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Rückmeldung nach 2 Jahren

 
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Arwenia





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 29.07.2018
Beiträge: 3
BeitragVerfasst am: Mo Jul 30, 2018 0:02    Titel: Rückmeldung nach 2 Jahren Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

ich war vor 2-3 Jahren schon einmal Mitglied unter einem anderen Namen, welcher mir einfach nicht mehr einfällt. Daher eine Neu-Registrierung Smile

Damals holte ich mir als Partnerin Informationen und Ratschläge zu der Beziehung mit meinem asexuellen Partner. Heute möchte ich mich zurück melden und berichten, was sich in den letzten Jahren getan hat.

Wir haben alle Höhen und Tiefen durch, aus Unwissenheit über die Asexualität beiderseits, aus Unverständnis, Hoffnung und dem Wunsch "Alles wird gut, wenn er nur merkt, wie toll Sex ist". Bis hin zu Vorwürfen und versuchter Manipulation meinerseits und dem Wunsch, dass alles "normal" wird und sich mein Partner in Therapie begibt. Dazu dann die Recherchen im Internet und schlussendlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. So landete ich hier und erfuhr das erste Mal in meinem Leben von Asexualität. Hierdurch wurde mir der ganze Druck bewusst, den ich auf meinen Partner zu diesem Zeitpunkt ausübte. Und gleichzeitig schmerzte die Erkenntnis sehr, dass ich viele Tränen vergoss, wie es unter diesen Umständen weitergehen soll mit unserer Beziehung. Finden wir Kompromisse? Könnte und wollte ich auf mein Sexualleben verzichten? Sollten wir uns trennen?
Ich berichtete meinem Freund von diesem Forum und er fing auch an zu lesen. Er kommentierte das zunächst nicht.
Mir war wichtig, dass ich ihm mitteile wie leid mir die ganzen Vorwürfe tun, aus einem Verständnis von "Normalität", welches so nicht zutrifft. Das er nicht unnormal ist. Aber auch die Frage, wie es weitergehen soll und kann. Und bis dahin kämpfte ich mit der Frage, wie ich reagieren werde, wenn jeglicher Sexualkontakt zwischen uns abgelehnt wird. Verschiedene, ambivalente Gedanken von "Du liebst ihn doch und kannst Sexualität doch nicht über alles andere stellen, was uns verbindet" zu "Wie verrückt wäre das? Ich möchte darauf nicht verzichten" zu "Was ist, wenn er das eigentlich garnicht möchte und sich ekelt, dir jedoch nichts sagt?" und "Ist die Voraussetzung der Sexualität für die Weiterführung der Beziehung dann sexuelle Gewalt?".

Wir einigten uns nach vielen Gesprächen auf den Kompromiss "Ab und zu ist das schon in Ordnung". Mein Freund versicherte mir, dass er sich nicht vor meinem Körper ekelt. Und dann kehrte sich zunächst alles um. Alle seine Annäherungsversuche blockte ich ab. Ich konnte mich nicht fallen lassen mit dem Gedanken "Eigentlich ist ihm die Situation gerade vollkommen egal". Es folgten also weitere Gespräche. Auch mit viel Interesse seinerseits und der Aussage "Du bist dann ja in einer vollkommen anderen Welt und schaltest ab. Finde ich interessant. Sowas hatte ich noch nie. In keiner Situation. Mein Kopf ist immer dabei".
Die ganze Theatralik ist nun 3 Jahre her und ich habe mich in meinem Verhalten damals wahrlich nicht mit Ruhm bekleckert. Wie gerne hätte ich heute geschrieben "Ich war die verständnisvolle Partnerin und die Ausnahme der Sexuellen". Leider dann doch eben der Mainstream.

Zwischenzeitlich ist es so, dass wir immer noch kleine Höhen und Tiefen haben. Phasenweise, wenn neben dem fehlenden Sex dann auch noch fehlende Umarmungen dafür sorgen, dass ich mich zeitweise sehr einsam fühle. In der meisten Zeit haben wir jedoch eine harmonische Beziehung. Gemeinsame Unternehmungen, gemeinsame Hobbies und eine ganz innige Verbundenheit gepaart mit genügend Humor lässt uns beide wissen: Wir gehören zusammen. Mittlerweile 10 Jahre.
Vor 2 oder 3 Jahren wurde mir hier geschrieben, dass eine Beziehung zwischen sexuellen und asexuellen Menschen kaum bis eher nicht möglich wäre. Es stimmt, dass Kompromisse oder Verzicht immer zu Lasten eines Partners gehen. Dauerhafter Frust nicht ausgeschlossen. Wir haben ein Sexualleben aufgebaut, welches die meiste Zeit funktioniert. Damit das nicht so eine komplette einseitige Einschränkung ist, nehme ich dafür auch Hobbies wahr mit meinem Freund, die mich überhaupt nicht interessieren. Fußball wäre so ein Beispiel.

Vielleicht liest man sich in den nächsten 2-3 Jahren dann nochmal
Very Happy
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Sandkastenzorro
zweitgrößter Spammer des Forums



Alter: 38
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 3390
Wohnort: Bates Motel, 4019 Fairvale
BeitragVerfasst am: Mo Jul 30, 2018 2:19    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaub, ich käm mir reichlich doof vor, mich an einem anderen Menschen selbstzubefriedigen. Zumal in meiner Vorstellung Sex auch erst dadurch "lebt", dass der Andere ähnlich dabei empfindet, wie man selbst. Tut ers nicht und lässt es über sich ergehen, ist es... ja, Selbstbefriedigung am Anderen. Warum es da dann nicht auch die klassische eigene Hand tut, ist mir zwar schleierhaft, aber jedem Tierchen sein Plaisierchen.
_________________
Miss Otis regrets she's unable to lunch today :/
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Arwenia





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 29.07.2018
Beiträge: 3
BeitragVerfasst am: Mo Jul 30, 2018 2:45    Titel: Antworten mit Zitat

Könnte man so interpretieren, richtig.
Das war auch ein Grund für meine zeitweise Blockade, weil ich das ähnlich gesehen habe. Mein Lebensgefährte kann körperliche Nähe in der meisten Zeit jedoch gut leiden und genießt gegenseitige Massagen etc.
Und wir beide erleben einen Orgasmus. Für mich vom Gefühl natürlich weitaus tiefgründiger. Aber ausschließlich SB mit mir selbst käme dauerhaft nicht in Frage. Soweit klar bin ich mir. Kann man doof und nicht nachvollziehbar finden, ist aber so.
Während mein Freund Sex mit einem Eis vergleicht, habe ich verdeutlicht: Wenn ich mich zwischen "Nie wieder Sex" oder "Amputation eines Armes" entscheiden müsste, würde ich mich morgen operieren lassen!
Kommentar von ihm war "Krass". Aber so wurde die Tragweite des Sexualtriebs verdeutlicht. Auch wenn er es nicht nachempfinden kann.
Umgekehrt könnte ich ja sagen "Ich käme mir ziemlich doof vor, mit jemandem ins Stadion zu gehen, der kein Interesse an Fußball hat. Da könnte man auch gut alleine gehen". Möchte er aber nicht. Wobei er sich wohl eher nicht den Arm dafür amputieren lassen würde Very Happy
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Maz
ADMod Team



Alter: 41
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 13366
BeitragVerfasst am: Mo Jul 30, 2018 10:39    Titel: Re: Rückmeldung nach 2 Jahren Antworten mit Zitat

Arwenia hat folgendes geschrieben:
Hallo zusammen,

ich war vor 2-3 Jahren schon einmal Mitglied unter einem anderen Namen, welcher mir einfach nicht mehr einfällt. Daher eine Neu-Registrierung


Wenn du den Namen noch rausfindest sag bitte Bescheid. Sollte sich ja eigentlich aus den alten Beiträgen ablesen lassen.
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Hummelchen




Alter: 21
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.07.2015
Beiträge: 321
Wohnort: nahe Berlin
BeitragVerfasst am: Do Aug 02, 2018 10:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Arwenia,

ich freue mich sehr für Euch, dass es bei Euch funktioniert in dieser Konstellation! Smile
Das ist von meiner Seite durchaus nicht ganz uneigennützig, weil mein Mann und ich in fast der gleichen Situation wie ihr beide sind. Mein Mann ist sexuell und ich bin asexuell. Wir haben uns für den gleichen Kompromiss entschieden wie Ihr. Wir schlafen nicht miteinander, aber wir finden auf andere Weise zusammen. Wink
Wir sind jetzt seit zwei Jahren zusammen. Als ich Deinen Text gelesen habe, musste ich schmunzeln, weil man es fast genauso auf meine Beziehung übertragen könnte. Der einzige Unterschied ist, dass ich schon vor der Beziehung wusste, dass ich asexuell bin.

Sankastenzorro: Es mag komisch klingen und für uns unverständlich sein, aber es ist einfach etwas anderes, sich vor einem anderen selbst zu befriedigen, anstatt Sex gemeinsam zu erleben. Es ist schwer zu beschreiben und ich kann es aus meiner Position auch nicht ganz nachempfinden. Wink Ob es "Selbstbefriedigung am anderem" ist, wie Du schreibst, kommt wohl ganz auf die Konstellation und den Standpunkt der jeweiligen Beteiligten an. Ich würde es in meiner Beziehung so beschreiben: Mein Mann hat ein starkes Bedürfnis nach sexueller Interaktion und genießt es, wenn ich ihn verwöhne (Weil GV bei uns nicht stattfindet). Er erklärte mir, dass er sich dann geliebt fühlt und genießt, dass er Aufmerksamkeit für seine Bedürfnisse bekommt, besonders weil er weiß, dass ich dabei nicht das gleiche empfinde. Ich fühle mich von all dem zwar nicht sexuell erregt, freue mich aber dennoch, dass ich ihn verwöhnen kann und genieße seine Reaktion. In dem Sinne ist es keine Selbstbefriedigung an mir, sondern ein gemeinsames sexuelles Erleben, auch wenn es anders ist als bei anderen Paaren. Wink
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fragender




Alter: 51
Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 03.08.2018
Beiträge: 1
BeitragVerfasst am: Fr Aug 03, 2018 0:28    Titel: ein erster Blick Antworten mit Zitat

Es wird Hoffnung sein, die einen zum Schreiben in diesem Forum bewegt.

Alle Achtung, was so möglich werden kann.

Nun werden wohl neue Forumsteilnehmer ein wenig obskur die Beiträge kommentieren.

Hier in meinem unserem Fall sehe ich alleinig aus der Ferne zu. Es kann also gemeinsam weitergehen? Wenn es gemeinsam erkannt und einander zuerkannt wird, sind sicherlich die wichtigsten Schritte gegangen.

Weiterlesen werde ich hier, fragend.
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Wauwau




Alter: 43
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 05.04.2007
Beiträge: 2490
Wohnort: Wien
BeitragVerfasst am: Fr Aug 03, 2018 12:38    Titel: Antworten mit Zitat

Arwenia hat folgendes geschrieben:
Wenn ich mich zwischen "Nie wieder Sex" oder "Amputation eines Armes" entscheiden müsste, würde ich mich morgen operieren lassen!


Ich würde jetzt sagen: Meine weiblichen Organe brauche ich eigentlich nicht. An einer möglichen Totaloperation würde mich nur die große OP stören.

Aber wenn ich einen Arm verlöre, könnte ich nicht mehr Basteln, nicht mehr richtig mit Besteck essen, nicht mehr zügig Mails schreiben, .... Wie furchtbar.

Mir tun Menschen iwie leid, bei denen das Thema so allesbeherrschend wird. Natürlich ist das IMO nicht.

Zitat:
Ich fühle mich von all dem zwar nicht sexuell erregt, freue mich aber dennoch, dass ich ihn verwöhnen kann und genieße seine Reaktion.


Tschuldige, wenn ich deutlich werde. Es ist besser, wenn einem das duftige Zeug nicht zwischen den Beinen rauströpfelt, sondern über die Finger rinnt bzw. einem stundenlang das Essen verleidet?
_________________
Then let us pray that come it may /As come it will for a´that/ That Man to Man the world o´er/ Shall brothers be for a´that. (Robert Burns)
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Hummelchen




Alter: 21
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.07.2015
Beiträge: 321
Wohnort: nahe Berlin
BeitragVerfasst am: Fr Aug 03, 2018 14:02    Titel: Antworten mit Zitat

@Wauwau
Ich weiß nicht genau, wie ich Deinen Kommentar deuten soll. Du kannst es ja nochmal anders formulieren, wenn Du Lust hast. Wink

Ob es uns passt oder nicht, ob es für uns vorstellbar ist oder nicht, es ist nun mal ein Unterschied für einen sexuellen Menschen, ob er/sie sich selber befriedigt oder von einem anderen Menschen verwöhnt wird bzw. mit ihm/ihr Sex hat. Beim Sex geht es nicht nur um Triebbefriedigung. Sex hat auch einem sozialen Aspekt. In einer Beziehung mit einem sexuellen Menschen muss man das eben akzeptieren und darauf eingehen.

Und ja, ich freue mich, meinen Partner zu verwöhnen. Wink
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Arpad4




Alter: 39
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 1605
Wohnort: Kaiserslautern
BeitragVerfasst am: Mo Aug 13, 2018 17:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hummelchen@

Manche wissen doch gar nicht mehr was Sex genau ist, und wozu das gut sein soll. Es wird nur ein "Geschäft" erledigt. Von Sex und Ficken redet fast jeder, aber ob jeder ne Ahnung davon hat ist eine andere Geschichte....Eine verrohte Gesellschaft ist für mich auch kein Zeichen für Reife/Bildung/Moral.
_________________
Viele finden 100 Fehler an mir, in mir, um mich herum. Und wie viele hast Du? Sollen wir anfangen zu zählen?
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