Forum für Asexualität Foren-Übersicht

Forenregeln | Hauptseite
 

Aromantischer Charakter beschreiben
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Forum für Asexualität Foren-Übersicht -> Gedanken -> (A)Romantik und Liebe
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
Mitsch





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 01.12.2018
Beiträge: 3
BeitragVerfasst am: Sa Dez 01, 2018 13:26    Titel: Aromantischer Charakter beschreiben Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen,

Ich bin dabei eine Geschichte zu schreiben (ich weiss noch nicht ob, wann und wo/wie ich sie veröffentliche)
Ich werde da einen Asexuellen Charakter einbauen. Und überlege mir diesen oder vielleicht auch einen anderen Aromantisch zu machen.
Das Asexuelle kann ich autentisch rüberbringen, da ich das ja selbst bin... Aber mit dem Aromantuschen habe ich meine Probleme. (Nicht böse gemeint, ich vertehe das nur nicht weil ich es nicht kenne... Und ich möchte den Charakter wirklich autentisch rüberbringen) könnt ihr mir dabei helfen? Wie sich so eine Person verhält und fühlt, können Leute hier die selber Aromantisch sind mir das beschreiben?

Und meine zweite Frage ist, wie denkt ihr darüber, soll ich eher einen Asexuellen/Aromantischen Charakter machen. Oder besser 2 einer Asexuell und der andere Aromantisch. Oder besser nur eins von beiden und den anderen in einer anderen Geschichte?
Nach oben
          
Sandkastenzorro
zweitgrößter Spammer des Forums



Alter: 38
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 3458
Wohnort: Fairvale
BeitragVerfasst am: Sa Dez 01, 2018 14:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ist doch völlig einfach: Aromantiker verlieben sich nicht und haben keinerlei romantische Gefühle anderen Menschen gegenüber. Dementsprechend musst du nur bei dir selber gucken, wie es dir geht in Phasen, wo du nicht verliebt bist und das ausdehnen auf ein ganzes Leben und schon haste nen Aromantiker. Plus natürlich dem Umstand, dass du Menschen nicht attraktiv findest und dich diese ganze Beziehungszentrierung der Menschen nervt.
_________________
Didn't your mother never teach you no manners?
-I ain't never had no mother, we was too poor!
Nach oben
          
Mitsch





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 01.12.2018
Beiträge: 3
BeitragVerfasst am: Sa Dez 01, 2018 14:43    Titel: Antworten mit Zitat

Mhh, jetzt wo dus Sagst, klingt wirklich nicht so schwierig...

Merci
Nach oben
          
Apodemus




Alter: 37
Sexualität: efjg84sjg
Anmeldungsdatum: 14.08.2018
Beiträge: 176
BeitragVerfasst am: Sa Dez 01, 2018 15:54    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt sehr wenig asexuelle und aromantische Repräsentation. Das heißt jeder asexuelle / aromantische Charakter den du erfindest ist disproportional „repräsentativ“ für alle Asexuellen / Aromantiker und läuft somit immer Gefahr, zu einem schlechten Clichée zu werden, egal was du mit dem anstellst. Ungefähr so wie Apu. Deswegen würde ich empfehlen, 2 Charaktere zu nehmen, die die gleiche Orientierung(en) haben und ansonsten so unterschiedlich wie möglich sind. Das ist nicht nur ein beliebtes Trope: Dadurch kannst du leichter Kontraste setzen und Gemeinsamkeiten betonen und das hilft zu vermeiden, dass individuelle Quirks & Angewohnheiten deiner Charaktere auf die Orientierung bezogen werden. Eine offensichtliche Herangehensweise wäre, eine Liste von häufigen Vorurteile zu machen und dann Varianten an den beiden „Polen“ der Eigenschaften so halb dissonant den beiden Charakteren zuzuordnen, um interessante Interaktionen zu begünstigen. Also z.B.:

Beliebte Vorurteile: Abweisend, unmodisch, prüde, kindisch, introvertiert, humorlos
Charakter 1: abweisend, modisch, prüde, zynisch, introvertiert, sarkastisch
Charakter 2: anhänglich, unmodisch, ungehemmt, naiv, extrovertiert, humorlos

Damit hättest du dann auch schon ein ziemlich „typisches“ Hollywood-Paar – da könnte man direkt irgendein „Detektiv Duo“ daraus machen und ab aufs Fließband. Also etwas kreativer darf es schon sein, aber ich würde schätzen am wichtigsten ist einfach, dass die Charaktere halt die meiste Zeit über einfach völlig „normal“ (Trope-Normal / Story-Normal) sind und dass die Orientierung nur wenig Rolle spielt, was ihr Verhalten in (nicht sexuellen / romantischen) Situationen angeht. Heteroromantische in Büchern sind ja auch nicht die ganze Zeit am… äääh… romanzieren. Also solche Bücher gibt es schon, aber… wenn du nicht gerade einen aromantischen Porno schreiben willst… dann können die ja auch jede Menge andere Sachen machen als nur die ganze Zeit über keinen romantischen Sex zu haben. Oder so.

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:
Plus natürlich dem Umstand, dass du Menschen nicht attraktiv findest

Das ist typisch für Aros? Also sind die meisten Demis wohl auch Demi-Romantisch, nicht nur demisexuell? OK, ich befürchte fast, ich kann bei anderen Leuten romantische und sexuelle Anziehung nicht unterscheiden -.-
Nach oben
          
Sandkastenzorro
zweitgrößter Spammer des Forums



Alter: 38
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 3458
Wohnort: Fairvale
BeitragVerfasst am: Sa Dez 01, 2018 16:06    Titel: Antworten mit Zitat

Nun, Demi ungleich Aro Wink Demi ist eben demi und Aro ist eben aro.
_________________
Didn't your mother never teach you no manners?
-I ain't never had no mother, we was too poor!
Nach oben
          
Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 13646
BeitragVerfasst am: Sa Dez 01, 2018 16:14    Titel: Antworten mit Zitat

Demiromatisch und sexuell kann ich mir ja gerade noch vorstellen. Das sind wohl die Leute, die sich nach einem ONS plötzlich unerwartet zu mögen anfangen(?)

Aber demiromantisch und demisexuell? Leute fangen erst an aufeinander zu stehen und sich zu mögen nachdem sie angefangen haben aufeinander zu stehen und sich zu mögen...sind da irgendwelche temporalen Anomalien im Spie oder wie soll das funktionieren? Wink
Nach oben
          
Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Sa Dez 01, 2018 16:49    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:
Demiromatisch und sexuell kann ich mir ja gerade noch vorstellen. Das sind wohl die Leute, die sich nach einem ONS plötzlich unerwartet zu mögen anfangen(?)

Aber demiromantisch und demisexuell? Leute fangen erst an aufeinander zu stehen und sich zu mögen nachdem sie angefangen haben aufeinander zu stehen und sich zu mögen...sind da irgendwelche temporalen Anomalien im Spie oder wie soll das funktionieren? Wink


Wie verschieden man das lesen kann, finde ich erstaunlich. Wenn man das "demi" mit "brauchen lange und intensiv Kontakt, bis sich da was entwickelt" übersetzt, müsste es ja umgekehrt laufen, also müssen sich erst länger und tiefergehend kennen gelernt haben, bis sich ein ONS ergeben kann, bzw. sowohl demisexuell als auch demiromantisch - sowohl das Kennenlernen bis zum Verlieben dauert oder bedarf intensivem, tiefergehendem Kennenlernen, als auch der sexuelle Bereich - also keine ONS wahrscheinlich.

@TE: Aromantiker = einfach alles, was sonstige Leute mit Beziehungen, Liebe oder Partnerschaft verbinden, weglassen.

Es gibt sexuelle Aromantiker, die mit Menschen Sex haben, ohne die zu lieben, ohne Beziehung und alles drumherum. Anziehung durch Kopulationsnöte ersetzen.

Beim asexuellen Aromantiker fallen einfach beide diese Ebenen weg. Menschen können zwecks Austausch nüchtern Interesse erzeugen oder ästhtisch cool wirken, aber über kollegiale Bekanntschaft oder Kumpelei hinaus entwickelt sich nichts.
_________________
Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.


Zuletzt bearbeitet von Windsurfhippie am Mo Dez 03, 2018 0:07, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
          
Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 13646
BeitragVerfasst am: Sa Dez 01, 2018 17:34    Titel: Antworten mit Zitat

Der ONS sollte nur ein Beispiel sein wie es möglich sein könnte sexuelles Verlangen/Anziehung ohne emotionale Komponente auszuleben. Aber im Prinzip hast du recht logischer Weise müßte es eine längerfristige rein sexuelle Beziehung sein, die dann plötzlich eine Gefühlskomponente bekommt. Das ist eigentlich allenfalls noch im Kontext Prostitution vorstellbar und scheint mir kaum realistisch.

Wenn man demiromantisch jedenfalls strikt als "entwickeln nur dann emotionales/romantisches Verlangen/Anziehung wenn sie sich in einer längeren/engen/stabilen Beziehung" befinden ließt dann gibt es ganz einfach keine Demiromantiker weil eine solche Beziehung imho in der Realität nicht rein-sexuell aufgebaut werden kann und ergo emotionale/romantische Anziehung/Verlangen schon vorher bestand.

Es sei denn man setzt romatisches Verlangen/Anziehung lediglich mit verlieben gleich. Dann sind demiromantische Demisexuelle Leute, die sich erst verlieben und Interesse an Sex bekommen nachdem sie eine engere Beziehung zueinander aufbauen konnten. Verkürzt würde ich das dann "Normalos" nennen, denn abgesehen von den Schnellverliebern und den Gleich-sex-wollern läuft das wohl bei den meisten Menschen so ab.
Nach oben
          
Luftballonkaiserin




Alter: 25
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.07.2018
Beiträge: 29
BeitragVerfasst am: So Dez 02, 2018 23:35    Titel: Antworten mit Zitat

@Mitsch: Was für eine Bedeutung haben die sexuellen und romantischen Orientierungen deiner Charaktere eigentlich für die Handlung der Geschichte? Davon hängt es nämlich sehr ab, wie du sie darstellst. Wenn die Handlung etwas anderes ist (also die Person hauptsächlich in einem Mordfall ermittelt, die Welt retten muss oder sowas), reicht es eigentlich schon aus, darauf zu achten, dass sich der aromantische Charakter nicht verliebt und mindestens einmal in der Geschichte ausdrücklich als aromantisch bezeichnet wird. Wenn es in der Geschichte aber darum geht, dass sich jemand in den aromantischen Charakter verliebt, musst du ihm "richtig" darauf reagieren lassen. Stellt dir dafür vor, jemand, den du unausstehlich findest, verliebt sich in dich und du willst ihn einfach nur loswerden ... zu einfach? Wink Dann stellt dir vor, dein bester Freund verliebt sich in dich und du bist überfordert oder sogar angewidert von seiner Liebe, aber gleichzeitig ist er immer noch dein bester Freund und er ist dir immer noch sehr wichtig, aber du bist stinksauer, dass er eure Freundschaft kaputtmacht, nur weil er plötzlich "mehr will". Und warum überhaupt "mehr"? Beste Freunde zu sein, war doch alles, was du wolltest und du verstehst nicht, warum er das nicht genauso sieht ....

Ansonsten empfehle ich dir, zu recherchieren, wie Aromantiker ihre Erfahrungen beschreiben: andere Beiträge hier im Unterforum oder, wenns auf Englisch sein darf, auf arocalypse.com, einem Forum für Aromantiker.

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:
Ist doch völlig einfach: Aromantiker verlieben sich nicht und haben keinerlei romantische Gefühle anderen Menschen gegenüber. Dementsprechend musst du nur bei dir selber gucken, wie es dir geht in Phasen, wo du nicht verliebt bist und das ausdehnen auf ein ganzes Leben und schon haste nen Aromantiker. Plus natürlich dem Umstand, dass du Menschen nicht attraktiv findest und dich diese ganze Beziehungszentrierung der Menschen nervt.

Seh ich genauso Very Happy

@Apodemus: wenn sich alle davon abschrecken lassen, unschöne Klischees als repräsentativ darzustellen, wird es wohl so bleiben, dass es zu wenig Repräsentation gibt Wink Ich find schlechte Repräsentation auch furchtbar, aber hoffen wir mal das Beste ...

@Maz und @Windsurfhippie: demisexuell bedeutet, dass man nur zu Leuten sexuelle Anziehung haben kann, zu denen man bereits eine starke Bindung aufgebaut hat - diese Bindung ist meist eine romantische Beziehung, kann aber auch eine Freundschaft sein.
Demiromantisch bedeutet, dass man sich erst in Leute verliebt, mit denen man bereits befreundet ist - dass eine sexuelle Beziehung die Voraussetzung fürs Verlieben wäre, habe ich bisher nur von euch gelesen und ihr scheint ja nicht aus eigener Erfahrung zu sprechen Wink
Nach oben
          
Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Mo Dez 03, 2018 0:23    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:


Es sei denn man setzt romatisches Verlangen/Anziehung lediglich mit verlieben gleich. Dann sind demiromantische Demisexuelle Leute, die sich erst verlieben und Interesse an Sex bekommen nachdem sie eine engere Beziehung zueinander aufbauen konnten. Verkürzt würde ich das dann "Normalos" nennen, denn abgesehen von den Schnellverliebern und den Gleich-sex-wollern läuft das wohl bei den meisten Menschen so ab.


So hätte ich das bisher auch verstanden und gedacht, dass es das Normale sei.
Ein Demi-Romantiker, da dachte ich eben, dass die Zeitdauer oder Intensivität des Verliebens sich noch länger Zeit lässt, eben viele Jahre oder Jahrzehnte, bis die mal heiraten oder sich als Paar zu erkennen geben.

Das, was Du weiter oben beschriebst, wäre ja das Konzept "demi-aromantisch Sexueller" in etwa. Solche Leute, die rein sexuell unterwegs sind und nur sexuell interessiert. Viele Schwule scheinen so zu ticken, ja, oder die Bordell-Besucher.

Luftballonkaiserin hat folgendes geschrieben:


@Maz und @Windsurfhippie: demisexuell bedeutet, dass man nur zu Leuten sexuelle Anziehung haben kann, zu denen man bereits eine starke Bindung aufgebaut hat - diese Bindung ist meist eine romantische Beziehung, kann aber auch eine Freundschaft sein.


Das habe ich bisher auch so gelesen.

Luftballonkaiserin hat folgendes geschrieben:
Demiromantisch bedeutet, dass man sich erst in Leute verliebt, mit denen man bereits befreundet ist -
So ähnlich habe ich mir das auch gedacht, und das, was Maz beschrieb, als "demi-a-romantisch sexuell" gelesen.

Luftballonkaiserin hat folgendes geschrieben:
dass eine sexuelle Beziehung die Voraussetzung fürs Verlieben wäre, habe ich bisher nur von euch gelesen und ihr scheint ja nicht aus eigener Erfahrung zu sprechen Wink


Ich als asexueller Aromantiker gewiss nicht! Ich habe es noch nicht mal zu Freundschaft gebracht. Wink
Ich habe das aber auch nur so aufgenommen, wie Maz es schrieb, und gefolgert, dass man es wohl sehr unterschiedlich interpretieren kann.
Aus meiner Sicht scheint Romantik oder intensives Kennelernen notwendig, damit sich sexuelle Interessen überhaupt erst bilden können,
jedenfalls beobachte ich das an gewöhnlichem Allosexuellen so.
_________________
Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
Nach oben
          
Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 13646
BeitragVerfasst am: Mo Dez 03, 2018 11:02    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn man die romantische Orientierung vom Verlieben abhängig macht, dann wäre das aber in etwa so als würde man die sexuelle Orientierung an der Geilheit festmachen. Demnach wären also Menschen, die sich nicht verlieben und nicht geil aufeinander werden aromantische Asexuelle, selbst dann wenn sie gerne eine Beziehung eingehen, sich lieben und ggf. sogar mehr oder weniger regelmäßig und gerne Sex haben.

Wir hier definieren aber die romantische und sexuelle Komponente der Orientierung entweder über die emotionale bzw. sexuelle Anziehung oder Bedürfnis/Verlangen sprich über Handlungsmotivationen. Demnach ist man also kein Aromantiker wenn man eine emotionale auf Partnerschaft hin ausgerichtete Anziehung erlebt oder Verlangen/Bedürfnisse in der Richtung empfindet. Der "Zustand" der Verliebtheit ist dafür ebwensowenig erforderlich wie für eine sexuelle Anziehung/Verlangen das Vorhandensein einer primären "Geilheit" notwendig ist. Das sind doch lediglich Extremformen im Kontinuum der emotionalen und sexuellen Empfindungen.

Aber die grundsätzliche Problematik, daß sich die Aromantiker bislang uneins zu sein scheinen was die Begriffsbedeutung angeht trat ja auch schon bei der Gründung dieses Unterforums auf, siehe z.B. die Umfrage:
https://www.aven-forum.de/viewtopic.php?t=11430

Ein Teil macht Aromantik am fehlenden Partnerschaftswunsch fest und der andere Teil wohl vor allem an der fehlenden Verliebthheit. Zusätzlich gibt es auch noch eine Gruppe, die Partnerschaften grundsätzlich als etwas "idiotisches" ablehnt, was ich dann aber eher als romantik-averse oder sogar antiromantische Einstellung einordnen würde. Sprich das hat dann mit der Orientierung nichts mehr zu tun.

Die meiner Meinung nach logisch konsistente Anwendung im Sinne von "keine emotionale Anziehung/Verlangen" wird unter den Aromantikern wohl eher nicht vertreten, was es dann auch fraglich macht ob man Aromantik wirklich spiegelbidlich der Asexualität gegenüberstellen kann. Der Status als Orientierung scheint jedenfalls noch mehr in Frage zu stehen als das bei der Asexualität schon der Fall ist.
Nach oben
          
Mitsch





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 01.12.2018
Beiträge: 3
BeitragVerfasst am: Mo Dez 03, 2018 12:05    Titel: Antworten mit Zitat

Merci euch allen für eure Antworten.
Ihr habt mir sehr weitergeholfen
Nach oben
          
Luftballonkaiserin




Alter: 25
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.07.2018
Beiträge: 29
BeitragVerfasst am: Di Dez 04, 2018 20:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde es schade, wenn "romantisch" und "emotional" synonym verwendet werden. Das klingt dann nämlich so, als wären Aromantiker insgesamt gefühllos. Hat man zu Freunden oder Familie keine emotionale Anziehung? Natürlich gibt es auch Aromantiker, die sich auch von solchen zwischenmenschlichen Beziehungen fernhalten, aber eigentlich ist sowas von der romantischen Orienierung unabhängig.
(Oder wird hier im Forum das Wort "emotional" anders verwendet als im Alltag? häää? )

Maz hat folgendes geschrieben:
Der Status als Orientierung scheint jedenfalls noch mehr in Frage zu stehen als das bei der Asexualität schon der Fall ist.

Gilt das auch hier im Forum?? Shocked
Nach oben
          
Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 13646
BeitragVerfasst am: Di Dez 04, 2018 20:55    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Ich finde es schade, wenn "romantisch" und "emotional" synonym verwendet werden.


Werden sie in der allgemeinen Sprache ja auch nicht.
Aber im Begriff "romantische Orientierung" verschwimmt doch dieser Unterschied. Ich persönlich finde ehrlich gesagt den Begriff der "emotionalen Orientierung" passender, da er den sehr "intensiven" Begriff der "Romantik" vermeidet. Ich denke auch die Gefahr das ganze bei Verwendung von "emotional" z.B. mit dem Bedürfnis nach Freundschaften zu verwechseln besteht nicht wirklich, da man in dem Bereich ja nicht von Orientierungen spricht.

Angenommen jemand wünscht sich eine Beziehung mit einer Person des anderen Geschlechts und/oder empfindet eine auf eine Partnerschaft oder vergleichbare intime Form der Zweisamkeit hin ausgerichtete Anziehung ohne sich dabei aber zu verlieben. So jemand ist doch dennoch heteroromantisch (bzw. wie ich es lieber ausdrücken würde "heteroemotional orientiert"). Es sei denn man macht den Begriff der (A)romantik eben tatsächlich nur an dem Aspekt der "romantischen Anwandlungen" fest. Wenn man das aber tut dann würde ich das in der Tat lediglich als eine emotionale/romantische Eigenschaft/Präferenz sehen und nicht mehr als eine Orientierung.

Es geht mir dabei nicht um die Frage ob diese Eigenschaften angeboren und dauerhaft beständig sind (was ja ein wichtiges Element von Orientierungen ist) sondern ich sehe die Problematik mit dem Status als Orientierung rein auf der begrifflichen Ebene einfach schon dadurch gegeben, daß keine der allgemein bekannten grundlegenden Orientierungen (Hetero-/Homo-/Bisexualität) nur auf einen so begrenzten Aspekt abzielt. Man kann also sexuelle Orientierungen meiner Meinung nach ebensowenig nur auf den Aspekt der Anwesenheit oder Abwesenheit von Geilheit gegenüber anderen reduzieren wie man romantische Orientierungen auf die Frage ob sich jemand verliebt oder nicht reduzieren kann. Wenn man das macht resultiert meiner Meinung nach eine Auslegung des Begriffs der Orientierung, der erheblich vom allgemeinen Verständnis abweicht. Wenn aber Heterosexuelle z.B. unter Heterosexualität etwas völlig anderes versehen als Asexuelle, oder Heteroromantiker unter Heteroromantik etwas völlig anderes als Aromantiker, dann kann man die Begriffe eben auch nicht mehr direkt vergleichen. Und das wiederum bedeutet für mich, daß sich die Frage ob wir von einer Orientierung sprechen oder nicht rein formal gesehen dann nicht mehr klären lässt weil quasi Äpfel mit Birnen verglichen werden sollen.

Eine inkonsistente Begriffsverwendung schürt im übrigen am Ende auch Vorurteile gegenüber den jeweiligen Gruppen, je nachdem welcher der möglichen Perspektiven man sich anschließt.

Es wäre daher z.B. schon wünschenswert (auch wenn das vermutlich unrealistisch ist) wenn sich zumindest Menschen, die sich als Aromantiker sehen, darauf einigen könnten ob der Begriff mit einem Wunsch nach Partnerschaften vereinbar ist oder nicht und ob eine Abhängigkeit vom verlieben bestehen soll oder nicht.
Nach oben
          
Adamant




Alter: 61
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 22.05.2019
Beiträge: 545
BeitragVerfasst am: Di Mai 28, 2019 8:55    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:
Der ONS sollte nur ein Beispiel sein wie es möglich sein könnte sexuelles Verlangen/Anziehung ohne emotionale Komponente auszuleben. Aber im Prinzip hast du recht logischer Weise müßte es eine längerfristige rein sexuelle Beziehung sein, die dann plötzlich eine Gefühlskomponente bekommt. Das ist eigentlich allenfalls noch im Kontext Prostitution vorstellbar und scheint mir kaum realistisch.


Oha, mir ist aber genau diese Abfolge als "normal" bzw. der Regelfall von einer allosexuellen Partnerin beschrieben worden. Nur bei mir sei das anders gewesen, weil sie mich nach dem Kennenlernen monatelang nicht in die Kiste bekommen habe, was im übrigen heftige Zweifel, auch Selbstzweifel, ausgelöst habe (wurde mir später erzählt).

Mir scheint schon, dass die sexuelle Attraktion bei den meisten Menschen zuerst da ist. Es sagen ja auch viele, dass man bei einem potentiellen Partner erst die sexuelle Ebene austesten solle, weil wenns da nicht harmoniert könne man das Thema Partnerschaft generell knicken. Eine mir sich nicht erschließende "Logik".

Ob zur Romantik die rosarote Brille gehört, ich weiss nicht. Ich habe selbige noch nie auf gehabt und immer ganz "nüchtern" abgewogen ob eine Partnerin und ich zueinander passen könnten in dem Sinne, dass Wesensunterschiede und Verhaltensweisen im Alltag "kompromissfähig" sind. Das geht halt nur mit längerer "Beobachtung" (nicht auf Worte sondern auf Verhalten kommt es an). Möglicherweise ist das dann "demiromantisch" (hatte ich bislang noch nie von gehört)? Very Happy

Beste Grüße, Adamant
Nach oben
          
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Forum für Asexualität Foren-Übersicht -> Gedanken -> (A)Romantik und Liebe Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite 1, 2  Weiter
Seite 1 von 2

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2002 phpBB Group

Impressum: AVENde versteht sich als Unterforum von AVEN. Ansprechpartner für die deutsche Seite (aven-forum.de) ist der Administrator "Dirk Walter". Kontaktadresse: Dirk Walter - Rehhütterstrasse 4 - 67165 Waldsee
email: aven.de@dirk-walter.de - Telefon: 06236/54804.
Beachten Sie auch: Forenregeln und Datenschutz