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Asexuell und Autist

 
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Aspie





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 29.07.2021
Beiträge: 7
Wohnort: Schweiz
BeitragVerfasst am: Do Jul 29, 2021 9:53    Titel: Asexuell und Autist Antworten mit Zitat

Guten Tag

ich nenne mich hier Aspie.
Ich bin männlich und 50 Jahre alt.

Ich war als Kind und auch in meiner Jugendzeit ein Aussenseiter. Auf dem Pausenhof der Schule hatte ich kaum Kontakt zu anderen Jugendlichen. In meiner Freizeit beschäftigte ich mich lieber mit meinem Computer oder mit meinen eigenen Interessen, anstatt mit anderen um die Häuser zu ziehen.

Ich war dazumal auch Mitglied in einem Sportverein. Mit der Zeit bemerkte ich, dass ich hier zwar Gleichgesinnte fand, aber dennoch keine Freunde.

Die Menschen um mich herum begannen zu heirateten, gründeten Familien und bekamen Kinder. Mir wurde immer gesagt, dass auch ich irgendwann den passenden Deckel für den Topf finden würde. Tja, Sprüche halt.

Es gab in meinem Leben drei Partnerschaften mit Frauen. Da ich aber nie viel Initiative für sexuelle Handlungen zeigte, wurde es den Frauen dann doch irgendwann wohl zu langweilig. Die Partnerschaften zerbrachen.

Irgendwann habe ich es dann aufgegeben. Es hatte ja keinen Sinn.

Ich denke die Menschen in meinem Umfeld vermuteten mit der Zeit, dass ich wohl schwul wäre, weil ich keine weiteren weiblichen Partnerinnen hatte. Aber ich liess halt auch keine Männer zu, weil es mich einfach nicht interessiert hat. Ich lebte einfach mit mir alleine.

Vor ein paar Jahren bekam ich dann die Diagnose Asperger-Syndrom (Autismus-Spektrum-Störung). Meine sozialen Probleme sind wohl der Grund, dass ich Mühe habe Freundschaften zu schliessen und diese auch aufrecht zu halten. Zudem mag ich es nicht wirklich, wenn ich berührt werde.

Es kann durchaus sein, dass dies eine Erklärung auf mein fehlendes Verlangen nach sexuellen Interessen sein könnte. Vielleicht ist es auch so, dass ich nur 1 und 1 zusammenzählen muss: ohne Freundschaften gibt es auch keine sexuellen Partner… und wenn man es nicht haben kann, dann interessiert es vielleicht auch irgendwann nicht mehr. Vielleicht verdränge ich es ja nur. Allerdings - es gäbe ja Lösungen wie käuflichen Sex. Doch auch der interessiert mich nicht wirklich.

So wie es ist, ist es für mich vermutlich in Ordnung. Mir fehlt es sonst an nichts. Auf der anderen Seite ist man halt einfach alleine, weil man Aussenseiter ist, weil man Anders ist. Und dies belastet dann halt doch etwas. Vor allem wenn irgendwann die engsten Bezugspersonen (Eltern) sterben. Dann habe ich wirklich niemanden mehr. Man geht irgendwohin und ist immer alleine. Geht man an das Dorffest, sitzt man alleine am Tisch. Gehe ich ins Kino, sitzt neben mir niemanden, mit dem ich mal quatschen könnte. Ich mache fast alles ausschliesslich alleine.

Darum versuche ich mein Leben so gut es geht zu leben, bis ich mich wohl doch einmal dazu entschliessen werde, dem Ganzen ein Ende zu setzen. Ein solches Leben wie ich es leben ist ja eigentlich nutzlos. Ich denke der Sinn des menschlichen Lebens ist, das Überleben der Spezies Mensch durch Fortpflanzung aufrecht zu halten. So wie es bei jeder anderen Spezies der Fall ist. Und da kann ich nicht wirklich viel bieten. Ok, jetzt ist es eh zu spät.

Nun ja, das sind einfach die Gedanken die ich dazu habe. Es geht nicht nur um asexualität. Bei mir kommt halt auch noch Autismus (und ADHS) hinzu. Allerdings sollte es keinen Zusammenhang zwischen Autismus und Asexualität geben.

Ich hoffe meine Vorstellung in diesem Forum ist genügend.

Ich grüsse herzlichst
Aspie
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Rückzugsraum




Alter: 41
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 05.07.2021
Beiträge: 98
Wohnort: Hagen, NRW
BeitragVerfasst am: Do Jul 29, 2021 12:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Aspie,

herzlich willkommen, in diesem Forum, schön, dass Du da bist. Very Happy

Du hast ja schon einiges von Dir geschrieben und ich versuche mal, es für mich ein wenig zusammen zu fassen, um nachzuprüfen, um ich es richtig verstanden habe.

Du schreibst, dass Du Dich früher in Deiner Freitzeit lieber mit dem Computer und mit Deinen eigenen Interessen beschäftigt hast. Das mit dem Computer beschäftigen... bedeutet das, dass Du Dich vor allem für die technischen Aspekte interessiert hast oder eher für die Anwendungen? Und haben Dich diese Interessen weiter begleitet oder hat sich da etwas im Laufe Deines bisherigen Lebens verändert?

Welchen Sport mochtest Du damals?

Du schreibst, dass Du mittlerweile alleine lebst und es klingt, als würde es Dir damit insgesamt gut geht, auch wenn Du Dich zuweilen einsam fühlst und Dir einen Menschen wünschst (oder mehrere), mit dem Du Dich gut verstehst, richtig?
Gleichzeitig klingt es so, als ob Du eine gute Beziehung zu Deinen Eltern hättest. Wohnen sie bei Dir in der Nähe?

Wie geht es Dir mit Deiner Asperger-Diagnose. Meiner Erfahrung nach ist sie für manche Menschen eine Erleichterung und auch ein Türöffner dazu, Gleichgesinnte zu finden. Für andere stellt sie mehr ein niederschmetterndes Urteil da, das ihnen vermittelt, dass es keine Hoffnung für Änderung gibt. Tendierst Du in eine der Richtungen (oder in beide?) oder ist es völlig anders?

Du schreibst "Ich denke der Sinn des menschlichen Lebens ist, das Überleben der Spezies Mensch durch Fortpflanzung aufrecht zu halten". Ich sehe es in gewisser Weise genauso, nur würde ich es weiter sehen. Zum Überleben der Spezies ist Fortpflanzung notwenig, ja. Doch es ist nicht alles. Dazu gehört ja auch eine sichere, Leben ermöglichende Umgebung, die Versorgnung mit Nahrung und die Erhaltung der lebensnotwenigen Infrastruktur, die Vermittlung und Erhaltung von Wissen, zahlreiche soziale Aspekte, die Versorgung der Alten...
Ich finde, die Möglichkeiten, da etwas beizutragen sind zahlreich und auch die Familien sind in dieser Gesellschaft, in der es oft wenig Zusammenhalt und Unterstützung durch die Gemeinschaft gibt, auf Unterstützung angewiesen und dankbar dafür.
Gäbe es denn eine Möglichkeit, einen jenseits des Kinder-Zeugens einen Beitrag zu leisten, die Dich anspräche?

Viele liebe Grüße,
Julia
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Aspie





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 29.07.2021
Beiträge: 7
Wohnort: Schweiz
BeitragVerfasst am: Do Jul 29, 2021 14:16    Titel: Antworten mit Zitat

Rückzugsraum hat folgendes geschrieben:
herzlich willkommen, in diesem Forum, schön, dass Du da bist. Very Happy


Danke Julia

Rückzugsraum hat folgendes geschrieben:
Du schreibst, dass Du Dich früher in Deiner Freitzeit lieber mit dem Computer und mit Deinen eigenen Interessen beschäftigt hast. Das mit dem Computer beschäftigen... bedeutet das, dass Du Dich vor allem für die technischen Aspekte interessiert hast oder eher für die Anwendungen? Und haben Dich diese Interessen weiter begleitet oder hat sich da etwas im Laufe Deines bisherigen Lebens verändert?


Mich interessierte fast alles was mit Informatik zu tun hat. Hardware und Software. Auch heute noch. Ich arbeite auch in der IT. Die Interessen in meinem Leben haben sich nicht gross verändert. Meine Interessen nebst der IT sind seit jeher Fotografie, Natur und Umweltschutz sowie generell Technik.

Rückzugsraum hat folgendes geschrieben:
Welchen Sport mochtest Du damals?


Ich habe 30 Jahre gerudert und habe es zweimal bis zum Vize-Schweizermeister geschafft.

Rückzugsraum hat folgendes geschrieben:
Du schreibst, dass Du mittlerweile alleine lebst und es klingt, als würde es Dir damit insgesamt gut geht, auch wenn Du Dich zuweilen einsam fühlst und Dir einen Menschen wünschst (oder mehrere), mit dem Du Dich gut verstehst, richtig?


Ich habe seit ich mit 23 von Zuhause ausgezogen bin, nie mit jemandem im selben Haushalt zusammengelebt. Ich kann mir aktuell auch nicht vorstellen, dass sich das ändern sollte. Ich finde es in Ordnung so wie es ist.

Rückzugsraum hat folgendes geschrieben:
Gleichzeitig klingt es so, als ob Du eine gute Beziehung zu Deinen Eltern hättest. Wohnen sie bei Dir in der Nähe?


Das ist korrekt. Sie wohnen in der Nähe. Ich habe mein Dorf (wohntechnisch gesehen) nie verlassen. Ich fühle mich recht wohl hier.

Rückzugsraum hat folgendes geschrieben:
Wie geht es Dir mit Deiner Asperger-Diagnose. Meiner Erfahrung nach ist sie für manche Menschen eine Erleichterung und auch ein Türöffner dazu, Gleichgesinnte zu finden. Für andere stellt sie mehr ein niederschmetterndes Urteil da, das ihnen vermittelt, dass es keine Hoffnung für Änderung gibt. Tendierst Du in eine der Richtungen (oder in beide?) oder ist es völlig anders?


Auf einen wagen Verdacht meinerseits hin habe ich meinen Hausarzt darauf angesprochen. Aufgrund dessen, dass er mich recht lange kennt und ihm dadurch meine manchmal etwas spezielle Art nicht unentdeckt geblieben ist, fand er dies nicht abwegig. Ich habe mich nach dieser "Zweitmeinung" dann etwa 9 Monate intensiver damit auseinandergesetzt, so dass ich mich schlussendlich via Hausarzt für eine Abklärung anmelden liess.

Die Diagnose bei der Fachstelle war dann auch nicht wirklich eine Überraschung. Eine Erleichterung war es dann aber dennoch, endlich mal offiziell etwas in der Hand zu haben, welches mich mein ganzes Leben lang beeinträchtigt hat.

Leider gibt es bei uns in der Umgebung keine Selbsthilfegruppe oder ähnliches. Und die Angebote des Staates sind eher bescheiden. Darum habe ich bei einem Workshop der UNI Zürich mitgemacht, in welchem Autisten im Zuge von gemeinsamen Videocalls befragt wurden (endlich mal andere Autisten kennen lernen). Daraus sind aber keine bleibenden Kontakte übrig geblieben. Ich musste das Ganze sogar abbrechen, weil es mich überlastet hat.

Zusammengefasst: die Diagnose war für mich persönlich eine "Erleichterung". Doch die Probleme lösen sich nicht in Luft auf. Gegen Autismus gibt keine Pille oder Spritze.

Rückzugsraum hat folgendes geschrieben:
Du schreibst "Ich denke der Sinn des menschlichen Lebens ist, das Überleben der Spezies Mensch durch Fortpflanzung aufrecht zu halten". Ich sehe es in gewisser Weise genauso, nur würde ich es weiter sehen. Zum Überleben der Spezies ist Fortpflanzung notwenig, ja. Doch es ist nicht alles. Dazu gehört ja auch eine sichere, Leben ermöglichende Umgebung, die Versorgnung mit Nahrung und die Erhaltung der lebensnotwenigen Infrastruktur, die Vermittlung und Erhaltung von Wissen, zahlreiche soziale Aspekte, die Versorgung der Alten...
Ich finde, die Möglichkeiten, da etwas beizutragen sind zahlreich und auch die Familien sind in dieser Gesellschaft, in der es oft wenig Zusammenhalt und Unterstützung durch die Gemeinschaft gibt, auf Unterstützung angewiesen und dankbar dafür.


Klar. Fortpflanzung bedeutet natürlich auch, dass man für die Nachkommen solange sorgen muss, bis diese für sich selber sorgen können. Von daher gehören einige Dinge welche du erwähnst sicher dazu.

Grundsätzlich würde es aber reichen, wenn die Erzeuger nur solange leben wie die Nachkommen selber Zeit benötigen, ihr Leben selbständig führen zu können.

Alles andere ist eigentlich irrelevant.


Rückzugsraum hat folgendes geschrieben:
Gäbe es denn eine Möglichkeit, einen jenseits des Kinder-Zeugens einen Beitrag zu leisten, die Dich anspräche?.


Sicher. Mein Job, meine Interessen etc. Ich kann durch meinen Job andere Menschen unterstützen oder mit meinen Fotografien Leute erfreuen. Es ist nicht so, dass ich von einer Sinnlosigkeit getrieben werde. Aber wenn ich es nicht mache, machen es andere. Von daher relativiere ich solche Dinge halt schon etwas.

Viele liebe Grüße,
Markus
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Rückzugsraum




Alter: 41
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 05.07.2021
Beiträge: 98
Wohnort: Hagen, NRW
BeitragVerfasst am: Fr Jul 30, 2021 7:23    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen, Markus!

Aspie hat folgendes geschrieben:

Mich interessierte fast alles was mit Informatik zu tun hat. Hardware und Software. Auch heute noch. Ich arbeite auch in der IT.


Das heißt, Du konntest Deine Interessen beruflich einbringen und hast nun mittlerweile eine Menge Erfahrung auf dem Gebiet, richtig? Du schreibst, dass Du durch Deinen Job andere Menschen unterstützen kannst. Das heißt, dass es eine Arbeit ist, die Dir gut gefällt und die anderen hilft?


Aspie hat folgendes geschrieben:

Die Interessen in meinem Leben haben sich nicht gross verändert. Meine Interessen nebst der IT sind seit jeher Fotografie, Natur und Umweltschutz sowie generell Technik.


Umweltschutz klingt spannend und ist das, was ich unter anderem mit im Sinn hatte, als ich von "Leben ermöglichende Umgebung" schrieb. Wie läuft das konkret? Bist Du da Mitglied einer größeren Organisation oder bist Du für Dich mit eigenen Projekten an dem Thema dran?

Wenn Du Dich fürs Fotographieren interessierst, bist Du vermutlich in Deiner Freizeit auch viel draußen oder? Bevorzugst Du als Motiv mehr Landschaften und Motive aus der Natur oder ziehst Du es vor, Menschen zu fotografieren?

Aspie hat folgendes geschrieben:

Ich habe 30 Jahre gerudert und habe es zweimal bis zum Vize-Schweizermeister geschafft.


Wow, das finde ich beeindruckend, dass Du da so lange dran geblieben bist die Auswirkungen so deutlich messbar waren! Dass Du eingangs davon in der Vergangenheitsform geschrieben hast, bedeutet, dass Du dann damit aufgehört hast oder ruderst Du noch immer?

Aspie hat folgendes geschrieben:

Rückzugsraum hat folgendes geschrieben:
Gleichzeitig klingt es so, als ob Du eine gute Beziehung zu Deinen Eltern hättest. Wohnen sie bei Dir in der Nähe?


Das ist korrekt. Sie wohnen in der Nähe. Ich habe mein Dorf (wohntechnisch gesehen) nie verlassen. Ich fühle mich recht wohl hier.


So lange in der Nähe der Eltern zu wohnen und mit ihnen eine gute Beziehung zu führen, finde ich beeindruckend (meine Beziehung zu meinen Eltern ist ziemlich kompliziert und ich bin gerade sehr froh, dass da viele Kilometer zwischen uns liegen).
Gerade sind meine Familie und ich bei meinem Schwiegervater zu Besuch und mein Mann hilft seinem Vater, der von dem Installateur wiederholt vertröstet wurde, dabei, schon lange notwendige Reparaturen durchzuführen und sich um die fälligen Updat des Betriebsystems zu kümmern.
Ich kann mir vorstellen, dass es für Deine Eltern eine große Hilfe ist, Dich nah bei zu haben.

Wenn Du so lange in 'Deinem Dorf' lebst, hast Du vermutlich selbst als jemand, der sich mehr als Außenseiter empfindet, viele gute Kontakte, oder? Das erlebe ich zumindest gerade bei meinem Schwiegervater hier, wo zumindest in der Straße jeder jeden kennt und man sich immer wieder gegenseitig aushilft.
Mein Mann, meine Kinder und ich leben auch in einem Dorf. Allerdings erst seit ein paar Jahren und ich bewundere es immer, festzustellen, dass die Eltern der Kindergartenkinder sich selbst aus der Kindergartenzeit kennen und schon viel miteinander erlebt haben.
Doch auch bei uns als Zugezogene spüre ich schon die Auswirkung der Gemeinschaft. Als wir vor ein paar Tagen Wasser im Keller hatten, kam z.B. der GaLa-Bauer, der ein paar Straßen weiter wohnt, mit einer Wasserpumpe vorbei.

Aspie hat folgendes geschrieben:

Leider gibt es bei uns in der Umgebung keine Selbsthilfegruppe oder ähnliches. Und die Angebote des Staates sind eher bescheiden. Darum habe ich bei einem Workshop der UNI Zürich mitgemacht, in welchem Autisten im Zuge von gemeinsamen Videocalls befragt wurden (endlich mal andere Autisten kennen lernen). Daraus sind aber keine bleibenden Kontakte übrig geblieben. Ich musste das Ganze sogar abbrechen, weil es mich überlastet hat.


Gab es bei den Videocalls Menschen, bei denen Du Dir gewünscht hättest, dass die Kontakte von Dauer sind? Überlastet heißt, dass es für Dich zu stressig wurde, weil es so viele Menschen waren?

Aspie hat folgendes geschrieben:

Zusammengefasst: die Diagnose war für mich persönlich eine "Erleichterung". Doch die Probleme lösen sich nicht in Luft auf. Gegen Autismus gibt keine Pille oder Spritze.


Ja, das kann ich nachfühlen, dass es gut tut da Klarheit zu haben, auch wenn die Herausforderung dadurch nicht kleiner wird.

Aspie hat folgendes geschrieben:

Klar. Fortpflanzung bedeutet natürlich auch, dass man für die Nachkommen solange sorgen muss, bis diese für sich selber sorgen können. Von daher gehören einige Dinge welche du erwähnst sicher dazu.

Grundsätzlich würde es aber reichen, wenn die Erzeuger nur solange leben wie die Nachkommen selber Zeit benötigen, ihr Leben selbständig führen zu können.

Alles andere ist eigentlich irrelevant.


Das sehe ich anders. Ich denke da an den Spruch 'Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind grosszuziehen'. Es braucht Vielfalt an Perspektiven und Erfahrungen, sowohl in der Breite als auch im Altersdurchschnitt. Es geht ja nicht nur ums Überleben, es geht darum, selbst einen sinnvollen Beitrag leisten zu können. Und gerade bei der fortschreitenden Umweltzerstörung würde ich sagen, dass es irgendwann irrelevant sein wird, wie viele Nachkommen es gibt.

Aspie hat folgendes geschrieben:

Aber wenn ich es nicht mache, machen es andere.


Trifft das nicht auch auf das Kinder-Bekommen zu? Ich meine, gerade wenn den Blick weg von der umgedrehten Alterspyramide auf die weltweite Situation richtet, scheint 'Es kommen zu wenig nach' nicht gerade das aktuelle Problem zu sein.

Viele liebe Grüße,
Julia
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Rob Wilkinson




Alter: 25
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 18.05.2021
Beiträge: 26
Wohnort: NRW
BeitragVerfasst am: Fr Jul 30, 2021 10:48    Titel: Antworten mit Zitat

Servus Aspie,

Zitat:
Darum versuche ich mein Leben so gut es geht zu leben, bis ich mich wohl doch einmal dazu entschliessen werde, dem Ganzen ein Ende zu setzen. Ein solches Leben wie ich es leben ist ja eigentlich nutzlos. Ich denke der Sinn des menschlichen Lebens ist, das Überleben der Spezies Mensch durch Fortpflanzung aufrecht zu halten.


Ich widerspreche dir vehement! Wäre das der Sinn der menschlichen Existenz, wäre die so genannte Vernunft bzw. Intelligenz ein Fehler der Schöpfung, der Natur, der Evolution (wie auch immer du es nennen magst). Außerdem macht der Mensch schon genug kaputt, auch ohne dass er sich gezwungen sehen muss, die Schlinge um den Planeten durch zig Nachkommen noch enger zu ziehen.

Wir haben grenzenlose Möglichkeiten. Vor allem wir, die wir die Triebhaftigkeit in ihrer anscheinend unbändigen Intensität nicht oder nur teilweise verspüren, stehen in der Pflicht, das als Gabe zu betrachten. Betrachten wir es als Defekt, kommt ein Satz wie deiner dabei heraus und ein Unterton, der Erschöpfung und den Mangel an Sinnhaftigkeit erkennen lässt.

Erschöpfung aber ist das Resultat von Mangel an Sinnhaftigkeit. Mangel an Sinnhaftigkeit ist das Resultat eines Lebens, das sich nach fremden Maßstäben ausrichtet.

Ich weiß nicht, ob du es schonmal versucht hast, aber ich empfehle dir, Meditation zu praktizieren - am besten mit Frequenzen auf den Ohren (963hz und andere Solfeggios). Es wird dir zu Beginn sehr schwerfallen, aber wie du als Sportler weißt, ist das regelmäßige Praktizieren der Schlüssel zum Erfolg. Es gibt tolle Einsteiger-Tutorials auf Youtube etc. Wenn du die Basics kennst, weißt du alles, was es in der Theorie zu wissen gibt.

Wäre das kein öffentliches Forum, würde ich dir auch Kraut oder sogar einen Champignon empfehlen, denn wenn mich nicht alles täuscht, benötigst du mal einen einschneidenden Perspektivwechsel. Du musst die Welt mit anderen Augen sehen. Wenn man nicht aufpasst, werden die eigenen mit der Zeit blind für die ganzen Wunder um uns herum - und in uns drin.

Beste Grüße und alles Gute.
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isis29




Alter: 50
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 02.05.2021
Beiträge: 70
BeitragVerfasst am: Fr Jul 30, 2021 17:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo und herzlich willkommen,

ich denke auch, dass der Sinn des Lebens nicht nur die Fortpflanzung ist. Und nicht jedes ist sinnlos nur weil es sich nicht fortpflanzt. (es gibt genug Menschen bei denen es nicht klappt) Und ist das Fortpflanzen wirklich sinnvoll? Wir bevölkern die Erde und beuten sie aus. Weniger Bevölkerung wäre manchmal sinnvoller. sorry. aber mal so ganz objektiv gesehen.

jeder muss seinen eigenen Sinn finden.

viele Grüße
isis
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Lucy Lu





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 13.12.2019
Beiträge: 111
Wohnort: Schweiz
BeitragVerfasst am: Sa Jul 31, 2021 2:51    Titel: Hoi Aspie Antworten mit Zitat

Willkommen im Club und in diesem Forum.

Bin auch aus der Schweiz. Fühle mich in Deiner Vorstellung in einigen Punkten gespiegelt. Für Menschen mit ADHS ist es wichtig eine Bezugsperson zu haben, der sie vertrauen können (bei Dir sind das Deine Eltern). Menschen wie Du und ich können gut alleine Wohnen, leben, sich selber beschäftigen, aber eine Loyale Bezugsperson ist für uns wichtiger als für die meisten anderen Menschen. Ich beschäftige mich auch lieber mit IT, Technik, Kunst, auch Digitale Kunst, als mit oberflächlichen Menschen. Übrigens ich habe Jahrgang 1968. Wenn Du magst schreib mir gerne eine Nachricht. Ich würde mich sehr freuen. Vielleicht haben wir einen interessanten Schriftlichen Austausch, und können uns auch mal im Chat treffen.

Cool

Liebe Gruess Lucy
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Aspie





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 29.07.2021
Beiträge: 7
Wohnort: Schweiz
BeitragVerfasst am: Sa Jul 31, 2021 17:05    Titel: Re: Hoi Aspie Antworten mit Zitat

Lucy Lu hat folgendes geschrieben:
Willkommen im Club und in diesem Forum.

Bin auch aus der Schweiz. Fühle mich in Deiner Vorstellung in einigen Punkten gespiegelt. Für Menschen mit ADHS ist es wichtig eine Bezugsperson zu haben, der sie vertrauen können (bei Dir sind das Deine Eltern). Menschen wie Du und ich können gut alleine Wohnen, leben, sich selber beschäftigen, aber eine Loyale Bezugsperson ist für uns wichtiger als für die meisten anderen Menschen. Ich beschäftige mich auch lieber mit IT, Technik, Kunst, auch Digitale Kunst, als mit oberflächlichen Menschen. Übrigens ich habe Jahrgang 1968. Wenn Du magst schreib mir gerne eine Nachricht. Ich würde mich sehr freuen. Vielleicht haben wir einen interessanten Schriftlichen Austausch, und können uns auch mal im Chat treffen.

Cool

Liebe Gruess Lucy


Danke Lucy. Ich habe Dir mal eine PM geschrieben. Freue mich auf einen Austausch mit Dir.

Liebe Grüsse
Aspie
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Aspie





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 29.07.2021
Beiträge: 7
Wohnort: Schweiz
BeitragVerfasst am: Sa Jul 31, 2021 17:20    Titel: Antworten mit Zitat

Rob Wilkinson hat folgendes geschrieben:
Ich widerspreche dir vehement! Wäre das der Sinn der menschlichen Existenz, wäre die so genannte Vernunft bzw. Intelligenz ein Fehler der Schöpfung, der Natur, der Evolution (wie auch immer du es nennen magst). Außerdem macht der Mensch schon genug kaputt, auch ohne dass er sich gezwungen sehen muss, die Schlinge um den Planeten durch zig Nachkommen noch enger zu ziehen.


Wie sich eine Spezies weiterentwickelte ist reiner Zufall. Wir Menschen sind ein Produkt des Zufalls. Und dieser Zufall begann schon bei der Entstehung unseres Sonnensystems. Da musste extrem viel zufälliges zusammenpassen, damit sich überhaupt Leben entwickeln konnte. Vermutlich wäre es einfacher, 10x hintereinander einen 6er im Lotto zu gewinnen.
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Aspie





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 29.07.2021
Beiträge: 7
Wohnort: Schweiz
BeitragVerfasst am: Sa Jul 31, 2021 20:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe Dir privat geantwortet. Ich denke in der Vorstellungsrund geht es schon etwas zu weit.
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Aspie





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 29.07.2021
Beiträge: 7
Wohnort: Schweiz
BeitragVerfasst am: Sa Jul 31, 2021 20:30    Titel: Antworten mit Zitat

isis29 hat folgendes geschrieben:
Hallo und herzlich willkommen,

ich denke auch, dass der Sinn des Lebens nicht nur die Fortpflanzung ist. Und nicht jedes ist sinnlos nur weil es sich nicht fortpflanzt. (es gibt genug Menschen bei denen es nicht klappt) Und ist das Fortpflanzen wirklich sinnvoll? Wir bevölkern die Erde und beuten sie aus. Weniger Bevölkerung wäre manchmal sinnvoller. sorry. aber mal so ganz objektiv gesehen.

jeder muss seinen eigenen Sinn finden.

viele Grüße
isis


Ich glaube ich wurde missverstanden. Ich betrachte dieses Thema von aussen gesehen. Nicht aus der Sicht des Menschen.

Auf diesem Planeten gibt es geschätzt knapp 9 Millionen Arten. Jede Art möchte überleben. In erster Linie über die Fortpflanzung. Es gab von allen Spezien nie zu viel und nie zu wenig. Bis zu einem gewissen Grad hat dies auch im Einklang mit der frühen Menschheit funktioniert. Fressen und Gefressen werden.

Seit ein paar Jahrhunderte nimmt der Mensch aber sehr grossen Einfluss auf dieses System. Es ist komplett aus den Fugen geraten. Der Kreislauf des Lebens wurde stark verändert. Genau das Selbe machen wir Menschen nun auch mit dem Klima. Wir Menschen sind, so wie wir uns verhalten, das Virus dieses Planeten.
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Lucy Lu





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 13.12.2019
Beiträge: 111
Wohnort: Schweiz
BeitragVerfasst am: Sa Jul 31, 2021 20:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hi, Aspie
Meinst Du mich? Ja, Danke, habe Dir gerade RE geschrieben. Hoffe ist angekommen. Briefkasten nicht vergessen zu leeren, habe es gerade bei mir gemerkt, der hat nicht viel platz.
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vby




Alter: 29
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 29.11.2020
Beiträge: 10
BeitragVerfasst am: Mo Aug 02, 2021 23:27    Titel: Antworten mit Zitat

.. hab dir noch was geschrieben zum Weltraum, @Aspie
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