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Unerwiderte Liebe zur Mitbewohnerin

 
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landkeksvonleibnitz




Alter: 26
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 09.04.2016
Beiträge: 8
Wohnort: SH
BeitragVerfasst am: Sa Apr 09, 2016 20:05    Titel: Unerwiderte Liebe zur Mitbewohnerin Antworten mit Zitat

Hallo an alle,
ich schleiche schon länger um das Forum herum, hatte aber nie das dringende Bedürfnis, mich anzumelden. Jetzt ist bei mir allerdings im Privaten ein Thema aufgekommen, über das ich gerne mit Gleichgesinnten sprechen würde.

Ich lebe seit fast drei Jahren mit meiner besten Freundin zusammen, die ich seit 5 Jahren insgesamt kenne. Von Anfang an war sie ein ganz besonderer Mensch für mich und diese Freundschaft fühlte sich für mich definitiv anders an als ich das kannte. Mit Aufregung vor jedem Wiedersehen, vielen Hemmungen, aber auch dem Gefühl, vollständig zu sein, wenn sie bei mir war. Als wir zusammenzogen, wurde es für mich perfekt. Unsere Beziehung war nie sexuell, ich wollte nie mehr als sie umarmen, ihre reine Anwesenheit reichte mir, um absolut glücklich zu sein.

Vor knapp einem Jahr bin ich dann durch einen Artikel über Asexualität gestolpert und mir wurde klar, dass ich mich darin absolut wiederfinde. Und dass ich seit dem ersten Treffen meine Freundin liebe. Ich habe eine Weile gewartet, überlegt, mit mir gerungen und schließlich mit ihr darüber gesprochen. Und ihre Reaktion war positiv, sehr verständnisvoll, berührt, aber auch klarstellend. Nämlich, dass sie selbst nicht von sich glaubt, dass sie asexuell ist (sie hatte noch keine Beziehung). Ich war einfach froh, dass sie nicht ablehnend reagiert hat und es ging weiter wie bisher.

Seit einer Weile merkte ich nun aber, dass ich eifersüchtig auf eine sehr enge Freundschaft ihrerseits zu einer gemeinsamen Freundin von uns beiden blickte. Ich fing an, mich nach Möglichkeit immer mit zwischen die beiden zu hängen und es strudelte alles so vor sich hin, unterschwellige Eifersucht in allen möglichen Situationen kam bei mir durch. Ich reagierte wann immer es ging wahnsinnig zugewandt auf meine Freundin, sie zog sich immer mehr zurück. Dann kreiselte meine Fantasie, mein Selbstbewusstsein sackte ziemlich ab und suchte alle Gründe dafür auch bei mir - vielleicht war ich nervig, hatte irgendetwas gemacht, sagte dumme Dinge, war einfach störend. Entsprechend viel entschuldigte ich mich und das führte weiterhin zu Genervtheit und Ablehnung, vermutlich verstärkte es das sogar noch.
Vor zwei Tagen hatte ich schließlich noch einmal ein Gespräch mit meiner Freundin. Es endete damit, dass sie mir noch einmal deutlich machte, dass ich für sie nicht der wichtigste Mensch in ihrem Leben bin, anders als es sich für mich verhält. Sie ist für mich die wichtigste Person und ich bin für sie nur eine von vielen sehr guten Freundinnen. Und an der Stelle habe ich gemerkt, dass ich mir nach meinem "Coming Out" Hoffnungen gemacht hatte. Darauf, dass sie vielleicht auch asexuell ist (denn komplett ausgeschlossen hat sie es auch nie), dass wir eine gemeinsame Zukunft haben können, eine gegenseitige, ausgewogene Liebe.

Tja. Jetzt stehe ich ziemlich hilflos da - ich habe keine Erfahrung mit unerwiderter Liebe und bin ziemlich am Boden. Durch unsere gemeinsame Wohnung habe ich keine Möglichkeit, ihr aus dem Weg zu gehen und möchte das auch eigentlich gar nicht, auch wenn es vermutlich hilfreich wäre, um darüber hinweg zu kommen. Habt ihr Tipps für mich, Ratschläge, ganz praktische Dinge, die ich tun kann, um mich selbst wieder aufzufangen? Ich weiß mir nicht so richtig zu helfen, bin in ihrer Gegenwart nun ziemlich verunsichert und befangen und sehne mich eigentlich nach der Lockerheit vom Anfang Sad

Ganz liebe Grüße,
keksi
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Suppen




Alter: 39
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 09.04.2016
Beiträge: 4
Wohnort: Singen
BeitragVerfasst am: So Apr 10, 2016 9:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

Ich kann Dir nur empfehlen etwas auf Abstand zu gehen und mehr mit anderen Leuten zu unternehmen oder auch Deine eigenen Interessen zu verfolgen.
Ich hielte es für gut Ihr kurz und schmerzlos Deine Gefühle zu gestehen, denn dann wisst Ihr woran Ihr seid und Du kannst im Fall einer Zurückweisung anfangen den Schmerz zu verarbeiten und Sie kann besser damit umgehen als Sie es jetzt tut.

Viele Grüße
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landkeksvonleibnitz




Alter: 26
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 09.04.2016
Beiträge: 8
Wohnort: SH
BeitragVerfasst am: So Apr 10, 2016 19:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hey, danke für deine Antwort Smile
Ich habe ihr bereits gesagt, dass ich sie liebe, das haben wir so schon geklärt. Und ich glaube sie hadert da schon auch sehr mit sich, weil sie mir nicht weh tun will. Sie braucht mehr Abstand, als mir lieb ist und mir fällt es extrem schwer, ihr den einzuräumen. Dabei bin ich mir total bewusst, dass ich es nur schlimmer mache, wenn ich klammere, aber das nützt nur etwas, wenn meine Verlustangst gerade nicht ganz so stark ist. Ich kriege immer wieder Eifersuchtsschübe, denen ich gern aktiv entgegen wirken würde, bisher habe ich da für mich noch keine richtige Strategie gefunden. :/
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Suppen




Alter: 39
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 09.04.2016
Beiträge: 4
Wohnort: Singen
BeitragVerfasst am: Mo Apr 11, 2016 14:07    Titel: Antworten mit Zitat

Finde es echt mutig von Dir, dass Du schon auf diese Art mit Ihr gesprochen hast. Vielleicht heilt ja die Zeit und der Abstand auch einen gewissen Teil der
Wunde, jedoch würde ich echt konsequent bleiben was Deine eigenen Bedürfnisse betrifft.
Eigentlich solltest ja Du diejenige sein, die jetzt Abstand braucht, oder?
Manch einer würde Dir empfehlen, die Sache in Gedanken abzuhaken und nach einer neuen potentiellen Partnerin ausschau zu halten. Das machen manche Menschen, weil sie sonst Ihren Schwarm nicht vergessen hätten können. Ich bin zwar auch jemand der sehr viel Zeit braucht, um über eine Sache hinwegzukommen und finde es auch unverständlich wie manche sich von einer Beziehung in die nächste stürzen können, aber es scheint eine Möglichkeit zu sein. Aus der Wohnung ausziehen ist keine Option?
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OffiChan




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.07.2015
Beiträge: 35
Wohnort: nähe Limburg
BeitragVerfasst am: Mo Apr 11, 2016 22:31    Titel: Antworten mit Zitat

:/ Wirklich eine verzwickte Person. Denke das es wohl leider nicht besser wird, wenn man nicht so die Möglichkeit hat ein wenig sich aus dem Weg zu gehen. Ausziehen würde ich eventuell nicht, aber vielleicht mal 1-2 Wochen bei irgendeiner anderen Freundin unter kommen oder irgendwo Urlaub machen. Einfach mal weg kommen und schauen ob es was hilft, wenn es das nur schlimmer statt besser macht... puh. Sad Wäre vielleicht besser dann doch umzuziehen, falls möglich.

Sry, das ich keine so große Hilfe bin. War selbst noch nie verliebt, weil also nicht wie das ist. Versuche dennoch mich irgendwie in die Leute zu versetzen.^^ Sinnlos ich weiß. Very Happy

Hoffe dennoch das es sich bei dir irgendwie regelt. Weiter hoffen solltest du aber auf keinen Fall, macht es am Ende nur schlimmer. Auch um das nochmal klar zu stellen, Asexualität ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit überhaupt kein Verlangen nach Sex. Kann auch extrem reduziert sein, führt oft bei Asexuellen zu Verwirrung, also kann schon sein das Sie deswegen etwas hadert, ob Sie nun asexuell ist oder nicht. Aber das nur mal so am Rande. Smile

Wünsche dir auf jeden Fall alles Glück.
_________________
Am Ende bleibt nur die Gewissheit und die Leere des eigenen Seins!
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seehündin




Alter: 65
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 19.01.2016
Beiträge: 94
Wohnort: Eutin
BeitragVerfasst am: Di Apr 12, 2016 16:29    Titel: Antworten mit Zitat

Meine Erfahrung als ältere Frau/Mensch sagt mir, dass, wenn zwei Menschen sehr unterschiedliche Empfindungen und Vorstellungen haben zu der Frage ob (romantische)Liebe und ob Sex oder nicht...es für beide mit der Zeit heilender wird, keine gemeinsame Wohnung zu haben.
erst mit dem Abstand, dem eigenen Zuhause bei sich und der Klarheit wie mensch Leben möchte ist man frei dafür, eine wie auch immer geartete Beziehung zu gestalten.
besser ein Ende mit Schmerzen als Schmerzen ohne Ende.....
Was nicht bedeutet, dass mensch sich nicht Elend fühlen kann oder einsam..
Aber einsam in der Zweisamkeit? Ist doch auch keine Lösung....
Fühl dich herzlich gegrüßt und trotzalledem Willkommen.
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landkeksvonleibnitz




Alter: 26
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 09.04.2016
Beiträge: 8
Wohnort: SH
BeitragVerfasst am: Do Apr 14, 2016 17:28    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für eure lieben Ratschläge! Smile
Längerer Urlaub ist schwierig, weil ich zwei Katzen habe, auf die sie dann aufpassen müsste. Ich sehe gerade zu, dass ich wirklich mehr unternehme, mich öfter verabrede und abends mal weg komme - gar nicht so einfach, ich bin so ein Stubenhocker :'D und dazu noch nicht so gut darin, meine eigenen Bedürfnisse wirklich zu spüren. Ich glaube das ist ein Problem, das ich seit meiner Kindheit habe, ich orientiere mich und meine Stimmung viel zu sehr an anderen Menschen und muss jetzt erstmal "üben", mich selbst da auch wahrzunehmen und mir zu erlauben, mich um mich selbst zu kümmern.

Ausziehen wäre für mich nur eine Option, wenn sich das auf Dauer überhaupt nicht bessert. Seit ich das Thema eröffnet habe, geht es mir aber deutlich besser damit, es hat einfach schon gut getan, sich das von der Seele zu schreiben. Mal sehen, wie es weitergeht - im Augenblick versuche ich, per Tagebuch selbst zu resümieren, wie ich mich im Alltag schlage und wie gut ich auf mich selbst achte Smile
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