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DevilMayCare




Alter: 23
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 25.09.2017
Beiträge: 99
BeitragVerfasst am: Mo Aug 06, 2018 0:50    Titel: Antworten mit Zitat

In meinem 1. Beitrag hier im Thema habe ich ja von meiner "Offenbarung" meinem Vater gegenüber berichtet. Seitdem wollte ich das immer mal wieder thematisieren - und bin grandios gescheitert daran, einen guten Moment und die passenden (konkreten) Begriffe zu benutzen. Dieses Mal kamen jedenfalls Dinge nach dem Motto "Lass das doch einfach auf dich zukommen - du redest ja wie eine alte Oma und schließt so viel von vorne herein aus", "Ach, aber wenn da mal der Richtige kommt, dann gehören da doch Gefühle zu" und am besten fand ich ca. "Wieso fährst du dann ständig diesen Bands hinterher?" (Beide Versuche fanden nach Konzerten statt, die ich dringend besuchen wollte und im Vorfeld hatte ich ziemlich von zwei Sängern geschwärmt. Ich hatte versucht, ihm das anhand dieser Beispiele zu erklären.)
Ich kann verstehen, dass er damit nicht viel anfangen konnte und vielleicht auch wollte, aber mir tat es trotzdem weh und allen Beteiligten zuliebe werde ich einen neuen Versuch zumindest ohne guten Plan lassen, was wiederum ein anderes Thema wäre. Ich war zu betroffen, um ihm noch mehr Details erklären zu wollen, zumal er mir bei Versuchen vorwarf: "Du klingst, als hättest du einen Artikel auswendig gelernt". Da klang Zweifel an meiner Glaubhaftigkeit mit.
Die ist mir allerdings auch schon oft online begegnet nach wiederholtem Bekunden an Desinteresse an sexuellen Aktivitäten - da, wo die anderen sich über Erfahrungen austauschen und Dinge bejubeln oder so, schreibe ich, wieso es mich nicht kümmert oder ich es für mich ausschließen kann. Dann kam "Dafür, dass du daran ja angeblich kein Interesse hast, schreibst du ja ganz schön viel dazu". Eine Person hat öfter Sticheleien dieser Art auf meine Posts geantwortet. An dieser Stelle höre ich besser auf und hoffe, es passt hier überhaupt so ausgeufert noch hinein...
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Rea




Alter: 48
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 21.08.2015
Beiträge: 921
BeitragVerfasst am: Mo Aug 06, 2018 7:32    Titel: Antworten mit Zitat

DevilMayCare hat folgendes geschrieben:
An dieser Stelle höre ich besser auf und hoffe, es passt hier überhaupt so ausgeufert noch hinein...

Dein Beitrag passt doch genau zu dem Thema. Aber"ausgeufert"? Du nimmst hier kaum Platz ein - ich kann kein Ausufern erkennen!

Ich finde es traurig, dass nahestehende Menschen so reagieren. Es gibt wahrscheinlich einige Aces, die der Meinung sind, dass die Herkunftsfamilie nichts von dieser Orientierung zu wissen braucht.
Ich denke, dass man das nicht verallgemeinern kann und dass das bei jedem Menschen anders ist. Manche haben das Bedürfnis ihrer Familie davon zu erzählen, ander nicht - beides ist völlig o.k..

Respekt, dass Du es nochmals versucht hast. Ob Du "grandios gescheitert" bist? Ich weiß nicht - Dein Vater kann das vielleicht nicht verstehen, aber das hat vielleicht sehr viel mehr mit ihm und seinen Meinungen zu tun als mit der Art, wie Du es ihm erklärt hast. Du schreibst ja, dass Du es auf verschiedene Arten versucht hast - mal vorbereitet (und dann kommen Gegenargumente, dass Deine Argumentation sich angelesen anhört), mal spontaner. Wenn jemand nicht bereit ist, etwas anzunehmen oder zu akzeptieren, dann kannst Du machen was Du willst - es kommt nicht an.

Es liegt in der Natur der Sache, dass Dein Vater um einige Jährchen älter ist als Du. Ältere Menschen (und ich mit meinen 45 Jahren gehöre dazu) halten Anfang Zwanzig oft für verdammt jung. Manche ältere Menschen meinen, dass junge Menschen noch nicht wissen was sie wollen und was nicht. Beim Thema Sexualität kann's ganz schnell ins Bullshitbingo verfallen - da kommen dann Argumente wie "das kannst Du in dem Alter doch noch gar nicht wissen" oder "du hast halt einfach noch nicht den Richtigen gefunden". Ähnliches hab ich mich mit 16 gefragt, dann mit 26, mit 36 dann schon weniger und jetzt werd ich bald 46 und darf nun wohl endlich davon ausgehen, dass es keine vorübergehende Phase, sondern ein dauerhafter Bestandteil meiner Persönlichkeit ist.

Es ist schade, dass manche Ältere den Jüngeren nicht zugestehen, dass ihre Gefühle stimmig sind und mit dem Totschlagargument kommen "Du kannst das ja noch gar nicht wissen". Aber so ist's halt.
Und auch bei Gleichaltrigen kann man immer wieder auf Unverständnis stoßen. Oder es kommen solche Bemerkungen wie Du schreibst: "Dafür, dass du daran ja angeblich kein Interesse hast, schreibst du ja ganz schön viel dazu" - soso, alle hier im Forum, die viel schreiben, haben also in Wirklichkeit ein ganz schön großes Interesse an Sex - sie unterdrücken es bloß und sublimieren es dann in aven-Beiträge. Maz: was meinst Du dazu - Du mit Deinen 12 000 Beiträgen bist dann der Meistersublimierer.

DevilMayCare - wenn Du das liest, bekommst Du ein Gespür für's ausufern.
Ich möchte Dir nochmal meinen Respekt zu Dir schicken, dass Du's nochmal versucht hast. Vielleicht ist Dein Vater einfach nicht dazu bereit es (jetzt schon?) zu verstehen - das liegt aber nicht an Dir.
Vertrau Deinen Gefühlen und Empfindungen. Lass Bullshit-Äußerungen nicht zu nah an Dich ran. Tu das, was Dir gut tut - und wenn das Konzertbesuche sind und Du Spaß daran hast, ist doch gut. Es ist schön, dass Du was hast, was Dir Freude macht - und da brauchst Du Dich nicht vor anderen zu rechtfertigen.
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Mo Aug 06, 2018 9:05    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist bei dem ganzen "Du bist doch sooo jung, das kannst du doch gar nicht wissen" - Gerede immer anscheinend vergessen oder verdrängt wird, dass die Leute selbst schon mal sooo jung waren, und sich davor scheuen, sich zu erinnern, was sie vielleicht in dem Alter auch schon wussten.
Wenn man das noch im Hinterkopf hat, würde man auf die Idee nicht kommen, Jemandem wegen ihres Alters pauschale Unwissenheit oder sogar Begriffsunfähigkeit zu unterstellen. Es muss irgend ein Verdrängungsvorgang sein, der Leute über 30 oder 40 weg dazu treibt, so etwas anzunehmen. Oder macht das der Familienfaktor? Im besonderen gewöhnlich auch mit der 1:1-Übertragung eines Erfahrungslaufs - also die Erfahrung des Vaters hat sie nicht oder noch nicht gesammelt, folglich könne sie da nichts Profundes dazu mitteilen. Ergo hat sie auch über sämtliches andere nichts zu wissen/ zu bieten<-- Erfahrung ist ein individuelles Gut, eine 1:1-Passung ist nicht zu schaffen. Der Vater hat in dem Fall ihre Erfahrung auch nicht gemacht -- wenn er seine "Logik" also auch für sich anwendet, kann er ebensowenig mitreden!
Dazu gibt es noch "Ältere", die auf einem gewissen Erfahrungsblock stehen bleiben, oder sich gegen Weiterentwicklung verschließen. Die können nach 55 Jahren immer noch auf dem Stand von etwa 30 fest hängen. So viel von wegen mehr Erfahrung ist da manchmal also gar nicht zwischen den Alterszahlen. Und gewiss so einige Leute können durchaus als Kinder und als Teenies schon wissen, was Sache ist.
_________________
Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
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DevilMayCare




Alter: 23
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 25.09.2017
Beiträge: 99
BeitragVerfasst am: Mo Aug 06, 2018 12:08    Titel: Antworten mit Zitat

Rea72 hat folgendes geschrieben:

Dein Beitrag passt doch genau zu dem Thema. Aber"ausgeufert"? Du nimmst hier kaum Platz ein - ich kann kein Ausufern erkennen!


Mir kam es beim Schreiben allerdings so vor. Ich habe zwei längere Entwürfe hier verworfen, weil ich mir unsicher war. Für mich ist es ein großer Schritt gewesen, mich erneut nochmal zu einer Äußerung hier zu überwinden, was aber nichts damit zu tun hat, dass explizit Nutzer hier einen Anlass für Verunsicherung bieten würden.

Rea72 hat folgendes geschrieben:
Ich finde es traurig, dass nahestehende Menschen so reagieren. Es gibt wahrscheinlich einige Aces, die der Meinung sind, dass die Herkunftsfamilie nichts von dieser Orientierung zu wissen braucht.
Ich denke, dass man das nicht verallgemeinern kann und dass das bei jedem Menschen anders ist. Manche haben das Bedürfnis ihrer Familie davon zu erzählen, ander nicht - beides ist völlig o.k..


Ja, beide Varianten sind legitim. Man muss dazu sagen, dass mir nicht viel Auswahl bleibt, wenn ich mal persönlichen Redebedarf habe und ich besonders meiner Mutter so ziemlich alles anvertraue, was mir so durch den Kopf geht. Sie hat allerdings wesentlich angenehmer reagiert. Als ich sie fragte, ob sie das in irgendeiner Weise überraschen würde, konnte sie das auch nur verneinen. Das bestätigt mein Gefühl, dass sie mich doch noch besser einschätzen und akzeptieren kann. Sie hat zwar auch bzgl. anderer Aspekte öfter die Sorge, dass sie bzw. meine Eltern insgesamt etwas falsch gemacht haben könnten, dass ich eben so geworden bin, allerdings ließ sie sich davon schnell wieder abbringen.

Rea72 hat folgendes geschrieben:
Respekt, dass Du es nochmals versucht hast. Ob Du "grandios gescheitert" bist? Ich weiß nicht - Dein Vater kann das vielleicht nicht verstehen, aber das hat vielleicht sehr viel mehr mit ihm und seinen Meinungen zu tun als mit der Art, wie Du es ihm erklärt hast. Du schreibst ja, dass Du es auf verschiedene Arten versucht hast - mal vorbereitet (und dann kommen Gegenargumente, dass Deine Argumentation sich angelesen anhört), mal spontaner. Wenn jemand nicht bereit ist, etwas anzunehmen oder zu akzeptieren, dann kannst Du machen was Du willst - es kommt nicht an.


Ja, davor habe ich die Augen wohl verschlossen. Ich neige gerne dazu, mir die Schuld aufzulasten. Allerdings führt sein Verhalten definitiv nicht zu dem von ihm gewünschten Hinterfragen meiner ach so festgefahrenen unentspannten Ansicht. Ich habe in dieser Lage auch gemerkt, dass es sinnlos wäre, ihm noch erklären zu wollen, dass es versch. Arten von Anziehung gibt und dass ich sehr wohl auch Gefühle für jemanden haben könnte, ohne etwas Bestimmtes zu wollen.

Rea72 hat folgendes geschrieben:
Es liegt in der Natur der Sache, dass Dein Vater um einige Jährchen älter ist als Du. Ältere Menschen (und ich mit meinen 45 Jahren gehöre dazu) halten Anfang Zwanzig oft für verdammt jung. Manche ältere Menschen meinen, dass junge Menschen noch nicht wissen was sie wollen und was nicht. Beim Thema Sexualität kann's ganz schnell ins Bullshitbingo verfallen - da kommen dann Argumente wie "das kannst Du in dem Alter doch noch gar nicht wissen" oder "du hast halt einfach noch nicht den Richtigen gefunden". Ähnliches hab ich mich mit 16 gefragt, dann mit 26, mit 36 dann schon weniger und jetzt werd ich bald 46 und darf nun wohl endlich davon ausgehen, dass es keine vorübergehende Phase, sondern ein dauerhafter Bestandteil meiner Persönlichkeit ist.


Mich hätte es nicht gewundert, wenn exakt diese Aussagen gekommen wären und das nicht etwas anders verpackt gewesen wäre. Ich habe einige eher unangenehme Diskussionen mit ihm führen müssen und auch bei anderen Themen kommt er gerne mit seinem Oma-Satz daher... Es ist nach solchen Gesprächen für mich nicht immer leicht, das nicht auf mein eh schon geringes Selbstbewusstsein negativ auswirken zu lassen und sich darauf zu besinnen, dass er es im Grunde ja nur gut meint und möchte, dass ich z. B. Anschluss finde und Spaß habe und dass er mich bestimmt dennoch sehr mag - sonst würde er mir ja nicht so viele Sachen ermöglichen.

Rea72 hat folgendes geschrieben:
Es ist schade, dass manche Ältere den Jüngeren nicht zugestehen, dass ihre Gefühle stimmig sind und mit dem Totschlagargument kommen "Du kannst das ja noch gar nicht wissen". Aber so ist's halt.
Und auch bei Gleichaltrigen kann man immer wieder auf Unverständnis stoßen. Oder es kommen solche Bemerkungen wie Du schreibst: "Dafür, dass du daran ja angeblich kein Interesse hast, schreibst du ja ganz schön viel dazu" - soso, alle hier im Forum, die viel schreiben, haben also in Wirklichkeit ein ganz schön großes Interesse an Sex - sie unterdrücken es bloß und sublimieren es dann in aven-Beiträge. Maz: was meinst Du dazu - Du mit Deinen 12 000 Beiträgen bist dann der Meistersublimierer.


Ja, das gehört wohl auch zu den Dingen, die ich noch zu verarbeiten lernen muss. Ich fand es während des Gesprächs echt erstaunlich, wie sehr man sich gegen die Argumentation sperren kann, dass man doch i. d. R. nicht freiwillig das ausprobieren wollen wird, woran man gar kein Interesse hat und ohne das einem anscheinend auch nichts fehlt. Wenn meinem Vater sonst nichts einfällt, dann kommt er immer mit "XY ist doch eine ganz andere Geschichte" daher - er kann sich da immer herausreden.
An dieser Stelle muss ich eingestehen, dass er mich in einem Gespräch darüber, ob man ohne ein Probieren (in diesem Fall ging es um Döner, die ich noch nie probiert habe) wissen kann, ob man etwas verpasst hat oder nicht, eher davon überzeugen konnte, dass man wohl sagen kann, dass einem ohne zwar nichts fehlt, aber nicht, ob es mit XY nicht doch besser wäre.

Rea72 hat folgendes geschrieben:
DevilMayCare - wenn Du das liest, bekommst Du ein Gespür für's ausufern.
Ich möchte Dir nochmal meinen Respekt zu Dir schicken, dass Du's nochmal versucht hast. Vielleicht ist Dein Vater einfach nicht dazu bereit es (jetzt schon?) zu verstehen - das liegt aber nicht an Dir.
Vertrau Deinen Gefühlen und Empfindungen. Lass Bullshit-Äußerungen nicht zu nah an Dich ran. Tu das, was Dir gut tut - und wenn das Konzertbesuche sind und Du Spaß daran hast, ist doch gut. Es ist schön, dass Du was hast, was Dir Freude macht - und da brauchst Du Dich nicht vor anderen zu rechtfertigen.


Vielen lieben Dank für deine ausführliche Antwort Smile. Da nimmt die Unsicherheit darüber, mich hier einzubringen, doch gleich etwas ab.
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Rea




Alter: 48
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 21.08.2015
Beiträge: 921
BeitragVerfasst am: Mo Aug 06, 2018 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

DevilMayCare hat folgendes geschrieben:
Für mich ist es ein großer Schritt gewesen, mich erneut nochmal zu einer Äußerung hier zu überwinden,(...)

Schön, dass Du den Schritt gemacht hast und Dich überwunden hast!

DevilMayCare hat folgendes geschrieben:
(...) Da nimmt die Unsicherheit darüber, mich hier einzubringen, doch gleich etwas ab.

Ich glaube, dass viele Leute hier Unsicherheiten aus eigener Erfahrung kennen. Und bestimmt freuen sich auch viele, wenn Du Dich einbringst.

Ich wünsch Dir, dass Du mehr Sicherheit gewinnst und hier gute Erfahrungen machen kannst - das stärkt auch fürs reale Leben.
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Rea




Alter: 48
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 21.08.2015
Beiträge: 921
BeitragVerfasst am: Di Aug 07, 2018 17:39    Titel: Antworten mit Zitat

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:
"Buuuntspecht... tktktktk krrrrrrrk, tktktktktk krrrrrrk"

YÖÖÖÖÖ! LIEBE!

Kann mir das jemand erklären? Ich habe sogar länger darüber nachgedacht, dabei ist aber nix herausgekommen.
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Sandkastenzorro
zweitgrößter Spammer des Forums



Alter: 40
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 3620
Wohnort: Fairvale
BeitragVerfasst am: Di Aug 07, 2018 19:09    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Kann mir das jemand erklären? Ich habe sogar länger darüber nachgedacht, dabei ist aber nix herausgekommen.


Klick mich! - wenns eilig ist, zu 1:44 Minuten vorspulen Wink
_________________
Didn't your mother never teach you no manners?
-I ain't never had no mother - we was too poor!
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Rea




Alter: 48
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 21.08.2015
Beiträge: 921
BeitragVerfasst am: Mi Aug 08, 2018 8:03    Titel: Antworten mit Zitat

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:

Klick mich! - wenns eilig ist, zu 1:44 Minuten vorspulen Wink

Very Happy unbedingt von Anfang an angucken!
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DevilMayCare




Alter: 23
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 25.09.2017
Beiträge: 99
BeitragVerfasst am: Mi Aug 08, 2018 22:29    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke wirklich (viel zu sehr) über alle möglichen Dinge nach und habe auch schon das Thema "'Schuld' an meiner Asexualität" gehabt. Es kam kurz die Frage auf, inwiefern meine schlechten Erfahrungen in der Schulzeit meine Identifizierung beeinflusst haben könnten. Mein "Vorwurf" lautete also "Vielleicht identifizierst du dich ja nur so, weil du in der Schule so gemobbt wurdest". Eine Art Begünstigung durch diesem Faktor will ich nicht ausschließen, aber an sich habe ich das blitzschnell wieder verworfen und kann gerade vor mir selbst dazu stehen.
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Rea




Alter: 48
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 21.08.2015
Beiträge: 921
BeitragVerfasst am: Do Aug 09, 2018 6:06    Titel: Antworten mit Zitat

DevilMayCare hat folgendes geschrieben:
"Vielleicht identifizierst du dich ja nur so, weil du in der Schule so gemobbt wurdest"

Ich kann mir vorstellen, dass Mobbingerfahrungen in der Schule einen Mensch sehr sehr vorsichtig machen in Bezug auf andere Menschen und dass es einem nach solchen Erlebnissen schwer fällt, Vertrauen aufzubauen.
Inwieweit das aber die sexuelle Orientierung beeinflusst? Hier findest Du bestimmt viele Menschen, die wie Du Mobbingerfahrungen in der Schule gemacht haben und ebenso viele Menschen, die nie gemobbt worden sind.
Ich kenne einige Mobbing-Opfer, die verheiratet sind, sich als heterosexuell empfinden und Kinder haben.
Ich selbst bin nie gemobbt worden. Meine Schulzeit war zwar ab der 5. Klasse nicht sonderlich glücklich, ich war als Jugendliche zwar sonderlich, aber nicht sonderlich beliebt, wurde aber von den anderen in Ruhe gelassen. Und "trotzdem" bin ich asexuell - ganz ohne Mobbing.

Und DevilMayCare: Bitte schlag Dir das "Schuld sein an..." aus dem Kopf - sonst kommt der Zorro, wäscht Dir den Kopf und buddelt Dich in seinen Sandkasten ein.
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Do Aug 09, 2018 8:07    Titel: Antworten mit Zitat

DevilMayCare hat folgendes geschrieben:
Ich denke wirklich (viel zu sehr) über alle möglichen Dinge nach und habe auch schon das Thema "'Schuld' an meiner Asexualität" gehabt. Es kam kurz die Frage auf, inwiefern meine schlechten Erfahrungen in der Schulzeit meine Identifizierung beeinflusst haben könnten. Mein "Vorwurf" lautete also "Vielleicht identifizierst du dich ja nur so, weil du in der Schule so gemobbt wurdest". Eine Art Begünstigung durch diesem Faktor will ich nicht ausschließen, aber an sich habe ich das blitzschnell wieder verworfen und kann gerade vor mir selbst dazu stehen.



Wenn sich diese Erklärmethoden nicht in Dir fest zecken, ist das auch ein Zeichen an sich, dass Du mit Dir selbst vernünftig umzugehen gelernt hast.

Die Orientierung hat ja keine Qualität von etwas, das verkehrt wäre, mangelhaft oder an dem man unmittelbar leidet. Man könnte sich sonst ebenso fragen, ob man selbst Schuld dran hat, dass die Haare braun sind, oder ob man was für die Form der Nase kann.

Natürlich hinterlässt Mobbing seine Spuren irgendwo, jedenfalls haben sich die wenigsten Leute an sowas erfreut oder sind noch heute dankbar dafür, das wäre ja eine merkwürdige Sache sonst.

Und man muss nicht alles ausprobiert haben, um für sich legitim die Entscheidung zu treffen, nee, das ist nichts für mich.
Frag Papa mal, woher er denn weiß, dass Knutschen mit einer Kuh nicht sein Ding wäre, oder vielleicht regelmäßig lebende Heuschrecken zu essen, wie ein Storch. Wenn man das alles erst versucht haben muss, um es ganz sicher zu wissen, kommen da ja noch eine Menge Dinge dazu. Zum Beispiel Kokain, sauer gewordene Milch, ranzige Butter und XTC, vom Hochhausdach springen und sich Wattwürmer in die Nase rein stecken, um zu sehen, ob sie von allein da drin hängen bleiben. Ich bin mal gespannt, womit er dann beim Ausprobieren anfinge. Smile
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Rea




Alter: 48
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 21.08.2015
Beiträge: 921
BeitragVerfasst am: Do Aug 09, 2018 9:49    Titel: Antworten mit Zitat

DevilMayCare hat folgendes geschrieben:
(...) und kann gerade vor mir selbst dazu stehen.

Und darauf kommt's an. Am besten steht man vor sich selbst dazu und zusätzlich noch hinter sich (um sich selbst den Rücken zu stärken) und umgibt sich mit Leuten, die ebenfalls hinter einem stehen - und bestenfalls Bemerkungen zum Schmunzeln fallen lassen, z.B.
Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:
(...) und sich Wattwürmer in die Nase rein stecken, um zu sehen, ob sie von allein da drin hängen bleiben.

Du kannst ja bei der nächsten Diskussion mit Deinem Vater ihn Dir mit 2 Würmern in der Nase vorstellen. Das entschärft seine möglichen Unverständnis-Fragen bestimmt kolossal.
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DevilMayCare




Alter: 23
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 25.09.2017
Beiträge: 99
BeitragVerfasst am: Do Aug 09, 2018 10:33    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen lieben Dank für eure tollen Antworten Smile! Die bestätigen mich darin, hier an der richtigen Stelle gelandet zu sein. Ich werde versuchen, euren Rat im Fall der Fälle umzusetzen - das kann die Sache nur aufheitern.

Das "Schuldsein" war in meinem Beitrag wenig ernst gemeint daher die ". Tatsächlich war es eher eine absichtlich etwas provokativ an mich selbst gestellte Frage, die nur zum Verneinen gemacht war. Meine Orientierung sehe ich als etwas ganz Natürliches und etwas, das für mich persönlich gut ins Gesamtbild von dem passt, was mich ausmacht.

Die Erfahrungen mit Mobbing haben mich auf jeden Fall geprägt und machen sich gerne im Alltag gerade im Umgang mit Menschen negativ bemerkbar, aber auch das gehört zu mir. Angenehm ist es nicht gerade und ausgesucht habe ich es mir nicht, aber auch da komme ich nicht aus meiner Haut heraus und finde mich besser damit ab. Dabei habe ich öfter den Eindruck, dass andere viel eher ein Problem mit meinen Unsicherheiten und weniger taktvollen Aktionen haben, als ich selbst. Das schränkt den Kreis von Personen, mit denen ich auskomme, schon ein. Mein Vater ist auch dort der Meinung, dass nach all den Jahren mal gut damit sein müsste und man könnte sich Dinge auch einreden, wenn ich eben argumentiere, wieso ich mich in einer bestimmten sozialen Situation überfordert fühle.
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Do Aug 09, 2018 11:05    Titel: Antworten mit Zitat

DevilMayCare hat folgendes geschrieben:
Mein Vater ist auch dort der Meinung, dass nach all den Jahren mal gut damit sein müsste und man könnte sich Dinge auch einreden, wenn ich eben argumentiere, wieso ich mich in einer bestimmten sozialen Situation überfordert fühle.


Für dieses Gerede vom sich was einreden, oder einreden lassen, sind Väter aber auch irgendwie prädestiniert, oder?
Das musste ich mir in gewissen Zusammenhängen ja auch über Jahre anhören, und habe mich gefragt, warum Eltern es einem nicht zutrauen, ein eigenständiges Erfahrungsmuster zu erleben, und daraus ggf. eigene, und andere Schlüsse, als die Eltern zu ziehen, oder Erkenntnisgewinn einzusammeln. Das muss irgendwie mit dem Generationsunterschied zu tun haben. Dan bist Du halt praktisch immer noch seine 'Kleine', auch wenn Du längst erwachsen bist und auf eigenen Beinen stehst.

Mal gut damit sein - ja, mit sowas hat man die früher allein da stehen lassen. Man darf sich keine vermeintlichen Schwachstellen leisten und nirgends die Auswirkung der Folgen erwähnen. Als würde man deswegen einen Teil seiner Zurechnungsfähigkeit verlieren. Man ist aus dessen Sicht wohl nur dann vernünftig, wenn man nach so und so viel Zeit Punkt 12 Uhr Mittags wieder voll funktionieren kann - kraftvoll zupacken, oder so ähnlich denkt sich das wohl.
Nein, Menschen reagieren auf das, was sie erleben, und viele unterschiedlich, haben länger oder intensiver damit zu tun, Erfahrenes zu verarbeiten.
Und bei so Einigen ist das nach einer vorveranschlagten Zeit eben nicht mal gut damit. Da dauert das unter Umständen das Leben lang. Davon kann man eben auch eine vorsichtige Persönlichkeit mitnehmen, auch das bedeutet, dass man aus den Erfahrungen etwas Nützliches gelernt hat.
Verdrängen und so tun, als mache einem das so gar nix aus, ist ja nun kein empfehlenswerter Weg, auch wenn es zu Vater's Zeiten kein Verständnis dafür gegeben hat.
_________________
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DevilMayCare




Alter: 23
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 25.09.2017
Beiträge: 99
BeitragVerfasst am: Do Aug 09, 2018 11:33    Titel: Antworten mit Zitat

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:

Für dieses Gerede vom sich was einreden, oder einreden lassen, sind Väter aber auch irgendwie prädestiniert, oder?
Das musste ich mir in gewissen Zusammenhängen ja auch über Jahre anhören, und habe mich gefragt, warum Eltern es einem nicht zutrauen, ein eigenständiges Erfahrungsmuster zu erleben, und daraus ggf. eigene, und andere Schlüsse, als die Eltern zu ziehen, oder Erkenntnisgewinn einzusammeln. Das muss irgendwie mit dem Generationsunterschied zu tun haben. Dan bist Du halt praktisch immer noch seine 'Kleine', auch wenn Du längst erwachsen bist und auf eigenen Beinen stehst.

Mal gut damit sein - ja, mit sowas hat man die früher allein da stehen lassen. Man darf sich keine vermeintlichen Schwachstellen leisten und nirgends die Auswirkung der Folgen erwähnen. Als würde man deswegen einen Teil seiner Zurechnungsfähigkeit verlieren. Man ist aus dessen Sicht wohl nur dann vernünftig, wenn man nach so und so viel Zeit Punkt 12 Uhr Mittags wieder voll funktionieren kann - kraftvoll zupacken, oder so ähnlich denkt sich das wohl.
Nein, Menschen reagieren auf das, was sie erleben, und viele unterschiedlich, haben länger oder intensiver damit zu tun, Erfahrenes zu verarbeiten.
Und bei so Einigen ist das nach einer vorveranschlagten Zeit eben nicht mal gut damit. Da dauert das unter Umständen das Leben lang. Davon kann man eben auch eine vorsichtige Persönlichkeit mitnehmen, auch das bedeutet, dass man aus den Erfahrungen etwas Nützliches gelernt hat.
Verdrängen und so tun, als mache einem das so gar nix aus, ist ja nun kein empfehlenswerter Weg, auch wenn es zu Vater's Zeiten kein Verständnis dafür gegeben hat.


Er betont stets, dass es ihm wichtig ist, dass ich mich selbst mit Dingen beschäftige und sie hinterfrage und zu meiner eigenen Sicht darauf komme. Irgendwie scheint er sich zu fürchten, dass ich der Meinung anderer blind hinterherlaufen könnte - oft stichelt er z. B., dass er anzweifelt, dass ich selbst überzeugt entschieden habe, Vegetarierin zu werden und sowieso eifere ich ja total meiner Mutter nach... Andererseits musste ich öfter hören, dass ich einfach aus Prinzip gegen etwas wäre und Meinung xy zu Sache z haben müsste, um meinem Ruf nachzukommen, oft gegen den Strom zu schwimmen.

Exakt. Würde es ein "Hilfreich" geben, würde ich es deinem Post und auch vorherigen schon geben. Das mit der Zeit und dem Funktionieren ist in anderen Bereichen ja auch so, z. B. bei Verlust und Trauer. Ich kann das nicht einfach abhaken, ab und an kommt es nun einmal besonders wieder über mich und meine Mutter versteht es und mein Vater hat da einfach kein Gespür für. Allerdings fällt mir bei dem Problem eh nichts ein, was es jemals besser machen würde.
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