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Wo beginnt die Liebe und wo endet die Freundschaft?
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Meer-Marie





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 09.03.2017
Beiträge: 7
BeitragVerfasst am: So März 19, 2017 22:07    Titel: Wo beginnt die Liebe und wo endet die Freundschaft? Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

ich habe mich erst vor kurzem hier angemeldet und mich auch nur recht knapp vorgestellt, weil ich mich erst mal ein bisschen sortieren musste. Das Thema Asexualität ist für mich recht neu, aber je mehr ich darüber erfahre, desto eher habe ich das Gefühl, dass das auf mich zutrifft. Da ich aber noch so grün hinter den Ohren bin bei dem Thema würde ich gerne meine Gedanken mit euch teilen und vielleicht mag der ein oder andere ja seine Gedanken dazu aufschreiben?

Ich habe vor ca. 3 Monaten eine Frau kennengelernt, die mir auf Anhieb sehr sympathisch war, seither sind wir täglich im Kontakt und verstehen uns wirklich gut. „Offiziell“ entwickelt sich also gerade eine gute Freundschaft. Allerdings frage ich mich seit einiger Zeit, ob das wirklich rein freundschaftlich von meiner Seite aus ist. Eigentlich vergeht kaum eine Stunde, in der ich nicht an sie denke, wir schreiben über den ganzen Tag verteilt und sehen uns fast jede Woche. Viel mehr ist zeitlich nicht möglich, weil wir beide selbstständig im reinsten Wortsinne sind Laughing . Trotzdem fehlen so „klassische“ Zeichen von Verliebtheit bei mir, ich fühle mich „einfach nur“ unglaublich wohl in ihrer Nähe und möchte gerne viel Zeit mit ihr verbringen. Dass das keine Perspektive (außerhalb der freundschaftlichen) hat, ist mir völlig klar, weiß ich doch, dass sie definitiv hetero und sexuell ist. Aber auch ihr scheint der enge Kontakt ja etwas zu geben, sonst würde sie ihn ja nicht so erwidern.

Seit ich mich da gedanklich fröhlich im Kreis drehe, fange ich an eine Art Muster zu entdecken: Ich fühle mich einigen Menschen, zumeist Frauen, sehr nah und mich sehr wohl in ihrer Gegenwart, wünsche mir auch gerne Körperkontakt wie kuscheln o.ä., so weit man das noch als freundschaftlich durchgehen lassen kann (also ohne küssen, intime Berührungen etc). Von Verliebtheit keine Spur, aber doch das Bedürfnis viel Zeit miteinander verbringen zu wollen. Bei zweien kam das Thema mal auf Liebe (eher im hobbyphilosophischen Rahmen) und wir haben überlegt, dass Liebe eigentlich viel mehr ist als Sex und Co und irgendwie scheint es mir ganz normal, dass ich meine Freunde von ganzem Herzen liebe – in dem Sinne, dass ich sie bedingungslos annehme, so, wie sie sind und ihnen mein Herz öffne.
In einer ehemaligen Beziehung war das auch immer wieder Thema und schlussendlich ist sie daran auch gescheitert: Ich hatte einfach kein Bedürfnis nach Küssen und Sex, habe es immer wieder mitgemacht, aber eigentlich nur, um die Beziehung nicht zu gefährden… Irgendwann kam mal der Vorwurf „Du wünscht dir doch eigentlich nur nen lebenden Teddybären zum kuscheln und liebhaben, aber mehr nicht!“ und ja, eigentlich trifft’s das ganz gut Wink

Was sind eure Erfahrungen? Verliebtheit ja oder eigentlich eher ein Freundschaftsgefühl? Wie geht ihr dann damit um, wenn offensichtlich ist, dass der andere keine Beziehung in Betracht zieht? Denn „nah“ ist für den anderen ja oft „zu nah“ und ich habe ständig Leute, die dann auch panikartig die Flucht ergreifen bei „zu nah“.

Danke für’s Lesen und viele Grüße, Marie.
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Oskar84




Alter: 37
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 06.01.2017
Beiträge: 37
Wohnort: München
BeitragVerfasst am: Mo März 20, 2017 8:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Meer-Marie,

das liest sich für mich ganz normal. Liebe und Verbundenheit, wie man es bei guten Freunden, Geschwistern, Kindern und Eltern empfinden kann. In unterschiedlichen Spektra und Ausprägungen.
Zu deiner Thema Frage meine Antwort: "Wo Liebe beginnt, sollte Freundschaft niemals enden."
Is nur meine Auffasung und Verständnis dazu, soll aber ruhig jeder so handhaben und verstehen, wie sie/er sich damit am wohlsten fühlt. Smile

Viele Grüße
Oskar


Zuletzt bearbeitet von Oskar84 am Mo März 20, 2017 14:16, insgesamt einmal bearbeitet
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Mo März 20, 2017 12:31    Titel: Re: Wo beginnt die Liebe und wo endet die Freundschaft? Antworten mit Zitat

Habe schon in Deiner Vorstellung gelesen, dass Du wohl ein interessantes Leben führst, wie Du es Dir mit den Tieren so eingerichtet hast. Finde ich schön, wenn das Leben das ermöglicht.

Meer-Marie hat folgendes geschrieben:
Wie geht ihr dann damit um, wenn offensichtlich ist, dass der andere keine Beziehung in Betracht zieht?


Wenn das mich betrifft, wäre es das Ideal. Ich bin da zwar weit entfernt davon, je den Gedanken zu streifen, und würde mich wahrscheinlich eher wundern, weshalb er mit anderen keine Beziehung führt oder beginnt. Zu heutigen Bekannten sind das am nächsten kollegiale Gefühle, so, wie man einen Interessen-Bekannten hat, mit dem man zum angeln oder mit zur Jagd oder zum Sport geht. Gewöhnlich lerne ich innerhalb kürzerer Zeit, also 5-10 Jahre, auch deren Beziehungspartner oder die gesamte Familie kennen, oder kriege zumindest mit, welchen Typ Frau die mögen, oder bei Frauen, welchen Typ Mann die sich so vorstellen.
Eigentlich gehe ich von der Basis aus, dass Leute ihr Beziehungsfeld bereits aufgebaut haben.

Ein junges Paar und deren feinsinnigen, rücksichtsvollen und irgendwie fast poetischen Umgang mit einander zu bewundern, war bisher das Einzige, was ich mal mit "Liebe" in Zusammenhang setzte. Das war aber eher so eine Art Bewunderung dafür, wie die das konnten. So ähnlich, wie wenn man die Kunst von Jemand überragend findet, oder vielleicht ein Talent für Tanz oder handwerkliche Begabung.


Meer-Marie hat folgendes geschrieben:
Denn „nah“ ist für den anderen ja oft „zu nah“ und ich habe ständig Leute, die dann auch panikartig die Flucht ergreifen bei „zu nah“.


Das beschreibt mich ganz gut. Was über Kollegialität hinweg geht, ist mir "zu nah", und dann verkrümel ich mich, schon wenn es irgendwie zu erkennen ist, jemand hätte an mir zu viel als plausibel erklärbares Interesse, ist ausnahmsweise mal kein Psychiater und auch kein Klienten bedürftiger (Küchenhobby)Therapeut. Laughing
Manchmal beziehen mich meine Surfer-Leute in Grill-Parties und Familiengespräche oder Lagerfeuer-Stockbrot-Anekdotenerzähl-Gitarrenspiel-Happenings mit ein, wo ich dann schon denke, das ist eigentlich hart am Limit zu "nah". Sobald es mir um zu viele ihrer privaten, internen Dinge geht, gehe ich weg oder eine Runde auf Spaziergang.

Die Form von "Nähe", wie sie über Internetforen und Briefbekanntschaften entsteht, ist mir ganz angenehm. In Sachen Berührungen habe ich mir antrainiert, zum Gruß die Hand zu reichen. Alles Weitere ist mir schon von der Vorstellung zu viel.
_________________
Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
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Jian




Alter: 41
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 18.03.2017
Beiträge: 4
Wohnort: Kreis Mettmann
BeitragVerfasst am: Mo März 20, 2017 18:50    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr interessante Überschrift und ich danke Dir dafür.

Meine Überzeugung ist, der eigene Geist. Liebe und Freundschaft kann man nicht sehen.

Ich habe es eben in einer PN einem Member hier geschrieben. Wenn sich der Geist nach dem anderen verzehrt, dann ist es Liebe und keine Freundschaft mehr. Das sich nach jemandem Verzehren hat viele Gesichter, meiner Meinung nach.

Einen guten Freund kann ich nie so stark vermissen, wie meinen (nichtvorhandenen) Partner oder meine Tiere, denn sie sind ein Teil von mir, eng verbunden. Es gibt Punkte im Geist, da kann einen nicht jeder Berühren Wink


Viele Grüße
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Meer-Marie





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 09.03.2017
Beiträge: 7
BeitragVerfasst am: Di März 21, 2017 21:16    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank für eure Gedanken und Anregungen Smile
Dass Freundschaft nicht endet, wo Liebe beginnt (jetzt frei formuliert), finde ich einen schönen Gedanken, den ich so sicher auch unterschreiben würde!
"Trotzdem" bin ich irgendwie auf der Suche nach dem mehr an Freundschaft, ich habe mein Umfeld, meine Leute, die ich sehr mag und auf meine Weise auch liebe. Aber ich bin auch der Mensch, der sich sehr nach Nähe sehnt (wenn ich auch sehr gut allein sein kann und das hin und wieder dringend brauche), für mich wäre zB ein gemütlicher Abend mit einigen, bestimmten Menschen (wie zB der oben beschriebenen Frau) deutlich schöner, wenn wir miteinander kuscheln würden, während wir quatschen. Der Erfahrung nach wirkt das aber oft verwirrend auf andere Personen und wird ihnen zu nah, deshalb lasse ich das und wage im Moment auch keinen Vorstoß mehr - lieber das haben, was ich habe, als das zu zerstören, weil ich mehr wollte. Auch wenn das ein Stück weit "feige" ist, gebe ich zu Wink
Ich bin einfach nicht so sehr für die Oberfläche gemacht, gucke oft zwar in Gesichter, merke mir aber, wie ich mich fühle und erkenne daran Menschen wieder (klingt verrückt, aber ich kann das eher am Gefühl als an einer klassischen Beschreibung festmachen), philosophiere gern vor mich hin und gucke auch gern tief.
Und zu allem "Überfluss" wünsche ich mir schon eine Beziehung, die eben das mit sich bringt, ohne auf eine sexuelle Basis zu bestehen. Ja, vielleicht ist es das Berührt werden, wo andere Menschen nicht hinkommen...

Ich werde nochmal drüber nachdenken Wink

PS: Ja, es ist toll, wenn das Leben einem so einen Traum ermöglicht, wie mit meinen Tieren zu leben - aber auch mein Leben brauchte einen sehr kräftigen Schubs, damit es das tat, also nur Mut Smile
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Inachis




Alter: 24
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.02.2015
Beiträge: 12
Wohnort: Südniedersachsen
BeitragVerfasst am: Do März 30, 2017 13:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Marie,
meine Beziehung mit meiner Freundin hat genau so angefangen. Tägliche Telefonate, unzählige Sms und so weiter. Wir hatten ein Bedürfnis nach Nähe und haben dann angefangen zu kuscheln und Händchen zu halten und dabei bliebs.
Ich hab lange versucht mir vorzumachen, dass wir "nur" eng befreundet, seelenverwandt und so weiter sind.
Sie war bis dato der Meinung gewesen, hetero zu sein, und sie träumt bis heute von Mann und Kindern, aber die wenigsten Menschen sind ganz hetero und die Welt der Zuneigung und Liebe ist viel bunter als die menschengemachten Schubladen dafür. Vergiss die "klassischen Zeichen von Verliebtheit". Jeder Mensch ist anders, jede Liebe ist anders.

Du schreibst, sie sei definitiv heterosexuell - hat sie das gesagt? Und weißt du, ob sie nicht vielleicht daran zweifelt?
Mein Vorschlag ist, dass ihr euch auf das einigt, was ihr in eurer Freundschaft machen wollt oder vllt auch nicht machen wollt, ohne euch auf eine Bezeichnung dafür festzulegen. Wo fängt denn die romantische Beziehung an, hört die Freundschaft auf? Letztendlich spielt der Begriff ja keine Rolle. Ihr definiert eure Beziehung selbst.

Fakt ist, du wünschst dir mehr Nähe - zeig es ihr, sag es ihr, und sprich mit ihr darüber.

Ich hoffe, das war nicht zu direkt.
Liebe Grüße, Inachis
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MissNiemand





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 16.04.2017
Beiträge: 2
Wohnort: München
BeitragVerfasst am: Fr Apr 28, 2017 14:14    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich denke, die Antwort liegt schon in der Frage.
Das heißt, bei einer "normalen" Freundschaft würde diese Fragestellung überhaupt nicht erst auftreten.
Ich bin da auch erst vor kurzem zu dieser Erkenntnis gekommen.
Sehnsucht, wie von Jian beschrieben, wäre für mich schon der 2. Schritt, nach dem Erkennen (können), denn die Regungen sind fein und nicht immer leicht wahrzunehmen.
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SchuffiPupsi




Alter: 30
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 23.04.2012
Beiträge: 1581
Wohnort: In der Mitte von M-V
BeitragVerfasst am: Fr Apr 28, 2017 15:31    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wo beginnt die Liebe und wo endet die Freundschaft?

Auf alle Fälle sollte die Freundschaft nicht enden, wenn eine Liebe entsteht.
Ich glaube kaum, dass eine Beziehung keinen Bestand hat, wenn der Partner nicht auch Freund ist.

Zumindest könnte ich mir derlei Beziehung nicht vorstellen.
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Fichte
Admin auf Aven-Partner.de




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 27.06.2012
Beiträge: 505
BeitragVerfasst am: Sa Apr 29, 2017 9:49    Titel: Antworten mit Zitat

Vor Jahren hatte ich im Internet mal einen Satz gelesen, der mir sehr gut gefiel:
"Wahre Freundschaft ist eine Liebe, die nie endet."
Das ist auch meine Meinung, und ich bezeichne Menschen erst dann als Freund, sobald ich Liebe empfinde. Alles vorher ist für mich nur Bekanntschaft. Aber mir ist natürlich bewusst, dass andere Menschen andere Definitionen von Freundschaft haben können. Liebe ist ja auch ein Begriff, unter dem fast jeder etwas anderes versteht.
Von Verliebtheit hab ich keine Ahnung, aber dieses "sich in der Nähe eines Menschen wohlfühlen" kenne ich und ist für mich vermutlich der Hauptbestandteil von Liebe. (Kommt aber zumindest bei mir leider nicht oft vor, dass ich einem Menschen begegne, in dessen Gegenwart ich mich wohlfühle.)

Warum Kuscheln zwischen Erwachsenen einer romantischen Beziehung vorbehalten sein soll, verstehe ich nicht. Ich weiß zwar, dass es genügend Menschen gibt, die das denken und leben, aber ich kann es nicht nachvollziehen. Mit Haustieren kann man schließlich auch kuscheln, ohne in einer romantischen Beziehung mit diesen Tieren zu sein. Warum also nicht auch zwischen erwachsenen Menschen? Wenn ich Freunde hätte, mit denen ich kuscheln wollen würde, so würde ich zumindest versuchen, ihnen meine Denkweise zu erklären, um herauszufinden, ob sie mich nicht wie ein "Haustier" sehen können und Lust auf derartiges Kuscheln haben. Mr. Green (Wobei ich selbst aber fast gar nicht verkuschelt bin.)
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: So Apr 30, 2017 20:58    Titel: Antworten mit Zitat

Fichte hat folgendes geschrieben:


Warum Kuscheln zwischen Erwachsenen einer romantischen Beziehung vorbehalten sein soll, verstehe ich nicht. Ich weiß zwar, dass es genügend Menschen gibt, die das denken und leben, aber ich kann es nicht nachvollziehen. Mit Haustieren kann man schließlich auch kuscheln, ohne in einer romantischen Beziehung mit diesen Tieren zu sein. Warum also nicht auch zwischen erwachsenen Menschen? Wenn ich Freunde hätte, mit denen ich kuscheln wollen würde, so würde ich zumindest versuchen, ihnen meine Denkweise zu erklären, um herauszufinden, ob sie mich nicht wie ein "Haustier" sehen können und Lust auf derartiges Kuscheln haben. Mr. Green (Wobei ich selbst aber fast gar nicht verkuschelt bin.)


Ich denke, das hat vorwiegend mit Respekt und soziokulturellen Regeln und Eigenheiten zu tun, bzw. mit einer Grenze, die während des Erwachsenwerdens entsteht. Viele Eltern kuscheln ihre Kinder, und wenn sie kleiner sind, auch die Freundinnen oder Freunde ihrer Kinder bis zu einer gewissen Grenze. Mit dem Grad der Verwandtschaft nach außen scheint das abzunehmen, oder auch wenn die Kinder älter werden, und je nach dem, wie sie selbst oder die Eltern, älteren Geschwister drauf reagieren. Heute sieht man es eher bei Eltern und sehr jungen Kindern mal.
Unter Erwachsenen erscheint es eher merkwürdig, wenn die eben nicht romantisch oder in Richtung Partnerpärchen zusammen sind.
Der Unterschied zum Kraulen von Tieren ist nochmal eine gänzlich andere Ebene, das passiert ja auch nur bei ausgewählten Mensch-zu-Tier-Beziehungen. Ich habe etwa noch nie gesehen, dass Bauern mit ihren Schweinen im Stall kuscheln, oder Jemand mit seinem Pfau oder vielleicht mit der Vogelspinne.

Kann ja sein, sowas gibt es in Köln oder so. Rolling Eyes

Habe aber schon Leute erlebt, die mit Bäumen kuscheln, und bei den Objektophilen geht das auch mit dem Lieblings-Boot oder mit einem anderen Gegenstand.
Ich weiß nicht genau, was bei den so genannten Kuschelparties die Motivation ist. Das gibt es anscheinend auch für einander wildfremde Leute. Und wahrscheinlich nicht nur in Köln. Habe ich auch schon mal über Kiel gelesen.
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Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
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Meer-Marie





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 09.03.2017
Beiträge: 7
BeitragVerfasst am: Mo Mai 01, 2017 11:09    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen lieben Dank für euere Anregungen, ich war ja ewig nicht mehr hier, stelle ich gerade überrascht fest Shocked

Prinzipiell glaube ich schon auch, dass die Liebe die Freundschaft nicht ersetzen sollte und bin sogar der Meinung, dass ich all meine Freunde in gewisser Hinsicht liebe. Dann ist es nur so schwer, das in Worte zu fassen, was den Unterschied ausmacht... Für die Frau empfinde ich schon deutlich mehr und wünsche mir mehr Nähe, Zeit, Aufmerksamkeit usw als in "normalen" Freundschaften.

Ansprechen werde ich es nicht, da bin ich mir ziemlich sicher, dass das unsere jetzige Basis zerstören oder zumindest ordentlich zerrütten würde und das ist es mir nicht wert. Zwischen den Zeilen habe ich schon abgefragt, ob sie klar nur an Männern interessiert ist (ist sie) und in ihren Ideen einer Beziehung haben auch die sexuellen Handlungen einen großen Stellenwert... Ich habe in diesem Fall beschlossen zu gucken, wie weit ich das kann, dass wir eine "normale" Freundschaft führen und sollte es gar nicht machbar sein für mich, dann werde ich mich wohl schweren Herzens zurückziehen müssen - aber das waren wir mal ab Wink

Dass das Kuscheln quasi fast immer als Vorstufe zum Sex gesehen wird, finde ich auch extrem schade, denn ich habe gerne kuscheligen Kontakt, aber definitiv nicht mehr! Das scheint sehr schwer zu sein, sowohl, um es zu kommunizieren (da müsste ich vielleicht noch dazu lernen) als auch in der Umsetzung, weil die Freunde, mit denen ich das probiert habe, keinen "Sinn" darin sehen und entsprechend kein Bedürfnis haben oder eben einen Partner.

Liebe Grüße, Marie
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Fichte
Admin auf Aven-Partner.de




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 27.06.2012
Beiträge: 505
BeitragVerfasst am: Mo Mai 01, 2017 17:06    Titel: Antworten mit Zitat

Meer-Marie hat folgendes geschrieben:
denn ich habe gerne kuscheligen Kontakt, aber definitiv nicht mehr! Das scheint sehr schwer zu sein, sowohl, um es zu kommunizieren (da müsste ich vielleicht noch dazu lernen) als auch in der Umsetzung
Das ist wirklich schwer. Ich beschäftige mich zwar schon seit Jahren immer wieder mal mit der Thematik, aber hab z. B. noch immer keine Ahnung, was der Unterschied zwischen "platonisch" und "romantisch" sein soll.
Ein paar Links, die vielleicht lesenswert für dich sein könnten:
- Deutsche Fachbegriffe in Bezug auf die Asexualität: https://aven-forum.de/viewtopic.php?t=12207
- Verschiedene Arten von Anziehung: https://aven-forum.de/viewtopic.php?t=12302
- Kuscheln, sinnliches Begehren, und die Angst vor Ablehnung - Sex vs. Freundschaft: http://mehrplatzfuerdieliebe.blogspot.de/2015/01/kuscheln-sinnliches-begehren-und-die.html
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Kitsune
gesperrt wegen Mehrfachaccount
<b>gesperrt wegen Mehrfachaccount</b>




Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.04.2017
Beiträge: 116
BeitragVerfasst am: Mo Mai 01, 2017 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

Für mich persönlich ist die Grenze zwischen Freundschaft und Liebe im Sinne von einer romantischen Beziehung klar.

Eine romantische Beziehung ist für mich auf keinen Fall die "natürliche" Fortsetzung eines freundschaftlichen Kontaktes. Wer mir so kommt, kann gleich gehen. Der Unsinn kommt nur von verknallten Menschen, die die Grenzen des Kontakts einseitig zu ihren Gunsten verschieben wollen.

Kuscheln kann man auch mit Menschen, ohne in einer Partnerschaft mit denen oder verliebt in die zu sein. Aber die Art eines solchen "Kuschel-Kontaktes" würde ich nicht als platonische Freundschaft bezeichnen. Mit rein platonischen Freunden kuschele ich sicher nicht, egal welches Geschlecht die haben. Ein romantischer Kontakt muss so ein Kuschelkontakt deshalb auch nicht automatisch sein. ... Ich würde das am ehesten als Freundschaft+ bezeichnen. Wofür das "+" steht, müssen die Beteiligten selbst wissen. Allgemein steht das ja eher für sexuelle Handlungen miteinander - deshalb sollte man da aufpassen, wenn man keine Lust auf Missverständnisse hat.

Platonisch würde ich dagegen mit "unkörperlicher und unromantischer Kontakt" übersetzen.

Meer-Marie hat folgendes geschrieben:
Wie geht ihr dann damit um, wenn offensichtlich ist, dass der andere keine Beziehung in Betracht zieht? Denn „nah“ ist für den anderen ja oft „zu nah“ und ich habe ständig Leute, die dann auch panikartig die Flucht ergreifen bei „zu nah“.

Ich kenne das nur aus der anderen Perspektive. Ein Freund, der eine Partnerschaft mit mir möchte, ist kein Freund für mich. Die "Zielsetzung" für den weiteren Kontakt passt in so einem Fall überhaupt nicht zusammen. Das hat mit panischer Flucht definitiv nichts zu tun.
"Zu nah" assoziiere ich mit Klammeräffchen. Die sollen sich ebenfalls an jemand anderen klammern.
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Meer-Marie





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 09.03.2017
Beiträge: 7
BeitragVerfasst am: Mo Mai 08, 2017 11:58    Titel: Antworten mit Zitat

Danke dir Fichte, ich werd mal nachlesen, sobald es wieder etwas ruhiger ist hier Wink

@Kitsune:
In einigen Punkten hab ich da eine ähnliche Idee zu, nur dass ich die "normalen" Freunde eher als Bekannte und die, die du als "Freundschaft+" beschreibst als Freunde bezeichne - was ja prinzipiell erstmal egal ist Wink
Ich glaube, du hast mein "zu nah" anders aufgefasst, als es von mir gemeint war... Damit war ganz sicher kein "Auf die Pelle rücken" gemeint, sondern ging es mir in dem Fall und auf diese Frau bezogen um Nachfragen, wenn ich merke, dass es ihr gerade nicht gut geht oä. Mit Klammeraffen hat das, was ich meine, mache und bechreibe(n wollte) nichts zu tun, eher im Gegenteil: Ich respektiere sie selbstverständlich mit all ihren Grenzen, das versuche ich mit all meinen Bekannten, Freunden und ggf Partnern zu machen, denn das ist für mich einfach eine Frage des Respekts. Bei uns ist es eher so, dass SIE viel mehr Kontakt zu mir aufnimmt als ich zu ihr, dass SIE diejenige ist, die eine Umarmung anbietet (und ich sie nicht annehme).
Dennoch habe ich eine Idee, was du meinst bzw erlebt hast, und da muss ich dir völlig recht geben, das ist wirklich eine unangenehme Erfahrung...
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Di Mai 09, 2017 11:13    Titel: Antworten mit Zitat

Fichte hat folgendes geschrieben:
Ich beschäftige mich zwar schon seit Jahren immer wieder mal mit der Thematik, aber hab z. B. noch immer keine Ahnung, was der Unterschied zwischen "platonisch" und "romantisch" sein soll.l


Mit "platonisch" wird gemeinhin eine kollegiale Freundschaft beschrieben, also Interessen teilen, sich gegenseitig in Unterhaltung oder Diskurs bereichern, eventuell zusammen arbeiten, kreativ sein, wissenschaftlich unterwegs, Sport treiben und ähnliches. Sämtliche Dinge in Richtung Liebe, Partner, Romantisches, sexuelle Anziehung usw. fallen da in der Regel weg.
Bei "platonischen" Freunden fällt auch Kuscheln weg, weil das ja dann doch eine Grenze überschreitet, die in Richtung Intimität geht. Ob man jetzt grade Ski-Overalls trägt oder T-Shirts ändert das auch nicht.
Die Vorstellung, mit den SportkumpelInnen kuscheln zu sollen, würde auch in keinem vernünftigen Kontext irgend einen Sinn ergeben. Zumal man von deren PartnerIn vermutlich ordentlich eine auf die Mampfe kriegen würde, würde man das sinnfreierweise versuchen. Rolling Eyes
Das ist da eher ein sich mögen oder gern haben. Dass Leute das auch mit Liebe übersetzen, kenne ich wohl. Macht die Differenzierung umso schwieriger.
Lieben kann ich niemand, ich umschreibe das dann eher mit Respekt oder auch Bewunderung, ehestenfalls Gesinnungskollegen, Compadres, Kameraden,Kumpane usw. Der Respekt vor den Partnerbeziehungen anderer und der Codex des gesitteten Umgangs gestatten da auch kein emotionales Grenzüberschreiten.
Für den Bereich der sexuellen Anziehung kann ich nichts aussagen, auch romantisch interessierte Dritte übertreten diese Respektsgrenzen häufig, das ist mir schon aufgefallen. Das führt dann häufig auch dazu, dass Beziehungen zerbrechen und sich ehemalige beste FreundInnen spinnefeind werden können.
Wenn man diese Dinge von vorn herein getrennt voneinander behandelt, Bekannte da, Freunde da und falls so interessiert, Partner auf dem anderen Bereich, müsste man Probleme darin an sich minimieren können.

Romantisch bezieht sich dann gerade auf diese Dinge, die bei "platonisch" wegfallen, mit der Betonung auf die partnerschaftlich ausgerichtete Liebe. Crush, Verlieben, häufig Limerence, Turteln, was in Liebe übergeht, alles sowas.

A-romantisch, dann fällt das flach, die 'Kunst' des sich-Verliebens ist nicht vorhanden, es passiert einfach nicht. Man kann sich noch so viele Leute angucken, die vielleicht ästhetisch interessant aussehen, da tut sich nix.

Manchmal liest man "Bromance", was so eine Art Vermischung aus brüderlicher 'Liebe' und partnerschaftlichen Interessen sein soll. Vielleicht gibt es auch 'Sismance', aber das habe ich noch nicht gelesen, bisher.

Freundschaft + ist etwas, das ich nicht ganz checke. Wahrscheinlich, weil ich mir ein Zwischending aus Partnerbeziehung und Freundschaft nicht so wirklich vorstellen kann. Vielleicht spielt das aber in der sexuellen Welt eine Rolle, die mir nicht zugänglich ist. Dort gibt es ja auch rein sexuell basierende Nutzverhältnisse und Kontaktarten, die man mit bindungsfrei bezeichnen könnte.

Wenn die Freundschaft mit der Frau funktioniert, warum soll man dann sozusagen schlafende Hunde wecken? Und dadurch am Ende weitere Distanzierung riskieren, weil die das als Hetero-Orientierte vielleicht komisch zu finden beginnt. Schwer müsste es nur dann werden, wenn es in romantische Hingezogenheit hinein fließt, und da ein zartes Pflänzchen zu wachsen beginnt, das den Zaun nie überschreiten kann.
Aus der Position des A-Romantikers kann man das aber mit Leichtigkeit sagen. Für Jemand, der in dieser Situation drin steckt, ist es vermutlich emotional alles andere als leicht.
_________________
Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
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