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Älter, aber Sexuelle - trotzdem richtig hier?

 
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Schwertleite





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 19.03.2018
Beiträge: 12
Wohnort: Deutschland
BeitragVerfasst am: Mo März 19, 2018 15:01    Titel: Älter, aber Sexuelle - trotzdem richtig hier? Antworten mit Zitat

Liebe Community,

ich habe mich im Vorstellungsforum gerade vorgestellt.

Zunächst meine Frage - ist dieses Unterforum „Ältere Asexuelle“ auch für Sexuelle gedacht, die ggf. mit einem Asexuellen verheiratet sind?

Ich wollte in der Vorstellungsrunde nicht noch mehr Text schreiben. Nach über 20 Jahren Ehe und der Beschäftigung mit dem Thema seit einigen Monaten kommt für mich nur noch eine Sichtweise in Betracht - mein Mann ist asexuell. Ich nehme meine Vermutung daher, dass ich viele andere Ursachen für unsere sexlose Ehe ausschließen kann und ich auch sehr stark davon ausgehe, dass wir beide eine sehr ehrliche und vertrauensvolle Beziehung miteinander führen. Den Grund, dass ich von meinem Mann noch keine Antwort erhalten habe, sehe ich zum einen darin, dass mein Mann nicht der Typ ist, der stets und ständig über sich selbst nachdenkt. Darüber hinaus ist er in der Kommunikation sehr distanziert. Oft muss ich einzelne kurze Antworten wie ein Puzzle zusammen setzen.
Letztlich macht aber nichts anderes für mich Sinn. So wie ich sexuell bin, ist er asexuell. Nicht ich bin schuld. Nicht er ist schuld. Es ist eine Ausrichtung so wie es viele andere Ausrichtungen auch gibt. Ich möchte ihn weder zu einem sexuellen Leben drängen, noch möchte ich ihn überhaupt unter Druck setzen. Allerdings benötige ich tatsächlich von ihm in absehbarer Zeit eine Erklärung, da ich bereits seit 14 Jahren auf eine Antwort warte und mich nicht mehr lange im Stande sehe, noch länger zu warten. Das macht mir nämlich bisweilen depressive Verstimmungen. Könnt ihr das verstehen? Hat er ggf. Angst, ich könnte mich trennen, wenn er es zugibt? Oder ist ihm das Thema so unwichtig, dass er keine Zugehörigkeit zur Gruppe Asexueller benötigt? Er sagt stets nur zu mir: „Hab doch mal Geduld. Das wird schon noch wieder.“ Diesen Glauben habe ich allerdings völlig aufgegeben. Verdrängung und Hinhaltetaktiken sind nicht mein Ding. Diese bewirken viel eher bei mir Änderungswünsche als offen ausgesprochene Sachverhalte.

Ist es für einen asexuellen Ehemann womöglich unerträglich, in einer offenen Beziehung zu leben? Ich suche derzeit nicht aktiv nach einem Sexpartner, schon gar nicht nach ONS. Ich benötige tatsächlich auch viel Emotionalität, bevor ich Sex möchte. Aber ich frage mich, ob man eine solche Parallelität aufbauen kann, ohne die Ehe aufzugeben. Vielleicht mit jemandem, der die Situation genau anders herum hat (sexueller Mann seit Jahren mit asexueller Frau verheiratet). Vermutlich wird man einen solchen sowieso nicht finden. Und wie ich es jemandem erklären soll, 14 Jahre keinen Sex gehabt zu haben, weiß ich auch nicht.

Gibt es hier andere Mitglieder, die ähnliche Erfahrung gemacht haben wie ich?

Vielen Dank für eure Beiträge
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Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 13708
BeitragVerfasst am: Mo März 19, 2018 15:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

für deine Problematik ist in erster Linie das Beziehungsunterforum gedacht. Ich habe den Vorstellthread dorthin verschoben: https://www.aven-forum.de/viewtopic.php?t=14677

Falls du hier eine allgemeinere Diskussion mit der Zielgruppe 40+ führen willst bleibt dieser Thread erst mal offen. Für konkrete Beziehungsprobleme aber bitte dann wenn möglich das Beziehungsforum nutzen. Solltest du private Kontakte wünschen bitte das Unterforum Private Kontakte dafür verwenden.
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Schwertleite





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 19.03.2018
Beiträge: 12
Wohnort: Deutschland
BeitragVerfasst am: Mo März 19, 2018 16:22    Titel: Danke Antworten mit Zitat

Ja, habe nun selbst gesehen, dass es ein Forum dazu gibt. Danke für’s Umleiten.
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samweis
abgemeldet




Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 01.11.2017
Beiträge: 323
Wohnort: Blabla
BeitragVerfasst am: Di März 20, 2018 5:54    Titel: Antworten mit Zitat

Die wichtigsten Fragen sind:
liebt ihr euch und könnt ihr miteinander reden
(wochenlange Pausen sind kontraproduktiv)?

Alles ergibt sich daraus....

Viel Glück und gute Nerven!
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Schwertleite





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 19.03.2018
Beiträge: 12
Wohnort: Deutschland
BeitragVerfasst am: Di März 20, 2018 9:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, wir lieben uns. Mein Mann ist sehr fürsorglich und gibt sich große Mühe in unserer Beziehung. Man kann mit ihm auch über vieles reden. Allgemein verstehen wir uns gut und können gut zusammen leben. Das ist ja nicht mit vielen Menschen möglich. Allerdings ist es mir noch nie richtig gelungen, über Dinge mit ihm zu sprechen, die seine Gefühle betreffen. Ich habe bisher noch nicht herausgefunden, woran das liegt. Er lehnt das einfach ab. Nicht schroff, sondern ausweichend.
Letztlich habe ich es ja auch 14 Jahre schleifen lassen. Ich kam mir einfach blöd vor, immer wieder zu bohren. Das war im Nachhinein ein riesiger Fehler.

Ich gehöre darüber hinaus auch noch zu der Minderheit, die sich mit dem eigenen Mann keinen Sex mehr wünscht, weil es für ihn keine erfüllende Angelegenheit ist und allein dieses Wissen verdirbt mir die ganze Freude. Die in meinem anderen Post von jemandem offen gelegten Lösungen sehen daher für mich so aus, dass ich mir entweder einen Sexfreund suche (was ich mir schwierig vorstelle, da es mir nicht um reinen Sex sondern um eine körperlich gefühlvolle Beziehung geht) oder zu hoffen, dass sich mein Lustempfinden irgendwann mal von alleine auflöst. Das allerdings ist eine traurige und deprimierende Vorstellung.
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samweis
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Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 01.11.2017
Beiträge: 323
Wohnort: Blabla
BeitragVerfasst am: Di März 20, 2018 13:18    Titel: Antworten mit Zitat

Schwertleite hat folgendes geschrieben:
... dass ich mir entweder einen Sexfreund suche
(was ich mir schwierig vorstelle, da es mir nicht um reinen Sex sondern
um eine körperlich gefühlvolle Beziehung geht) oder zu hoffen, dass sich
mein Lustempfinden irgendwann mal von alleine auflöst. Das allerdings
ist eine traurige und deprimierende Vorstellung.


Das ist wie Tic-Tac-Toe.

Es gibt keine Lösung. Außer jemand von euch macht den einen Fehler.

Verabschiede dich von der Idee, es gebe einen Ausweg, der allen hilft.
Egal, ob du eine Entscheidung triffst oder nicht, ihr zusammen einen wie
auch immer gearteten gangbaren Weg wählt oder ob ihr beschließt,
weiter überhaupt nichts zu unternehmen: mindestens eine/r von euch
wird weiterhin leiden, am wahrscheinlichsten ist, dass ihr alle leidet.

Egal, was ihr tut oder nicht tut.

"Wenn sie die Wahl haben zwischen Pest und Cholera, wählen Sie die
Pest - da sind die Überlebenschancen größer!"
(Harald zur Hausen)
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Di März 20, 2018 13:24    Titel: Antworten mit Zitat

Hm ja, das wird im Falle, dass der Partner asexuell und auch auf der emotionalen Ebene eher neutral oder kühl bzw. nicht erreichbar bleibt, eher schwierig werden, da auf andere Ergebnisse zu hoffen. Vielleicht begreift er Zuneigung auf einer mehr romantischen, durchgeistigten Ader und gewichtet die Zweisamkeit in Sachen Liebe - die körperliche Komponente könnte aus seiner Sicht unsichtbar sein, oder er erfasst die Bedeutung solcher Dinge gar nicht, weil er nicht in sexueller Weise schaut, denkt, wahrnimmt.

Das ausweichende Verhalten, wenn Du nach Gefühlsthemen fragst, könnte schon ein Hinweis auf sowas sein. Vielleicht hat er nie gelernt, sich diesbezüglich überhaupüt mitzuteilen oder so etwas zu artikulieren. Vielleicht weiß er aber auch um den Unterschied in den Wahrmnehmungsebenen, und möchte Dich nicht damit verletzen oder gefährden, dass Du Dich als zurückgewiesen empfinden könntest. Wenn von ihm nur tröpfchenweise was zurück kommt, wo aus Deiner Sicht ein Fluss sein sollte.

Das mit den neben-ehelichen Sexualkontakten soll bei einigen Beziehungen ja auch irgendwie klappen können. Ich weiß zwar nicht, wie man so etwas konzipiert, bespricht und dann realisieren geht, und schätze, es hängt von einer sehr behutsamen Umgangsweise damit ab, und mehr noch davon, wie die persönliche Weltanschauung und das Verständnis der Partnerschaftsebene damit zurecht kommt oder nicht. Man liest verschiedentlich von Paaren, die das Sexbedürfnisproblem so lösen konnten.

Was halt in der Regel nichts bringt ist Jahre langes Warten, bis sich ein Asexueller möglicherweise parasexuell zugänglich entwickeln soll, oder aktives Bearbeiten, bis er irgendwann mitmacht oder das über sich ergehen lässt.
Andererseits glaube ich, so ich mich nicht total irren sollte,gelesen zu haben, dass ihr Kinder habt.
Daher scheint zumindest das Mechanische und Funktionale kein Problem gewesen zu sein. Das ist immer etwas seltsam, zu lesen, dass das bis dahin klappte, und erst hinterher die Zugänglichkeit praktisch ganz einfror.
Allerdings ist jede asexuelle Person ein Individuum und die Art, wie sich Asexualität ausprägt, bei jedem Asexuellen unterschiedlich.
_________________
Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.


Zuletzt bearbeitet von Windsurfhippie am Mi März 21, 2018 0:29, insgesamt einmal bearbeitet
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Schwertleite





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 19.03.2018
Beiträge: 12
Wohnort: Deutschland
BeitragVerfasst am: Di März 20, 2018 15:57    Titel: Antworten mit Zitat

Kinder ja, haben wir. War ziemlich krampfig damals. Das zweite eher mir zuliebe. Aber ich hätte mich ohne Aussicht auf Kinder getrennt. Mein Kinderwunsch und mein Liebesbedürfnis waren ja der Antrieb, einen Mann zu finden, der mir emotionale Stabilität gibt. Und die gibt er mir ja. Ich glaube, er würde mich niemals verlassen. Und ich ihn eben auch nicht.
Er liebt auch die Kinder über alles.
Ja, da hätten jetzt die psychologisch Interessierten ihre wahre Freude dran.
Aber wie zuvor erwähnt, ist jede Person ein Individuum. :wink:
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Schwertleite





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 19.03.2018
Beiträge: 12
Wohnort: Deutschland
BeitragVerfasst am: Di März 20, 2018 16:35    Titel: Antworten mit Zitat

Da das ja hier ein Forum für die ältere Generation und nicht für Beziehungsprobleme ist, würde mich schon einmal interessieren, ob sich euer Wertesystem und eure Sichtweisen zu vielen Themen nicht auch innerhalb von 20-25 Jahren grundlegend geändert haben? Werte, die früher Bestand hatten, relativieren sich. Stattdessen sind einem andere Dinge wichtiger. Auch bildet sich häufig ein größeres Verständnis für Dinge, die sich etwas anders darstellen als bei den meisten anderen. Größere Toleranz. Eine große Bereitschaft, sich fortzubilden. Psychologie spielt ggf. eine Rolle.
Stellt ihr euch heute mehr als früher die Frage nach einem sinnvollen Leben und nach Glück?
Ich zum Beispiel lebe ziemlich bewusst, mache viele schöne Dinge und speichere diese (meist bildlich) in meinem Gedächtnis. Ich erlebe Gespräche, Sport, Theater, Musik und vieles mehr oft sehr intensiv.
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samweis
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Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 01.11.2017
Beiträge: 323
Wohnort: Blabla
BeitragVerfasst am: Di März 20, 2018 18:47    Titel: Antworten mit Zitat

Schwertleite hat folgendes geschrieben:
... Werte, die früher Bestand hatten, relativieren sich. Stattdessen sind einem andere Dinge wichtiger. Auch bildet sich häufig ein größeres Verständnis für Dinge, die sich etwas anders darstellen als bei den meisten anderen. Größere Toleranz. Eine große Bereitschaft, sich fortzubilden. Psychologie spielt ggf. eine Rolle.
Stellt ihr euch heute mehr als früher die Frage nach einem sinnvollen Leben und nach Glück? ...
Kann sein, dass ich mich täusche, vielleicht wiederhole ich mich auch ein wenig, aber: möglicherweise ist das dieses Altersding, dass 50er/innen 'mit der Reife immer jünger' werden sollen! Ich finde und empfinde es im Wesentlichen genau wie du, dass die gesamte Wahrnehmung sich ändert und intensiver, rauschhafter, mysteriöser wird... coole Zeit, die dieses Alter mit sich bringt, von ein paar Nickligkeiten abgesehen. Aber 's is' eh nix umsonst in dieser Welt, ne?
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Mi März 21, 2018 1:09    Titel: Antworten mit Zitat

Schwertleite hat folgendes geschrieben:
Da das ja hier ein Forum für die ältere Generation und nicht für Beziehungsprobleme ist, würde mich schon einmal interessieren, ob sich euer Wertesystem und eure Sichtweisen zu vielen Themen nicht auch innerhalb von 20-25 Jahren grundlegend geändert haben? Werte, die früher Bestand hatten, relativieren sich. Stattdessen sind einem andere Dinge wichtiger.


Definitiv, man ist viel gelassener geworden. Ich renne nicht mehr dem Versuch hinterher, mich zuliebe anderer aufzureißen, weil es sowieso zu nichts führt, und man es niemandem rechtmachen könnte. Es wird keine Anerkennung (als richtiger Mensch, als 'gestattet' oder valide ) bringen, auch wenn man sich noch so verbiegt und reduziert bzw. Sitz, Platz, Männchen machen lernt.

Ich denke, ich habe den Toleranzrahmen erweitert und den Verständnisraum für auch entgegengesetzte Lebensentwürfe verbreitert.
Bin mehr zum Einzelgänger geworden und versuche, anderen nicht im Wege zu sein. Bin stiller geworden. Früher wollte ich so ungefähr die Welt verbessern und Menschen alternative oder progressiv-konstruktive Ideen vermitteln, innovative Konzepte behalte ich zusehends für mich selbst - Erkenntnischschluss = nützt niemandem. Menschen würden etwa ein perpetuelles Energiegewinnungssystem zum Negativen benutzen.

Werte, ja, früher war ich alten Tugenden verhaftet, Ritterlichkeit, Treue, unbedingte Aufrichtigkeit, Gewissenhaftigkeit, Fleiß und Kadavergehorsam. Das hat sich wohl am Frühesten aufgelöst. Ich wollte mich selbst zu etwas schmieden, das vor anderen als korrekt bestehen könnte. Das ist mir heute ziemlich egal geworden. Einige dieser Dinge verfolgte ich weiter, andere verschwanden nahezu ganz.

Aus der Erwartungshaltung, egal ob man will oder nicht, eine Familie zu begründen, Häuschen zu bauen, zu arbeiten bis man mit 65 in Rente geht, und am immer selben Ort zu leben, bin ich eh immer schon völlig heraus gefallen.
Heute weiß ich, dass diese Vorgabe gesellschaftlich "herbeigedrückt" wird. Die Erkenntnis, dem Schema gar nicht folgen zu brauchen, und ein "Allein ist der Mann" auch leben zu können, war das Befreiendste.


Schwertleite hat folgendes geschrieben:
Auch bildet sich häufig ein größeres Verständnis für Dinge, die sich etwas anders darstellen als bei den meisten anderen. Größere Toleranz. Eine große Bereitschaft, sich fortzubilden. Psychologie spielt ggf. eine Rolle.


Logischerweise mit dem Dazulernen. Es verbreitert sich idealer Weise der Horizont. Smile Fortbildungsdrang war dann immer schon vorhanden, mein Hobby, Wissen sammeln und mit Wissen jonglieren, um ggf. weiter reichendes Wissen ran zu bekommen.
Einblicke in die Geisteswelt anderer Menschen, wie sie hier im Forum möglich werden - ich nenne das 'Wandern dürfen, im Garten der/des anderen' - vergrößern dieses Verständnis ungemein.


Schwertleite hat folgendes geschrieben:
Stellt ihr euch heute mehr als früher die Frage nach einem sinnvollen Leben und nach Glück?
Ich zum Beispiel lebe ziemlich bewusst, mache viele schöne Dinge und speichere diese (meist bildlich) in meinem Gedächtnis. Ich erlebe Gespräche, Sport, Theater, Musik und vieles mehr oft sehr intensiv.


An Glück oder Sinn des Lebens habe ich nie wirklich geglaubt. Das Glücksgefühl ist von kleinen Momenten abhängig, von sehr flüchtigen Regungen, oder auch davon, was die und der Einzelne darunter verstehen möchten. Einen Sinn fürs Leben sucht sich mancher, für andere ist es bereits der Sinn, das Leben bewusst zu leben.
Aber bewusst leben, das Leben entschleunigen und den Augenblick beherzigen, diesen "kleinen" schönen Dingen und Momenten mit einer gewissen Achtung zu begegnen, - das Glitzern der Schneekristalle beim Mondwandern unlängst, das Murmeln und Plaudern des Bächleins und die leisen Stimmen der Wintergoldhähnchen in den Wipfeln, untermalt vom Säuseln des streichenden Windes -- bewusstes Wahrnehmen, den Atem des Lebens wertzuschätzen, so etwas spielt auch bei mir eine tragende Rolle. Das sind immer einfachere, von Wenigen beachtete Dinge oder Zeitspannen geworden.
Ein Hobby aus Kindertagen - das Zusehen, wie Zeit vergeht - wird wieder bestimmender dabei, eine Form 'wache Meditation', wenn man so will, oder auch, wie in der Geschichte um Merlin, einen Sekundenbruchteil zur Ewigkeit zu dehnen.

Klingt bestimmt bekloppt oder esoterisch, sollte es aber nicht. Die Lebenszeit ist endlich. Man kann sie für sich nutzen, oder achtlos verstreichen lassen. Wenn das eines Tages sang und klanglos verfließt, hat man vorher was davon gehabt.

Ich lebe immer mehr für mich selbst.
_________________
Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
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Schwertleite





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 19.03.2018
Beiträge: 12
Wohnort: Deutschland
BeitragVerfasst am: Do März 22, 2018 10:22    Titel: Antworten mit Zitat

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:

Klingt bestimmt bekloppt oder esoterisch, sollte es aber nicht.


Absolut nicht. Deine Zeilen waren sehr lesenswert. In unserer hektischen und ziemlich digitalisierten Welt werden Momente, wie du sie beschreibst (Spaziergang und Wahrnehmungen) nicht mehr so oft von Menschen kommuniziert. Allgegenwärtig ist der Mangel an Zeit. Vor 2 Jahren war ich selbst noch stolz auf mein super Zeitmanagement und meine Ideen, Dinge noch effizienter zu erledigen. Bis ich merkte, dass mich das schlaucht.

Seit dem ist auch bei mir Entschleunigung angesagt. Zum Beispiel bringe ich mich nicht mehr um, um zu Hause alles in perfekter Ordnung zu halten, da es später einmal nicht mehr wichtig sein wird, ob an einem bestimmten Tag x nichts herum gelegen hat (nicht zu verwechseln natürlich mit versiffen Smile ).

Stattdessen sehe ich es mittlerweile als sehr wichtig an, Momente zu genießen und mehr im Jetzt zu leben. Ich bin zwar immer noch ein ziemlich aktiver Mensch (Sport und Hobbys), aber ich habe es gelernt, mich jeden Tag an kleinen Dingen zu erfreuen.

Das Lesen / Beschäftigen über / mit Themen der Psychologie, der Kommunikation oder NLP öffnen mein Weltbild stark und haben zusammen mit Lebenserfahrung zu einer hohen Akzeptanz und Toleranz geführt.

Dass du mit dir so im Reinen bist, ist großartig. Eigentlich sollte früher oder später jeder dahin kommen, er selbst zu sein und nicht sich so zu basteln, wie man glaubt, wie die Gesellschaft einen haben will oder die Familie oder der Partner. Ich glaube, man erhält einfach zu wenig konkrete Anregungen, wie man dahin kommt. Oft soll man eben einfach nur funktionieren, besonders in der Schule und im Job.
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samweis
abgemeldet




Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 01.11.2017
Beiträge: 323
Wohnort: Blabla
BeitragVerfasst am: Do März 22, 2018 13:29    Titel: Antworten mit Zitat

Ein Fest, dies so zu lesen.

Mein Zeitmanagement, wenn es denn so zu bezeichnen sei, führt mich in
immer neue und schöne Situationen, ohne Hast, da ich mir maximal ein -
in Ausnahmefällen zwei - Termine pro Tag vornehme und auch immer
genug Zeit einplane evtl zu früh zum Treffpunkt zu kommen oder den
Termin/Treff/whatsoever openend gestalten zu können, nicht darauf
angewiesen zu sein, nach einem Meeting ganz schnell woanders ankommen
zu müssen!

Solche "Überschneidungen" ereignen sich dementsprechend höchstens an
ein oder zwei Tagen im Jahr - an regelrecht 'neuralgischen' Tagen wie
Weihnachten oder Ostern manchmal unvermeidlich - so dass Stress nicht
aufkommt. Meine Art mein Leben zu entschleunigen und trotzdem sovielen
Freund/innen und Familienangehörig/innen die Aufwartung zu machen...
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Hunter73




Alter: 46
Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 06.12.2018
Beiträge: 1
BeitragVerfasst am: Fr Dez 07, 2018 0:54    Titel: Antworten mit Zitat

#1
Doch die gibt es!
Warum auch nicht?
sexuel mit asexuel+ Kinder und verheiratet
ich fühl mich aber ziemlich ausgebrannt und weis nich wie lange ich das noch ertrage
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