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Wie akzeptiert ihr eure Asexualität?

 
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Rosenlapis




Alter: 19
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 03.08.2019
Beiträge: 2
BeitragVerfasst am: So Nov 24, 2019 22:38    Titel: Wie akzeptiert ihr eure Asexualität? Antworten mit Zitat

Hi, ich finds total komisch hier zu schreiben aber zur Zeit bin ich echt verzweifelt. Meine letzte Beziehung ist Anfang des Jahres an der Tatsache dass ich Asexuell bin zerbrochen. Wir waren beide gefangen in einem Teufelskreis der Frustration... sexualität ist für mich einfach etwas total komisches. Ich kann’s mir absolut nicht vorstellen und blocke in den Situationen alles ab.
Jetzt habe ich jemand neues kennen gelernt und mich wirklich total verliebt aber auch bei ihm geht bei mir gar nichts. Aktuell wächst da eine Angst vor dieser Sexuellen „Verantwortung“ die meine Gefühle nahezu verdrängt... er weiß Bescheid und ist zur Zeit wahnsinnig lieb und verständnisvoll. Hat aber auch klar gemacht das er Sex in einer Beziehung braucht. Ich würde mich so gern einfach darauf einlassen aber es geht einfach nicht. Vor lauter Angst/Aufregung fang ich schon an zu zittern wenn wir nur gemeinsam auf dem Bett sitzen...
Falls jemand einen guten Rat hat wie ich in der Situation weiterkomme immer gerne her damit Very Happy aber in erster Linie frage ich euch wie schafft ihr es euch zu akzeptieren? Ich hasse mich zur Zeit einfach nur selber dafür und verstehe nicht wie es möglich sein kann dass ich mir selbst so sehr im Weg stehe...
Danke für die Hilfe!
Lg
Rosa [list][/list]
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DrCarsonBeckett




Alter: 30
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.08.2018
Beiträge: 32
BeitragVerfasst am: Mo Nov 25, 2019 16:19    Titel: Antworten mit Zitat

Mal einfach direkt gefragt, warum hasst du dich wofür du nichts kannst?
Wie du es auch drehen magst, es wird sich dadurch nichts ändern.
Deswegen hass aufzubringen, kostet dich nur Lebensqualität.
Das ist defintiv nicht gesund. Confused

Bei mir hat der Zustand "Asexuell" erst relativ spät eine Bezeichnung bekommen, aber seitdem ich mich darüber belesen habe und co, lebt es sich für mich einfacher da einfach der Druck und co weg ist.

Ich persönlich bin auch nicht der Fan von Beziehungen und co, kann keine Gefühle deuten und bin in der Regel auch Gefühlsblind.
Hatte trotzdem mich dazu drängen lassen eine Beziehung zu führen mit allem was dazu gehört und habe dann schnell festgestellt, nein danke. Razz Very Happy Smile

Also wie gesagt, sei einfach du selbst und lebe dein Leben so wie du willst und nicht wie es dir andere "aufzwingen" wollen. Wenn du keinen sex möchtest, muss entweder eine Lösung gefunden werden oder der Herr hat leider pech gehabt. Tut dann natürlich weh (so steht es in der Theorie geschrieben) aber auf dauer ist das glaube ich gesünder. Smile
_________________
. Smile
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GothGhost




Alter: 20
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 08.10.2019
Beiträge: 7
Wohnort: Raum Stuttgart
BeitragVerfasst am: Mo Nov 25, 2019 21:51    Titel: Antworten mit Zitat

Im Endeffekt kann dich ja niemand zwingen, deine Sexualität und dich selber zu akzeptieren, dass muss leider jeder für sich tun. Ich habe selber vor knapp einem Jahr festgestellt, dass ich asexuell bin und bin gerade immer noch in der Findungs- und Akzeptanzphase.
Ich habe bis vor ein paar Monaten selber eine halbjährige Beziehung (war meine erste) geführt, in der ich mit meinem Freund auch Sex gehabt habe. Ich musste mich damals teilweise zwingen, Sex zu haben und genießen konnte ich es nie. Auch wenn ich jetzt daran zurückdenke, fühle ich mich irgendwie... schmutzig, fast vergewaltigt und ich kann den Gedanken nicht ertragen, etwas getan zu haben, was ich in Wirklichkeit gar nicht wollte.

Wenn du keinen Sex haben willst, dann kommuniziere das deutlich und lass dich bitte, bitte von niemanden dazu zwingen, weder von einer anderen Person noch von dir selber. Es ist dein Körper und nur du darfst entscheiden, wer was damit macht.
Sprech mit deinem Freund am besten darüber. Wenn er sagt, dass Sex für ihn zu einer Beziehung dazugehört, dann sag ihm nochmal klar und deutlich, dass du keinen haben willst. Nicht jetzt und nicht in der Zukunft. Wenn er dann immer noch mit dir sein will, Glückwunsch!
Beziehungen sind ein Geben und Nehmen und du bist nicht gezwungen, etwas zu geben, was du nicht geben möchtest.

Es ist ein schwieriges Thema und ich kann verstehen, wieso es dir damit so schlecht geht. Aber seine Sexualität wählt man sich nunmal nicht aus. Das Wichtigste ist, sie zu akzeptieren und mit ihr umzugehen lernen.

Ich hoffe, du kannst die Sache mit deinem Freund klären.
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SheepWorld




Alter: 21
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 01.04.2018
Beiträge: 11
Wohnort: Oberpfalz
BeitragVerfasst am: Do Apr 30, 2020 17:32    Titel: Re: Wie akzeptiert ihr eure Asexualität? Antworten mit Zitat

Aktuell wächst da eine Angst vor dieser Sexuellen „Verantwortung“ die meine Gefühle nahezu verdrängt... er weiß Bescheid und ist zur Zeit wahnsinnig lieb und verständnisvoll. Hat aber auch klar gemacht das er Sex in einer Beziehung braucht. Ich würde mich so gern einfach darauf einlassen aber es geht einfach nicht.

Zuerst akzeptieren es die Männer (oder auch frauen) und dann wenn es ernst wird, hinterfragen sie das ganze, ob das denn unser erst sei.

Ich versteh dich vollkommen und weiß aus eigener erfahrung was bei dir gerade abgeht. Ich habe zurzeit die selbe situation.

Die eigentliche frage ist ja, wie ich das ganze asexuelle aktzeptiere. Ich sage mir einfach, dass es einfach so ist und sich nicht ändern wird oder kann, egal wie nett der Typ ist. Ich habe durch das ganze eine Art Mauer um mich gebaut, die jegliche Avancen von jemanden blockiere, da das ganze eh nicht funktionieren würde. Stelle dich niemals unter druck und rede dir ein, dass es sich ändern wird. Du selber weißt was in dir vor geht und keiner kann das ändern.
Ich zitiere mal einen Kommentar, den ich unter einem Video mal gefunden habe. Dieser spricht eigentlich genau das aus, was Sex eigentlich für einen sinn hat.
"Solange der sexuelle Aspekt involviert ist, kann man nicht sagen, ob sich zwei Menschen wirklich lieben bzw. aus welchem Grund sie wirklich zusammen sind. Sobald der sexuelle Aspekt wegfällt (aus welchem Grund auch immer), kommt die Wahrheit ans Licht. Menschen, die aufgrund von Sexmangel den Partner wechseln, sind das beste Beispiel dafür. Das, was die meisten Menschen als "Verliebtheit" oder sogar "Liebe" bezeichnen, ist in erster Linie sexuelle (!) Anziehung. Diese Phase endet früher oder später. Wahre Liebe hingegen (= Resultat romantischer/emotionaler Anziehung) wächst mit der Zeit nur. Wenn Asexuelle lieben, dann ist es zu 100% wahre Liebe. Der Satz "Es gibt keine Liebe ohne Sex" ist purer Bullshit. Der Satz müsste heißen: "Liebe ohne Sex ist wahre Liebe"!"

Also nochmal zum Schluss, sollte dein FReund das ganze irgendwann hinterfragen und du blockst weiterhin ab, mach dir keine vorwürfe. Wenn er wirklich interesse an dir gehabt hätte, wäre er bei dir geblieben. So hart es evtl auch klingt, aber er hat am ende nur an seine Bedürfnisse gedacht.
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Fiammetta





Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.02.2007
Beiträge: 1037
Wohnort: Hamburg; Alter: 35
BeitragVerfasst am: Do Apr 30, 2020 18:09    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Der Satz "Es gibt keine Liebe ohne Sex" ist purer Bullshit. Der Satz müsste heißen: "Liebe ohne Sex ist wahre Liebe"!"

Mit Verlaub, die Sätze sind doch beide ziemlicher Mist. Der gesamte Kommentar, der da unter dem Video stand, ist eine einzige Verklärung von Asexualität bzw. von Liebe ohne Sex, die ich als völlig überzogen empfinde.
Auch Asexuelle können oberflächlich sein. Auch zwei asexuelle Menschen können sich ineinander täuschen. Auch in einer Beziehung zwischen zwei Asexuellen können Gefühle vergehen oder sich ändern.
Das passt gar nicht schlecht zu dem, was Fichte vorhin in diesem Thread: https://www.aven-forum.de/viewtopic.php?t=15957 schrieb:
Zitat:
Interessant wäre übrigens noch die Frage, wie man einen Menschen findet, mit dem sich dann auch eine lebenslange gute Beziehung ergibt. [...]
Wäre also sehr interessant, wenn man irgendwie schon im Profil oder in der Suche relevante Eigenschaften abfragen könnte, um langfristige Passung zu erreichen.

Meiner Meinung nach lässt sich diese Frage nicht beantworten, man weiß es vorher ganz einfach nicht (egal, welche sexuelle Orientierung die Beteiligten haben). Dinge, von denen man glaubt, dass sie ewig Bestand haben werden, haben den vielleicht doch nicht, und Umstände kann man nicht vorherberechnen.
_________________
"Pour moi l’hétérosexualité n’est pas la norme, ce n'est qu'une majorité statistique."
(Peggy Sastre)
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Paul65





Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 26.09.2010
Beiträge: 571
Wohnort: FFM
BeitragVerfasst am: Fr Mai 01, 2020 9:12    Titel: Antworten mit Zitat

Fiammetta hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Der Satz "Es gibt keine Liebe ohne Sex" ist purer Bullshit. Der Satz müsste heißen: "Liebe ohne Sex ist wahre Liebe"!"

Mit Verlaub, die Sätze sind doch beide ziemlicher Mist. Der gesamte Kommentar, der da unter dem Video stand, ist eine einzige Verklärung von Asexualität bzw. von Liebe ohne Sex, die ich als völlig überzogen empfinde.
Auch Asexuelle können oberflächlich sein. Auch zwei asexuelle Menschen können sich ineinander täuschen. Auch in einer Beziehung zwischen zwei Asexuellen können Gefühle vergehen oder sich ändern.

Danke Fiammettta, vollste Zustimmung.

Um mal zum direkten Thema zurück zukommen, ich halte Asexualität allenfalls für einen akzeptablen Zustand, aber sicherlich nicht für etwas Erstrebenswertes.
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Ich mag keinem Club angehören, der Leute wie mich als Mitglied aufnimmt - Groucho Marx
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Lavendelbluete




Alter: 32
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.08.2019
Beiträge: 69
BeitragVerfasst am: Di Jan 19, 2021 1:51    Titel: Antworten mit Zitat

Paul65 hat folgendes geschrieben:
Fiammetta hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Der Satz "Es gibt keine Liebe ohne Sex" ist purer Bullshit. Der Satz müsste heißen: "Liebe ohne Sex ist wahre Liebe"!"

Mit Verlaub, die Sätze sind doch beide ziemlicher Mist. Der gesamte Kommentar, der da unter dem Video stand, ist eine einzige Verklärung von Asexualität bzw. von Liebe ohne Sex, die ich als völlig überzogen empfinde.
Auch Asexuelle können oberflächlich sein. Auch zwei asexuelle Menschen können sich ineinander täuschen. Auch in einer Beziehung zwischen zwei Asexuellen können Gefühle vergehen oder sich ändern.

Danke Fiammettta, vollste Zustimmung.

Um mal zum direkten Thema zurück zukommen, ich halte Asexualität allenfalls für einen akzeptablen Zustand, aber sicherlich nicht für etwas Erstrebenswertes.


Same here! Danke für die tolle Zusammenfassung!

Aber um mal zum ursprünglichen Beitrag bzw der Fragestellung zurück zu kommen.
Ich hatte lange Zeit wahnsinnige Schwierigkeiten damit, weil ich manches selbst nicht verstanden habe. Und weil es mir unangenehm war, mit anderen darüber zu reden. Mittlerweile habe ich kein Problem mehr damit und stehe voll und ganz dazu. Ich bin asexuell. Nicht mehr und nicht weniger. Es ist nichts wozu man sagen kann, dass man da stolz drauf ist oder so. Aber es ist ein Teil der Lebenseinstellung. Vor allem aber ein Teil, den man(n) nicht ändern kann. Man muss lernen damit zu leben und gleichzeitig Wege finden, wie man in Beziehungen das beste draus machen kann, wenn man einen nicht-asexuellen Partner hat.
Kommunikation ist hier eindeutig die beste Lösung!

Ich würde mir nur wünschen, dass das mehr sensibilisiert wird und mehr Aufklärung bedarf. Und vor allem würde ich mir wünschen, dass man(n) versteht, dass man deswegen nicht psychisch gestört ist. Denn es missfällt mir, dass man immer gleich als krank oder kaputt bezeichnet wird! Da könnte ich echt kotzen!!!
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Arpad4




Alter: 41
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 1759
Wohnort: Kaiserslautern
BeitragVerfasst am: Mi Jan 20, 2021 22:41    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Um mal zum direkten Thema zurück zukommen, ich halte Asexualität allenfalls für einen akzeptablen Zustand, aber sicherlich nicht für etwas Erstrebenswertes.


So ein großer Schwachsinn! Das ist kein Zustand sondern genetische Tatsache. Wahre Liebe funktioniert auch ohne Sex. Also bitte nicht alles sexualisieren. Es gibt auch kein Sexgott. Die Aussage dass Liebe ohne Sex keine Liebe ist, haben Heterosexuelle erfunden.

Mal eine ernste Frage an alle Heterosexuelle:

Warum werden in Deutschland 49 % aller Ehen geschieden? Da scheint an dem Konstrukt Liebe mit Sex und Begehren etwas schief zu laufen. Wer in der Liebe den Schwerpunkt auf Testosteron, und Östrogene setzt (und das wesentliche ausblendet), der hat von wahrer Liebe eh keine Ahnung.

Von Sex habe ich wenig Ahnung. Aber trotzdem habe ich einige sexuelle Frauenherzen verzaubert. Smile
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Viele finden 100 Fehler an mir, in mir, um mich herum. Und wie viele hast Du? Sollen wir anfangen zu zählen?
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dewayne




Alter: 32
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 29.04.2020
Beiträge: 48
BeitragVerfasst am: Do Jan 21, 2021 1:09    Titel: Antworten mit Zitat

Arpad4 hat folgendes geschrieben:

Warum werden in Deutschland 49 % aller Ehen geschieden? Da scheint an dem Konstrukt Liebe mit Sex und Begehren etwas schief zu laufen. Wer in der Liebe den Schwerpunkt auf Testosteron, und Östrogene setzt (und das wesentliche ausblendet), der hat von wahrer Liebe eh keine Ahnung.



Ich finde es doch sehr erschreckend, wenn bei kriselnden Paaren oder bei so etwas wie einer Paarberatung oft als erstes genannt wird, dass der Sex zu kurz kommt bzw. man kaum noch miteinander schläft. Da wundert es mich auch nicht wenn die Ehen geschieden werden wenn man den Fokus in der Beziehung so sehr auf den Sex setzt. Das alleine kann doch kein Grund sein um eine Beziehung aufrechtzuhalten und sollte auch nicht der Hauptgrund für die Beziehung sein. Immerhin macht Sex da nur einige Minuten aus und man verbringt doch sonst jeden Tag viele Stunden miteinander. Was hält einen denn da noch zusammen wenn das einem egal ist und man sich gar nicht so sehr für die Person interessiert sondern eher für den Körper?
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Arpad4




Alter: 41
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 1759
Wohnort: Kaiserslautern
BeitragVerfasst am: Do Jan 21, 2021 3:33    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Was hält einen denn da noch zusammen wenn das einem egal ist und man sich gar nicht so sehr für die Person interessiert sondern eher für den Körper?


Psychische und soziale Zwänge wird oft als Liebe in einer Beziehung verkauft. Ich kann sowieso diese Show was manche mir präsentieren nicht mehr sehen. Ich guck mir ein Paar an, und kann jeden sagen was da stimmt oder nicht stimmt. Einige Frauen haben schon an mir Interesse gezeigt. Wollten sogar auf Sex verzichten soweit es geht, nur um mich zu behalten. Ich habe aber schnell etwas beendet, bevor es zur Beziehung wurde. Der Grund: kaum hat mich von ihnen eine angefasst hatte ich das Gefühl, dass sie sich dazu zwingt, oder nicht mal weiß wie man ein "Lebewesen" anfast, oder dass ich ein "Lebewesen" bin. Ich habe bei einigen sexuelle Frauen den Eindruck gehabt, dass sie Bioruiden sind (Bioroboter), die nur ein sinnlosen gefühlslosen Programm nachgehen (abspulen). Deswegen, kann mir auch sehr wenige sexuelle Frauen was bieten. Zu gefühlslos, und zu fixiert auf Sex. Von den lange romantische Vorgeschichten und Gefühlsduselei oder romantischen Vorspiele halte ich sowie so gar nix. Sich gegenseitig 1000 mal was beweisen, aber am Schluss fragt der eine Partner dem anderen ob er ihm noch liebt. (Wozu dann die romantische Vorgeschichte in einer Beziehung? Wollten sie sich nur gegenseitig jahrelang veräppeln?)

Wenn jemand meint, dass Asexuelle von Liebe nix verstehen, sollten mir das erst mal beweisen.
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Lavendelbluete




Alter: 32
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 02.08.2019
Beiträge: 69
BeitragVerfasst am: Fr Jan 22, 2021 0:40    Titel: Antworten mit Zitat

Arpad4 hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Was hält einen denn da noch zusammen wenn das einem egal ist und man sich gar nicht so sehr für die Person interessiert sondern eher für den Körper?


Psychische und soziale Zwänge wird oft als Liebe in einer Beziehung verkauft. Ich kann sowieso diese Show was manche mir präsentieren nicht mehr sehen. Ich guck mir ein Paar an, und kann jeden sagen was da stimmt oder nicht stimmt. Einige Frauen haben schon an mir Interesse gezeigt. Wollten sogar auf Sex verzichten soweit es geht, nur um mich zu behalten. Ich habe aber schnell etwas beendet, bevor es zur Beziehung wurde. Der Grund: kaum hat mich von ihnen eine angefasst hatte ich das Gefühl, dass sie sich dazu zwingt, oder nicht mal weiß wie man ein "Lebewesen" anfast, oder dass ich ein "Lebewesen" bin. Ich habe bei einigen sexuelle Frauen den Eindruck gehabt, dass sie Bioruiden sind (Bioroboter), die nur ein sinnlosen gefühlslosen Programm nachgehen (abspulen). Deswegen, kann mir auch sehr wenige sexuelle Frauen was bieten. Zu gefühlslos, und zu fixiert auf Sex. Von den lange romantische Vorgeschichten und Gefühlsduselei oder romantischen Vorspiele halte ich sowie so gar nix. Sich gegenseitig 1000 mal was beweisen, aber am Schluss fragt der eine Partner dem anderen ob er ihm noch liebt. (Wozu dann die romantische Vorgeschichte in einer Beziehung? Wollten sie sich nur gegenseitig jahrelang veräppeln?)

Wenn jemand meint, dass Asexuelle von Liebe nix verstehen, sollten mir das erst mal beweisen.


genau
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Spes





Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 13.01.2021
Beiträge: 5
BeitragVerfasst am: Sa Jan 23, 2021 10:37    Titel: Antworten mit Zitat

Arpad4 hat folgendes geschrieben:

Der Grund: kaum hat mich von ihnen eine angefasst hatte ich das Gefühl, dass sie sich dazu zwingt, oder nicht mal weiß wie man ein "Lebewesen" anfast, oder dass ich ein "Lebewesen" bin. Ich habe bei einigen sexuelle Frauen den Eindruck gehabt, dass sie Bioruiden sind (Bioroboter), die nur ein sinnlosen gefühlslosen Programm nachgehen (abspulen).


klingt ganz schön hart.
Ich verstehe es aber nich ganz - sie wussten doch, dass du asexuell bist (so versteh ich deine Gesichte) also haben sie dich angefasst, weil sie es wollten. Es bestand ja kein zwang, erst recht nicht mit einer asexuellen Person. Ich kann mir daher irgendwie schwer vorstellen, dass diese Frauen gefühllos waren... ich hätt eher erwartet, dass die körperliche Lust empfunden hatten, die asexuelle Menschen schwer nachempfinden können. An dieser stelle fehlt es an Empathie, was irgendwie nachvollziehbar ist - wie soll man sich in die gefühle anderer versetzen, wenn man die selben nie empfunden hat. Also diese Spule von der du redest (die ich jetzt als sexuelles Verlangen und die entsprechenden Handlungen interpretiere) ist was ganz normales und menschliches, hat einfach nur nicht jeder..
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Arpad4




Alter: 41
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 1759
Wohnort: Kaiserslautern
BeitragVerfasst am: Sa Jan 23, 2021 12:25    Titel: Antworten mit Zitat

Sie wussten nicht, dass ich asexuell bin, und ich damals auch nicht. Aber manche haben gemerkt, dass bei mir etwas "fehlt". Die Erfahrung mit dem "Anfassen" hat weniger mit der sexuelle Orientierung zutun. Eher damit, dass viele Frauen und Männer sich zu etwas zwingen, was nicht da ist. Deshalb nenne ich das eine Show. Ich kann niemand anfassen, zu dem ich keine Gefühle habe. Und ich hatte oft den Eindruck, dass viele sich ihre Liebe nur einbilden, oder gar nicht wissen, was echte Gefühle sind, sonder diese nur nachahmen, weil sie es bei anderen gesehen haben, oder in den Filmen. Alles ist zu oberflächlich...

Hinter den Handlungen die ich beschreibe waren viel leicht ein Begehren vorhanden. Aber das Sexuelle spielt keine Rolle wenn ich jetzt von einer normalen Umarmung, oder von Zärtlichkeit rede. Echte Zärtlichkeit habe ich erlebt mit Kuschelfreundinnen (war nie eine feste Beziehung mit ihnen da), und deshalb ist es sehr leicht zu unterscheiden.
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Nina_R




Alter: 48
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 28.09.2020
Beiträge: 41
Wohnort: Aachen
BeitragVerfasst am: Sa Jan 23, 2021 15:35    Titel: Antworten mit Zitat

@ Arpad:
Aber wenn sie dich angefasst haben und dabei unsicher waren, dann deutet das doch nicht unbedingt gleich auf fehlende Emotionen hin. Vielleicht waren sie eben nur das - unsicher? Vielleicht waren sogar asexuelle Frauen dabei, die nie eine Definition ihrer Unsicherheit gelernt haben, nur "dass das halt so sein muss, dass man den Partner anfasst", und das haben sie dann halt abgespult.

Ich war in deinen Situationen nicht dabei, vielleicht habe ich da also auch die falsche Vorstellung davon, ich kann nur von meinen eigenen Erfahrungen reden, als ich noch jung war. Und da habe ich ziemlich ähnlich agiert wie die Frauen, die du beschreibst. Man hat halt gelernt, dass man dort und da hinfassen soll, weil das eben so ist. Weil Mann das so mag. Es wurde nicht hinterfragt, mir war nur klar, dass ich dabei keinen Gewinn erziele, hab mir aber gleichzeitig eingeredet, dass das schon noch kommen würde.
Eben WEIL es dann aber nie gekommen ist, war es mit dem Verliebtsein sehr, sehr schnell vorbei und ich habe die Kurve gekratzt.

Rückblickend kann ich sagen: Eine einzige Beziehung hatte ich in meinem Leben, die ich schon irgendwie als solche bezeichnen würde, und heute gehe ich davon aus, dass der Mann asexuell war. Aber es waren anderen Zeiten. Ich wusste nicht, was mit mir los war, ich war nur fest davon überzeugt, dass ich von einem hyper-leidenschaftlichen Menschen "erweckt" werden müsste, der mir dann sowohl sexuelles Begehren als auch eine geschlechtliche Identität geben würde. Wobei ich nicht mal diese Worte dafür hatte, es war eher ein nicht näher definiertes Gefühl.

Ein falsches Gefühl, wie ich 26 Jahre später weiß, aber damals eben noch nicht.

Hätte ich damals mein heutiges Wissen gehabt und er auch, hätten wir vermutlich eine super asexuelle Beziehung eingehen können, denn die Gefühle waren vorhanden, doch wir waren jung und hatten falsche Vorstellungen gelernt.
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Honigdachs92




Alter: 28
Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 12.09.2019
Beiträge: 30
Wohnort: Wedemark
BeitragVerfasst am: Di Jan 26, 2021 13:59    Titel: Antworten mit Zitat

Um mal wieder zurück auf die eigentliche Frage zu kommen:

Bei mir war es eine ziemliche Erleichterung endlich zu wissen, was denn bei mir "nicht stimmt". Es zu akzeptieren hat, zugegeben, ein bisschen gedauert und ich habe mir viel den Kopf darüber zerbrochen, aber letztendlich habe ich es unter "Ist halt so" abgespeichert.

Mein Rat an dich: Denk darüber nach, fühl in dich hinein und freunde dich damit an. Denn wie GothGhost gesagt hat, seine Sexualität sucht man sich nun mal nicht aus.
Sätze wie "Liebst du ihn genug, um dich überwinden zu können?" sind kompletter Schwachsinn! Wenn du dich selbst zum Zeitpunkt deiner Frage gehasst hast und dich trotzdem ihm zuliebe dazu zwingst, dann wirst du eines Tages auch ihn dafür hassen.

Seit deiner Frage ist ja schon mehr als ein Jahr vergangen. Wie sieht es denn jetzt aus, wenn man fragen darf?
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