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sie gesteht es sich nicht ein

 
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Autor Nachricht
Schnitzelbrot




Alter: 32
Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 26.03.2015
Beiträge: 1
BeitragVerfasst am: Do März 26, 2015 1:18    Titel: sie gesteht es sich nicht ein Antworten mit Zitat

Hallo

Ich bin mit meiner Freundin schon seit 2 Jahren zusammen. Es hatte damals sofort gefunkt. Auch jetzt ist es so wie am ersten Tag. Mein Herz wird ganz warm, wenn ich sie sehe oder auch nur an sie denke.
Sie hatte vor mir noch keine ernsthafte Beziehung. Daher habe ich ihr am Anfang viel Zeit für das 'erste mal zusammen' gelassen. Als es dann soweit war, empfand ich und sie es auch als schön.
... Irgendetwas war ... Anders. Nach der Zeit des selbstentdeckends und experimentierens zog sie sich sexuell komplett zurück. Sagte, sie hat keinen drang und für sie wäre sex nicht (mehr?) wichtig. An ihre liebe zu mir Zweifel ich nicht. Mittlerweilen läuft seit Monaten nichts mehr. Jeder Versuch sie zu verführen oder in Stimmung zu bringen scheiterte frustrierend. Wenn ich dann mal am heulen war (es setzt mir schon sehr zu, auch ungewollt) deswegen wollte sie es mir zu liebe machen. Ich fühlte mich jedoch sehr schlecht dabei und so gab es auch kein 'happy End'. Ich habe etwas recherchiert im Netz und bin auf Asaexualität gestoßen. Vieles entdecke ich auch bei ihr. Ich habe das Thema angesprochen, doch sie blockt. Sie will 'normal' sein. Auch die Erklärung, dass das normal sein kann, ist ihr egal. Lieber zwingt sie sich zu Handlungen alle x-Monate, um mir das Gegenteil zu beweisen. Ich komme mir dabei vor als würde ich sie nötigen - gar missbrauchen. Mittlerweile verhalte ich mich unbewusst distanziert zu ihr. Meiden kuscheln, weil es in mir Triebe weckt, die mich leidenlassen. Was soll ich tun?
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Inertia
abgemeldet



Alter: 26
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 07.10.2014
Beiträge: 956
BeitragVerfasst am: Do März 26, 2015 1:42    Titel: Re: sie gesteht es sich nicht ein Antworten mit Zitat

Schnitzelbrot hat folgendes geschrieben:
Sagte, sie hat keinen drang und für sie wäre sex nicht (mehr?) wichtig.


Damit hat sie es sich doch bereits "eingestanden". Nicht jeder kennt bzw. mag das Wort Asexualität, und wenn sie sich nicht so nennen will, ist das doch ok. An eurer Situation würde sich doch auch nichts ändern, wenn ihr es anders nennt. Also was soll diese Überschrift?
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spyro




Alter: 30
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 13.11.2013
Beiträge: 253
BeitragVerfasst am: Do März 26, 2015 3:14    Titel: Antworten mit Zitat

Und du willst jetzt, dass sie sich eingesteht, dass sie asexuell ist und was dann? Was wäre dadurch besser? Sie spricht doch schon mit dir darüber wie sie sich fühlt.
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Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 13534
BeitragVerfasst am: Do März 26, 2015 21:21    Titel: Antworten mit Zitat

Das OT wurde gesplittet nach:
http://www.aven-forum.de/viewtopic.php?t=12053

hier bitte beim Thema bleiben.
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Greywolf




Alter: 49
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 26.01.2014
Beiträge: 396
Wohnort: Münsterland
BeitragVerfasst am: Fr März 27, 2015 0:51    Titel: Antworten mit Zitat

Das mit "OT" und splitten sowie beim Thema bleiben habe ich jetzt nicht ganz verstanden. Ich antworte jetzt einfach mal auf Schnitzelbrots Eintrag:

Ich würde im weiteren Gespräch (denn nur so kann es weiter gehen) mit deiner Freundin den Begriff Asexualität meiden. Ich würde die Fragen eher in die Richtung stellen, ob und wie häufig sie denn Lust an Sex hat. Nicht um dir einen Gefallen zu tun, sondern aus eigenem Antreib. Was würde sie denn selbst als "normal" definieren? Einmal pro Woche? Einmal im Monat? Einmal im 1/2 Jahr? Vielleicht kommt sie darüber zum Nachdenken über sich selbst. Kann Sie vielleicht mit ihrer Frauenärztin oder einer anderen Person ihres Vertrauens auch darüber reden?

Ich wünsche dir die Geduld zu haben, dass du mit ihr langsam über das Thema mehr und mehr reden kannst.

Ich hoffe, ich bin jetzt beim Thema geblieben.
_________________
Greywolf
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Maxi




Alter: 36
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.07.2005
Beiträge: 3129
BeitragVerfasst am: Fr März 27, 2015 2:55    Titel: Antworten mit Zitat

Dann hier mal der Teil, der nicht OT war:

@TE
Ich vermute eher, dass ihr Sex nie wichtig war. Am Anfang ist das eben noch etwas Neues, Unbekanntes, Aufregendes. Das ist es aber nicht sehr lange und wenn hinter der Neugierde kein anderer Antrieb kommt, fehlt die Motivation, sich darauf einzulassen. Es ist dann eher langweilig, nervend Zeit raubend. Da hat man dann tausend andere Dinge im Kopf, die man gerade lieber tun würde, als ins Bett zu hüpfen und dann wird es immer nerviger, wenn da jemand an einem rumfummelt oder ähnliches.

Tjoa, was soll man da tun. Du vermeidest kuscheln, weill Du sonst unter deinen Trieben leidest ... sie leidet wahrscheinlich, wenn ihr die Triebe auslebt.
Ich würde versuchen, das Gespräch zu suchen, nicht um sie mit Diagnosen oder Schubladen zu kategorisieren, sondern um ihr Inneres kennenzulernen. Was steckt da für ein Mensch in der Hülle, der früher anscheinend Lust hatte, wie empfindet dieses Wesen patnerschaftliche Beziehungen und welche Punkte machen eben eine solche Beziehung aus. Dabei soll sie das gleiche auch über Dich herausfinden, so, dass ihr beide am Ende wisst, wie der andere tickt, was wie aufgenommen wird und vor allem, ob ihr euch an einem Punkt treffen könnt, bei dem keiner die eigenen Grenzen überschreiten muss.
Wichtig ist es, Interesse zu haben, den Menschen da drüben zu enttdecken, ohne Erwartungen zu haben, was da doch bitte kommen soll. Das erschafft wieder Druck, was in ihr das Bild der "Normalität" noch weiter verstärkt. Ihr beide solltet offen sein, für alles was dort kommen mag, es vllt. eine gemeinsame Reise zu euch selbst werden lassen.
Klingt zwar alles ganz toll, aber ihr lernt euch ja nicht jetzt erst richtig kennen. Seit zwei Jahren habt ihr den anderen ja schon intensiv kennengelernt und dementsprechend haben sich auch Bilder gefestigt.

Wie fängt man sowas an? ... Das ist vllt. der schwierigste Punkt, aber vllt. einfach sich zu ihr setzen und nur sagen "Ich will Dich kennenlernen". Erst wird es wohl ein verdutztes Gesicht geben, aber darauf dürfte eine Frage folgen und schon ist man im Gespräch. Ich würde da schon vorher mal mögliche Fragen durchgehen, was fragt man sich selbst, wenn einem das gesagt würde und dazu dann die Antworten überlegen. Wichtig ist nur, dass man vermittelt, keine Erwartungen zu haben, einfach nur neugierig zu sein, auf das, was es zu entdecken gibt.
_________________
sex doof
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Fichte
Admin auf Aven-Partner.de




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 27.06.2012
Beiträge: 311
BeitragVerfasst am: Fr Apr 10, 2015 11:57    Titel: Re: sie gesteht es sich nicht ein Antworten mit Zitat

Das Thema ist zwar schon etwas älter, aber mir ist erst eben noch ein Gedanke dazu gekommen:

Schnitzelbrot hat folgendes geschrieben:
doch sie blockt. Sie will 'normal' sein. Auch die Erklärung, dass das normal sein kann, ist ihr egal.

Hat sie wirklich gesagt, dass sie 'normal' sein will? Oder geht es ihr nicht vielleicht eher darum, dass sie dich liebt und dass sie Angst hat, dich zu verlieren? Denn was würdest du tun, wenn sie dir sagen würde, dass sie asexuell ist? Würdest du dann eure Beziehung beenden und dir eine Freundin suchen, die Lust auf Sex hat? Falls deine Freundin 'normal' sein will, dann vielleicht nur, um zu dir zu passen und dich glücklich machen zu können.
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maloni





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 06.01.2015
Beiträge: 25
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: Sa Apr 11, 2015 19:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe eher das Gefühl, das sie sich dazu gedrängt gefühlt hat, ihr Erleben und damit auch sich selbst als „nicht normal“ betrachten zu sollen. Diese Aussage "doch sie blockt. Sie will 'normal' sein. Auch die Erklärung, dass das normal sein kann, ist ihr egal." bedeutet für mich eine große Widersprüchlichkeit. Wenn bei jemandem von blocken gesprochen wird, setzt derjenige Widerstand gegen etwas ein, das ihm aber doch angeblich zugestanden wird. Passt nicht.
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luna & titus
abgemeldet




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.02.2014
Beiträge: 886
BeitragVerfasst am: So Apr 12, 2015 18:47    Titel: Antworten mit Zitat

maloni hat folgendes geschrieben:
Ich habe eher das Gefühl, das sie sich dazu gedrängt gefühlt hat, ihr Erleben und damit auch sich selbst als „nicht normal“ betrachten zu sollen. Diese Aussage "doch sie blockt. Sie will 'normal' sein. Auch die Erklärung, dass das normal sein kann, ist ihr egal." bedeutet für mich eine große Widersprüchlichkeit. Wenn bei jemandem von blocken gesprochen wird, setzt derjenige Widerstand gegen etwas ein, das ihm aber doch angeblich zugestanden wird. Passt nicht.


Hallo,

so geht es mir auch in ganz vielen Bereichen. Irgendwann "will" man nur noch normal sein, weil man diese ewige Außenseiterrolle nicht mehr aushalten kann bzw. psychisch daran zu zerbrechen droht.


Allerdings zahlt man dafür einen hohen Preis, nämlich den des Ich-Verlustes.


Da ich das nicht mehr will, versuche ich jetzt nach und nach wieder zu meinem ursprünglichen ICH zu finden und das ist ein harter Kampf !
Es hat dazu geführt, dass ich vorerst keine enge Sozialkontakte (Freundschaften) eingehen will, weil ich einfach angst davor habe, mein ICH wieder zu verlieren.


Da zu meinem ICH auch meine Asexualität und meine gefühlte Geschlechtslosigkeit zähle und man mit diesen Dingen normalerweise nicht einfach so angenommen wird wie man ist, ziehe ich mich eben zurück.
Solange, bis ich stark genug bin, mein ICH nach außen hin zu vertreten. Und vor Anfeindungen und dem Druck normal sein zu müssen besser geschützt bin.
Im Moment halte ich mich noch nicht stark genug dafür.


Möglicherweise ist das bei der Freundin von Schnitzelbrot auch so.
Wenn einem früher so lange und so intensiv eingeredet wurde, dass man normal zu sein hat, dann kann man nicht einfach "auf Knopfdruck" seine Unnormalität akzeptieren.
Das ist nicht nur bei Asexualität so.


Wenn man wirklich zu seiner Andersartigkeit steht, ist man oft einsam (meiner Erfahrung nach).
Deswegen kann ich es verstehen, dass wenn man in einer Beziehung ist, man dann auch angst davor hat, den Partner zu verlieren.


luna
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