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SchuffiPupsi




Alter: 30
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 23.04.2012
Beiträge: 1581
Wohnort: In der Mitte von M-V
BeitragVerfasst am: Fr Dez 25, 2015 15:28    Titel: Antworten mit Zitat

@ Prinzess:
Ich kann diesen Eindruck schon nachempfinden, häufig sieht man das auch.
Für mich z.B. ist aber Partnerschaft eben das, was Freudschaft ist plus dem glücklchen Umstand, dass es zwei Menschen trifft, die niemanden erst formen müssen, um ein geteiltes Leben zu ermöglichen.
(hier findet man ja häufig die Meinung, dass Partnerschaft bedeutet, sich aufzugeben, einzuschränken, Kompromisse einzugehen usw. Das muss aber gar nicht immer und unbedingt sein)

Klar, das was du beschreibst, gibt es auch.
Andersrum werden aber solche Partnerschaftsmenschen auch nur Zweckfreundschaften haben.
Und eben war die Theorie noch, dass Zweck-Beziehungen (egal welcher Art) Aromantik auszeichnen.
Also wäre deine Beschreibung wiederrum Indiz dafür, dass du sehr wohl romantisch bist. Wink

Aber eigentlich reicht doch auch die Definition, dass Aromantik nur bedeutet, dass man keine Partnerschaften eingehen mag/kann/will.
Und "Aplatonik" meint einfach nur, dass man keine Freundschaften aufbauen kann/will/mag (sondern lediglich z.B. Bekanntschaften oder Arbeitsbeziehungen).
Oder nicht?

Mit Logik oder Emotionen hat das m.M. nach tatsächlich weniger am Hut.
(wobei die Gründe sicherlich sehr individuell sein können)
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Dinerell




Alter: 30
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 03.12.2007
Beiträge: 396
Wohnort: Fulda
BeitragVerfasst am: Fr Dez 25, 2015 15:53    Titel: Antworten mit Zitat

SchuffiPupsi hat folgendes geschrieben:

....dem kann ich nicht zustimmen.
Denn bei mir ist das genau so. Ich führe aber eine Partnerbeziehung und das sogar gerne.
Habe ich nun also "nur" eine Zweckbeziehung?


Dann ist es nur eine Zweckbeziehung.

SchuffiPupsi hat folgendes geschrieben:
Hat das nicht aber auch jeder romantische Mensch? Letztendes liebt er Menschen, um zurückgeliebt zu werden, um Vertrauen zu fassen, nicht allein zu sein, um sich vollständig zu fühlen, Körperkontakt zu erhaschen usw usw.
Damit wäre dann ja auch jeder Romantiker aromantisch?
(es ist vielleicht nur nicht jedem in dieser Tiefe bewusst)


Ich meinte das mehr so, dass romantische Personen vom Glauben daran getrieben werden, während eine Freundschaft nicht darauf basierend ist. Romatiker halten sich für aromantisch, obwohl sie romantisch sind. Asexuelle halten sich für sexuell, obwohl sie asexuell sind. Das liegt auch daran, dass man sich selber etwas einredet, anstatt zu sagen, dass man zur Zeit etwas Bestimmtes ist. Man hat ja im Forum Leute gesehen, die sich auch lange Zeit für asexuell beschrieben haben und dann doch eine andere Sexualität haben.

Achja: Die Freundschaft des einen kann so stark sein, wie die Liebe des anderen. Aber die Freundschaft desselben Menschen ist keine Liebe.
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Unsere Zukunft beschreibt sich in allen Handlungen der Vergangenheit und Gegenwart. Wir leben also in einem fortwährendem System, dem wir unentwegt folgen, egal wie sehr wir glauben, selbst entschieden zu haben!
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SchuffiPupsi




Alter: 30
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 23.04.2012
Beiträge: 1581
Wohnort: In der Mitte von M-V
BeitragVerfasst am: Fr Dez 25, 2015 17:35    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Dann ist es nur eine Zweckbeziehung.

Dann bin ich also trotz gerne gelebter Beziehung und Zuneigung zu einem Menschen, in einer "Zweckbeziehung", obwohl sie keinen Zweck erfüllt?!
Ich kann genauso gut alleine leben. Mein Partner ebenso.
Es gibt nichts, was einer dem anderen abnimmt, erleichtert oder vervollständigt.
Wir sind wie zwei Freunde (wie es hier mehrmals definiert wurde), nur mit dem glücklichen Zufall, dass Charaktere, Lebensentwürfe und Planung kongruent sind und wir deshalb unsere Leben verbinden.
Einen Zweck oder Grund gibt es nicht.
Wir haben davon weder Vorteile, noch Nachteile. Es passt einfach.

Bin ich nun romantisch (weil es keinen Zweck gibt) oder aromantisch, weil ich mir nicht einbilde, dass es da etwaige "besondere Emotionen" gibt und mich nicht von "unpassenden Gefühlen" leiten lasse?

Oder bin ich gar weder noch.
Habe ich in echt nur eine Freundschaft und nenne das Partnerschaft, weil wir zusammen leben, Familie haben (Katzen), evt. eine gründen und gemeinsam die Zukunft planen?

Zitat:
Romatiker halten sich für aromantisch, obwohl sie romantisch sind. Asexuelle halten sich für sexuell, obwohl sie asexuell sind.

Das mag ja sein, dass es das gibt.
Das trifft aber nicht auf alle zu.
Zitat:
Die Freundschaft des einen kann so stark sein, wie die Liebe des anderen. Aber die Freundschaft desselben Menschen ist keine Liebe.

Darum sprach ich ja auch ausschließlich von mir.
Für mich sind die emotionalen Bindungen in beiden Fällen gleich tief. Der Unterschied ist schlicht die Betrachtung von außen und das entsprechende Handeln (was ich mehrfach beschrieb).


Ich finde die bisherigen Versuche hier zu einer Definition absolut nicht geglückt.
Die Übliche (Aromantik=kein Verlangen/Interesse an Partnerschaft) ist da schon wesentlich eindeutiger.
Denn -in- den Kopf und die Motivation und Gefühlslage anderer, kann man ja nicht blicken.


Edit:
Zitat:
Ich meinte das mehr so, dass romantische Personen vom Glauben daran getrieben werden, während eine Freundschaft nicht darauf basierend ist.

Also so, wie ich es bereits beschrieb:
Zitat:
Hat das nicht aber auch jeder romantische Mensch? Letztendes liebt er Menschen, um zurückgeliebt zu werden, um Vertrauen zu fassen, nicht allein zu sein, um sich vollständig zu fühlen, Körperkontakt zu erhaschen usw usw.
Damit wäre dann ja auch jeder Romantiker aromantisch?
(es ist vielleicht nur nicht jedem in dieser Tiefe bewusst
)

Bedeutet also weiterführend, dass es keine romantischen Menschen gibt, sondern nur Menschen, die an diese Illusion glauben und damit/danach leben.

Da könnte ich glatt mitgehen. Bliebe dann nur die Frage, ob das dann als "getrennt" zu betrachten ist.
Dann kann jemand aromantisches (von außen betrachtet) so leben wie jeder Romantische auch, nur mit der Gewissheit, dass es dieses ganze emotionales Gedöns nicht gibt.
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Dinerell




Alter: 30
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 03.12.2007
Beiträge: 396
Wohnort: Fulda
BeitragVerfasst am: Fr Dez 25, 2015 18:46    Titel: Antworten mit Zitat

SchuffiPupsi hat folgendes geschrieben:
Bin ich nun romantisch (weil es keinen Zweck gibt) oder aromantisch, weil ich mir nicht einbilde, dass es da etwaige "besondere Emotionen" gibt und mich nicht von "unpassenden Gefühlen" leiten lasse?


Es gibt immer einen Zweck. Der große Unterschied ist darin, dass man mehr Gefühle entwickelt, als man bräuchte. Wenn man mehr gibt, ist man romantisch.

SchuffiPupsi hat folgendes geschrieben:
Darum sprach ich ja auch ausschließlich von mir.
Für mich sind die emotionalen Bindungen in beiden Fällen gleich tief. Der Unterschied ist schlicht die Betrachtung von außen und das entsprechende Handeln (was ich mehrfach beschrieb).


Handeln macht aber bei Liebe keinen Unterschied mehr. Man kann nicht die in seiner Umgebung lebenden Menschen ignorieren, die sind insofern nicht unwichtiger als der Partner, einzig der Glaube unterscheidet es dann und dieser steigert die Gefühle.


SchuffiPupsi hat folgendes geschrieben:
Ich finde die bisherigen Versuche hier zu einer Definition absolut nicht geglückt.
Die Übliche (Aromantik=kein Verlangen/Interesse an Partnerschaft) ist da schon wesentlich eindeutiger.
Denn -in- den Kopf und die Motivation und Gefühlslage anderer, kann man ja nicht blicken.


Man kann sehr wohl in die Gefühlslage anderer sehen, weil deren Geschichte ein bestimmtes Handeln hervorruft und man kann sich selbst in die Lage versetzen in der man selbst sich zu diesen Taten genötigt fühlen würde. Vorrussetzung (und das ist das Schwere) ist es da ohne irgenwelche Vorurteile ran zu gehen und in der Gesellschaft existiert so einiges was nicht dem entspricht, was wahr ist. Die Motivation an sich kann man nur erraten bzw. denjenigen selbst fragen, wobei derjenige wiederum lügen könnte bzw. sich selbst belügt.

Mich selbst stört, das Liebe als äußerst bedeutsames Gefühl einfach herabgesetzt wird. Es brauch aber die Irrealität, damit ein Lebewesen einen Unterschied macht, ansonsten bräuchten wir in unserer Form nicht existieren, aber total von dem abzuschweifen, was real ist, ist natürlich genauso dumm, weil dass dann eine Menge Komplikationen ergibt. Wir würden uns dann wahrscheinlich nicht mal mehr fortpflanzen...

SchuffiPupsi hat folgendes geschrieben:
Bedeutet also weiterführend, dass es keine romantischen Menschen gibt, sondern nur Menschen, die an diese Illusion glauben und damit/danach leben.


Genau so kann man die Realität beschreiben, genauso, wie wir Regeln aufstellen, die sind genauso wenig echt. Selbst unsere Worte sind einfach nur erdacht.

SchuffiPupsi hat folgendes geschrieben:
Da könnte ich glatt mitgehen. Bliebe dann nur die Frage, ob das dann als "getrennt" zu betrachten ist.
Dann kann jemand aromantisches (von außen betrachtet) so leben wie jeder Romantische auch, nur mit der Gewissheit, dass es dieses ganze emotionales Gedöns nicht gibt.


Klar, es wird sich vieles einfach erdacht, was so nicht ist. Aber man muss mit dem zurechtkommen was ist und das ist in einigen Fällen nicht gerade einfach.
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SchuffiPupsi




Alter: 30
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 23.04.2012
Beiträge: 1581
Wohnort: In der Mitte von M-V
BeitragVerfasst am: Fr Dez 25, 2015 19:02    Titel: Antworten mit Zitat

Fakt ist:
Mein Gefühl, den Menschen ggü., die ich als "Freunde" (und da gehört aufgrund der Tiefe einiges dazu, sodass dies nur ein oder zwei Menschen betrifft) bezeichne ist das gleiche wie meinem Partner ggü.
Du sagst nun also, dass ich entweder beide "liebe" oder aber beide "nicht liebe".

Gleichwohl sagst du, dass es eigentlich keine "Liebe" gibt, sondern alle aromantisch sind und zwischenmenschliche Beziehungen grundsätzlich Zweckbeziehungen sind, die man aufgrund von "Aufwand und Nutzen" aufbaut und aufrechterhält.

Wenn man aber vom Zweitgenannten ausgeht, erübrigt sich Erstgenanntes.

Denn dann gibt es weder sowas wie "Freundschaft", noch sowas wie "Liebe" oder "Partnerschaft". (bzw. wären das nur Bezeichnungen für etwas vollkommen unemotionales)
Dann gibt es nur Zweckbeziehungen mit unterschiedlichem äußerem Erscheinungsbild, ggf. mit unterschiedlicher Menge an Zweck/Aufwand/Nutzen.
Außerdem passt es dann nicht zu deiner Äußerung, dass es "mehr Gefühle" gäbe, die dann Romantik ausmachen.
Zitat:
Es gibt immer einen Zweck. Der große Unterschied ist darin, dass man mehr Gefühle entwickelt, als man bräuchte. Wenn man mehr gibt, ist man romantisch.


Es gäbe dann folgerichtig, wie ich bereits erwähnte, lediglich die Illusion davon, die manche Menschen gerne aufrecht erhalten.
Dann kann/braucht man m.M. nach aber keinerlei Einteilung in Romantiker und Aromantiker, sondern man könnte auch sagen, die einen möchten in dem Glauben an "Emotion und Liebe" leben und die anderen nicht.

Damit zurecht komme ich.
Denn mir persönlich ist das ziemlich gleich, wie andere sich oder mich bezeichnen. Aber, aktuell erscheint mir diese Diskussion einfach so unpassend, da man für "aromantisch" eben genau aufgrund dieser Erkenntnisse einfach bei "keine partnerschaftliche Beziehung erwünscht/gekonnt/gewollt" bleiben sollte.
Denn ansonsten geht auch diesbezüglich das Gekekse los wie der Asexualitätsdefinition.



Partnerschaften führen könnten ja beide in gleicher Weise.
(laut deiner Definition und manch anderen hier, wäre ich dann halb und halb Razz)
Somit sollte doch die einfache Definition ausreichen, oder nicht?
(ich weiß schon, dass ein Mitauslöser hierfür war, dass jemand kam und (frei übersetzt) meinte "ich bin mehr aromantisch als ihr. Ich hab noch nicht mal Freundschaften")


Edit fügt an:
Der EP an sich ist ja schon eine äußerst wertende Aussage, in denen evt. Zweckbeziehungen (dahingestellt, ob alle zwischenmenschlichen Bindungen welche sind) als etwas negatives dargestellt.
Das erschließt sich mir auch nicht, da man mit dieser Art alles abwerten kann.
Z.B. die Nutzung dieses Forums:
"Ist die Nutzung eines Forums nicht nur billiger Ersatz für echtes Leben und Gesprächspartner und wie lange hält diese Verblendung in der Regel an?"
Das entbehrt ja schon die Möglichkeit, dass etwas auch Bereicherung sein kann und eben nicht vergänglich oder verblendet ist.
Aber, um auf das EP einzugehen:
Ich -brauche- keinen Mann/keine Frau. Ich habe durch Zufall einen, mit dem ich mein Leben teile, weil´s durch Glück einfach so passt ohne Einschränkungen.
Wie lange "Romantik" anhält, weiß ich nicht. Ich befürchte, die hatte ich noch nie....
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Sandkastenzorro
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BeitragVerfasst am: Fr Dez 25, 2015 22:46    Titel: Antworten mit Zitat

Seraph hat folgendes geschrieben:
Mich selbst stört, das Liebe als äußerst bedeutsames Gefühl einfach herabgesetzt wird.


Und genau das ist der einzige Grund, warum du hier versuchst, die Dinge nach deinem Gusto umzudefinieren. Es stört dich, dass andere Menschen deiner Emotionshierarchie nicht folgen und Dinge als wertvoller betrachten, die du als minderwertiger empfindest.

Schau doch einfach auf Sikus Website - da wird Aromantik in all seinen Facetten erklärt - aus erster Hand von Aromantikern. Was ein Romantiker dann da wieder rumbiegt und glaubt, die Expertise über anderer Leute Lebenslage zu haben, ist mir schleierhaft.

Du kannst deine Zweckgemeinschaften gerne haben und auch deine höhergestellte Liebe - niemand pfuscht dir da rein und es gibt sicher abertausende von Leuten, die das ähnlich sehen wie du - nur gestehe doch einfach denen, die es nicht so sehen, ihre Empfindungen ebenso zu.

Keine Pizza, keine Pasta - basta!
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asba




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BeitragVerfasst am: Fr Dez 25, 2015 23:35    Titel: Antworten mit Zitat

Seraph hat folgendes geschrieben:
Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:

Tötet derjenige aus Spaß, dann akzeptierst du das sicher auch nicht mehr Wink
Von daher - Bedigungslosigkeit gibt es nicht. Nie. Nirgendwo. Auch nicht (oder schon gar nicht) in Partnerschaften. Und die Schmerzgrenze ist bei jedem anders gelagert. Von daher sind gemäß deiner Definition jedwede zwischenmenschlichen Beziehungen Zweckgemeinschaften - die partnerschaftliche eingeschlossen.
Du hast mich missverstanden! Man soll nicht nachtragend sein, sondern die Fehler zukünftig verhindern (Man kann Spaß beim Töten haben, aber man kann nicht ohne sein Gewissen töten).
Das verstehe ich nicht. Selbst wenn ich an die Zukunft denke, kann ich jetzt noch nicht sagen, was ich davon halten würde, wenn mein Freund jemanden umbringt. Falls es dazu kommen würde, kämen viele Faktoren ins Spiel und ausschlaggebend wären die Hintergründe für die Tat. Wäre es aus Notwehr, wäre ich einfach nur froh, dass meinem Freund nichts passiert ist. War es "Absicht", müsste ich die Hintergründe wissen, wie es so weit kommen konnte. Kann ich es verstehen/nachvollziehen, würde ich immer noch zu ihm stehen.
Die Tötungsfrage geht auch bei Aromantikern daneben, die keine Brieffreundschaften zu Inhaftierten unterhalten, weil man diese Frage direkt auf Paarbeziehungen weiterleiten kann. Wie würden Menschen reagieren, wenn ihre "zweite Hälfte" plötzlich zu Jack the Ripper mutiert?

Seraph hat folgendes geschrieben:
Aromantik, heißt doch, dass man keine "unnötigen" Gefühle hat.
Heißt es nicht. Aromantiker sind nicht gefühlskalt. Das ist wieder etwas anderes.

SchuffiPupsi hat folgendes geschrieben:
Die Emotionstiefe ist eigentlich schon die gleiche, es fehlt aber das Verlangen -selbst bei dem Glück jemand passenden zu finden- gemeinsam ein Leben aufzubauen (Familie, Zusammenleben, gemeinsame Zukunftsplanung usw.).
Vielen Dank für diese wundervolle Definition! Hast du sehr schön in Worte gefasst, genauso sehe ich das auch Smile

Seraph hat folgendes geschrieben:
Außerdem müsste romantisch auch bedeuten, dass man irrationale Gefühle mitbringt, welche man in der jeweiligen Stärke nicht in einer Situation empfinden sollte (man wird angerempelt und verspürt extreme Wut und verprügelt jemanden). Zum Beispiel steigt die Emotionstiefe bei Romatikern, wenn sie ein Gefühl öfters haben, da die Gefühle kumulieren. Bei einem Aromatiker dürfte es demnach kein gesteigertes Gefühl geben, sprich die Gefühle sind nicht ausschlaggebend für das Handeln, sondern unterstützen es nur, also gibt es auch nur logisches und kein emotionsgesteuertes Handeln.
Nochmal: Aromantisch bedeutet nicht "gefühlskalt"!!! Wir können ebenso emotional auf Ereignisse und äußere Einflüsse reagieren. Wut, Angst, Trauer, Freude, etc. hat noch lange nichts mit dem Wunsch nach einer Partnerschaft zu tun.

SchuffiPupsi hat folgendes geschrieben:
Hat das nicht aber auch jeder romantische Mensch? Letztendes liebt er Menschen, um zurückgeliebt zu werden, um Vertrauen zu fassen, nicht allein zu sein, um sich vollständig zu fühlen, Körperkontakt zu erhaschen usw usw.
Um diese Aussage mit dem Ursprungsthema des Threads zu verknüpfen: Sex ist nur einer von vielen Zwecken. Ich stell mir das gerade wie eine Checkliste vor: Es gibt 10 Punkte zur Auswahl. Erreicht man mindestens 7 Punkte, ist dieses Lebensmodell erstrebenswert. Genauso könnte man die Frage stellen: Wozu hat man eine Beziehung, wenn man nur eine Wohnung mietet und kein gemeinsames Haus baut?


Warum muss man alles unnötig verkomplizieren und sich neue Definitionen aus den Fingern saugen?
Ich bin und bleibe eine Aromantikerin, auch ich eine tiefe emotionale Bindung zu meinen Freunden habe. Auch hier gibt es große Unterschiede: die richtig engen Freunde, die guten Freunde, die Freunde und die Bekannten. Die erste Gruppe ist die Kleinste (max. 3 Leute), die letzte naturgemäß die Größte.
Ich bin und bleibe eine Aromantikerin, auch wenn ich öfters sehr emotional reagiere, besonders, wenn mich jemand zur Weißglut bringt.
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Sandkastenzorro
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BeitragVerfasst am: Fr Dez 25, 2015 23:50    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wie würden Menschen reagieren, wenn ihre "zweite Hälfte" plötzlich zu Jack the Ripper mutiert?


Jack the Ripper war meine erste große Liebe. Deshalb find ich das alles hier gerade so furchtbar lustig, man verzeihe mir. Aber als jemand, dessen Partner seit jeher bevorzugt Serienmörder sind, ist das Argument "Wenn dein Partner aber jemanden tötet!!11einself" einfach knuddelig.
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Lebenskünstler





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BeitragVerfasst am: Sa Dez 26, 2015 0:06    Titel: Antworten mit Zitat

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:
Wodurch unterscheiden sich denn Romantik und platonische Partnerschaft? Ist das eine eine lose Übereinstimmmung und das andere eine Art Abmachung?


Ich habe einige Zeit eine platonische Partnerschaft gelebt, die war alles andere als romantisch, sondern sehr verstandesorientiert, nüchtern kühl. Wink


Aber ich schmunzle anhand der Diskussion, was ich mit meinem Anfangspositing hier ausgelöst habe. Laughing

Für mich sind Freundschaft und Liebesbeziehung verschiedene Ebenen. Meinen besten Freund liebe ich durchaus, aber würde mit dem nun nicht kuscheln oder dergleichen. Von einer romantischen Beziehung habe ich da nun auch andere Vorstellungen und Wünsche. Very Happy
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asba




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BeitragVerfasst am: Sa Dez 26, 2015 10:18    Titel: Antworten mit Zitat

@ SKZ: Schon klar, aus deiner Warte sieht das ein bisschen anders aus Wink
Aber eines darfst du nicht vergessen: Bei Jack und deinen Brieffreunden wusstest du bereits vorher von den Taten. Ich meine mich an einen anderen Tread zu erinnern, wo du (sinngemäß) geschrieben hast, dass unter Anderem deren Psyche abseits der gesellschaftlich vorgegebenen Normalität die Faszination für dich ausmacht.
Es macht schon einen großen Unterschied, wenn ein geliebter Mensch unvorhergesehen jemand anderen umbringt. Das bringt einen zwangsläufig dazu, diesen geliebten Menschen mit anderen Augen zu betrachten. Welches Endergebnis man daraus zieht, hängt meiner Meinung nach stark von den Gründen für die Tat und wie man selbst zu diesen Gründen steht ab.

@ Lebenskünstler: Du sagst, Freundschaft und Liebe sind zwei Ebenen. Können sie deiner Meinung nach trotzdem denselben Tiefgang auf emotionaler Ebene haben? Wenn auch auf andere Weise?
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Sandkastenzorro
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BeitragVerfasst am: Sa Dez 26, 2015 12:49    Titel: Antworten mit Zitat

@asba

Es geht doch darum, dass hier das Argument sein soll "Einem Freund würdest du den Mord nicht verzeihen, einem Partner schon". Und das find ich ziemlich verdreht, weil eine Freundschaft mit weniger Bedingungen auskommt als eine Partnerschaft. Eine Partnerschaft geht schon an viel kleineren Dingen zu Bruch, da braucht es nichtmal einen Mord. Da reicht es aus, wenn der Partner fordert, eine zweite Frau ehelichen zu wollen, wie im Islam.
Das mein ich eben mit "Es gibt keine Bedingungslosigkeit". Die gibt es nie. Und in einer Partnerschaft noch weniger als in einer Freundschaft.
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BeitragVerfasst am: Sa Dez 26, 2015 13:57    Titel: Antworten mit Zitat

Seraph hat folgendes geschrieben:
Ganz einfach, wenn dein Freund einen Menschen umbringen würde, würde er dein Freund bleiben? Wenn nein, dann ist es auf seine Eigenschaften aufgebaute Zweckgemeinschaft, weil genau dann dein Bild von ihm verändert wird.


Nach der Definition ist jede zwischenmenschliche Beziehung nur Zweckgemeinschaft, denn kein (normaler) Mensch wird von vorneherein sagen, oh toll, ein Kaltblütiger Mörder mit dem gehe ich jetzt eine Beziehung ein - vielleicht überleb ich es sogar...
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Beiträge: 202
BeitragVerfasst am: Sa Dez 26, 2015 14:14    Titel: Re: Für was ? Antworten mit Zitat

Lebenskünstler hat folgendes geschrieben:
Für was braucht eine asexuelle Frau einen Mann?

Für was braucht ein asexueller Mann eine Frau?


Ich denke, die Gründe sind die gleichen wie bei den nicht asexuellen. Als soziales Wesen strebt der Mensch in der Regel nach Liebe, Geborgenheit, Austausch, Sinnfindung etc. Für viele ist die Erfüllung dieser Bedürfnisse u. a. mit einer Partnerschaft verbunden.
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Zu lieben oder geliebt zu haben genügt. Danach verlangt
nichts mehr! In den geheimnisvollen Wendungen des
Lebens ist keine weitere Perle mehr zu finden.

(Victor Hugo 1802-1885, französischer Schriftsteller)
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Anmeldungsdatum: 22.11.2007
Beiträge: 1781
BeitragVerfasst am: Sa Dez 26, 2015 14:25    Titel: Antworten mit Zitat

SchuffiPupsi hat folgendes geschrieben:
Aber eigentlich reicht doch auch die Definition, dass Aromantik nur bedeutet, dass man keine Partnerschaften eingehen mag/kann/will.
Und "Aplatonik" meint einfach nur, dass man keine Freundschaften aufbauen kann/will/mag (sondern lediglich z.B. Bekanntschaften oder Arbeitsbeziehungen).
Oder nicht?


Ah nein, man ist ja auch nicht nur dadurch Asexuell das man keine sexuelle Beziehung eingehen will oder kann.
Wer keine Partnerschaft eingehen will oder kann, kann trotzdem das romantische Bedürfnis danach verspüren - ein Aromantiker ist jemand der dieses Gefühl/Bedürfnis nicht kennt.
Dito für Aplatonik, Unfähigkeit/Unwillen macht einen nicht zum Aplatoniker.
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Wohnort: In der Mitte von M-V
BeitragVerfasst am: Sa Dez 26, 2015 14:41    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
ein Aromantiker ist jemand der dieses Gefühl/Bedürfnis nicht kennt.

Dann sind aber alle hier, die Freundschaften pflegen und die Tiefe der Emotion gleichartig verspüren, nicht aromantisch.

Ich schrieb an anderer Stelle:
Aromantiker haben kein Verlangen/Bedürfnis nach einer Partnerschaftsbeziehung.
Analog zu:
Asexuelle haben kein Verlangen nach sexueller Interaktion.

Wobei nun aber das Problem bestünde, dass ein Asexueller Sex machen kann (aus unterschiedlichsten Gründen) und ein Aromantiker könnte eine Paarbeziehung eingehen (=Zweckbeziehung).

Was wiederrum für manch User schwierig zu differenzieren sein dürfte und automatisch bedeutet, dass nicht alle zwischenmenschlichen Bindungen Zweckbeziehungen sind usw.
(und manche Menschen wären dann halb und halb)

Ich habe hier von noch niemandem, der sich aromantisch nennt, gelesen, dass die Definition "Keine Partnerbeziehung erwünscht/angestrebt/gewollt" nicht auch passt.
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