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Asexualität und Religion/ Kirche
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Solitär





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 07.10.2012
Beiträge: 161
BeitragVerfasst am: Sa Jan 11, 2020 14:00    Titel: Antworten mit Zitat

Maz, da bin ich jetzt wieder mit dir ziemlich einig.
Das Thema Asexualität dürfte für die Verantwortlichen in der Kirche kaum ein Thema sein.
Gerade was Singles angeht: wenn sie etwas nicht tun, was sie nach katholischer Lehre eh nicht tun dürften, kann das kein Problem sein.

Problematisch könnte es, wie du schon sagst, sein, wenn z.B. zwei Asexuelle kichlich (bzw. katholisch) heiraten wollen.
Andererseits kann man das auch wieder pragmatisch lösen: wenn die beiden kirchlich geheiratet haben und sich dann einfach keine Kinder einstellen, wird kaum irgendein Bischof danach fragen, wo denn jetzt die Kinder bleiben...
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Was weiß ich? Wir wissen wenig voneinander. Wir sind Dickhäuter, wir strecken die Hände nacheinander aus, aber es ist vergebliche Mühe, wir reiben nur das grobe Leder aneinander, wir sind sehr einsam. (Büchner, Dantons Tod)
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DasTenna




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.10.2016
Beiträge: 1012
Wohnort: Saarland
BeitragVerfasst am: Mo Jan 13, 2020 13:51    Titel: Antworten mit Zitat

Da allerdings im Vorfeld, sowohl bei standesamtlicher als auch bei kirchlicher Trauung, ein Gespräch stattfindet, in dem geprüft wird, ob die Voraussetzungen für eine Ehe überhaupt gegeben sind, kommt das Thema "Kinderwunsch" vor der Eheschließung schon aufs Tablett.
Was nicht heißt, dass eins nicht lügen könnte Wink Hinterher interessiert das nur noch, wenn nach einer Scheidung eine erneute kirchliche Eheschließung erwünscht ist, wie bei meiner Mutter.
Die Ehe meiner Eltern konnte nur deshalb annulliert werden - und meine Mutter ein zweites Mal kirchlich heiraten -, weil meinem Paps nachgewiesen werden konnte, dass er bei Eheschließung schon nicht an die Unauflösbarkeit der Ehe geglaubt hat Laughing
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Maz
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Alter: 43
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14294
BeitragVerfasst am: Mo Jan 13, 2020 14:32    Titel: Antworten mit Zitat

Mal blöd gefragt: Darf eine Frau Ü50 dann überhaupt heiraten...jetzt mal abgesehen vom heiligen Geist und so, der ja auch den Asexuellen rettend zur Seite springen könnte Wink
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Arpad4




Alter: 41
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 1758
Wohnort: Kaiserslautern
BeitragVerfasst am: Do Jan 16, 2020 0:34    Titel: Antworten mit Zitat

Heiraten kann man im jedem Alter. Ein 69 Jahre alter Witwer, hat eine Frau gefunden die Ende 50 war und nie verheiratet war. Die zwei haben sich trauen lassen. Und das Thema Kinderwunsch war bei dem Alter nicht mehr relevant. Smile Seid einiger Zeit bekomme ich mit, dass viele Priester ü50 ihr Job an den Nagel hängen, und ein Frau heiraten, und dann noch Familie Gründen, falls die Frau jünger ist, oder Kinder in die Ehe mitbringt.
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DasTenna




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.10.2016
Beiträge: 1012
Wohnort: Saarland
BeitragVerfasst am: Do Jan 16, 2020 8:38    Titel: Antworten mit Zitat

Heute Morgen bin ich auf die Sage "Die Ehelose" aus der Schwazer Gegend gestoßen, die in folgendem Buch festgehalten wurde:
Wolfgang Ingenhaeff, Schmalzbettler und Hungerknappen. Sagen und andere Begebenheiten aus der Gegend von Schwaz, dem Silberbergwerk und rund um den Achensee (Berenkamp 2003).

Es steht zwar nicht explizit dabei, aber die Überschriften der gesammelten Erzählungen lassen vermuten, dass die wenigsten unabhängig von christlichen Einflüssen zu verstehen sind.
"Die Ehelose" definitiv nicht, geht es dort doch um eine in die Jahre gekommene Ledige,
Zitat:
die aus Bequemlichkeit und Angst vor den Beschwerden des Ehestands
nie geheiratet hat und die nun im Alter dieses Versäumnis beichtet, woraufhin der Beichtvater ihr "zur Buße" auferlegt, drei aufeinanderfolgende Nächte in der Kirche zu wachen und ihm alles zu berichten, was sie des Nächtens dort sehe. Gesagt, getan, und sie sieht eine Nacht für Nacht größer werdende Schar Geister jeden Alters und Geschlechts, die gegen Mitternacht durch die Kirche zog. Sie wird von Trauer ergriffen und betet für die "armen Seelen".
Der Beichtvater, dem sie davon berichtet, erklärt ihr, dass dies die Seelen der Generationen seien, die ihres Entschlusses wegen, ledig zu bleiben und denjenigen abzuweisen, der einst um ihre Hand anhielt, nie eine Chance hatten, geboren zu werden. Des Weiteren erklärt er ihr, dass ihr schlechtes Gewissen, das sich in dieser vorbeiziehenden Schar manifestiere, daher rühre, dass sie
Zitat:
[n]icht um höherer Vollkommenheit willen [...] ehelos geblieben [sei], sondern weil [sie] die Beschwerden des Ehestands schreckten.

Auch wenn das vielleicht nicht die Meinung "der" Kirche oder aller Gläubigen repräsentiert, zeigt diese Erzählung doch recht deutlich, dass bewusster Verzicht auf eine sexuelle Beziehung/Ehe nur dann nicht als suspekt oder Grund für Buße und Reue betrachtet wurde, wenn dieser aus "selbstlosen" und "höheren" Motiven stattfand, nämlich aus dem Willen heraus, das eigene Leben in den Dienst an Gott zu stellen - während ein Verzicht um des eigenen Wohles willen im Grunde sowohl dem Menschen, der eins hat ehelichen wollen, wie auch potentiell zukünftigen Generationen etwas vorenthalte - der einen Seite die Erfüllung in der Ehe, der anderen Seite das Leben.

"Ledig" und "ehelos" ist hier übrigens eindeutig gleichzusetzen mit "führt keine sexuelle Beziehung" bzw. "verkehrt mit anderen nicht auf sexuelle Weise", denn die Frau wird trotz ihres hohen Alters als "Jungfer"/"Jungfrau" bezeichnet.

Diese Erzählung spricht meiner Ansicht nach eine ziemlich deutliche Sprache.
Gewollt Ehe- und damit Kinderlose werden zwar nicht aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, aber es wird davon ausgegangen, dass sie kein gottgefälliges Leben führen, weil sie egoistisch seien. Was in einer religiösen Gemeinschaft einem Stigma gleichkommt.

Es wäre mal interessant, herauszufinden, ob es vergleichbare Erzählungen auch in anderen christlich geprägten Gegenden gibt, wie Ehelosigkeit bzw. Verzicht auf sexuelle Beziehungen in anderen Kulturkreisen betrachtet wird.
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Alter: 41
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 1758
Wohnort: Kaiserslautern
BeitragVerfasst am: Fr Jan 17, 2020 4:14    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Gewollt Ehe- und damit Kinderlose werden zwar nicht aus der Gemeinschaft ausgeschlossen, aber es wird davon ausgegangen, dass sie kein gottgefälliges Leben führen, weil sie egoistisch seien. Was in einer religiösen Gemeinschaft einem Stigma gleichkommt.


So sieht es oft aus. Ehelose darf es nur im Klöster (eingesperrt oder weg gesperrt) geben, und Verheiratete draußen in der Welt. So denken viele katholische Laien. Wenn man ü30 ist und weder im Kloster lebt oder noch keine Familie hat, gilt man als Egoist, Versager, oder ein Erwachsener mit einer psychischen Störung. Das ist bei andere Christen z.B. in der Freikirchen noch krasser ((weil bei diesen Christen die Ehe der einzige akzeptierte Stand ist den man haben sollte, und die Ehelosigkeit, Dauersingelsein und Zölibat als Teufelswerk gesehen wird)).

Religiöse Schubladendenken ist auch sehr gefährlich. Manche wissen nicht, dass auch ein/e Ledige/r sehr viel Sinnvolles in seiner "Freizeit" tuen kann, ob für andere Christen, Kirche oder in der Welt. Mal ganz ehrlich: ich habe oft gesehen, dass (christliche) Egoisten heiraten, und nur eine Fassade einer scheinheilgen "glücklichen" Ehe vorspielen. Vor allem strenge Christen sehen in einer Ehe eine religiöse (oder göttliche) Sexerlaubnis. Und nur deshalb wird oft eine Ehe geschlossen, weil der Partner dann sich dazu "verplichtet" (sauberen) Sex anzubieten, und Kinder zu zeugen/austragen. Ehe als Machtinstrument für christliche Egoisten---sie suchen sich ein ahnungsloses gefügiges Opfer, und die wird zu ein Ehepartner (Ehesklave) erwählt.
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seidenblume




Alter: 48
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 27.08.2014
Beiträge: 90
BeitragVerfasst am: Sa Sep 05, 2020 7:44    Titel: Antworten mit Zitat

Evtl. waren es die "Unbeugsamen", welche dazu bewegt wurden, ins Kloster zu gehen?


Folgende Bibel-Übersetzung war mir bisher nicht bekannt, klingt aber interessant:

"'Denn es gibt Eunuchen, die auf diese Weise aus dem Mutterleib geboren wurden;
und es gibt Eunuchen, die von Menschen zu Eunuchen gemacht wurden;
und es gibt auch Eunuchen, die sich selbst Eunuchen gemacht haben, um des Himmelreichs willen.
Wer kann akzeptiere dies, lass ihn es akzeptieren"
(Matthäus 19:12, NASB, aktualisierte Ausgabe).
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Maz
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Alter: 43
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14294
BeitragVerfasst am: Sa Sep 05, 2020 8:46    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist eine etwas altmodischere Übersetzung der Passage, die ich auf Seite 1 zitiert habe.
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seidenblume




Alter: 48
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 27.08.2014
Beiträge: 90
BeitragVerfasst am: Sa Sep 05, 2020 12:07    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für den Hinweis, denn für mich ist die Übersetzung von Seite 1 verständlicher.

Den Begriff "Eunuchen", kann ich irgendwie nicht so richtig zuordnen.
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Urubu
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Alter: 38
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 14.09.2020
Beiträge: 6
BeitragVerfasst am: So Sep 20, 2020 5:30    Titel: Antworten mit Zitat

Ich war früher mal Katholik, aber die Kirche kann ich nicht mehr so ernst nehmen - wie alle Religionen. Es sollte sich mittlerweile rumgesprochen haben, dass wir alle nur Affen sind und es Adam und Eva nicht gab.

Was ich an den (konservativen) Kirchen noch gut finde, das ist, dass sie daran festhalten, dass die Ehe nur für Mann und Frau infrage kommt. Kirchen, die für Schwulenehe & Co sind, verachte ich.
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hintersatz




Alter: 54
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 26.01.2013
Beiträge: 5
Wohnort: Franken
BeitragVerfasst am: Di Sep 22, 2020 19:11    Titel: Antworten mit Zitat

seidenblume hat folgendes geschrieben:

Den Begriff "Eunuchen", kann ich irgendwie nicht so richtig zuordnen.


Die Bedeutung des Begriffs hat sich im Lauf der Geschichte geändert, man sollte die Definition der Römer für das Verständnis der Bibelstelle Mt 19:12 heranziehen.


https://people.well.com/user/aquarius/cardiff.htm
The Ancient Roman and Talmudic Definition of Natural Eunuchs
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seidenblume




Alter: 48
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 27.08.2014
Beiträge: 90
BeitragVerfasst am: Fr Nov 20, 2020 7:27    Titel: Antworten mit Zitat

hintersatz hat folgendes geschrieben:

Die Bedeutung des Begriffs hat sich im Lauf der Geschichte geändert, man sollte die Definition der Römer für das Verständnis der Bibelstelle Mt 19:12 heranziehen.

Danke für die Info.


Hab einen Beitrag zum Thema "Singles in der Gemeinde" gefunden:

https://www.soloundco.net/communikativ/blog/beitrag/news/singles-in-der-gemeinde

Geniessen Ordensleute höheres Ansehen, wenn die Enthaltsamkeit (Christliche Ehelosigkeit) nicht angeboren ist, sondern ein Verzicht?
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Alter: 41
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 1758
Wohnort: Kaiserslautern
BeitragVerfasst am: Fr Nov 20, 2020 19:59    Titel: Antworten mit Zitat

Zu Teil ja. Aber ich haben selber erlebt, wie sich verheiratete Superkatholiken für was besseres halten, weil sie Kinder/Haus/Erfolg haben, und mich als Versagerchrist hinstellen, weil ich keine "hohe" Position in der Gesellschaft hab, keine Familie mit mein Alter, und materiell bescheiden lebe.

Da auch zusätzlich Gerüchte/Lügen über mich verbreitet wurden, habe ich sämtliche Beteiligte nahegelegt zu schweigen, oder mit eine Anzeige wegen Rufmord zu rechnen. Ich musste mich vor ein Vorstand aus katholischen Elite-Super-Dupa-Katholiken verantworten. Habe sie alle mit Kirchenrecht erschlagen, und jetzt schmollen sie. Schlecht für diese Obergescheiten, wenn ich sehr gute Berater für Kirchenrecht, und Bürgerrechte habe. Ich habe also Probleme "nur" weil ich mit 41 ehelos lebe. Habe keine religiöse Heldentaten und Karriere vorzuweisen. Mit Priester, und Ordenleute habe ich weniger (bis keine) Probleme.

Also ich würde sagen, dass in andere Länder zölibatärlebende Ehelosen, ein höheren Ansehen bei den Laien genießen. Im Deutschland ist es nicht so. Es ist teils so, teils so....
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