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Verpasst man wirklich was?
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Herr Qwertz




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 20.07.2012
Beiträge: 295
BeitragVerfasst am: Sa Apr 23, 2016 22:32    Titel: Antworten mit Zitat

Pardon, hab mich verlesen. Very Happy
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_Lynx_
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 19.06.2016
Beiträge: 283
Wohnort: dichte Wälder mit offenen Landschaften
BeitragVerfasst am: So Jun 19, 2016 10:31    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin aromantisch und habe nicht den Eindruck etwas zu verpassen.

Aber was mich manchmal stört ist diese Glaswand zwischen einigen anderen (romantisch tickenden) Mitmenschen und mir bei der Thematik. Ich könnte für die bei dem Thema genauso gut Chinesisch reden, hätte einen ähnlichen Effekt.
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Mi Jun 22, 2016 9:51    Titel: Antworten mit Zitat

_Lynx_ hat folgendes geschrieben:
Ich bin aromantisch und habe nicht den Eindruck etwas zu verpassen.

Aber was mich manchmal stört ist diese Glaswand zwischen einigen anderen (romantisch tickenden) Mitmenschen und mir bei der Thematik. Ich könnte für die bei dem Thema genauso gut Chinesisch reden, hätte einen ähnlichen Effekt.


Meinst Du das so, dass sie ignorieren, dass Du aromantisch bist, und versuchen, Dir romantische Avancen zu machen? Oder reden die dann auf Dich ein, a'la : Das ist nicht so, du bist bestimmt bloß schüchtern, hast noch nicht den/die RichtigeN getroffen, das wird sich entwickeln, wenn es so weit ist ... und dieser ganze Käse?

Macht bei mir zum Glück niemand. Ich glaube, damit ist das schlimmer, wenn man eine Frau oder jung ist. Rolling Eyes
Ich habe allerdings nie wem direkt gesagt, dass ich wohl aromantisch bin. Darüber gesprochen/getextet, dass es das gibt, das schon. Nur wenige wissen um die Asexualität, und da scheint sich die Denklogik etwa so abzuspielen :
Asexuell = irgendwie krank / stimmt was nicht --> für romantische/sexuelle/partnerliche Augen = unsichtbar/zum wegsortieren.

Ist mir aber sehr nützlich so. Mit dem 'Verpassen' denke ich inzwischen eher so, dass ich mir jede Menge Kompliziertes, Ärger, Trauer und Schwierigkeiten erspart haben dürfte. Hin und wieder kriegt man ja doch mit, wie diverse Pärchen leiden, wenn das nicht hinhaut oder einer seine Freundin sitzen lässt und all sowas. Das muss für die ziemlich schlimm sein, wenn man die Flennerei so mitkriegt. Vielleicht ja sogar den Metabolismus betreffend, also dass es psychosomatische Folgen auslöst, wenn man romantisch befähigt ist. Confused
_________________
Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
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_Lynx_
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 19.06.2016
Beiträge: 283
Wohnort: dichte Wälder mit offenen Landschaften
BeitragVerfasst am: Mi Jun 22, 2016 14:26    Titel: Antworten mit Zitat

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:

Meinst Du das so, dass sie ignorieren, dass Du aromantisch bist, und versuchen, Dir romantische Avancen zu machen? Oder reden die dann auf Dich ein, a'la : Das ist nicht so, du bist bestimmt bloß schüchtern, hast noch nicht den/die RichtigeN getroffen, das wird sich entwickeln, wenn es so weit ist ... und dieser ganze Käse?


Jein. Also dein Beispiel passt durchaus zu dem, was ich meinte, so ist es nicht.

Das Kafka-Zitat beschreibt es für mich am besten:
"Wenn Du vor mir stehst und mich ansiehst, was weißt Du von den Schmerzen, die in mir sind und was weiß ich von den Deinen. Und wenn ich mich vor Dir niederwerfen würde und weinen und erzählen, was wüsstest Du von mir mehr als von der Hölle, wenn Dir jemand erzählt, sie ist heiß und fürchterlich."

Ich meinte damit, dass ich über mein (aromantisches) Empfinden so viel erkären kann wie ich will, der Kreis von Menschen, die ansatzweise nachempfinden und verstehen können, was ich da beschreibe inhaltlich, ist sehr überschaubar.

Schlechtestenfalls reagiert der andere so, wie du es beschrieben hast.

Klar, kein Mensch kann einen anderen wirklich vollkommen verstehen und dessen innere Welt sehen, aber gefühlt steht gerade bei Themen wie Aromantik oder Asexualität diese unsichtbare aber deutlich spürbare Glaswand im Raum zw. den jeweiligen inneren Welten.

Ich weiß nicht, wie ich das besser beschreiben kann.


Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:

Ich habe allerdings nie wem direkt gesagt, dass ich wohl aromantisch bin. Darüber gesprochen/getextet, dass es das gibt, das schon. Nur wenige wissen um die Asexualität, und da scheint sich die Denklogik etwa so abzuspielen :
Asexuell = irgendwie krank / stimmt was nicht --> für romantische/sexuelle/partnerliche Augen = unsichtbar/zum wegsortieren.

Scheint wirklich oft so zu sein.

Meinst du mit deinem ersten Satz, dass du den begriff aromantisch nie benutzt hast dabei oder hast du deine Welt diesbzgl. (= das, wie sich die Aromantik bei dir konkret äußert; in eigenen Worten erklärt) gar nicht erwähnt gegenüber anderen?

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:

Ist mir aber sehr nützlich so. Mit dem 'Verpassen' denke ich inzwischen eher so, dass ich mir jede Menge Kompliziertes, Ärger, Trauer und Schwierigkeiten erspart haben dürfte.

Das empfinde ich für mich auch so.

Nur kann ich durchaus verstehen und sehen, dass es Menschen gibt, die in ihrer Partnerschaft aufrichtig glücklich und zufrieden sind. Hätte ich ein Bedürfnis nach einer Partnerschaft, würde ich so eine wie die es haben, sehr erstrebenswert finden. Eben wirklich so, dass man freiwillig zusammen ist und jeder emotional (& wirtschaftlich) autark ist und auch alleine leben kann. Das Gegenteil von emotionaler Abhängigkeit wie z.B. nicht alleine sein zu können oder den Partner als angeblich ergänzende Hälfte zur eigenen (alleine vermeintlich unvollständigen) Hälfte.
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asba




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.08.2014
Beiträge: 762
Wohnort: Österreich
BeitragVerfasst am: Do Jun 23, 2016 21:54    Titel: Antworten mit Zitat

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:
Mit dem 'Verpassen' denke ich inzwischen eher so, dass ich mir jede Menge Kompliziertes, Ärger, Trauer und Schwierigkeiten erspart haben dürfte. Hin und wieder kriegt man ja doch mit, wie diverse Pärchen leiden, ...
Kann ich nur bestätigen. In den letzten 2 Jahren kann ich als einziges Positiv-Beispiel in Sachen Beziehung nur meine Kollegin nennen, die mit ihrem Freund zusammengezogen ist. Bei fast allen anderen gabs Riesendrama², was zum großen Teil auch in einer überdramatisierten Trennung endete.
Können sich Leute heutzutage nicht mehr "nur" trennen? Muss es in einem monatelangen Schauspiel ausarten, welches die gesamte Umgebung mit reinzieht? Und das auch noch mindestens ein Jahr nach der tatsächlichen Trennung?
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: So Aug 28, 2016 6:38    Titel: Antworten mit Zitat

_Lynx_ hat folgendes geschrieben:


Klar, kein Mensch kann einen anderen wirklich vollkommen verstehen und dessen innere Welt sehen, aber gefühlt steht gerade bei Themen wie Aromantik oder Asexualität diese unsichtbare aber deutlich spürbare Glaswand im Raum zw. den jeweiligen inneren Welten.

Ich weiß nicht, wie ich das besser beschreiben kann.


So ähnlich empfinde ich das bei sämtlichen der eher empfindlichen Themen, oder solchen, die das Persönliche betreffen. Es entsteht eine Art merkliche Differenz oder auch Distanz, wenn andere nicht so richtig damit umgehen oder mitreden können. Finde ich aber nicht schlimm, scheint eher normal zu sein. Wenn es um persönliche Dinge geht, möchten andere vielleicht auch aus Respekt nichts Blödes sagen, und sagen dann lieber wenig oder nichts dazu.


_Lynx_ hat folgendes geschrieben:
Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:

Ich habe allerdings nie wem direkt gesagt, dass ich wohl aromantisch bin. Darüber gesprochen/getextet, dass es das gibt, das schon. Nur wenige wissen um die Asexualität, und da scheint sich die Denklogik etwa so abzuspielen :
Asexuell = irgendwie krank / stimmt was nicht --> für romantische/sexuelle/partnerliche Augen = unsichtbar/zum wegsortieren.


Scheint wirklich oft so zu sein.

Meinst du mit deinem ersten Satz, dass du den begriff aromantisch nie benutzt hast dabei oder hast du deine Welt diesbzgl. (= das, wie sich die Aromantik bei dir konkret äußert; in eigenen Worten erklärt) gar nicht erwähnt gegenüber anderen?


Wenn ich mit wem über sowas rede, dann gewöhnlich in der distanzierten, hypothetischen Form oder im Fiktiv-Beispiel : "Jemand, wer aromantisch empfindet ... so und so ... das könnte dann dies und das bedeuten "
Ich versuche erst mal auszuloten, wie Leute allgemein über solche Dinge denken, und das über lange Zeit hinweg, bevor ich vielleicht im Einzelfall mutig genug werde, über was Persönliches zu reden. Ich habe es mir eher abgewöhnt, ohne dass es erfragt wäre, persönliche Themen anzuschneiden.
Allerdings kenne ich andere eher nicht so tiefgehend, dass es ohne Weiteres okay wäre, Persönliches mit denen zu besprechen. Da sind das nur Bekannte, die mich schon Jahrzehnte lang kennen, oder wo wir wenigstens über einige Jahre intensiv Kontakt hatten.

In den Gesprächen, wo sie ihre Themen bringen, hätte Aromantik einfach keinen Bezug zu irgendwas. Sie sind durchaus sexuell und oft romantisch veranlagt, oder ich bin nur die zufällige Zuhörerschaft bei ihren Themen.

Aber weil ich die bedauernden Blicke / Worte kenne, wo es mal um die Erwähnung 'asexuell' ging, lasse ich 'aromantisch' so wie schon
( und neuerdings wieder ) 'homo'-orientiert lieber gleich weg. Das kann mir nur Minuspunkte einhandeln, und ich weiß eh schon nicht, wie viele ich ohne das bereits haben kann. Ich war überdies nie derSorte zugehörig, die anderen das gerne vorträgt. Es sind immerhin sehr private Angelegenheiten.

asba hat folgendes geschrieben:
Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:
Mit dem 'Verpassen' denke ich inzwischen eher so, dass ich mir jede Menge Kompliziertes, Ärger, Trauer und Schwierigkeiten erspart haben dürfte. Hin und wieder kriegt man ja doch mit, wie diverse Pärchen leiden, ...
Kann ich nur bestätigen. In den letzten 2 Jahren kann ich als einziges Positiv-Beispiel in Sachen Beziehung nur meine Kollegin nennen, die mit ihrem Freund zusammengezogen ist. Bei fast allen anderen gabs Riesendrama², was zum großen Teil auch in einer überdramatisierten Trennung endete.
Können sich Leute heutzutage nicht mehr "nur" trennen? Muss es in einem monatelangen Schauspiel ausarten, welches die gesamte Umgebung mit reinzieht? Und das auch noch mindestens ein Jahr nach der tatsächlichen Trennung?


Das muss wohl an der Fertigkeit zur Romantik und dem damit einhergehenden Emotionalen liegen.Ich habe das teils über Jahrzehnte hinweg andauernd miterlebt, auch eine Frau gekannt, die im Alter von fast 80 Jahren noch um jemand trauerte, der sie für eine Andere verlassen hat. Sie hat sich nie in jemand anderen verliebt oder gar geheiratet, aber in unserem Dorf gab es reihenweise ledig Gebliebene bzw, Partnerlose. (Teils von den Alten so bezeichnete Inzest-Kinder aus Groß-Cousins-Heiraten innerhalb Bauernsippen oder leicht Behinderte ) Das mit den Trennungen scheint bei manchen Leuten extreme Folgen zu haben, um die ich niemanden beneiden kann.
Sowas zu verpassen, muss eher ein Segen sein!
_________________
Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
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Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 23.08.2018
Beiträge: 5
BeitragVerfasst am: Do Aug 23, 2018 22:59    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin sexuell und aromantisch, und hab mir mehr als einmal gewünscht, auch asexuell zu sein. Als Redethema taugt "der/die sieht gut/nicht gut aus" meiner Meinung nach nicht und sonst nervt die sexuelle Anziehung mich nur. Verstehen kann ich die Gedankengänge der sexuell/romantischen Leute so eh nicht, und den Rest lernt man aus Büchern, Berichten und wissenschaftlichen Studien eh besser. Was die Romantik angeht: Ich kenne die biochemischen Hintergründe und frag mich manchmal, warum manche Leute denken, Liebe sei so viel anders als die ganzen anderen warnehmungsverändernden Drogen. Ich für meinen teil hab lieber einen Klaren Kopf. Ich hätte aber auch nichts dagegen, mal für eine Zeit romantisch zu sein, einfach, um das Verhalten meiner Umwelt besser zu verstehen.
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SchuffiPupsi




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 23.04.2012
Beiträge: 1548
Wohnort: In der Mitte von M-V
BeitragVerfasst am: Fr Aug 24, 2018 8:31    Titel: Antworten mit Zitat

"Wahrnehmungsverändernd" aufgrund von hormoneller Wirkung ist doch eher die "Verliebheit".
Das ist eigentlich von "Liebe" schon deutlich abzugrenzen, denn die ist das, was nach den Hormonen bleibt.

Drum enden viele Beziehungen ja auch nach einem gewissen Zeitraum (ich glaube, es war zwischen 6 Monaten und 3 Jahren), eben weil die "Verblendung" nachlässt. Wink
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