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Erwartungen an andere Menschen
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Wauwau




Alter: 43
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 05.04.2007
Beiträge: 2492
Wohnort: Wien
BeitragVerfasst am: Do Okt 01, 2015 20:16    Titel: Antworten mit Zitat

miezi2410 hat folgendes geschrieben:

-ich sage, wenn es mir zuviel wird, -
-ich ziehe mich zurück, wenn ich nicht mehr kann,
-ich gehe zu keinen festen mehr,
-ich sage, wenn mir wer aufm geist geht,
und ich habe "nein-sagen" gelernt.
und wer das nicht verstehen und ab kann, der kann mich mal.


Unbedingt, ja.

Ich bin nur introvertiert, aber meine geselligere Umgebung muss einfach akzeptieren, dass ich nicht immer Sozialkontakte will.

Zitat:
Ein Freund von mir behauptet, Erwartungen an andere Menschen - besonders an Partner - sind meist überzogen, unfair und negativ, führen zu nichts außer Frust. Sie seien Gift für jede zwischenmenschliche Beziehung.


Erwartungen puncto Körperpflege hat sicher auch dieser Freund.

Er meint vielleicht, ein Partner darf kein ständiger Erfüllungsgehilfe für Wünsche sein.
_________________
Then let us pray that come it may /As come it will for a´that/ That Man to Man the world o´er/ Shall brothers be for a´that. (Robert Burns)
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Brigitte1963





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 22.09.2015
Beiträge: 10
Wohnort: Schweiz
BeitragVerfasst am: Fr Okt 02, 2015 15:54    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Was Margarita_02 schreibt, kenne ich auch. Freunde genießen bei mir eine deutlich höhere Frusttoleranz als Partner, was mich manchmal ärgert.


Das ist glaube ich meist so. Schliesslich ist man mit dem Partner viel enger und vor allem öfter zusammen und dieser kann einem auch am ehesten verletzen.

Bei Freunden/Bekannten kann man sich ja auch von gewissen Dingen distanzieren, wenn etwas nicht passt. Z.B. wenn politische Meinungen nicht übereinstimmen, dann kann man das Thema ja einfach meiden.

Naja.. mir sind meine Partner sowieso früher oder später, wegen zu viel Nähe auf den Geist gegangen. Und dann ist die Frusttoleranz nur noch klein. Aber das ist ein anderes Thema...
Wink
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mario




Alter: 59
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 23.07.2006
Beiträge: 541
Wohnort: Niedersachsen
BeitragVerfasst am: Fr Okt 02, 2015 16:14    Titel: Antworten mit Zitat

Natürlich bringt man eine Erwartungshaltung mit- jeder Mensch tut das- wenn nicht bewußt, dann ganz bestimmt im Unterbewußtsein. Je nachdem wie man in der Familie geprägt wurde und das als positiv ansieht, wünscht man sich das auch in einer Beziehung. Wenn jemand sagt, ich bin tolerant und freiheitsliebend, dann erwartet man sich diese Toleranz auch vom Partner, aber auch das ist dann,wie das Wort schon sagt, eine Erwartungshaltung.

Wichtig ist, das man miteinander darüber reden, streiten und sich mitteilen kann ohne das Gefühl, "jetzt bin ich aber zu weit gegangen" oder "darf ich das überhaupt?" Wenn das Mitteilungsvermögen nicht mehr funktioniert, nimmt auch die Beziehung Schaden und funktioniert dann auch irgendwann nicht mehr.
_________________
"mir kommt manchmal nichts beschwerlicher vor, als ich selbst sein zu dürfen"
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Lil




Alter: 49
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 18.02.2013
Beiträge: 31
Wohnort: z. Zt. Ostfriesland
BeitragVerfasst am: Mi Okt 07, 2015 21:17    Titel: Antworten mit Zitat

[quote="Brigitte1963"]
Zitat:

Bei Freunden/Bekannten kann man sich ja auch von gewissen Dingen distanzieren, wenn etwas nicht passt. Z.B. wenn politische Meinungen nicht übereinstimmen, dann kann man das Thema ja einfach meiden.


Ich denke, das sollte unter Partnern auch möglich sein - z. B. bei unterschiedlichem Musikgeschmack oder Essvorlieben.

Zitat:
Naja.. mir sind meine Partner sowieso früher oder später, wegen zu viel Nähe auf den Geist gegangen. Und dann ist die Frusttoleranz nur noch klein. Aber das ist ein anderes Thema...


Das interessiert mich. Wenn Du magst: Was ist für Dich zu viel Nähe (gewesen)? Ich musste mir auch schon mal anhören, ich sei nicht "anhänglich" genug. Wer bitte will denn anhänglich sein? Anhänglich von Anhängsel? Nee, danke Confused
_________________
Eigentlich bin ich ganz anders, ich komme nur so selten dazu. (Ödön von Horváth)
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Brigitte1963





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 22.09.2015
Beiträge: 10
Wohnort: Schweiz
BeitragVerfasst am: Sa Okt 10, 2015 12:55    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Das interessiert mich. Wenn Du magst: Was ist für Dich zu viel Nähe (gewesen)? Ich musste mir auch schon mal anhören, ich sei nicht "anhänglich" genug. Wer bitte will denn anhänglich sein? Anhänglich von Anhängsel? Nee, danke Confused


Hallo Lil... "Anhänglich von Anhängsel" - die Umschreibung gefällt mir! Ich finde es auch grauenhaft ein Anhängsel zu sein. Und umgekehrt wenn sich einer mir anhängt... das wird dann schnell zum "Klotz am Bein" und das nervt eben.

Ich mag auch nicht "die bessere Hälfte sein". Ich bin nämlich keine Hälfte, sondern ein Ganzes.

Es ist gar nicht einfach "zu viel Nähe" zu definieren. Ich bin da wohl auch etwas eigen und besonders kompliziert, denn mir ist sehr schnell etwas zu nah. Ich bin wohl auch a-romantisch.

Wenn man viel mit jemandem zusammen ist, dann ist es einfach schwieriger, über kleine Eigenheiten hinwegzusehen. Geschweige denn über grössere Macken, weil es sich einfach summiert.
Deshalb kann ich auch nicht mit einem Mann zusammenleben (habs probiert). Die ständige Anwesenheit geht mir auf den Keks, ohne dass der andere gross was dazu tun muss.

Eigentlich gehört "zuviel Nähe" als Thema aber gar nicht in diesen Thread. Vielleicht könnte man einen eigenen dafür starten?
Aber um wenigstens die Verknüpfung zum Forums-Thema überhaupt wieder herzustellen: Zuviel Nähe resultiert bei mir in totale sexuelle Unlust.
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Lil




Alter: 49
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 18.02.2013
Beiträge: 31
Wohnort: z. Zt. Ostfriesland
BeitragVerfasst am: Sa Okt 10, 2015 14:30    Titel: Antworten mit Zitat

Meiner Meinung nach kann man "zu viel Nähe" durchaus mit dem Thema Erwartungen verknüpfen - und mit Asexualität sowieso. Wer an einer Person klebt oder sie lieber anhänglicher hätte, hat vermutlich Erwartungen. Zum Beispiel: Sorg dafür, dass es mir gut geht / vertreibe mir meine Einsamkeit / zeig mir, dass ich wertvoll und wichtig (für dich) bin etc. Ist doch nicht unwahrscheinlich, oder? Es sind nur Mutmaßungen, da ich, wie erwähnt, nicht zu der übermäßig anhänglichen Sorte Mensch gehöre. Für aromantisch halte ich mich nicht.

Neulich wurde ich als passionierter Single bezeichnet (allerdings von einer Person, die das nicht beurteilen kann), uff! Jemand, der vor ewigen Zeiten zuletzt allein gelebt hat, kann da meiner Meinung nach kaum mitreden oder sich - mein Verdacht bei der erwähnten Person - leider nicht einfühlen.

Ich streite nicht ab, dass man Eigen-Arten entwickelt, je länger man alleine lebt. Oder Kompromisslosigkeit. Unter einem passionierten Single verstehe ich persönlich allerdings etwas anderes. Ich z. B. wünsche mir nicht, den Rest meines Lebens als Single zu verbringen.
Deswegen muss mir aber keiner auf der Pelle hocken bzw. möchte ich nicht mit einem Mann gemeinsam wohnen (außer vielleicht über zwei Etagen verteilt). Mit der Tiefe meiner Liebe hat das dann überhaupt nichts zu tun, wieso sollte diese an "gemeinsam wohnen ja oder nein" gemessen werden?! Rolling Eyes

Wer sich selbst nicht aushält (im Alleinsein, in einer Wohnung usw.), sucht in einem Partner womöglich nur einen Seelentröster oder Zweckerfüller bzw. jemand, der seine Erwartungen - um wieder beim eigentlichen Thema zu landen - erfüllt. Mir fallen auf Anhieb ein bis drei Menschen ein, die halb wahnsinnig werden, wenn sie allein sind und auch so wohnen. Sind das die, die von einem Partner erwarten, dass er sie glücklich macht? Ich möchte diese Verantwortung weder übernehmen noch einem anderen Menschen aufbürden. Es würde genügen, wenn mein Gegenüber mich nicht unglücklich macht (und ich es ebenfalls nicht). Ist das eine Erwartung oder ein Wunsch?

Zitat:
Wenn man viel mit jemandem zusammen ist, dann ist es einfach schwieriger, über kleine Eigenheiten hinwegzusehen. Geschweige denn über grössere Macken, weil es sich einfach summiert.
Deshalb kann ich auch nicht mit einem Mann zusammenleben (habs probiert). Die ständige Anwesenheit geht mir auf den Keks, ohne dass der andere gross was dazu tun muss.


Spricht mir aus der Seele. Wobei ich der Auffassung bin, dass jeder ein Recht auf Macken hat. Es kommt eben darauf an, wie man damit umgeht - indem man z. B. eben nicht in einer Wohnung lebt. Wo ist das Problem?

Es ist übrigens eine gute Idee von Dir, starte doch das Thema "zu viel Nähe" hier. Ist sicherlich ähnlich spannend wie "Erwartungen".

Schönes Wochenende allen Mitlesern!
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Lebenskünstler





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 12.06.2007
Beiträge: 85
Wohnort: Süden der BRD
BeitragVerfasst am: So Okt 11, 2015 9:45    Titel: Antworten mit Zitat

Lil hat folgendes geschrieben:
Meiner Meinung nach kann man "zu viel Nähe" durchaus mit dem Thema Erwartungen verknüpfen - und mit Asexualität sowieso. Wer an einer Person klebt oder sie lieber anhänglicher hätte, hat vermutlich Erwartungen. Zum Beispiel: Sorg dafür, dass es mir gut geht / vertreibe mir meine Einsamkeit / zeig mir, dass ich wertvoll und wichtig (für dich) bin etc.


An den Erwartungen gehen viele Beziehungen kaputt !

Was man selber nicht gibt, wird man auch nicht zurück erhalten.
Wenn man daher erwartet, das der Partner das eigene "Minus" füllt, wird das nur gewisse Zeit gut gehen.
Klar Gegensätze ziehen sich oft an und dies kann auch reizvoll sein. Nur darf es nie zu Erwartungen führen, das der andere so wird wie man es selber haben möchte. Das ist dann meist schon der Anfang vom Ende. Wink
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... euer Lebenskünstler seit 1950 -
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Lebenskünstler





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 12.06.2007
Beiträge: 85
Wohnort: Süden der BRD
BeitragVerfasst am: So Okt 11, 2015 9:53    Titel: Antworten mit Zitat

Lil hat folgendes geschrieben:

Spricht mir aus der Seele. Wobei ich der Auffassung bin, dass jeder ein Recht auf Macken hat. Es kommt eben darauf an, wie man damit umgeht - indem man z. B. eben nicht in einer Wohnung lebt. Wo ist das Problem?


Ich liebe meine Macken. Laughing
Das macht mich aus und wer das nicht akzeptieren und tolerieren kann, wird nicht mit mir auskommen.

Diese gegenseitige Toleranz zu leben ist die grösste Kunst.
Da sind eigene Räume optimal, egal ob in einer Wohnung oder getrennt der einzig sinnvolle Weg.
Desto älter man wird, wird es immer wichtiger die eigene Individualität zu leben und das bedeutet in Partnerschaften, das man nicht alles zusammen machen kann.
Man muss die unterschiedlichen Interessen leben können und eben auch die gemeinsamen Themen. Aber wenn einer versucht, dem anderen Vorwürfe wegen dessen Eigenheiten zu machen, beginnt die Beziehung zu kippen.
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Prinzess
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.12.2013
Beiträge: 1477
BeitragVerfasst am: So Okt 11, 2015 14:11    Titel: Antworten mit Zitat

Ohne Erwartungen an andere zu sein geht nicht. Selbst dass man üblicherweise davon ausgeht, dass das Gegenüber einen nicht aus dem Nichts mit Kampfkünsten auf den Rücken legt ist eine Erwartung.

Forderungen an andere zu haben ist etwas anderes. Das sollte man vermeiden. Oder man begibt sich auf die Suche nach genau solch einer Person, mit der es den perfekten Austausch geben kann, weil sie dessen bedürftig ist, was man selbst mit Freude zu leisten bereit ist und im Gegenzug die eigene Lücke zu füllen im Angebot hat.
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Brigitte1963





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 22.09.2015
Beiträge: 10
Wohnort: Schweiz
BeitragVerfasst am: Mo Okt 12, 2015 15:32    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Lil !

Alles was Du geschrieben hast, kann ich nur unterschreiben.
Und auch die Kommentare von Lebenskünstler und Prinzess.

Ich picke deshalb jetzt nur gerade das heraus, weil Du es so gut in Worte gefasst hast:

Zitat:
Wer sich selbst nicht aushält (im Alleinsein, in einer Wohnung usw.), sucht in einem Partner womöglich nur einen Seelentröster oder Zweckerfüller bzw. jemand, der seine Erwartungen - um wieder beim eigentlichen Thema zu landen - erfüllt. Mir fallen auf Anhieb ein bis drei Menschen ein, die halb wahnsinnig werden, wenn sie allein sind und auch so wohnen. Sind das die, die von einem Partner erwarten, dass er sie glücklich macht? Ich möchte diese Verantwortung weder übernehmen noch einem anderen Menschen aufbürden. Es würde genügen, wenn mein Gegenüber mich nicht unglücklich macht (und ich es ebenfalls nicht). Ist das eine Erwartung oder ein Wunsch?


Allein mit sich sein zu können, ist nicht für alle leicht. Und gerade nach einer zu Ende gegangenen Beziehung braucht es immer eine gewisse Zeit, bis man die Vakuums, die der Partner hinterlässt wieder mit etwas füllen kann. Fatal ist, wenn jemand sich dann gleich wieder den nächstbesten Partner krallt. Dann ist es ganz bestimmt so, dieser zum Zweckerfüller und Seelentröster wird. Und das kommt dann eher nicht gut...

Mir würde es inzwischen auch genügen, wenn einer mich einfach nicht unglücklich macht. Aber das bitte in getrennten Wohnungen. Denn sonst kommt ja mein eigenes Problem zum tragen, zu viel Nähe, was dann eine harmonische Beziehung wieder verunmöglicht.

Vielleicht würde es ja mit einem asexuellen Partner besser funktionieren.

Die meisten sexuellen Menschen erwarten natürlich in einer Partnerschaft, dass sexuelle Handlungen in einer gewissen Regelmässigkeit stattfinden. Und eigentlich finde ich diese Erwartung auch ok. Blöd halt, wenn der Opfer der Begierde asexuell ist.
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Lil




Alter: 49
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 18.02.2013
Beiträge: 31
Wohnort: z. Zt. Ostfriesland
BeitragVerfasst am: Mo Okt 12, 2015 18:54    Titel: Liebe Brigitte1963, Antworten mit Zitat

mir geht es auch so - vieles von dem, was ich hier von anderen zum Thema Erwartungen gelesen habe bzw. lese, spricht mich an. Schade nur, dass zwischen Theorie und Praxis offenbar mal wieder Welten liegen. Es klingt so einfach, so verbindlich. Ist es aber nicht - so meine jüngste Erfahrung. (Klar, dass ich das Thema nicht ohne Hintergrund eröffnet habe, auch wenn ich im Forum das Pferd quasi von hinten aufzäumte.)

Zitat:
Und gerade nach einer zu Ende gegangenen Beziehung braucht es immer eine gewisse Zeit, bis man die Vakuums, die der Partner hinterlässt wieder mit etwas füllen kann. Fatal ist, wenn jemand sich dann gleich wieder den nächstbesten Partner krallt. Dann ist es ganz bestimmt so, dieser zum Zweckerfüller und Seelentröster wird. Und das kommt dann eher nicht gut...


Autsch, wunder Punkt, ich kann nur heftig nicken: Es kommt *nicht* gut! Ich bin in einer sich anbahnenden Beziehung sehr sehr ungern Wegbereiterin. Das hat für mich weder etwas mit Augenhöhe noch Geben und Nehmen zu tun. Wer nur glaubt, getrennt zu sein, es aber faktisch (noch lange) nicht ist, sollte so verantwortungsbewusst sein und, statt Liebesbekundungen zu äußern, erst mal seine persönlichen Umstände klären, bevor er sich einer neuen Liebe widmet. Alles andere tut (der neuen Liebe zumindest) nur weh. Mag sein, dass manche von euch da ein dickeres Fell haben. Ich als "Beziehungskandidatin" aber möchte nicht in die Rosenkriege anderer reingezogen werden - und sei es durch ständige ausführliche Berichte. Wenn das Altlastenthema den allermeisten Raum einnimmt, kann das nur nach hinten los gehen.

Es gibt so viele Optionen und platonische zwischenmenschliche Beziehungen (nennen wir sie Freundschaften), die das von Dir erwähnte Vakuum füllen könnten! Wer möchte sich schon benutzen lassen (ob nun bewusst oder unbewusst, sei angesichts der Wirkung nebensächlich)? Am Ende bleibt nichts als ein schales Gefühl mit der heiklen Frage, ob man je gemeint war (oder bloß eine Funktion hatte).


Zitat:
Vielleicht würde es ja mit einem asexuellen Partner besser funktionieren.

Nicht unbedingt, leider. Auch die fallen zuweilen in die obige "Rubrik".

Zitat:
Die meisten sexuellen Menschen erwarten natürlich in einer Partnerschaft, dass sexuelle Handlungen in einer gewissen Regelmässigkeit stattfinden.


Klar. Verständlich. Und mindestens eine Asexuelle erwartet künftig von einem möglichen Partner, dass dieser tatsächlich getrennt ist und dahingehend in "klaren Verhältnisen" lebt und sie nicht erst seine krisenreiche Trennung (soweit noch "normal") auf der Ebene diverser pathologischer Anwandlungen und Giftspritzer (seitens der Ex, keineswegs "normal") aushalten muss. Muss gerade schmunzeln: Andere lernen sich kennen und fragen nach dem Sternzeichen oder der bevorzugten Musik. Ich frage künftig: "Bist du tatsächlich Single und lebst allein? Geschieden?" Galgenhumor ...

(Ich merke gerade, dass ich mich soeben spürbar erleichtert habe. Wurde auch mal Zeit!)
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Eigentlich bin ich ganz anders, ich komme nur so selten dazu. (Ödön von Horváth)
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Brooklyn
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Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 07.10.2015
Beiträge: 6
Wohnort: Wuppertal
BeitragVerfasst am: Do Okt 15, 2015 11:31    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde, man sollte unterscheiden zwischen grundlegenden Erwartungen die man an andere hat, und Forderungen, die man andere stellt.

Beispiel Arbeitsplatz:
Von meinem Kollegen erwarte ich, das er gepflegt ist, gegenseitigen Respekt, das er seine Arbeit ordentlich macht und gewisse Umgangsformen. Das sind elementare und legitime Erwartungen.
Ein Beispiel für Forderungen allerdings wäre, wenn ich den Arbeitskollegen frage, ob er mit mir die Schicht tauscht, weil ich etwas Privates vorhabe. Das wäre dann ein Wunsch oder eine Bitte, die ich an den anderen richte, und die über meine elementaren Erwartungen hinausgehen. Das bedeutet, ich kann meinen Wunsch äußern, aber nicht unbedingt erwarten das er auch erfüllt wird. Wird meine Bitte also abgelehnt, habe ich das natürlich zu akzeptieren. Wenn ich das allerdings nicht tue, sondern den Versuch mache, ihn doch noch zu überreden oder gar beleidigt auf seine Absage reagiere, dann würde ich ab diesem Moment Forderungen an ihn stellen.
Gerade wenn ich jemanden um einen Gefallen bitte, kann ich den Wunsch zwar äußern, aber nicht unbedingt erwarten, das dieser auch erfüllt wird. Denn wenn ich das von vorneherein erwarte oder voraussetzte, dannist das keine Bitte mehr, sondern eine Forderung. Und damit beginnen die Probleme und Konflikte. Das gilt natürlich auch für andere Lebensbereiche.
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Margarita_02




Alter: 35
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 14.07.2014
Beiträge: 633
Wohnort: Berlin & Ruhrpott
BeitragVerfasst am: Do Okt 15, 2015 15:09    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, die Unterscheidung fällt bei dem Arbeitsplatz-Beispiel relativ leicht, weil das arbeitsrechtlich und durch Konventionen klar geregelt ist. Im Kontext von Freundschaften/Beziehungen ist das weit schwieriger - die meisten halten das für eine berechtigte Erwartung, was ihrem eigenen Weltbild entspricht bzw. auch von ihrem Umfeld als legitim gespiegelt wird. Gerade wenn man viel mit Leuten zu tun hat, die anders sozialisiert wurden und/oder einer anderen (Sub-)Kultur angehören als man selbst, merkt man, wie viel von den eigenen "legitimen Erwartungen" für andere nicht gelten muss.
Außerdem ist bei Arbeitskollegen auch klar, das sind eben Kollegen, während sonst manchmal der Status zB zwischen Bekanntschaft/Freundschaft oder zwischen Affäre/Beziehung usw. schwankt und der eine das Verhältnis verbindlicher sieht als der andere. Insofern: Klar, man kann zwischen Erwartungen und Forderungen unterscheiden, aber man wird öfter mal falsch liegen.
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Brooklyn
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Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 07.10.2015
Beiträge: 6
Wohnort: Wuppertal
BeitragVerfasst am: Do Okt 15, 2015 17:36    Titel: Antworten mit Zitat

Da gebe ich dir recht. Klar, in der Arbeitswelt gelten gewisse Regeln, die zum Teil auch arbeitsrechtlich verankert sind. Aber nicht jeder hält sich an die Regln. Es gibt gerade am Arbeitsplatz genügend Konfliktpotenzial.

Meine Erwartungshaltung an andere hängt natürlich von der sozialen Bindung ab, die ich zu demjenigen habe. Klar habe ich an eine Partnerin oder Freund eine andere Erwartungshaltung als an Arbeitskollegen oder oberflächlichen Kontakten. Am Arbeitsplatz bin ich froh, das ich mit dem(n) Kollege(n) einigermaßen gut auskomme, gehe dafür auch Konzessionen ein und toleriere gewisse Macken, solange es in einem erträglichen Rahmen bleibt.
Bei oberflächlichen Kontakten habe ich meine Erwartungshaltung bzgl. Verhalten des anderen im Laufe der Jahre stark reduziert. Geht auch nicht anders. Bei Leuten die mir näher stehen erwarte ich allerdings schon einige grundlegende Attribute wie gegenseitigen Respekt, das man mich so akzeptiert wie ich bin und nicht versucht mich zu ändern, das man mir nichts aufzwingen will und die Fähigkeit bei Gesprächen zuzuhören. Das gilt natürlich für beide Seiten.
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Lebenskünstler





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 12.06.2007
Beiträge: 85
Wohnort: Süden der BRD
BeitragVerfasst am: Sa Dez 19, 2015 22:59    Titel: Antworten mit Zitat

"Den Menschen wertschätzen, anstatt nur seinen Wert zu schätzen!" Wink

- von unbekannt -
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... euer Lebenskünstler seit 1950 -
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