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Was ist Aromantik? - Ein Definitionsthread
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Maxi




Alter: 37
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.07.2005
Beiträge: 3129
BeitragVerfasst am: So Feb 08, 2015 3:30    Titel: Antworten mit Zitat

luk69 hat folgendes geschrieben:
Das heißt ich freue mich den lieben Menschen wieder zu sehen, ich mache mir Gedanken drüber, womit ich ihn überraschen könnte, was wir schönes zusammen unternehmen könnten oder worüber wir uns vertrauensvoll unterhalten könnten.
Ich würde sogar fast sagen, dass mir das fast komplett fremd ist. Ich freue mich weniger auf die Menschen, sondern auf das, was man zusammen macht und dafür sind dann einfach Menschen notwendig.


luk69 hat folgendes geschrieben:
Und Streicheln oder Küssen?
Das ist für mich ein großer Unterschied in der Beziehungstiefe. Auf Freundschaftsebene kommt das eigentlich nicht vor, da ist das Umarmen zur Begrüßung schon ein seltenes Privileg. Küssen ist eindeutig nicht mehr auf der Freundschaftsebene.
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sex doof
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: So Feb 08, 2015 5:03    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube, für mich ist der Romantik-Begriff dadurch beeinträchtigt, dass ich immer zuerst an das Zeitalter der Romantik denke.

Wenn damit Sentimentalität gemeint ist, oder emotionale Verkünstelung, kann ich nur einseitig experimentell da mitgehen. Ich schreibe sowas häufig in Geschichten, als Alternative der Beschreibungen intimer Momente zwischen Romancharakteren, das ich erfahrungsgemäß nicht hinbekomme, und auch nicht mag.

Bin ich aromantisch ? Was beschreibt romantische Anziehung noch gleich? Dadurch, dass ich als Asperger-Ähnlicher so gefärbte Interessen nicht anstrebe, oder deshalb, weil ich das Ganze für alberne und sinnfreie, für mein Dasein nicht infrage kommende Unterfangen halte? Vielleicht trifft es das:

Kein Verlangen / Antrieb dazu hin, sich für romantische Kontakte/ die Ebene aus sich heraus zu interessieren.

Wenn ich das mit den Berührungen lese, die dazu gehören sollen, ist alles klar. Da bin ich eindeutig aromantisch. Ich sehe das aber eher, wie Luk schrieb. Ich denke, dass Berührungen in dieser speziellen Form bereits in Richtung der körperlichen Anziehung gehen, bzw. mindestens parasexuell sind. Ich glaubte, Romantik und Aromantik beziehe sich auf rein die emotionale, sentimentale Ebene oder die Sehnsuchts- und Traumvorstellung des Beziehungsmäßigen oder der Liebe.

Nun kann es aber sein, das Desinteresse (auch) daran erfolgt aus der Erfahrung, dass allein bleiben vernünftiger ist, und unter dem Einbezug des potenziellen Vorausdenkens darum, was es der fiktiven, oder auch hypothetischen anderen Person nützen sollte, könnte man diese Romantik oder ihre Anziehung erzeugen.
Ist das dann praktisch schon antiromantisch, oder zählt das erst ab dort, wo man gegen Romantisches schmäht und wettert?

Wenn andere das teilen können, freue ich mich häufig für die. Das wäre wohl eher aromantisch-xenoromantiphil. Rolling Eyes
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Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
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Siku
abgemeldet



Alter: 26
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.07.2014
Beiträge: 360
BeitragVerfasst am: So Feb 08, 2015 12:08    Titel: Antworten mit Zitat

Inertia hat folgendes geschrieben:
Gegenfrage: Ist man asexuell, wenn man sich selbst befriedigt, oder gar in seiner Phantasie Sex hat? Das ist wohl die berühmte Grauzone. Ob sich solche Fälle als A-irgendwas definieren oder nicht, können sie sich schön brav selbst aussuchen.
Ich habs mir gestern verkniffen, aber ich frage mich immer noch, wer diese ominösen 'sie' sein sollen, die sich das 'schön brav' aussuchen dürfen. Kannst du mir das vielleicht erklären, oder wolltest du mich etwa siezen? häää?
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Margarita_02




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 14.07.2014
Beiträge: 633
Wohnort: Berlin & Ruhrpott
BeitragVerfasst am: So Feb 08, 2015 12:17    Titel: Antworten mit Zitat

luk69 hat folgendes geschrieben:
Ich muss ehrlich gestehen, diese Ausdrucksformen "romantische Anziehung", "romantische Beziehung", "romantische Interaktion" kommen bei mir gar nicht an. Das Wort „romantische“ im Kontext Beziehung/Partnerschaft überzeugt mich nicht. Es handelt sich doch um eine emotionale Anziehung, emotionale Beziehung und emotionale Interaktion. Wozu diese Wortwahl „romantisch“? Wenn ich etwas verpasst habe, könnte mir jemand den Unterschied zwischen emotionaler und romantischer Anziehung zu dem anderen Menschen erklären?


Vielleicht seh ich das zu simpel, aber "romantische Anziehung" im Kontext des AVEN-Diskurses (nicht zu verwechseln mit dem allgemeinen Romantikbegriff) ist für mich vor allem eine Umschreibung für Verliebtheitsgefühle. In einer Partnerschaft geht es auf Dauer natürlich nicht so sehr darum, sondern um emotionale Verbundenheit. Diese gibt es allerdings auch in guten Freundschaften, gegenüber Familienmitgliedern usw.
So gesehen denke ich nicht, dass das Attribut "aromantisch" etwas über Willen und Fähigkeit, emotionale Bindungen einzugehen, aussagt. Auch umgekehrt nicht, längst nicht jeder "Romantiker" ist ja zu tiefen emotionalen Bindungen in der Lage. Für mich sagt "aromantisch" wirklich vor allem: verliebt sich nicht. Daher habe ich mich auch nicht allzu sehr über das Ergebnis der Umfrage zum Partnerwunsch bei Aromantikern gewundert - man muss ja nicht verliebt sein, um eine Partnerschaft zu wollen oder einzugehen.
Hm, aber vielleicht ist diese Trennung auch zu gewollt und künstlich. Sehr viele Beziehungen kommen ohne initiale Verliebtheit aus, so gesehen schwirren (nach dem beschriebenen Begriffsverständnis) da draußen ziemlich viele zumindest graue Aromantiker herum, und wenn man das miteinbezieht, verliert der Begriff wiederum Trennschärfe.
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: So Feb 08, 2015 15:26    Titel: Antworten mit Zitat

Margarita_02 hat folgendes geschrieben:

So gesehen denke ich nicht, dass das Attribut "aromantisch" etwas über Willen und Fähigkeit, emotionale Bindungen einzugehen, aussagt. Auch umgekehrt nicht, längst nicht jeder "Romantiker" ist ja zu tiefen emotionalen Bindungen in der Lage. Für mich sagt "aromantisch" wirklich vor allem: verliebt sich nicht. Daher habe ich mich auch nicht allzu sehr über das Ergebnis der Umfrage zum Partnerwunsch bei Aromantikern gewundert - man muss ja nicht verliebt sein, um eine Partnerschaft zu wollen oder einzugehen.


Der letzte Satz hat mich jetzt eben komplett aus dem Vorstellungsgefüge geworfen. Wink

Ich glaubte bisher, dass Liebe oder Verliebtheit die Grundbedingung dafür darstellt, dass Interessen in Richtung Partnerschaft sich überhaupt bilden.

Oder schließt Du auch solche Partnerschaften mit ein, wie sie unter Geschäftsleuten bestehen? ( Zweck-Ehe, Geld-Ehe, Zwangsheirat ect. )

Verliebt sich nicht = aromantisch, das passt ja wieder. Wenn es unwichtig ist, weshalb das nicht vorkommt, wird das Aromantiker-Feld ja auch relativ groß sein. Solche Menschen, die sich deswegen nie verlieben, weil der passende Partner nicht in deren Umfeld vorkommt, sind dann aber wohl doch nur situationsbedingt aromantisch.
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Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
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Margarita_02




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 14.07.2014
Beiträge: 633
Wohnort: Berlin & Ruhrpott
BeitragVerfasst am: So Feb 08, 2015 16:07    Titel: Antworten mit Zitat

@ Windsurfhippie: Ich meinte nicht Zweckehen oder sowas. Wenn man sich mal so umhört, gibt es doch unzählige scheinbar "romantische" Beziehungen, in denen zumindest einer der Beteiligten dieses klassische Verliebtsein, also den Hormonrausch letztlich, gar nicht erlebt hat, dafür aber andere Gefühle vorhanden sind: Komplizenschaft, Vertrautheit, starke Sympathie, gegenseitiges Verständnis ... Und das wird dann eben auch ohne Verliebtheit mitunter in das Arrangement einer Paarbeziehung überführt, vor allem dann, wenn Leute diese exklusive Gefährtenschaft brauchen und darin Halt finden.

Dass Paarbeziehungen romantisch zu sein haben, ist eher eine populäre Narrative unserer Zeit, würde ich sagen.

Ich denke sogar, dass starke Verliebtheit das Eingehen einer Partnerschaft erschweren oder verhindern kann. Eine Neigung, den anderen auf ein Podest zu stellen, die damit gerne einhergeht, ist zB nicht allzu förderlich.

Für mich sind Verliebtheit und der Wunsch nach einer Partnerschaft wirklich zwei ziemlich getrennte Dinge.
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NoEvol
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Alter: 30
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 05.01.2015
Beiträge: 392
BeitragVerfasst am: So Feb 08, 2015 16:29    Titel: Antworten mit Zitat

Margarita_02 hat folgendes geschrieben:

Für mich sind Verliebtheit und der Wunsch nach einer Partnerschaft wirklich zwei ziemlich getrennte Dinge.


Genauso seh ich das auch !
Ich war in meiner letzten Beziehung auch nicht in meinen Partner verliebt und hab das auch nicht gebraucht.

Gibt es im Tierreich eigentlich soetwas wie eine "romantische Beziehung" ? Rolling Eyes
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Inertia





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 07.10.2014
Beiträge: 1087
BeitragVerfasst am: So Feb 08, 2015 16:47    Titel: Antworten mit Zitat

Siku hat folgendes geschrieben:
Inertia hat folgendes geschrieben:
Gegenfrage: Ist man asexuell, wenn man sich selbst befriedigt, oder gar in seiner Phantasie Sex hat? Das ist wohl die berühmte Grauzone. Ob sich solche Fälle als A-irgendwas definieren oder nicht, können sie sich schön brav selbst aussuchen.
Ich habs mir gestern verkniffen, aber ich frage mich immer noch, wer diese ominösen 'sie' sein sollen, die sich das 'schön brav' aussuchen dürfen. Kannst du mir das vielleicht erklären, oder wolltest du mich etwa siezen? häää?


"Sie" = "solche Fälle"
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Siku
abgemeldet



Alter: 26
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.07.2014
Beiträge: 360
BeitragVerfasst am: So Feb 08, 2015 17:27    Titel: Antworten mit Zitat

@Inertia: Danke, so hätte ich das niemals gelesen.

@Margarita_02: Jetzt soll Verliebtheit für das Eingehen einer Partnerschaft auch noch hinderlich sein? Langsam verstehe ich gar nichts mehr. Und ich finde es noch viel unverständlicher, wenn romantische Gefühle nicht bestimmend für einen Partnerschaftswunsch sind, warum diesen Leuten dann eine Freundschaft nicht reicht. Vertrautheit, Sympathie, gegenseitiges Verständnis, das klingt alles sehr freundschaftlich. So exklusiv sind Paarbeziehungen in der heutigen Zeit auch gar nicht mehr, bei den meisten ist schon nach wenigen Jahren Schluss mit der Exklusivität.
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Margarita_02




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 14.07.2014
Beiträge: 633
Wohnort: Berlin & Ruhrpott
BeitragVerfasst am: So Feb 08, 2015 18:26    Titel: Antworten mit Zitat

@ Siku: Ja, manchmal hinderlich, weil die Wirklichkeit dem dann nicht standhält. Verliebtheit ist meist mit etwas überzogenen Erwartungen verbunden ...

Du hast aber recht, dass es Dinge wie Vertrautheit usw. auch in jeder guten Freundschaft gibt. Hier ist es vielleicht dann wirklich die gesellschaftliche Norm, die Leute nach einer Beziehung suchen lässt. Und was die Exklusivität angeht: Die Trennung ist ja noch nicht eingeplant, denk ich mal ... Zumindest die Illusion von Exklusivität wird auch bei serieller Monogamie aufrecht erhalten.
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Mo Feb 09, 2015 0:53    Titel: Antworten mit Zitat

Danke@Margarita_02, jetzt verstehe ich halbwegs, wie das gemeint ist.

Jetzt verwischt mir das allerdings die Trenn-Ebene zwischen Freundschaft und Partnerschaft. Was ist in den beschriebenen Fällen der Antrieb für eine partnerschaftliche Entwicklung?
Freundschaft müsste da doch an sich hinreichend sein.
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Margarita_02




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 14.07.2014
Beiträge: 633
Wohnort: Berlin & Ruhrpott
BeitragVerfasst am: Mo Feb 09, 2015 23:44    Titel: Antworten mit Zitat

@ Windsurfhippie: Ich kann da ja auch nur spekulieren, aber wie gesagt: Vielleicht der Wunsch nach stärkerer Exklusivität und Verbindlichkeit, die man in Partnerschaft (vermeintlich) leichter bekommt als in Freundschaft? Ansonsten müssten die selber das beantworten. Ich bin weder aromantisch, noch habe ich einen Partnerwunsch - tauge also kaum zur Fürsprecherin der bindungswilligen Aromantiker. Wink
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Carmilla DeWinter




Alter: 39
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.02.2011
Beiträge: 394
Wohnort: Pforzheim
BeitragVerfasst am: So Feb 15, 2015 22:39    Titel: Antworten mit Zitat

So als funktionelle Aromantikerin fasse ich mal zusammen, was ich so denke:

"Romantische Anziehung": der klassische Verliebtheits-Dopaminrausch, die sogennante Limerenz, der sich meist nach einigen Monaten glücklicherweise wieder gibt. Heißt: Denkt nur noch an die eine Person, will ihr nahe sein, reagiert mit Herzklopfen auf deren Anwesenheit. Sieht in einem vollen Raum nur, dass "si*er" nicht da ist. Jeder mitgehörte Liedschnipsel/Gesprächsfetzen erinnert an die eine Person. Tut und sagt in solcherart "geistiger Umnachtung" Dinge, die der anderen Person die eigene absolute Hingabe beweisen sollen und hofft auf Gegenbeweise. Hat das Gefühl, dass di*er Partner*in das "Ein und Alles" ist, und will dieren "Ein und Alles" sein.

Andere Option: Es fühlt sich romantisch an, ohne dass eins genau den Finger drauf legen könnte, warum.

Beides ist vollkommen legitim.

Es ist dementsprechend möglich, auch ohne diese Verliebtheitserfahrung eine tiefe, stabile, liebevolle Beziehung zu führen.

Aber es ist auch verständlich, dass jemand, di*er dieses "Ein und Alles" nicht begreift, davor zurückschreckt, sich an jemanden zu binden, di*er ähnliche Gefühlsregungen erwartet.
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http://dertorheitherberge.wordpress.com (Asexy Blog)
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Insider sind im Kreis, Außenseiter wollen in den Kreis. Nur der Exzentriker kümmert sich nicht um den Kreis. - Robert Menasse
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Maz
ADMod Team



Alter: 43
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14295
BeitragVerfasst am: So Feb 15, 2015 22:51    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt auch Mischformen aus diesen beiden Varianten. z.B. muß der Teil betreffend der "geistigen Umnachtung" nicht einsetzen Wink
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luk69




Alter: 51
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 19.12.2010
Beiträge: 187
BeitragVerfasst am: Mo Feb 16, 2015 15:33    Titel: Antworten mit Zitat

Inertia hat folgendes geschrieben:
luk69 hat folgendes geschrieben:
Tja, wer Liebe kennt, möchte&kann drauf nicht verzichten und wer Sexualität kennt möchte&kann drauf auch nicht verzichten. Hier haben die Aromantiker zwei Probleme weniger im Leben. Smile
Das ist wohl Ansichtssache. Ich glaube nicht, dass man auf diese Dinge nicht verzichten kann oder will, nur weil man sie kennt. Etwas zu kennen und etwas zu mögen sind ja immer noch zwei verschiedene Dinge.
Sorry, ich habe mich nicht präzise ausgedrückt. Ich meinte: „wer Liebe kennt… = Romantiker“, sowie „wer Sexualität kennt… = Sexuelle“. Ich wollte damit sagen, dass beide eine Art Drang/Trieb sind. Sowie die Sexualität (bei sexuellen Menschen) auf eine körperliche und uns gut vorstellbare Weise ausgelebt werden möchte, so auch die Romantik (bei den Romantikern) auf eine emotionale Weise aus-/gelebt werden möchte. Hinter der Letzten verstehe ich Sehnsucht nach Zweisamkeit, Geborgenheit, Vertrautheit, womöglich auch Exklusivität. Die Bezeichnung von luna & titus passt mir hier sehr gut, und zwar die sexuellen Menschen sind von ihrer Sexualität „angefixt“, während die Romantiker von ihrer emotionalen Anziehung. Ich denke schon, dass das bei vielen sehr starke Gefühle (körperliche und emotionale) sind und bei anderen weniger stark bis gar keine (Asexuelle, Aromantiker). Und irgendwo dazwischen liegen die Semisexuelle und die Semiromantiker.

Inertia hat folgendes geschrieben:
[Außerdem gehst du (auch in deinen Diagrammen) davon aus, dass Asexualität und Aromantik immer gemeinsam auftreten, bzw. das Aromantik eine Sonderform von Asexualität ist. Das sehe ich nicht so. Wieso sollte es keine Aromantiker geben, die "trotzdem" Sex wollen? Das hat doch nicht zwingend was miteinander zu tun.
Nein, ich gehe nicht davon aus. Das ist wohl ein kleines Missverständnis, wo habe ich bei dir diesen Eindruck erweckt?
In meinem oberen Beitrag habe ich bereits einen Link stehen. Dann noch mal, wenn ich es richtig verstehe:
Asexualität= keine sexuelle Anziehung/Interaktion (= kein Sex/-Wunsch/-Interesse )
Aromantik= keine emotionale Anziehung/Interaktion (= kein Beziehungs/-Wunsch/-Interesse )
Beides steht nicht zwingend in Zusammenhang, man kann asexuell sein ohne aromantisch zu sein (das wäre die Gruppe 1 in der Abb.04), aber auch aromantisch ohne asexuell zu sein (das können quer und durch alle sexuelle Menschen sein), oder beides (= asexuelle Aromantiker oder wem lieber ist, aromantische Asexuelle).
Eine Partnerschaft/Beziehung und Sexualität sind grundsätzlich zwei verschieden Paar Schuhen. Es gibt genug sexuellen Menschen, die lieber Single bleiben möchten, nichtdestotrotz interagieren sie sexuell mit anderen. Sie führen ein aktives Sexualleben, ohne sich auf eine Beziehung einlassen zu wollen. Liebe und Sex sind unabhängig voneinander auch wenn man es "kombinieren" kann. Nur eins geht mE. gar nicht, eine aromantische Beziehung. Aromantisch kann ein Geschäft sein, aber keine Beziehung. Eine Beziehung beinhaltet immer emotionale Komponente (Verliebtheit, Liebe). Auch eine Freundschaft ist nicht ohne emotionalen Komponenten, hier handelt sich jedoch nicht um Verliebtheit und/oder Liebe. Außerdem den Unterschied zwischen Freundschaft und Partnerschaft finde ich sowieso unscharf. Wie soll man da genau unterscheiden, etwas Zuneigung=Sympathie=Freundschaft, viel Zuneigung=Verliebtheit=??

Siku hat folgendes geschrieben:
Körperliche Handlungen müssen nicht immer sexuell motiviert sein. Den Unterschied sehe ich in der Intention für diese Handlungen. Immerhin kommen Zärtlichkeiten auch in einigen Freundschaften und zwischen Eltern und Kindern vor.
Ja, du hast recht - diese Argumentation taucht alle paar Monate in der Diskusion immer wieder auf. Ich bin einfach davon ausgegangen, dass wir hier nicht in einem „profamila-Forum“ sind und wenn es um körperliche Handlungen oder/und emotionale Resonanzen geht, ist ausschließlich das partnerschaftlichen Kontext gemeint.
Siku hat folgendes geschrieben:
Da das Wort 'Romantik' dem Begriff 'Aromantik' aber inhärent ist, ist Eindeutigkeit etwas, was man bei der Begriffsdefinition nicht erreichen kann. Romantik ist und bleibt eben subjektiv.
Ja klar,ähnlich inhärent wie Sexualität und Asexualität.

Maxi hat folgendes geschrieben:
luk69 hat folgendes geschrieben:
Das heißt ich freue mich den lieben Menschen wieder zu sehen, ich mache mir Gedanken drüber, womit ich ihn überraschen könnte, was wir schönes zusammen unternehmen könnten oder worüber wir uns vertrauensvoll unterhalten könnten.
Ich würde sogar fast sagen, dass mir das fast komplett fremd ist. Ich freue mich weniger auf die Menschen, sondern auf das, was man zusammen macht und dafür sind dann einfach Menschen notwendig.
Danke für den Beitrag! Genau hier sehe ich einen Unterschied deutlich. Ein Romantiker freut sich primär auf den Menschen, nicht auf die (gemeinsame) Tätigkeit – die kann sich beliebig und spontan ändern. Das Motto eines Romantikers ist: „Es ist mir eine Freude ihn/sie wieder zu sehen! Ob wir heute ins Kino gehen, zusammen kochen oder einfach auf der Couch chillen, ist egal, mal schauen“.

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:
Jetzt verwischt mir das allerdings die Trenn-Ebene zwischen Freundschaft und Partnerschaft. Was ist in den beschriebenen Fällen der Antrieb für eine partnerschaftliche Entwicklung?
Freundschaft müsste da doch an sich hinreichend sein.
Ich denke in einer partnerschaftlichen Entwicklung spielen Romantik und Sexualität zusammen die entscheidende Rolle, sie können jedoch in unterschiedlicher Intensität vorkommen.
Romantik=ich sehne mich nach einer emotionalen Nähe. Das könnte eine enge Freundschaft sein, wo Vertrautheit, Geborgenheit sehr wichtig sind.
Sexualität=ich sehne mich nach einer körperlichen Nähe. Das könnte nur Umarmung, Streicheln oder Kuscheln sein. Diese körperliche Nähe halte ich für sexuelle Handlungen und Ausdruck von einem geringen Sexualtrieb/Libido/Verlangen. Und genau hier passt mir die Gruppe 1 Abb.04, „Asexuelle, die sich eine romantische Beziehung, auch mit körperlicher Nähe wünschen“.
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