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Fehlendes Verlangen vs. fehlende Anziehung
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In welche Kategorie würdet ihr euch (eher) einordnen?
Ich empfinde keine/kaum sexuelle Anziehung zu anderen aber habe ein (gewisses) Verlangen/Bedürfnis nach sexuellen Handlungen/Aktivitäten mit anderen
9%
 9%  [ 10 ]
Ich empfinde keine/kaum sexuelle Anziehung zu anderen und habe kein/fast kein Verlangen/Bedürfnis nach sexuellen Handlungen/Aktivitäten mit anderen
56%
 56%  [ 61 ]
Ich empfinde eine (gewisse) sexuelle Anziehung zu anderen aber ich habe kein/fast kein Verlangen/Bedürfnis nach sexuellen Handlungen/Aktivitäten mit anderen
28%
 28%  [ 30 ]
Ich empfinde eine (gewisse) sexuelle Anziehung zu anderen und ich habe ein (gewisses) Verlangen/Bedürfnis nach sexuellen Handlungen/Aktivitäten mit anderen
6%
 6%  [ 7 ]
Stimmen insgesamt : 108

Autor Nachricht
SubHumAn





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 07.06.2012
Beiträge: 206
Wohnort: Rheinland
BeitragVerfasst am: Di Aug 21, 2018 15:10    Titel: Antworten mit Zitat

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:
Ich kann bei dieser Umfrage nicht abstimmen, weil sich alles davon "falsch anfühlt". Ist bei mir grundsätzlich so bei Umfragen dieser Art. Wenn eine der Möglichkeiten mal in die Nähe von dem kommt, was ich anklicken könnte, wäre das aber alles immer nur mit einem "ABER" dahinter wirklich gültig. Ohne jedes "Aber" und fortlaufend weitere Erklärungen, wäre es ne Falschstimme.

Hm, das geht mir gerade auch so. Keine Möglichkeit paßt wirklich. Am ehesten käme wohl noch Punkt 2 in Frage, aber richtig wäre es nur, wenn das "kaum" und das "fast kein" rausgestrichen würden.

Maz hat folgendes geschrieben:

3. sexuelle Anziehung sollte auch etwas weitläufiger verstanden werden. ...

auch eine sagen wir mal "erotische Anziehung" also eine Anziehung, die sich an eher oberflächlichen/körperlichen/optischen oder anderen direkt zugänglichen Merkmalen (wie Stimmmodulation, Bewegung, Geruch, etc. pp) festmachen läßt und die einen Charakter hat, der dann aber auch als sexuell interpretiert wird/werden kann.

Ich kann vereinzelt Fotos oder Bilder erotisch finden, bei echten Menschen passiert mir das nicht. Wenn ich Menschen anziehend finde, löst das in mir trotzdem nicht den Wunsch aus, sie z.B. zu küssen oder ständig anzufassen, ich möchte auch nicht in einem Bett mit ihnen schlafen. Auch als ich mich früher noch verliebt habe, ging es mir eigentlich immer darum, möglichst viel Zeit mit dem Menschen zu verbringen, ihm auf geistiger Ebene so nah wie möglich zu kommen, ihn in den Freundeskreis zu integrieren (denn weniger Zeit mit meinen Freunden verbringen, wollte ich trotzdem nicht).
Den Wunsch nach körperlicher Nähe in Form von kraulen oder kuscheln verspüre ich sehr selten mal auf theoretischer Ebene. Dafür müßte dann allerdings eine optische Anziehung bestehen, um das real umsetzen zu können/wollen, was aber erfahrungsgemäß trotzdem sehr selten bleiben würde und auch nicht über die beiden Sachen hinausgehen könnte, ohne unangenehm und/oder lästig zu werden. Naja und wirklich fehlen tut es mir ja eigentlich auch nicht. Es bleibt halt irgendwie ein theoretischer Gedanke ala, könnte ja ab und zu mal ganz schön sein, wenn es einen Menschen gäbe, mit dem minimal mehr als kurze Begrüßungsumarmungen möglich wären.

Also keine Ahnung, ob es wirklich Sinn für Deine Umfrage machen würde, wenn ich Punkt 2 anklicke, ohne wirklich dahinter zu stehen. Die Entscheidung überlasse ich dann einfach mal Dir...
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HOFFNUNG IST DER IRRSINNIGE GLAUBE AN DAS UNMÖGLICHE

"Steckbrief"
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Di Aug 21, 2018 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:


Frau Meier... bitte nehmen Sie an dieser Umfrage teil. Wir wollen von Ihnen wissen, ob Sie Frösche mögen.

Ja, ich mag Frösche. Theoretisch. Vielleicht. Also, nicht in Wirklichkeit, aber eigentlich schon. Aber eigentlich auch nicht.

Wie meinen?

Naja, ich mag meine Vorstellung von Fröschen.

Das heisst also, sie mögen Frösche so ganz generell?

Naja nein. Ich finde Frösche schon eklig und hässlich und irgendwie scheisse, aber manchmal mag ich einen bestimmten Frosch, der aber nicht existiert. Also, ich mag meine Vorstellung von einem bestimmten Frosch, der nicht existiert.

Sie wollen mich verarschen, oder? Können Sie nicht einfach nur diese eine, simple Frage beantworten: Mögen Sie Frösche?

Können Sie die Frage bitte umformulieren? Ansonsten kann ich sie nicht beantworten.

Und wie sollte ich die Frage bitteschön umformulieren?

Sie könnten sowas sagen wie "Mögen Sie generell Frösche, wie sie auf dieser unserer Welt auf der Realitätsebene exisitieren und haben diese Frösche eine Art Anziehung auf Sie?"

Das würde aber die Umfrage verfälschen.

Das würde meine Antwort aber ebenfalls, solange man sie nicht umformuliert.

*seufz* Also gut, mögen Sie Frösche auf dieser, realen Ebene in unserer Welt?

Nein. Es sei denn, ich lerne einen kennen, den ich mag. Aber dazu muss er schon sehr überzeugend sein.

Aber dann würden Sie diesen einen Frosch mögen?

Nein. Ich würde meine Vorstellung von ihm mögen und in der Realität möchte ich ihn nicht haben.

Herrgotteinsfuffzich, also mögen Sie Phantasiefrösche und damit mögen Sie Frösche!

Kann man noch sagen, man mag Frösche, wenn es nur um die Vorstellung eines bestimmten Frosches geht und alles, was sich rund ums Mögen abspielt oder nicht, in der Realität aufs selbe hinauslaufen würde, als würde man keine Frösche mögen, weil es absolut keinen Unterschied macht?

Wissen se wad, Frau Meier... ich lass mich einweisen!

Grüßen Sie Doktor Schulze von mir, wir kennen uns schon ewig.


Totlachen Danke

Köstlich! Wenn das nicht eh schon in dem Startrek-Buch vorkommt, könnte ich es gut bei "Rache der Killerflasche" einbauen. Das passt gut in das Kapitel, wo Detlef und sein Kumpel, der vortäuscht, ein Affe zu sein, aus dem Sanatorium abhauen, um den blauen Powerranger
( sein stiller WG-Genosse) zu retten. Laughing

Ich möchte Option 2 ergänzen:

"Ich empfinde keine/kaum sexuelle Anziehung und habe kein/fast kein Verlangen/Bedürfnis nach sexuellen Handlungen/Aktivitäten mit anderen Menschen, anderen Tieren, Pflanzen, Pilzen, Objekten, Fantasien und/oder mit mir"
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Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
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Sandkastenzorro
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Alter: 39
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 3580
Wohnort: Fairvale
BeitragVerfasst am: Di Aug 21, 2018 20:31    Titel: Antworten mit Zitat

Höhö ^^ Du darfst es gerne für dein Buch verwenden, wenn du es gebrauchen kannst. Ich hab es heute morgen für diesen Thread hier formuliert und es war nirgendwo vorher geschrieben.

Und nur als Disclaimer: Ich mag Frösche! Sogar ganz real und voll generell Very Happy (Und ich meine wirklich Frösche! ... muss das immerhin dazu sagen, nachdem in dem anderen Thread die Diskussion entbrannt ist, dass mittlerweile auch Schachspielen als Sex verklausuliert wird :/ )
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-I ain't never had no mother - we was too poor!
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samweis
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Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 01.11.2017
Beiträge: 323
Wohnort: Blabla
BeitragVerfasst am: Di Aug 21, 2018 21:25    Titel: Antworten mit Zitat

In Los Angeles ist es gesetzlich verboten an einer bestimmten Sorte Frösche zu lecken die ein besufftseinsweiterndes Hazulino...seputiweinsertndires Lazuhinu... also, die so Zeuch absondern,dass die wo Wahrnehmen verdreht, verstehen?


___________

"Hawuschdischnawutzlkrabumm!"
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Dirk Walter
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Alter: 47
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beiträge: 1993
BeitragVerfasst am: Mi Aug 22, 2018 21:26    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:
Also zunächst mal ist das alles ja sowieso letztlich virtuell. Wir reden hier ja (hoffentlich) nicht von realen Konflikten in der realen Welt.
Der Konlikt ist ein Definitionskonflikt in den Menschen geraden können.

Ich will hier mal den Begriff der "Konsistenz" in den Raum werfen. Unter Konsistenz versteht man in der Psychologie das Bedürfnis der Menschen, in ihren Wahrnehmungen, Erinnerungen, Einstellungen und Urteilen widerspruchsfrei zu bleiben.

Menschen, die sich lange als "heterosexuell" definiert haben weil es eben die Norm ist - oder im Extremfall Menschen die aufgrund eines sexuellen Mißbrauch hypersexualisiert wurden - suchen verstärkt nach Widerspruchsfreiheit, wenn sie eine neue Definition für sich finden, mit der sie sich identifizieren können. Im Normalfall ändern Menschen die Richtung, die ihr Verhalten genommen hat, nicht mehr ohne guten Grund bzw. es bedarf einen gewissen Leidensdruck. Für die Beibehaltung dieser Richtung braucht es dagegen keinen Grund mehr. Dieses Prinzip wird auch in der "Foot in the door"-Manipulationstechnik benutzt und darin liegt auch einer der Gründe, warum es für junge Menschen einfacher ist die Definition asexuell für sich anzunehmen. Die zwei Definitionen von Asexualität - eben die amerikanische über die Anziehung und die deutsche über Verlangen - können für den Fall, dass nur eine als passend empfunden wird, extrem verwirren und führen im Extremfall eben in einen Definitionskonflikt der zumindest tendentiell dazu führt, dass Menschen das (sexuelle) Verhalten fortführen, dass sie kennen - völlig ohne Rücksicht auf ihre Gefühle und Empfindungen.

Im Moment gibt es auf der "Speisekarte" der sexuellen Orientierungen vier "Menüs". Ich sehe es aber schon so, dass es Menschen extrem schwer gemacht wird das vierte Menü "asexuell" wirklich zu wählen: es gibt für normale Menschen schon tausend Gründe, warum du nicht asexuell sein kannst und für Menschen die auch noch sexuelle Mißbrauchserfahrungen haben wird es geradezu unmöglich gemacht die Option "asexuell" zu wählen, da ihnen immer wieder gesagt wird, dass sie ihre Sexualität nur verleugnen und aufgrund der gemachten Erfahrungen nur ein Vermeidungsverhalten zeigen.

Sicher ist es so, dass AVEN nicht für traumatsierte Menschen konzipiert ist - aber es ist in meinen Augen ebenso verkehrt diesen Menschen diese Orientierung von vorne herein abzusprechen und tendentiell wird sehr viel "abgesprochen", was nicht eindeutig asexuell sondern mehr im Graubereich zu verorten ist.

Ich will bestimmt nicht alle Leute auf einer "Linie" halten, aber AVENde ist für mich mehr als eine "Testumgebung" um wissenschaftliche Theorien zu testen. Hier geht es eben nicht nur um Sichtbarmachung und Aufklärung sondern auch darum asexuellen Menschen einen "sicheren Hafen" zu geben. AVENde ist wie eine Familie.

Die deutsche Definition ist für mich übrigens genauso gut oder schlecht wie die amerikanische. Die deutsche wird eher falsch verstanden und hat auch Anziehungskraft auf Menschen, die ich eher als sexuell enthaltsam definieren würde. Die amerikanische wird dafür teilweise gar nicht verstanden. Dennoch sind beide Definitionen nur verschiedene Blickwinkel auf die gleiche Sache und in meinem Augen nicht wirklich widersprüchlich. Ich würde behaupten, dass jeder der auch nur eine der Definitionen für sich annehmen kann, sich mit gutem Gewissen als "asexuell" bezeichnen darf.

Maz hat folgendes geschrieben:
Ich denke nämlich tatsächlich, daß Menschen ohne Bedürfnis/Interesse/Verlangen an sexuellen Handlungen aber mit sexueller Anziehung nicht verstehen warum sexuelle Anziehung als so relevant für den Begriff erachtet wird und die Versuche alle möglichen Formen von Anziehung in Abgrenzung zur "rein sexuellen" als "nicht-sexuell" zu betrachten eher als künstlich oder sogar als "Wunschdenken" erleben
Wenn man mal von der Frage absieht, ob eine Geschlechtspräferenz zu haben nicht vielleicht doch schon als "sexuelle Anziehung" gewertet werden kann, ist für mein persönliches Empfinden der Begriff der sexuellen Anziehung recht klar und verständlich und ich mag auch, dass der Schwerpunkt auf "Empfinden" und "Fühlen" liegt und nicht auf "wollen" oder "interessiert sein". Das "Verlangen nach sexueller Interaktion" kann auch die Folge eines sexuellen Traumas sein und nicht der wirklichen Sexualität dieses Menschen entsprechen. Ich stimme dir aber zu, dass die amerikanische Definition nicht über der deutschen steht - beide sind gleichwertig.

Maz hat folgendes geschrieben:
wohingegen Menschen ohne sexuelle Anziehung demgegenüber dann eher weniger einen Widerspruch zwischen dem freiwilligen ausführen intimer Aktivitäten und Asexualität sehen, da ohne die Komponente der Anziehung den Handlungen selbst quasi schon das sexuelle Element fehlt (was wiederum denen, die Anziehung kennen als absurd erscheint. Mir geht es jedenfalls so).
Auf mich persönlich würde das so zutreffen und die Theorie, dass Handlungen die eine starke sexuelle Anziehungskraft besitzen dementsprechend auch stark "sexuell" empfunden werden erscheint mir sehr plausibel. Dann dürften Menschen die sexuelle Anziehung wahrnehmen auch das "Umschalten" des Partners in den "sexuellen Modus" eher weniger oder nicht als unangenehm, fremd und bedrohlich erleben ...

@Maz: An der Stelle eine persönliche Frage: Wenn du als Mensch mit sexueller Anziehung verstärkt einen Widerspruch siehst zwischen intimen Handlungen und Asexualität - warum ist das Ausbleiben von intimen Handlungen und Heterosexualität dann kein Widerspruch? Es erscheint mir nicht logisch die eine Orientierung handlungsbasiert zu definieren - die andere jedoch emotionsbasiert.

Maz hat folgendes geschrieben:
eine Unabhängigkeit zwischen (insbesondere frühkindlichen) traumatischen Erfahrungen und der Entwicklung sowie der Wahrnehmung der eigenen Sexualität (inklusive der Komponente "Orientierung") anzunehmen ist schon eine sehr gewagte Hypothese.
Ich glaube das nimmt niemand an - aber dennoch hat in meinen Augen jeder (und nicht nur Gold-Aces) das Recht sich selbst zu definieren. Möglicherweise wird ein Mensch sich in 5 Jahren anders definieren - das bedeutet aber nicht, dass die aktuelle Definition nicht passend oder gar eine Lebenslüge ist.

Ich bin auch überzeugt, dass es schädlicher ist, wenn ein tatsächlich asexueller Mensch sich als heterosexuell definiert als umgekehrt - und bei sexuell traumatisierten Menschen gilt das umso mehr. Manche merken spät, dass sie homo- oder bisexuell sind. Und andere eben, dass sie doch nicht asexuell sind. Das ist kein Beinbruch sondern in meinen Augen eher ein Grund zum Freuen, weil dieser Mensch ein Stück weiter zu sich selbst gefunden hat.

samweis hat folgendes geschrieben:
In Los Angeles ist es gesetzlich verboten an einer bestimmten Sorte Frösche zu lecken die ein besufftseinsweiterndes Hazulino...seputiweinsertndires Lazuhinu... also, die so Zeuch absondern,dass die wo Wahrnehmen verdreht, verstehen?
Ob es wohl einen Zusammenhang zwischen abgeleckten Fröschen und Synästhesie gibt? Wink

LG
Dirk
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Maz
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Alter: 43
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14128
BeitragVerfasst am: Mi Aug 22, 2018 22:48    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Die zwei Definitionen von Asexualität - eben die amerikanische über die Anziehung und die deutsche über Verlangen - können für den Fall, dass nur eine als passend empfunden wird, extrem verwirren und führen im Extremfall eben in einen Definitionskonflikt der zumindest tendentiell dazu führt, dass Menschen das (sexuelle) Verhalten fortführen, dass sie kennen - völlig ohne Rücksicht auf ihre Gefühle und Empfindungen.


Ich sehe in der Angst davor irgendwie eher den Wunsch am Werk alles gleichzuschalten, der stärker wird seit ein Teil der Community zunehmend in die sozialen Medien abwandert und sich dadurch auch mehr als früher am US-Bereich orientierend zusehens als eine Art politische Bewegung wahrzunehmen scheint. Ein überregionales Treffen wo es nur noch darum geht Leute zu treffen scheint mir z.B. mittlerweile kaum noch vorstellbar. Das fällt auch insofern auf als über Universitäten oder politische Netzwerke koordinierte "Queer-Referate/Gruppen" versuchen die Meinungsführerschaft zu übernehmen. Die Leute, die sich dann unter dieser Fahne versammeln sind aber ebenso wenig repräsentativ wie z.B. die Forenuser.

Ich bin auch nicht so pessimistisch was das selber-denken angeht.

Wir sind doch nicht die "asexual liberation army", die die Jugendlichen aus ihren bisherigen missbräuchlichen/problematischen asexuell-sexuellen Beziehungen befreien muß. Wenn wir diese Konstellation als Grundannahme voraussetzen läuft auch was schief.

Wenn jemand mit 16 noch verwirrt ist bedeutet das doch nicht, daß er blos weil er dann widersprüchliche Meinungen ließt mit 20 nicht doch wesentlich gefestigter sein kann. Sobald er überhaupt zu dem Thema recherchiert ist er ja schon auf der Suche, da können zusätzliche Impulse den Horizont doch weit eher erweitern als ein paar Zeilen mit einer simplen Ansage. Zumal derjenige nach dem lesen diverser Texte ja dann doch in der "Ecke" hängen bleiben wird, die ihm selbst am meisten zusagt. Und die Leute, die nicht lesen wollen landen sowieso nicht hier Wink

Zitat:

@Maz: An der Stelle eine persönliche Frage: Wenn du als Mensch mit sexueller Anziehung verstärkt einen Widerspruch siehst zwischen intimen Handlungen und Asexualität - warum ist das Ausbleiben von intimen Handlungen und Heterosexualität dann kein Widerspruch?


Vermutlich weil ich dabei von der Frage der Intention ausgehend denke. Ich kann mir nicht vorstellen, daß (sexuelle) Intimitäten freiwillig tatsächlich völlig ohne sexuelle Handlungsmotivation (=Verlangen?) ausgetauscht werden. Aber ich kann ich mir vorstellen, daß trotz einer solchen bestehenden sexuellen Handlungsmotivation (sexuelle) Intimitäten nicht ausgetauscht werden.

Wenn man z.B. einen Heterosexuellen in ein Zimmer sperrt wird er ja niemals Sex haben. Das kann also kein "Beweis" für die Abwesenheit seiner Heterosexualität sein. Wenn man aber 2 Menschen zusammen in ein Zimmer sperrt und irgendwann haben sie Sex dann wäre das quasi der Beweis für die Abwesenheit von Asexualität, da sie ansonsten ja nicht damit angefangen hätten.

Zitat:

Es erscheint mir nicht logisch die eine Orientierung handlungsbasiert zu definieren - die andere jedoch emotionsbasiert.


Ich würde Asexualität vor allem deswegen als Orientierung betrachten weil sie (zumindest prinzipiell) die Kriterien a) angeboren und b) wenig oder nicht veränderlich erfüllt.

Symmetrisch zu den anderen Orientierungen läßt sie sich für mich aber nicht definieren, egal ob man das nun "Sub-Orientierung" oder aber z.B. auch "Super-Orientierung" nennen will. Asexualität könnte man natürlich auch als die "zentrale" Grundorientierung betrachten und hetero/homo/bi wären die Zusätze (wobei man dann konsequenter Weise ja wieder dazu kommen würde, daß Asexualität eigentlich doch das fehlen einer Orientierung ist).

Um aber mal wieder mich als Beispiel zu nehmen:
Ich könnte mich mit (eher) sexueller Anziehung aber (eher) ohne sexuelles Handlungs-Verlangen ja auf verschiedene Weisen einordnen.

1. Heterosexuell: Paßt nicht ganz denn dann hätte ich ja ein (deutliches) Verlagen danach das auszuleben. Und wenn ich mir außerdem anschaue wie auf Aven im Durchschnitt die "(Allo)sexuellen" wahrgenommen werden bzgl. ihrer Denkmuster, dann kann ich nur sagen: Nein also so bin ich dann jedenfalls nicht. Und das scheint sich ja dann in der AIS-Score auch zu bestätigen. Trotzdem würde ich den Begriff für mich persönlich nicht ausschließen aber in Relation zur Vorstellung wie Sexuelle so sind (wobei diese Vorstellung aber ja mehr dem Mainstream zu entsprechen scheint als ich selbst glauben möchte) paßt es dann absolut nicht mehr.

2. Asexuell: Paßt auch nicht wirklich, da war/ist ja etwas sexuelles mit Bezug zu Menschen.

3. Graubereich: Paßt auch nicht wirklich mein Empfinden ist nicht wirklich an einen speziellen Kontext gebunden und relativ stabil. Allenfalls "Semisexuell" wäre vielleicht möglich und ein paar Punkte von "Autochorissexuell" könnten auch zutreffen.

4. Queer/Buchstabensuppe: Paßt für mich überhaupt nicht auch wenn ich die politische Dimension abziehe kann ich mit dem Begriff absolut nichts anfangen

5. Unentschlossen: Vielleicht dann ist das aber ein Dauerzustand.

Bleibt für mich also letztlich nur noch hetero-irgendwas übrig. Ansonsten hab ich das aufgegeben. Wink

Zitat:

Ich glaube das nimmt niemand an - aber dennoch hat in meinen Augen jeder (und nicht nur Gold-Aces) das Recht sich selbst zu definieren.


Klar aber dann sind wir eben wieder bei den 2 unterschiedlichen Bedeutungen/Funktionen des Begriffs Asexualität.

1. Eine Orientierung (oder aber auch z.B. das fehlen der sexuellen Komponente einer Orientierung)
2. Eine Gruppenbezeichnung/Selbstbezeichnung

Das kann zwar übereinstimmen, muß es aber nicht.
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Mi Aug 22, 2018 23:02    Titel: Antworten mit Zitat

samweis hat folgendes geschrieben:
In Los Angeles ist es gesetzlich verboten an einer bestimmten Sorte Frösche zu lecken die ein besufftseinsweiterndes Hazulino...seputiweinsertndires Lazuhinu... also, die so Zeuch absondern,dass die wo Wahrnehmen verdreht, verstehen?


___________ )

"Hawuschdischnawutzlkrabumm!"


O ja, das ist bei bestimmten Arten von Kröten wohl möglich, davon habe ich auch mal was gelesen. Allerdings kann das lebensgefährlich enden, die Colorado Flusskröte (Incilius alvarius) soll viele Hunde auf dem Gewissen haben. Die wahrscheinlich welche in den Mund nahmen. Die psychoaktive Substanz ist wohl 5-Methoxy-N,N-Dimethyltryptamin und Bufotein. Ersteres kommt auch in Samen vom "Calciumbaum" vor
( Anadenanthera peregrina )
Soll sogar einer bestimmten Kirche als heilige Droge gedient haben.
Einige Länder führen die Substanz auf ihrer Liste verbotener Substanzen.
Verschiedentlich wird auch an Aga-Kröten (Rhinella marina) probegeleckt und an anderen. Ich kann mir vorstellen, dass das äußerst unannehmlich oder bitter sein wird. Der Hund eines früheren Bekannten hat sich nach dem Aufnehmen und Ausspucken einer Erdkröte
( Bufo bufo )zumindest längere Zeit das Maul zu reinigen versucht und ein Verhalten gezeigt, wie einer, der vielleicht Benzin in den Mund bekam oder was Widerliches.

Hoffentlich wird das nicht auch noch sexuell interpretiert! Die armen Krötchen! Die haben so schöne Augen.

Hautsekrete diverser Tiere sind giftig bis tödlich giftig - für Synästhesien reicht ein drogenfreies Dasein. Lysergsäurediäthylamid, Meskalin oder Psylocybin soll aber ähnliche Sinnesüberschneidungen temporär auslösen können.

Zitat:
Meskalin greift in den Noradrenalinhaushalt ein. Es werden dabei Bereiche des Gehirns beeinflusst, die für die Verarbeitung von Sinneseindrücken zuständig sind.

http://www.thema-drogen.net/drogen/halluzinogene-drogen/lsd/lsd-wirkung/


...........

Asexuelle können ebenso Opfer von Missbrauch werden, wie Leute aller anderen Orientierungen auch. Ich verstehe nicht, warum man da krampfhaft versucht, Ursache und Wirkung zu vertauschen. ( Bestimmte Kreise propagieren sowas für das Entstehen aller anderen außer Hetero-Orientierungen) Es geht bei Missbrauch nicht um erlebte Sexualität, sondern um Verletzung. Wenn Heterosexuelle ein Bein verlieren oder Homosexuelle, geht man auch nicht davon aus, ihre Orientierung hätte sich durch den Unfall abgeändert.
Wenn man Asexuelle mit derartigen Erfahrungen per se nicht Ernst nimmt, gibt es auch keinen Grund, Heterosexuelle ernstzunehmen, denn deren Orientierung könnte durch frühkindliche Einflussnahme wie beispielhaftes Vorleben ebensogut herbeigeführt worden sein.
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Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
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Dirk Walter
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Alter: 47
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beiträge: 1993
BeitragVerfasst am: Do Aug 23, 2018 7:16    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:
Ich sehe in der Angst davor irgendwie eher den Wunsch am Werk alles gleichzuschalten, der stärker wird seit ein Teil der Community zunehmend in die sozialen Medien abwandert und sich dadurch auch mehr als früher am US-Bereich orientierend zusehens als eine Art politische Bewegung wahrzunehmen scheint.[...]
Ich denke die Grundfrage ist ganz einfach: "Wer hat das Recht, Asexualität zu definieren?". Wissenschaftler? Sexualforscher? Heterosexuelle? Journalisten und die Medien?

Für mich gibt es auf diese Frage nur eine Antwort: "Wir selbst haben das Recht uns zu definieren".


Maz hat folgendes geschrieben:
Klar aber dann sind wir eben wieder bei den 2 unterschiedlichen Bedeutungen/Funktionen des Begriffs Asexualität.

1. Eine Orientierung (oder aber auch z.B. das fehlen der sexuellen Komponente einer Orientierung)
2. Eine Gruppenbezeichnung/Selbstbezeichnung

Das kann zwar übereinstimmen, muß es aber nicht.
Ich habe bereits oben den Begriff der Konsistenz in den Raum geworfen: Es gibt einen überaus starken Drang, dass Selbstdefinition und das eigene Empfinden übereinstimmen. Sicher kann es Unterschiede geben, gerade bei jungen Menschen - aber das gilt für jede Zuordnung zu einer sexuellen Orientierung. Keiner kann sich vom Arzt bescheinigen lassen heterosexuell zu sein - muss er aber gar nicht, weil es legitim ist, heterosexuell zu sein.

Früher, als es weniger legitim war schwul oder lesbisch zu sein, haben auch Homosexuelle ganz strenge Regeln aufgestellt und sich in ihrem Versuch nach außen ein "sauberes Bild" abzugeben selbst verbogen: "Seht her, wir sind genauso wie ihr! Nur ist unsere Frau ein Mann - aber wir lieben uns genauso wie ihr!". Heute ist klar, dass das Scheiße war.

Und das Gleiche gilt für die Asexualität: Wir brauchen und wollen uns nicht für andere definieren oder - noch schlimmer - uns von anderen definieren lassen. Es gibt viel Stoff von Heterosexuellen wie "die Aces" denn nun (angeblich) sind, aber es mangelt stark an Literatur, Kunst, Musik, Gedichten, Geschichten, Fernsehsendungen, Zeitungsartikel und was weiß ich von Asexuellen selbst.

Das ist der Grund warum Aces politisch werden. Es geht nicht darum etwas "durchzudrücken", sondern es ist der Versuch bestehende Strukturen zu nutzen um unser Empfinden in die Welt zu tragen.

Maz hat folgendes geschrieben:
Die Leute, die sich dann unter dieser Fahne versammeln sind aber ebenso wenig repräsentativ wie z.B. die Forenuser.
Richtig, denn niemand kann für alle sprechen. Aktivista nicht. Du nicht. Ich auch nicht. Aber jeder kann ehrlich erzählen, wie er/sie empfinden. Nur sehe ich diesen Prozess leider gestört, wenn die eigene Asexualität und damit das eigene Selbst ständig in Frage gestellt wird. Ganz besonders, weil fast alle Asexuelle die Erfahrung gemacht haben, dass ihre Gefühle und Empfindungen nicht ernst genommen werden: "Alle Menschen wollen Sex - Das redest du dir nur ein - Du verdrängst deine Sexualität nur".

Und hier im Forum geht das teilweise dann genauso weiter: "Nein, dass ist nicht deine sexuelle Orientierung - das ist nur deine Selbstbezeichnung".

@Maz: Ich weiss (bzw. hoffe es zumindest), dass das so nicht gemeint ist - aber so wirkt es oft auf uns, die wir uns selbst als "asexuell" definieren.

Ich wünsche mir nur, dass die Empfindungen jedes Menschen hier ernst genommen werden. Und ja: dazu gehören auch die Menschen mit sexuellen Mißbrauchserfahrungen.


Maz hat folgendes geschrieben:
Wir sind doch nicht die "asexual liberation army", die die Jugendlichen aus ihren bisherigen missbräuchlichen/problematischen asexuell-sexuellen Beziehungen befreien muß.
Es ist bereits eine Anmaßung zu glauben, dass du jemanden retten könntest ... wer sexuellen Mißbrauch erlebt hat kann sich nur selbst retten und wieder lernen für sich selbst zu sprechen. Mißbrauchsopfer brauchen keine besondere Rücksichtsnahme - aber ihre Stimme hat ebenso viel Gewicht wie jede andere.

Artikel 3 GG hat folgendes geschrieben:
Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
Ich will noch ergänzen: Niemand darf aufgrund seiner Erfahrungen und Empfindungen benachteiligt werden!


Maz hat folgendes geschrieben:
Ich kann mir nicht vorstellen, daß (sexuelle) Intimitäten freiwillig tatsächlich völlig ohne sexuelle Handlungsmotivation (=Verlangen?) ausgetauscht werden.
Maz hat folgendes geschrieben:
Wenn man z.B. einen Heterosexuellen in ein Zimmer sperrt wird er ja niemals Sex haben. Das kann also kein "Beweis" für die Abwesenheit seiner Heterosexualität sein. Wenn man aber 2 Menschen zusammen in ein Zimmer sperrt und irgendwann haben sie Sex dann wäre das quasi der Beweis für die Abwesenheit von Asexualität, da sie ansonsten ja nicht damit angefangen hätten.
Ehrlich gesagt spricht aus solchen Aussagen für mich völliges Unverständnis von Asexualität. Du könntest auch zwei Kinder in den Raum stecken und die beiden werden bei Sympathie irgendwann miteinander Kuscheln.

Körperliche Nähe kann der sichtbare Ausdruck eines sexuellen Verlangens sein - aber meistens ist körperliche Nähe nur der Ausdruck von emotionaler Nähe. Wenn Asexuelle keine körperliche Nähe, keine Zärtlichkeit, keine Intimität haben dürfen ohne dass ihnen ein sexuelles Motiv unterstellt wird, dann beweist das nur meine Aussage, dass Asexualität nach wie vor keine legitime Option ist. Offensichtlich.

Intimitäten sind nicht per se "sexuell" - ebensowenig wie Körperteile. Ich habe keine Karte in meinem Kopf, in der eine Frau in Stücke unterteilt ist die jeweils mit "sexuell" oder "nicht sexuell" beschriftet sind Wink


Maz hat folgendes geschrieben:
[...]daß Asexualität eigentlich doch das fehlen einer Orientierung ist
Ganz ehrlich: Mich ärgern nicht die wissenschaftlichen Überlegungen - nur: Wenn dieses ständige infragestellen von Asexualität ausgerechnet von einem Admin des asexuellen Forums kommt, dann finde ich das etwas befremdlich. Sicher muss man nicht asexuell sein - aber man sollte doch zumindest an die Sache glauben. Erschwert wird das Ganze natürlich noch dadurch, dass du von Anfang an dabei warst und auch der aktivste Poster hier bist.

Ich für mich könnte damit nicht wirklich leben. Ich könnte z.B. nicht Admin vom Forum für Verschwörungstheorien werden, weil ich daran nicht glaube. Da wäre sie wieder die "Konsistenz".

Und nein, ich will diese Gespräche/Überlegungen nicht unterdrücken - nur sollten sie nicht das ganze Forum einnehmen. Wer hier neu ist, der will sowas ohnehin nicht lesen sondern sucht eher nach Orientierung und Selbsterkenntnis. Deswegen ist die Frage "Bin ich asexuell?" auch eine der am häufigst gestellten.

Als ich 2005 hierher kam, war es in diesem Forum emotional noch sehr viel "wärmer". Klar - damals waren wir auch noch viel unbekannter und kleiner. Aber dieses Gefühl der Community, der Familie, möchte ich auch heute gerne erhalten. Und das funktioniert nicht, wenn man auch hier ständig in Frage gestellt wird. Jeder, der hier landet tut das schon zur Genüge.


Maz hat folgendes geschrieben:
Und wenn ich mir außerdem anschaue wie auf Aven im Durchschnitt die "(Allo)sexuellen" wahrgenommen werden bzgl. ihrer Denkmuster, dann kann ich nur sagen: Nein also so bin ich dann jedenfalls nicht.
Wenn ich mir anschaue, die die Asexuellen wahrgenommen werden, dann möchte ich das auch nicht sein. Ich würde es vorziehen ein Mensch zu werden anstatt ein "wissenschaftliches Testobjekt" zu sein oder die Attraktion der "Freakshow" im Vorabendprogramm von Pro Sieben.

Und nein, ich denke nicht, dass Allosexuelle nur auf Sex aus sind - selbstverständlich haben sie auch eine emotionale Seite. Ich verstehe nur nicht, warum das Emotionale und das Sexuelle mit dem gleichen Wort beschrieben werden muss.

Maz hat folgendes geschrieben:
Asexuell: Paßt auch nicht wirklich, da war/ist ja etwas sexuelles mit Bezug zu Menschen
Und hier haben wir es wieder: Die formale Gleichsetzung von "Asexualität" und "Nichtsexualität". Man kann eben nicht an "heiß" denken, ohne an "kalt" zu denken. Man kann nicht an "hell" denken ohne an "dunkel" zu denken. Und man kann nicht an "die Sexuellen" denken ohne an "die Nichtsexuellen" zu denken ... das ist der Grund, warum ich "Allosexuell" benutze.

Maz hat folgendes geschrieben:
Bleibt für mich also letztlich nur noch hetero-irgendwas übrig. Ansonsten hab ich das aufgegeben. Wink
Heteroromantisch würde auf jeden Fall schon mal besser klingen als "hetero-irgendwas" Smile

Ich denke einfach, dass du der Handlungsebene viel zu viel Bedeutung gibst. Ich würde mir die Heterosexualität nicht so madig machen lassen, weil es hier und woanders auch Idioten gibt. Vielfach ist es halt einfach auch so, dass Asexuelle verletzt wurden und danach dazu tendieren, in verletzender Weise über Heterosexuelle zu reden. Das ist weder richtig noch okay.

Auf der Empfindungsebene gibt es ja eigentlich keine Probleme: du fühlst dich emotional und sexuell von Frauen angezogen. Ob diese Anziehung auch ausgelebt wird ist "Sexualverhalten" und ein anderes Thema.

Außerdem ist diese Selbstdefinition ja ohnehin nur ein großer Schuhkarton: Letzlich kommt man nicht darum herum zu erklären, wie man individuell empfindet. Nur müssen die Empfindungen eben "legitim" sein, um geäußert werden zu können ...

LG
Dirk
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DasTenna




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.10.2016
Beiträge: 1011
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BeitragVerfasst am: Do Aug 23, 2018 8:35    Titel: Antworten mit Zitat

Wir haben es hier im Forum weitgehend mit Leuten zu tun, die ihr halbes Leben damit zugebracht haben, sich selbst als "nicht richtig", als "krank" und Schlimmeres zu betrachten, wie diejenigen Homosexuellen auch, die noch unter dem Paragraphen 175 kriminalisiert wurden. Dann finden wir eine Anlaufstelle, wo wir uns nicht "abnormal", sondern erstmals unter Gleichempfindenden und angenommen fühlen - und dann werden wir dort auch wieder damit konfrontiert, dass unser Empfinden hinterfragt wird. Und das soll folgenlos bleiben?

Die jüngeren, U20/25-jährigen, die jetzt das Forum finden, werden da weniger Probleme damit haben, weil die Selbstzweifel und das Sich-nicht-richtig-finden noch keine zehn-zwanzig-dreißigjährigen Jubiläen gefeiert haben.

@Maz: Definitionskonflikte haben also deiner Ansicht nach keine Relevanz für das reale Leben, sondern seien rein "virtuellen" Charakters?
Fällt dir wirklich nicht auf, dass du selbst in einem drinsteckst bzw. die Auseinandersetzung damit ausgesetzt hast, weil du, wenn du das Problem immer von derselben Warte aus betrachtest, nicht weiterkommst?
Und "selbst denken" können die Leute schon, sie stecken nur allzu oft in Denkfallen, Grübelzwängen, Konditionierungen, etc. drin, die sie auf ihrem Weg zum Teil massiv behindern.
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Maz
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Sexualität: keine Angabe
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Beiträge: 14128
BeitragVerfasst am: Do Aug 23, 2018 9:47    Titel: Antworten mit Zitat

Dirk Walter hat folgendes geschrieben:

Als ich 2005 hierher kam, war es in diesem Forum emotional noch sehr viel "wärmer".


Du hast Misanthrop, Vogelfrei, Herzale, Traumballerina, Tamfana, etc. pp vergessen? Nicht wirklich oder? Damals ging es teilweise seitenlang um Themen im Stil Antisexualität vs. Esoterik. Leute mit vielen Beiträgen haben das Forum verlassen (oder wurden gegangen) weil sie Asexualität im Sinne der Definition für Schwachsinn und/oder Aven für eine Werbeveranstaltung gehalten haben. Die Antisexuellen waren natürlich auch der "gemeinsame Feind" und nachdem der dann besiegt war drehte sich die Kontroverse eben noch mehr um die Definition als davor. So ganz ohne Reibungspotential macht ein Diskussionforum aber auch eher wenig her.

Der wichtigste Unterschied abgesehen von der Sache mit der Größe ist aber wohl: Wir waren noch jung (oder zumindest jünger) und das Thema war vor allem noch neu für uns.

Dirk Walter hat folgendes geschrieben:

"Wer hat das Recht, Asexualität zu definieren?". Wissenschaftler? Sexualforscher? Heterosexuelle? Journalisten und die Medien?


Demnach sind die Gender-Studies-Leute also keine Wissenschaftler? Oder warum fehlen gerade die "Feministen" in deiner Auflistung, die ja auch im akademischen Kontext (und auch im Bereich der Literatur) die ganze Zeit mit dem "definieren" befaßt sind und auch mal z.B. Vorträge bei Aktivista-Konferenzen halten?

Fremdbestimmung von dieser Seite aus scheint ja weniger als ein Problem wahrgenommen zu werden obwohl die Gefahr von dort wegen der politischen Ausrichtung weitaus am stärksten vorhanden ist. Für mich ging das Gemeinschaftsgefühl genau an dem Punkt kaputt als von der Seite ausgehend zunehmend in die Community hingewirkt wurde (oder sich die Community zunehmend an diesen Leuten orientierte, je nachdem).

Dirk Walter hat folgendes geschrieben:

Heteroromantisch würde auf jeden Fall schon mal besser klingen als "hetero-irgendwas"


Könnte ich machen erfasst aber eben auch nicht die "ganze Wahrheit" und ich weiß nicht wie mir oder sonst jemandem durch die totale Identifikation mit einem einzelnen Begriff, der vielleicht zu 70% paßt geholfen wäre.

Mein letzter Kommentar zu den ehrlich gesagt langsam für den Thread dann doch etwas zu weitreichenden Einlassungen (ich wollte das an der Stelle wirklich nicht auf die Art hochkochen sondern tatsächlich eine Erklärung für Wahrnehmungsunterschiede finden) ist daß hier zusehens Traumata (und Politik natürlich) mit Asexualität bzw. den Diskussionen darüber vermengt werden. Kann man machen muß man aber nicht.

Die heißen Diskussionen zum Thema führen wir im übrigen auch schon seit 2005 unter Adminbeteiligung (und nicht nur hier denn auf Aven-Us gibt es Threads die könnten/würden hier gar nicht so stehenbleiben und einige Admins haben dort Postcounts jenseits der 50000) und da ist damals auch keiner dran gestorben.

Es gab mal eine Zeit da haben wir sogar darauf hingewiesen, daß Asexualität explizit NICHTS mit (sexueller) Traumatisierung zu tun hat und die Leute mit sich selbst zufrieden sind. Das scheint sich gerade ins Gegenteil zu verkehren. Scheinbar gehören Traumata nun schon zur Voraussetzung um überhaupt erfassen zu können was Asexualität bedeutet.

Zum Thema was Asexualität alles bedeutet würde es aber vielleicht trotzdem nicht schaden auch mal den US-Wikipedia-Artikel zum Thema zu lesen (der immerhin einen Good-Status hat): https://en.wikipedia.org/wiki/Asexuality

Wiki hat folgendes geschrieben:

Asexuality is the lack of sexual attraction to others, or low or absent interest in or desire for sexual activity.[1][2][3] It may be considered the lack of a sexual orientation, or one of the variations thereof, alongside heterosexuality, homosexuality and bisexuality.[4][5][6] It may also be an umbrella term used to categorize a broader spectrum of various asexual sub-identities.[7]


Und auch auf der US-Seite und in der US-Wiki wird nicht stur eine einzige Linie/Variante verfolgt. Dort gibt es sogar heiße Diskussionen ob man die Definition ggf. ändern sollte und daß DJ dort nicht aktiv ist sondern nur noch als LGBT-Aktivist unterwegs ist ist nun auch nicht meine Schuld Wink

Keine Ahnung also warum das gerade so dargestellt wird als ob hier ein Problem wäre noch dazu wenn die Unterschiede eher subtiler Natur sind.

Die Sache mit "Verlangen" vs. "Anziehung" ist hier im übrigen demokratisch legitimiert. Bei 78% kann man doch klar sagen, daß für die Deutschen diese Variante wesentlich mehr Sinn ergibt. Man könnte ja zur Abwechslung auch mal stolz darauf sein, daß wir eine eigene Identität haben.

Wenn ein etwas "wissenschaftlicherer" Ansatz von mir zu dem Thema schon als Gefahr für die Community wahrgenommen wird blos weil ich nach dem Studium da nun etwas mehr Einblick habe als früher dann läuft doch was schief.

Und was die Kleingruppenbildung angeht: Das liegt schlicht am veränderten Medienverhalten. Wenn sich die jungen Leute lieber nur noch über Whatsapp austauschen/organisieren (die Werbung für diese Gruppen hat zumindest das Jugendforum effektiv geplättet) dann ist das eben so. Und in dem Bereich bin ich ja nun wirklich nicht aktiv da würde es mich doch sehr wundern wenn ausgerechnet meine Kommentare zum Thema die "Jugend verderben".
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
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BeitragVerfasst am: Do Aug 23, 2018 10:15    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:
. Ich kann mir nicht vorstellen, daß (sexuelle) Intimitäten freiwillig tatsächlich völlig ohne sexuelle Handlungsmotivation (=Verlangen?) ausgetauscht werden.


Geht mir auch so. So etwas wie Pseudo-Kratzen gibt es bei Menschen nicht, oder? Also sexuelle Handlungen als Ventil zum Stress-Abbau, als Überforderungsventil oder Beschwichtigung, Aggressions-Abbau. Allerdings schließe ich da auch die autosexuelle Betätigung mit ein, die ja für einige Asexuelle anscheinend außerhalb des Bereichs "sexuelle Handlungen" liegt, weil kein Sexualpartner dafür notwendig wird.

Maz hat folgendes geschrieben:
Aber ich kann ich mir vorstellen, daß trotz einer solchen bestehenden sexuellen Handlungsmotivation (sexuelle) Intimitäten nicht ausgetauscht werden.


Logisch. Das ist eine Frage der Entscheidung.



Zitat:
(...) 2 unterschiedlichen Bedeutungen/Funktionen des Begriffs Asexualität.

1. Eine Orientierung (oder aber auch z.B. das fehlen der sexuellen Komponente einer Orientierung)
2. Eine Gruppenbezeichnung/Selbstbezeichnung



Fehlen/Unnötigkeit der sexuellen Komponente einer Orientierung klingt eigentlich ganz gut, synergetisch zu kein sexuelles Verlangen/keine sexuelle Anziehung.
"Fehlen" ist halt wieder so ein Begriff den viele ankritisieren, denn uns fehlen ja auch nicht Tracheen oder Kiemen, Fühler oder photosynthesebefähigte Blattorgane, wir haben halt keine.

Nach meiner Lese ist Asexualität eher eine "nichtsexuelle" Orientierung, ( weil sexuell = nicht zutreffend) also wie bei barer Romantik, die sind sexuell auch nicht orientiert, sondern emotional. Okay, das ist aber nur mein eigenes Gebräu, weil ich romantische, aromantische und Präferenzebene nicht als zwingend mit sexuellen Impulsen verknüpft betrachte. Wenn das immer verknüpft wäre, gäbe es doch keine reinen RomantikerInnen mit einer Präferenz-Ausrichtung wie hetero, homo auf der emotional ausgerichteten Ebene.

Die psychologische bzw. psychokritische Hinterfragung, auch Selbsthinterfragung kann ich schon nachvollziehen, sie ist, will man einen wissenschaftlich-methodisch herangehenden Diskurs bestreben, unumgänglich. Seriöse Wissenschaft ist nicht umsonst so akribisch darin, sich auch selbst beständig zu prüfen, und ggf. zu überholende oder fehlerhafte Ergebnisse zu revidieren, zu ergänzen oder zu verfeinern.
Will man eine lockere Gruppe mit der Selbstbezeichnung aus Befinden hervor bleiben? Oder soll es irgendwann eine fundierte Grundlage für das Phänomen oder die Variante *Asexualität* als Facette der Vielfalt menschlicher Ausprägungsformen geben?

Just thought-Pooling.

Die Frage ist dann nebenbei, braucht das am Forum auf den generellen Diskurs überzugreifen, oder weiter hinab in die Ebene, in der persönliche Empfindsamkeiten und Problematiken mit rein kommen -- da ist es nicht notwendig.
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Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.


Zuletzt bearbeitet von Windsurfhippie am Do Aug 23, 2018 10:23, insgesamt einmal bearbeitet
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Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14128
BeitragVerfasst am: Do Aug 23, 2018 10:22    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

"Fehlen" ist halt wieder so ein Begriff den viele ankritisieren, denn uns fehlen ja auch nicht Tracheen oder Kiemen, Fühler oder photosynthesebefähigte Blattorgane, wir haben halt keine.


Ja gut aber ganz ehrlich wenn jeder noch so winzige ggf. negativ wahrnehmbare Begriff sofort zur Implosion des Selbstwertgefühls führt dann haben die Leute doch ganz andere Probleme. Im übrigen sollte das an der Stelle nicht meine Definition für Asexualität werden sondern schlicht eine der mögliche Beschreibung sein, die nun mal existieren.

Ich wüßte auch nicht wo hier auf den Seiten etwas in der Art steht wie: "Asexualität ist das fehlen einer Orientierung was sich daran zeigt, daß die Leute einen Mangel des sexuellen Lustempfindens haben".

So eine Linie habe ich nie verfolgt und werde ich auch nie verfolgen allein schon deswegen weil es meiner Meinung nach für einen (nicht-traumatisierten?) Asexuellen absurd ist das fehlen der sexuellen Handlungsbedürfnisse/Anziehung/whatever als einen Mangel zu erleben.

Das nicht vorhandene Mangelerleben ist ganz im Gegenteil sogar ein wichtiges Merkmal zur Abgrenzung von z.B. der sexuellen Appetenzstörung. Haben das manche hier vielleicht vergessen? Soll Asexualität nun über den Leidensdruck definiert werden?

Eine paar kleine Anmerkung noch manche Behauptungen kann ich nach nochmal drüberlesen wirklich nicht so stehen lassen:

Dirk Walter hat folgendes geschrieben:

Und nein, ich will diese Gespräche/Überlegungen nicht unterdrücken - nur sollten sie nicht das ganze Forum einnehmen.


1. Tun sie nicht. Ich poste nur mehr als alle anderen. Das ist aber eher ein Zeichen von mangelndem Interesse der anderen User als ein Zeichen der Dominanz "meiner" Themen. Der Postcount wird natürlich auch durch den internen Bereich verzerrt. Kann man wegen mir abstellen wenn die 12000 so einschüchternd wirken.

2. Gedanken und Kontroverses wo sich mindestens 90% davon befindet ist nicht das ganze Forum. Das ist so als würde man sagen der Wörterketten Thread oder der "Was hört ihr gerade Thread" dominiert alles weil er am meisten Beiträge und Klicks hat (nicht von mir...)

Im Bereich Vorstellungen wo die Neulinge auftauchen schreibe ich so gut wie überhaupt nicht. Im Jugendforum welches für die unsicheren "kleinen" konzipiert ist natürlich auch nicht. Da hat aber ja der Flashmob genau der Altersgruppe schon ganze Arbeit geleistet sämtliche Leute wegzulotzen, herzlichen Glückwunsch dazu.

(Wegen mir können wir ruhig ein Trauma-Forum einrichten in dem ich auch nichts schreiben werde. Blos ein asexuelles BDSM Unterforum wird es mit mir hier in der Tat nicht geben Rolling Eyes )

Ach ja und Medienarbeit mache ich auch keine.

Sämtliche wahre (und frei erfundene ich denke wir wissen hier alle davon) Stories über Asexuelle in den Medien sind nicht auf meinem Mist gewachsen.

Das ist vielleicht doch ein bisschen wenig Masse um am asexuellen Armageddon schuld zu sein Wink

Daß wir effektiv im Schnitt immer nur +-20 aktive User haben (bei ca 3-5 Anmeldungen am Tag) ist auch nicht meine Schuld aber vielleicht sollten sich da eher mal die Leute Gedanken machen, die gerne alles hier raus verlagern würden ob das wirklich die beste Zukunftsstrategie für die Community ist. Irgendwann hocken dann eben alle in ihren unsichtbaren FB und Whatsappgruppen und ein paar Blogger und die online Medien lassen Offenbarungen regnen derweil sich die Leute unter 18 auf Youtube kloppen und die "Szene" sich auf dem CSD trifft.

Dirk Walter hat folgendes geschrieben:

Deswegen ist die Frage "Bin ich asexuell?" auch eine der am häufigst gestellten.


Gerade diese Frage wurde früher viel, viel öfter gestellt. Vielleicht aber auch einfach deswegen weil sich damals Leute nicht nur angemeldet sondern auch mal was eigenes formuliert haben.

Dirk Walter hat folgendes geschrieben:

Ich würde mir die Heterosexualität nicht so madig machen lassen, weil es hier und woanders auch Idioten gibt.


Mal ganz abgesehen vom Traumaaspekt: Vor allem würde ich mir monogame Paarbeziehungen nicht madig machen lassen blos weil es viele Idioten gibt. Wollen wir nun vielleicht noch den Zufall diskutieren, daß sich z.B. laut der Studie auf der der AIS basiert >85% der Asexuellen nicht in Beziehungen befinden?

Oder wollen wir vielleicht mal den Aspekt Beziehungsunfähigkeit/Bindungsangst oder auch Sexualangst vs. Asexualität diskutieren. Oder den Einfluss von Hormonen etc.? Dann wird es aber wirklich unschön.

Ich lasse mir jedenfalls meine "Übereinstimmung mit der Punktzahl selbstidentifizierter Asexueller" nicht mit dem Argument "wegdiskutieren", daß das Verhalten (inklusive Vermeidungsverhalten) für die Orientierung größtenteils nicht relevant ist. Das ist wie schon öfter diskutiert wurde ein falscher Umkehrschluss.
Ich identifiziere mich zwar nicht explizit als asexuell aber wenn du mir im Umkehrschluss sagen willst, daß ich es nicht sein kann obwohl ich mich in einem Spektrum bewege in dem sich 95% der selbstidentifizieren Sexuellen (übrigens hätten die wohl geschaut wie ein Pferd wenn man sie gefragt hätte ob sie sich selbst als Allosexuell sehen) nicht platzieren würden (und das obwohl der AIS von der anziehungsbasierten Definition ausgeht und der Aspekt Verlangen nicht auftaucht) dann sage ich halt einfach "dito" und dann haben wir wohl endgültig das Kindergartenniveau erreicht.

Insofern seh ich in der Argumentationskette jetzt gerade eigentlich keinen Sinn. Aber ich biete natürlich gerne all den schweigenden und unsichtbaren Usern, die durch meine Beiträge nachhaltig verwirrt wurden an mir das via PM mitzuteilen Wink
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Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14128
BeitragVerfasst am: Do Aug 23, 2018 19:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ach ja falls es noch Leute gibt, die sich dem eigentlichen Thema widmen wollen immer gerne....ich spar mir das mit dem eigentlich schon wieder notwendigen splitten jetzt mal.

Vielleicht möchte ja auch jemand etwas dazu sagen warum Punkt 1,3,4 gewählt wurde und wie er/sie die Frage, ob es einen gewissen Widerspruch bzw. verschiedene Wahrnehmungen von Asexualität in Abhängigkeit davon gibt, sieht.

Was wir schon mal auf Grundlage der Umfrageverteilung sagen können:

Es gibt unterschiedliche Gruppen, d.h. z.B. vermutlich auch, daß die Unterschiede bei der Bevorzugung der einen oder anderen Definition von Asexualität nicht ausschließlich auf den persönlichen Geschmack im Hinblick auf das "wording" zurückzuführen sind.

Außerdem finden wir wie zu erwarten war aber auch eine hohe Überlappung, d.h. für viele (wenn wir annehmen, daß die letzte Gruppe sich auch noch als asexuell sieht aktuell ca. 50:50) oder sogar die Mehrheit der Asexuellen trifft die Abwesenheit von beidem zu.
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Dirk Walter
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Alter: 47
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.05.2005
Beiträge: 1993
BeitragVerfasst am: Do Aug 23, 2018 20:19    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:
Dirk Walter hat folgendes geschrieben:

Als ich 2005 hierher kam, war es in diesem Forum emotional noch sehr viel "wärmer".


Du hast Misanthrop, Vogelfrei, Herzale, Traumballerina, Tamfana, etc. pp vergessen? Nicht wirklich oder? Damals ging es teilweise seitenlang um Themen im Stil Antisexualität vs. Esoterik [...]
Da gebe ich dir völlig recht. Ohne Reibung ging es nie ab. Der Unterschied ist aber, dass der "Feind" von außen kam und nicht aus dem AdMod-Team. Das waren Spinner - du dagegen als Admin hast eine Vorbildfunktion und wenn du die Legitimation der Asexualität die über Nichtsexualität hinausgeht in Frage stellst oder dich auch einfach nur darüber lustig machst, dann schadet das dem Forum und verletzt die Menschen hier.

Maz hat folgendes geschrieben:
daß hier zusehens Traumata mit Asexualität vermengt werden
Wir haben immer klargestellt, dass sexueller Mißbrauch und Asexualität zwei Paar Schuhe sind. Gleiches gilt auch für Gefühle von Ekel. Es gab aber nie einen Zweifel daran, dass auch diese Menschen asexuell sein können. Das eine schließt das andere nicht aus.

Maz hat folgendes geschrieben:
Oder warum fehlen gerade die "Feministen" in deiner Auflistung
Vermutlich weil Feministen in meinem Leben keine Rolle spielen. Ich kenne keine(n). Ich finde vieles ja auch nicht gut und verstehe deine Argumente - aber dieses "wild um sich beißen wie ein verwundetes Tier" ist füf die Community bestimmt auch nicht förderlich.

Maz hat folgendes geschrieben:
Keine Ahnung also warum das gerade so dargestellt wird als ob hier ein Problem wäre noch dazu wenn die Unterschiede eher subtiler Natur sind.
Es geht weniger um die Definitionsgeschichte als um das Gefühl, als Teil der asexuellen Community ständig in Frage gestellt zu werden - beispielsweise auch durch die These, dass Asexualität ja gar keine "richtige" Orientierug sondern mehr eine Unterorientierung sei. Und das ist gerade auch deswegen ein Problem, weil ein AdMod-Team praktisch nicht mehr existiert. Im Grunde gibt es nur dich und mich und ich habe mich im Forum schon längere Zeit sehr zurückgehalten - womit du fast schon zum Alleinherrscher über das Forum wirst Wink

Maz hat folgendes geschrieben:
Wenn ein etwas "wissenschaftlicherer" Ansatz von mir zu dem Thema schon als Gefahr für die Community wahrgenommen wird blos weil ich nach dem Studium da nun etwas mehr Einblick habe als früher dann läuft doch was schief.
Ich denke die "Fachleute" für Asexualität sind immer noch die, die sich selbst als asexuell definieren.

DasTenna hat folgendes geschrieben:
Wir haben es hier im Forum weitgehend mit Leuten zu tun, die ihr halbes Leben damit zugebracht haben, sich selbst als "nicht richtig", als "krank" und Schlimmeres zu betrachten, wie diejenigen Homosexuellen auch, die noch unter dem Paragraphen 175 kriminalisiert wurden. Dann finden wir eine Anlaufstelle, wo wir uns nicht "abnormal", sondern erstmals unter Gleichempfindenden und angenommen fühlen - und dann werden wir dort auch wieder damit konfrontiert, dass unser Empfinden hinterfragt wird. Und das soll folgenlos bleiben?

Die jüngeren, U20/25-jährigen, die jetzt das Forum finden, werden da weniger Probleme damit haben, weil die Selbstzweifel und das Sich-nicht-richtig-finden noch keine zehn-zwanzig-dreißigjährigen Jubiläen gefeiert haben.
Volle Zustimmung.

Maz hat folgendes geschrieben:
Ich poste nur mehr als alle anderen. Das ist aber eher ein Zeichen von mangelndem Interesse der anderen User als ein Zeichen der Dominanz "meiner" Themen. Der Postcount wird natürlich auch durch den internen Bereich verzerrt. Kann man wegen mir abstellen wenn die 12000 so einschüchternd wirken.
Ja, ich stimme dir zu. Ich behaupte auch gar nicht, dass du die Wirkung die du hast so beabsichtigst. Ob der Postcount jemanden einschüchtert kann ich nicht sagen, weil ich persönlich darauf nicht achte - ich kann es mir aber nicht vorstellen. Ich denke ausschlaggebend sind Adminstatus, die lange Dauer auf AVENde seit 2005, dein großes Fachwissen über diese Thematik und deine Präsenz. Und nein, ich fordere dich auch nicht auf weniger zu posten. Etwas weniger aggresiv wäre aber manchmal toll Smile

Maz hat folgendes geschrieben:
Wegen mir können wir ruhig ein Trauma-Forum einrichten in dem ich auch nichts schreiben werde. Blos ein asexuelles BDSM Unterforum wird es mit mir hier in der Tat nicht geben Rolling Eyes
Ich denke es reicht völlig aus die Leute ernst zu nehmen ... noch mehr Unterforen brauchen wir im Moment wohl nicht. Wobei ... wenn wir im asexuelle BDSM-Forum noch ein Unterforum für Subs machen würden, könntest du die Leute dort echt glücklich machen Razz

Jetzt aber wirklich zurück zum Thema ...

LG
Dirk
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Alter: 43
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14128
BeitragVerfasst am: Do Aug 23, 2018 20:30    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Vermutlich weil Feministen in meinem Leben keine Rolle spielen.


Nenn sie wie du willst aber gewisse Verbindungen von z.B. Aktivista zu gewissen Bereichen existieren nun mal. Wenn du also "externe/extern motivierte" Betrachtungen zu dem Thema ablehnst dann müßtest du das ebenso kritisch sehen. Kam mir aber nicht so vor.

Zitat:

Der Unterschied ist aber, dass der "Feind" von außen kam und nicht aus dem AdMod-Team.


Hier verlässt du nun aber langsam den Boden der Realität. Beschützerinstinkt oder doch ein Indoktrinationsproblem? Zumal auch meine für dich anscheinend so schreckliche "These" von Asexualität als Suborientierung (was ich danach nur noch selten thematisiert habe) gerade aus der Zeit stammt. So grundlegend anders waren meine Ansichten damals also nicht, die Community war nur weniger "verkopft" und deutlich jugendlicher. Der Hauptunterschied für mich zu damals sind also +13 Jahre und daß ich nun in einer Beziehung lebe die auch funktioniert.

Daß alle anderen aus dem Team mit der Zeit hingeworfen haben oder mit Abwesenheit glänzen und das Team daher zunehmend eine 1-2 Mann Show wurde wodurch dann natürlich Einzelperspektiven dominanter werden geht auch nicht auf mein Konto.

Aber das wird mir hier gerade doch zu blöd, splitte du dann doch bitte mal die OT-Diskussion ab wie du es für passend hältst und schiebe sie wegen mir ins Kontroverse unter "gefährden phöse Admins mit kritischer Meinung die Möglichkeit sich als asexuell zu definieren" oder was auch immer dir vorschwebt.
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