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Ich mag Beziehungen, sie aber mich nicht.

 
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Major Tom





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 27.05.2014
Beiträge: 1
BeitragVerfasst am: Di Mai 27, 2014 3:07    Titel: Ich mag Beziehungen, sie aber mich nicht. Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,
Ich bin neu hier und eigentlich noch nicht recht sicher wo ich mich einordnen kann oder sollte, Demisexuell vielleicht? Darum geht es mir aber nicht in erster Linie, sondern wollte ich hier Erfahrungen austauschen.

Ich habe mich mein ganzes (junges) Leben als Heterosexueller Mann gesehen und identifiziert, ich habe mir bis vor kurzem nicht einmal die Frage gestellt welcher Sexualität ich angehöre, weil es mir klar schien das ich Sexuell seien MUSS, schliesslich ziehen mich manche Frauen an(Bekanntenkreis, Familie und Medien hatten vielleicht auch einen Einfluss diesbezüglich). Erotische Bilder und Fantasien sind durchaus imstande mich zu Erregen oder auch hin und wieder Frauen auf der Strasse wo mir manchmal Gedanken wie "interessant", "Schön", "Erotisch" o.ä. im Kopf schwirren.

Nun kommt aber der Teil welcher sich mir nie erschlossen hat und mir manchmal Probleme in meinem Liebesleben bereitet hat, nämlich habe ich noch nie in meinem Leben das Verlangen nach GV gehabt, versuchte ihm wenn ich darüber gut nachdenke sogar immer aus dem Weg zu gehen, bewusst oder unbewusst. Ich finde die Idee von Sex und Romantik an sich Faszinierend, z.b gefällt mir der Gedanke das eine Person aus eigenem Verlangen die Bedürfnisse eines anderen (welcher Art das auch sein mag) stillt, sowie finde ich weibliche Orgasmen ungeheuer schön und Erregend. Ich finde es spannend wie Liebe zwischen 2 (oder mehreren) Menschen entstehen kann, ich selbst sehne mich auch nach dem, aber liegt neben mir eine Frau verspüre ich wenig bis keinerlei Bedürfniss nach GV (Zärtlichkeiten wie Küssen und streicheln ausgenommen). Ich weis nicht weshalb, aber es fehlte einfach der Antrieb.

Wenn ich mich mit einer Frau getroffen habe und sich langsam Gefühle zwischen uns entwickelten ging es immer so lange gut bis die Frau die Initiative ergreifte und sexuell werden wollte. Dann bin ich entweder ausgewichen oder der Akt an sich war eher seltsamer denn befriedigender Natur. Danach war meist Schluss oder wir blieben Freunde, vielleicht weil die Frauen (und auch ich Selbst) das nicht verstanden haben, vielleicht sich auch deswegen unattraktiv gefühlt hatten. Einmal ging es sogar ausseinander mit dem Satz (nachdem ich sie davon aufhielt meine Hose zu Öffnen): "Erzähl mir nicht du bist nicht wie die anderen Männer, sowas gibt es nicht". Heute eher Lustig, damals (17 jahre) hab ich das nicht verstehen können ob es nun an mir liegt oder an was anderem das ich nicht glücklich mit einer anderen Person werden konnte, was ich unbedingt wollte. Da waren auch einige traumatische Erfahrungen dabei die mich an mir selbst zweifeln liessen.

Ich kann aber mir durchaus Vorstellen, mit jemandem in unabsehbarer Zeit intim zu werden, nur würde ich gerne selber die Grenzen abstecken und mich Vorantasten und nicht überumpelt weden, vorrausgesezt ich fühle mich der anderen Person wirklich, wirklich Verbunden. Ich weis aber nicht wirklich ob es das ist was ich Suche, da muss ich wohl ein paar mehr gute Erfahrungen sammeln.

Nachdem ich mich nun über das Thema Asexualität einwenig Informiert habe würde ich mich selber vielleicht zu den Demisexuellen oder Gray-A zuordnen, aber da das alles für mich neue Begriffe sind bin ich mir nicht sicher. Villeicht sind es die Hormone oder die Angst einer anderen Person nicht gerecht zu werden, wer weis.

Vielen Dank falls jemand bis hierhin gelesen hat, . Ich bin nur glücklich das ich all das mal für mich analysiert habe und irgendwo niedergeschrieben habe.
Vielleicht hat jemand ähnliche Erfarungen gemacht? Oder hat jemand Gedankenanstösse für mich? Ich würde mich gerne mit jemanden aus dieser Community austauschen.
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Margarita_02




Alter: 35
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 14.07.2014
Beiträge: 633
Wohnort: Berlin & Ruhrpott
BeitragVerfasst am: Di Jul 15, 2014 21:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Tom, Dein Eintrag ist schon etwas älter, hoffe, Du bekommst meine Antwort trotzdem noch. Ich bin ganz neu im Forum und knüpfe hier an, weil ich mich so gut darin wiedererkannt habe:

"der Akt an sich war eher seltsamer denn befriedigender Natur. Danach war meist Schluss oder wir blieben Freunde"

- so war das bisher auch bei mir.

Ich identifiziere mich als asexuell, habe aber eine stark romantische Orientierung, würde ich sagen. Ich kann mich sehr intensiv verlieben und wünsche mir dann auch Nähe und Zärtlichkeit - aber eben keinen Sex. Aber der Weg, einander näherzukommen, läuft in dieser Gesellschaft nun mal meist (auch) über Sex ... Es muss einen anderen Weg geben, aber ich zumindest hab den noch nicht gefunden.

Ich war zB sehr lange, viele Jahre, in einen Mann verliebt, mit dem ich denn auch einige Male im Bett landete (ging von ihm aus). Das machte ich nicht nur ihm zuliebe oder als Mittel zum Zweck, um Nähe herzustellen, sondern auch aus Neugier und in der Hoffnung, vielleicht doch die Lust und Verbundenheit zu spüren, von der die Leute immer so reden. War aber nicht so. Der Sex kam mir eher vor wie eine leicht groteske Gymnastikübung, bei der ich mich anstrengen muss, das rein technisch hinzukriegen (während ich es durchaus genoss, ihn zu küssen, im Arm gehalten zu werden usw.). Und das merkte er natürlich auch - irgendwann sagte er wütend: "Du hast überhaupt keine Lust! Warum machst du denn mit, wenn du gar nicht willst?"

Ich habe keine Ahnung, ob sich eine Beziehung entwickelt hätte, wenn wir guten Sex gehabt hätten, aber ich vermute stark, dass die Annäherung weiter gegangen wäre - durch meine Asexualität brach sie vorzeitig ab.

Das ist jetzt nur das einschneidendste Beispiel - habe Ähnliches in der Art mit verschiedenen Männern (und Frauen, aber das weit seltener) erlebt ... Und stelle es mir ehrlich gesagt auch ziemlich schwierig vor, eine Beziehung zu beginnen unter der Prämisse, dass man nun mal kein sexuelles Begehren empfindet. Der andere muss sich doch davon gekränkt fühlen, oder??? Bzw. einem unterstellen, dass man verklemmt sei, eine Blockade habe .... Wie geht man damit um? Gibt es Leute hier im Forum, die etwas raten können?
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Prinzess
abgemeldet




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.12.2013
Beiträge: 1477
BeitragVerfasst am: Mi Okt 22, 2014 6:36    Titel: Antworten mit Zitat

Major Tom hat folgendes geschrieben:

oder wir blieben Freunde


Margarita_02 hat folgendes geschrieben:

- so war das bisher auch bei mir.


Wie lebt ihr denn diese Freundschaften?
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Margarita_02




Alter: 35
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 14.07.2014
Beiträge: 633
Wohnort: Berlin & Ruhrpott
BeitragVerfasst am: Mi Okt 22, 2014 12:06    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wie lebt ihr denn diese Freundschaften?


@ Prinzess: Nur eine Freundschaft ist das bei mir, Singular.
Da haben mir äußere Fügungen viel Mühsal abgenommen: Der Betreffende lebt mittlerweile im Ausland, und seitdem sehen wir uns nur noch etwa zweimal im Jahr, wenn er auf Besuch hier ist, ansonsten skypen wir gelegentlich oder mailen. Das ist ein gutes Maß, um einerseits das zu behalten, was schön ist an dem Kontakt (sehr vertrautes Miteinander-Reden-Können in bestimmten Bereichen; geteilte Interessen; große Sympathie füreinander ...) und andererseits im täglichen Leben nicht mehr mit dem Gefühl von Unerfülltheit konfrontiert zu sein, das bei den Begegnungen doch noch für mich mitschwingt.
Konfliktlos ist das trotzdem nicht.

Aber Du kennst das ja aus der umgekehrten Perspektive auch, mit Freunden, die ihrerseits in Dich verliebt sind ... Damit umzugehen, finde ich in gewisser Hinsicht sogar schwieriger.
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