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Frage bezüglich Asexualität & Sexualangst

 
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Reverie




Alter: 31
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 12.09.2006
Beiträge: 2
BeitragVerfasst am: Di Okt 24, 2006 14:57    Titel: Frage bezüglich Asexualität & Sexualangst Antworten mit Zitat

Hallo,

Ich bin neu hier, sowohl im Forum als auch bei diesem Thema. Ich weiß nicht, ob ich mich als asexuell bezeichnen kann, aber ich finde es zumindest sehr interessant, da ich nicht dachte, dass es einen solchen Begriff überhaupt gibt …

Allerdings lässt mich dies alles momentan nicht los – ich weiß, ich kann nicht andere fragen, ob ich asexuell bin, da ich denke, dass das jeder nur für sich selbst erkennen kann. Aber trotzdem stellt sich mir da eine Frage, die ich gerne loswerden würde. In diesem Forum gibt es eine Diskussion über Asexualität im Zusammenhang mit Sexualangst, und nun, da ich mich schon fast der Asexualität verschrieben hatte, musste ich wieder alles durcheinander werfen und von neuem überlegen.

Ich bin jetzt seit 2 Jahren mit meinem Freund zusammen. Wir sind glücklich, bis auf einen Punkt: Ihm fehlt der Sex. Wir beide sind noch gänzlich unerfahren auf diesem Gebiet. Ich war jedenfalls schon anfangs nicht allzu erfreut und habe immer im letzten Moment „abgewehrt“, so dass es also nie dazu kam. Wir hatten deswegen auch schon ein paar Diskussionen, aber nie führten sie zu einer Lösung, außer dass ich versprach, mich das nächste Mal nicht so anzustellen. Funktionierte aber nie.

Einerseits könnte man an dieser Stelle sagen, dass ich ganz klar einfach nur Angst davor habe (ist in gewissem Maße ja auch normal), aber andererseits bin ich viel glücklicher, wenn es einfach nicht um Sex geht, wenn ich einfach mit ihm kuscheln und ihn küssen kann. Ich spüre gar kein Verlangen danach, ich könnte zwar stundenlang mit ihm kuscheln, aber mehr irgendwie nicht. Leider fehlt bei mir demnach auch die „Erregung“.

Wenn ich an GV denke, dann fühle ich ein kleines bisschen Abscheu. Außerdem habe ich noch einen ziemlich komischen Gedanken: Mir wäre es viel zu viel „Aufwand“. Hört sich komisch an, ich kann es auch nicht wirklich erklären, aber vielleicht versteht es ja jemand.

Mein Freund war nun schon sehr lange geduldig und ich habe Angst, dass sein Geduldsfaden irgendwann mal wirklich reißt. Andererseits weiß ich nicht, wie ich mit ihm über dieses Thema reden soll, da ich Angst habe, dass er es sofort wieder auf Angst vor GV bezieht und mich somit abstempelt.

Allerdings weiß ich nun selber nicht, ob ich wirklich einfach nur Angst habe (- bei den missglückten „Versuchen“ jedenfalls schon), oder ob ich mich als asexuell bezeichnen kann …

Vielleicht kann man darauf nicht wirklich Ratschläge geben, aber ein paar Gedanken wären sicherlich hilfreich …
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milena98




Alter: 41
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 23.07.2005
Beiträge: 460
Wohnort: Mitteldeutschland
BeitragVerfasst am: Mi Okt 25, 2006 20:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
Ich hatte mich ja auch an dem Sexualangstthread beteiligt und hab tatsächlich mal in der Bibliothek in einem Fachbuch nachgeschlagen. Die unterscheiden da 1) sexuellen Appetenzverlust (was der Beschreibung nach ziemlich zu Asexualität passt), 2) Sexualangst (was zu den Angsterkrankungen gehört) und 3) sexuelle Aversion (was mit Abscheu oder Ekel vor dem GV an sich oder einzelnen Komponenten einhergeht). Laut Meinung der Sexualtherapeuten lassen sich für Sexualangst und sexuelle Aversion häufig irgendwelche auslösenden Ereignisse finden (Kindheitstraumata oder ähnliches) und sich diese "Störungen" (so man es denn so bezeichnen will) therapeutisch angehen. Dagegen könne man bei sexuellem Appetenzverlust häufig keine auslösenden Faktoren finden und es sei ausgesprochen schwer therapeutisch beeinflussbar.
Du denkst Dir jetzt wahrscheinlich: "Was will ´se denn bloß?". Ich glaube für Dich wäre es tatsächlich entscheidend rauszukriegen, warum Du keinen GV willst. Etwas hellhörig hat mich deine Ausage gemacht, Du hättest eine regelrechte Aversion. Du kannst ja mal in Ruhe drüber nachdenken, ob Du Dich vor irgendwas ekelst, oder Angst hast oder ob Dir Sex schlicht egal ist. Meine persönliche Meinung ist - und ich betone, dass das nicht jeder so sehen muss: Wenn man wirklich asexuell ist, kann man damit gut leben, wenn man in der Lage ist, das eben als gegeben zu akzeptieren. Wenn jemand eigentlich einen Sexualtrieb hat und den nicht ausleben kann, aufgrund von -im weitesten Sinne- psychischen Störungen, wird er dabei unglücklich und ist besser dran, wenn ehrlich mit sich ist und wenigstens versucht das therapeutisch anzugehen.
Ein anderer Punkt: Du hast gemeint GV wäre Dir "zuviel Aufhebens". Vielleicht kommt das daher, dass Du darin keinen zusätzlichen persönlichen Gewinn für Dich erwartest und damit ist es schlicht unnütz. Ich hab mich manchmal dabei ertappt, dass mir, wenn ich Berichte gelesen hab wie oft und wie lange (angeblich) die Leute so Sex haben, durch den Kopf geschossen ist: "Meine Güte, was ´ne Zeitverschwendung!" - ein Gedankengang den wahrscheinlich auch kein Normalsexueller nachvollziehen kann.
Als letztes: Ich will hier nicht so tun als könnte ich von weitreichenden Erfahrungen sprechen, aber ich denke, Du solltest mit Deinem Freund sprechen. Ich glaube, das Schlimme ist: Wenn Du Dich zu dem Problem gar nicht äußerst, entsteht für Deinen Freund eine aussichtslose Situation in der er das Gefühl hat, es geht nicht vor und nicht zurück. Wenn Du Ihn miteinbeziehst hat er das Gefühl Du bist bereit die Sache anzugehen und er selbst kann dazu etwas beitragen. Daneben ist er sicher einer der Menschen, die Dich am besten kennen und kann bestimmt einige hilfreiche Denkanstöße geben. Er hat ja das Ganze seit 2 Jahren "mitgemacht", das sieht doch danach aus, als ob ihm wirklich was bedeutest.
Alles Gute, M.
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Hoffnung ist nicht die Überzeugung dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit das etwas Sinn hat egal wie es ausgeht. (Vaclav Havel)
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Adamo




Alter: 54
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 12.11.2005
Beiträge: 404
Wohnort: östlich von Ffm
BeitragVerfasst am: Do Okt 26, 2006 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

@ Reverie
Schau mal unter http://asexuality.org/viewtopic.php?t=2984 nach. Rolling Eyes
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Bis bald,
Michael

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Wir ermutigen Menschen, ihre ganz persönliche Bestimmung zu finden, jenseits von Moralvorstellungen oder familiärer Erwartung.
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Apfelbaum




Alter: 39
Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 14.10.2006
Beiträge: 21
BeitragVerfasst am: Sa Nov 18, 2006 3:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hoffe dein Partner ist nicht so blöde und gutmütig wie viele sexuelle Partner in asexuellen Beziehungen.
Die Enttäuschung wird ihm zwar nicht erspart bleiben, nur wird er hoffentlich konsequent genug sein und dich verlassen um eine Partnerin zu finden, die wirklich zu ihm passt und mit der er voll und ganz glück wird.
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Rincewind




Alter: 46
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 11.06.2005
Beiträge: 314
Wohnort: Süden
BeitragVerfasst am: Sa Nov 18, 2006 3:23    Titel: Antworten mit Zitat

Ach Apfelbaum, schließt du wieder von dir auf andere?
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"..... it was like, bleep bleep bleep bleep bleep ....." (Ellen Feiss)

"Recht hast Du wenn Du sagst, dass mir das Tiefere des eigentlichen Sexuallebens verschlossen ist, das denke ich auch." (F. Kafka in einem Brief an M. Brod)
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Tankred




Alter: 45
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 07.08.2005
Beiträge: 689
Wohnort: Karlsruhe
BeitragVerfasst am: Sa Nov 18, 2006 10:39    Titel: Antworten mit Zitat

@ Apfelbaum: so langsam vergreifst du dich definitiv im Ton. Aufpassen!
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Manu




Alter: 49
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 22.07.2006
Beiträge: 53
Wohnort: Worms
BeitragVerfasst am: Mo Nov 20, 2006 2:11    Titel: Antworten mit Zitat

Also echt Apfelbaum,
was bezwecks du eigentlich mit deinem Posting?!
Wenn Reveries Freund geschrieben hätte, dass er als sexueller Mann ein Problem mit seiner asexuellen Freundin hat, könnte ich dich ja noch ein wenig verstehen. Denn ich glaube auch, dass in den wenigsten Fällen eine Partnerschaft zwischen Sexuellen und Asexuellen funktionieren kann.
Doch hier weiß ihr Freund ja noch gar nichts davon und es ist somit keineswegs sicher, wie er darauf reagieren wird.
Wieso hoffst du, dass aus dieser Beziehung nichts wird? Gönnst du den Beiden ihr Glück nicht?
Ich denke, dass dieser Beziehung wenigstens eine Chance gegeben werden sollte!
Nur wenn sich dann herausstellt, dass Einer ein Problem mit der (A)Sexualität des Anderen hat, sollten meiner Meining nach beide so konsequent sein und sich trennen um nicht weiter zu leiden.
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salman




Alter: 41
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 03.03.2006
Beiträge: 756
BeitragVerfasst am: Mo Nov 20, 2006 21:14    Titel: Antworten mit Zitat

@Manu und Rincewind

Bitte Topic erhalten. Apfelbaums Diskussionsstil könnt ihr ja per PN klären.
Tankreds Hinweis sollte an dieser Stelle vorerst genügen.


@Apfelbaum: Du bekommst gleich ne PN


@Reverie

Uff, naja......wie fang ich denn am Besten mal an.....?

Sperrt mich ein oder hetzt mich aus der Stadt, aber ich denke, dass das, was du da beschreibst gar nicht sooo ungewöhnlich ist ( wenn ich dein Alter bedenke ). Natürlich ist es nicht möglich und daher unangebracht, wenn ich dir hier jetzt ne Ferndiagnose stelle, letztendlich kannst nur du herrausfinden, wie du tickst.
Aber mal ein kleiner Gedanke dazu:
Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich ein junges Mädchen mit Sex etwas Zeit lassen will. Manche auch mehr als Andere. Jetzt bist du schon zwei Jahre mit deinem Freund zusammen und das erhöht natürlich den Druck, weil alle erwarten würden, dass ihr Sex habt. Und auch er erwartet es ja anscheinend oder hofft zumindest darauf. In Diskussionen sicherlich auch etwas bestimmter. Sex funktioniert eigentlich nur dann, wenn er einfach passiert. Wenn du aber ständig im Hinterkopf hast, dass es jetzt eigentlich passieren müsste, er das erwartet, du aber nicht willst, etc., ist das natürlich sehr belastend und vergiftet sowieso alles, was aufkeimen könnte im Grundsatz. Helfen kann ich dir natürlich auch nicht. Imho hast du aber zwei Möglichkeiten:

1. Weitere Selbstversuche bist du dir sicher bist.

2. Mal jemanden fragen, der sich damit auskennt Wink . Jugendberatungszentren gibt es nahezu überall.


Ich wünsche dir jedenfalls alles erdenklich Gute,

Sal
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Reverie




Alter: 31
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 12.09.2006
Beiträge: 2
BeitragVerfasst am: Fr Nov 24, 2006 18:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ok, ich glaube, ich bin mal wieder an der Reihe.

Nun, es ist so, dass ich vor einiger Zeit mit meinem Freund darüber geredet habe - und überraschenderweise fasste er es relativ gut auf. Er sagt, dass er mich über alles liebt und für nichts gehen lassen würde.
Ich war etwas erstaunt und habe natürlich näher nachgehakt und er meinte, dass er sich irgendwie daran gewöhnt hätte und in letzter Zeit auch nicht oft daran gedacht hätte (zu deutsch: er kommt mit der Situation klar).
Natürlich ist mir ein Stein vom Herzen gefallen, ich war erstmal total beruhigt. Wenn man das so liest, könnte es zwar unglaubwürdig erscheinen, aber ich kenne ihn schließlich und weiß aus verschiedenen Gründen, dass er es ernst meint (um gleich mal potentielle Bemerkungen dazu auszuschließen).

Ich sagte ihm auch, dass ich keinesfalls ausschließe, dass es mal passieren wird, allerdings weiß ich nicht wann, aber eben nicht jetzt. Ich bin irgendwie glücklich mit allem, so wie es momentan ist.
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Manu




Alter: 49
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 22.07.2006
Beiträge: 53
Wohnort: Worms
BeitragVerfasst am: So Nov 26, 2006 17:13    Titel: Antworten mit Zitat

Freut mich zu lesen Reverie. Very Happy
Da sieht man mal wieder, dass es sich lohnt über "Probleme" zu sprechen.
Wünsche euch weiterhin eine glückliche Beziehung!

Manu
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