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Psychologische Faktoren bei Asexualität?
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seehündin




Alter: 65
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 19.01.2016
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BeitragVerfasst am: Sa Sep 16, 2017 21:37    Titel: Antworten mit Zitat

Vergewaltigung sollte Mensch nicht nur mit einer ungewollten, bzw. gegen den Willen sexuellen Penetration definieren...alle sexuellen HNdlungen die übergriff sind sind vergewaltigend.d.
Und bringen Wut, Angst, Ablehnung usw hervor.....
Die zweite Frage ist die ob es nötig ist Sex zu haben bevor es zu warmherzigen Kuschel kommen kann...ich sage da nie, auch wenn die meisten Menschen die ich kenne kuscheln als "nicht ausreichend" empfinden.
Schade.
ICh habe mich inzwischen darauf eingerichtet, ohne besondere PartnerIn auszukommen, weil,ich eigentlich nur kuscheln will ohne Sex.
UNd ja ich glaube das hat mit frühkindlichen Erfahrungen zutun.....ob es da gekuschelt würde, ob sexualisiernde Stimuli aus der Gesellscaft tabu waren, igmoriert wurde oder befürwortet und wenn wie....
Gibt es hierzu Forschungen?
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Zilpzalp




Alter: 59
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.09.2017
Beiträge: 36
Wohnort: Bayern
BeitragVerfasst am: Sa Sep 16, 2017 22:06    Titel: Antworten mit Zitat

seehündin hat folgendes geschrieben:
Vergewaltigung sollte Mensch nicht nur mit einer ungewollten, bzw. gegen den Willen sexuellen Penetration definieren...alle sexuellen HNdlungen die übergriff sind sind vergewaltigend.d.
Und bringen Wut, Angst, Ablehnung usw hervor.....


Ja, da stimme ich Dir zu, dass jede unerwünschte und uninitiierte sexuelle Näherung übergriffig und eine "Vergewaltigung" ist, aber das war eben in den 70iger Jahren und da sah man es anders, solange es nicht eine "richtige Vergewaltigung mit Gewalt, Penetration, usw war. Bei mir was es eher auf dem Nachhauseweg Abfangen und Festhalten, im Intimbereich begrapschen, anzügliches Reden, hinterher Pfeifen, drohend sich sexuell redend nähern und sowas. Das hat für mich glaub ich alles, was irgendwie mit Sexuellem zusammenhängt, das jemand anderes mit mir macht, wut- und ekel-besetzt gemacht.
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seehündin




Alter: 65
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 19.01.2016
Beiträge: 94
Wohnort: Eutin
BeitragVerfasst am: So Sep 17, 2017 7:17    Titel: Antworten mit Zitat

Da kann ich dann super gut verstehen.
Selbst die Erwartungshaltung, müsste doch ein sexobject sein wollen (müssen) hat mich, wenn auch erst spät im Leben zu der asexuellen Bewusstheit gebracht!
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
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BeitragVerfasst am: So Sep 17, 2017 9:35    Titel: Antworten mit Zitat

seehündin hat folgendes geschrieben:
Vergewaltigung sollte Mensch nicht nur mit einer ungewollten, bzw. gegen den Willen sexuellen Penetration definieren...alle sexuellen HNdlungen die übergriff sind sind vergewaltigend.d.
Und bringen Wut, Angst, Ablehnung usw hervor.....


Das muss man einfach mal ganz dick unterstreichen! Danke!!

Dazu gehören schon subtil manipulative Handlungen, mit denen eine Person zu etwas "überredet" wird, wogegen eigentlich der Wille steht, aber vielleicht die Durchsetzungskraft fehlt. Es ist erstaunlich, auf welche Ideen Leute kommen, wenn sie sich für sexuelle Nötigung oder das so genannte "Ausnützen eines Abhängigkeitsverhältnisses" zu rechtertigen suchen. Da ist das Opfer dann von naiv bis teilnahmslos und "passiv einwilligend" weil es sich nicht mit Gewalt dagegen gewehrt hat auf einmal alles Mögliche oder hatte doch Interesse, "das man eben wecken" musste.

Das solche Erfahrungen bei Asexuellen zusätzlich zu einer skeptischen bis ablehnenden Haltung gegenüber dem Intimen hinführen können, ist doch halbwegs konventionell denkenden Menschen klar.

Das Problem ist nur, dass Psychologen und psychologisch Interessierte, sobald irgend eine solche Erfahrung vorliegt, sämtliche Asexualität absprechen und sich auf Sex-Ängste oder Trauma-Resultate als eigentlich zugrunde liegende Ursache versteifen. Diese Dinge muss man voneinander trennen, also auch bei der ganzen Fahndung in der Kindheit und der Bewusstseinsforschung an sich selbst unterscheiden, ob ansonsten ein sexuelles Verlangen oder Anziehung und alles damit Verwandte vorhanden ist. Es gibt viele Menschen mit sexueller Gewalterfahrung, Nötigungs- oder manipulativ bestellten Erfahrungen, die keine traumatischen Folgen tragen, oder sie bis zu einem gewöhnlichen Intimleben verarbeiten können, und es gibt die Asexuellen, die nie eine solche Erfahrung machten, sondern "trotzdem", besser gesagt, unabhängig ihrer sonstigen Erfahrungen, kein Interesse, Verlangen, keine sexuelle Anziehung empfinden. Auch nicht in theoretischen oder fiktiven Ideen.

Der Unterschied zwischen theoretischer Vorstellung und faktischer Wirklichkeit in puncto Sexuellem könnte natürlich ähnlich auf jemand wirken, wie eine Art Nötigung oder Vergewaltigung. Ohne, dass die Partner*in das beabsichtigt, wirkt das eventuell so, oder wird so wahrgenommen.
Um so mehr tut allmähliche Aufklärung gegenüber jungen Menschen Not, darüber sprechen, was da irgendwann mal auf sie zukommen kann. Wenn man meint, die Kinder und Jugendliche damit zu schützen, indem man ihnen von "Erwachsenenkram" nicht viel erzählt, enthält das eine gewisse Fahrlässigkeit. Die bauen sich im Kopf romantische Vorstellungen zusammen und irgendwann platzt dieser Traum.

Dann ist niemand da, der ihnen hilft. Der große liebe Gott samt seinen ganzen tollen Engeln kommt nicht vom Himmel herab gestiegen, um einen zu bewahren. Da kann man noch so sehr um Hilfe bitten und flehen. Leidvoll, wenn Kindern dieser hanebüchene Unsinn eingeredet wird. Sad
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Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
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seehündin




Alter: 65
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 19.01.2016
Beiträge: 94
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BeitragVerfasst am: So Sep 17, 2017 18:31    Titel: Antworten mit Zitat

Wie immer, Windsurfhippie, psycho-logisch und meiner moralischen/philosphischer Einstellungen entsprechend treffende Bemerkungen.
Bin nun als Oma gespannt was diese neue jüngere GenerTion der Erziehenden macht und wie ich nun gegenzusteuern haben werde.....
Sage nein zu dem was sich nicht gut anfühlt ist schon mal ein guter Anfang.
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Zilpzalp




Alter: 59
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.09.2017
Beiträge: 36
Wohnort: Bayern
BeitragVerfasst am: Mo Sep 18, 2017 15:40    Titel: Antworten mit Zitat

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:
seehündin hat folgendes geschrieben:
Vergewaltigung sollte Mensch nicht nur mit einer ungewollten, bzw. gegen den Willen sexuellen Penetration definieren...alle sexuellen HNdlungen die übergriff sind sind vergewaltigend.d.
Und bringen Wut, Angst, Ablehnung usw hervor.....


Das Problem ist nur, dass Psychologen und psychologisch Interessierte, sobald irgend eine solche Erfahrung vorliegt, sämtliche Asexualität absprechen und sich auf Sex-Ängste oder Trauma-Resultate als eigentlich zugrunde liegende Ursache versteifen. Diese Dinge muss man voneinander trennen, also auch bei der ganzen Fahndung in der Kindheit und der Bewusstseinsforschung an sich selbst unterscheiden, ob ansonsten ein sexuelles Verlangen oder Anziehung und alles damit Verwandte vorhanden ist. Es gibt viele Menschen mit sexueller Gewalterfahrung, Nötigungs- oder manipulativ bestellten Erfahrungen, die keine traumatischen Folgen tragen, oder sie bis zu einem gewöhnlichen Intimleben verarbeiten können, und es gibt die Asexuellen, die nie eine solche Erfahrung machten, sondern "trotzdem", besser gesagt, unabhängig ihrer sonstigen Erfahrungen, kein Interesse, Verlangen, keine sexuelle Anziehung empfinden. Auch nicht in theoretischen oder fiktiven Ideen.


Wie wahr! Ich war echt entsetzt und massiv VERÄRGERT dann später, als ich mit 17 von zu Hause auszog in die Grossstadt und so mit 19 rum eine langjährige Psychoanalyse anfing (wegen plötzl auftretender Panikattacken, vermutl ausgelöst durch die schweren physischen (nichtsexuellen) Misshandlungen durch meine Mutter jahrelang vorher) und der Psychiater, als ich oft sagte, dass ich NULL Interesse an Sex empfinde, weder mit Männern noch Frauen, mich da auf die Schiene "schüchtern", "verklemmt" etc schob! Der Ar$ch (sorry!) sagte sogar mal wörtlich zu mir (ich habs bis heute nicht vergessen!) "Sie wollen mir doch nicht etwa weissmachen, dass sie noch NIE einem Mann in den Schritt geguckt haben und überlegt haben, wie "gross" er denn sei! Ich SCHWÖRE, das sagte der wortwörtlich so, während ich auf der Couch war (das dürfte so rund 6 Jahre nach Therapiebeginn gewesen sein, da zahlte ich schon längst SELBST,d a die Versicherung ja nur paarmal Stunde verlängert). Das Erstaunlichste für mich ist, dass so Jemand Arrogantes und Ahnungsloses auch HEUTE noch in München seine Praxis hat, ich checke ab und zu seine Arzt-Bewertungen in Google *G*...
Obwohl ich immer wieder, wenn das Thema Sex aufkam, da ich ja "noch" mit niemandem Sex hatte in meinem hohen Alter von ca. 24 damals, ganz klar sagte, dass ich keinerlei sexuelles Interesse an anderen Menschen empfinde, auch nicht wenn ich LANGE in mich reinhorche und es gewiss nicht an Verklemmtsein liegt, nahm der mich nicht ernst und zog Asexualität GAR NICHT in Erwägung. Bin echt heute noch sauer über mich,dass ich dem zig Tausende D-Mark damals für seine UNFÄHIGKEIT auch noch zahlte! Denn natürlich brachte michs o die ganze Analyse nicht weiter (meine Panikattacken waren irgendwie dann plötzlich von selber endgültig weg, obwohl sie wirklich sehr massiv und lange Jahe hindurch bestanden,dass ich damals mich sogar in stationäre Behandlung auch 2x begab auf eigenen Wunsch, waren aber seither weg und habe keine einzige Panikattacke mehr seit den frühen 90iger Jahren mehr gehabt, ist also durchaus auch "selbstheilbar", falls jemand zufällig auch an sowas leiden sollte als Posttraumatische Belastung) War zwar schon fast 30 Jahre bei keinem Psychiater mehr, habe aber das ungute Gefühl, dass auch heute 20127 es noch solche "Fachärzte für Psychiatrie und Psychoanalyse" zuhauf gibt...
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seehündin




Alter: 65
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 19.01.2016
Beiträge: 94
Wohnort: Eutin
BeitragVerfasst am: Mo Sep 18, 2017 19:36    Titel: Antworten mit Zitat

Tja, es gibt schon Psychologen und Psychiatern Innen die Asexualität anerkennen...wenige , denke ich aber doch. Ich hatte da Glück. NIcht dass die Trennung weniger schmerzlich gewesenwäre, denn mir fehlen schon an und an mal die Kuscheln und "lass uns das Leben ein wenig zusammen gestalten " Anteile bin ein wenig romantisch veranlagt auch wenn es inzwischensich gut alleine lebt...
EIn Artzt der seinEn PatientIn nicht ernst nimmt gehört an den Pranger.
INteressieren würde es mir schon ob es in Psych Literatur / Forschungen Korrelationen zwischen gelebte Asexualität und Bildung, Alter, erlebte Vorbilder usw.
ICh kann mir nicht denken dass Asexualität nur ein R esultat von als traumatisch empfundenen Erfahrungen..
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Zilpzalp




Alter: 59
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.09.2017
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BeitragVerfasst am: Di Sep 19, 2017 3:42    Titel: Antworten mit Zitat

seehündin hat folgendes geschrieben:

ICh kann mir nicht denken dass Asexualität nur ein R esultat von als traumatisch empfundenen Erfahrungen..


Glaube ich auch nicht, ich denke, dass Asexualität / Semisexualität, ebenso wie Homosexualität oder Ähnliches, stark mit anlagebedingt sind. Traumata etc. kommen dann noch zusätzlich dazu. Für mich ist es letztendlich auch unwichtig, warum und weshalb, ich weiss, dass es immer so sein wird und sich nie ändern wird, weil ich es auch gar nicht ändern wollte. Es "beeinträchtigt" mich halt extrem bei Beziehungen mit Männern, bzw. ich gehe eben ganz bewusst und absichtlich keine ein seit Jahrzehnten, um ihm UND mir seelisches Leid zu ersparen. Denn ich glaube nicht mehr, das ein normal Sex empfindender Mann Asexualität akzeptieren würde. Seltsamerweise schaffen die meisten Menschen die Trennung Liebe von Sexualität NICHT - für mich waren das gefühlsmässig IMMER schon 2 völlig separate Dinge und ch bekam die weder theoretisch-gefühlsmässig noch ausagierend je in irgendeine Verbindung. Im Gegenteil: Wenn ich mich verliebte, waren die Wut und der Ekel bei potentiell sexuellen Situationen / "Versuchen" entsprechender Berührungen NOCH um ein Vielfaches stärker vorhanden als bei völlig FREMDEN Personen es gewesen wäre. So wie als ob das Kuscheln und meine Liebesgefühle nur BENUTZT würden, um Sex von mir zu bekommen - was, wie ich sogar vom Kopf her WUSSTE - gar nicht stimmte bei meinem Exfreund, er mochte mich schon, auch ohne Sex, aber halt nicht auf EWIG und DAUERHAFT... Kann das RATIONAL gar nicht richtig erklären, wie das kommt, diese Wut. Ausser halt mit den kindlichen Gewalterfahrungen und den sexuellen permantenen Belästigungen damals .
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Di Sep 19, 2017 9:43    Titel: Antworten mit Zitat

seehündin hat folgendes geschrieben:

EIn Artzt der seinEn PatientIn nicht ernst nimmt gehört an den Pranger.
INteressieren würde es mir schon ob es in Psych Literatur / Forschungen Korrelationen zwischen gelebte Asexualität und Bildung, Alter, erlebte Vorbilder usw.
ICh kann mir nicht denken dass Asexualität nur ein R esultat von als traumatisch empfundenen Erfahrungen..


Ist es auch nicht. Wie würde man ansonsten all die Asexuellen erklären, die keine traumatischen Erfahrungen, keine sexuellen Missbräuche oder Nötigungen, Manipulationen in ihrem Leben erlebt haben, und dennoch asexuell empfinden?

Und wie die ganzen Sexuellen mit solchem Erfahrungshintergrund, die trotzdem Familien gründen, Beziehungen und sogar diese Sorten von Sex suchen, die nichts mit Beziehung oder Liebe zu tun haben? Diese Verlangen werden durch Missbrauch bei Sexuellen anscheinend nicht zwingender Maßen abgewürgt.

Zilpzalp hat folgendes geschrieben:


Glaube ich auch nicht, ich denke, dass Asexualität / Semisexualität, ebenso wie Homosexualität oder Ähnliches, stark mit anlagebedingt sind. Traumata etc. kommen dann noch zusätzlich dazu.


Ich denke auch eher so. Das sind Aspekte, die neben einander vorkommen können. So ähnlich, wie einer mit schwarzen Haaren und blauen Augen eben auch mal in Australien im Urlaub gewesen sein kann, und das als Lebenserfahrung kennt.

Der wenig lustige Psychiater ... nun ja ich habe einige dieser Berufler gekannt und gesprochen, und so Leid es mir tut, und so häufig dieser Flachwitz kursieren mag, drängt sich da häufiger der Eindruck auf, dass die gewaltig ein Ding an der Waffel haben.
Ich weiß nicht, welcher Prozentsatz davon aus den Gründen studiert, weil die sich selbst verstehen lernen möchten, oder was genau das Motiv dazu ist. Außer der Idee, Menschen zu helfen, und Erkenntnisse über die Psyche und deren Funktionen zu ergründen mal.

Ich kenne es allerdings auch als, sagen wir mal strategisches Mittel, wenn Psychiater oder Therapeuten fordernde oder provokante Fragen stellen. Damit checken die bestimmte Marker in einer Persönlichkeit ab. Vielleicht dient das auch der Evaluation zur Diagnose, also wenn sie eine quasi-objektive Haltung dabei suchen. Gewöhnlich werden die Details anonymisiert im Fachkollegenkreis begutachtet und Zweitmeinungen eingeholt, auch zur Klärung der Differenzialdiagnose-Möglichkeiten. Das, was nicht in Frage steht, von dem zu trennen, das nach allen Anzeichen vorzuliegen scheint. Asexualität taucht da in einem fachlichen Kontext offenbar nicht auf. Das muss sich ändern!

Man darf aber schon anmerken, dass ein solcher Spruch starker Tobak ist, und es leider etliche Fachidioten gibt, die weder auf der menschlichen Seite, noch auf der manierlichen Seite hohe Werte erreichen könnten. Psychiater und Therapeuten sind trotz ihres Studiums leider auch bloß andere Menschen. In ihren Persönlichkeiten kommen ebenso dieselben Vollpfosten und schmutzigen Fantasten vor, die man in der sonstigen Bevölkerung auch antreffen kann.
Vielleicht ist das bei einigen auch eine Art freud'sche Tradition, die sie in ihrem persönlichen Style führen. Gute Frage. Wenn sie Anhänger der Psychoanalyse sind, so ähnlich, wie Christen Kreuz-Anhänger tragen.
Vielleicht sind die Erwartungen auch überzogen, die KlientInnen an das Therapiewesen und seine Vermittler haben.

Ich kenne auch Lebensgeschichten, wo die Klientin von ihrem Therapeuten erneut missbraucht wurde ... ich würde ein gesundes Misstrauen voraussetzen, oder das Vertrauen in die Therapeuten oder Ärzte ebenso mit der Zeit entfalten lassen, je nachdem, ob ich positive, neutrale, oder negative Erfahrungen mit ihnen erlebe. Man kann denen eine Chance geben. Wenn das Verhältnis nicht korrespondiert, sollte man sich ohnehin eine/n andere/n Therapeuten/in nehmen.

Über schlechte Erfahrungen mit der Psychoberufler-Szene gibt es hier auch noch einen Extra Thread irgendwo. Über Asexualität scheinen leider nur wenige von denen aufgeklärt zu sein, was mithin daran liegt, dass das Phänomen in der wissenschaftlichen Ebene ebensowenig als Variante auf dem Spektrum der (sexuellen) Orientierungen wahrgenommen wird.

Die hängen alle zu sehr an ihren schönen, glatten Konzepten von Störungen und Erkrankungen, als dass sie den Asexuellen eine gesunde Empfindsamkeit oder Kenntnis ihres Selbst zugestehen. Nicht zuletzt bringt ihnen das Festhalten an irrtümlichen Folgerungen und Störungs-Diagnosen simpel mehr Geld ein, als wenn sie Jemand mit Asexualität für zufrieden oder gesund erklären, und der Person am weiteren Leben ohne sexuelle Erfahrungen für zu sprechen. Denn sie leben nun häufig davon, wenigstens medikamentierende Ärzte und Diagnostiker, etwas zu finden, dass sich behandeln lässt. Darum geht der Joke um, wer noch keine Diagnose hat, wurde nur noch nicht hinreichend untersucht. Rolling Eyes
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Zuletzt bearbeitet von Windsurfhippie am Di Sep 19, 2017 9:51, insgesamt einmal bearbeitet
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Maz
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Sexualität: keine Angabe
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BeitragVerfasst am: Di Sep 19, 2017 9:51    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Ich denke auch eher so. Das sind Aspekte, die neben einander vorkommen können


Ich denke es kann vor allem auch umgekehrt laufen (also eher als die Variante Trauma führt zur "Asexualität"). Menschen, die wenig sexuelles Interesse zeigen oder auch einfach nur introvertiert sind machen ggf. häufiger eher negative bis hin zu traumatischen Erfahrungen in der Richtung. Das betrifft jetzt natürlich nicht den Bereich Kindesmissbrauch aber in höherem Alter kann es ja sowohl in der Pubertät durch "abweichendes" Verhalten in der Peergroup als auch später in Beziehungskonstellationen zu mehr oder weniger traumatischen Erfahrungen kommen, die dann natürlich umgekehrt das Desinteresse in Richtung einer aktiven Ablehnung verstärken können.

Und was die Psychobehandlung angeht: Mit PTBS etc. ist ein Analytiker wohl so ziemlich das letzte was man aufsuchen sollte. Was man da braucht ist ggf. eine medikamentöse Einstellung und wenn Psychotherapie dann in Richtung Verhaltenstherapie. Ich würde der Psychoanalyse wenn überhaupt eher für Probleme im subklinischen Bereich eine Daseinsberechtigung zusprechen, wenn man das dann auch selbst bezahlen möchte. Auf Kosten der Allgemeinheit Jahrzehntelang wirkungslose oder sogar schädliche Therapien zu verfolgen ist jedenfalls nicht so sinnig.
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Zilpzalp




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BeitragVerfasst am: Di Sep 19, 2017 19:23    Titel: Antworten mit Zitat

[quote="Zilpzalp"][quote="Zilpzalp"]
Maz hat folgendes geschrieben:
Zitat:

Ich denke auch eher so. Das sind Aspekte, die neben einander vorkommen können


Und was die Psychobehandlung angeht: Mit PTBS etc. ist ein Analytiker wohl so ziemlich das letzte was man aufsuchen sollte. Was man da braucht ist ggf. eine medikamentöse Einstellung und wenn Psychotherapie dann in Richtung Verhaltenstherapie. Ich würde der Psychoanalyse wenn überhaupt eher für Probleme im subklinischen Bereich eine Daseinsberechtigung zusprechen, wenn man das dann auch selbst bezahlen möchte. Auf Kosten der Allgemeinheit Jahrzehntelang wirkungslose oder sogar schädliche Therapien zu verfolgen ist jedenfalls nicht so sinnig.


Sehe ist auch schon länger jetzt so, aber damals Ende der 70iger Jahre war "Panikattacken", wegen denen ich ja EIGENTL hinging und auch vorher ind ie Klinik ging, noch gar nicht offiziell "existent" in diesem Diagnose-Manual. Und dass eigentlich, auch hinter den Panikattacken und "Neurosen" eine fette PTBS steckt, wurde mir erst viel, viel später bewusst, so Anfang der 90iger Jahre,als ich viel über massiven physischen langjährigen Kindsmissbrauch und die Folgen las.....

Ich - und auch viele normalen Ärzte - kannten damals halt hauptsächlich Psychoanalyse, was Kassenleistungen angeht. Und ich war damals auf dem Gebiet Psychiatrie leider völlig ahnungslos zu Anfang. Die Panikattacken z.B. wurden zuerst von einer Fachärztin für Psychiatrie, zu der ich mich vom Allgemeinarzt überweisen lies, irrerweise mit Antidepressiva wie Amitryptilin und diesem ganzen müde und benebelt machenden Zeug behandelt. Auch mit Neuroleptika, die ich NUR bei Schizzophrenie/Psychosen als angemessen evtl. sehe, und keineswegs bei NEUROSEN oder Persönlichkeitsstörungen und Panikattacken. Panikattacken haben auch echt NICHTS mit normaler "Angst" zu tun, wer welche hat, weiss wovon ich spreche.
Später bekam ich ein Anxiolytikum für den Notall, nachdem "Panikattacken" als Folge von Misshandlungen auch unter Ärzten bekannter wurde. Das hab ich aber extremst selten - so 2 oder 3x - genommen und sonst nur immer(!) in der Jackentasche dabei gehabt.
Bin kein so Freund von stimmungsverändernden Medikamenten oder Drogen und habe diese Sachen auch nie "missbraucht". Gerade wenn man Missbrauchserfahrungen hat, will man (oder ICH zumindest!) immer und in jeder Situation die KONTROLLE über Gefühle und Körper BEHALTEN. Daher reizten mich angstlösende, auf das seelische Befinden einwirkende Medikamente oder Drogen nie, auch nicht Alkohol! Ich brauch immer einen "klaren Kopf", um mich "sicher" zu fühlen!
Bin glaub ich auch da etwas ein "Exot", denn wie ich später mitbekam, in einer Essstörungsklinik, geraten extrem viele Drepressive, Angstpatienten und Missbrauchs- oder Gewaltkriminalitätsopfer in echte Drogen- und sonstige Abhängigkeiten (na gut, die Essstörung hängt natürlich auch mit der PTBS zusammen und IST eine Sucht/Abhängigkeit, aber ich dachte immer, wenn ich Essen "benutze" Als "Suchtstoff" bleiben wenigstens alle HIRNZELLEN intakt!
Hab mir als "Suchtstoff" zum "Verdrängen" von Panik, Depression und Traum dann Arbeitssucht, Perfektionismus, Konzentration auf Geldverdienen (für mich "Sicherheit" und "Unabhängigkeit" von allen Menschen!!) und Burnout gewählt! Laughing Hab immerhin paar Jahrzehnte den Staat grosszügig mit Extremsteuern versorgt als Single mit Steuerklasse 1, bevor ich "aufgab"!

Razz
Mein unfähiger Psychiater (bin inzw überzeugt, da ich doch so einige kennenlernte bei Vorgesprächen, etc,) war echt Mist und im Prinzip wusste ich es, aber ich hatte so Angst damals, dass ich ohne ihn udn MIT den damas noch dauernd wieder auftauchenden Panikattacken, den 60-Stunden-Woche Vollzeitjob,d en ich mittlerweile hatte nicht mehr schaffen könnte, oder überhaupt mein Leben.
HEUTE würde ich sofort den Arzt wechseln nach solchen unprofessionellen Bemerkungen, aber ich war damals so introvertiert, unsicher und schüchtern und wollte den Arzt nicht "verärgern", etc...seltsamerweise war ich im Studium und Arbeitsplatz das genaue GEGENTEIL! Eine Lehrerin meinte, nachdem ich ihr sagte, dass ich 1 Jahr aussetzte wegen stationärem Klinikaufenthalt, dass ich die Studentin von all ihren Stundenten wäre, von der sie DAS am ALLERWENIGSTEN je erwartet hätte. Ich hätte immer so selbstbewusst, sicher und souverän gewirkt bei einen Vortrag halten oder so und sie habe nie bemerkt, dass es mir irgendwie schlecht ginge (HAHAHA, das hat in meinem ganzen Leben noch NIE jemand bemerkt, dafür habe ich sogar mal bei einem plötzlichen Panikanfall im Büro gesorgt, dass dies äusserlich niemand an mir merkte, weder an der Stimme, noch an der Körpersprache, während ich dachte, ich klappe jeden Moment tot zusammen...und als ich mit dem Taxi zum mich selber Einweisen in die Psychiatrische Klinik fuhr verabschiedete mich der Taxifahrer mit einem "Schönes Wochenende, da Sie ja leider ARBEITEN müssen!" Der hatte gedacht, ich ARBEITE da, während ich gerade paralysiert und völlig starr vor Angst in einem Panikfall mitten drin war...Seitdem bin ich stolz auf meine Schauspielkünste!

Ich kann gut "Pokerface", souverän, selbstsischer, sachlich-freundlich, ruhig und kommunikativ "spielen", wenn ich will.
Ich denke heute sogar, dass DAS mit ein Grund gewesen sein könnte, dass meine Panikattacken irgendwann plötzlich weg waren und ich schon irgendwie den Missbrauch überstanden habe (auch wenn Auswirkungen wie Asexualität und keinerlei "100% Vertrauen" in niemand, noch da sind) . Also dass diese "Konzentration" auf Arbeit und Karriere und "Image" bei Vorgesetzten, strategisches erhalten im Büro usw. mich geistig und seelisch so in Anspruch nahmen, dass ich die Angst "vergass"....

Laughing Very Happy

Jetzt bin ich aber irgendwie ganz vom Thema "Asexualität" und Ärzte abgeschweift.... Ich wünschte jedenfalls, ich hätte schon damals über das Existieren von Asexualität Bescheid gewusst, ich konnte meine Empfindungen gegenüber Sex mit anderen Menschen nie wirklich kommunizieren gegenüber meinen Ärzten. Dachte, ich bin so abartig mit meinem völligen Desinteresse, dass die alle noch nie davon gehört hätten und mich deshalb für ausweichend oder gar "verlogen", verklemmt-schüchtern oder so halten würden. Man"musste" damals im Büro und im Freundeskreis einfach eine "Beziehung (die Sex einschloss) vorweisen. Was mich zu permanenten mehr oder minder ausführlichen Lügen"manövern" und Ablenken (auch bezügl. Kontaktabbruch zu meinen Eltern, was auch damals viele als "abartig" empfunden hätten im Büro) zwang, ich empfand das Lügen müssen auch immer sehr belastend. Auch heute noch, denn ich erzähle niemandem in meinem Bekanntenkreis, dass ich asexuell bin, die würden das nicht verstehen, kenne eh kaum noch Leute, seit ich nicht mehr arbeite.

Bezahlt wurden bei der Analyse glaub ich rund 360 Stunden insgesamt (waren meine ich 2 oder 3x verlängert), hinterher hab ich mir mal die Gesamtsumme in etwa ausgerechnet, die dieser "Unprofessionelle" dank mir bekam, da habe ich mich gleich nochmal nachträglich innerlich aufgeregt. Smile

Generell finde ich jegliche psychische Therapie schwierig bis nutzlos, wenn man wie ich wegen der Misshandlungen keinerlei "Urvertrauen" zu irgend jemandem mal entwickeln konnte und als Erwachsener ist das im Nachhinein betrachtet, bei PTBS auch nicht mehr möglich zu "reparieren". Ich brauche "Distanz" und "geistige und seelische Kontrolle" über andere,w enn ich sie näher ran lasse, da ist JEDE Psychoanalyse oder Therapie zum Scheitern und zur Nutzlosigkeit programmiert. Smile Mir gehts inzwischen in der Hinsicht auch ziemlich gut. Nur diese "Lethargie" von der Depression wirkt sich noch disaströs auf mein Leben aus, drum häng ich auch so ausgiebig im Internet, das passt zu meiner Trägheit und Unlust unter Menschen zu gehen, mich Menschen "auszusetzen".....
Smile Ausserdem geht für mich die Chance, auf einen Asexuellen zu treffen, im Reallife ja gen NULL.... Ich würde nur wieder angesprochen werden, wenn ich weggehe, und müsste dann eventuell wieder jemand "Unschuldigen" durch ein "Nein" oder reserviertes Verhalten verletzen, und mich dann super mies fühlen seelisch, da bleibe ich lieber zu Hause bei meinen Gartenvögeln und Laptop und Büchern! Wenn ich erstmal ein haus hab, habe ich vor, mich dort komplett einzuigeln und fernzuhalten von der Welt und Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. Komme doch mehr zur Überzeugung, dass Älteren-WG als Lebensform deswegen eher nichts für mich ist und mich diese permanenten "Kontakt- und Kommunikationswünsche" dabei nur nerven und wütend machen würden auf Dauer. Momentan empfinde ich auch meist nur "Alleinsein" und wirklich nur ganz, ganz selten mal kurz einen leichten Hauch von "Einsamkeit", aber ich mache mir schon etwas Sorgen, dass dies im Alter etwas "beängstigend" so ganz alleine mit sich selber werden könnte..


Zuletzt bearbeitet von Zilpzalp am Di Sep 19, 2017 19:32, insgesamt einmal bearbeitet
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Maz
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Sexualität: keine Angabe
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BeitragVerfasst am: Di Sep 19, 2017 19:28    Titel: Antworten mit Zitat

Möchtest du bitte bitte die Zitierfunktion richtig anwenden. Das ist so nicht mehr lesbar. Bitte den edit button drücken und gemäß der bereits verlinkten Anleitung korrigieren, danke

p.s. und 3-fach postings müssen auch nicht sein. Wenn die aktuellste Version korrigiert und fertig ist lösche ich den Rest.
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Zilpzalp




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BeitragVerfasst am: Di Sep 19, 2017 19:36    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:
Möchtest du bitte bitte die Zitierfunktion richtig anwenden. Das ist so nicht mehr lesbar. Bitte den edit button drücken und gemäß der bereits verlinkten Anleitung korrigieren, danke

p.s. und 3-fach postings müssen auch nicht sein. Wenn die aktuellste Version korrigiert und fertig ist lösche ich den Rest.


Sorry, hatte einfach zuviel geschwafelt/getippt und dann optisch den Gesamtüberblick auf dem Laptopdisplay verloren. Dass es durch das "Bearbeiten" dann mehrfach gepostet war, merkte ich zunächst gar nicht....
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Maz
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Sexualität: keine Angabe
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Beiträge: 13845
BeitragVerfasst am: Di Sep 19, 2017 19:37    Titel: Antworten mit Zitat

ok nun paßts wieder Wink

bzgl. Ärzten/Therapeuten: Ja in den 70-80ern war das natürlich auch Mist nicht nur wegen der Dominanz der psychodynamischen Richtung sondern sicher auch bzgl. der verfügbaren Psychopharmaka. Damals gabs ja noch keine SSRI.

btw. Therapeut in München? Ich hoffe ich kenn den nicht. Wink
Einer meiner Onkel war auch in dem Bereich tätig und meine ganze Familie ist voll mit Ärzten.
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 20, 2017 20:56    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:
ok nun paßts wieder Wink

bzgl. Ärzten/Therapeuten: Ja in den 70-80ern war das natürlich auch Mist nicht nur wegen der Dominanz der psychodynamischen Richtung sondern sicher auch bzgl. der verfügbaren Psychopharmaka. Damals gabs ja noch keine SSRI.

btw. Therapeut in München? Ich hoffe ich kenn den nicht. Wink
Einer meiner Onkel war auch in dem Bereich tätig und meine ganze Familie ist voll mit Ärzten.


Ja, München. Ich hab ja Vorgespräche mit 3 Analytikern damals vorher geführt. Ernsthaft: 2 davon hatten meinem Eindruck nach mehr Probleme als ich. Teilweise musste ich mir fast ein Lachen verkneifen. Kannn mich vage an ein Erst-Gespräch erinnern, wo man damals so Fragebogen zusammen mit dem Arzt für die Krankenkasse ausfüllen musste, wenn man die ersten 90 Analysestunden beantragte. Der 1. Psychiater "hakte!" dann ab auf dem Blatt Papier und eine Frage von ihm bezog sich wohl auf Sexualleben bzw. Probleme in dem Gebiet. Und da huschten seine Augen nervös und verklemmt hin und her zwischen dem Blatt Papier und mir, ich hatte echt den Eindruck, es ist ihm EXTREM peinlich, das "Thema" überhaupt auszusprechen. In der Sekunde dachte ich mir "Mein Gott, der hat ja MEHR Probleme und Angst als ICH!" (damals war mir zwar schon klar, dass mich Sex anekelte und ich kein Bedürfnis da je hatte, aber mit knapp 20 Jahren war das dann für Psychiater noch kein so "Thema", dass ,am moch keinen hatte in dem Alter. Wäre heute wohl auch anders.
Smile

Wegen meiner jahrzehntelangen Essstörung (Binge Eating" mit extremen Gewichtsschwankungen von Gr. 34 bis 54) habe ich später dann alle mögliche Art von Psycho-Therapeuten, Verhaltens-Therapeuten, Gruppentherapeuten, usw. kennengelernt und ich kann mit 100-prozentiger Sicherheit seither sagen, dass die weitaus meisten von Ihnen diesen Beruf NUR deshalb ergriffen hatten, weil sie SELBER psychische oder gar psychiatrische Probleme zur Zeit der Berufswahl hatten und sich damit selber "heilen" und im Studium Klarheit finden wollten! Ich würde sagen, rund 20 % der stationären und ambulanten Therapeuten auf psychisch-psychiatrischem Gebiet waren einigermassen seelisch gesund und 80 % hatten waren einfach selber noch KRANK und daher für mich als Patientin grossteils nutzlos, bzw. in dem 1 Fall mit dem Analytiker eventuell sogar seelisch direkt schädlich, muss ich im Nachhinein sagen.
Falls ich heute noch Panikattacken als Folge der Misshandlungen oder mein Leben störende Neurosen hätte, würde ich nie mehr sowas wie eine Psychoanalyse machen, ich sehe diese Therapieform sehr kritisch. Eigentlich ist es nur rein intellektuelles Schwadronieren über die Vergangenheit, OHNE dass es im DERZEITIGEN das Leben und die Beziehungen beeinträchtigenden Verhaltens(!) irgendwas ändert.
Mit anderen Worten: Ich weiss jetzt GANZ GENAU, warum, weshalb und wieso ich diesses und jenes selbstzerstörende Verhalten anfing und/oder aufrecht erhalten, weiss genau, WELCHE "Mechanismen" z.B. wirken, wenn ich aus der Essstörung mal paar Jahre raus und dann wieder reinrutsche - TROTZDEM gelang es mir nicht wirklich, das Ganze in POSITIVES,, nicht so zerstörerisches Verhalten "umzuleiten" durch die Therapien.
Natürlich weiss ich nicht, WIE es mir heute ohne diese ganzen Behandlungen und Schwafel-Therapien bis heute dann im Leben ergangen wäre (das pure VORHANDENSEIN, sich über Büro, Menschen, Eltern, etc auf der Liege "auskotzen" zu können 1-2x die Woche wirkte vielleicht irgendwie schon "stabilisierend" und half mir viele Jahre beruflich eine Art Karriere zu machen und auch mein ansonsten menschenleeres Privatleben zu ertragen (die ich natürlich dann wieder SABOTTIERTE/ablehnte, da es mir ja nicht gut gehen DARF und alle sich nur "täuschen", wenn sie denken, ich bin wirklich "GUT" und "verdiene eine Beförderung (habe damals alle 2 Jahre höhere Position bekommen in meinem ersten Konzern, wo ich 10 Jahre nach dem Studium war) und dass ich meine "Mentoren" enttäuschen werde. Da habe ich einiges dann einfach "abgelehnt" bzw. nicht "genutzt" an Chancen, die mir direkt aufgedrängt wurden teilweise. Ich fühlte mich am "sichersten" immer, auf mittlerer Ebene, wo ich WUSSTE, ich werde mit 100prozentiger Sicherheit deren Erwartungen übertreffen, was fachliche und soziale Kompetenz, Mitarbeiterführung, etc. angeht. Quasi immer ein "Sicherheitspuffer" für mein mickriges Selbstwertgefühl.
Und wenn mich ein Mann ansprach, wurde ich innerlich extremst aggressiv (während ich äusserlich im Normal SEHR freundlich-ruhig bei der Ablehnung blieb) und habe nie auch nur im entferntesten jemals vermutet, dass denen bevor sie mich ansprachen was ANDERES an mir gefallen hätte als nur zufällig mein Aussehen. Ich empfinde alle Menschen als meine Feinde, die nur was von mir "wollen", also mich für IHRE seelischen, finanziellen, narzistischen oder sonstige Zwecke benutzen wollen, und bin da weit über das normale Mass hinaus allergisch in meinen Reaktionen, auch heute noch. Allerdings verberge ich es grossteils, da ich ja weiss im Kopf, dass meine Reaktionen da zu überschiessend sind und befremdlich auf andere wirken würden, wenn ich "ungefiltert" reagieren würde.

Ich rate nicht generell von Therapien ab, wenn man Probleme hat, die das normale Leben beruflich oder privat sehr beeinträchtigen, allerdings kann sowas nur für KURZE Überbrückungen dienen, der Therapeut quasi als Stütze in Extremzeiten, ansonsten rate ich eher zum Pragmatismus und mit den Neurosen einfach leben inzwischen... Smile

Mit den Erkenntnissen von heute würde ich beruflich, finanziell und privat 90 % aller Sachen anders machen. Versuche aber nicht zu sehr in das "hätte ich doch nur" Warum habe nicht lieber das statt das gemacht, "warum ahbe ich da und da nicht näher hingeguckt", etc. gedanklich und gefühlsmässig rein zu rutsche. In meinem Alter jetzt versuche ich nur noch nach VORNE zu gucken. Gibt da den schönen Satz:

Die Zukunft beunruhigt uns
Die Vergangenheit hält uns fest.
Deshalb entgeht uns die Gegenwart.

und
Wir brauchen nur die Gegenwart zu ertragen.
Weder Vergangenheit noch Zukunft können uns bedrücken,
da die eine nicht mehr und die andere noch nicht existiert.

Émile-Auguste Chartier (Alain)

Mein Abendgebet für heute!

Wink
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