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Ambivalenz beim Thema Beziehungen

 
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sunny88




Alter: 31
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 14.10.2012
Beiträge: 34
BeitragVerfasst am: Mo Dez 23, 2013 14:53    Titel: Ambivalenz beim Thema Beziehungen Antworten mit Zitat

Vielleicht geht es ja manchen von euch ähnlich und es ist ein Thema, das mich gerade jetzt in dieser besinnlichen Weihnachtszeit wieder mal beschäftigt: Beziehungen. Ich hatte noch keine Beziehung und komm damit meistens gut zurecht. Ich bin sehr schüchtern, sehr introvertiert und wie gesagt damit meistens auch zufrieden. Und dann gibt es wieder Momente, in denen ich trotzdem so ne "Sehnsucht" nach Nähe und Geborgenheit spüre. Das überkommt mich von einem Moment auf den anderen und macht mich traurig. Doch wenn ich drüber nachdenke ist es lächerlich, es ist mir unvorstellbar mich in einer Beziehung vorzustellen. Jemandem so nahe zu kommen ist undenkbar und doch wünschenswert - zwickmühle Rolling Eyes
Freue mich über eure Meinungen und Gedanken dazu.
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Hyria




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 22.12.2013
Beiträge: 25
BeitragVerfasst am: Mo Dez 23, 2013 15:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hi sunny,

das kann ich gerade in der Weihnachtszeit gut nachvollziehen...
Ich bin generell auch sehr ambivalent bei diesem Thema.

Mir geht es ähnlich wie dir, ich sehne mich auch oft nach Nähe und Geborgenheit - wobei ich mit Nähe vor allem auch geistige Nähe meine... Vertrautheit und gegenseitiges Verstehen... das Problem mit Beziehungen scheint zu sein, dass viele nicht zu finden scheinen, dass dieser Punkt dabei besonders wichtig ist.

Ich habe in letzter Zeit versucht, eine Beziehung aufzubauen... und es war genau deshalb ziemlich desaströs. Am Anfang fand ich es echt noch nett... da hat er mich anscheinend noch "umworben"... und - so sieht es im Nachhinein aus - versucht, mir nach dem Mund zu reden ("jaaa, ich mag diese Musik auch am liebsten", "ja, mir sind Gepräche auch wichtiger als sexuelle Betätigung") - um mich letztlich doch nur zu "erobern"... und dann war er sehr konsterniert, als ich auch nach einigen Wochen noch beim Kennenlernen war und nicht nur die ganze Zeit kuscheln und küssen wollte...

Deswegen frage ich mich, ob das, was ich suche, nicht eher in Freundschaften gefunden werden kann. Wirklich engen Freundschaften... wo man sich auch mal in den Arm nimmt usw.

Hingegen bei Beziehungen findet man eigentlich sehr viel Erwartungshaltung (ein Partner hat sich so und so zu verhalten) und oft nicht so viel Geborgenheit... fürchte ich.

Ich werde es, glaube ich, jetzt für einige Jahre gut sein lassen und Freundschaften aufbauen...

GLG und hab trotzdem eine schöne Weihnachtszeit!
Hyria
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sunny88




Alter: 31
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 14.10.2012
Beiträge: 34
BeitragVerfasst am: Mo Dez 23, 2013 16:02    Titel: Antworten mit Zitat

hey hyria,

vielen dank für deine schnelle antwort.
hast du so eine enge freundschaft, wie in deinem text beschrieben? ich nämlich nicht und vielleicht ist es auch das, was mir wirklich fehlt. ich weiß es nicht aber ich habe mir vorgenommen damit aufzuhören mir unrealistische hoffnungen zu machen oder in träumen zu leben, die eh nicht erfüllt werden. vielleicht wurde ich einfach dazu geboren, nur mit mir alleine zu sein.
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Lady Parrot
ADMod Team



Alter: 24
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 12.09.2013
Beiträge: 1262
BeitragVerfasst am: Mo Dez 23, 2013 18:14    Titel: Antworten mit Zitat

Enge Freundschaften helfen bei sowas echt gut... Eine Beziehung mit einem netten Asexuellen wäre trotzdem schön, das ist schließlich doch wieder was ganz anderes... Very Happy
_________________
Chi ha paura muore ogni giorno, chi non ha paura muore una volta sola. (Paolo Borsellino)
Wer Angst hat stirbt jeden Tag, wer keine Angst hat stirbt nur einmal.
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Numb




Alter: 30
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 30.10.2011
Beiträge: 82
Wohnort: Osten
BeitragVerfasst am: Mi Dez 25, 2013 1:56    Titel: Antworten mit Zitat

Mir geht es da ähnlich. Auf der einen Seite will ich eine Beziehung, andererseits stresst mich schon der Gedanke daran sich regelmäßig sehen zu "müssen" (vielleicht will man das ja auch in einer Beziehung - I don`t know - aber ich brauche auch mal Zeit für mich alleine oder Zeit für andere Freunde). D.h. im Endeffekt erfüllt man irgendwelche Bedingungen nicht und dann ist die Beziehung vorbei. Und dann ist der Schmerz noch größer als wenn man die Beziehung gar nicht erst begonnen hätte.

Ich denke, dass das Vorhandensein guter Freunde, das Gefühl der Sehnsucht nach einer Beziehung wesentlich geringer aufkommen lässt (insofern die Freunde ihren Partner nicht zu ihrem Lebensmittelpunkt machen oder auch Single sind ^^)
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Fichte
Admin auf Aven-Partner.de




Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 27.06.2012
Beiträge: 333
BeitragVerfasst am: Mi Dez 25, 2013 11:40    Titel: Antworten mit Zitat

Ich empfinde Ambivalenz sogar, wenn es "nur" um Freundschaften geht, da mich der Kontakt zu Menschen leicht erschöpft und ich dadurch verhältnismäßig viel Zeit für mich allein brauche.
Meine bisherige Lösung ist, zu versuchen, Freunde zu finden, die damit umgehen können, falls ich z. B. mal nicht jeden Tag Lust auf Kontakt haben sollte, oder falls mein Tageskontakt mal nur aus einem einminütigen Telefonat oder einer einzeiligen E-Mail besteht.
Und in Bezug auf eine "Beziehung" würde ich es genauso handhaben und hoffen, jemanden zu finden, der ähnliche Bedürfnisse nach Nähe/Distanz hat wie ich, sodass wir beide in der Beziehung glücklich sein können und uns weder vom anderen eingeengt noch verlassen fühlen. (Aber ich muss gestehen, dass ich sogar in dem Fall vermutlich in den ersten Beziehungsjahren immer noch im Hinterkopf Bedenken hätte, möglicherweise nicht liebevoll und gut genug zu sein, da meine Bedürfnisse doch sehr von der gesellschaftlichen Norm abweichen. Da muss ich eindeutig erst mal positive Beziehungserfahrung sammeln. Smile )

Die Erwartungshaltung mancher (vieler?) Menschen in Bezug auf einen Partner finde ich übrigens gruselig. Da komme ich mir vor wie ein Vieh auf dem Markt und habe zudem Bedenken, irgendwann "weggeworfen" zu werden.
Aber zum Glück gibt es natürlich auch Ausnahmen: Menschen, die einen anderen Menschen nicht zu einem austauschbaren Partner"objekt" degradieren, sondern wirklich Interesse an dem Menschen an sich haben und nicht nur an seiner "Funktion" als Partner.
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Lennox





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.12.2013
Beiträge: 2
BeitragVerfasst am: So Dez 29, 2013 15:15    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Meine bisherige Lösung ist, zu versuchen, Freunde zu finden, die damit umgehen können, falls ich z. B. mal nicht jeden Tag Lust auf Kontakt haben sollte, oder falls mein Tageskontakt mal nur aus einem einminütigen Telefonat oder einer einzeiligen E-Mail besteht.
Und in Bezug auf eine "Beziehung" würde ich es genauso handhaben und hoffen, jemanden zu finden, der ähnliche Bedürfnisse nach Nähe/Distanz hat wie ich, sodass wir beide in der Beziehung glücklich sein können und uns weder vom anderen eingeengt noch verlassen fühlen.


Was mir hierzu einfällt ist, dass es vielleicht nicht so viel Energie kostet, etwas zu unternehmen, was beide mögen - und vor allem beide entspannt. Wo nicht viele Worte notwendig sind (gewisse Distanz) aber doch gemeinsam die Zeit verbracht wird (Nähe) - ohne irgendwelche Erwartungen, Besinnen auf den Augenblick. Wenn es einander doch "zu viel" ist, dann darf gegangen werden ohne dass 'die andere' es persönlich nimmt.
Zum Beispiel... puzzeln, Waldspaziergang (beobachten, dem Wald lauschen,..) Strandspaziergang, gemeinsam auf einer Wiese toben, Sternenhimmel beobachten, zusammen etwas malen (und jeder für sich), gemeinsam DVD sehen,.... ja es gibt ganz bestimmt noch sehr viel mehr Möglichkeiten....
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Hyria




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 22.12.2013
Beiträge: 25
BeitragVerfasst am: Mo Dez 30, 2013 16:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hi sunny,

ja, ich hatte schon solche Freundschaften - ich habe leider bei einer besonders schönen nicht darauf bestanden, dass es platonisch blieb, aber das ist eine andere Geschichte.
Wenn ich mich (in punkto Asexualität) damals klarer gesehen hätte, hätte diese innige Verbindung vermutlich sehr lange gehalten.

Aber grundsätzlich gibt es sowas auf jeden Fall. Auch sexuelle Menschen scheinen das Bedürfnis zu haben, sich bei jemandem geborgen - und nicht aufgeregt - zu fühlen, sich ohne Hintergedanken zu umarmen etc. ... und auffälligerweise habe ich einige Freunde mit Beziehungen, die mir sagen, sie könnten mit mir viel offenere Gespräche führen als mit ihrem Partner...

Das ist doch gar nicht so schlecht, oder?

Nur Mut!
GLG
Hyria
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