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Abneigung/Hass bei Vorstellung an einen festen Partner
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endlose_Dunkelheit




Alter: 28
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 14.08.2015
Beiträge: 58
Wohnort: Jade
BeitragVerfasst am: So Nov 15, 2015 0:27    Titel: Abneigung/Hass bei Vorstellung an einen festen Partner Antworten mit Zitat

Hallo!

Ich weiß jetzt nicht genau, ob dieses Thema hierzu passt, aber ich würde gerne mal meine Gefühle zu meinem Exfreund und meine Gefühle zu der Vorstellung einer weiteren Partnerschaft beschreiben und würde gerne wissen, ob es hier einigen ähnlich geht.

Ich würde mich nicht als aromantisch bezeichnen, da ich schon mehrmals verliebt war. Ich weiß nicht so recht, wie ich das ganze beschreiben soll, aber ich versuche es mal.
Ich habe nichts gegen körperliche Nähe, bedeutet Umarmungen, Massagen, die Hand geben usw. Aber mehr, wie z.B Küssen, Berührungen an intimen Stellen und sogar Sex gehen für mich gar nicht, was in der Vergangenheit anders war, aber darum geht es jetzt nicht direkt.
Es ist so, dass ich mir mal immer wieder ab und zu vorstelle, wie es eigentlich wäre, noch mal einen festen Partner zu haben und ggf. zu heiraten und eine Familie zu gründen. Und bei dieser Vorstellung empfinde ich immer wieder starke Abneigung.
Ich bin single und sehr glücklich damit zur Zeit und kann auch so am besten mein Leben genießen, wie ich aber auch schon mal hier im Forum beschrieben habe.
Aber ich stelle mir auch ab und zu immer mal wieder vor, wie es wäre, einen Mann kennen zu lernen, wo das Äußere und der Charakter wirklich passt und ich mich verliebe. Und bei dieser Vorstellung wünsche ich mir dann doch körperliche Nähe, wie Umarmungen, kuscheln, Händchen halten in dem Moment.
Das widerspricht sich aber mit dem, was ich gerade weiter oben geschrieben habe. Aber für eine normale Partnerschaft, wie weiter oben beschrieben ( heiraten, regelmäßiger Geschlechtsverkehr, Familie gründen usw ), bin ich nun mal nicht bereit und ich wage es sehr zu bezweifeln, dass ich je dafür bereit sein werde. Beruflicher Erfolg, Freunde, Hobbys und Freiraum sind mir sehr wichtig und allein die Vorstellung daran, einen anstrengenden Arbeitstag hinter mir zu haben und dann nach Hause zu kommen und dann da noch so ein Kerl am Abend von mir Sex erwartet, weil er ja nun mal erregt ist und seine Bedürfnisse erfüllt werden müssen, nervt mich/macht mich unwahrscheinlich wütend. Für viele Frauen scheint es etwas ganz Normales, ja, sogar etwas sehr schönes zu sein, da Sex ja die schönste Nebensache der Welt ist. Viele Frauen gehen arbeiten und schlafen am Abend mit dem Partner, egal, wie lange sie gearbeitet haben und wie spät sie nach Hause gekommen sind. Das ist vollkommen normal für die meisten Menschen. Oder am frühen Morgen mit Sex geweckt zu werden ebenfalls. Aber für mich persönlich geht so was gar nicht und das nicht, weil ich so gestresst und kaputt von meiner Arbeit bin, dass mir der Sex körperlich einfach nur zu anstrengend wäre, denn ich habe auch nach der Arbeit genug Energie, um 15 bis 30 Minuten zu trainieren, um schlank zu bleiben und fahre viel Fahrrad und gehe viel spazieren und mache auch noch 2 mal die Woche zusätzlich Sport. Es hat also nichts mit körperlicher Erschöpfung zutun. Sondern es ist einfach nur pure Abneigung, ich würde es sogar schon als Wut/Hass beschreiben. Also, die Vorstellung, am Abend von der Arbeit zu kommen und zu Hause wartet ein Kerl auf mich, um mit mir in die Kiste zu steigen, oder auch einfach nur, um mit mir gemeinsam zu Bett zu gehen, um mit mir noch intensiv zu kuscheln und um sich mit mir zu küssen, ist für mich unvorstellbar. Oder am Morgen mit Sex geweckt zu werden , oder wachgeküsst zu werden noch viel schlimmer. Ich bin körperlich sehr fit und sehr selten am Tag müde, da ich mich auch körperlich sehr viel bewege. Aber wenn ich am Morgen nicht ausgeschlafen bin, heißt, vom Wecker geweckt worden bin, bin ich zuerst müde. Und Stress am Morgen geht bei mir gar nicht. Daher trinke ich morgens immer einen Kaffee, oder einen Energydrink, um in die Gänge zu kommen und bin dann aber auch innerhalb von 15 bis 30 Minuten fit. Wenn ich mir aber vorstelle, einen Partner zu haben, der dann gleich am Morgen von mir Sex verlangt, mich wie wild anfasst und mich küsst, dann breitet sich eine große Wut in mir aus. Ich könnte dem dann rechts und links eine knallen, ihm den Hals umdrehen und anschließend gegen die Wand klatschen. Rolling Eyes Denn für mich ist sowas einfach nur stressig und aufdringlich und einfach auch zu viel und ich finde es auch mehr, als abstoßend. Deshalb kommt eine " normale " Beziehung auch niemals für mich in Frage.
Wenn ich an der Beziehung mit meinem Ex zurück denke, empfinde ich Ähnliches. Nur, dass ich damals ein wenig anders gedacht/gefühlt habe, als jetzt. Damals war ich in ihn verliebt und habe die körperliche Nähe mit ihm, das Kuscheln und sogar auch das Küssen mit ihm genossen. Und jetzt vom Thema Sex abgesehen war ich damals auch trotzdem ab und zu sehr abgenervt und überfordert mit der Beziehung. Einerseits habe ich jedes WE mit ihm sehr gerne verbracht, weil wir eben auch viel zusammen unternommen haben, wir haben viele Städte besucht usw. Anderseits habe ich auch gemerkt, dass mir mein Freiraum fehlte. Denn er wollte jedes WE mit mir verbringen, ich blieb in der Regel jedes Wochenende von Freitag Nachmittag/Abend bis Sonntag Abend bei ihm, es sei denn, ich, oder er hatten etwas vor, aber selbst dann waren wir zumindest das halbe WE zusammen. Und in der Woche haben wir uns dann noch Montag und Mittwoch Nachmittag auch noch immer getroffen. Also hatte ich praktisch nur den Dienstag und den Donnerstag für mich. Und das war mir ab und zu auch zu viel und ich war damit überfordert, aber komischerweise auch nicht immer. Es gab Phasen, da hätte ich am liebsten jeden Tag gerne mit ihm zusammen verbracht und aber auch Phasen, wo mir 1 bis 2 Wochen Abstand sicherlich ganz gut getan hätten. Hinzu kommt noch, dass wir meistens in getrennten Räumen geschlafen haben, was von mir aus ging, denn er hätte am liebsten mit mir zusammen in einem Bett geschlafen. Ich habe dann immer bei ihm im Wohnzimmer auf der Couch geschlafen. Denn mir war es meistens zu viel Nähe, da ich auch meinen Schlaf brauche und Ruhe brauche. Dazu hat er noch sehr laut geschnarcht. Aber auch allein schon gleich am Morgen nach dem Erwachen zu kuscheln und zu küssen war mir damals schon zu viel. Es gab aber auch Ausnahmen, da wir mehrmals in den Urlaub gefahren sind und uns dann natürlich ein Hotelzimmer geteilt haben. Das war dann aber auch nur so gerade erträglich, wenn ich meine Ohrenstöpsel dabei hatte und er sich beim Schlafen von mir fern hielt. Also Arm in Arm schlafen ging nicht, höchstens nur kurz, wenn ich sehr müde war, aber normalerweise nicht.
Es gab aber auch Tage, wo wir bis zum späten Nachmittag nur rumlagen und gekuschelt und uns geküsst haben. All das kann ich nun nicht mehr nachvollziehen, weil ich, wie gesagt, inzwischen anders denke. Ich sehe es heute als Zeitverschwendung, nur rumzuliegen und zu faulenzen, also sozusagen nichts zu tun und ich vergleiche es komischerweise immer mit damals, also mit der Beziehung, obwohl das eine ja gar nichts mit dem anderen zutun hat. Ich hasse es, nicht in die Gänge zu kommen. Ich finde es sinnvoller, sich zu bewegen, zu arbeiten, seinen Hobbys nachzugehen und sich mit Freunden zu verabreden, als dumm rumzuliegen, rumzuknutschen und Sex zu haben und empfinde bei der Vorstellung daran dementsprechend Abneigung. All das ergibt für mich alles keinen Sinn mehr und ich empfinde Abneigung, sogar etwas Hass, was aber vielleicht auch damit zusammenhängen könnte, dass ich für meinen Exfreund schon lange nichts mehr empfinde und ihn jetzt sogar im Nachhinein unattraktiv und sogar abstoßend finde. Aber der Gedanke an einer weiteren Partnerschaft mit küssen, Sex, heiraten und Familie gründen finde ich ebenfalls sehr abstoßend und deshalb kommt es in meinem Leben auch überhaupt nicht mehr in Frage.
Sexuelle Frauen mögen es, körperlich begehrt zu werden. Ich dagegen finde es einfach nur abstoßend und nervig. Anderseits stelle ich mir ab und zu einen Partner vor, der mir äußerlich und vom Charakter genau zusagt und wie ich mit ihm körperliche Nähe austausche, bloß das ganze eben ohne Sex und ohne küssen, küssen höchstens nur sehr selten, also praktisch nur mit Umarmungen, kuscheln und Händchen halten und mit genug Freiraum.
Aber auch das sind nur Fantasien und es ist deshalb kein Wunsch von mir, so einen Partner zu finden, zumal dies auch sehr unwahrscheinlich, eigentlich sogar unmöglich ist, so jemanden zu finden.
Ich habe das ganze nun so ungefähr beschrieben und ich möchte gerne erfahren, wie es bei euch so ist. Habt ihr ähnliche Gedanken/Gefühle zum Thema Partnerschaft? Empfindet ihr auch Abneigung, wenn ihr euch eine " normale" Partnerschaft vorstellt? Wie ist es mit Exfreunden/Exfreundinnen gewesen? Ging es euch da ähnlich, wie mir?
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Prinzess
abgemeldet




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.12.2013
Beiträge: 1477
BeitragVerfasst am: So Nov 15, 2015 8:02    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kenne ausschließlich Abneigung, wenn ich an Partnerschaft in Bezug auf mich denke. Daher hatte ich auch noch nie eine und vermisse da rein überhaupt nichts.

Mit anderen etwas zu unternehmen, finde ich schön oder gemeinsamen Hobbys nachzugehen. Aber rumfläzen und den Müßiggang genießen, das mache ich am liebsten mit meinem Hund alleine. Da würden andere stören, die da mit eigenen Bedürfnissen reinpfuschen.

Ich kann Deine unangenehmen Gefühle beim Gedanken an Deine vergangene Partnerschaft und an Partnerschaft überhaupt gut nachvollziehen und habe das beim Lesen auch so mitempfunden.
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asba




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.08.2014
Beiträge: 762
Wohnort: Österreich
BeitragVerfasst am: So Nov 15, 2015 17:53    Titel: Re: Abneigung/Hass bei Vorstellung an einen festen Partner Antworten mit Zitat

endlose_Dunkelheit hat folgendes geschrieben:
Ich habe nichts gegen körperliche Nähe, bedeutet Umarmungen, Massagen, die Hand geben usw. Aber mehr, wie z.B Küssen, Berührungen an intimen Stellen und sogar Sex gehen für mich gar nicht, was in der Vergangenheit anders war, aber darum geht es jetzt nicht direkt.
Same here Smile

endlose_Dunkelheit hat folgendes geschrieben:
Aber ich stelle mir auch ab und zu immer mal wieder vor, wie es wäre, einen Mann kennen zu lernen, wo das Äußere und der Charakter wirklich passt und ich mich verliebe. Und bei dieser Vorstellung wünsche ich mir dann doch körperliche Nähe, wie Umarmungen, kuscheln, Händchen halten in dem Moment.
Das widerspricht sich aber mit dem, was ich gerade weiter oben geschrieben habe. Aber für eine normale Partnerschaft, wie weiter oben beschrieben ( heiraten, regelmäßiger Geschlechtsverkehr, Familie gründen usw ), bin ich nun mal nicht bereit und ich wage es sehr zu bezweifeln, dass ich je dafür bereit sein werde.
Du definierst eine normale Partnerschaft über Sex und Familie gründen? Bitte mach dir selbst nicht so einen Druck, Mädel!
Was du dir wünscht, klingt nach genau dem, was sich 90% der romantischen Asexuellen wünschen (mit verschiedenen Leveln von körperlicher Zuwendung).
Es gibt keine "normale" Partnerschaft. Normal ist ein Konstrukt, das uns die Gesellschaft aufdrücken will, doch maximal ein Bruchteil der Menschen lebt tatsächlich nach der normalen Richtlinie. Und die auch nur, weil ihre Vorlieben zufällig in diese als normal definierte Schnittmenge fallen.

Sex beim Heimkommen, Sex vorm Frühstück, Sex zwischendurch ... das ist wohl eher die (Wunsch-)Vorstellung mancher Leute, aber ich bezweifle, dass es in "normalen" Beziehungen Realität ist. Ausnahmen bestätigen die Regel, doch 90% der Paare haben wsl nicht annähernd so häufig Sex.
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endlose_Dunkelheit




Alter: 28
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 14.08.2015
Beiträge: 58
Wohnort: Jade
BeitragVerfasst am: So Nov 15, 2015 21:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, ich kann auch überhaupt nicht nachvollziehen, was daran so toll sein soll, begehrt zu werden. Wenn ich mir vorstelle, dass jemand meinen Körper begehrt, dann empfinde ich es so, dass er seinen Sexualtrieb nicht unter Kontrolle hat und sich wie ein wildes Tier an meinen Körper ranschmeißt und mich dafür benutzt, um seine sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen.
Dass sich viele nach Liebe und körperliche Nähe sehnen, kann ich dagegen schon verstehen, denn jeder ist anders. Der eine braucht es, der andere kann auch ohne gut auskommen. Ich muss so was auch nicht unbedingt haben. Ich verzichte lieber darauf und halte die Kerle von mir fern.
Und ich habe ja auch gemerkt, dass mir zu viel Nähe gar nicht gut tut, weil ich in der Beziehung damals oft so genervt und unzufrieden war.
Jemanden am Morgen beim Erwachen neben mir liegen haben, der mich gleich küssen möchte und scharf auf mich ist, nein, danke! Very Happy
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SchuffiPupsi




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 23.04.2012
Beiträge: 1549
Wohnort: In der Mitte von M-V
BeitragVerfasst am: So Nov 15, 2015 21:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ich stelle mir die ganze Zeit die Frage:
Wie kommst du auf die Idee, dass so Beziehungen laufen?
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endlose_Dunkelheit




Alter: 28
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 14.08.2015
Beiträge: 58
Wohnort: Jade
BeitragVerfasst am: So Nov 15, 2015 22:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ich höre und lese so was überall. Im Fernsehen, im Internet und selten von Leuten, die ich kenne. Deshalb glaube ich, dass es in den meisten Partnerschaften so ähnlich laufen wird. Deshalb empfinde ich wahrscheinlich auch schon automatisch Abneigung bei der Vorstellung an eine Partnerschaft/einen Partner.
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SchuffiPupsi




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 23.04.2012
Beiträge: 1549
Wohnort: In der Mitte von M-V
BeitragVerfasst am: Mo Nov 16, 2015 12:24    Titel: Antworten mit Zitat

Eine Beziehung ist (nur) das, was zwei
Menschen daraus machen.
Nicht mehr und nicht weniger.

Und kein vermeintliches Bild davon.
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asba




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.08.2014
Beiträge: 762
Wohnort: Österreich
BeitragVerfasst am: Mo Nov 16, 2015 21:32    Titel: Antworten mit Zitat

endlose_Dunkelheit hat folgendes geschrieben:
selten von Leuten, die ich kenne.
Bitte hör dich ein bisschen mehr in deinem Bekanntenkreis um. Du wirst erstaunt sein, wie wenig das mit der Darstellung in den Medien übereinstimmt.

endlose_Dunkelheit hat folgendes geschrieben:
Deshalb glaube ich, dass es in den meisten Partnerschaften so ähnlich laufen wird.
Alle Menschen sind verschieden. Auch Sexuelle haben unterschiedliche Bedürfnisse, was körperliche Nähe und Sex angeht. In den meisten Partnerschaften gibt es nicht mehrmals täglich Sex. Auch täglich sei dahingestellt und von den Personen abhängig.
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Bittersweet27





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 18.10.2015
Beiträge: 17
Wohnort: mitte, rechts
BeitragVerfasst am: Di Nov 17, 2015 5:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, ich sehe das wie Asba.

Im realen Leben müssen die Leute diverse Themen unter einen Hut bekommen (Wohnung, Kinder, Haustier, Arbeit, nach der Arbeit arbeiten, Hobbies, Freunde...), die wenigsten haben i.d.R. mit Sex zu tun. Und selbst sexuell aktive Menschen haben ihre Zeiten, in denen höchstens noch Kuscheln als Ausdruck der gegenseitigen Zuneigung vollkommen ausreicht. Ich glaube, gerade morgens ist das so (ist aber nur so eine persönliche Erfahrung, muss nicht stimmen).

Und selbst, wenn sich beide Partner als sexuell bezeichnen, heißt das ja nicht, dass die sexuellen Bedürfnisse im gleichen Maße ausgeprägt sind. In einer Beziehung wird man wohl zu Kompromissen finden müssen. Möglicherweise fällt es einem Sexuellen wenig aktiven Menschen dann sogar leichter, diese Kompromisse mit einem Asexuellen zu finden, als mit einem sehr aktiven Sexuellen. Es ist am Ende das, wie SchuffiPupsi sagt, das, was zwei Menschen draus machen.
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Brigitte1963





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 22.09.2015
Beiträge: 10
Wohnort: Schweiz
BeitragVerfasst am: Di Nov 17, 2015 10:26    Titel: Antworten mit Zitat

Aus meiner eigenen Erfahrungen kann ich schon bestätigen, dass viel Männer mit der sogenannten "Morgenlatte" aufwachen und dann durchaus Lust auf Sex haben und den auch wollen.
Während der Woche wird dann vielleicht aus Zeitgründen nichts daraus, aber an freien Tagen ist es schon oft ein Muss...

Sicherlich gibt es auch andere. Aber ich hatte leider immer sehr sexuelle Partner... Und war somit ständig unter Druck.
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Brigitte1963





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 22.09.2015
Beiträge: 10
Wohnort: Schweiz
BeitragVerfasst am: Di Nov 17, 2015 12:42    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Endlose-Dunkelheit !

Ich verstehe Deine Gefühle im übrigen sehr gut. Ich bin jetzt 52 und mir gings von jung an immer ähnlich. Trotzdem habe ich mich durch diverse Beziehungen mit Männern gekämpft, weil ich dachte es ist einfach "normal", dass man eine Lebenspartner haben muss. Und "normal" ist es wohl auch, weil das bedeutet ja der "Norm entsprechend" und die Mehrheit der Menschen, möchte ja auch das gängige Beziehungsmodell leben, heiraten, Kinder bekommen usw.

Aber es gibt eben auch die Menschen neben der Norm. Es hat mich mein halbes Leben gekostet, zu akzeptieren, dass ich anders bin. Dass ich mich in einer Beziehung eingeengt fühle, dass mir regelmässiger Sex eine Last ist. Und einen Kinderwunsch hatte ich auch nie (dachte immer der kommt noch wenn die biologische Uhr tickt, aber ist nicht passiert).

Vor ca. 15 Jahren habe ich mich dann entschieden, dass für mich nur noch ein Leben ohne Partner in Frage kommt. Und ich bin sehr glücklich damit. Und stehe dazu.

Zu Beginn musste ich mich noch öfters mit Unverständnis in meinem Umfeld rumschlagen, oder sogar mit Bedauern "dass so eine tolle Frau wie ich keinen Mann findet" usw. Aber mit der Zeit hat man auch hier die passenden Antworten parat und inzwischen bin ich zum Glück in einem Alter, wo man von solchen Fragen und Bemerkungen mehrheitlich verschont bleibt. Auch wenn es immer noch einige gibt, die mir die Freiwilligkeit meines Singlelebens nicht abkaufen und mir immer prophezeien, dass ich meine Meinung schon ändern werde, wenn "der Richtige" kommt. Aber das ist mir piepegal.

Was ich Dir, als viel ältere Frau als Du, eigentlich mitgeben will ist, dass wenn Du keine Lust hast auf eine Beziehung, und auch keine Bedürfnis eine Familie zu gründen und Kinder zu haben, dann lehne Dich einfach entspannt zurück und lebe Dein Leben, ohne Dir selber Druck zu machen. Denn Frau kann heute sehr gut alleine leben. Und falls Du Deine Meinung in 10 Jahren änderst, weil Dir ein Mann über den Weg läuft, der es Dir doch Wert ist, und bei dem Dich der Beziehungsgedanke nicht anwidert, dann kannst Du immer noch einen anderen Weg einschlagen.

Früher wäre ich wohl ins Kloster geflüchtet um keine Familie gründen zu müssen. Heute geht's zum Glück auch anders !

Laughing
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endlose_Dunkelheit




Alter: 28
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 14.08.2015
Beiträge: 58
Wohnort: Jade
BeitragVerfasst am: Mi Nov 18, 2015 16:03    Titel: Antworten mit Zitat

Brigitte1963 hat folgendes geschrieben:
Aus meiner eigenen Erfahrungen kann ich schon bestätigen, dass viel Männer mit der sogenannten "Morgenlatte" aufwachen und dann durchaus Lust auf Sex haben und den auch wollen.
Während der Woche wird dann vielleicht aus Zeitgründen nichts daraus, aber an freien Tagen ist es schon oft ein Muss...

Sicherlich gibt es auch andere. Aber ich hatte leider immer sehr sexuelle Partner... Und war somit ständig unter Druck.




Ja, so was ist nicht schön, wenn man ständig diesen Druck hat, oder besser gesagt, unter Druck gesetzt wird. Mir hat da eine einzige Partnerschaft schon gereicht. Ich hatte zwar nicht einmal Geschlechtsverkehr mit meinem Exfreund gehabt, aber dass er mich schon deshalb unter Druck gesetzt hat und es ständig Streit deswegen gab, war schon schlimm genug. Einmal sagte er mir das mit der Morgenlatte auch, dass er morgens am meisten Lust auf Sex hätte und dass es wohl bei Männern allgemein so wäre. Daraufhin war ich erst recht nicht mehr dafür bereit, mit ihm zu schlafen.

Da erinnere ich mich an eine Chatseite, wo ich bis vor paar Monaten noch angemeldet war in der Hoffnung, dort nette Leute kennen zu lernen. Jedenfalls waren da verschiedene Gruppen, so ähnlich, wie auf Facebook, denen man beitreten konnte. In sehr vielen Gruppen ging es um Sex, was mich allgemein sehr störte. Ich bin natürlich keiner dieser Gruppen beigetreten. Aber eine Gruppe hieß " Sex am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen".
Tja, da bin ich komplett anderer Meinung.
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endlose_Dunkelheit




Alter: 28
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 14.08.2015
Beiträge: 58
Wohnort: Jade
BeitragVerfasst am: Mi Nov 18, 2015 16:14    Titel: Antworten mit Zitat

Brigitte1963 hat folgendes geschrieben:
Zu Beginn musste ich mich noch öfters mit Unverständnis in meinem Umfeld rumschlagen, oder sogar mit Bedauern "dass so eine tolle Frau wie ich keinen Mann findet" usw. Aber mit der Zeit hat man auch hier die passenden Antworten parat und inzwischen bin ich zum Glück in einem Alter, wo man von solchen Fragen und Bemerkungen mehrheitlich verschont bleibt. Auch wenn es immer noch einige gibt, die mir die Freiwilligkeit meines Singlelebens nicht abkaufen und mir immer prophezeien, dass ich meine Meinung schon ändern werde, wenn "der Richtige" kommt. Aber das ist mir piepegal.



Früher wäre ich wohl ins Kloster geflüchtet um keine Familie gründen zu müssen. Heute geht's zum Glück auch anders !

Laughing



Ich finde es immer wieder nervig, dass sich andere Leute immer überall einmischen müssen und dass man so sehr auf Unverständnis stößt. Was gut ist für einen, wie man leben möchte, das sollte doch jeder für sich selbst wissen/entscheiden. Solche Fragen wie:" Wie kommt es, dass so eine schöne Frau wie du single ist?", kenne ich nur zu gut.

Ich wäre in früheren Zeiten wohl auch freiwillig lieber in´ s Kloster gegangen, obwohl ich nicht mal gläubig bin. Very Happy
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Maxi




Alter: 36
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.07.2005
Beiträge: 3129
BeitragVerfasst am: Do Nov 19, 2015 0:13    Titel: Antworten mit Zitat

endlose_Dunkelheit hat folgendes geschrieben:
Einmal sagte er mir das mit der Morgenlatte auch, dass er morgens am meisten Lust auf Sex hätte und dass es wohl bei Männern allgemein so wäre.
Soweit ich weiß, haben Männer eher abends mehr Lust auf Sex, während es morgens eher die Fauen sein sollen.

Ansonsten hat ne Morgenlatte eh nix mit sexueller Erregung zu tun, sondern ist nur ein Wartungsvorgang. Das passiert mehrmals in der Nacht und da geht das auch von alleine wieder weg.
_________________
sex doof
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Bittersweet27





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 18.10.2015
Beiträge: 17
Wohnort: mitte, rechts
BeitragVerfasst am: Do Nov 19, 2015 1:17    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wartungsvorgang
gefällt mir als Beschreibung! Würde ich so bestätigen, allerdings kann so ein erregiertes Teil wohl auch die Fantasie anregen. Wenn man z.B. morgens kuschelt, baut das in der Löffelchen-Lage zwangsläufig Druck auf. Und ja, es ist durchaus möglich, dass mann aus diesem Wartungsvorgang in den Zustand sexueller Erregung wechseln kann und der Wunsch nach mehr entsteht.

Nicht nur asexuelle Partnerinnen dürfte das stören. Ich würde das nach meiner Erfahrung eher nicht an der Tageszeit festmachen. Zumindest weiß ich von sexuell aktiven Frauen, denen gerade morgens überhaupt nicht der Sinn nach Sex steht oder die nachts lieber durchschlafen als sich um die sexuellen Bedürfnisse ihres Partners zu kümmern.

Insofern verstehe ich, dass Du als Asexuelle sowas erst recht nicht haben möchtest und deshalb einen Bogen um Männer machst. Daher ist es dann ärgerlich, dass dann immer noch diese dummen Sprüche kommen. Ich finde es gut, wenn Du dazu stehst, vermeidet es doch Missverständnisse. Für einen sexuellen Mann ist es auch nicht leicht, wenn er in einer Beziehung erst später feststellt, dass seine Partnerin asexuell ist. Wenn er dann zu diesem Zeitpunkt noch nicht mal weiß, was asexuell bedeutet, wird schnell viel Porzellan zerschlagen. Das muss nicht sein, wenn man rechtzeitig klarstellt, was man mag, wie weit man gehen möchte. Da kann dann jeder für sich entscheiden, ob er dass so tragen kann, oder sich rechtzeitig zurückziehen.
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