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Was ist Aromantik? - Ein Definitionsthread
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Maxi




Alter: 37
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.07.2005
Beiträge: 3129
BeitragVerfasst am: Fr Feb 06, 2015 18:11    Titel: Was ist Aromantik? - Ein Definitionsthread Antworten mit Zitat

So, analog zu der Definitionsproblematik bei der Asexualität und zum Thread "Was ist Romantik?", hier dann mal ein Thread zum Diskutieren.

Mal ein paar Fragen, die in anderen Threads so ungefähr aufgetaucht sind:
- Was ist Aromantik und was nicht?
- Aromantik = Kein Verlangen nach romantischer Interaktion?
- Aromantik eine asexuelle Facette oder unabhängig?
- Kann man aromantisch sein und dennoch Lust auf Sex (ohne Beziehung) haben?
- Wann fängt Antiromantik an?
- ...

Hab jetzt leider keine Zeit, um direkt was dazu zu schreiben ... aber ich komme wieder. Wink
_________________
sex doof
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Siku
abgemeldet



Alter: 26
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.07.2014
Beiträge: 360
BeitragVerfasst am: Fr Feb 06, 2015 19:06    Titel: Antworten mit Zitat

Die Definitionen entspringen vorwiegend meinem eigenen Empfinden, ich habe aber an einigen Stellen auch bisherige Überlegungen zur Aromantik aus anderen Threads einbezogen.

Was ist Aromantik: Aromantiker verspüren keine romantische Anziehung zu anderen Menschen und haben daher aus sich selbst nicht den Antrieb, eine romantische Beziehung einzugehen oder romantische Interaktion zu betreiben. Es ist aber nicht zwingend für die Definition von Aromantik, keine Beziehung anzustreben. Romantische Beziehungen können von Aromantikern eingegangen werden, dann aber aus anderen Gründen.
Romantische Interaktion würde ich in etwa so definieren, dass dabei Handlungen (Streicheln, Küssen, Händchenhalten etc.) ausgeführt werden, bei der die Beteiligten ein romantisches Gefühl/ein Verliebtheitsgefühl erleben und dieses Gefühl die Motivation für die Handlungen ist.

Was Aromantik nicht ist:
- eine Störung
- ein bewusstes Verdrängen von romantischen Gefühlen
- eine Willensentscheidung
Hier würde ich klar die Grenze zum Antiromantischen ziehen. Wer sich bewusst gegen romantische Beziehungen entscheidet, ist antiromantisch.
Aromantik ist außerdem kein Mangel an Empathiefähigkeit, Aromantiker können innige Freundschaften führen.

Ist Aromantik eine asexuelle Facette?
Aromantik kann eine asexuelle Facette sein, muss aber nicht. Das heißt, entscheidend ist das fehlende Verspüren von romantischer Anziehung, das auch bei einem Sexuellen auftreten kann. Wie bei allen anderen romantischen Orientierungen kann ein Aromantiker also von jeglicher sexueller Orientierung sein.
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luna & titus
abgemeldet




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.02.2014
Beiträge: 886
BeitragVerfasst am: Fr Feb 06, 2015 22:28    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,


wie kann man für sich selbst herausfinden oder besser gesagt beweisen, ob man wirklich aromantisch ist?


Ich mache nämlich zurzeit eine leichte Psychose durch, in der der Hauptinhalt ist, dass ich in jemanden verliebt bin, in den ich in Wirklichkeit gar nicht verliebt bin! Rolling Eyes


Das Schlimme ist, dass mir kaum geglaubt wird dass ich aromantisch bin und ich somit erschwerte Bedingungen habe, die Psychose loszuwerden!
Es ist einfach nur grauenhaft.



Früher war es für mich selbstverständlich aromantisch und asexuell zu sein, ich habe da gar nicht groß drüber nachgedacht.


Aber seit einiger Zeit ist nur noch Chaos in meinem Kopf.



Ich will davon wegkommen.

Glaubt euch euer Umfeld wenn ihr sagt, dass ihr aromantisch seid und wenn nicht, was macht ihr dagegen?



Viele Grüße


luna
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asba




Alter: 30
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.08.2014
Beiträge: 762
Wohnort: Österreich
BeitragVerfasst am: Sa Feb 07, 2015 0:11    Titel: Antworten mit Zitat

Beweisen? Puh, du stellst Fragen Wink

Der beste "Beweis" ist, wenn du noch nie in jemanden verliebt warst.
Wie meinst du das, "du bist verliebt, aber doch nicht"?

Wenn ich mich oute, dann gleichzeitig als asexuell und aromantisch. Ich glaube, dass Sexuelle das noch ein bisschen besser kapieren, als "ich will einen Freund mit kuscheln und küssen, aber ohne sex". Sogar ich als Asexuelle kann mir das nur schwer vorstellen, es klingt ziemlich nach einer halben Sache. Weder Fisch noch Fleisch.

Mit den innigen Freundschaften kann ich Siku nur zustimmen - ich habe meine Freunde sehr lieb, bin aber in keinen von ihnen VERliebt.
Auch wenn Aromantik keine bewusste Willensentscheidung ist, bin ich recht froh, die Asexualität im Paket mit der Aromantik "gebucht" zu haben. Ist doch viel einfacher, wenn man gar keinen Partner will, als wenn verzweifelt man eine Nadel im Heuhaufen(= Partnerschaft ohne Sex) sucht *gg*
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Margarita_02




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 14.07.2014
Beiträge: 633
Wohnort: Berlin & Ruhrpott
BeitragVerfasst am: Sa Feb 07, 2015 11:58    Titel: Antworten mit Zitat

- Was ist Aromantik und was nicht?
Für mich bedeutet Aromantik in erster Linie, dass jemand sich nicht verliebt.
Wer sich verliebt und das als reines Kopfkino betrachtet, ohne es ausagieren zu wollen, kann der/die sich sinnvollerweise als aromantisch / non-amourös bezeichnen? Die Auswirkung ist ja dieselbe. Was meint Ihr?

- Aromantik = Kein Verlangen nach romantischer Interaktion?
Also für mich wie gesagt eher: keine romantische Anziehung. Aber es ist wie bei den Definitionen der Asexualität - in aller Regel dürfte wohl beides zusammentreffen.

- Aromantik eine asexuelle Facette oder unabhängig?
Im Prinzip kann es unabhängig sein. Wenn beides zusammen auftritt, hat man aber ein viel klareres Profil, und ich glaube auch, dass es korreliert, also dass Aromantik unter Asexuellen wohl häufiger ist als im gesellschaftlichen Durchschnitt, und umgekehrt. Statistische Werte gibt es vermutlich nicht.

- Kann man aromantisch sein und dennoch Lust auf Sex (ohne Beziehung) haben?
Klar.

- Wann fängt Antiromantik an?
Ich würde ja sagen, wenn man eine Liebesbeziehung nicht nur für sich selber ablehnt, sondern auch bei anderen Leuten. Um auf die "nervigen Liebespaare" zu schimpfen, muss man selber nicht aromantisch sein.
Wenn jemand sich bewusst gegen eine Liebesbeziehung entscheidet, ist er deswegen in meinen Augen noch nicht gleich antiromantisch, sondern einfach nur "ohne Partnerwunsch". Das sehe ich als etwas anderes an.
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Siku
abgemeldet



Alter: 26
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.07.2014
Beiträge: 360
BeitragVerfasst am: Sa Feb 07, 2015 16:53    Titel: Antworten mit Zitat

@Margarita_02: Stimmt, ohne Partnerschaftswunsch ist nicht gleich antiromantisch. Ich meinte das eher im Sinne von: sich bewusst gegen eine romantische Beziehung entscheiden, wobei diese Ablehnung Selbstzweck ist. Man lehnt romantische Beziehungen nur deswegen ab, weil man sich dafür entschieden hat und nicht deshalb, weil man etwa aromantisch ist. Also kann man nach meiner Definition auch antiromantisch sein, ohne Romantik bei anderen zu kritisieren. Das ist eine Einstellungssache.

Zu deiner anderen Frage: Wenn jemand sich verlieben kann, ist er für mich nicht mehr aromantisch, auch, wenn er dieses Gefühl nicht ausagieren will. Aromantik bezeichnet für mich das fehlende Verspüren von romantischer Anziehung.
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Inertia





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 07.10.2014
Beiträge: 1087
BeitragVerfasst am: Sa Feb 07, 2015 17:02    Titel: Antworten mit Zitat

Siku hat folgendes geschrieben:
Zu deiner anderen Frage: Wenn jemand sich verlieben kann, ist er für mich nicht mehr aromantisch, auch, wenn er dieses Gefühl nicht ausagieren will. Aromantik bezeichnet für mich das fehlende Verspüren von romantischer Anziehung.


Gegenfrage: Ist man asexuell, wenn man sich selbst befriedigt, oder gar in seiner Phantasie Sex hat? Das ist wohl die berühmte Grauzone. Ob sich solche Fälle als A-irgendwas definieren oder nicht, können sie sich schön brav selbst aussuchen.
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Maz
ADMod Team



Alter: 43
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14295
BeitragVerfasst am: Sa Feb 07, 2015 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Bitte laßt mal das Thema Sex/SB/Erotik/etc. hier raus, siehe sticky den ich gerade verfasst habe. Es soll in diesem Unterforum mal ausnahmsweise NICHT um die sexuellen Ausdrucksformen / Aktivitäten gehen und auch nicht um die Frage ob man asexuell ist wenn man dies und das in sexueller Hinsicht tut sondern das Thema ist hier die romantische Orientierung.
Sonst können wir und diese Abgrenzung gleich wieder sparen.
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Siku
abgemeldet



Alter: 26
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.07.2014
Beiträge: 360
BeitragVerfasst am: Sa Feb 07, 2015 17:13    Titel: Antworten mit Zitat

@Inertia: Wenn man sich verlieben kann und das Gefühl romantischer Anziehung kennt, gibt es 'bessere' Begriffe wie Objektophilie oder Fiktophilie oder meinetwegen invers/demiromantisch etc., die den Sachverhalt besser beschreiben als aromantisch und teilweise ebenfalls die Ausagierung dieser Gefühle negieren. Fiktophilie z.B. lebt ja gerade von der Unerreichbarkeit der angebeteten Person.
Du musst meine Begriffsdefinitionen aber auch nicht zu deinen machen, definiere Aromantik ruhig, wie du magst. Wink
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Inertia





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 07.10.2014
Beiträge: 1087
BeitragVerfasst am: Sa Feb 07, 2015 17:20    Titel: Antworten mit Zitat

Entschuldige, Maz.

Siku hat folgendes geschrieben:
definiere Aromantik ruhig, wie du magst. Wink


Ehrlich gesagt denke ich darüber gar nicht erst nach. Was hätte ich auch davon? In diesem neuen Unterforum werdet ihr wohl größtenteils von mir verschont bleiben, freut euch. Wink
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Prinzess
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.12.2013
Beiträge: 1477
BeitragVerfasst am: Sa Feb 07, 2015 21:24    Titel: Re: Was ist Aromantik? - Ein Definitionsthread Antworten mit Zitat

- Was ist Aromantik und was nicht?
Aromantik im zwischenmenschlichen Sinne ist die Privation der Phänomene von verliebter Anziehung bis zum Gefühl der Liebe und der jeder damit verbundener Annäherung oder gar Verpartnerung.

- Aromantik = Kein Verlangen nach romantischer Interaktion?
Ja, dem stimme ich zu.

- Aromantik eine asexuelle Facette oder unabhängig?
Auch Sexuelle können aromantisch sein, wenn sie den Sex rein körperlich durchleben.

- Kann man aromantisch sein und dennoch Lust auf Sex (ohne Beziehung) haben?
Ja, siehe voriger Abschnitt. Aber dazu muss die Auswahl des Sexpartners aus rein kognitiven plus erotischen Gesichtspunkten erfolgen.

- Wann fängt Antiromantik an?
Dazu lehnt man die Existenz romantischer Phänomene allgemein ab und kämpft dagegen bei sich oder anderen an.
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luk69




Alter: 51
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 19.12.2010
Beiträge: 187
BeitragVerfasst am: So Feb 08, 2015 0:46    Titel: Antworten mit Zitat

Unter Romantik verstehe ich für breites Spektrum der menschlichen Emotionalität.

1. Romantik als Verbundenheit des Geistes mit der Natur (zB. der oft hier erwähnte Sonnenuntergag).
2. Romantik als Verbundenheit mit anderen Menschen. In diesem Sinne verstehe ich Romantik als emotionale Anziehung/ emotionale Interaktion.
3. Romantik als Ausdruck/Expression der Emotionalität in Kunst. Diese Expression lässt oft die Vernunft (Rationalität) und die körperliche Bedürfnisse außer Acht. So „vergessen“ manche Künstler ihr Alltag (Essen, Schlaf, oder auch Sex), wenn sie mit voller Hingabe an ihrem Kunstwerk arbeiten.
Ob ein Romantiker (im Bezug auf Pkt.2) nach einer Beziehung/Partnerschaft strebt? Ich würde sagen, grundsätzlich schon. Aber ich denke ein noch wichtigerer Aspekt ist die Einsamkeit. Ein Romantiker allein fühlt sich einsam. Ein Aromantiker lebt alleine, ohne einsam zu sein – ihm reichen auch die Freunde.

Zitat:
Aromantiker verspüren keine romantische Anziehung zu anderen Menschen und haben daher aus sich selbst nicht den Antrieb, eine romantische Beziehung einzugehen oder romantische Interaktion zu betreiben.
Ich muss ehrlich gestehen, diese Ausdrucksformen "romantische Anziehung", "romantische Beziehung", "romantische Interaktion" kommen bei mir gar nicht an. Das Wort „romantische“ im Kontext Beziehung/Partnerschaft überzeugt mich nicht. Es handelt sich doch um eine emotionale Anziehung, emotionale Beziehung und emotionale Interaktion. Wozu diese Wortwahl „romantisch“? Wenn ich etwas verpasst habe, könnte mir jemand den Unterschied zwischen emotionaler und romantischer Anziehung zu dem anderen Menschen erklären?
Ansonsten die Fragen vom TE habe ich bereits hier beantwortet.

Zitat:
Romantische Interaktion würde ich in etwa so definieren, dass dabei Handlungen (Streicheln, Küssen, Händchenhalten etc.) ausgeführt werden, bei der die Beteiligten ein romantisches Gefühl/ein Verliebtheitsgefühl erleben und dieses Gefühl die Motivation für die Handlungen ist.
Auch wenn es einigen Asexuellen nicht passen könnte, “Streicheln, Küssen, Händchenhalten“ halte ich persönlich für eine körperliche also sexuelle Interaktion. Für diese asexuelle Menschen steht bei mir die Schublade 1 offen. (Abb.04 Gruppe 1)
Eine emotionale Interaktion würde ich so definieren, dass es sich dabei nicht um Handlungen sondern um Emotionalität (Gedanken, Sehnsucht, Vorfreunde, Wohlgefühl, Vertrauen, Geborgenheit) dreht. Das heißt ich freue mich den lieben Menschen wieder zu sehen, ich mache mir Gedanken drüber, womit ich ihn überraschen könnte, was wir schönes zusammen unternehmen könnten oder worüber wir uns vertrauensvoll unterhalten könnten. Und Streicheln oder Küssen? Tja, der einer mag mehr, der andere weniger, darauf kommt es emotionaler Anziehung/Interaktion nicht an.

Zitat:
Auch wenn Aromantik keine bewusste Willensentscheidung ist, bin ich recht froh, die Asexualität im Paket mit der Aromantik "gebucht" zu haben. Ist doch viel einfacher, wenn man gar keinen Partner will, als wenn verzweifelt man eine Nadel im Heuhaufen(= Partnerschaft ohne Sex) sucht *gg*
Tja, wer Liebe kennt, möchte&kann drauf nicht verzichten und wer Sexualität kennt möchte&kann drauf auch nicht verzichten. Hier haben die Aromantiker zwei Probleme weniger im Leben. Smile
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1. Mein Blog
2. Polyamorie
3. Abb. XYZ
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luna & titus
abgemeldet




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 04.02.2014
Beiträge: 886
BeitragVerfasst am: So Feb 08, 2015 1:26    Titel: Antworten mit Zitat

luk69 hat folgendes geschrieben:
Tja, wer Liebe kennt, möchte&kann drauf nicht verzichten und wer Sexualität kennt möchte&kann drauf auch nicht verzichten. Hier haben die Aromantiker zwei Probleme weniger im Leben. Smile




Hallo,


das verstehe ich nicht!

Wieso kann und möchte man dann nicht mehr darauf verzichten?

Heißt das, dass man davon quasi "angefixt" ist und nicht mehr davon loskommt?
Sind das wirklich so starke Gefühle?
Ich dachte früher, als meine Klassenkameraden sich verliebt haben immer, das sei eine Art Hobby und ich habe als einzige kein Interesse daran, genauso wie ich an Fußball kein Interesse habe.

Aber ich bin auch Autistin, vielleicht liegt es daran.


Viele Grüße

luna


Zuletzt bearbeitet von luna & titus am So Feb 08, 2015 1:31, insgesamt einmal bearbeitet
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Inertia





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 07.10.2014
Beiträge: 1087
BeitragVerfasst am: So Feb 08, 2015 1:29    Titel: Antworten mit Zitat

luk69 hat folgendes geschrieben:
Tja, wer Liebe kennt, möchte&kann drauf nicht verzichten und wer Sexualität kennt möchte&kann drauf auch nicht verzichten. Hier haben die Aromantiker zwei Probleme weniger im Leben. Smile


Das ist wohl Ansichtssache. Ich glaube nicht, dass man auf diese Dinge nicht verzichten kann oder will, nur weil man sie kennt. Etwas zu kennen und etwas zu mögen sind ja immer noch zwei verschiedene Dinge.
Außerdem gehst du (auch in deinen Diagrammen) davon aus, dass Asexualität und Aromantik immer gemeinsam auftreten, bzw. das Aromantik eine Sonderform von Asexualität ist. Das sehe ich nicht so. Wieso sollte es keine Aromantiker geben, die "trotzdem" Sex wollen? Das hat doch nicht zwingend was miteinander zu tun.
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Siku
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Alter: 26
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.07.2014
Beiträge: 360
BeitragVerfasst am: So Feb 08, 2015 2:37    Titel: Antworten mit Zitat

@luk69: Das ist scheinbar Auslegungssache und ich finde es auch schwierig, Arten emotionaler Anziehung voneinander abzugrenzen. Klar handelt es sich bei dem, was hier 'romantische Anziehung' genannt wird, auch um eine Art emotionaler Anziehung. Aber für mich liegt der Unterschied im Wort 'romantisch' gerade darin, dass ich es im partnerschaftlichen Kontext sehe. Emotionale Anziehung kann man auch zu Freunden haben, also auch als Aromantiker verspüren. Man freut sich doch auch darauf, einen Freund zu sehen, überlegt sich, was man gemeinsam unternehmen kann etc.

Körperliche Handlungen müssen nicht immer sexuell motiviert sein. Den Unterschied sehe ich in der Intention für diese Handlungen. Immerhin kommen Zärtlichkeiten auch in einigen Freundschaften und zwischen Eltern und Kindern vor.

Am einfachsten wäre wohl die Definition eines Aromantikers als 'ohne romantisch motivierten Beziehungswunsch'. Nur hat man dann wieder das Problem mit dem Romantikbegriff, den jeder anders definiert. Ich habe es schon mal in einem anderen Thread geschrieben: Begriffe sollen für mich die wesentlichen Merkmale eines abstrakten Konzepts benennen und daher so eindeutig wie möglich sein. Da das Wort 'Romantik' dem Begriff 'Aromantik' aber inhärent ist, ist Eindeutigkeit etwas, was man bei der Begriffsdefinition nicht erreichen kann. Romantik ist und bleibt eben subjektiv.
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