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Bin ich asexuell? Bin ich aromantisch?

 
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Gemma





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 29.05.2014
Beiträge: 1
BeitragVerfasst am: Fr Mai 30, 2014 0:28    Titel: Bin ich asexuell? Bin ich aromantisch? Antworten mit Zitat

Hallo Smile

Wie ihr seht, bin ich neu hier.
Ich hab mich in diesem Forum angemeldet, weil ich mir momentan in vielen Dingen unsicher bin.
Vielleicht könnt ihr mir ja ein wenig helfen - es würde mich sehr, sehr freuen. ^^

Die Sache ist nämlich die, dass ich meine eigene Sexualität nicht verstehe - teilweise komme ich mir asexuell und sogar aromantisch vor, teilweise wieder nicht. Ich bin einfach ziemlich verwirrt und brauche Rat.

Ooh - ich werde jetzt zwangsläufig recht persönliche und stellenweise auch intime Dinge ausplaudern. Aber was soll's - es ist ja alles anonym.
Ich danke euch schonmal für's Zu"hören"! Smile

Am besten erzähl ich euch erst mal meine Geschichte, stimmt's?

Ich bin 18 Jahre alt und bin seit etwa 8 Monaten mit meinem ersten Freund zusammen.
Bevor ich diesen Menschen traf, hatte ich keinerlei Interesse an Beziehungen. Während um mich herum die Meisten bereits mit 13 oder 14 anfingen, sich für's andere Geschlecht zu begeistern ... hat mich das Thema einfach nie berührt.
Jedes Mädchen fing spätestens in seiner Pubertät an, "süßen" Typen nachzuschwärmen oder sogar schon erste Beziehungen einzugehen, mich aber ließ das alles kalt.
Sowieso war und bin ich eher ein Außenseiter, lange hatte ich keine wirkliche Chance bei Jungs. Aber das hat mich nie gestört; alles andere war doch viel spannender.
Dieses "Kribbeln im Bauch", dieses "auf jemanden stehen" - ich hab es niemals wirklich kennengelernt. In meiner frühen Jugendzeit hab ich mir manchmal vorgemacht, in jemand Gutaussehenden "verknallt" zu sein - weil ich dachte, es wäre verrückt, sowas gar nicht zu kennen.
Dieses Gefühl hab ich dann anfangs immer leicht gespürt - nur um dann irgendwann zu merken, dass es wieder verschwindet und auch nie sonderlich wichtig oder stark war.
Die einzige Ausnahme in meiner frühen Pubertät war ein junger britischer Schauspieler, den ich natürlich nur von der Leinwand kannte, aber über einen längeren Zeitraum hinweg anziehend fand. Sein schönes Gesicht, seine sympathische Stimme - all das hat in mir schon ein verliebtes Kribbeln ausgelöst. Wie ironisch, dass ich den einzigen Menschen, der das jemals wirklich geschafft hat, nicht mal kannte.
Allerdings hab ich auch in diesem Fall bemerkt, dass mich erotische Modelfotos von dem Schauspieler kalt ließen. Generell hab ich beim Anblick nackter Männer (und auch Frauen!) niemals irgendwas empfunden oder irgendeinen sexuellen Reiz verspürt.
Auch an Selbstbefriedigung hab ich nicht einmal im Traum gedacht - und selbst WENN ich den Drang zu so etwas gehabt hätte, dann hätte ich es nicht getan.
Ich hätte mich viel zu sehr vor mir selbst geschämt. Die ganze Sexualität kam mir generell immer peinlich vor.
Und ich habe nichts vermisst.

Zumindest nicht, bis ich 17 war.
Dann aber hab ich jemanden getroffen, der wirklich besonders für mich ist.
Geben wir diesem Jemand mal den falschen Namen "Mark"; ich will seinen echten Namen hier nicht benutzen.
Mark ist 23 Jahre alt und lebt etwa 300 Kilometer von mir weg. Schon als ich 16 war und er 21, hab ich ihn online in einem Fantasy-Forum kennengelernt. Wir haben uns im Chat immer sehr gut verstanden und uns schon bald fast jeden Tag geschrieben. Er hat recht viel mit mir gemeinsam und so konnten wir erstklassige Gespräche führen. Aus naheliegenden Gründen aber haben wir uns lange nicht privat getroffen.
Dann jedoch - als ich wie gesagt 17 war - fand eine Cartoon-Convention in Marks Nähe statt, und zu dieser Convention wollte ich unbedingt reisen.
Ich hatte aber neben dem Eintrittsgeld kein Geld mehr für den Aufenthalt, denn die Convention dauerte insgesamt sieben Tage. Also hat Mark mir angeboten, dass ich doch in dieser Woche bequem bei ihm und seinen Eltern schlafen könnte. Gesagt, getan - und diese Woche war klasse. Die Abende mit Mark waren besser als die Convention selbst.
Wir beide haben uns so gut verstanden, dass wir uns, als ich wieder abreisen musste, gegenseitig plötzlich sehr vermisst haben. Irgendwie haben wir in diesen Tagen eine ganz besondere Verbindung zwischen uns entdeckt.
Also kam Mark noch in denselben Ferien für weitere 8 Tage zu mir nach Köln - sein allererster Besuch bei mir. Auch diese Zeit war sehr, sehr schön.
In diesen Tagen schließlich hab ich gemerkt, dass ich Mark sehr gerne ansehe. Besonders seine Augen fand ich richtig schön. Ich hatte außerdem sehr oft das Gefühl, ihn umarmen oder ihm auf dem Sofa näher rücken zu wollen. Das hab ich mich aber natürlich nicht getraut.
Ich fühlte mich bei Mark so geborgen und so wohl. Und bei ihm konnte ich - ich, die sehr nur wenige Freunde hat und von vielen Menschen als merkwürdig oder anders angesehn wird - einfach 100% ich selbst sein.

Als Mark dann wieder weg musste, war ich mir verdammt unsicher. Wie ging es jetzt weiter mit uns, wann würde ich ihn wieder sehen? Vielleicht erst in den nächsten Ferien, na bestens.
Und ein Gedanke machte mir irgendwie Angst.
Was, wenn Mark in seiner Heimatstadt ein anderes Mädchen kennenlernen würde, in das er sich verliebt? Würde unsere Freundschaft dann immer noch so speziell sein - wenn jemand anderes die Nummer Eins in seinem Leben wäre?
In diesen 8 Tagen in Köln hat mir Mark nämlich anvertraut, dass er sich mit niemandem so gut versteht wie mit mir. Schließlich hat er nicht einmal wirkliche Freunde.
Meine Verlustängste und mein Wunsch nach harmloser körperlicher Nähe haben schließlich dafür gesorgt, dass ich Mark am Telefon gesagt hab, ich würde mir mehr als Freundschaft wünschen. Die ganz klassische Verliebtheit hab ich für Mark zwar nicht empfunden, aber natürlich liebte ich ihn.

Nun ja - Mark war zu diesem Zeitpunkt schon lange in mich verliebt gewesen. Er hatte sich nur nicht getraut, es mir zu sagen. Also waren wir nach diesem Telefonat praktisch "offiziell" zusammen - und wir haben uns geschworen, uns in Zukunft mindestens einmal im Monat zu sehen.

Tatsächlich wurde es dann so gut wie jedes zweite Wochenende; jeden Tag telefonieren wir mindestens eine Stunde lang. Die geistige Beziehung von Mark und mir ist genial.

Aber dennoch ... es gibt in meiner Beziehung zu Mark mehrere Dinge, die mich einfach irritieren.

Erstens fühle ich selbst für Mark vieles nicht, was die klassische Verliebtheit eigentlich ausmacht.
Die typischen "Schmetterlinge im Bauch" hatte ich bei ihm noch nie; auch dieser so hochgepriesene Rausch der Verliebtheit blieb und bleibt bei mir einfach fern. Ich vergesse nicht mein Alltagsleben oder habe hormonelle Hochgefühle, wenn ich bei Mark bin. Ich fühle mich einfach sehr wohl mit ihm, wir haben Spaß und wir verstehen uns blind.
Ich fiebere unseren Treffen nicht entgegen, ich freue mich bloß ganz normal auf Mark, wie auf einen guten Freund.
Ich bin auch nicht wirklich traurig, wenn wir uns wieder trennen müssen. Jetzt, wo ich weiß, dass wir uns mit Sicherheit regelmäßig wiedersehen, spüre ich dieses Vermissen nicht mehr wirklich - wir können ja telefonieren. Und wenn ich Mark doch mal vermisse - etwa weil wir uns wegen Schuldingen einen ganzen Monat nicht sehen können - dann nicht mehr als zum Beispiel eine gute Freundin.
Unsere Telefonate allerdings brauche ich einfach - jeden Tag mit Mark zu reden ist ein Muss und oft ein Ruhepol für mich.

Wenn ich versuche, zwangsweise eine Verliebtheit für Mark zu spüren, dann merke ich, dass mir irgendwann immer die Dinge einfallen, die ich an Marks Charakter bei aller Liebe nicht gut finde.
Versteht mich nicht falsch - Mark hat, was die meisten Dinge angeht, einen aufrichtig guten Charakter. Aber jeder Mensch hat schließlich auch moralische Fehler. Kein Mensch ist unschuldig oder moralisch perfekt, und ich selbst bin das ganz bestimmt nicht.
Aber ich bin ein Mensch mit einem manchmal anstrengend großen moralischen Bewusstsein. Ich weiß, dass es keine ethisch perfekten Menschen GIBT - und deshalb akzeptiere ich moralisch schlechte Eigenschaften zwangsläufig bei meiner Familie und meinen Freunden genauso wie bei mir selbst. Aber ein wirkliches Hochgefühl kann ich - so komisch das auch klingt - bloß für so unschuldige Dinge wie Charaktere aus Familienfilmen empfinden. (Im Moment bin ich ein recht großer Fan von Ducky aus "Land Before Time" xD)
Ich bin stellenweise wirklich traurig darüber, dass es auf unserer Welt so viel Gewalt, Missgunst und Leid gibt. Da brauche ich manchmal gute Cartoon-Filme als unschuldigen Gegenpol.
Dass Mark kein Übermensch mit Engelsflügeln ist, hält mich natürlich NICHT davon ab, mich bei ihm wohl zu fühlen und ihn - so wie meine Freunde und meine Familie - zu lieben.
Diese merkwürdige Eigenschaft von mir ist nur ein weiterer Grund dafür, dass ich eigentlich für niemanden ein verliebt-begeistertes Hochgefühl empfinden kann. Menschen sind keine unschuldigen Zwergkaninchen.
Ich bin nicht hypokritisch, glaubt's mir. Aber in gewisser Weise denke ich zu idealistisch für diese Welt.
Friede, Freude und Eierkuchen fänd ich perfekt. Aber die Eier bitte nur von Hühnern aus artgerechter Haltung. xD

Und was das Sexuelle angeht ... nun ...

Mark und ich haben bisher nicht mehr gemacht als Petting.

Umarmungen, Hände halten, sich im Bett (angezogen!) aneinander kuscheln, kleine Küsse: finde ich gut.
Bei solchen Zärtlichkeiten spüre ich sogar ein Gefühl der großen Glücklichkeit. Nur wird es mir morgens immer irgendwann langweilig, bei Mark im Bett zu liegen. Ich will dann aufstehen und irgendwas Spaßiges machen.

Zungenküsse: ekeln mich irgendwie ein kleines Bisschen. Nicht so sehr - sie sind okay und aushaltbar, aber für mich einfach nichts Tolles.

Petting: das Thema ist was komplizierter.
Mark - der erst mal nichts von meiner sexuellen Unsicherheit wusste - wurde gleich bei unserem zweiten Date anzüglich.
Er fing vorsichtig an meiner Brust an und ging dann nachher, als ich aus Unsicherheit zustimmte, auch in meinen Intimbereich über.
Das alles war körperlich angenehm, und ich war ja auch körperlich erregt. Aber trotzdem kam mir das Ganze so seltsam vor, diese intime Nähe und Erregtheit hab ich als so beklemmend empfunden. Irgendwie fand ich diese Sexualität beschämend und tierisch, wie eine gewisse Art der Entwürdigung.
Als Mark mich dann gefragt hat, ob ich auch ihn mal unten anfasse, fing ich aus Überforderung an zu weinen.
Das tat Mark dann natürlich Leid und ich hab ihm gesagt: "Lass uns ab jetzt bitte alles ganz langsam angehen".

Inzwischen - ungefähr 7 Monate später - hab ich kein wirkliches Problem mehr damit, Mark zwischen die Beine zu fassen.
Es ist mir einfach nur sehr langweilig - genau so wie der Anblick seines nackten Körpers. Letzens sind meine Gedanken währenddessen zu dem Kinderbuch, das ich gerade schreibe, zum Mittagessen und zu meiner Tante abgedriftet.
Danach will ich mir außerdem immer die Hände waschen, weil das Ganze mir leicht unappetitlich vorkommt.

Mich fasst Mark inzwischen nur noch im Intimbereich an, wenn ich ausdrücklich darum bete. Er will mich ja nicht überfordern.
Und dieses "darum beten" tu ich sogar ab und an, einmal pro Treffen bestimmt.
Denn körperlich find ich es schon erregend, wenn ich im Intimbereich (oder an den Brüsten) berührt werde.
Wenn Mark da ist, besteht eben die Möglichkeit dazu, und das weckt schon eine gewisse Lust darauf.
Aber wenn er dann an mir fummelt, schäme ich mich geistig immer noch auf irgendeine Weise. Zumindest leicht - vor mir genauso wie vor Mark. Ich fühle mich sogar etwas minderwertig ... so, als würde ich etwas tun, was eigentlich unter meiner Würde liegt. Während des Pettings selbst habe ich dieses Gefühl zwar inzwischen nicht mehr oder kaum. Aber es überkommt mich allgemein immer mal wieder. Manchmal sorgt es schon dafür, dass ich mich auf meinenTreffen mit Mark leicht seltsam fühle - so als wäre ich von der "normalen" Welt abgeschnitten, nicht ganz ich selbst.
Im Grunde find ich nicht, dass diese körperliche Freude das geistige Unwohlsein Welt ist.
Ich würde Mark wohl viel seltener darum beten, wenn ich nicht das Gefühl hätte, es wäre wichtig für mich selbst und unsere Beziehung, dass ich an Sexualität Freude empfinde. Wenn's nach mir ging, würde ich am liebsten komplett darauf verzichten, selbst wenn ich mal eine leichte Lust darauf verspüre. Es wäre kein Problem für mich - diese "Lust", die ich kenne, ist nur ungefähr so stark wie die nach einem leckeren Schokoladeneis, obwohl man keinen wirklichen Hunger hat.
Ich hab mir manchmal schon gewünscht, die Sexualität würde nicht existieren.

Nur, wenn Mark mich gerade schon intim berührt, wird meine Lust größer. Dann sage ich manchmal, er soll es stärker machen - und bereue es dann sofort.
Denn wenn meine sexuelle Erregung zu groß wird, wenn es sich wirklich da unten verkrampft und ich Muskelzuckungen spüre, dann find ich das auch körperlich unangenehm. Ich ziehe Marks Hand dann immer ganz abrupt weg.
Es ist einfach ... ich weiß nicht, kein Gefühl, das mir gefällt. Das Ganze tut zwar nicht weh, aber es ist trotzdem nicht angenehm, vielleicht so wie ein starker Schüttelfrost.

Und SOWAS soll das Ziel von Sex sein? Wie soll ich denn da jemals Sex haben?

Es gibt allerdings auch ein paar kleine Ausnahmen in dem, was ich euch erzählt hab.
Und zwar gibt es seltene Momente, in denen ich mich von Marks bloßer Nähe doch leicht sexuell berührt und körperlich angezogen fühle. Dann ist sogar ein gewisses Hochgefühl da; dann mag ich sogar Zungenküsse. Das passiert aber nicht sehr häufig und kommt nur sporadisch und unerwartet vor. Und in solchen Situationen ist Mark niemals nackt.

Und es gab vor ein oder zwei Monaten mal eine Zeit von etwa drei Wochen, in der ich hin und wieder grundlos und im Alltag sexuelle Erregung spürte. Vorher hatte ich ziemlich stark meine Tage; es war also wohl irgendwas Hormonelles.
In dieser Zeit habe ich sogar zweimal aus Erregheit heraus begonnen, mich selbst zu befriedigen ... dann aber abgebrochen und mich leicht geschämt.
Und aus irgendeinem Grund berührt es mich gerade ein wenig sexuell, dass ich hier seit Stunden über meine eigene Sexualität schreibe und nachdenke.
Dagegen mag ich es gar nicht, mit meinem Freund über Sexdinge zu reden. Ich glaube, das Wort "Penis" oder "Pimmel" zum Beispiel hab ich bei ihm noch nie benutzt, sondern immer um den heißen Brei geredet. Noch weniger mag ich es, wenn meine Vagina erwähnt wird. Und die Vorstellung, dass Mark vielleicht auf mich masturbieren könnte, find ich schrecklich.

Das Meiste davon habe ich Mark auf unserem letzten Treffen endlich anvertraut. Nach Monaten des Drucks, ihm in mehrerer Hinsicht etwas vormachen zu müssen, konnte ich einfach nicht mehr.
Mich hat vorher auf unseren eigentlich so schönen Treffen sehr oft eine tiefe unbestimmte Traurigkeit überfallen, ganz unberechenbar. Dieses Gefühl war vielleicht schon depressiv, wobei ich das nicht beurteilen kann - ich kenne keine Depressionen am eigenen Leib.
Inzwischen bin ich mir sicher, dass mein großer innerer Erwartungsdruck, den ich immer nur verdrängt habe, dieses Gefühl in mir ausgelöst h w
at. Jetzt, wo Mark die Wahrheit kennt und ich endlich dazu stehe, wird es sicher nicht mehr wiederkommen.

Aber warum bin ich in sexueller und romantischer Hinsicht so ... anders?
Eine Vermutung von mir ist ja, dass ich einfach noch nicht so weit bin.
Ich hatte in meiner Jugend recht viele Probleme. Ich wurde lange gemobbt und meine Mutter hat mich immer mit ihren Borderline- und Alkoholproblemen konfrontiert.
Deshalb bin ich sehr in meine eigene Welt abgetaucht, um meine realen Probleme zu verdrängen. Innerlich war ich sehr ratlos und verletzt, aber ich wollte diese Traurigkeit nicht zulassen. Deshalb bin ich sehr in Fanleidenschaften und meine eigenen Geschichten geflohen.

Erst allmählich lege ich dieses Verdrängen ab, weil sich meine Umstände verbessert haben.
Ich hole zur Zeit das nach, was die meisten Menschen eigentlich schon in der frühen Jugend durchleben:
Ich denke relativ viel über Mich nach und stelle mich der Realität meiner Welt. Ich finde langsam erst mich selbst. Manchmal bin ich mit mir noch nicht ganz im Reinen, aber insgesamt wächst mein Selbstbewusstsein
Trotzdem bin ich mir in vielen Dingen nach wie vor unsicher. Aber ich bin mir sicher, dass ich das alles auch noch schaffe, ich brauche nur meine Zeit.

Aber könnte diese recht verspätete Entwicklung von mir nicht
der Grund dafür sein, dass ich einfach noch nicht bereit für sexuelle und romantische Gefühle bin?
Könnte es also sein, dass das noch alles kommt?
Es stimmt schließlich schon, dass ich ein Spätentwickler bin. Zum Beispiel hatte ich eine Fantasiefreundin, bis ich 16 war.

Oder würdet ihr aus eigener Erfahrung sagen, dass ich ganz klar asexuelle Züge trage? Dass sich das vermutlich nicht ändern wird?
Wie kann ich denn dann mit dem ganzen Thema umgehen? Mein Partner ist schließlich sexuell und hat seine Bedürfnisse ...!
Ich möchte "Mark" nicht verlieren oder enttäuschen, ich liebe und brauche ihn! Und mir ist wichtig, dass es ihm gut geht!
Jetzt ist er noch verständnisvoll, er liebt mich ja auch und will mich nicht verletzen. Aber ich weiß auch, dass er darauf hofft, dass ich meine Probleme besiege - und ich kann doch nicht von ihm verlangen, dass er wegen mir dauerhaft auf Sex verzichtet.
Und ich weiß ja noch nicht mal, ob mir das Petting psychisch gut tut ...

Das mit der A-romantik stört mich weniger, schließlich schadet das meinem Partner nicht. Mich selbst stört es sowieso nicht.
Aber würdet ihr denn sagen, dass ich wirklich a-romantisch bin?

Ich hoffe, ihr könnt mir irgendwie helfen ... ^^

Danke schonmal für jede Antwort! Smile

Viele Grüße,
Gemma
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Fiammetta





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 992
Wohnort: Hamburg; Alter: 34
BeitragVerfasst am: Sa Mai 31, 2014 10:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gemma,
(Dein Nick erinnert mich sofort an eine Verszeile von Petrarca, "né gemma orïental, né forza d'auro").
Ich kann dir im Grunde nicht viel Kluges sagen, aber eins wollte ich sagen, nämlich dass ich deine bzw. eure Geschichte sehr schön fand, als ich sie las. Ihr scheint einander sehr viel zu bedeuten und das ist wundervoll, nicht jedem ist es vergönnt, so etwas zu erleben.
Dann kann ich noch bemerken, dass sich Verliebtsein bei jedem Menschen anders äußert. Wenn du nicht das empfindest, was andere empfinden oder was in fiktiven Geschichten beschrieben wird (Schmetterlinge im Bauch oder was auch immer), muss das nicht automatisch heißen, dass du nicht in ihn verliebt bist oder warst, als ihr euch kennenlerntet.
_________________
"Pour moi l’hétérosexualité n’est pas la norme, ce n'est qu'une majorité statistique."
(Peggy Sastre)
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Forum Lurker




Alter: 50
Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 22.11.2007
Beiträge: 1779
BeitragVerfasst am: Sa Mai 31, 2014 11:06    Titel: Antworten mit Zitat

Das klingt doch ganz romantisch, auch wenn es nun nicht um die großen Hollywoodgefühle geht. Aber Nähe, Vertrautheit und Sicherheit sind auf Dauer sowieso viel Spannender, und sehr viel wertvoller, als ständiges Hormondrama - denke ich mal. Smile

Ja, ich denke das du dir einfach Zeit geben musst weiter in eure Beziehung hineinzuwachsen, immerhin sagt man doch das es letztlich in einer Partnerschaft darum geht einen eigenen Rhythmus zu finden.
Setz dich nicht damit unter Druck jemandes anderen Idee davon Leben oder Fühlen zu müssen - es gibt in der Liebe, zum Glück, kein Schema F dem es zu entsprechen gilt.
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"We are never half so interesting when we have learned that language is given us to enable us to conceal our thoughts."
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BlinkyBill




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 20.09.2011
Beiträge: 952
BeitragVerfasst am: So Jun 01, 2014 12:42    Titel: Antworten mit Zitat

In einigen von den Punkten erkenne ich mich hier irgendwie wieder.
Ich hatte meinen ersten Richtigen Freund erst mit 23 und wir sind jetzt bald 8 Monate zusammen.
Ich hatte vorher ziemlich viele die angeblich in mich verliebt waren.
(Aber wenn dir alles ein bis zwei Monate einer gesteht in dich verliebt zu sein, würdest du dir irgendwann bestimmt verarscht vorkommen)

Aber das ist jetzt ja egal. Ob ich jedoch in (nenne wir ihn mal Klaus) verliebt bin weiß ich auch nicht wirklich. Ich hab ihn sehr gerne aber ob es von meiner Seite aus liebe ist weiß ich nicht, es gibt da ja keinen Test.
(Drauf Pinklen und bei zwei Streifen ist man verliebt Wink )

Ich hab Klaus jedoch direkt von Anfang an gesagt, dass ich A bin und für ihn ist GV auch nicht wichtig und wir hatten es noch nie.

Wie du auch schon beschrieben hast fühlst du bei bestimmten Sachen nicht wirklich was, das geht mir genau so. Es ist zwar nicht unangenehm aber es lässt mich auch irgendwie kalt.

Wenn du Lust hast könnten wir per skype mal in Kontakt tretten.

Viel Glück noch mit "Mark"
_________________
Egal was du tust, du wirst Niemals alle begeistern können, selbst wenn du übers Wasser läufst, wird einer kommen und ich fragen ob du zu dumm zum schwimmen bist.
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AH-Fan




Alter: 37
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 01.05.2006
Beiträge: 1664
BeitragVerfasst am: So Jun 08, 2014 4:13    Titel: Antworten mit Zitat

Also für mich klingt das alles nach ganz normaler "Verwirrung" in dem Alter. Asexuell bist du wohl eher nicht. Wink
Hier sind welche, die nicht mal mit Mitte 30 Freund oder Freundin hatten oder verliebt waren. Insofern tickst du wohl ganz normal. Und 18 ist nun völlig ok um die ersten Erfahrungen zu sammeln. Da muss man nicht schon mit 13 loslegen (tun auch die wenigsten, die meisten quasseln nur davon). Wink
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