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Ich hab die Liebe meines Lebens gefunden-und bin verzweifelt

 
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El_lute





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 31.10.2012
Beiträge: 15
Wohnort: Landkreis Osnabrück
BeitragVerfasst am: Do Okt 15, 2015 22:05    Titel: Ich hab die Liebe meines Lebens gefunden-und bin verzweifelt Antworten mit Zitat

Guten Tag,
vielleicht ist das, was ich hier schreibe nicht von großem Interesse für euch, aber ich muss es mir von der Seele schreiben.
Wie im Titel geschrieben, ich habe den wunderbarsten Mann getroffen, den man sich vorstellen kann. Ich liebe ihn so sehr...
Wir führten eine wunderbare Beziehung, so etwas hatte ich noch nie erlebt. Gefunden haben wir uns über das Forum. Das ist auch der Grund, weswegen ich selbstverständlich nicht in Details gehen werde und einiges verfremde.

XY (so nenne ich ihn mal) haben uns 2012 hier kennen gelernt. Wir hatten einen schwierigen Start und sind mit einigen Stolpersteinen im Sommer letzten Jahres zusammen gekommen. Seitdem war ich der glücklichste Mensch der ganzen Welt. Das erste Mal seit vielen Jahren konnte ich mich wieder einem Mann öffnen, das erste Mal überhaupt konnte ich mir vorstellen mit jemandem ein Kind zu bekommen. Wir hatten wunderbare Zeiten, wenn die auch nicht immer einfach waren.
Ich habe als Vegetarierin sogar gelernt Fleisch zuzubereiten um ihn glücklich zu machen.
11 Monate später ist er bei mir eingezogen, wir planten sein Haus zu renovieren und dann dort einzuziehen. Ich habe einiges aufgegeben für den Traum mit dem Mann meines Lebens eben dieses zu verbringen.

In dem Monat, in dem er bei mir eingezogen ist stand für mich der Abschluss einer Weiterbildung mit Examen an. 9 Monate Vorbereitung hatte ich neben meiner Vollzeitstelle geleistet. Ich glaube, ich muss niemandem erzählen, dass ich etwas schnell reizbar war... Danach war kurzzeitig alles gut, obwohl sich schon während dessen andere Probleme anbahnten.
Ich war ausgelaugt, hatte aber wieder Zeit an der Beziehung zu arbeiten. Das habe ich getan. Ich liebe es, den Menschen an meiner Seite glücklich zu sehen und tue alles dafür, leider manchmal offensichtlich zu viel...
Die anderen privaten Probleme (die ich hier nicht näher erläutern kann) spitzten sich zu, es kam immer häufiger zum Streit, bis ich eines Tages nach Hause kam, mein Freund weg war und ich auf dem Tisch einen Brief vorfand...
Am nächsten Tag fuhr ich zu ihm, wir hatten ein Gespräch, das aber zu nichts führte. Noch am selben Tag verabredeten wir uns für den nächsten Tag an einem neutralen Ort. Wir redeten und beschlossen es noch einmal miteinander zu versuchen. Er sagte, er wolle direkt wieder mit zu mir kommen. Ich hielt es eigentlich für einen Fehler, wollte ihm aber nicht vor den Kopf stoßen. Im Laufe der nächsten Wochen kümmerte ich mich sehr um unsere Beziehung, versuchte ihm jeden Wunsch von den Augen abzulesen. Ich habe wirklich alles getan. Es wurden nette Essen zubereitet, er brauchte eigentlich nichts zu tun außer die Zeit hier zu genießen. Er hat sich trotzdem z.B. im Haushalt eingebracht, alles schien perfekt.
Dann kam der Tag, an dem ich ihm abends verkündete, dass ich extra für ihn ein Schnitzel gekauft habe und er seltsam reagierte. Ein "ich habe keinen Hunger" war alles, was ich zu hören bekam. Mir war sofort klar, dass etwas nicht stimmte. Es war ein recht langes Gespräch, weil XY nicht auf den Punkt kam, was aber bei ihm normal ist.
Noch morgens war scheinbar alles in Ordnung gewesen, wir küssten uns zum Abschied und fuhren zur Arbeit.
Irgendwann fragte ich ihn, ob er mich überhaupt noch liebt und er antwortete: "ich weiß es nicht". Das war zu viel für mich. Ich habe ihn gebeten am nächsten Tag nach der Arbeit lieber in sein Haus zu fahren und darüber nachzudenken.
Höllische 6 Tage hörte ich nichts von ihm, dann bat ich ihn um ein Gespräch. Es riss mir den Boden unter den Füßen weg, als er mir sagte, dass er mich nicht mehr liebe.
Zwei Monate zuvor hatte er mir doch noch gesagt, dass er mich im nächsten Sommer an einem bestimmten Ort heiraten möchte (auch wenn das kein offizieller Antrag war).

Ich sitze jetzt in einem Loch, komme kaum noch hoch. Es war doch völlig klar, dass ich zu ihm ziehe und wir heiraten und eine Familie gründen. Davon haben wir beide immer gesprochen, das war unser gemeinsamer Traum.
Seit letztem Sonntag nun habe ich kaum etwas essen können. Ich bin krank geschrieben und weiß gerade nicht genau, wie das Leben weiter gehen soll.
Ich weine sobald im Fernsehen etwas von heiraten oder Kinder bekommen läuft. Ihr ahnt nicht, wie oft das ist...
Ich kann das Schlafzimmer nicht betreten und schlafe seitdem auf dem Sofa. Alles erinnert mich an ihn.

Ich wurde (von anderen Männern) geschlagen und vergewaltigt, aber noch nie so sehr verletzt.

Wie kann denn die Liebe einfach vergehen???

Ich sehne mich so sehr nach seiner Wärme, nach dem Kuscheln. Ich denke immerzu an unseren letzten Kuss, der an dem Morgen war bevor er am nächsten Tag ging und nie wieder kommen sollte.

Ich ertrage es nicht mehr. Er sagt mir zwar, dass ich nichts falsch gemacht habe, doch kann ich mir das nicht vorstellen.
Dann gäbe es ja keinen Grund mich nicht mehr zu lieben.

Vielleicht ist das Niederschreiben hier ein Teil meiner "Trauerbewältigung", vielleicht suche ich hier Zuflucht und Zuspruch. Ich kann allerdings noch immer nicht glauben, dass es wirklich so ist, dass ich diesen Mann wirklich für immer verloren habe.
Den Spruch "lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende" kann ich nicht mehr hören, also verzichtet bitte darauf. Dieser Spruch kam nicht nur von meinen, sondern auch von seinen Angehörigen und Freunden.








Lieber XY, vielleicht liest Du diesen Text eines Tages, ich weiß Du wirst aufgebracht sein. Aber was soll ich tun? Irgendwie muss ich damit klar kommen und dies ist ein Versuch. Ich liebe Dich
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„Dass mir mein Hund das Liebste sei, sagst du, oh Mensch, sei Sünde, mein Hund ist mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.“ Franz von Assisi
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Sandkastenzorro
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Alter: 38
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 3441
Wohnort: Bates Motel, 4019 Fairvale
BeitragVerfasst am: Do Okt 15, 2015 23:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ahje, man kann deine Verzweiflung förmlich schmecken :/
Dennoch schicke ich jetzt einen Disclaimer vorneweg, damit du nicht denkst, ich will dir irgendwas böses, hab ich nämlich auch gar keinen Grund zu. Ich bin einfach nur direkt, okay?

Meiner Erfahrung nach verschwindet die Liebe nicht einfach von heute auf morgen, sondern ist ein Prozess, der stetig vorantreibt und irgendwann zum Ende kommt. In dieser Zeit weiss der Verlasser oft selber noch gar nicht, was da eigentlich passiert, hält die Unzufriedenheit für ne vorübergehende Phase, will es sich nicht eingestehen, geht einfach den Trott der Gewohnheit mit, bis er irgendwann merkt: Nee, das ist nicht mehr das, was ich wollte. Und das ist der Zeitpunkt, wo die Liebe schon erkaltet ist.

Für den Verlassenen, der eigentlich gar nichts gemerkt hat, kommt es natürlich so vor, als wär das ganze ne Kurzschlussreaktion, oder die Gefühle wären einfach über Nacht ausgeknipst worden. Er selber hat den Prozess nämlich nicht bemerkt und steht von jetzt auf gleich vor vollendeten Tatsachen und deshalb fällt es einem so schwer, das zu glauben. Es wird sicherlich seine Gründe haben, warum seine Gefühle zum Erliegen gekommen sind - aber dass du etwas falsch gemacht hast, ist nur eine Option von vielen dafür. Halte ich nichtmal für großartig wahrscheinlich.

Es wird dir vermutlich kein Trost sein, was ich dir hier schreibe, denn Verlassenwerden tut einfach immer weh. Und auch, wenn du sicherlich durch diesen Thread irgendwo auch eine Message an ihn schicken wolltest, um ihn irgendwo zu berühren - ich halte es für keine gute Idee, da ich befürchte, dass du damit das Gegenteil erreichst.
Wenn der gute XY hier in diesem Forum ist, dann wird er vermutlich nicht sonderlich begeistert darüber sein, diesen Thread hier zu lesen, denn auch wenn er keine wirklich detaillierten Angaben enthält, so verrät er dennoch schon ziemlich viel - vor allem den (nun öffentlichen) Vorwurf (den schickst du mit, ob du es wolltest, oder nicht), dich mit seinem Fortgang unglücklich gemacht zu haben - und der Vorwurf ist hart, denn er erzeugt Schuldgefühle für etwas, für das er nichts kann. Denn letztendlich kann er sich genauso wenig dazu zwingen, Liebe zu erzeugen, wie du dich dazu zwingen kannst, deine Liebe abzustellen. - Was hätte er also tun sollen? Die Frage ist ernstgemeint.
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El_lute





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 31.10.2012
Beiträge: 15
Wohnort: Landkreis Osnabrück
BeitragVerfasst am: Do Okt 15, 2015 23:47    Titel: Antworten mit Zitat

Wie ich eingangs versucht habe zu schreiben, weiß ich gar nicht warum ich mich heute Abend hier hin gesetzt und nach über zwei Jahren ins Forum geschrieben habe.
Vielleicht weil ich alleine bin, weil es niemanden gibt, der mir unparteiisch zuhören kann oder will.

Ich weiß, dass er sich darin erkennen kann, aber niemand sonst, auch keine zukünftige Bekanntschaft oder Freundin. Genau so soll das auch sein. Auch wenn er mir jetzt den Boden unter den Füßen weggezogen hat möchte ich ihm niemals den Weg verbauen eine andere zu finden, die vielleicht das Glück hat, dass die länger bei ihm bleiben darf, denn er ist wirklich ein toller Mann.

Ich will ihm keine Schuldgefühle einreden, das war nicht meine Absicht, wirklich nicht.
Ich wünschte mir nur so sehr er hätte einfach mal mit mir gesprochen, versucht habe ich es oft genug.

Mag sein, dass der Thread völlig egoistisch war nur um mit der Sache irgendwie klar zu kommen, aber ich habe nichts geschrieben, dass er nicht wüsste.
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Sandkastenzorro
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Sexualität: keine Angabe
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Wohnort: Bates Motel, 4019 Fairvale
BeitragVerfasst am: Do Okt 15, 2015 23:55    Titel: Antworten mit Zitat

Über was gesprochen? Darüber, dass er seine Gefühle verliert? Was hättest du dann getan?
Stell dir die Situation doch mal umgekehrt vor, dass du in seiner Position bist. Und dann stell dir selbst die Frage: Was muss der andere tun, damit du ihn wieder liebst?
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El_lute





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 31.10.2012
Beiträge: 15
Wohnort: Landkreis Osnabrück
BeitragVerfasst am: Fr Okt 16, 2015 0:18    Titel: Antworten mit Zitat

Es tut mir keid, Sandkastenzorro, ich kann dir jetzt keine Antwort auf Deine Frage geben, denn alles würde sich als Vorwurf anhören, alles was ich Dir nun antworte könnte von ihm falsch verstanden werden.
Ich hätte einfach den Wunsch gehabt, dass er mit mir spricht.
Leider muss Du Dich damit zufrieden geben, sorry....

Vielleicht hätte man was retten können, es wäre den Versuch wert gewesen. Jede lange Beziehung sollte das wert sein, vor allem wenn man konkrete Zukunftspläne schmiedet, oder?
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Sandkastenzorro
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BeitragVerfasst am: Fr Okt 16, 2015 0:54    Titel: Antworten mit Zitat

Es geht mir doch gar nicht um ihn, oder darum, dass du was ausplauderst. Es geht mir um das hypothetische umgedrehte Szenario. Du kannst den Mann aus der Rechnung mit irgendwem beliebigen ersetzen, muss nicht XY sein. Einfach nur der theoretische Fall: Du hast ne Beziehung, deine Gefühle sind weg, obwohl der andere nichts falsch gemacht hat und er bittet dich also, "etwas zu retten" - WAS müsste er also tun, damit du ihn wieder liebst?

Die Frage stelle ich übrigens nicht ohne Grund. Die Antworten darauf können dir nämlich viel wertvoller sein als alles andere.
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Maz
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Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 13498
BeitragVerfasst am: Fr Okt 16, 2015 9:00    Titel: Antworten mit Zitat

Beziehungen und Gefühle sind aber auch 2 Paar Stiefel. Man muß nicht verliebt sein um eine Beziehung zu führen und Gefühle alleine reichen auf der anderen Seite auch nicht für eine stabile Beziehung aus da sie mit dem Alltag und dem alltäglichen in Einklang gebracht werden müssen. Ich denke schon, daß hier die Liebe sehr stark mit Verliebtheit aber vor allem auch mit bestimmten überhöhten Erwartungen und Wünschen vermischt wurde. Für einen als "perfekt" erlebten Partner dessen Schwächen möglicher Weise sogar als Stärken bewertet wurden gibt es nur die Option sich selbst auch mit dieser Zuschreibung zu identifizieren oder sich gefühlsmäßig abzugrenzen. Die Konsequenz ist aber dann irgendwann an der Gefühlsrealität diesbezüglich komplett zu scheitern, da Selbstwahrnehmung und Außenwahrnehmung nicht mehr in Einklang zu bekommen sind. Es ist schwierig aus dieser Situation / Position in eine Normalität zwischen diesen Extremen zu finden.
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Fichte
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 27.06.2012
Beiträge: 308
BeitragVerfasst am: Fr Okt 16, 2015 13:07    Titel: Antworten mit Zitat

El_lute hat folgendes geschrieben:
Ich liebe es, den Menschen an meiner Seite glücklich zu sehen und tue alles dafür, leider manchmal offensichtlich zu viel...
Dieser Satz ist mir besonders aufgefallen. Ich weiß zwar nicht, wie XY denkt, und meine nächsten Sätze sollen keine Kritik an dich sein, aber ich würde niemals wollen, dass ein Mensch sich für mich aufopfert, sondern ich würde wollen, dass ein Mensch, der mich liebt, sowohl sein Glück als auch mein Glück als ungefähr gleichwertig ansieht - evtl. vielleicht sogar sein Glück als etwas wichtiger als mein Glück, da jeder Mensch doch erst mal sich selbst am nächsten ist. Jemand der mein Glück über sein eigenes stellt - damit käme ich nicht klar.

Ein weiterer Satz, der mir in deinem Text aufgefallen ist:
El_lute hat folgendes geschrieben:
Ich hielt es eigentlich für einen Fehler, wollte ihm aber nicht vor den Kopf stoßen.
Auch hier weiß ich zwar nicht, wie XY denkt, und abermals soll es keine Kritik sein, aber ich würde mir von einem Menschen, der mich liebt, wünschen, dass er mir ohne Angst seine wahre Meinung sagt.

Und dann noch etwas:
El_lute hat folgendes geschrieben:
In dem Monat, in dem er bei mir eingezogen ist stand für mich der Abschluss einer Weiterbildung mit Examen an. 9 Monate Vorbereitung hatte ich neben meiner Vollzeitstelle geleistet. Ich glaube, ich muss niemandem erzählen, dass ich etwas schnell reizbar war...
Warum ist er denn ausgerechnet zu der Zeit bei dir eingezogen und nicht erst nach deinem Examen? Also wenn ich wüsste, dass jemand ein wichtiges Examen hat, würde ich doch darauf Rücksicht nehmen.

Kannst du Gründe nennen, warum genau du XY liebst? Vielleicht sogar Eigenschaften, die nicht jeder Mensch lieben würde, sondern die du an ihm liebst, weil er in dieser Hinsicht ganz besonders gut zu dir passt? Sowas wie nicht geschlagen zu werden, würden wohl die meisten Menschen lieben. Gibt es auch noch anderes an XY, was du liebst?

Und zu deiner Frage:
El_lute hat folgendes geschrieben:
Wie kann denn die Liebe einfach vergehen???
Da stellt sich mir die Gegenfrage: Wenn man einen Menschen noch gar nicht lange kennt, kann man da eigentlich von Liebe sprechen? Also bei mir ist am Anfang bestenfalls Sympathie und Neugier auf mehr vorhanden. Aber Liebe entsteht bei mir erst, wenn ich mit der Zeit die Besonderheiten eines Menschen kennenlerne und dabei nach und nach merke, dass ich genau diese Besonderheiten schätze. Es kann auch genau das Gegenteil passieren: Dass ich merke, dass ich die Besonderheiten leider nicht schätzen kann. Das liegt nicht daran, dass der Mensch "schlecht" ist oder etwas "falsch" gemacht hat, sondern es ist dann halt einfach nicht der "passende" Mensch für mich und ich lasse ihn lieber gehen, damit er einen anderen Menschen finden kann, der besser zu ihm passt und der seine Besonderheiten zu schätzen weiß. (Ich zum Beispiel bin jemand, der sehr ruhig ist und der eigentlich niemals wütend wird. Mit Menschen, die genauso sind, komme ich natürlich gut klar. Aber ich hab schon gemerkt, dass ich Menschen, die etwas mehr Aggressionspotenzial haben, sogar noch "passender" für mich finde. Also nicht die totalen Choleriker - das wäre zu viel für mich. Aber ein wenig aggressivere Menschen passen meiner Meinung nach besser zu mir als solche Ruhigen wie ich einer bin. Aber das jetzt nur als Beispiel.)

Ich weiß nicht, wie es in eurem Fall ist, aber ich wünsche dir, dass XY sich zumindest noch mal auf ein klärendes Gespräch mit dir einlässt, damit du weißt, ob es noch etwas zu retten gibt und ob ihr es nochmals miteinander versuchen könnt, oder ob ihr leider einfach nicht zusammenpasst. Ich wünsche dir alles Gute!
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Maxi




Alter: 36
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.07.2005
Beiträge: 3129
BeitragVerfasst am: Fr Okt 16, 2015 13:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hmm ... wenn ich deinen Text so lese, habe ich das Gefühl, dass Du in einer Beziehung aufgehst, wenn Du dich dem Partner un Gänze hingibst und Dich selbst dabei mehr oder weniger aufgibst.

Obwohl Du Vegetarierin bist, hast Du gelernt, wie man Fleisch zubereitet und das nur um ihn glücklich zu machen. Du sagst ja selbst, dass Du manchmal zu viel tust, wolltest ihm jeden Wunsch von den Augen ablesen, so dass er quasi das Paradies erlebt.

Für mich hört sich das so gar nicht nach einer Beziehung auf Augenhöhe an und selbst wenn man im Paradies ist, dürfte dies irgendwann einfach nur noch langweilig werden, weil es zum Alltag geworden ist. Etwas, was man andauernd erlebt, kann nicht besonders sein.
Ich hab auch das Gefühl, dass Du auch von ihm etwas erwartest, für all deine Bemühungen und Opfer, die Du für ihn erbracht hast. So kann eine Beziehung aber nicht funktionieren, jeder kann nur von sich aus etwas geben, ohne dafür etwas zu erwarten. In einer Partnerschaft ist man auch nicht, um sich durch den anderen glücklich machen zu lassen, sondern damit glückliche Menschen ihr Glück teilen. Ja, hört sich bescheuert an, passt aber leider.

Tja, was soll man Dir raten? Klar fühlst Du erstmal großen Schmerz, den man erstmal Stück für Stück überwinden muss. An deiner Stelle würde ich erstmal etwas Zeit vergehen lassen, um die ganze Sache verarbeiten zu können, auch wenn dies sicher nicht einfach wird. Eure Beziehung braucht vllt. einfach eine Pause, in der jeder von euch zu sich finden kann. Jetzt miteinander zu reden hat wenig Sinn, ihr beide müsst erstmal mit allem, was passiert ist ein Stück abschließen. Wenn ihr irgendwann dann darüber redet, muss dies vorwurfsfrei sein. Vllt. habt ihr beide ja noch eine Chance.
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sex doof
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Greywolf




Alter: 49
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 26.01.2014
Beiträge: 392
Wohnort: Münsterland
BeitragVerfasst am: Fr Okt 16, 2015 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

ich kann mich den sehr gut geschriebenen Beiträgen der anderen erstmal auch nur anschließen.

Solange xy dir die konkreten Gründe nicht mitteilt, bleibt alles nur Spekulation. War es ein akutes Ereignis, was ihn dazu bewegt hat? Ich würde aber auch eher vermuten, dass es sich schleichend bei ihm entwickelt hat. Ich kann auch nicht beurteilen, ob man es dann selbst so deutlich wahrnimmt. Aber selbst wenn, wie geht man damit um? Man wird ja kaum sagen, jetzt liebe ich dich nur noch zu 90, 80, ... Prozent.

Wenn es sich bei ihm so entwickelt hat, dann sehe ich ihn aber auch in der Verantwortung den Mund auf zu machen. Wenn mich etwas stört, dann sollte ich es ansprechen. Nur so kann Partnerschaft funktionieren. Wenn ich darüber nicht rede, wird aus nur stören evtl. unzufrieden, vielleicht unglücklich und ggf. Reissleine ziehen (Trennung).

Ich sehe dies übrigens bei einem dauerhaften Verzicht eines Partners auf etwas genauso. Zu Beginn macht man es aus Liebe, aber es stört ein eigentlich doch, evtl. dann unzufrieden, vielleicht unglücklich ...Aber anderes Thema, gehört hier nicht weiter hin. Zeigt mir aber wie wichtig es ist, in einer Partnerschaft offen und ehrlich über seine Wünsche zu sprechen. Weiters Stichwort: Gleichberechtigung.

Auch wenn es dir im Moment sehr schwer fällt, aber vielleicht ist erstmal eine gewisse Distanz ganz gut. Ich wünsche dir aber auch, dass du mit xy über das Ganze noch reden kannst. Ich denke erst dann wirst du auch sehen können, ob noch eine Basis (auch von deiner Seite) da ist, das ganze gemeinsam aufzuarbeiten.
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Greywolf
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