben, nach der man das behaupten darf?
Nein, natürlich nicht! Smile War auch nicht als Kritik von mir gemeint, sondern wirklich einfach ein Staunen, wie schnell manche Menschen zu Klarheit finden, während andere jahrelang rätseln. Aber Rockyyys Gedankengang würde mich schon interessieren, falls es einen Gedankengang gab, oder ob es einfach ein Gefühl war. Manchmal gibt es sowas ja wirklich: Dass man abends noch zweifelnd einschläft und dann morgens mit der klaren Antwort bzw. einem klaren und stimmigen Gefühl aufwacht, aber keine Ahnung hat, wie man zu dieser Erkenntnis gekommen ist.

Zu den Themen Romantik und Liebe schreibe ich vielleicht in den nächsten Tagen noch in einem anderen Thread etwas, sobald ich Zeit hab. Heute Morgen beim Aufwachen war mir nämlich im Sinn, dass ich gestern in meinem anderen Beitrag im Abschnitt über Anziehung noch ein paar Arten von Anziehung vergessen hab, z. B. emotionale. Dabei bin ich aber noch immer verwirrt, was eigentlich romantische Anziehung sein soll. Aber im Hinblick auf Liebe bin ich überhaupt nicht verwirrt und bin mir sicher, dass ich, wenn ich von Liebe zu einem anderen Menschen spreche, auch wirklich Liebe meine. Bloß dass ich keine Ahnung hab, was andere unter Liebe verstehen. Also "Liebe auf den ersten Blick" oder "Liebe wie am ersten Tag" finde ich keine Liebe sondern Anziehung. Und Verliebtheit (inklusive crush und squish) ist meiner Meinung nach auch keine Liebe sondern eine vorübergehende Vernarrtheit.

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:
Wie sagen das denn die normromantisch Orientierten
Etwas im Sinne von "Sorry, du bist nicht mein Typ" vielleicht? Weiß aber nicht, ob asexuelle Romantiker das wirklich so formulieren, wenn sich der/die "Falsche" in sie verliebt hat. Als aromantischer Mensch muss man dagegen klar machen, dass einfach gar niemand romantische Gefühle in einem auslösen kann. Aber ob das ein "romantischer" Mensch verstehen kann oder ob er es doch auf sich bezieht und denkt: "Bin nicht der Richtige, aber irgendwann wird ein anderer kommen und der Richtige sein." Keine Ahnung. Hoffen wir mal, dass Rockyyys Gespräch gut verlaufen ist.
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Rockyyy




Alter: 17
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 15.10.2019
Beiträge: 7
BeitragVerfasst am: Mi Okt 23, 2019 13:10    Titel: Antworten mit Zitat

Fichte hat folgendes geschrieben:
Wie ist es gelaufen? Hat er verständnisvoll reagiert?


Er echt verständnisvoll reagiert und hat mir auch keine Vorwürfe oder so gemacht. Natürlich fand er es schade, aber er hat nicht versucht mich zu irgendetwas zu überreden. Viele Fragen hat er mir trotzdem gestellt, vor allem zum Thema Asexualität. Er hat den Begriff tatsächlich schon gekannt, aber verstanden was genau man dann fühlt bzw nicht fühlt, hat er nicht. Ich fand es auch nicht schlimm mit ihm darüber zu reden, ich habe generell kein Problem das offen zu sagen (habe ich davor auch schon, aber ich habe halt nicht gewusst, dass es einen Begriff dafür gibt). Dadurch, dass wir dann auch noch gemeinsam darüber geredet haben sind mir auch noch mehrer Dinge bewusst geworden und ich war echt verwundert wie viel sch um das Thema Attraktivität dreht!

Fichte hat folgendes geschrieben:
Ich staune echt, dass du jetzt so schnell von deinen ersten paar Beiträgen, wo du z. B. noch WTF-romantisch in Erwägung gezogen hast, zu komplett-aromantisch gekommen bist.


Naja ganz sicher, dass ich komplett-armonatisch bin, bin ich mir nochnicht. Ich habe halt, seit ich den Begriff das erste Mal gehört habe, begonnen mich sehr viel mit dem Thema zu beschäftigen und habe mich auch mit vielem, von dem was ich gehört habe, identifizieren können. Dadurch bin ich mehr sehr sicher, dass ich mich zumindest auf dem aromantischen Spektrum befinde, aber auf einen genauen Begriff kann ich mich nochnicht festlegen.
Verwirrt hat mich vorallem, dass, nachdem ich mit meinem Internetfreund darüber geredet habe, irgendwelche Gefühle wieder aufgekommen sind. Ich weiß aber nicht wie ich sie zuordnen soll! Für romantische Liebe fühlen sie sich zu schwach an, aber es ist irgendwie auch mehr als ich je für einen Freund von mir empfunden habe. Vielleicht wünsche ich mir ja eine platonische Freundschaft mit ihm und bin deswegen so verwirrt? Ich glaube aber nicht, dass er sich sowas vorstellen könnte, also wird das auf jeden Fall nicht in Frage kommen. Ich bin mir aber trotzdem sehr sicher, dass ich Richtige getan habe als ich ihm gesagt habe, dass zwischen uns nicht mehr als eine Freundschaft sein kann. Er hat zwar mehrmals nachgefragt, ob ich mir auch zu 100% sicher bin, aber ,obwohl ich mir dann nichtmehr ganz sicher war, hab ich ihm trotzdem gesagt, dass wir nur Freunde bleiben sollten. Ich möchte halt nicht, dass er sich wieder Hoffnungen macht, die dann vielleicht wieder zerstört werden.

Fichte hat folgendes geschrieben:
Bist du dir sicher, dass du nicht auch eine Form von Liebe für ihn empfindest? Denn er scheint dir ja sehr wichtig zu sein und es gibt schließlich nicht nur die "romantische Liebe".


Ich bin mir zu 100 % sicher, DASS ich ihn, zumindest auf eine freundschaftliche Art und Weise, liebe. Das war mir eigentlich von Anfang an klar. Liebe tritt, wie du eben schon gesagt hast, in vielen verschiedenen Formen auf. Man kann seine Haustiere, seine Freunde und Familie und auch noch viele andere Menschen oder Dinge leiben. All das ist zwar auch Liebe, aber nicht die Form von Liebe die man umgangssprachlich meint. In unserer Gesellschaft meint man meist, wenn man sagt, dass man jemanden liebt, romantische Liebe. Aber natürlich ist das nicht die einzige Form davon.
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
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BeitragVerfasst am: Mi Okt 23, 2019 14:41    Titel: Antworten mit Zitat

Ich freue mich da für Rockyyy grade sehr, dass das Ganze so harmonisch ablief, und der Kumpel wirklich Jemand zu sein scheint, der da auch mit einer vernünftigen Betrachtungsweise dran geht, und mit der Wahrheit umgehen kann, ohne zu sehr emotional in den Keller zu fallen. Da hat sie, glaube ich, echt Glück, auch grade bei so einem heiklen Thema. Denn gerade da gibt es ja auch Leute, die dann gar nicht damit umgehen können, super eingeschnappt reagieren oder noch schlimmer, weiterhin glauben, wenn sie nur hartnäckig genug dran blieben, würde sich das dann irgendwann noch ändern können.
Von daher auch gut, Demjenigen keine Hoffnungen zu machen.
Auf der einen Seite - er läuft ja wohl nicht weg und wandert wahrscheinlich auch nicht nach Timbuktu aus. Und wenn man sich selbst erst klarer darüber ist, was die Gefühle einem erzählen wollen, bleibt er doch irgendwo auch erreichbar. Vielleicht muss er sich eine Zeitlang etwas zurückziehen, um das Ergebnis zu verdauen. Aber da gibt es doch auch Leute, die trotz sowas einfach Freunde blieben.

Fichte hat folgendes geschrieben:
War auch nicht als Kritik von mir gemeint, sondern wirklich einfach ein Staunen, wie schnell manche Menschen zu Klarheit finden, während andere jahrelang rätseln.
Hängt, denke ich, viel mit der Charakterart zusammen, und Rockyyy scheint ja ein Mensch mit hervorragend klaren Gedanken zu sein, und das Ganze recht nüchtern betrachten zu können. Man vergleicht sich und seine Erfahrungsbandbreite ja dann mit dem Inhalt von Begriffen und merkt relativ zügig, das beschreibt ja ziemlich mich, oder nein, das ist es doch nicht so. Bei mir hat das ja auch etwas gedauert, weil ich früher Dinge mit romantischen Anwandlungen verwechselte, die dazu überhaupt keinen Bezug hatten.
( Bewunderung, positiver Neid, Staunen über Leute)
Und dann hatte ich beim Begriff "Romantik" lange die literarische bzw. Kunst-Epoche im Sinn, und verwechselte das.

Fichte hat folgendes geschrieben:
Zu den Themen Romantik und Liebe schreibe ich vielleicht in den nächsten Tagen noch in einem anderen Thread etwas, sobald ich Zeit hab. Heute Morgen beim Aufwachen war mir nämlich im Sinn, dass ich gestern in meinem anderen Beitrag im Abschnitt über Anziehung noch ein paar Arten von Anziehung vergessen hab, z. B. emotionale. Dabei bin ich aber noch immer verwirrt, was eigentlich romantische Anziehung sein soll.
Ich dachte, das ist eben diese emotionale Hingezogenheit, das Gefühlige, das sich auf Partner orientierter Ebene zeigt, besonders eben dann, wenn das mutuell geschieht, oder erwidert wird, und sich dauerhaft erhält. Ich gebe dazu aber auch immer das wieder, was ich mir darüber zusammen gelesen oder von Leuten erzählt gekriegt hätte. Denn eigentlich beschreibt das jede einzelne, dazu gefragte Person individuell anders, was damit eigentlich alles gemeint sein kann.


Fichte hat folgendes geschrieben:
Aber im Hinblick auf Liebe bin ich überhaupt nicht verwirrt und bin mir sicher, dass ich, wenn ich von Liebe zu einem anderen Menschen spreche, auch wirklich Liebe meine. Bloß dass ich keine Ahnung hab, was andere unter Liebe verstehen. Also "Liebe auf den ersten Blick" oder "Liebe wie am ersten Tag" finde ich keine Liebe sondern Anziehung. Und Verliebtheit (inklusive crush und squish) ist meiner Meinung nach auch keine Liebe sondern eine vorübergehende Vernarrtheit.
Denke, da stimmen wir dann ziemlich überein, der Unterschied zu den anderen Liebesformen ist ja, denke ich, nur der eine, dass romantische Liebe eben auf Partnerbeziehungen abonniert ist, und das nichts mit platonischen Kumpelschaften, Kind-Mutter-Lieben oder Reiter-zu-Pferd-Beziehungen zu tun hat. Die einander romantisch Liebenden wollen in der Regel als Pärchen zusammen sein und oftmals für immer bleiben. Natürlich klappt das auch da oft genug nicht, und aus dem "für immer" wird schon nach dem ersten kleineren Zoff ein "bloß nicht noch lange".

Fichte hat folgendes geschrieben:
Etwas im Sinne von "Sorry, du bist nicht mein Typ" vielleicht? Weiß aber nicht, ob asexuelle Romantiker das wirklich so formulieren, wenn sich der/die "Falsche" in sie verliebt hat. Als aromantischer Mensch muss man dagegen klar machen, dass einfach gar niemand romantische Gefühle in einem auslösen kann.

Ich kenne ja nur die extremeren Beispiele leider. Wonach einer versuchte, sich das Leben zu nehmen - ganz junger Mensch und entsprechend unerfahren, naiv, hat sich was vorgemacht, und der andere tat das per SMS - und wo die Frau in Tränen ausbrach, obwohl das relativ normal gesagt wurde, auch in Umschreibungen wie "nicht mein Typ" und was Schonendem, da ging es vorwiegend um Körpermaße/Altersunterschied wohl. Hängt aber wohl sicher auch von der Empfindlichkeit der Person ab.

Wenn man sich seiner Aromantik bewusst ist, fällt es jedenfalls einfacher, weil man Leute besser vorbereiten kann, noch bevor die überhaupt auf die Idee kommen könnten, sich ggf. zu verlieben.
_________________
Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.


Zuletzt bearbeitet von Windsurfhippie am Do Okt 24, 2019 6:41, insgesamt einmal bearbeitet
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Rockyyy




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Anmeldungsdatum: 15.10.2019
Beiträge: 7
BeitragVerfasst am: Mi Okt 23, 2019 15:21    Titel: Antworten mit Zitat

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:
Ich freue mich da für Rockyyy grade sehr, dass das Ganze so harmonisch ablief, und der Kumpel wirklich Jemand zu sein scheint, der da auch mit einer vernünftigen Betrachtungsweise dran geht, und mit der Wahrheit umgehen kann, ohne zu sehr emotional in den Keller zu fallen. Da hat sie, glaube ich, echt Glück, auch grade bei so einem heiklen Thema.


Ich freue mich auch echt, dass das Gespräch so gut abgelaufen ist. Ich wüsste garnicht was ich gemacht hätte, wenn er nicht so verständnissvoll gewesen wäre! Ich bin jedenfalls auch echt glücklich, dass er trotzdem weiterhin noch mit mir befreundet bleiben will und nicht vor hat mit mir den Kontakt abzubrechen.
Es hat auch echt gut getan, dass ich mit ihm über meine Asexualität reden konnte. Dadurch ist mir selber auch noch mehr bewusst geworden, außerdem habe er mir auch versucht zu erklären wie das ist wenn man nicht asexuell ist und auch wenn ich nicht immer alles verstanden habe bzw es nicht nachvollziehen konnte, ist es trotzdem echt interessant gewesen zu erfahren, dass Attraktivität eigentlich ständig im Unterbewusstsein arbeitet (ich hoffe es ist verständlich was damit gemeint ist).
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