Forum für Asexualität Foren-Übersicht

Forenregeln | Hauptseite
 

Aromantische Asexualität und Verpartnerung
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Forum für Asexualität Foren-Übersicht -> Gedanken -> (A)Romantik und Liebe
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  

bitte nur aromantische Asexuelle mitmachen
Ich möchte keinen Partner.
55%
 55%  [ 31 ]
Ich habe einen Partner oder hätte gerne einen.
45%
 45%  [ 25 ]
Stimmen insgesamt : 56

Autor Nachricht
asba




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.08.2014
Beiträge: 762
Wohnort: Österreich
BeitragVerfasst am: Do Jan 29, 2015 21:50    Titel: Antworten mit Zitat

Maxi hat folgendes geschrieben:
Naja, dass kommt auf das Verständnis von "Partnerschaft" an.

Für mich ist eine Partnerschaft eine exklusive Beziehung zwischen zwei Menschen.*
Und Freundschaft ... kann ich nicht erklären, es ist einfach Freundschaft!

Wie Prinzess so schön schreibt, hat man zu allem eine Beziehung, sogar zu fallenden Herbstblättern. Aber müssen wir das hier wirklich so verkomplizieren? Grundsätzlich gings ja in dem Thread um die Paarbeziehung zwischen zwei Menschen.

Meine Freunde sind mir extrem wichtig, ich verbringe viel Zeit mit ihnen und würde ALLES für sie tun! Ich kann zu 100% ich selbst sein und sie mögen mich trotzdem Smile
Aber so gern ich sie alle habe, ich könnte mir nicht vorstellen, eine Beziehung mit jemandem einzugehen. Schon gar nicht mit einem von ihnen. Das würde das besondere Verhältnis, das wir zueinander haben kaputt machen.



* Und wenns vorbei ist, bleibt ein Scherbenhaufen übrig ...

P.S.: Wo sieht man das Ranking der Beiträge? Wink
Nach oben
          
dunkler_regenbogen




Alter: 60
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.12.2012
Beiträge: 443
Wohnort: Dortmund
BeitragVerfasst am: Fr Jan 30, 2015 2:33    Titel: Antworten mit Zitat

asba hat folgendes geschrieben:
Sry, ich verbinde eine Partnerschaft nunmal damit, dass sich viel in den Wohnungen abspielt. Selbst wenn man nicht zusammenlebt, gehe ich davon aus, dass auch Zeit zu Hause verbracht wird.


Ja, das stimmt natürlich - es spielt sich viel in Wohnungen ab. Aber tut es, wenn ich mich mit meiner Freundin treffe auch. Vielleicht liegt das ein bisschen am Alter, wir alten Tanten gehen halt nicht mehr so oft auf die Piste, sondern lieber gemütlich beim Tee zusammen Wink

asba hat folgendes geschrieben:
Aber ich hab ja auch spontane Entscheidungen etc. angeführt. Wenn ich mich mit meinen Freunden treffen will, gibt's zwei Möglichkeiten: Der Partner kommt mit oder nicht.
Wenn er mitkommt, würde das zwangsläufig dazu führen, dass er/sie früher oder später in die Gruppe integriert wird. Doch meine Freunde und ich sind uns einig, dass Beziehungen innerhalb unserer Gruppe nicht gut wären. Spätestens beim Beziehungsende würde es für Unstimmigkeiten unter allen sorgen und uns auseinanderreißen.
Wenn er/sie nicht mitkommt bleibt noch das Eifersuchtsthema zu klären ...


Okay, ich sehe mich ja trotzallem irgendwie als hetero-was-auch-immer. Also wäre ein Partner für mich ein Mann. Und ich würde den Teufel tun, ihn zu Treffen mit meiner Freundin oder weibl. Bekannten mitzunehmen. Da bringt keine Frau ihren Partner mit und da sind wir uns auch alle einig.
Und ich würde auch nicht mitgehen wollen, wenn er seine Freunde trifft. Seine Freunde sind seine Freunde und nicht meine.
Soviel Privatsphäre muss für beide Seiten sein.

Und was in dem Falle eine eventuelle Eifersucht seinerseits angeht... so ein Mann wäre nicht mein Partner.

Ich gebe zu, dass es mir schwer fällt, den Unterschied (für mich) zwischen Freundschaft und Partnerschaft zu erklären. Es fühlt sich einfach anders an...

"Normale" Beziehungsmenschen (Romantiker) können meine Vorstellung von Beziehung übrigens auch nicht verstehen. Denen ist das, was ich mir vorstelle, nicht eng genug.
_________________
You'll never find a rainbow if you're looking down.

Ich weiß, dass die Stimmen in meinem Kopf nicht real sind, aber sie haben so wahnsinnig geile Ideen!
Nach oben
          
Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Fr Jan 30, 2015 5:08    Titel: Antworten mit Zitat

Nach der Erkenntnisfindung darüber, dafür unnütz oder sogar potenziell schadhaft zu sein, mich anderen auch nicht zumuten zu können, und dem Lernen darum, dass alles früher mal darüber Vorstellbare nur alberne, dümmliche Kindheits-Ideen waren, ist mir doch ziemlich klar, dass Partnerschaft etwas ist, das andere Menschen angeht, auf fernen Sternen stattfindet und für mein Leben so irrelevant ist wie Berliner auf dem Jupitermond Europa zu verteilen unsinnig sein muss.

Es ist -- mit Douglas Adams Worten gesagt -- ein Problem anderer Leute.

Ich glaube, es gibt keinen Grund für ein Bedürfnis danach. Es würde mein Dasein zu einem hohen Maß belasten, anstrengen, die Herausforderung wäre für mich sicher unlösbar, ich kann mir ja noch nicht einmal vorstellen, dass ein anderer Mensch im selben Raum mit mir schlafen sollte! Das ginge gar nicht!

Alleinsein hat sich nach allem Durchüberlegen und jahrelangen Überlegungen zu pro und kontra als einzig praktikable Lösung gezeigt. Ein Kaktus als Zimmergenosse ist anstrengend genug.Mit einem anderen Menschen wäre ich hoffnungslos überfordert, weswegen ich auch keine Haustiere mehr halte.

So, wie ich mich kenne, wäre es für die potenzielle andere Person schrecklich bis unerträglich, und ich habe genug Mitgefühl übrig, um das niemandem antun zu möchten.
_________________
Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
Nach oben
          
Maxi




Alter: 36
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.07.2005
Beiträge: 3129
BeitragVerfasst am: Fr Jan 30, 2015 10:45    Titel: Antworten mit Zitat

asba hat folgendes geschrieben:
Aber müssen wir das hier wirklich so verkomplizieren?
Naja, beim klassischen heteronormativen Pärchen, lässt sich die Frage wohl einfacher beantworten.
Es könnte aber durchaus passieren, dass etwas, was ich bereits als Partnerschaft ansehe, bei anderen nichtmal als Freundschaft durchgehen würde.
Würde ich bei der Umfrage mitmachen, würde ich ankreuzen:
[ ] Ich möchte keinen Partner
[ ] Ich habe einen Partner oder hätte gerne einen.
[x] Ich möchte einen Partner, aber in einer abgespeckten Variante

Die Option gibt es aber nicht ... was sollte ich also ankreuzen? Ich möchte keinen Partner, weil meine Vorstellung von Partnerschaft weit entfernt von gängigen Partnerschaftsvorstellungen ist? Oder spielt das keine Rolle und wenn zwei Menschen sich als Partner definieren, sind sie einfach Partner, auch wenn sie sich nie gesehen haben und auch nie sehen werden. Man könnte ja auch als Avatar in WoW eine Beziehung mit einem anderen Avatar eingehen und sich als vergeben definieren, auch wenn die beiden Menschen nur über ihre Avatare kommunizieren. Ausreichende Identifizierung mit dem Avatar und schon ist das kein Problem.
Statt abgespeckter Variante könnte ich auch Teilzeit-Partner nehmen ... Rolling Eyes

asba hat folgendes geschrieben:
Wo sieht man das Ranking der Beiträge?
Hier, einfach Sortierung nach "Beitröge total" auswählen und entsprechend aufsteigend/absteigend ...
_________________
sex doof
Nach oben
          
asba




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.08.2014
Beiträge: 762
Wohnort: Österreich
BeitragVerfasst am: Sa Jan 31, 2015 0:59    Titel: Antworten mit Zitat

dunkler_regenbogen hat folgendes geschrieben:

Okay, ich sehe mich ja trotzallem irgendwie als hetero-auch-immer. Also wäre ein Partner für mich ein Mann. Und ich würde den Teufel tun, ihn zu Treffen mit meiner Freundin oder weibl. Bekannten mitzunehmen. Da bringt keine Frau ihren Partner mit und da sind wir uns auch alle einig.


Mein Freundeskreis ist gemischt ... Erst heute hab ich mit meiner Freundin gesprochen: Als wir letzens mit den Jungs ausgegangen sind, muss es von außen wie ein Doppeldate gewirkt haben, weil wir uns u.A. auch viel umarmen. Was würde da ein potentieller Partner denken?

Meinst du, fürudich verschwimmen die Grenzen zwischen Partnerschaft und Freundschaft? Ich kanns zwar schwer in Worte fassen, aber für mich selbst ist der Unterschied klar.

@ Windsurferhippie: Wie kommst du auf die Idee, dass du unnütz oder gar schadhaft für andere bist?

@ Maxi: Ich wollte das nicht auf die Heteronormativität beschränken, sondern zumindest auf Menschen. Egal ob die Beteiligten nun männlich, weiblich, transgender, ... sind.
Hinter dene WoW-Avataren sitzt zumindest am andren Ende auch ein Mensch aus Fleisch und Blut Wink
Was würde so eine Avatar-Beziehung von einer "normalen" Fernbeziehung unterscheiden? Eigentlich nur die Tatsache, dass man sich bei der Fernbeziehung vorher zumindest. 1x persönlich getroffen hat.

P.S.: Danke für den Link Wink
P.P.S: Sorry für etwaige ärgere Schreibfehler, bin heute ausnahmsweise am Handy unterwegs statt am Laptop.
Nach oben
          
Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Sa Jan 31, 2015 6:44    Titel: Antworten mit Zitat

@asba : Die Erfahrung, die ich in meinem Leben anhand der Versuche erlebt habe, schlichte Bekanntschaften, Briefbekanntschaften oder ansatzweise Bekanntschaften zu unterhalten, hat mir gezeigt, dass ich noch nicht einmal in der Lage dazu bin, so etwas sozial korrekt zu beantworten.
Häufiger Austausch überfordert mich, bw. strengt mich so an, dass ich Erholungsphasen brauche. Bekanntschaften ließen sich in der Regel nicht dazu ein, nur 1-2 Mal pro Jahr zu schreiben, denen war das anscheinend nicht brauchbar genug.
Sozial habe ich andauernd Fehler gemacht, auch bei einer Email-Bekannten, die mir von hier vor Jahren schrieb. Zudem ist meine gesamte Seltsamkeit und Geschichte zu krass, man kann sie anderen nicht zumuten. Bei anderen 'Experimenten' habe ich gleich am Anfang aus lauter Gutmeinen heraus Fehler gemacht, auch bin ich, wie es jemand anderes schon mal schrieb, wohl viel zu kompromiss-unfähig und egoistisch, um einem richtigen Menschen genug Aufmerksamkeit zukommen lassen zu können.
Ich beschäftige mich primär mit eigenen Belangen und kann partnerschaftlich orientierte Ansprüche, wie andere diese hegen könnten, gar nicht adäquat beantworten. Das meiste auf dem emotionalen Sektor kann ich auch nicht beantworten. Habe ich nie erst gelernt.
Ich kenne mich durch die Augen anderer als nervenaufreibenden, nutzlosen und wertlosen Charaktertyp und kann auch das notwendige Maskentheater nicht gut nachahmen, das man für Kontakte mit Menschen immerzu aufsetzen muss. Dieses dauerpositive Glücklichkeits-Erscheinen, ich war nie ein guter Schauspieler. Schließlich rät es sich für Asperger Autisten nicht gerade an.

Mir fällt auf Anhieb kein Nutzen ein, den ich anderen anbieten könnte.

Ich würde Jemandem auch kein Geld einbringen bzw. die Versorgungslast würde Nachteile für andere erzeugen.
_________________
Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
Nach oben
          
Siku
abgemeldet



Alter: 25
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.07.2014
Beiträge: 360
BeitragVerfasst am: Sa Jan 31, 2015 7:28    Titel: Antworten mit Zitat

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:

Mir fällt auf Anhieb kein Nutzen ein, den ich anderen anbieten könnte.
Das kommt in etwa auch meinem eigenen Bild von Beziehungen entgegen. Solange man irgendeinen Nutzen für seinen Partner hat, hat man eine 'Beziehung' und wenn man dann irgendwann keinen Nutzen mehr einbringt bzw. die negativen Aspekte die positiven überwiegen, quälen sich beide oder einer macht Schluss.
Obwohl ich selbst keine Beziehung hatte und diese auch definitiv nicht anstrebe, entspricht das in etwa meinem Bild von der durchschnittlichen Partnerschaft -- Ausnahmen gibt es immer.

Zum Umfrageergebnis: Wie das zustande gekommen ist, weiß ich wirklich nicht. Nach meiner Definition von Aromantik müsste eine deutliche Mehrheit gegen einen Beziehungswunsch gestimmt haben. Dieses Nicht-alleine-sein-können und andere pragmatische Gründe zählen für mich nicht als 'wirkliche' Aromantik, weil man einfach aus sich selbst heraus niemals den Wunsch verspürt, sein Leben oder Teile davon in einem partnerschaftlichen Beziehungskonstrukt mit einem anderen Menschen zu verbringen. Aromantik ist für mich auch nicht ein bisschen Romantik, sondern eben gar keine. Und freundschaftliche Konstrukte, wie eng die auch immer sein mögen, sind und bleiben für mich Freundschaft. Vielleicht sollte ich dazu aber noch sagen, dass ich kein Fan von Berührungen bin und es für die in meinem Freundschaftsbegriff auch keinen Platz gibt. Bei anderen würde ich die typischen Küsschen-Umarmungs-und-Was-auch-immer-Begrüßungsrituale noch als freundschaftlich durchgehen lassen, aber sobald da das gegenseitige exzessive Streicheln und Kuscheln anfängt, fände ich es schon grenzwertig.

Langsam finde ich den Begriff 'Aromantik' ganz schön verwirrend. Begriffe sollen doch eigentlich der Kommunikation dienen und ein Konzept benennen. Das scheint mir in dem Fall überhaupt nicht mehr anwendbar zu sein. Ein Begriffsspektrum gibt es immer, aber solche Unterschiede? Wenn es in AVEN bei dieser Definition von 'Aromantik' bleibt, muss ich mir wohl einen neuen Begriff für meine eigene Orientierung ausdenken. Wenn ich mich schon selbst in eine Schublade stecke, dann doch in eine, deren Etikett auch dem Inhalt entspricht.
Nach oben
          
Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 13705
BeitragVerfasst am: Sa Jan 31, 2015 11:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ich seh hier vor allem den Faktor am Werk, daß nicht jedes menschliche Interesse und jede Verhaltensvariation gleich eine Orientierung konstituiert, denn da spielen unendlich viele Faktoren eine Rolle. Biologisch betrachtet ist für mich ein Mensch, der z.B. ganz grob gesagt emotional eine andere Wahrnehmung gegenüber manchen Personen des anderen Geschlechts erlebt, die so beim gleichen Geschlecht nicht auftritt, und der darüber hinaus generell Menschen des anderen Geschlechts vielleicht auch noch "Gefühlsbetonter" erlebt bereits eindeutig heteroromantisch, genau wie ein Mensch bei dem das in sexueller bzw. erotischer Hinsicht stattfindet heterosexuell wäre. Sowohl der Begriffe "Anziehung" als der auch Begriff "Verlangen nach Interaktion" kann individuell als zu weit gefaßt erlebt werden, gerade dann wenn anderen Faktoren das "ausleben" dieses Wahrnehmungsunterschieds verhindern.

Ergo erlebt ein Aromantiker diese gefühlsbetonte Wahrnehmung (ggf. könnte man es auch "seelische Wahrnehmung" nennen) gegenüber niemandem und ein Asexueller erlebt keine erotische/sexuelle Wahrnehmung.

Worum es bei Orientierungen eindeutig nicht geht ist die Frage ob derjenige dann tatsächlich eine Beziehung oder besondere Formen der physischen Nähe in der Realität aufbauen will oder nicht. Wie jemand mit seinen Anlagen umgeht oder umgehen kann ist für die Orientierungsfrage erst mal nicht relevant und schon gar nicht relevant ist irgendein gesellschaftliches "Ideal". Wenn man Aromantiker gegenüber einem Beziehungsideal definieren will tappt man in die selbe Falle wie den Versuch Asexualität in Relation gegenüber einem "Standard" des sexuellen Verhaltens zu definieren.
Man wird nicht dadurch zum Aromantiker, daß man keine Beziehung mit 2 Kindern einem Hund und einem Haus mit Swimmingpool anstrebt ebensowenig wie man zum Asexuellen wird nur weil man nicht jedes Wochenende jemanden neues fürs Bett klarmachen möchte.

Es spricht z.B. auch absolut nichts dagegen als Autist keinerlei körperliche Nähe zu wünschen, generell menschliche Gefühle nicht gut lesen zu können, etc. und trotzdem ganz "normal" heteroromantisch und/oder heterosexuell zu sein und auch einen Beziehungswunsch zu haben. Auch wenn der in der Praxis nicht umgesetzt werden kann oder gar nicht für eine Umsetzung in Erwägung gezogen wird.
Nach oben
          
Maxi




Alter: 36
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.07.2005
Beiträge: 3129
BeitragVerfasst am: Sa Jan 31, 2015 11:52    Titel: Antworten mit Zitat

Windsurfhippie hat folgendes geschrieben:
Mir fällt auf Anhieb kein Nutzen ein, den ich anderen anbieten könnte.
Och, deine Existenz reicht da teilweise schon ... ansonsten werden deine Beiteräge hier doch auch mitt Freude aufgenommen. Da finden sich noch mehr Nutzen ... man selbst sieht dies nur nicht so.
_________________
sex doof
Nach oben
          
Siku
abgemeldet



Alter: 25
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.07.2014
Beiträge: 360
BeitragVerfasst am: Sa Jan 31, 2015 13:17    Titel: Antworten mit Zitat

@Maz: Dass nicht jede Variation gleich eine Orientierung konstituiert, ist mir klar. Nur finde ich die Unterschiede da einfach zu krass, um noch von derselben Basis ausgehen zu können. Wenn ich einen Begriff benutze, fände ich es wünschenswert, wenn der mich auch zumindest in den wesentlichen Zügen darstellt. Und das ist hier nicht der Fall, am wesentlichsten für Aromantik ist in meiner persönlichen Definition die Beziehungsabstinenz (Freundschaften ausgenommen) als logische Konsequenz aus der nicht erlebten Anziehung.

Ich kriege diese Diskrepanz zwischen dem eigenen Nicht-Wunsch nach einer Beziehung und dem tatsächlich praktizierten Beziehungsverhalten nicht in meinen Kopf, ebenso wenig den gedanklichen Wunsch nach einer Beziehung. Und die sexuellen Gründe, die man dann noch haben könnte, wurden ja in der Umfrage, die sich nur an Asexuelle richtet, ausgeklammert. Was treibt denn bitte jemanden, der keinen gefühlsmäßigen Anlass für romantische Beziehungen sieht, doch dazu, eine solche einzugehen, wenn nicht sexuelle oder pragmatische Gründe? Und letztere erschließen sich mir ebenfalls nicht... Ich könnte in Beziehungshinsicht einfach niemals etwas tun, was ich nicht will. Das geht komplett an meiner Lebensrealität vorbei. Wahrscheinlich habe ich deswegen dieses Verständnisproblem.
Nach oben
          
Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 13705
BeitragVerfasst am: Sa Jan 31, 2015 13:30    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist aber doch in etwa die gleiche Frage wie die was jemanden freiwillig ohne sexuelle Anziehung/Verlangen in eine sexuelle Beziehung, oder sagen wir vielleicht besser in eine sexuelle Interaktion führen kann, um das komplexe Element Beziehung mal auf das primär für die Defintion relevante zu reduzieren.
Die Diskrepanz ergibt für mich in 99% der Fälle auch nur sehr wenig Sinn aber das Verhalten kann trotzdem keine Grundlage einer Orientierungsdefinition sein sonst hätten wir hier sehr viele Leute, die sich als asexuell sehen bereits auf der Begriffsgrundlage ausgeschlossen.

Wenn man die Verhaltensebene als ein charakterisierendes Kriterium einer Definition betrachtet, dann sind wir eindeutig bei etwas angekommen, was mit dem Orientierungsbegriff nicht mehr kompatibel ist und somit auch nicht dem entsprechen kann was man hier auf Aven mit Aromantik in Relation zur Asexualität bezeichnen könnte. Wir können letztlich keine "Subgruppe" in dieses Gesamtkonzept einfügen, wenn diese eine orientierungsbasierte Definition ablehnt sonst müßte man in Relation dazu Asexualität als "keine Lust auf sexuelle Beziehungen" definieren. Außerdem ist völlig klar, daß Aromantiker selbstverständlich auch ohne emotionale Anziehung/Verlangen/Wahrnehmung trotzdem sexuelle Interaktion wünschen können.
Nach oben
          
Siku
abgemeldet



Alter: 25
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.07.2014
Beiträge: 360
BeitragVerfasst am: Sa Jan 31, 2015 13:58    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:
Wenn man die Verhaltensebene als ein charakterisierendes Kriterium einer Definition betrachtet, dann sind wir eindeutig bei etwas angekommen, was mit dem Orientierungsbegriff nicht mehr kompatibel ist und somit auch nicht dem entsprechen kann was man hier auf Aven mit Aromantik in Relation zur Asexualität bezeichnen könnte. Wir können letztlich keine "Subgruppe" in dieses Gesamtkonzept einfügen, wenn diese eine orientierungsbasierte Definition ablehnt sonst müßte man in Relation dazu Asexualität als "keine Lust auf sexuelle Beziehungen" definieren.
Ich schreibe hier ja nicht als Aushängeschild der Aromantiker, die ja offensichtlich ein ganz schön weites Spektrum abdecken, sondern nur von meiner persönlichen Definition. Das Subforum wäre ja für alle Facetten der Aromantik offen, nicht nur für mich. Es ist ja keineswegs in allen Fällen so, dass die Orientierung der Verhaltensebene entspricht, nur in meinem Fall ist es eben so und ich wollte die andere Seite verstehen können. Was mir nicht gelungen ist, weil ich es ebenfalls nicht verstehen kann, wieso jemand Asexuelles sich zur sexuellen Interaktion zwingt. Am besten lassen wir die Diskussion darüber. Es war ungeschickt von mir, das hier reinzuschreiben, weil es offensichtlich ein persönliches Verständnisproblem ist. Embarassed Danke trotzdem für deine Erklärungen.
Nach oben
          
Maxi




Alter: 36
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.07.2005
Beiträge: 3129
BeitragVerfasst am: Sa Jan 31, 2015 14:04    Titel: Antworten mit Zitat

Siku hat folgendes geschrieben:
Ich kriege diese Diskrepanz zwischen dem eigenen Nicht-Wunsch nach einer Beziehung und dem tatsächlich praktizierten Beziehungsverhalten nicht in meinen Kopf, ebenso wenig den gedanklichen Wunsch nach einer Beziehung.
Naja, solange es nicht der Wunsch nach einer romantischen Beziehung ist, dürfte dass doch kein Problem sein.
Liebesbeziehung mit Sex trotz Asexualität und Aromantik könnte ich mir beim Helfersyndrom vorstellen ...
Ansonsten kann man ja Sex haben, wenn einem gerade nichts besseres einfällt ... bevor man also weiter die Wand anstarrt, kann man dem Partner ja ne Freude machen oder so ... Rolling Eyes
Dann kann man natürlich eine Beziehung haben, da dies als gesellschaftliches Normal gilt und man eben "normal" sein möchte. Wer weiß, wie da der Druck von Familie und Bekanntenkreis ist.

Siku hat folgendes geschrieben:
Ich könnte in Beziehungshinsicht einfach niemals etwas tun, was ich nicht will.
Ja, da macht das wirklich keinen Sinn. Wenn man das ein wenig abschwächt, dann wäre "will nicht" zu viel, sondern eher "mir egal". Wenn Beziehung ja/nein so interessant ist, wie der Sack Reis in China ... dann kann man ja eine Beziehung haben. Der Partner muss nur damit klarkommen, dass es einem egal ist.
Ist allerdings schon eine komische Vorstellung ...
_________________
sex doof
Nach oben
          
Maz
ADMod Team



Alter: 42
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 13705
BeitragVerfasst am: Sa Jan 31, 2015 14:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ich würde sagen "Aromantik" abzüglich "Asexualität" könnte mans ausgehend von dem Begriff Frigidität in einer nicht negativen Betrachtung am besten beschreiben. Sich auf Sex trotz Asexualität einzulassen halte ich für wesentlich unplausibler als sich auf Sex ohne emotionale Anziehung/Bindung einzulassen.
Nur leider wird der Begriff ja mit dem des sexuellen Desinteresses und dem der sexuellen Funktionsstörung vermischt.
Nach oben
          
Asterius





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.10.2010
Beiträge: 261
Wohnort: Deutschland Alter: 43
BeitragVerfasst am: Sa Jan 31, 2015 16:04    Titel: Aromantische Asexualität und Verpartnerung Antworten mit Zitat

Siku hat folgendes geschrieben:
Zum Umfrageergebnis: Wie das zustande gekommen ist, weiß ich wirklich nicht. Nach meiner Definition von Aromantik müsste eine deutliche Mehrheit gegen einen Beziehungswunsch gestimmt haben.

Sehe ich auch so. Aber vielleicht haben ja unerwünschterweise doch einige Nicht-Aromantiker abgestimmt. (Ich selbst - als Nicht-Aromantiker - habe mich der Stimme jedoch enthalten.)

Prinzipiell wäre es aber gut gewesen, die Umfrage noch etwas differenzierter zu formulieren, etwa so:
[ ] 1. Ich möchte keinen Partner.
[ ] 2. Ich habe einen aromantischen Partner und bin glücklich damit.
[ ] 3. Ich habe einen romantischen Partner und bin glücklich damit.
[ ] 4. Ich habe einen Partner, aber fühle mich mit meiner Aromantik nicht ernst genommen.
[ ] 5. Ich habe keinen Partner, aber hätte gerne einen.

Dann wären die unter Punkt 1. und 4. jene, die wohl am besten ohne Beziehung klarkommen würden, Punkt 5. diejenigen, die wohl sowas wie eine aromantische Beziehung anstreben, und bei denen unter Punkt 2. und 3. hätte man gesehen, bei welcher Art von Beziehung sie glücklich sind. So hätte man ein recht differenziertes Bild über die Aromantiker erhalten. Und diejenigen, die einen romantischen Partner haben und damit glücklich sind (also 3.) wären wahrscheinlich nur sehr wenige gewesen.

Siku hat folgendes geschrieben:
Was treibt denn bitte jemanden, der keinen gefühlsmäßigen Anlass für romantische Beziehungen sieht, doch dazu, eine solche einzugehen, wenn nicht sexuelle oder pragmatische Gründe? Und letztere erschließen sich mir ebenfalls nicht...

Siku hat folgendes geschrieben:
weil ich es ebenfalls nicht verstehen kann, wieso jemand Asexuelles sich zur sexuellen Interaktion zwingt

Das ist beides einfach die Situation, dass manche Menschen eben dann doch lieber über ihren eigenen Schatten springen, nur um kein "Problemfall" zu sein - also sozusagen doch lieber so sein wollen wie alle anderen (also dem gesellschaftlichen Standard zu entsprechen), und sie versuchen dann ihre eigenen Missempfindungen dabei zu unterdrücken. Sie denken dann, dass es insgesamt offenbar einfacher, unkomplizierter, bequemer ist, ein weitgehend angepasstes Leben zu führen anstatt die eigenen indidviduellen Bedürfnisse ausreichend zu berücksichtigen. Für besonders gut und gesund halte ich das zwar nicht, aber viele Menschen (besonders die, die gerade in einer Beziehung stecken) sind da auch in ihrer emotionalen Gefühlswelt gefangen und können daher nicht so schnell einen negativen Aspekt ihres Lebens überwinden und sehen dann manchmal doch die Lösung in der Angepasstheit. Der Druck, der da auf manchen wegen ihrer UNangepasstheit lastet, kann - wie Maxi auch schon gesagt hat - schon enorm hoch sein. Da braucht es dann schon viel Mut und Kraft, sich dem allem zu widersetzen. Ich würde aber trotzdem jedem raten, seinen EIGENEN Weg zu gehen. Notfalls muss man dazu dann eben bestimmte Kontakte beenden, auch wenn es einem nicht leicht fällt. Aber was einen dann dafür erwartet, ist eine innere Ausgeglichenheit und Ruhe. Manchmal geht sowas eben nicht, ohne gewisse Opfer zu erbringen. Es ist letztlich ein Abwägungsprozess und das Herausfinden, was einem selbst auf Dauer am meisten gut tut. Und danach finde ich sollte man sich richten, wenn man nicht innerlich zerbrechen will. Geht aber meistens erst, wenn man beruflich schon Fuß gefasst hat und vom Elternhaus ausgezogen ist. Davor steckt man halt noch in zu vielen Abhängigkeiten aus denen es schwer ist auszubrechen.
_________________
Denken ist die Zauberei des Geistes. (Lord Byron)
Nach oben
          
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Forum für Asexualität Foren-Übersicht -> Gedanken -> (A)Romantik und Liebe Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10  Weiter
Seite 3 von 10

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2002 phpBB Group

Impressum: AVENde versteht sich als Unterforum von AVEN. Ansprechpartner für die deutsche Seite (aven-forum.de) ist der Administrator "Dirk Walter". Kontaktadresse: Dirk Walter - Rehhütterstrasse 4 - 67165 Waldsee
email: aven.de@dirk-walter.de - Telefon: 06236/54804.
Beachten Sie auch: Forenregeln und Datenschutz