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Freundschaft und Asex
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Margarita_02




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 14.07.2014
Beiträge: 633
Wohnort: Berlin & Ruhrpott
BeitragVerfasst am: Sa Aug 09, 2014 12:50    Titel: Antworten mit Zitat

Diese Wendung "nur Freundschaft" finde ich sehr kränkend, weil da ein integraler Bestandteil meines Lebens abgewertet wird.

Ich finde es interessant, dass so viele Leute einen besten Freund / beste Freundin haben, der / die dann quasi diesen Platz im Leben und im Herzen besetzt. Das ist mehr oder weniger dasselbe Konzept wie bei einer Partnerschaft und gibt einem sicher auch eine große Stabilität.

Mir ist das ziemlich fremd. Ich denke eigentlich jedes Mal, wenn ich jemanden gerne mag, darüber nach, ob sich daraus eine Freundschaft entwickeln könnte. Natürlich klappt das nicht immer, aber es ist für mich zumindest prinzipiell denkbar und wünschenswert. Da ich mehrfach umgezogen bin, habe ich auch noch Freunde an den verschiedenen Wohnorten, mit denen ich die Verbindung halte, auch wenn man sich nur noch selten sehen kann. Manchmal ist das anstrengend, aber ich halte fest an allen Menschen, die mir was bedeuten, und finde es verletzend, wenn sie das nicht tun.

Daneben gibt es natürlich Bekannte, die kommen und gehen, und Leute, die eine Art Zwischenstatus haben, mit denen man sehr gut reden kann, aber die trotzdem keine Freunde im engen Sinn sind.

Es ist für mich wichtig, unterschiedliche Leute in meinem Leben zu haben, weil jede dieser Freundschaften sich anders anfühlt und man andere Sachen teilt und auch andere Seiten seiner selbst ausleben kann. Das Konzept bei einer Partnerschaft wäre für mich eher, jemanden zu haben, der auch im Alltag immer da ist. Das wäre nicht "mehr" oder "besser", aber auf jeden Fall "öfter" oder vielleicht "stetiger".

Ich hatte allerdings noch nie eine Beziehung, und in letzter Zeit zweifle ich auch manchmal daran, ob das überhaupt mein Ding ist. Vielleicht habe ich mir auch nur einreden lassen, dass ich das brauche.

Windsurfhippie schrieb:
Zitat:
Das Alleinsein kenne ich ansonsten als Normalzustand im Überwiegenden, und kann es auch immer wieder genießen


Das finde ich auch plausibel. Phasenweise kenne ich das auch so, und ich kann mir auch vorstellen, dass man mit dem Älterwerden mehr Bedürfnis nach Rückzug bekommt. Alleinsein ist per se ein angenehmer Zustand, und Lesen + Auseinandersetzung mit Themen ist eine hochkonzentrierte Form des geistigen Austauschs, dazu braucht man nicht unbedingt Gespräche.

Ich glaube, ich fände es nicht schlimm, auf eine einsame Insel verbannt zu werden, wenn es da eine Bibliothek gäbe ...
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Golem
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 19.07.2014
Beiträge: 39
Wohnort: Wedemark
BeitragVerfasst am: Fr Aug 15, 2014 18:05    Titel: Antworten mit Zitat

Da kann ich Sandkastenzorro nur zustimmen. Der Begriff "Freundin" oder "Freund" wird heutzutage sogar für Leute verschenkt, die man nie im RL gesehen hat und mit denen man vielleicht nicht einmal schreibt. Obendrein sehe ich mit Schrecken, dass die meisten Menschen zu einer engen Freundschaft, die nicht nur an der Oberfläche kratzt, überwiegend wohl nicht in der Lage sind.
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Namnahr




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 18.06.2014
Beiträge: 14
BeitragVerfasst am: Fr Aug 15, 2014 19:27    Titel: Antworten mit Zitat

@Golem
Ich denke ich weiss genau, was du meinst.
Ich bin immer wieder erstaunt, wie Oberflaechlich die Leute heutzutage ihre "Freundschaften" leben und wie sehr ich mir viel tiefergehende Freundschaften wuensche.
Ich finde es immer wieder schade, dass auch die meisten Leute in meinem "Freundeskreis" auf dieser oberflaechlichen Ebene bleiben.
Aber dafuer schaetze ich umso mehr meine wahren Freunde, mit denen ich echt alles teilen kann!
Ich denke eine Freundschaft kann so viel mehr sein, als sie es fuer die meisten Leute ist und ich kann nur hoffen, dass mehr und mehr Menschen echte Freundschaften erfahren.

~ Namnahr
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Golem
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 19.07.2014
Beiträge: 39
Wohnort: Wedemark
BeitragVerfasst am: Mi Aug 20, 2014 18:02    Titel: Antworten mit Zitat

Das hoffe ich auch. Eine wahre Freundschaft ist so wunderschön und meiner Meinung nach noch ergiebiger als die Liebe - wobei man Freunde natürlich auch lieben kann.
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han123




Alter: 43
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.03.2009
Beiträge: 200
Wohnort: Norddeutschland
BeitragVerfasst am: Mi Aug 20, 2014 18:50    Titel: Antworten mit Zitat

Echte Freundschaft findet man nur sehr selten. Mir selbst ist es eigentlich erst vor knapp 4 Jahren passiert. Aber die Frau ist echt das Beste, was mir bislang im Leben passiert ist, auch wenn wir uns hin und wieder mal ziemlich in den Haaren haben und es auch mal knallt. Iwie weiß jeder, was er am anderen hat und man kann sich nicht wirklich böse sein. Aber ich denke sowieso, dass ein Streit zu jeder gesunden Beziehung dazugehört, egal ob es sich um eine Partnerschaft oder eine Freundschaft handelt.

Von Gefühlen her gibt es für mich auch nicht soviele Unterschiede zwischen Partnerin und Freund. Ist bei beidem ein Gefühl von starker Zuneigung und ich hätte auch kein Problem damit zu sagen, dass ich einen Freund von Herzen liebe.
Daher kann ich dem Tenor in diesem Thread nur zustimmen, dass es sehr schade ist, dass der Begriff des "Freundes" derart abgewertet wird in vielen Bereichen des Lebens.
_________________
Weg...
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Golem
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 19.07.2014
Beiträge: 39
Wohnort: Wedemark
BeitragVerfasst am: Fr Aug 29, 2014 17:34    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, einen geliebten Freund oder eine geliebte Freundin zu haben ist etwas Schönes. In dem Zusammenhang finde ich es schade, dass der Egoismus auch noch so gefördert wird. Das macht es schwieriger, an so eine Freundschaft zu gelangen.
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Prinzess
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.12.2013
Beiträge: 1477
BeitragVerfasst am: Di Sep 02, 2014 7:29    Titel: Antworten mit Zitat

Margarita_02 hat folgendes geschrieben:
Diese Wendung "nur Freundschaft" finde ich sehr kränkend, weil da ein integraler Bestandteil meines Lebens abgewertet wird.

Es ist für mich wichtig, unterschiedliche Leute in meinem Leben zu haben, weil jede dieser Freundschaften sich anders anfühlt und man andere Sachen teilt und auch andere Seiten seiner selbst ausleben kann.



Windsurfhippie schrieb:
Zitat:
Das Alleinsein kenne ich ansonsten als Normalzustand im Überwiegenden, und kann es auch immer wieder genießen


Das finde ich auch plausibel. Phasenweise kenne ich das auch so, und ich kann mir auch vorstellen, dass man mit dem Älterwerden mehr Bedürfnis nach Rückzug bekommt. Alleinsein ist per se ein angenehmer Zustand, und Lesen + Auseinandersetzung mit Themen ist eine hochkonzentrierte Form des geistigen Austauschs, dazu braucht man nicht unbedingt Gespräche.

Ich glaube, ich fände es nicht schlimm, auf eine einsame Insel verbannt zu werden, wenn es da eine Bibliothek gäbe ...


Mein Reden... : )
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Golem
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 19.07.2014
Beiträge: 39
Wohnort: Wedemark
BeitragVerfasst am: Mi Sep 03, 2014 17:57    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, Alleinsein ist eine tolle Sache mit dem richtigen Buch. Und bei mir auch mit dem richtigen Computerspiel.

Vielfach gilt man so als komisch, weil man nicht der heutigen Partygesellschaft entspricht. Das finde ich schade. Alleine mit einem Buch lässt sich am Besten die eigene Individualität herausarbeiten.
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asba




Alter: 30
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 15.08.2014
Beiträge: 762
Wohnort: Österreich
BeitragVerfasst am: Mi Sep 03, 2014 20:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ganz genau! Es ist ein riesiger Unterscheid zwischen "allein" und "einsam". Ich bin gern allein mit einem Buch, meinem Laptop oder dem Fernseher, aber ich hab mich dabei noch nie einsam gefühlt.
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Golem
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Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 19.07.2014
Beiträge: 39
Wohnort: Wedemark
BeitragVerfasst am: Sa Sep 06, 2014 17:15    Titel: Antworten mit Zitat

Das geht mir genauso. Und die Zeit vergeht dabei auch wie im Fluge! Smile
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Tascha




Alter: 23
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 09.04.2017
Beiträge: 35
Wohnort: In der Nähe von Koblenz
BeitragVerfasst am: So Mai 14, 2017 15:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ich geb nach knapp 3 Jahren auch noch meinen Senf dazu ^^

Mir sind Freundschaften extrem wichtig. Ich habe mehrere Menschen, die ich als Freunde betrachten würde und auch so bezeichne. Dabei unterscheide ich tatsächlich auch zwischen "beste*r Freund*In" und "Freund*In". Davon gibt es allerdings auch nicht so viele. (auf Anhieb fallen mir 4-5 ein, alles andere bezeichne ich als Bekannte*r)
Dabei ist mir gar nicht mal so wichtig, wie oft wir in Kontakt stehen, solange ich weiß, dass ich mich im Notfall auf diesen Menschen verlassen kann.

Freundschaft hat auch bei mir einen unheimlich hohen Stellenwert, da ich bis jetzt keine Beziehung hatte und wahrscheinlich auch nie haben werde. Ich weiß, dass meine sexuellen Freund*Innen das wahrscheinlich nicht so sehen und ich weiß jetzt schon, dass ich wahrscheinlich enttäuscht werde. Aber bis dahin hatte ich eine schöne Zeit und die ist es mir auch Wert.
Auf der anderen Seite hab eich allerdings auch die Angst, dass Freundschaften, vor allem zu Männern, zu tief werden könnten. ABer eher, weil ich keinen Bock habe, dass diese Freundschaften als Beziehungen angesehen werden und ich Kommentare à la : "Das kommt noch." nicht hören will. (was momentan leider passiert)

Abgesehen davon, bin ich auch gerne mal alleine. Vor allem, wenn ich in letzter Zeit viel mit Menschen zu tun hatte, muss ich mich ab und zu mal zurückziehen und einfach ein Buch lesen oder so.
Dauerhaft alleine sein, kann ich allerdings nicht, mir wäre eine Wohnung alleine auf Dauer zum Beispiel zu doof, weil ich niemanden habe, mit dem ich einfach mal was besprechen oder zusammen kochen kann. Da fühle ich mich schnell einsam.
(Mit genügend Freund*Innen, mit denen ich mich immer mal treffen kann, ist das was anderes, aber wann haben die auch mal so Zeit, wie du sie brauchst?)
Deshalb wäre eine einsame Insel für mich, selbst mit Bibliothek, nichts für mich.
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DasTenna




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.10.2016
Beiträge: 1012
Wohnort: Saarland
BeitragVerfasst am: So Mai 14, 2017 22:22    Titel: Antworten mit Zitat

Schön, dass dieser Thread wiederbelebt worden ist.
Ich persönlich kann mit Beziehungen nichts anfangen. Sämtliche der meinen - wobei ich lediglich die letzte wirklich eine Beziehung im Sinne einer wirklichen Partner*innenschaft nennen würde - gründeten von meiner Seite auf Sympathie, zwei davon auf einer beginnenden Freund*innenschaft. Was eine Liebesbeziehung von einer Freund*innenschaft unterscheiden soll, habe ich für mich nie herausgefunden. Wir stehen füreinander ein und unterstützen einander - notfalls auch, indem wir einander den Kopf waschen -, unternehmen viel zusammen, schmieden Pläne, vertrauen und lieben einander.
Freund*innenschaft und Liebe liegen in meinem Empfinden nahe beieinander. Es gibt einige Leute, für dich sehr viel empfinde, Wertschätzung und Fürsorge etwa. Leute, deren schiere Anwesenheit mir Kraft und positive Energie gibt. Nicht alle nenne ich Freund*innen, die meisten sind irgendetwas zwischen Freund*innen und guten Bekannten. Lieben tue ich sie alle. Diese Art der Liebe muss von ihnen nicht geteilt werden. Ein Bekannter ist damals aus allen Wolken gefallen, als ich ihm mitteilte, dass er für mich bestenfalls ein Kumpel war, kein Freund, dass ich also unsere Beziehung anders bewertete als er.

Was ich befremdlich und auch ein wenig traurig finde, ist diese oben bereits angesprochene inflationäre und damit auch oberflächliche Verwendung der Bezeichnung "Freund*in". Da gibt es Leute, die Freund*innenschaften "kündigen", weil eins ihnen die Meinung geigt. Unterstützung heißt eben auch, di*en Freund*in auch mal, wenn angebracht, zum Nachdenken anzuregen, von Fehlern abzuhalten oder auf Fehlverhalten aufmerksam zu machen. Es heißt nicht nur "Honig ums Maul schmieren, Spaß, Party und eitel Sonnenschein", sondern auch, miteinander streiten und weinen zu können, füreinander da sein, gerade wenn das Leben die kalte Schulter zeigt.

Die Beziehungen zu meinen Freund*innen und jenen, für die ich eine ähnliche Form der Liebe empfinde, sind mir die wichtigsten, wichtiger, als jede Liebesbeziehung sein könnte. Da für mich eine solche jedoch ohne Freund*innenschaft oder zumindest tiefempfundene Sympathie nicht wirklich denkbar wäre, stehen für mich beide Beziehungsformen im Grunde auf der gleichen Ebene.

Meine fünf Cent.
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: Mo Mai 15, 2017 1:39    Titel: Antworten mit Zitat

Wie sich etwas über Jahre hinweg noch ändern kann, erstaunt mich immer wieder. An Bekannte in der 1:1 oder Face to Face-Welt habe ich so eigentlich lange Zeit nicht mehr geglaubt, innerhalb der Surfer-Szene sind inzwischen doch so einige entstanden, von Leuten, die das zu mir hin auch aufrecht erhalten, und nicht gleich wieder weg sind, falls ich mich mal ein halbes Jahr mit meinen Büchern verkrümle.

Ich muss sagen, diese Leute sind mir auch wichtig geworden, oder besser, das dort Akzeptiertsein hat eine besondere Bedeutung errungen.Nicht mehr nur schriftsam beizuwohnen, hat eine gewisse Bonusqualität, wie beim Umstieg vom Zweidimensionalen auf das Räumliche, oder wie wenn man, nachdem man lange nur die Noten gelesen hat, in die Welt der gehörten Musik eintaucht.

Ob das jetzt wichtiger als eine andere Bekanntschaftsform ist, kann ich trotzdem nicht so wirklich sagen, denn ich habe nur den Vergleich zu Personen, die sich mit mir abgeben, weil es zwangsläufig dazu kommt oder kam, und zu Briefbekannten.
_________________
Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.
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Tascha




Alter: 23
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 09.04.2017
Beiträge: 35
Wohnort: In der Nähe von Koblenz
BeitragVerfasst am: Mo Mai 15, 2017 8:52    Titel: Antworten mit Zitat

@Windsurfhippie: Das freut mich für dich, dass du jetzt Menschen gefunden hast, die du als Freund*In bezeichnen kannst. Smile

Der Unterschied zwischen Liebesbeziehung und Freundschaft... Ich denke, bzw was ich mir so vorstellen kann, ist ttsächlich nur das körperliche. Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, meine beste Freundin zu küssen, auch wenn unser Verhältnis als eng bezeichnet werden kann.
Auch evtl, was ich mir jetzt aber eher bei älteren Menschen, bzw bei Meschen ,die nicht mehr zu Hause wohnen, vorstellen kann, ist ds Vorstellen in der Familie. Was interessiert es meine Eltern oder den Rest mit meiner Familie, mit wem ich befreundet bin? Bei Liebesbeziehungen, die länger halten (sollen) ist es den meisten Menschen schon wichtig, dass die Familie den/die jeweilige Partner*In kennen lernt.
Aber für mich sind das auch nur Vermutungen, da ich selbst noch nie eine Liebesbeziehung geführt habe.
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DasTenna




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.10.2016
Beiträge: 1012
Wohnort: Saarland
BeitragVerfasst am: Mo Mai 15, 2017 10:29    Titel: Antworten mit Zitat

@Tascha:
Das macht Sinn. Wenn ich so darüber nachdenke, fällt mir eine Diskussion über diese Frage mit einem Freund ein, der vermutete, dass dieses Signal nach außen ("Wir sind jetzt ein Paar.") einen entscheidenden Unterschied machen würde. Danach wäre "Beziehung" quasi wie die "Ehe", nur ohne (schriftlichen) Vertrag. Es gibt da anscheinend wirklich "Verhaltensweisen" oder gar "Regeln", die ich zwar nicht wirklich gekannt habe, aber deren unbewusste Ahnungen mich bereits eingeengt haben.
Was den körperlichen Aspekt angeht, so bin ich mir sicher, dass es genügend Leute gibt, die dies nicht exklusiv einer Beziehung vorbehalten. In den Köpfen verankert ist die unbedingte Zusammengehörigkeit schon; anders lassen sich Begriffe wie "Freundschaft+" nicht erklären.
Für mich persönlich schließen Freund*innenschaft und körperliche Zärtlichkeit einander nicht aus, auch Küssen nicht. Es ist für mich nur eine weitere Form, Zuneigung, Unterstützung und Liebe zu zeigen. In keiner meiner Partner*innenschaften wurde viel geküsst; meist waren es nur flüchtige "Busserl". Mein (Noch-)Mann konnte beispielsweise mit sinnlichem Küssen nichts anfangen, das war nicht sein Ding. Mir ist in vierzehn Jahren und vier Beziehungen nicht bewusst gewesen, dass ich Küssen eigentlich mag und Zärtlichkeit vermisse. Dachte immer, es wäre nicht mein Ding.
Mit meinen beiden Kuschelfreunden ("Freundschaft+" ist missverständlich) dagegen kann ich Zärtlichkeiten und Küssen sogar genießen, zumal der (imaginäre) "Druck" einer Beziehung nicht vorhanden ist. Und wenn ich merke, dass ein*e Freund*in dringend Kuscheleinheiten braucht, dann schenke ich sie ihm/ihr. Mir gibt das auch das Gefühl, stärker mit dieser Person verbunden zu sein. Und manchmal kann ich Trost und Liebe in einer Umarmung oder einem Kuss besser ausdrücken als mit Worten.
Tascha hat folgendes geschrieben:
Ich kann mir zum Beispiel nicht vorstellen, meine beste Freundin zu küssen, auch wenn unser Verhältnis als eng bezeichnet werden kann.
Jedem Tierchen sein Plaisierchen. Wink Was für mich prima funktioniert, kann sich für dich vollkommen falsch anfühlen.

@Windsurfhippie:
Die "dreidimensionale" Komponente bringt alle Sinne mit ins Spiel. Das mag einen gewisse Bonusqualität (ich mag den Begriff jetzt schon Very Happy ) ausmachen. Solche tiefgründigen Gedanken über die unterschiedlichen Abstufungen zwischenmenschlicher Beziehungen habe ich mir lange Zeit nicht gemacht, daher bin ich dir dankbar dafür, wie du die Dinge in Worte kleidest. Es hilft mir, eigene Worte zu finden, andere Sichtweisen zu ergründen und Dinge besser zu verstehen.
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