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Aromantische Asexualität und Verpartnerung
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bitte nur aromantische Asexuelle mitmachen
Ich möchte keinen Partner.
56%
 56%  [ 33 ]
Ich habe einen Partner oder hätte gerne einen.
44%
 44%  [ 26 ]
Stimmen insgesamt : 59

Autor Nachricht
Margarita_02




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 14.07.2014
Beiträge: 633
Wohnort: Berlin & Ruhrpott
BeitragVerfasst am: Mi Feb 04, 2015 16:10    Titel: Antworten mit Zitat

@ Maxi: Das mit dem Lithium war mir schon klar, das war mehr oder weniger einfach eine Stilfigur, um mein Unbehagen gegenüber Psychopharmaka zum Ausdruck zu bringen. Ich habe einige Fälle im Bekanntenkreis, die sehr negative Erfahrungen damit gemacht haben; positive Gegenbeispiele gibt es sicherlich auch, aber mir sind halt keine bekannt. Aber vielleicht redet man auch einfach nicht groß darüber, wenn es wirkt.

Was den Optimismus und den Pessimismus angeht, habe ich auch nichts gegen Menschen mit eher negativer Weltsicht und Hang zum Düsteren, ich fühle mich davon sogar oft angezogen.

Was mich stört, ist aber eine übergroße Ich-Bezogenheit, die manche Leute an den Tag legen - wenn es einfach nur noch, und nur noch und nur noch, um deren Probleme, etwa Beziehungskisten, geht. Da fühle ich mich dann übergangen. Ich würde deshalb nicht den Kontakt abbrechen, wenn mir die Person aus anderen Gründen wichtig ist; aber heftige Auseinandersetzungen hat es darüber schon gegeben.
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asba




Alter: 30
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.08.2014
Beiträge: 762
Wohnort: Österreich
BeitragVerfasst am: Mi Feb 04, 2015 16:47    Titel: Antworten mit Zitat

@dunkler_ regenbogen: Das war damals sicher eine Extremsituationen, in der du besonders Beistand gebraucht hättest. Ich verstehe sowohl dein Einsamkeitsgefühl als auch den daraus resultierenden Vertrauensverlust.
Die stationäre Therapie ist ja noch viel schlimmer als mein scherzhafter Vergleich mit dem Fußballstadion. Das ist kein Beistand, sondern totale Überwachung. Kein Wunder, dass du sogenannte professionelle Hilfe inzwischen ablehnst ...

@ NoEvol: Ich würde niemals eine depressive Person als Problemhasen bezeichnen! Meine Schwägerin jammert ja schon aus Prinzip: Haushalt und Kind sind ihr zu viel, aber sie schafft sich einen Hund an. Jetzt jammert sie drüber, dass der Hund Arbeit macht.
Sie hat meinen Bruder dazu gebracht, seinen erlernten Beruf zu schmeißen und jammert, dass er in den neuen Jobs zu wenig verdient. Die Liste könnte ich noch lang fortführen. Nichts ist ihr gut genug, sie unternimmt auch nicht wirklich Versuche, die Situation zu verbessern.
DAS ist für mich ein Problemhase.

Klar, grenzenloser Optimismus ist auch nicht gerade ideal. Deshalb bin ich auch halb Optimist und halb Realist.

@ Margaritha: Grundsätzlich stört mich der Hang zum Pessimismus auch nicht. Es bringt oft andere Ansichten.
Aber ich kanns nicht leiden, wenn jemand glaubt, nur er/sie hat als Einziger Probleme. Und die Probleme anderer Leute sind nur Peanuts. So wie du een extremen Ich-Bezug anführst. Genauso ein Mensch ist meine Schwägerin leider.
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Maxi




Alter: 37
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.07.2005
Beiträge: 3129
BeitragVerfasst am: Do Feb 05, 2015 2:22    Titel: Antworten mit Zitat

Margarita_02 hat folgendes geschrieben:
positive Gegenbeispiele gibt es sicherlich auch, aber mir sind halt keine bekannt.
*meld* Wink
_________________
sex doof
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_Lynx_
gesperrt wegen Mehrfachaccount
<b>gesperrt wegen Mehrfachaccount</b>




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 19.06.2016
Beiträge: 283
Wohnort: dichte Wälder mit offenen Landschaften
BeitragVerfasst am: Sa Nov 05, 2016 16:29    Titel: Antworten mit Zitat

"bitte nur aromantische Asexuelle mitmachen

Ich möchte keinen Partner.

57% [ 24 ]


Ich habe einen Partner oder hätte gerne einen.

43% [ 18 ]

Stimmen insgesamt : 42"

... am Kopf kratzen

Gibt es zufällig noch einen der 18 User, die sich als aromantisch bezeichnen und eine Partner haben oder gerne einen hätten, und das erklären möchte?

Gerade auch unter Beachtung der von der TE gemachten Einschränkungen dazu (z.B. dass nicht damit gemeint ist, eine Partnerschaft aus wirtschaftlichen Gründen haben zu wollen).
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Lady Parrot
ADMod Team



Alter: 25
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 12.09.2013
Beiträge: 1262
BeitragVerfasst am: Sa Nov 05, 2016 17:47    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin zwar keine der 18 und ich habe auch nicht abgestimmt, weil ich mir über meine Orientierung unsicher bin, aber vielleicht kann ichs trotzdem erklären. Ich war ziemlich sicher noch nie in meinem Leben verliebt. Ich habs aber trotzdem irgendwie hinbekommen, mit ca. 15 in eine Beziehung zu schlittern. Tja. Ich war definitiv nicht verliebt, trotzdem war es meistens extrem schön. Es war auch deutlich mehr als nur eine Freundschaft, wie ich das jetzt beschreiben soll, weiß ich nicht. Und ich kann mir auch durchaus wieder eine Beziehung vorstellen, allerdings diesesmal nur mit einem asexuellen Mensch. Ich bin aber single auch sehr zufrieden, deshalb ist es mir wurscht ob mir irgendwann mal wer über den Weg läuft oder nicht. Und vielleicht verliebe ich mich tatsächlich mal in irgendwen, wer weiß
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Chi ha paura muore ogni giorno, chi non ha paura muore una volta sola. (Paolo Borsellino)
Wer Angst hat stirbt jeden Tag, wer keine Angst hat stirbt nur einmal.
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Inertia





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 07.10.2014
Beiträge: 1087
BeitragVerfasst am: Sa Nov 05, 2016 18:50    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube das Problem an der Sache ist, dass man Begriffe wie "romantische Anziehung" oder auch "Verliebtsein" nur sehr schwer definieren kann. Jeder wird darunter etwas anderes verstehen, mangels Vergleichswert muss man solche Dinge nunmal rein für sich selber definieren. Das ist mit der "sexuellen Anziehung" ja das selbe Problem, was das so genau sein soll konnte bisher ja auch nicht allgemeingültig geklärt werden.

Hinzu kommt, dass der hier verwendete Begriff "Romantik" sowieso völlig unpassend ist, da man im alltäglichen Sprachgebrauch etwas komplett anderes darunter versteht, als verliebt zu sein. Deshalb gab es hier ja schon öfter mal Missverständnisse und Diskussionen, in denen die Leute offenbar komplett aneinander vorbeigeredet haben.

Ich glaube es war Prinzess, die vorgeschlagen hat, den Begriff "aromantisch" durch "non-amourös" zu ersetzen. Klingt zwar auch doof und ist noch deutlich weiter von Alltagssprache entfernt, wäre aber vielleicht noch eindeutiger.

Das Ergebnis dieser Abstimmung hat mich auch verwirrt. Aber wenn man so darüber nachdenkt, ist es vielleicht gar nicht mal sooo unlogisch. Was ich so mitbekommen habe, beruhen die meisten Partnerschaften nicht unbedingt auf Verliebtheit, sondern auf ganz pragmatischen Dingen. Arbeitsteilung, Geld, "weil es sich so gehört", und weil die eigene Leiche mal gefunden werden soll bevor sie zu stark müffelt.

Wenn man natürlich davon ausgeht, dass Beziehungen ausschließlich bei vorhandener Verliebtheit eingegangen werden, müsste diese Umfrage tatsächlich eindeutig ausgegangen sein.
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Maz
ADMod Team



Alter: 43
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14295
BeitragVerfasst am: Sa Nov 05, 2016 18:57    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt auch Leute, die jede Umfrage anklicken sobald sie ihnen über den Weg läuft. Diese Leute sind durchaus im Stande die Einschränkung "aromantische Asexuelle" zu ignorieren. Wink
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Sa Nov 05, 2016 20:29    Titel: Antworten mit Zitat

Schade, das vorangehende Offtopic verpasst zu haben. Da sind wirklich interessante Ansätze mit drin. Mensche bedürfen eigentlich einer individuell spezifischen Art des Umgangs und bei Bedarf ebenso der Behandlung.

Inertia hat folgendes geschrieben:
Hinzu kommt, dass der hier verwendete Begriff "Romantik" sowieso völlig unpassend ist, da man im alltäglichen Sprachgebrauch etwas komplett anderes darunter versteht, als verliebt zu sein. Deshalb gab es hier ja schon öfter mal Missverständnisse und Diskussionen, in denen die Leute offenbar komplett aneinander vorbeigeredet haben.

Ich glaube es war Prinzess, die vorgeschlagen hat, den Begriff "aromantisch" durch "non-amourös" zu ersetzen. Klingt zwar auch doof und ist noch deutlich weiter von Alltagssprache entfernt, wäre aber vielleicht noch eindeutiger.


Da möchte ich mal zustimmen und finde, der Begriff 'non-amourös' von Prinzess trifft es präzise, was eigentlich damit gesagt werden soll. Ich habe unter Romantik vor dem AVEN-Jargon auch eher die Epoche in Kunst und Literatur und die daraus abgeleiteten Empfindungen über Naturphänomene,Landschaften oder Stimmungen verstanden. Romantik im Bezug auf schnulziger Liebesromane und solche Filme kannte ich zwar auch, aber mir schien eher das mit den Sonnen - / Mondaufgängen oder panoramischen Berg-Aussichten ect. allgemein damit in Verbindung zu stehen.


Maz hat folgendes geschrieben:
Es gibt auch Leute, die jede Umfrage anklicken sobald sie ihnen über den Weg läuft. Diese Leute sind durchaus im Stande die Einschränkung "aromantische Asexuelle" zu ignorieren. Wink


Rolling Eyes Da wo der Klickfinger dem Verstand immer so 6-7 Sekunden vorher eilt, wie so ein losgelassener Minihund.

Ich dachte auch daran, dass Leute mitgemacht haben, bei denen entweder Grey-Asexualität mit A-Romantik zusammen vor liegt, und die Partnerschaften wünschen/ haben, die nicht romantisch verortet sind, oder solche, die sich ihrer A-Romantik letztlich nicht ganz sicher sind, oder diese zuliebe des/der Partner*In unterdrücken, das 'Spiel' mitspielen, oder sowas wie wechselnde Verlaufsgeschichte hinter sich haben, und praktisch irgendwann erst a-romantisch wurden.

Man liest hin und wieder über Leute, bei denen diese Zustandsformen nicht konstant oder gleich intensiv sind. Wenn es solche gibt, oder auch so welche, die sich etwas selbst nicht eingestehen können, und darüber hinweg handeln, dann haben vielleicht von denen noch einige 'mit Partnerwunsch' angeklickt.

Sexuelle A-Romantiker scheint es jede Menge zu geben, also Null Interesse an romantischen Bezugsthemen, Gefühlen, Liebe, aber auf der sexuellen Ebene sehr aktiv, oft auch mit wildfremden Menschen oder an seltsamen Orten und anonym.
Vielleicht gibt es die Gruppe mit nur gelegentlich oder unter bestimmten Voraussetzungen sexuellen Interessen, aber ohne jegliche romantische Interessen auch unter Demi- und/oder Greys?
Wenn sich wieder einige von diesen als "Asexuelle" verstehen, haben wir einen zulässigen Prozentsatz, oder nicht? Question
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Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
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Inertia





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 07.10.2014
Beiträge: 1087
BeitragVerfasst am: Sa Nov 05, 2016 20:44    Titel: Antworten mit Zitat

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:
oder solche, die sich ihrer A-Romantik letztlich nicht ganz sicher sind, oder diese zuliebe des/der Partner*In unterdrücken


Das widerspricht sich aber auch wieder.
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KWD





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 11.05.2018
Beiträge: 11
BeitragVerfasst am: Fr Mai 11, 2018 21:23    Titel: Alter Thread, aber das Thema spricht mich an... Antworten mit Zitat

Ich halte eine asexuelle und aromantische Partnerschaft für plausibel. Wobei eine Person, die das für sich bejaht, vermutlich in mindestens einem dieser beiden Selbstattributierungen eher im 'grey'-Bereich liegen dürfte. Aber wer weiß das schon.

Meine Überlegungen dazu:

Was ist denn der Unterschied zwischen Freundschaft und Partnerschaft? Und was genau ist eigentlich Aromantik (im Sinne von non-amourös, einen Begriff, den ich für weitaus passender halte)?
Beide Fragen werden Menschen individuell beantworten. Es gibt also genügend Raum für alles, was nicht ausdrücklich unmöglich, weil logisch widersprüchlich ist.

Widersprüchlich wäre eine asexuelle und aromantische Partnerschaft, wenn Partnerschaft zwingend mindestens sexuell oder romantisch sein müsste, um als solche gelten zu dürfen. Das kann ich aber nicht erkennen: Partnerschaft kann doch auch bspw. bedeuten, dass man einen gemeinsamen Lebensplan hat und sich bei der Verwirklichung auf einander verlässt. Das kann ohne Sexualität und ohne Romantik funktionieren. Das kann sogar total harmonisch und zufriedenstellend für alle Beteiligten sein.

Es gibt so viele fließende Übergänge in Bezug auf 'sex' und 'gender' - warum nicht auch in Bezug auf 'relationship'? Warum sollte es ausgerechnet da binär zugehen?
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Maz
ADMod Team



Alter: 43
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14295
BeitragVerfasst am: Fr Mai 11, 2018 21:45    Titel: Antworten mit Zitat

Das hängt dann aber auch wieder z.B. von der Definition von Sexualität ab. Meiner Meinung nach kann es leicht passieren, daß man bei einer zu weitläufig Auslegungen von Begriffen plötzlich bei etwas landet was mit der ursprünglichen Definition kaum noch etwas zu tun hat oder zumindest dem entspricht wie ein Großteil der Menschheit empfinden oder leben.
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Fr Mai 11, 2018 23:23    Titel: Antworten mit Zitat

Nun ja, eine geschäftliche Partnerschaft könnte beides sein, sowohl asexuell als auch aromantisch.

Man arbeitet zusammen, unterhält eine Firma oder einen Betrieb und tauscht sich überwiegend über Themen aus, die mit Aufträgen, Bilanzen, Anschaffungen für Maschinen, Expansion, Börsengang oder Einstellung von ArbeiterInnen zu tun haben, oder wer wann den Firmenwagen nutzen kann.
Solche Partnerschaften dürfte es jede Menge geben, auch im Poly-Partner-Stil, siehe FC Bayern München oder vielleicht Fraunhofer Institut, Ratiopharm usw.
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KWD





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 11.05.2018
Beiträge: 11
BeitragVerfasst am: Sa Mai 12, 2018 5:20    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:
Das hängt dann aber auch wieder z.B. von der Definition von Sexualität ab. Meiner Meinung nach kann es leicht passieren, daß man bei einer zu weitläufig Auslegungen von Begriffen plötzlich bei etwas landet was mit der ursprünglichen Definition kaum noch etwas zu tun hat oder zumindest dem entspricht wie ein Großteil der Menschheit empfinden oder leben.


*lach* Naja, die ursprüngliche Definition von Sexualität hat auch nichts mit Asexualität zu tun, und ein Großteil der Menschheit wird bis heute Asexualität nicht als Form der Sexualität ansehen... Mir scheint die Frage, was denn die Mehrheit denkt und fühlt, deshalb (gerade auch in diesem Forum) kein Argument für was auch immer zu sein.

Das ist das Dilemma: Aus wissenschaftlicher Sicht sind präzise Begriffe notwendig. Ist gebongt. Aber aus humaner Sicht ist die Überwindung des Schubladendenkens notwendig. Da stört jedes Etikett, egal wie weit es definiert worden ist.

Und die Abgrenzung von Freundschaft und Partnerschaft ist echt heikel, zumal auch in der gelebten Praxis: Intimität und Nähe in einer Freundschaft können genauso intensiv sein wie in einer Partnerschaft. Auch eine Freundschaft kann durch Dritte, die sich dazwischen drängen, gefährdet werden. Das Zerbrechen einer Freundschaft kann nicht weniger Trennungsschmerz auslösen wie das einer Partnerschaft. - Die traditionelle Denkweise hat damit kein Problem. Sie hat ja konkret definiert, was eine Partnerschaft von einer Freundschaft unterscheidet. Das gilt jedoch als überholt:
In der heutigen Zeit, in der weder Gegengeschlechtlichkeit noch Exklusivität, weder Kinder noch die gelebte Sexualität, weder die ökonomische Basis noch der kirchliche Segen und auch nicht der gemeinsame Hausstand zwingendes Merkmal einer Beziehung sind, tja, wer will denn da entscheiden, dass Romantik das entscheidende Kriterium ist für die Definition von Partnerschaft?

Bitte nicht missverstehen: Genau dies wird vermutlich regelmäßig so sein. Aber regelmäßig ist auch die gelebte heterosexuelle Beziehung Basis für eine Partnerschaft. Warum nur das eine infrage stellen, aber das andere nicht?

Das ist übrigens eine Schwäche der asexuellen Bewegung (wie aller anderen Emanzipationsbewegungen): Um sichtbar und akzeptierter Teil der Gesellschaft zu werden, bedient man sich zwangsläufig derselben Methoden, die das Problem erst verursacht haben: der Kategorisierung.

Kategorien sind für atomare Teilchen okay, die stört das nicht. (Meines Wissens nach jedenfalls.) Aber schon die Unterscheidung Tier/Pflanze ist uneindeutig. Und die strikte Trennung von Mensch/Tier wird vielfach als ideologisch begründet angesehen.

Aber jetzt schweife ich total ab...

Langer Rede, kurzer Sinn: Das Konzept Partnerschaft (in Abgrenzung zur Freundschaft) ist genauso ein alter Zopf wie die binäre Geschlechterordnung. Sogar schon älter und deshalb hartnäckiger in unseren Köpfen verankert.
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KWD





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 11.05.2018
Beiträge: 11
BeitragVerfasst am: Sa Mai 12, 2018 5:51    Titel: Antworten mit Zitat

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:
Nun ja, eine geschäftliche Partnerschaft könnte beides sein, sowohl asexuell als auch aromantisch.

Man arbeitet zusammen, unterhält eine Firma oder einen Betrieb und tauscht sich überwiegend über Themen aus, die mit Aufträgen, Bilanzen, Anschaffungen für Maschinen, Expansion, Börsengang oder Einstellung von ArbeiterInnen zu tun haben, oder wer wann den Firmenwagen nutzen kann.
Solche Partnerschaften dürfte es jede Menge geben, auch im Poly-Partner-Stil, siehe FC Bayern München oder vielleicht Fraunhofer Institut, Ratiopharm usw.


Richtig.

Nun werden einige vielleicht behaupten, in polyamorösen Beziehungen sei die Romantik resp. die Sexualität ja gerade der Unterschied zur Freundschaft. Und ich muss zugeben: Eine polyamoröse, asexuelle, aromantische Partnerschaft, die aber mehr als Freundschaft ist, der Gedanke strapaziert sogar meine Phantasie. *ggg* Aber ich käme nicht so schnell auf die Idee, eine solche Selbstzuschreibung in Frage zu stellen, sondern würde das erst einmal als gegeben hinnehmen.

Und so mancher Fußballfan dürfte sich seinem Verein, den Spielern und den anderen Fans emotional inniglicher verbunden fühlen als den Kindern und der Ehefrau. Wink
Wenn wir bei formellen Kriterien stehen bleiben, dann ist die Ehe der Kern eines solchen Lebensstils und das andere nur Hobby. Aber wenn wir hinter die Kulisse schauen und das Wesen dieser Lebensweise betrachten, kommen wir womöglich zu einem anderen Ergebnis: Das eigentliche Leben des Fußballfans 'spielt' sich eben nicht in der Ehe ab. - Vielleicht hat sich der arme Kerl auch nur den Konventionen unterworfen (die es ihm - zugegeben - recht leicht machen, alle seine Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen; andere haben es da schwerer; ganz doll viel Mitleid brauchen wir also nicht zu haben).
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KWD





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 11.05.2018
Beiträge: 11
BeitragVerfasst am: Sa Mai 12, 2018 6:13    Titel: Antworten mit Zitat

Nachtrag:

Zwei heterosexuelle Cis-Männer, die freundschaftlich miteinander verbunden sind und gemeinsam nach Samoa auswandern, um dort vom Fischfang zu leben, tja, die werden den Begriff Partnerschaft allenfalls im Sinne von Geschäftspartner akzeptieren, um nicht als schwul zu gelten. Und sie sind es ja auch nicht. Dennoch schwöre ich Stein auf Bein: Jede Frau, die mehr ist als eine Bettgeschichte, wird da ein Störfaktor sein. Wie soll man das nennen? "Freundschaft heavy" im Gegensatz zu "Beziehung light"?

Es gibt Dinge, die sich der Kategorisierung entziehen. Und interessanter Weise neigen wir Menschen dazu, gerade solchen Dingen mehr Authentizität zuzuschreiben.
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