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Verpasst man wirklich was?
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luna & titus
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.02.2014
Beiträge: 886
BeitragVerfasst am: Di März 29, 2016 21:36    Titel: Antworten mit Zitat

Katzenmami hat folgendes geschrieben:
Das Gefühl verliebt zu sein, ist schon schön...


Kannst du das Gefühl beschreiben ?
Ich kann mich da nämlich echt nicht hineinversetzen. Zwar haben sich schon etliche Figuren in den Geschichten, die ich mir ausdenke, verliebt, aber wie es sich tatsächlich anfühlt, weiß ich nicht.
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Mann ohne Hut




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 18.01.2016
Beiträge: 41
BeitragVerfasst am: Di März 29, 2016 21:49    Titel: Antworten mit Zitat

leia hat folgendes geschrieben:
Aber um das Gefühl zu haben, dass man ohne das alles etwas "verpasst", muss man doch fest davon überzeugt sein, dass man sein Leben ohne dem nicht anders gestalten kann, oder? Wer das aber kann, der verpasst meiner Meinung nach auch nichts.
Hmmm. Was ist dann mit Träumen, die Mensch so mit sich herumträgt? Auswandern zB.. Klar kann man sein Leben auch anders und an seinem derzeitigen Wohnort erfüllend gestalten, aber das Gefühl, etwas verpaßt zu haben, schließt das nicht unbedingt aus.

Da paßt dann die Analogie mit dem Fallschirm mMn nicht so recht, denn Du weißt ja jetzt schon, daß Dir Deine Höhenangst den (möglichen) Spaß ohnehin kräftig verderben würde. Wenn nun aber bsw. jemand auswandern will und dies aus irgendwelchen Gründen nicht klappt, kann er doch trotzdem hier soweit ganz zufrieden sein und gleichzeitig das Gefühl haben, etwas zu verpassen. Es wäre quasi die Kirsche auf der Torte, die fehlt.

Mir zB ist vollkommen klar, daß ich ohne Sex objektiv etwas ganz Grundlegendes im Leben nicht erfahren würde. Fortpflanzung ist nun einmal ein (vielleicht das) Kernelement jeder Existenz. Das Schöne ist ja nun, daß der Mensch dieses Kernelement reflektieren und die Notwendigkeit für sich (gern auch anders) bewerten kann. Genau deshalb habe ich subjektiv dennoch nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. (Ergibt das noch irgendeinen Sinn? Laughing)

Katzenmami hat folgendes geschrieben:
Das Gefühl verliebt zu sein, ist schon schön, zumindest wenn es nicht gänzlich unerwidert bleibt (oh je, doppelte Verneinung Very Happy
Echt? Ich finde das Gefühl absolut schrecklich. Regenbogen kotzen, kaum klare Gedanken fassen können... und Schmetterlinge gehören auf die Wiese, an die frische Luft Laughing also ich passe, danke.

Beim "ersparen" bin ich voll bei Dir!

luna & titus hat folgendes geschrieben:
Zwar haben sich schon etliche Figuren in den Geschichten, die ich mir ausdenke, verliebt, aber wie es sich tatsächlich anfühlt, weiß ich nicht.
Reine Neugier: Wie beschreibst Du es denn in Deinen Geschichten? Nutzt Du "Erfahrungsberichte", von denen Du gehört / gelesen hast? Versuchst Du Dir vorzustellen, wie es wäre, sich zu verlieben? (Beschreibst Du dann also eine Wunschvorstellung?)

Ich finde es extrem schwierig, eine Situation zu beschreiben, die man selbst so gar nicht kennt...


Zuletzt bearbeitet von Mann ohne Hut am Di März 29, 2016 21:58, insgesamt einmal bearbeitet
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luna & titus
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.02.2014
Beiträge: 886
BeitragVerfasst am: Di März 29, 2016 21:57    Titel: Antworten mit Zitat

Mann ohne Hut hat folgendes geschrieben:
Regenbogen kotzen, kaum klare Gedanken fassen können... und Schmetterlinge gehören auf die Wiese, an die frische Luft Laughing


Laughing cool
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Lebenskünstler





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 12.06.2007
Beiträge: 85
Wohnort: Süden der BRD
BeitragVerfasst am: Mi März 30, 2016 10:32    Titel: Re: Verpasst man wirklich was? Antworten mit Zitat

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:
Neulich, in einer Mail über A-Romantik, wurde ich nach der ungefähren Erklärung was das sei, mal wieder damit konfrontiert : "Aber ... du verpasst doch was wirklich Tolles!"


Man verpasst laufend etwas.
Dafür kommt immer was Neues nach.
Sind alles Törtchen zum Naschen.
Welche man nimmt, entscheidet jeder selber. Wink
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... euer Lebenskünstler seit 1950 -
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Katzenmami




Alter: 41
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 10.03.2012
Beiträge: 94
Wohnort: Leipzig
BeitragVerfasst am: Mi März 30, 2016 12:16    Titel: Antworten mit Zitat

luna & titus hat folgendes geschrieben:
Kannst du das Gefühl beschreiben ?
Ich kann mich da nämlich echt nicht hineinversetzen. Zwar haben sich schon etliche Figuren in den Geschichten, die ich mir ausdenke, verliebt, aber wie es sich tatsächlich anfühlt, weiß ich nicht.


Oh, ich kann ganz schlecht Gefühle beschreiben. Rolling Eyes Schmetterlinge im Bauch, ja. Es kribbelt tatsächlich im Bauch. Man denkt an den "Geliebten" sobald man früh aufwacht und bevor man abends einschläft. Man kann kaum essen, weil ja da schon die Schmetterlinge im Bauch sind. Regenwolken machen nichts, weil man sie einfach akzeptiert. Man beginnt jeden Tag total beschwingt und voller Elan. Jeder Mensch bekommt ein Lächeln geschenkt, man strahlt förmlich und zieht deswegen noch mehr Menschen an. Shocked Man will den anderen am liebsten immer bei sich haben und ihn berühren, an den Händen, im Gesicht. Man lehnt sich an und fühlt sich dann einfach nur wohl. Also es ist sowohl Fluch als auch Segen. Laughing
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luna & titus
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.02.2014
Beiträge: 886
BeitragVerfasst am: Mi März 30, 2016 13:51    Titel: Antworten mit Zitat

Mann ohne Hut hat folgendes geschrieben:
Reine Neugier: Wie beschreibst Du es denn in Deinen Geschichten? Nutzt Du "Erfahrungsberichte", von denen Du gehört / gelesen hast? Versuchst Du Dir vorzustellen, wie es wäre, sich zu verlieben? (Beschreibst Du dann also eine Wunschvorstellung?)

Ich finde es extrem schwierig, eine Situation zu beschreiben, die man selbst so gar nicht kennt...


Ich nutze als Vorlage hauptsächlich Filme und Bücher, aber auch das, was ich von realen Person mitbekomme.
Oft "passiert" es einfach, ohne das ich plane, dass die Personen sich ineinander verlieben. Shocked
Sie verhalten sich so, wie Verliebte bzw. ein Paar. Wie sie sich genau fühlen, kann ich nur vermuten. Allerdings mag ich das, was ich da vermute zu fühlen, nicht. Aber das ist nicht schlimm, denn in den Geschichten geht es ja nicht um mich, sondern darum, möglichst viele Gefühle zu erleben, den tristen Alltag mit Farben zu füllen.

Ich identifiziere mich nicht mit den Personen, sie haben ein Eigenleben. Allerdings gibt in fast jeder Geschichte mindestens eine Person, die so ähnlich wie ich ist. Sie ist auch aromantisch und asexuell. Sie wird aber voll akzeptiert und es wundert sich auch keiner darüber.
Wichtiger als die anderen ist sie jedoch nicht, es sind ungefähr alle gleich wichtig. In erster Linie geht es jedoch um die Handlungen, die da passieren, weniger um die Personen selbst.
Es hat auch niemand einen Namen und das Aussehen ist auch nur grob umrissen, weil es mich nicht interessiert. Es geht also mehr um die Gefühle, die die Personen dabei erleben. Das sie sich verlieben, ist ein zufälliger Nebenaspekt, weil das viele Menschen eben so machen. Es hat nichts damit zu tun, dass ich mir das für mich selbst wünsche.
Es macht auf jeden Fall Spaß, ich kann es nur leider sehr selten machen, weil es viel Konzentration erfordert, die ich meistens nicht habe.
Am besten gelingt mir das im Herbst.


Katzenmami hat folgendes geschrieben:
Oh, ich kann ganz schlecht Gefühle beschreiben. Rolling Eyes Schmetterlinge im Bauch, ja. Es kribbelt tatsächlich im Bauch. Man denkt an den "Geliebten" sobald man früh aufwacht und bevor man abends einschläft. Man kann kaum essen, weil ja da schon die Schmetterlinge im Bauch sind. Regenwolken machen nichts, weil man sie einfach akzeptiert. Man beginnt jeden Tag total beschwingt und voller Elan. Jeder Mensch bekommt ein Lächeln geschenkt, man strahlt förmlich und zieht deswegen noch mehr Menschen an. Shocked Man will den anderen am liebsten immer bei sich haben und ihn berühren, an den Händen, im Gesicht. Man lehnt sich an und fühlt sich dann einfach nur wohl. Also es ist sowohl Fluch als auch Segen. Laughing


Hm, Confused das kenne ich wirklich nicht, obwohl du es so ähnlich beschreibst, wie sich die Personen in meinen Geschichten fühlen.
Ich glaube aber, dieses Gefühl wäre mir wirklich unangenehm. Stört dich das denn nicht, wenn du deswegen schlechter arbeiten kannst ?

Wenn du es könntest: Würdest du dir wünschen, dieses Gefühl nicht kennengelernt zu haben ?
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Katzenmami




Alter: 41
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 10.03.2012
Beiträge: 94
Wohnort: Leipzig
BeitragVerfasst am: Mi März 30, 2016 14:00    Titel: Antworten mit Zitat

luna & titus hat folgendes geschrieben:
Stört dich das denn nicht, wenn du deswegen schlechter arbeiten kannst ?


Doch, es stört wahnsinnig bei der Arbeit. Laughing

luna & titus hat folgendes geschrieben:
Wenn du es könntest: Würdest du dir wünschen, dieses Gefühl nicht kennengelernt zu haben ?


Nein. Wink
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luna & titus
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.02.2014
Beiträge: 886
BeitragVerfasst am: Mi März 30, 2016 14:06    Titel: Antworten mit Zitat

Katzenmami hat folgendes geschrieben:
Nein. Wink


Ich hoffe, ich nerve dich nicht, aber warum "Nein" ?
(Ich stelle mir das Gefühl echt unangenehm vor.)
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Mann ohne Hut




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 18.01.2016
Beiträge: 41
BeitragVerfasst am: Mi März 30, 2016 20:19    Titel: Antworten mit Zitat

Zumindest weiß man dann Bescheid, wie sich das anfühlt und ob man das toll findet oder eben nicht. Stichwort Erkenntnisgewinn Wink Es ist ja nicht grundsätzlich unangenehm, nur eben zuviel. Finde ich zumindest.

Mir ist ein Vergleich eingefallen, der Dir vielleicht hilft. Stell Dir vor, Du magst Katzen und das größte Glück für Dich wäre, eine Katze halten zu können. Wegen der Gesellschaft, zum Spielen und Kuscheln, ja, das fändest Du schön.

Wenn Du verliebt bist, hast Du aber statt gar keiner Katze von jetzt auf gleich 35 Katzenbabys zuhause, die alle auf einmal kuscheln und spielen wollen. Und die gehen auch nicht weg! Die kommen mit aufs Klo, laufen über den Frühstückstisch und legen sich auf Dein Kopfkissen. Die meinen es alle lieb und sind auch total knuffig und süß, aber... seufz.

Ich fand es nervig und bin froh, daß mein Körper mich nur einmal mit sowas belästigt hat. Andere wiederum stehen total auf die unvermittelten 35 Katzen...
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luna & titus
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.02.2014
Beiträge: 886
BeitragVerfasst am: Mi März 30, 2016 23:26    Titel: Antworten mit Zitat

Mann ohne Hut hat folgendes geschrieben:
Mir ist ein Vergleich eingefallen, der Dir vielleicht hilft. Stell Dir vor, Du magst Katzen und das größte Glück für Dich wäre, eine Katze halten zu können. Wegen der Gesellschaft, zum Spielen und Kuscheln, ja, das fändest Du schön.

Wenn Du verliebt bist, hast Du aber statt gar keiner Katze von jetzt auf gleich 35 Katzenbabys zuhause, die alle auf einmal kuscheln und spielen wollen. Und die gehen auch nicht weg! Die kommen mit aufs Klo, laufen über den Frühstückstisch und legen sich auf Dein Kopfkissen. Die meinen es alle lieb und sind auch total knuffig und süß, aber... seufz.

Ich fand es nervig und bin froh, daß mein Körper mich nur einmal mit sowas belästigt hat. Andere wiederum stehen total auf die unvermittelten 35 Katzen...


Danke für den Vergleich, Man ohne Hut.

ich kenne sowas, als ich das erste mal Reiterurlaub auf einem Reiterhof, wo wir quasi den ganzen Tag reiten konnten, gemacht habe. Sowas habe ich mir immer gewünscht und war überglücklich, als es dann tatsächlich soweit war.
Aber schnell wurde es zuviel und es war auch körperlich sehr anstrengend.

Zuhause war ich erstmal so fertig, dass ich danach Probleme hatte, zur Schule zu gehen, weil der Urlaub meine chronische Erschöpfung verschlimmert hatte. Spaß gemacht hat es trotzdem.

Den Anflug von Verliebtheit, den ich glaube ich schon mal hatte, habe ich allerdings ganz anders wahrgenommen. Aber wie gesagt, vielleicht war es auch was anderes als Verliebtheit. Denn das jemand das so negativ wahrgenommen hat, habe ich noch nie erlebt.
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Do März 31, 2016 4:04    Titel: Antworten mit Zitat

Mann ohne Hut hat folgendes geschrieben:


Da paßt dann die Analogie mit dem Fallschirm mMn nicht so recht, denn Du weißt ja jetzt schon, daß Dir Deine Höhenangst den (möglichen) Spaß ohnehin kräftig verderben würde. Wenn nun aber bsw. jemand auswandern will und dies aus irgendwelchen Gründen nicht klappt, kann er doch trotzdem hier soweit ganz zufrieden sein und gleichzeitig das Gefühl haben, etwas zu verpassen. Es wäre quasi die Kirsche auf der Torte, die fehlt.



Den Teil mit dem Auswandern kann ich sehr nachvollziehen, weil ich es erlebt habe, fast 6 Jahre weg war und nicht einwandern konnte (weil kein deutscher Schulabschluss, College-Abschluss mit 97% Ergebnis wurde folglich annulliert) Die nötige Kohle um das zu umgehen bekam ich nicht zusammen. Es bleibt ein unterschwelliges Gefühl aus Wehmut und Versagertum, beinahe ein Schmerz, weil man dem 'Käfig' Deutschland entronnen war, Freiheit kosten konnte, und wieder in den 'Käfig' zurück musste. Eine Art Gebrochenseinsgefühl ist die Folge.

Fortpflanzung hat mich nie selbstbezogen interessiert. Zumal es mit Gendefekten rücksichtslos, verantwortungslos und wegen des kleinen 'Homo' vor, nee ... eigentlich ja eher hinter der großen Asexualität eh unmöglich bliebe.
--------------
Okay, verliebt sein hört sich so ähnlich an wie der euphorische Teil bei bipolarer Depression etwa. Himmelhochjauchzend ohne zutodebetrübt. Fokus auf geistige Klarheit und ein präzise strukturiertes Handeln könnten dadurch eingeschränkt sein.
Nee, das wäre nix für mich. Laughing

Würde mir bloß den 5-Uhr-Tee durcheinander bretzeln. Wink
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Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
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Mann ohne Hut




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 18.01.2016
Beiträge: 41
BeitragVerfasst am: So Apr 03, 2016 23:52    Titel: Antworten mit Zitat

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:
Fokus auf geistige Klarheit und ein präzise strukturiertes Handeln könnten dadurch eingeschränkt sein.
Das ist recht euphemistisch ausgedrückt Laughing
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Waquey




Alter: 26
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 23.09.2011
Beiträge: 143
BeitragVerfasst am: Mi Apr 13, 2016 8:44    Titel: Antworten mit Zitat

@miezi

Nein nicht wirklich zumindest genauso gute als auch schlechte Erfahrungen wie jeder andere auch.
Ich beobachte Menschen auch sehr gerne und rede auch viel mit ihnen, die meisten Leute lassen sich gerne binden ja gar zu Dingen zwingen, auch wenn es sich oft scherzhaft anhört krieg ich dort oft meine Zweifel ob die dann auch wirklich glücklich sind.
Oft sagen die Leute, dass sie irgendwen nehmen, also der Partner schon ziemlich austauschbar ja gar ersetzbar ist, wenn es mit ihm nicht klappt, aber auch Leute die ihrem Partner oft zu einem Mundverbot zwingen.
Oftmals kenn ich das auch, dass da Eifersucht und Verlustangst zusammenhängt und frage mich dann oft, wie Leute die man eigentlich länger kennt als deren Partner sich dann dazu hinreißen lassen.
Mancher sagt auch gern "Die Hose in der Beziehung an haben".

Ich bin zwar auch leicht misanthropisch veranlagt, aber auch nur was die Gesellschaft und die Anpassungsmenschen angeht, eigentlich mag ich Menschen besonders diejenigen mit denen man reden kann ohne nur auf die Oberfläche zurückzugreifen und auch mit Menschen was zu unternehmen.
Daher weiß ich auch, dass nicht alle Menschen gleich sind und es dennoch sehr viele gibt die anders aber auch Ähnlichkeiten haben miteinander.
Mir geht es aber eher um diejenigen, die sich wirklich alles gefallen lassen, aber auch diejenigen die immer ständig eine Beziehung brauchen oder diejenigen die sich an das System von Beziehungen und weiterem anpassen.
Klar gibt es eine Menge Leute die miteinander glücklich sein können, aber auch welche die sich einreden glücklich zu sein, denen aber oft auch etwas "fehlt".
Es gibt welche die eine ganz andere Art von Beziehungen eingehen, aber auch viele die durch die Beziehungsart die sie kennen sich davon prägen lassen.

Die meisten die ich kenne leiden sehr unter Liebeskummer, sei der Partner nur einen Tag weg oder sei die Liebe unerwidert, die danach sehr oft in Depressionen verfallen und sehr viel weinen.
Andere lassen es dann an anderen heraus und sobald sie glücklich sind ist wieder alles in Ordnung.
Es gibt einige Leute die lassen sich oft wirklich schlecht behandelt ua. kennen die meisten es hier als schlagen und andere physische Gewalt, aber auch welche die auch psychisch am Ende gebracht werden und trotz aller Leiden die sie empfinden lieben sie die Person dennoch und wollen sie nicht verlassen.

Das gleiche ist (Wo hier eigentlich auch der Tread es aussagt) beim Sex: Ich hab jetzt viele Leute kennengelernt auch ohne AVEN die in Wirklichkeit Asexuell oder eine ähnliche Richtung haben und sind und sich der Gesellschaft anpassen, sich also oftmals zum Sex aus Liebe (aber ohne dass sie es wollen) zwingen zu lassen (ua. Trennungsangst, Verlustängste) und sich dannach oftmals scheiße fühlen.
Sie selbst sagen auch oft, dass sie es gebüßt haben vor allem wenn danach wirklich eine Trennung war aus genau jenem Grund (zu wenig Sex, keine Freude dabei, usw.) und das einer Person zu Liebe taten, die sie nun sehr leiden lässt (Liebeskummer, etc.) und sie als sie danach hinweg kamen sich oft wünschten es nicht getan zu haben.

Wenn dir eine Person die du liebst sagt, dass es schöner mit ihr sein wird Sex zu haben und dich gerade zu darum bittet mit ihr Sex zu haben, weil sie oftmals Asexualität mit schlechten Erfahrungen nicht unterscheiden kann, ist das doch eine Art von Manipulation, dass du obwohl in deinen Gedanken der Wunsch nach Sex (oder der Person gegenüber) nicht vorhanden war, aber man dich darum bittet darüber nachzudenken, es also in deinem Gedanken hinzu zu fügen und es am besten auszuführen.
Es gibt welche die zwar oft sagen, dass man dann lieber warten will, aber auch welche die direkt ein Nein sagen und doch noch oftmals dazu angesprochen werden (als sei das Nein völlig ignoriert worden) es dennoch zu tun.
Ist das für dich denn keine Art von Manipulation?

Genauso ist es auch mit dem ändern: Kannst du dich von einem zum anderen Tag verändern? Ich glaube nicht.
Eine Veränderung (Person etc.) geschieht mit der Zeit, nicht von einem Tag zum anderen, Rom wurde ja auch nicht an einem Tag erbaut.
Und dann ist die Frage: Würdest du dich aus einem freien Willen heraus ändern lassen oder auch wenn man dich dazu zwingt (also ohne den Willen und den Wunsch dazu)?
Es gibt oft banale Änderungswünsche, klar ist es schon mal freundlich, wenn dich jemand darum bittet... zum Beispiel leiser zu sprechen oder ruhiger zu werden, damit du nicht nur die anderen weniger belästigst sondern auch damit du viel besser und klarer Gedanken hegen kannst.
Aber musst du, weil dich jemand darum bittet, anfangen die Schule zu schwänzen, auf der Arbeit nicht aufzutauchen oder später zur Arbeit zu gehen, nur weil die Person mehr Zeit mit dir verbringen will?
Musst du für eine Person, von der du weißt dass sie alle Geheimnisse und Erlebnisse die sie kennenlernte überall preisgibt ja gar veröffentlicht, deine Geheimnisse und Erlebnisse preis geben, nur weil sie behauptet du hast dich zu ändern, weil du angeblich zu verschlossen (dabei nur ihr gegenüber) bist und eigentlich gar nicht mal darüber reden willst (und es nicht einmal schlechte Erfahrungen sein müssen)?

Es gibt halt viele Unterschiede, ob eine Veränderung zum positiven oder zum negativen führt, aber viel mehr ist es, dass du sie selbst willst und sie dir selbst auch gut tut und nicht weil es jemand möchte und dich darum bittet es zu tun oder gewisse Nachteile oder gar Verluste (Wie Freundschaft, Beziehung, etc.) erhalten zu müssen.
Manche Veränderungen helfen dem Menschen sich selbst weiter zu entwickeln, sich mehr wohl zu fühlen und vieles andere, aber es gibt genauso diejenigen an Veränderungen die dich einfach nur an jemanden binden, erwarten dass du die gleichen Gedanken teilst oder gar dass du dich in deinen Einstellungen zu ändern hast.
Es gibt Leute denen dann eingeredet wird, dass sie nicht asexuell sind und vieles andere.
Ist es nicht einfacher zu akzeptieren, dass eine Person asexuell ist ohne dass sie gleich mit schlechten Erfahrungen verbunden werden muss?
Für viele Partner ist genau dieses Asexuell sein ein Grund keine Beziehung mit der Person einzugehen oder gar sich zu trennen.
Es gibt auch Leute die mit Freunden sexuelle... Bekanntschaften oder sowas eingehen, die dann einfach mit einem guten Freund schlafen, aber auch einfache Bekanntschaften wie aus der Disco und weitere die dann doch einmal irgendwann jemanden darauf ansprechen können.

Ich finde eben, dass man nichts verpasst, wenn man es nicht hat, vor allem wenn man sich allein schon die Gespräche und Meinungen anderer Leute anhört, aber auch wenn man selbst einfach nicht das Interesse dazu hat.
Es gibt halt so viele andere schöne Dinge im Leben und jeder empfindet das was er schön empfindet eben anders.
Der eine findet Sex schön, der andere findet daran gar nichts oder es schlecht.
Der andere mag Kuchen, der andere mag aber lieber Kekse, ein anderer mag gar nichts was mit Kuchen oder Kekse zu tun hat.
Mancher mag Milch, ein anderer nicht und der andere hat eine Allergie darauf.
Jeder Mensch ist eben anders, viel mehr noch hat jeder Mensch einen anderen Geschmack und das sollte doch respektiert werden oder nicht?
Seit wann haben alle Fußball, die Natur, die Arbeit oder was weiß ich allübliches zu mögen?
Wer sagt dir was du zu mögen hast und was nicht?
Am Ende entscheidest du, ja fühlst sogar, was du magst und was nicht und das ist das entscheidende: Dass es dir gut tut und nicht dass es jemandem anderen freut, dass du es teilst (Gemeinsamkeit hast), obwohl keinerlei Freude darin besteht und es dir nicht gut gut.
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Herr Qwertz




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 20.07.2012
Beiträge: 295
BeitragVerfasst am: So Apr 17, 2016 21:20    Titel: Re: Verpasst man wirklich was? Antworten mit Zitat

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:
Angestoßen durch selbstkritische Gedankengänge kann man sich oder die AVEN-heit mal fragen, ob man tatsächlich etwas verpasst, wenn man blind gegenüber Liebe und Solchem ist.


Weiß nicht ob du mit Absicht "Liebe" geschrieben hast oder aus Versehen, aber nur weil man Asexuell ist, muss man nicht blind für die Liebe sein.

Um in Metaphern und mit eigenen Erfahrungen zu sprechen: was bringt es dir als Blinden, wenn du kurze Zeit sehen kannst und das Gesehene dir nicht zusagt? Dann ist es nicht mehr ganz so schlimm blind zu sein. Es gibt da mehr als nur zwei Seiten. Mehr als nur Schwarz und Weiß.
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asba




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.08.2014
Beiträge: 762
Wohnort: Österreich
BeitragVerfasst am: Di Apr 19, 2016 20:38    Titel: Re: Verpasst man wirklich was? Antworten mit Zitat

Herr Qwertz hat folgendes geschrieben:
... aber nur weil man Asexuell ist, ...
Es geht in diesem Thread nicht um Asexualität, sondern um Aromantik.
Und ja: Auch als Aromantiker kann man diverse Formen von Liebe (familiäre, freundschaftliche, ...) erfahren. Aber man muss ja nicht jedes einzelne Wort zerpflücken und auf die Waagschale legen, oder? Wenn man ein bisschen den Zusammenhang mitnimmt, ergibt sich in vielen Fällen ganz von selbst, welche Form der Liebe etc. gemeint ist Wink
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