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Wie akzeptiert ihr eure Asexualität?
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isis29




Alter: 49
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 02.05.2021
Beiträge: 19
BeitragVerfasst am: So Mai 02, 2021 12:28    Titel: Antworten mit Zitat

dewayne hat folgendes geschrieben:

Ich finde es doch sehr erschreckend, wenn bei kriselnden Paaren oder bei so etwas wie einer Paarberatung oft als erstes genannt wird, dass der Sex zu kurz kommt bzw. man kaum noch miteinander schläft. Da wundert es mich auch nicht wenn die Ehen geschieden werden wenn man den Fokus in der Beziehung so sehr auf den Sex setzt. Das alleine kann doch kein Grund sein um eine Beziehung aufrechtzuhalten und sollte auch nicht der Hauptgrund für die Beziehung sein. Immerhin macht Sex da nur einige Minuten aus und man verbringt doch sonst jeden Tag viele Stunden miteinander. Was hält einen denn da noch zusammen wenn das einem egal ist und man sich gar nicht so sehr für die Person interessiert sondern eher für den Körper?


Absolut meine Meinung!
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isis29




Alter: 49
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 02.05.2021
Beiträge: 19
BeitragVerfasst am: So Mai 02, 2021 12:47    Titel: Antworten mit Zitat

Noch mal zur ursprünglichen Frage:

Ich habe meine Art schon meist akzeptiert und hatte auch viel Glück. Ich hatte 2 lange glückliche Beziehungen (und die eine dauert auch noch an und eigentlich ist er wie ich, was für ein Glück) und ich hatte viele Jahre als glücklicher Single. Ich wusste schon immer, dass was anders an mir ist.

und doch zweifelte ich manchmal an mir, ob es wirklich ok ist oder doch was an mir falsch ist. Seit ich über die Definition demisexuell gestolpert bin, fühle ich mich nicht mehr falsch. Auf einmal macht so vieles Sinn. Alles was ich getan oder eben auch nicht getan habe.

Was ich noch nie getan habe, ist mich zu outen. ich erwarte viel Unverständnis und ich will mich auch nicht rechtfertigen. Und ich habe keinen Ekel oder schlechte Erfahrungen ich habe nur meistens überhaupt kein Interesse daran. Fertig. Und eigentlich ist es auch meine private Sache.
Mein Leben hat andere Prioritäten. Und tiefe Liebe kann ich empfinden und geben.
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gucki19




Alter: 62
Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 22.10.2019
Beiträge: 70
Wohnort: Nordbayern
BeitragVerfasst am: So Mai 02, 2021 17:31    Titel: Antworten mit Zitat

isis29 hat folgendes geschrieben:
Noch mal zur ursprünglichen Frage:
.....
und doch zweifelte ich manchmal an mir, ob es wirklich ok ist oder doch was an mir falsch ist.....

Was ich noch nie getan habe, ist mich zu outen. .....


Hallo Isis

Ich habe heute mal wieder etwas Zeit hier im forum zu lesen. Ich komme auf der "einen Seite" von der "entgegengestzten Richtung" wie Du (Mann, > 60 Jahre, sexuell) - auf der anderen Seite habe ich seit 40 Jahren eine Beziehung in der meine Lebens-Partnerin seit einigen Jahren zu ihrer Asexualität steht und seither ohne Sex lebt.

So ganz habe ich DEINE "ursprüngliche Frage" noch nicht gefunden. Ist es der Zweifel, "ob es wirklich ok ist..."?? Selbstverständlich ist alle okay wenn Du zu dem stehst wie es Dir geht und dein Leben selbstbestimmt lebst.
Oder ist es die Frage, ob Du dich "irgendwann outen" solltest?? Diese Frage scheint dich zum einen zu bewegen, zum anderen gibst Du dir aber selber die Antwort - die "Allgemeinheit" geht es eigentlich nichts an !!
Wenn jemand anderes von deiner Orientierung betroffen ist, dann ist es natürlich fair ihr/ihm dein Verhalten zu erklären - in eurer PArtnerschaft scheint ihr da ja auf einem recht harmonischen Status zu stehen. ICH sehe zu einem weiteren outing keinerlei moralische oder sonstige Verpflichtung, da mir niemand anderes davon betroffen erscheint.

Als meine Frau nach über 3 Jahrzehnten den Sex mit mir vollständig eingestellt hat war es für mich natürlich schon erleichternd und für unseren weiteren gemeinsamen Weg wichtig, dass sie mir ihr Fühlen geschildert hat - also so etwas wie ein outing. Ich empfinde das nach wie vor als sehr fair von ihr. UND ich bin froh, dass sie damals erklärende Worte fand, obwohl wir beide den Begriff Asexualität und den Hintergrund dazu noch nicht kannten. Aber das war ganz speziell unsere Situation. "Verpflichtet" zum outing wäre sie wohl selbst damals nicht gewesen.

Ich habe in einer Diskussion mal die Erklärung gehört, dass meine Frau ja erst mal zu einem "inneren outing" kommen musste - also isch selber eingestehen, dass sie so ist wie sie ist - und dass das GUT so ist. Dann war sie in der Lage für das "erste äußere outing" mir gegenüber. Weil wir eben die schon so lange währende Beziehung hatten und haben. Jedes weitere "äußere outing" möchte sie nach wie vor nicht und hat mich gebeten, unsere Lebensweise deshalb in unserem näheren persönlichen Umfeld streng vertraulich zu behandeln. Und dieser Ihre Bitte habe ich bisher gerne entsprochen.

Du hast in den Beitrag vor dem von mir zitierten eine längere Passage von dewayne zitiert. Die Frage des "Stellenwerts" von Sex und sein Zusammenhang mit "wahrer Liebe" ist ja schon auch in diesem Faden eine sich durchziehende Fragestellung. Als Sexueller sage ich, in Paarberatungen oder sonstigen etnsprechenden Gesprächen ist der Sex deswegen so häufig thematisiert, weil er für Sexuelle eben existentiell ist. Ein/e Sexuelle/r kann "vieles wegstecken" solange der Sex stimmt. Dauerhaft ohne Sex zu leben ist für ihn/sie ein "Verbiegen" und überfordert ihn/sie wahrscheinlich auf Dauer. Dieser "Sachverhalt" scheint für Asexuelle schwer nachvollziehbar.

Ich würde als Bestandteil der "wahren Liebe" heute vielleicht definieren, dass man den Partner das sein lässt wie er/wie sie ist. Die/der Asexuelle hat keine Verpflichtung zum Sex und verpflichtet den Sexuellen nicht zum dauerhaften Verzicht. Ich habe hier schon öfter geschrieben, dass in meinem Kopf es dazu sehr hilfreich war eine Sichtweise zu zulassen, die Lebenspartnerschaft und die Sexualpartnerschaft zu trennen. Dann kann Lebenspartnerschaft für Sexuelle tief und erfüllend werden, auch wenn sie keinen Sex (mehr) enthält. Das KANN man so machen (machen ja auch andere hier).
_________________
Viele Grüße vom
Gucki
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isis29




Alter: 49
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 02.05.2021
Beiträge: 19
BeitragVerfasst am: So Mai 02, 2021 18:58    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank für deine interessante Antwort Gucki. Und beim outing meine ich hauptsächlich auch meinen Mann.

Ich finde es schön, dass ihr einen Weg für eure Liebe gefunden habt!

In meinem Kopf gibt es gerade ein zweites Thema, wo ich manchmal rausschreien möchte: Wißt ihr eigentlich wem ihr das erzählt? Wißt ihr eigentlich dass ich dazu nichts weiß, weil es mich nicht interessiert. Ihr denkt ich sei wie andere, deshalb erzählt ihr mich sowas. Und dass ich dabei denke ich sei falsch. Und da habe ich manchmal schon Lust mich zu mir zu bekennen. Aber ich werde weiterhin mein Klappe halten. (Es ist ein Projekt zur Sexualaufklärung für Erwachsene und irgendwie bin ich da rein geraten. Ausgerechnet ich und ich muss immer den Kopf schütteln wenn ich daran denke)
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Sandkastenzorro
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Alter: 40
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 3641
Wohnort: Fairvale
BeitragVerfasst am: So Mai 02, 2021 23:17    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ein/e Sexuelle/r kann "vieles wegstecken" solange der Sex stimmt.


Pauschalaussage, die ich nicht unterschreiben kann. Und wie verachtend dem Partner gegenüber der Satz alleine schon ist... Als wäre der Mensch, den man behauptet zu lieben, ne Gummipuppe und völlig gleichgültig, solange er drei Löcher zur Verfügung stellt.

Sex erhält nur den Wert, den man ihm selbst zuordnet. Und genauso liegt es auch in der eigenen Macht, ihm den Wert wieder zu entziehen.

Das Problem ist nur, das WILL so gut wie keiner Und weils keiner WILL, wirds als generelle Unmöglichkeit konstatiert. Und das ist Bullshit.
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Didn't your mother never teach you no manners?
-I ain't never had no mother - we was too poor!
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Maz
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Alter: 43
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 14336
BeitragVerfasst am: So Mai 02, 2021 23:27    Titel: Antworten mit Zitat

In der Aussage steckt zumindest die Feststellung, dass jenseits des sexuellen Bereichs massive Probleme bestehen. Mit dem Sex werden diese dann aber offensichtlich übertüncht sonst würde bei fehlendem Sex die Beziehung ja nicht in Frage gestellt bzw. erst dann der Therapeut aufgesucht werden.
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Sieben&siebzig




Alter: 44
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 16.08.2019
Beiträge: 17
Wohnort: Euskirchen
BeitragVerfasst am: Di Mai 04, 2021 0:02    Titel: Antworten mit Zitat

isis29 hat folgendes geschrieben:

In meinem Kopf gibt es gerade ein zweites Thema, wo ich manchmal rausschreien möchte: Wißt ihr eigentlich wem ihr das erzählt? Wißt ihr eigentlich dass ich dazu nichts weiß, weil es mich nicht interessiert. Ihr denkt ich sei wie andere, deshalb erzählt ihr mich sowas.)


Ja diese Situationen kenne ich auch von der Arbeit.
Die Zeiten wo ich mich bei sowas schlecht fühle sind aber lange vorbei.
Ich muss da eher innerlich schmunzeln.

Ich glaube wenn man mit sich selbst im Reinen ist, kann man es auch jedem erzählen, oder eben auch nicht wenn man es nicht möchte.
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