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Löst A-Romantik zusätzliche Orientierung auf?
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Mo Nov 21, 2016 5:30    Titel: Löst A-Romantik zusätzliche Orientierung auf? Antworten mit Zitat

Ich versuche es mal mit einem Gedankenansatz.

Also hier ist ziemlich bekannt, dass ich mich mal als "homo-asexuell" eingeordnet habe, was ja im Bezug auf die Kindheit, Jugend und Vergangenheit im Jungmännerstadium auch irgendwie passte. Da gab es sogar noch Zweifel am A-Romantischen, weil ich den Begriff der "ästhetischen" Interessen davon gar nicht zu trennen vermochte.

Seit längerer Zeit sind allerdings auch diese ästhetischen und eher distanzierten Bewunderungs-Anflüge nicht mehr vorgekommen und auch was den fictophilen Seitenzweig angeht, denke ich mehr, das sind Spielereien, die das autismusgetünchte Hirn sich zusammen spinnt. So eine Art Mische aus Traum-Elementen und Fantasie, wie ich sie beim Schreiben von Geschichten mit einflechte. Vielleicht ist das, was ich unter Fictophilie verbucht habe, auch nur der visualisierte, kreative Ideenpool und weiter gar nichts.

Wenn man seit längerer Zeit dieses a-romantische Bewusstsein lebt und auch die letzten Zweifel sich auflösen, müsste man doch eigentlich eine Zusatz-Orientierung verloren haben, und quasi neutral asexuell geworden sein, oder nicht?
Kann man nicht als A-Romantiker davon ausgehen, praktisch 'nur' asexuell ohne homo, bi oder hetero-irgendwas zu gelten?

Nicht dass ich dächte das wäre irgendwie erstreblich oder gar erhaben, aber vielleicht eine wesentliche Ankunft jenseits der letzten paar versprengten Zweifelgedanken. Zuhause angekommen in Asexuell a-romantisch.
Oder macht man sich da was vor und quatscht sich das als Art Vervollkommnung schön?

Was denkt ihr so darüber?
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Arpad4




Alter: 40
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 1630
Wohnort: Kaiserslautern
BeitragVerfasst am: Mo Nov 21, 2016 7:34    Titel: Antworten mit Zitat

Du machst Dir zuviel Gedanken um Begriffe und Hypothesen. In der Realität, ist nichts konstank. Je nach Gefühle, oder psyhischem Zustand ändern wir uns dauernd.

Ich kann zu a-romantische Asexualität nur soviel sagen:

Du bist nicht der einzige, der sowas durchmacht. Ich hatte auch mal Zeiten im Leben wo ich "nichts" war,... NULL-SEXUALITÄT. Und mein Innenleben war absolut "neutral". Ich habe da nur Menschen gesehen. Ob Mann oder Frau war mir egal. Ich steh eher auf Frauen. Bin also nicht homo und nicht bi.
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Inertia




Alter: 26
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 07.10.2014
Beiträge: 988
BeitragVerfasst am: Mo Nov 21, 2016 18:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin mir nicht sicher ob ich das richtig verstanden habe (geht mir oft so bei deinen Beiträgen, Windsurfhippie Smile)

Aber ich glaube, dass das Eine nicht unbedingt etwas mit dem Anderen zu tun hat. Es soll ja zum Beispiel auch aromantische Sexuelle geben, das ginge nach deiner Theorie ja praktisch nicht. Allerdings hört man da auch sehr selten von, zumal der Begriff der romantischen Orientierung eigentlich nur innerhalb der Asexuellen-Szene existiert, zumindest habe ich das noch nie woanders gelesen. Sonst wird überall davon ausgegangen, dass romantische und sexuelle Orientierung parallel verlaufen, was in aller Regel ja auch der Fall ist.

Trotzdem würde ich nicht ausschließen, dass sowas auch vorkommt. Natürlich abhängig davon, wie genau man Aromantik nun definiert, da scheint es mir auch keine klare Linie zu geben.

Für einen aromantischen Asexuellen könntest du aber schon Recht haben, den dürfte das Geschlecht ja in keinster Weise beeinflussen. Es sei denn, man zählt generelle Sympathie auch noch irgendwie zur Romantik.

Eigentlich müssen alle asexuellen Aromantiker weder hetero, noch homo, noch bi sein. Dass da noch keiner darüber nachgedacht hat. Wink

Andererseits habe ich auch noch nie von einem Aromantiker gelesen, der sich überhaupt als hetero, homo oder bi bezeichnet. Daher ist deine Frage wie es scheint nur von theoretischer Natur.

Aber in den letzten Tagen habe ich mich auch mehrfach über den Begriff "demiromantisch" gewundert, das ist in meinen Augen auch paradox. Bin gespannt was andere dazu sagen.
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_Lynx_
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 19.06.2016
Beiträge: 283
Wohnort: dichte Wälder mit offenen Landschaften
BeitragVerfasst am: Mo Nov 21, 2016 19:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe das so:

a) Wenn man die Sexualpräferenz mit der romantischen Präferenz gleichsetzt, löst bereits die Asexualität eine bi-, hetero- oder homosexuelle Orientierung auf.

Da es Asexuelle gibt, die gleichwohl eine Partnerschaft anstreben und jemanden im romantischen Sinne lieben (können), trifft die Annahme a) schon mal nicht auf alle Menschen zu. Dann löst bei denen die Asexualität die romantische Präferenz nicht auf. Wobei ich es sprachlich nicht so glücklich finde, sich dann als hetero-, homo- oder bisexuell zu bezeichnen, weil es i.d.R. immer auch mit der Sexualpräferenz in die besagte Richtung gleichgesetzt wird; wie begrifflich das Anhängsel "-sexuell" schon impliziert.

Andererseits differenzieren einige Bisexuelle durchaus zwischen romantischer und sexueller Anziehung und haben zT je nach Geschlecht unterschiedliche Ausprägungen auf diesen beiden Ebenen. Z.B. wenn jemand sagt, dass er mit Geschlecht A romantisch und sexuell etwas anfangen kann, aber mit Geschlecht B nur romantisch (oder nur sexuell).

b) Für die allermeisten bedeutet die romantische Ausrichtung auch, mit wem man sich verpartnern will. Es wird nämlich als Universalregel im Leben eines Menschen vorausgesetzt, dass sich fast jeder grundsätzlich verpartnern will.
Ich habe diesen Punkt hier reingenommen, damit Punkt c) verständlicher wird (worauf dieser beruht).

c) Wenn man es so sieht, dass ein gefühlsmäßig vorhandener Verpartnerungswunsch immer darauf beruht, jemand anderen im romantischen Sinne zu lieben, schließt Aromantik bei der aromantischen Person das Verpartnerungsinteresse aus.

So wie du es auch beschrieben hast, fallen bei einem asexuellen Aromantiker oder aromantischen Asexuellen insofern beide mögliche Anziehungsebenen weg. Sowohl die sexuelle als auch die romantische.

d) Wie ich in diesem Forum gelesen habe, soll es Leute geben, die sich als aromantisch verstehen und gleichwohl einen Verpartnerungswunsch haben, der nicht auf Zweckmäßigkeitserwägungen sondern entsprechenden Gefühlen pro Partnerschaft mit jemanden beruht. Wie die das für sich von romantischen Liebesgefühlen für jemanden abgrenzen, weiß ich nicht. Dazu gab es hier ja diesen Umfragethread. ... Diese Leute könnten sich nach der Definiton von Aromantik weiterhin als homo-, hetero-, biphile Aromantiker einordnen.

Ich verstehe persönlich nicht, wie das mit Aromantik zusammengeht mit dem Verpartnerungswunsch und für mich beißt sich eine solche Einordnung. Egal, ob man es nun z.B. homophil- oder homosexuell-aromantisch nennt (gemeint wäre ja aufgrund der Asexualität stets nur die nicht-sexuelle Anziehung zu einem Geschlecht oder beiden Geschlechtern).


Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:
Kann man nicht als A-Romantiker davon ausgehen, praktisch 'nur' asexuell ohne homo, bi oder hetero-irgendwas zu gelten?

Wenn du deinen Satz um den Zusatz "als asexueller Aromantiker bzw. aromantischer Asexueller" ergänzt, stimme ich ihm zu. ... Wie Inertia schon sagte, gibt es ja auch noch die sexuellen Aromantiker bzw. aromantischen Sexuellen. (Und dasss die sich ungerne outen, verstehe ich gut. Die gelten ja sowohl unter Sexuellen als auch Asexuellen (+ romantisch veranlagten) Menschen als sexgeile gefühlskalte Egosäue mit denen etwas nicht stimmt. Auch weil sie das Tabu begehen, dass Sex und Liebesgefühle nicht Hand-in-Hand bei ihnen gehen oder wenigstens prinzipiell gehen könnten. Aromantik, egal ob asexuell oder sexuell konnotiert, ist vielen ein Dorn im Auge.

p.s.:
So Sachen wie Pansexualität habe ich jetzt nicht auch noch reingenommen.
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Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 13707
BeitragVerfasst am: Mo Nov 21, 2016 19:45    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke ehrlich gesagt, daß viele der Leute, die sich als Aromantiker bezeichnen eher "Antiromantiker" bzw. passenderer Weise analog zu "sex-repulsed" schlicht "romantic-repulsed" sind. Sie lehnen (bestimmte Aspekte von) Romantik für sich ab obwohl sie dennoch irgendeine Form von emotionaler Anziehung/Verlangen erleben. Dieser Empfindung wollen sie aber nicht im Sinne einer "romantischen Partnerschaft" nachgehen sondern suchen sich dann alternative Formen oder bleiben alleine. Die Assoziation mit bestimmten Klischees von "Verpartnerung" und/oder "Romantik" stößt ihnen also übel auf weil sie, ähnlich wie manche Antisexuelle oder "sex-repulsed" (A)sexuelle, vor allem die extremsten Ausprägungen vor Augen haben und/oder bereits schlechte Erfahrungen damit gemacht haben.
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Arpad4




Alter: 40
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 1630
Wohnort: Kaiserslautern
BeitragVerfasst am: Mo Nov 21, 2016 19:47    Titel: Antworten mit Zitat

Wen man sich wie ein Neutrum fühlt, ist man nix von allem.

Ich habe unterschieden, aber keine Aussage über andere Sexuallrichtungen gemacht.

Es gibt sehr viele a-romantische Sexuelle. Das weiss ich sehr genau.

Romatik hat mit der Sexualität nichts zutun. Kann aber mitwirken.
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Inertia




Alter: 26
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 07.10.2014
Beiträge: 988
BeitragVerfasst am: Mo Nov 21, 2016 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:
Ich denke ehrlich gesagt, daß viele der Leute, die sich als Aromantiker bezeichnen eher "Antiromantiker" bzw. passenderer Weise analog zu "sex-repulsed" schlicht "romantic-repulsed" sind. Sie lehnen (bestimmte Aspekte von) Romantik für sich ab obwohl sie dennoch irgendeine Form von emotionaler Anziehung/Verlangen erleben. Dieser Empfindung wollen sie aber nicht im Sinne einer "romantischen Partnerschaft" nachgehen sondern suchen sich dann alternative Formen oder bleiben alleine. Die Assoziation mit bestimmten Klischees von "Verpartnerung" und/oder "Romantik" stößt ihnen also übel auf weil sie, ähnlich wie manche Antisexuelle oder "sex-repulsed" (A)sexuelle, vor allem die extremsten Ausprägungen vor Augen haben und/oder bereits schlechte Erfahrungen damit gemacht haben.


Traurig aber wahr. Smile
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Alice93




Alter: 26
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 25.08.2015
Beiträge: 331
Wohnort: NRW
BeitragVerfasst am: Mo Nov 21, 2016 20:16    Titel: Antworten mit Zitat

Für mich ist Aromantik einfach schlicht die Fortführung meiner Asexualität. Ich finde weder Männer noch Frauen erotisch und verlieben mich auch nicht in Personen. Deshalb fand ich es immer faszinierend, wenn jemand klar hetero,- oder homosexuell ist. Würde ich mich in verlieben, würde ich das Label Aromantik verwerfen. Wäre es ein Mann würde ich mich für hetero halten bei einer Frau für lesbisch bis etwas Gegenteiliges bewiesen ist. Das ließe sich auch am unkompliziertesten nach Außen vermitteln.
Das mit dem Partnerwunsch trotz Aromantik verstehe ich auch nicht. Man kann ein Verliebtsein ja nicht erzwingen und solange das nicht gegeben ist, ist ein Zusammenleben eben auf Freundschaftsbasis. Natürlich kann man sich auch ohne Verliebtheit eine Verbindlichkeit wünschen, also ein Zusammenleben mit der Bedingung füreinander einzustehen und sich um die Angelegenheiten des Anderen mitzukümmern. Evtl. ist das dann ja eine aromatische Partnerschaft. Diese Dinge scheinen mir im Endeffekt aber so individuell, dass es mit Oberbegriffen immer in Wprtklauberei endet. Es gibt halt kein allgemein-abstraktes Wort für eine spezifisch-konkrete Situation.
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Mo Nov 21, 2016 20:41    Titel: Antworten mit Zitat

Antmearpent hat folgendes geschrieben:
Du machst Dir zuviel Gedanken um Begriffe und Hypothesen. In der Realität, ist nichts konstank. (…)

Das wird mir oft gesagt, aber ich glaube, „zu viele“ Gedanken gibt es nicht, ich bin da auch anders. Mit dem Inkonstanten gebe ich dir Recht. Alles fließt, unaufhörlich, entwickelt sich.

Antmearpent hat folgendes geschrieben:
Ich kann zu a-romantische Asexualität nur soviel sagen:

Du bist nicht der einzige, der sowas durchmacht. Ich hatte auch mal Zeiten im Leben wo ich "nichts" war,... NULL-SEXUALITÄT. Und mein Innenleben war absolut "neutral". Ich habe da nur Menschen gesehen. Ob Mann oder Frau war mir egal. Ich steh eher auf Frauen. Bin also nicht homo und nicht bi.


Bei mir hat sich das immer weiter intensiviert über die Jahre. Neutralisiert. Ich sehe nur noch Menschen und „stehe“ auf niemand, also auch keine ästhetisch besondere Bewunderung, wobei ich von den paar Männern, wo das ganz früher mal statt fand, üblicherweise auch ihre Hetero-Beziehung sehr bewundere. Fällt anscheindend aus Romantik gänzlich raus. Davor, dass sich das noch mal zurück entwickelt, hätte ich eher Bammel.

Sei froh, dass Du Frauen magst. Smile Die haben mehr im Kopf als die meisten Männer mit viel Mühe sammeln können. Ein Männer-Geist mag zwar wie ein flashiger Rock-Song sein, aber ich denke, nur bei Frauen bekommst Du eine wunderbare Sinfonie. Cool

Inertia hat folgendes geschrieben:
Ich bin mir nicht sicher ob ich das richtig verstanden habe (geht mir oft so bei deinen Beiträgen, Windsurfhippie Smile)


Liegt am schlechten Deutsch. Sorry, altes Leiden. Laughing Aber Du hast es hier 1:1 verstanden :

Inertia hat folgendes geschrieben:
Für einen aromantischen Asexuellen könntest du aber schon Recht haben, den dürfte das Geschlecht ja in keinster Weise beeinflussen. Es sei denn, man zählt generelle Sympathie auch noch irgendwie zur Romantik.

Eigentlich müssen alle asexuellen Aromantiker weder hetero, noch homo, noch bi sein. Dass da noch keiner darüber nachgedacht hat. Wink


Die sexuellen Aromantiker hatte ich nicht mal mit einbezogen, weil Eigen-Tunnelsicht. Zwei Paar Schuhe. Ist also thematisch auf asexuelle Aromantiker zugeschnitten. So kam ich zu der Idee. Weder romantische, noch sexuelle Interessen und auch kein Verpartnerungsinteresse = nur asexuell und Punkt.

Sympathie und Ähnliches hätte ich nicht mal in die partnerrelevante Ebene eingesperrt. Bekannte ohne jegliche sowelche Verbindung finden einander auch oft sympathisch, oder man kann einen Autor mögen, den man nie kennen lernen wird, Leute die im Leben nie eine Rolle spielen. Auch das (ästhetische) Beneiden oder Bewundern zähle ich nicht zwingend zu der partnerorientiert relevanten Ebene. Ästhetisch bewundern kann man ja auch Pferde oder die Konstruktion von Gebäuden, Blumen, mathematische Anordnungen usw. Ob sich ästhetische Anziehung mit Gewalt in etwas Romantiklastiges hineinlesen lässt, kein Schimmer.

Inertia hat folgendes geschrieben:
Aber in den letzten Tagen habe ich mich auch mehrfach über den Begriff "demiromantisch" gewundert, das ist in meinen Augen auch paradox. Bin gespannt was andere dazu sagen.


Käme wohl drauf an, wie man den „demi“-Begriff letztlich lesen will. Aus dem Französischen für „halb“, oder ob man die Lesart hernimmt, unter der eine tiefe, sich allmählich entfaltende Verbindung die Voraussetzung dafür sein woll, dass sich eine romantische Beziehung ergibt. Ich weiß allerdings nicht, ob es Leute gibt, die sich regulär „schnell“ oder „oberflächlich“ verlieben, oder solche, bei denen das nur tiefreichend, langsamer und intensiv emotional eintauchend passiert. Nur für unterschiedliche Stufen davon ergeben solche Kombinationen überhaupt einen Sinn.

_Lynx_ hat folgendes geschrieben:


a) Wenn man die Sexualpräferenz mit der romantischen Präferenz gleichsetzt, löst bereits die Asexualität eine bi-, hetero- oder homosexuelle Orientierung auf.


Stimmt, ich habe das schon voneinander getrennt, bevor ich AVEN entdeckte, nur nie verstanden, warum Sexuelle das entweder zusammen schmeißen oder aber die romantische Ebene verspotten oder marginalisieren. Ich bin damit aufgewachsen, das Romantische sei der tragende Faktor und das Sexuelle nur ein Aspekt davon – jedenfalls auf sexuelle Partnerschaften meiner damaligen Umfelder bezogen. Über die offenbar sehr große Masse der sexuellen bis sexuell zentrierten Aromantiker lernte ich erst später.

_Lynx_ hat folgendes geschrieben:
Es wird nämlich als Universalregel im Leben eines Menschen vorausgesetzt, dass sich fast jeder grundsätzlich verpartnern will.


Wem sagst Du das? In dem Punkt tappt die Wissenschaft offenbar liebend gerne im Dunkeln.

_Lynx_ hat folgendes geschrieben:
c) Wenn man es so sieht, dass ein gefühlsmäßig vorhandener Verpartnerungswunsch immer darauf beruht, jemand anderen im romantischen Sinne zu lieben, schließt Aromantik bei der aromantischen Person das Verpartnerungsinteresse aus.

So wie du es auch beschrieben hast, fallen bei einem asexuellen Aromantiker oder aromantischen Asexuellen insofern beide mögliche Anziehungsebenen weg. Sowohl die sexuelle als auch die romantische.


Das trifft ganz präzise, wie es mir geht.

_Lynx_ hat folgendes geschrieben:
d) Wie ich in diesem Forum gelesen habe, soll es Leute geben, die sich als aromantisch verstehen und gleichwohl einen Verpartnerungswunsch haben, der nicht auf Zweckmäßigkeitserwägungen sondern entsprechenden Gefühlen pro Partnerschaft mit jemanden beruht. Wie die das für sich von romantischen Liebesgefühlen für jemanden abgrenzen, weiß ich nicht. Dazu gab es hier ja diesen Umfragethread. ... Diese Leute könnten sich nach der Definiton von Aromantik weiterhin als homo-, hetero-, biphile Aromantiker einordnen.

Ich verstehe persönlich nicht, wie das mit Aromantik zusammengeht mit dem Verpartnerungswunsch und für mich beißt sich eine solche Einordnung.


Da gerate ich auch in arge Überlegungsschwierigkeiten. Paradoxes löst sich oft erst auf, wenn man noch feiner differenziert, aber wie viel davon dann pures, wohlwollendes Kunstgeschick ist, kann man sich ausrechnen. Wink
( Und man drückt halt eine Handvoll Augen zu, was verwirrte Leute angeht )
Wenn sich solche Partnerschaften jenseits von romantischer Anziehungs-Ebene bewegen, handelt es sich vielleicht um Grey-Asexuelle oder Demisexuelle, auch Semisexuelle, Hyposexuelle. Oder Leute mit asexuellen Lebensphasen? Ich versuche mir nicht vorzustellen, dasses sowelche nicht gibt, aber etwas unglaubwürdig kommt das dann schon rüber.
Oder es zählen noch andere Ebenen, wie die Ästhetische, eine Sensuelle/Sinnliche, was immer das sein soll, oder das, was man neuerdings unter „Bromance“ manchmal liest. Bei Romantikern wohl. Eine Art Bruder-Schwester-Verhältnis in freundschaftlich tiefer Verbundenheit soll das wohl heißen. „BroAromance“ wäre dann das neue Grün oder so. Rolling Eyes

Pan-Sexualität kann ich von Bisexualität noch nicht mal unterscheiden
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Inertia




Alter: 26
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 07.10.2014
Beiträge: 988
BeitragVerfasst am: Mo Nov 21, 2016 20:57    Titel: Antworten mit Zitat

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:
Inertia hat folgendes geschrieben:
Ich bin mir nicht sicher ob ich das richtig verstanden habe (geht mir oft so bei deinen Beiträgen, Windsurfhippie Smile)


Liegt am schlechten Deutsch. Sorry, altes Leiden. Laughing


Und ich dachte schon, ich könnte deinem autorenhaft-künstlerischen Schreibstil voller farbiger Metaphern einfach nicht folgen. Very Happy

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:
Pan-Sexualität kann ich von Bisexualität noch nicht mal unterscheiden


Ob man das kann oder nicht ist meiner Meinung nach nur davon abhängig, welche Philosophie man in Bezug auf Geschlechter bevorzugt. Wenn man davon ausgeht dass es nur zwei davon gibt, braucht es den Begriff Pansexualität eigentlich nicht. Deine Ansicht zu diesem Thema kenne ich glaube ich noch nicht.
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Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 13707
BeitragVerfasst am: Mo Nov 21, 2016 21:01    Titel: Antworten mit Zitat

Rein praktisch gesehen ist es wohl so, daß viele Bisexuelle sehr wohl bzgl. ihrer Präferenzen zwischen den Geschlechtern differenzieren, also als Frau z.B. unverbindlichen Sex mit Frauen haben aber sexuelle Beziehungen nur mit Männern eingehen wollen. Bei Pansexuellen sollte das dann komplett egal sein.
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Mo Nov 21, 2016 21:43    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:
Ich denke ehrlich gesagt, daß viele der Leute, die sich als Aromantiker bezeichnen eher "Antiromantiker" bzw. passenderer Weise analog zu "sex-repulsed" schlicht "romantic-repulsed" sind. Sie lehnen (bestimmte Aspekte von) Romantik für sich ab obwohl sie dennoch irgendeine Form von emotionaler Anziehung/Verlangen erleben. Dieser Empfindung wollen sie aber nicht im Sinne einer "romantischen Partnerschaft" nachgehen sondern suchen sich dann alternative Formen oder bleiben alleine. Die Assoziation mit bestimmten Klischees von "Verpartnerung" und/oder "Romantik" stößt ihnen also übel auf weil sie, ähnlich wie manche Antisexuelle oder "sex-repulsed" (A)sexuelle, vor allem die extremsten Ausprägungen vor Augen haben und/oder bereits schlechte Erfahrungen damit gemacht haben.


Das kann ich jetzt im Bezug zur Sex-Repulsion, wenn man als AsexuelleR dahingehend entsprechende Erfahrungen hatte, sehr gut nachvollziehen.

Bei der Romantik fällt es mir schwer, weil mir dazu einfach die Erfahrung ganz fehlt, und ich etwas herumkonstruieren müsste, Hypothesen erstellen, warum ein romantisches Erlebnis ohne sexuelle Inhalte auch fürchterlich sein könnte. Also an der Repulsion inittiierenden Ecke.

Menschen, denen Anziehung überhaupt fehlt, oder abhanden kommt,sind nach dieser Idee dann praktisch nicht existent. Möglich, dass es etwas wie Nonlibidoismus aber auch auf der emotionalen Schiene gibt. Mal salopp als Null-Orientierung gesehen.

@Inertia: Im Bezug auf Geschlecht denke ich, es gibt bei den meisten höheren Tieren einen klaren Überhang von "weiblich" oder "männlich" und in Minimalvorkommen diverse Zwischenstufen davon "Intersexuelle" ( soll etwa alle 6000 Babies vorkommen, Zahl nicht gesichert da irgendwo mal gelesen ) oder Varianten wie Hypermaskulinität und geschlechtslos Geborene etwa, Klinefelter Syndrom, Turner Syndrom ect. Habe da mal so eine Liste gesehen, wo es um Kariotypen-Varianz ging.
Fraglich ist, ob man das medizinisch zu einer Entwicklungsstörung rechnen will oder als Naturvariante sieht. Weil sich das Geschlecht aus einer anfangs indifferenten Anlage hervor entwickelt. Ich schätze, dass die Chromosomen entscheiden über das körperliche Geschlecht.

Hier als Beispiel mal über das Swyer-Syndrom was:
https://de.wikipedia.org/wiki/Swyer-Syndrom

Die Gender-Geschlechter oder Ähnliches kann ich so richtig nicht nachvollziehen, deswegen betrachte ich die Thesen drumherum recht skeptisch.

Ich weiß noch nicht, wo ich Transidentität da einordnen soll, oder hormonell bedingte Veränderungen zum "Scheingeschlecht", wie ich sie an Hühnern und Fischen beobachtet habe. Früh-Weibchen, Spät-Weibchen oder Fast-Umbildung zum gewöhnlich dysfunktionalen, anderen Geschlecht.
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Zuletzt bearbeitet von Windsurfhippie am Mo Nov 21, 2016 23:40, insgesamt einmal bearbeitet
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Sandkastenzorro
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BeitragVerfasst am: Mo Nov 21, 2016 22:22    Titel: Antworten mit Zitat

Also, ich meine, der Unterschied zwischen Bi- und Pansexualität ist jener, dass sich ein Bisexueller zu beiden Geschlechtern hingezogen fühlt, einem Pansexuellen das Geschlecht einfach nur gleichermaßen wurscht ist. Der Pansexuelle geht da also mehr nach der Persönlichkeit, als nach dem eingeordneten Geschlecht.

Und ich denke mal, dass du, Hippie, dich gerade wieder in einer dieser fiesen Phasen des Zweifelns befindest, die man so oft im Leben hat. Eine Phase wird gedanklich durchgenudelt bis es nix mehr gibt, dann sitzt man da und steht vor gähnender Leere weil es keinen neuen Input mehr gibt derzeit. Aber ich glaub auch, dass das kein permanenter Zustand ist. Ich denke, du solltest dir mal wieder ein echt gutes Buch schnappen (ich weiss, iss schwer zu finden, weil nicht jedes Buch ist gut und jede Geschichte packend und schon gar nicht jeder Charakter darin ansprechend). Vielleicht auch mal mit der Piratengang durch ein Zeitportal gondeln irgendwo dahin, wo du noch nie warst.

In deinem Leben ist ja einiges auf den Kopf gestellt worden in letzter Zeit, vielleicht braucht der Kopf mal nen neuen Anreiz, da er jetzt längere Zeit mit Zeug gefüttert wurde, der weniger anspornend war und sich um solche Sachen wie Krankenhaus etc gedreht hat.

Also lass dich nicht ausm Konzept bringen - der "Ich weiss nich, irgendwie meh" Zustand verschwindet wieder *knuddel* (*^-^*) (nur virtuelles knuddeln, weil wegen 2m Aspie-Sicherheitsabstand Very Happy)
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Inertia




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Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 07.10.2014
Beiträge: 988
BeitragVerfasst am: Mo Nov 21, 2016 22:37    Titel: Antworten mit Zitat

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:
Also, ich meine, der Unterschied zwischen Bi- und Pansexualität ist jener, dass sich ein Bisexueller zu beiden Geschlechtern hingezogen fühlt, einem Pansexuellen das Geschlecht einfach nur gleichermaßen wurscht ist. Der Pansexuelle geht da also mehr nach der Persönlichkeit, als nach dem eingeordneten Geschlecht.


Hm, ich kapiere das immer noch nicht. Ob man nun beide Geschlechter mag oder ob einem das Geschlecht egal ist, kommt am Ende doch auf das selbe raus, oder täusche ich mich da?

"Ich mag Muschis und Pimmel" vs. "Mir ist egal, ob Muschi oder Pimmel"
Ich seh da keinen Unterschied. Ich hab nur immer folgenden Eindruck:

Als pansexuell bezeichnen sich Bisexuelle, die meinen aufgrund ihrer Bisexualität etwas Besseres zu sein. Weil ihnen das Geschlecht ja egal wäre und sie nur die Persönlichkeit des Gegenübers sehen (absoluter Schwachsinn, egal welche Orientierung). Und dann gibt es noch ganz politisch korrekte Bisexuelle, die einfach niemanden diskriminieren wollen. Was heutzutage ja nicht einfach ist, gerade im Internet.

Abgesehen von den politisch Überkorrekten und denen, die an tausend Geschlechter glauben hab ich noch nie einen halbwegs normal tickenden, nicht arroganten oder nicht militanten Bisexuellen gesehen, der sich als Pan bezeichnet.

Hoffentlich bin ich jetzt niemandem auf die Füße getreten. Wink

@Hippie
Deine Gedanken zu Geschlechtern kann ich absolut unterstreichen, sehe das alles hundertprozentig genauso. Smile
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Sandkastenzorro
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Beiträge: 3481
Wohnort: Fairvale
BeitragVerfasst am: Mo Nov 21, 2016 22:56    Titel: Antworten mit Zitat

Naja nee! Kumma, das iss so:

Muschis und Pimmel MÖGEN ist etwas anderes als "Iss mir völlig wumpe, ob Muschi oder Pimmel". Wenn ich das aufm Bild malen wollen würde, dann wäre der Bisexuelle den Muschis und Pimmelnsens zugewandt, der Pansexuelle abgewandt. Warum? Weil Muschis und Pimmel für den Bisexuellen beide gleichermaßen attraktiv sind, für den Pansexuellen aber [schulterzuck, whutevr] - jetz verstanden?
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