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Cosette




Alter: 20
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 23.11.2018
Beiträge: 2
BeitragVerfasst am: Fr Nov 23, 2018 2:49    Titel: Auf der Suche nach Verständnis Antworten mit Zitat

Guten Morgen, ihr lieben. (Ist es angebracht das um halb 2 morgens zu sagen?)

Ich habe ein furchtbar flaues Gefühl im Bauch, während ich diese Zeilen schreibe. Die ganze Thematik ist für mich schwer anzusprechen und schwer zu verkraften. In meinem Leben bin ich auf viel Unverständnis diesbezüglich gestoßen und hoffe hier ein Portal gefunden zu haben, das mir möglicherweise sogar helfen könnte. Also, ich fange einfach mal an zu erzählen. Danke im voraus an alle, die sich die Mühe machen diese Erzählung zu lesen. (:

Vor einigen Monaten im September bin ich 20 Jahre alt geworden. Ich habe eine lebhafte Vergangenheit im Bereich der psychischen Probleme hinter mir, weswegen ich schon immer einen "Schuss weg" hatte. (Ich klinge bestimmt dramatisch, aber mein Herz rast richtig.) In die Pubertät kam ich relativ früh mit 11, hatte recht früh bereits einen recht großen Busen und war recht zügig mit "Verehrern" konfrontiert. Ich selbst fand das toll, ich habe es sehr genossen, wenn jemand mich mochte, begehrte und schön fand. Mit 16 hatte ich dann meinen ersten Freund, er war vier Jahre älter als ich. Wir wohnten etwas weiter voneinander entfernt, weswegen wir uns ein Mal im Monat in der größeren Stadt bei uns in der Mitte getroffen haben. Irgendwie schien ihm dadurch die Intimität zu fehlen, weswegen er mich andauernd in aller Öffentlichkeit unangenehm betatscht hat. Nach einem Monat, also gerade Mal vier Verabredungen, war ich so angewidert von ihm, dass ich bei einem Gruppentreffen nahezu vor ihm weg gerannt bin. Als ich dann mit ihm Schluss gemacht habe, hat er erst ganz hinterhältig versucht mir ein schlechtes Gewissen zu machen und dann warf er die Bombe: "Und ich hatte mich schon so darauf gefreut dich nackt zu sehen." Ich kann bis heute keine weiteren Worte dazu sagen.

Freund Nr. 2 war noch schlimmer. Für ihn gab es wirklich nur sexuelle Aktivitäten. Er hatte ernsthafte Probleme meiner Meinung nach, war dieses Mal ganze 10 Jahre älter als ich (ich war 18 und er 28) und im Grunde bestand unsere Beziehung einzig und allein aus sexueller Nötigung. Was schleichend begann, wurde immer penetranter. Er hat mich dazu genötigt ihn jeden Tag (teilweise mehrmals am Tag) mit der Hand zu befriedigen. Da ist mir das erste Mal wirklich klar geworden, dass ich intensiven Ekel für das männliche Geschlechtsorgan empfinde und immer mehr Ekel auch vor dem Sexualtrieb empfand.

Inzwischen bin ich zusammen mit meinem absoluten Lieblingsmenschen. Ich fühle mich wohl an seiner Seite, er hilft mir durch so viel durch und hat unglaubliche Geduld und Verständnis mit mir. Wir sprechen ab und an (teilweise) spaßeshalber vom heiraten! Es gibt nur ein Problem... Und ihr alle könnt euch an dieser Stelle sicherlich denken welches. Ich empfinde Ekelschauer bei dem Gedanken an den Sexualtrieb. Der Gedanke an Sex löst in mir Magenkrämpfe aus. Darüber so offen zu schreiben treibt mir gerade wirklich die Tränen in die Augen. Ich stehe so entsetzlich unter Druck. Ich liebe ihn, ich weiß dass ich ihn liebe, aber ich schaffe es einfach nicht. Wenn wir uns umarmen und seine Hände streichen über meine Brüste oder wandern etwas zu tief über meinen Bauch erstarre ich zur Salzsäule. An wirklich, wirklich guten Tagen schaffe ich es ein bisschen angefasst zu werden und auch ihn anzufassen. Ich bin sehr konservativ erzogen und sehe den Sexualakt zu meinen Aufgaben in einer Beziehung, weswegen ich hin und wieder es mit Widerwillen schaffe bei ihm Hand anzulegen. Aber jedes Mal denke ich mir nur, dass es hoffentlich bald vorbei ist.

Inzwischen habe ich es einmal auch geschafft die Beine für ihn breit zu machen. Zu dem Zeitpunkt war ich in einem depressiven Loch und habe ihn "einfach machen lassen". Ich habe ihn zehn Minuten auf mir herum turnen lassen und es war grauenvoll. Es war so furchtbar und ich wünsche mir jeden Tag es rückgängig machen zu können. Ich wünschte ich wäre sexuell aufgeschlossen, ich wünschte so sehr mir würde sich nicht der Magen bei dem Gedanken herum drehen. Und möchte so sehr meinen Freund auf jeder erdenklichen Ebene befriedigen aber ich schaffe es einfach nicht, egal was ich tue.

Es tut mir schrecklich leid für dieses gedankenlose Geplapper, ich danke noch einmal allen, die es bis hier hin ausgehalten haben. Vielleicht gibt es ja einige von euch, die etwas ähnliches mitgemacht haben? Oder mir vielleicht etwas raten können? Ich weiß nicht einmal, was ich mir hiervon erhoffe... Eigentlich bin ich bereits jetzt einfach nur erleichtert, dass ich es von der Seele loswerden konnte.

Ganz liebe Grüße,
eure Cosette.
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Alice93




Alter: 26
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 25.08.2015
Beiträge: 331
Wohnort: NRW
BeitragVerfasst am: Fr Nov 23, 2018 6:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Cosette,
deinen Ekel kann ich schon gut verstehen, allerdings tust du deinem Freund auch keinen Gefallen, wenn du dich "aufopferst" mit ihm Sex zu haben und ihm gegenüber nicht ehrlich mit deinen Gefühlen bist. Wenn du es dir schon selbst nicht wert bist rücksichtsvoll mit dir umzugehen, denk an deinen Freund. Wie soll er sich fühlen, wenn ihm klar wird, was er ohne es zu wissen bei dir auslöst? Du lässt es ja zu, dass er dich regelmäßig unwissend schwer verletzt. Auch wenn DU Sex für deine "Pflicht" hälst, sieht er es auch so? Wenn es so wäre, dann wär er jedenfalls nicht der Traumtyp, als den du ihn skiziierst ...
Du bist jetzt schon schwer belastet und es wird sicher nicht besser, wenn du weiter machst wie bisher. Früher oder später, je mehr du psychisch abbaust fällt es doch eh auf und falls er dich nur ein bisschen gern hat, wird er wohl auch Schuldgefühle entwickeln, weil er nicht gemerkt hat wie schlecht es dir geht.
Du solltest auch unabhängig von deiner aktuellen Beziehung von der Idee abstand nehmen, dir Liebe durch Sex erkaufen zu wollen. Jmd. der hauptsächlich deine Brüste anfassen will "liebt" dich jedenfalls nicht auf eine Art mit der du was anfangen kannst. Gib deinem Freund die Chance sich zu positionieren und falls ihm deine Probleme in dem Bereich zu viel sind und er dich deshalb fallen lassen sollte such demnächst gezielt einen weniger bis gar nicht auf Sexualität drängenden Partner.
So wie es jetzt läuft stellt sich deine aktuelle Situstion als Lose/Lose Situation dar.
Grüße zurück,
Alice
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auris





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 28.10.2016
Beiträge: 537
BeitragVerfasst am: Fr Nov 23, 2018 9:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hm. Zur Abwechslung nötigst du dich diesmal also selbst. Du zwingst dich selbst in Situationen, die dich fertig machen und dir den Magen umdrehen. Und die auf Dauer deiner psyche schlimm zusetzen werden. Und je stärker du dich selbst erniedrigst, desto stolzer bist du darauf, in gewisser Weise. Weil du es geschafft hast, obwohl alles in dir nur wegrennen wollte.
Du willst dich um ihn kümmern sagst du. Wer kümmert sich um dich? Ist dein eigenes Wohlbefinden dir nichts wert? Du wirst das nicht ewig durchhalten. Früher oder später brichst du zusammen.

Du bist gerade mal 20, ihr seid seit maximal 2 Jahren zusammen und eure Beziehung hat ein riesiges Problem. Tu dir selbst den Gefallen und stell das mit dem heiraten erstmal zurück. Zumindest bis das Problem gelöst ist. So wie es jetzt ist, kann es nicht den Rest deines Lebens weitergehen.

Hast du mal mit deinem Partner über all das gesprochen?
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Sandkastenzorro
zweitgrößter Spammer des Forums



Alter: 38
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 3218
Wohnort: Bates Motel
BeitragVerfasst am: Fr Nov 23, 2018 12:03    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube, dein Problem in dem jetzigen Szenario ist nicht der Sex, sondern die Verlustangst. Du bist so emotional abhängig von deinem Partner, dass du dich kaputt machst um ihm zu gefallen. Weil du Angst hast, dass er dich verlässt, wenn du nicht tust, was er will.

Was gibt der Mann dir, auf das du so dringend angewiesen bist, dass du dafür über deine eigene (seelische) Leiche gehst? Entspricht das, was du da gerade lebst, deine Idealvorstellung von "Liebe"? Verlangt Liebe Selbstaufgabe, nur um zu gefallen?

Das sind die Fragen, über die du mal nachdenken musst. So ganz umfassend und generell. Ich verspreche dir, dass dir dann ein Lichtlein aufgeht Wink
_________________
"I hear, the expression "Eats like a bird" is really a fal- ... fa-false-... falsity, because birds really eat a tremendous lot!"
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Cosette




Alter: 20
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 23.11.2018
Beiträge: 2
BeitragVerfasst am: Fr Nov 23, 2018 12:37    Titel: Antworten mit Zitat

Dankeschön für diese Meinungen und Gedanken zu dem Thema, ich antworte mal ganz allumfassend auf eure Fragen. Letzte Nacht brach wirklich alles ohne Sinn und Verstand aus mir heraus.

Mit ihm geredet über das Thema habe ich. Ich war von Anfang an ehrlich zu ihm und er ist vollkommen im Bilde darüber, was das alles bei mir auslöst und wie schlecht es mir damit geht. Heiraten und dergleichen, ist noch weit weit weg, auch wenn wir ab und an darüber scherzen, wir haben zurzeit noch gar nicht die finanzielle Grundlage und sind beide berufstechnisch noch nicht an dem Punkt angelangt, wo wir gerne wären. Mal abgesehen davon, dass bei mir dieses Problem wirklich erstmal an aller erster Stelle steht. Mein Freund sagt auch immer wieder, dass er zufrieden ist so, wie es ist. Dass alles in dieser Richtung nach meinem vorgegebenen Tempo läuft und wir nur tun oder lassen was ich möchte. Aber dennoch merke ich doch immer und immer wieder, dass er Bedürfnisse hat, die ich nicht erfüllen kann, auch wenn er sie mir nicht zumuten möchte. Es ist ein Aufopfern seinerseits nahezu komplett auf seinen Sexualtrieb zu verzichten, der mir dieselbe Aufopferung vorgibt.

Und bzgl. der Verlustangst - ich weiß nicht, es kann sein, dass ich Verlustängste habe. Allerdings ist es aus meiner Perspektive zurzeit so, dass ich genau weiß, dass ich ihn verlassen werde, wenn wir das nicht in den Griff bekommen. Ich kann nicht damit leben jemanden an meiner Seite zu haben, der mir wirklich alles von sich gibt, mich auf Händen trägt und jeder Laune, jeder Panikattacke mit so viel Verständnis entgegen tritt. Ich komme aus einem extrem zerrütteten Elternhaus und mein Freund ist das, was für mich "zuhause" bedeutet. Allerdings bin ich selbst sehr sehr streng mit mir. Entweder es passt, alles passt oder es passt nicht und ich gehe. Deswegen zwinge ich mich auch so sehr zu alldem.

Meint ihr, dass ich da zu versteift und fixiert drauf bin? Ich weiß es wirklich nicht, alle meine vorherigen Erfahrungen mit Männern endeten nun einmal in der Premisse, dass wenn man ihnen keinen Sex gibt, sie ihn sich wo anders nehmen werden. Das ist die verkorkste Weltansicht, die meine Mutter Jahre lang in mich hinein geprügelt hat und die nun wie ein Brandmal in meinem Unterbewusstsein festsitzt.
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Maz
ADMod Team



Alter: 41
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 12861
BeitragVerfasst am: Fr Nov 23, 2018 13:11    Titel: Antworten mit Zitat

Klingt für mich ein wenig so also ob du versuchst Beziehungen zu erzwingen um dir damit selbst zu beweisen, daß es völlig anders laufen wird wie es dir im Elternhaus vermittelt wurde. Das Problem ist nur, daß du damit immer an die Personen gerätst mit denen es garantiert schief läuft zumal du Beziehungen vielleicht auch gerade deswegen eingehst weil eine Vorstellung von Beziehung dich dazu veranlasst, die mit der Realität nicht in Einklang zu bringen ist.

Insbesondere da du schon mehrfach traumatisiert bist/wurdest mußt du irgendwie von den emotionalen Extremen wegkommen, da du ansonsten immer wieder in genau die Szenarien geraten wirst, in denen du maximal verletzt wirst und/oder andere verletzt. Und da gibt es denke ich letztlich nur 2 Möglichkeiten. Entweder du verzichtest zumindest für einige Jahre bis du im Leben insgesamt stabiler/sicherer bist konsequent auf diese Art von sexuellen Kontakten einschließlich intimer (mehr oder weniger sexueller) Beziehungen, die den Konflikt ja letztlich weiter befeuern, oder du versuchst die negativen Emotionen direkt anzugehen, sprich das ganze in einem therapeutischen Setting zu bearbeiten. Zunächst wäre dann wohl eine Einzeltherapie notwendig und wenn die aktuelle Beziehung diese "Phase" überlebt wäre auch eine Paartherapie sicher eine Option. Dafür müßtest du aber u.a. erst mal herausfinden ob du die sexuellen Aktivitäten selbst verabscheust bzw. eklig findest oder ob es nur die Dinge sind, die damit assoziiert sind (wie der Mißbrauch durch die bisherigen Partner aber vor allem auch die Erfahrungen im Elternhaus, die dich ja letztlich auch schon in der Richtung geprägt haben).

Manche Menschen sind auch einfach so stark traumatisiert, daß sie selbst mit einem liebevollen Partner im Kontext wechselseitiger sexueller Intimitäten (jemand anderen befriedigen weil der das gerade braucht gehört imho nicht zu den wechselseitigen Aktivitäten) keine positiven Empfindungen mehr erleben können. In dem Fall ist es im Sinne des Selbstschutzes wohl besser darauf zu verzichten auch dann wenn man nicht asexuell ist.
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auris





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 28.10.2016
Beiträge: 537
BeitragVerfasst am: So Nov 25, 2018 10:48    Titel: Antworten mit Zitat

Halthalthalt moment. Der weiß, was das jedesmal in dir anrichtet? Dass das jedesmal der horror auf Erden für dich ist? Und er macht trotzdem mit? Hui. "auf Händen tragen" definiere ich irgendwie anders. So mit mehr Rücksicht auf die Seele des Partners.

Sexuelle frustration ist einer der Hauptgründe für untreue, ja. Allerdings, das, was ihr da habt, ist auch nicht gerade erfüllend. Und nicht jeder mensch wird untreu, wenn es im Bett nicht läuft.
Ich frage mal direkt, wäre es denn so schlimm, wenn er sich dafür jemand anderen sucht? Du willst damit nix zu tun haben und so wärst du es los.
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~Maren~





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 28.11.2018
Beiträge: 1
BeitragVerfasst am: Mo Dez 03, 2018 21:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann dich schon verstehen, dass du dich bemühst, den Menschen, der dir ein Gefühl von Sicherheit und zu Hause gibt, glücklich zu machen.
Aber wie die anderen auch, zweifle ich daran, dass dieses Gefühl berechtigt ist. Er ist sicherlich besser zu dir als die anderen Männer. Wenn er allerdings weiß, wie es dir dabei geht, und er dich trotzdem anfasst oder mit dir schläft, ist das noch lange nicht gut. Er hätte die Möglichkeit jederzeit abzubrechen, wenn er sieht, dass du dich da durchquälst. Das scheint er aber nicht zu tun und das lässt mich zweifeln, ob dein Geborgenheitsgefühl, das du bei ihm hast, berechtigt ist.

Ich selbst war mit meinem ersten Freund sieben Jahre zusammen, habe anfangs auch öfter mit ihm geschlafen, weil "es mir doch eigentlich gefallen sollte". Mit der Zeit immer seltener, weil es mir eben nicht gefällt. Obwohl es für mich nicht so eine Qual war wie für dich, hat es ihm auch keinen Spaß gemacht, wenn er gemerkt hat, dass ich einfach nur darauf warte, dass er fertig wird. Und dann hat er es auch gelassen. Unbefriedigend für uns beide und schließlich auch der Trennungsgrund.
Auch wenn du deinem Freund nicht Stopp sagst, weil du dich ihm zuliebe da durchzwingen willst, finde ich es befremdlich, dass er trotz deiner Gefühle genug Vergnügen empfinden kann, um weiterzumachen.

Ich kann dir nicht sagen, ob es besser für dich, bei ihm zu bleiben oder dich zu trennen. Da musst du in dich hineinhören.
Warum möchtest du überhaupt eine Beziehung? Ich kann mir vorstellen, dass du nach Sicherheit und Geborgenheit suchst. Das kannst du aber auch ohne eine Beziehung erreichen. Sich ein eigenes Leben aufzubauen, beruflich wie privat mit Freizeitaktivitäten, die dir Selbstbewusstsein geben und dich erfüllen, und Freunde, die für dich da sind (letzteres ist nicht immer so einfach, ich weiß).
Eine Kollegin von mir wirkt auf andere als Single immer so glücklich und erfüllt, probiert Neues aus, erreicht ihre Ziele. Ihre Mutter hat ihr immer zu verstehen gegeben, dass sie nur in einer Beziehung etwas wert ist, also hat sie das scheinbar unbändige Bedürfnis nach Liebe und einer Beziehung. In einer Beziehung gibt sie so vieles auf, was sie eigentlich glücklich macht, um mehr Zeit mit ihrem Partner zu haben. Sie wirkt auf andere auch unzufriedener. Zu allem Überfluss gerät sie auch noch an Männer, die ihr nicht gut tun. Trotzdem opfert sie sich immer mehr auf, damit es doch noch funktioniert, sucht die Schuld bei sich, verbiegt sich. Erst kurz bevor sie zerbricht, trennt sie sich.
Was ich damit zeigen will ist, dass es nicht richtig wäre, in einer Beziehung zu bleiben oder eine zu suchen, nur um anderen, der Gesellschaft, sich selbst zu gefallen oder um nicht allein zu sein. In einer Beziehung kann man auch einsam sein. Vielleicht ist man alleine glücklicher.

Du bist noch so jung, kümmere dich um dich selbst, finde heraus, was du wirklich willst und brauchst.
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