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Verzweifelt, verletzt und traurig

 
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nudl





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 26.05.2019
Beiträge: 2
Wohnort: Bad Oldesloe
BeitragVerfasst am: Di Jul 09, 2019 8:28    Titel: Verzweifelt, verletzt und traurig Antworten mit Zitat

Hallo zusammen.

Ich habe mich noch nicht vorgestellt, dass folgt auf jeden Fall noch.
Ich bin nun aber gerade mal wieder in emotionalen Schwierigkeiten.

Ich bin seit über 14 Jahren mit meinem Mann verheiratet und wir haben auch zwei wundervolle Kinder zusammen.

Mir war schon als Kind klar, dass ich Sex nie haben möchte. Ich wollte auf jeden Fall einen Mann haben und viele Kinder, die selbstverständlich durch künstliche Befruchtung entstehen sollten.
Es kommt ja immer anders, als man denkt... Wir sind beide in einer Sekte aufgewachsen wo es nur eine sexuelle Orientierung gibt. Alles andere sollte also verboten und falsch sein. Wir haben uns also gefunden und das gemacht, was man in unseren Kreisen eben machte. Jung geheiratet. Leider bin ich schon als Kind an Depressionen erkrankt. Hat natürlich keiner bemerkt und als Kind und jünger Mensch konnte ich auch nichts mit meinem Zustand anfangen. Ich war eben anders und komisch und irgendwas stimmte eben nicht mit mir.
Ich flüchtete von zu Hause zu der Liebe meines Lebens. Ohne jegliche sexuelle Erfahrung. In dieser Sekte war Sex vor der Ehe und jegliche andere Erfahrung verboten.
Klar hatten wir Sex. Das ist eben so. Jeder tut es, es gehört dazu.

Ich mochte Sex nie wirklich. Ich habe es gemacht, weil man das eben in einer Partnerschaft macht. Außerdem wurden wir in der Sekte dazu angehalten viele Kinder zu bekommen. Familie stand dort an höchster Stelle.

Mir ging es mit der Zeit immer schlechter. Ich landete in einer Klinik als endlich Jemand erkannte, dass ich sehr krank war.
Das mangelnde Interesse an Sex schoben wir und auch die Ärzte und Therapeuten meinen Depressionen zu. Eine sehr ausgeprägte Angst und Panikstörung machte alles noch komplizierter.
Aber wir waren jung und ich hatte auch einen Mega Kinderwunsch.
So gingen die Jahre ins Land und es kamen zwei wundervolle Kinder in unser Leben.
Irgendwann war klar, dass ich chronisch krank bin, ich aber durch Therapien und Tabletten stabilisiert werden konnte.
Sex blieb ein Drama für mich. Ich habe auf verschiedenen Wegen versucht Sex endlich zu mögen, dennoch fand ich keine Möglichkeit.
Ich hatte Sex, weil mein Mann Sex liebt und er ihn braucht. Er ist sehr unglücklich, dass wir so wenig Sex haben.

So, ich komme zum eigentlichen Problem. Anfang diesen Jahres haben wir diese Sekte endgültig hinter uns gelassen. Unsere Kinder sollen normal und gesund aufwachsen.
Es war eine Befreiung und natürlich auch Eröffnung neuer Welten.
Ich schnappte dann mal das Wort "queer" auf und es interessierte mich was das ist.
Dabei laß ich einiges über verschiedene sexuelle Orientierungen. Als ich über Asexualität laß, war das ein mega Aha Erlebnis. Endlich hatte ich mich gefunden. Das war nur für ein paar Sekunden toll.
Es kam sofort Panik auf, weil mein Mann ja nun das absolute Gegenteil von asexuell ist. Meine Angststörung macht das ganze nochmal extrem kompliziert.
Wir sprachen darüber und auch für ihn war es ein Schock.
Seitdem geht es bei uns Berg ab.
Ich habe gemerkt wie gut es mir ohne Sex geht. Ich brauche aber trotzdem intensiv kuscheln und Nähe und ich liebe auch küssen. Mein Mann hingegen wird jedesmal wenn wir zusammen sind daran erinnern bzw. sein Bedürfnis nach Sex ist eben jedesmal sehr groß.
Wir verletzen uns also regelmäßig gegenseitig und sind total verunsichert und ernüchtert.
Wir lieben uns beide sehr, aber vor allem ich liebe ihn extrem intensiv. Er ist meine große Liebe und ich liebe ihn wie am ersten Tag, wahrscheinlich sogar mehr. Wir möchten nicht ohne einander sein.
Meine chronische Depression wird auch von dieser Schwierigkeit genährt und wird entsprechend schlimmer.

Nun hat mein Mann darüber gesprochen und gefragt ob ich ihm Sex mit einer anderen Frau erlauben würde. Um den Druck von mir zu nehmen, da ich mich sehr unter Druck fühle ihn glücklich machen zu müssen und natürlich auch, damit er zufriedener sein kann.
Kurz, es hat mich so tief verletzt und gedemütigt. Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Der Gedanke ekelt mich so an, dass eine andere Frau ihre Korperflüssigkeiten auf ihm verteilt. Die Vorstellung, dass er das mit ihr macht was wir gemacht haben während er noch mit mir zusammen ist, tut mir so weh und treibt mich in Verzweiflung. Es würde uns entzweien. Wir haben da auch sehr unterschiedliche Ansichten und Gefühle.
Er würde das aber nur machen wollen, wenn es mir nicht schaden würde. Er möchte, dass es uns beiden gut geht mit dieser Lösung. Es würde mir nicht gut tun. Mit dem aktuellen Nein von mir, nehme ich ihm aber nun die Möglichkeit zu bekommen was er braucht und ich fühle mich nun noch schlechter und unter Druck.

Ich denke ich werde ihn irgendwann verlieren. Er ist sonst der entspannte Teil von uns. Jetzt ist er selber verzweifelt und das macht alles noch schwieriger.
Es gibt im Grunde keine Lösung. Eine Trennung wäre das Einzige, aber das wollen wir Beide nicht.

Ich bin so verzweifelt und traurig. Ich habe mich mühsam ins Leben gekämpft und für das gekämpft was ich liebe. Nun ist das alles irgendwie bedroht.

Ich habe auch Niemanden mit dem ich darüber sprechen kann. Da bin ich hier hoffentlich gut aufgehoben.

Ich weiß ihr könnt mir nicht wirklich helfen. Aber ich muss das einfach mal Jemand sagen, der versteht, dass ich Sex nicht wirklich mag und brauche und der vielleicht auch nachvollziehen kann, wie kacke das gerade für uns ist und wie weh es uns beiden tut.

Vielleicht gibt es hier ja ähnlich unglücklich verlaufene Situationen.

Freundliche Grüße von der Nudl
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blumenkind





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 13.02.2019
Beiträge: 2
Wohnort: Berlin
BeitragVerfasst am: Di Jul 09, 2019 23:16    Titel: Antworten mit Zitat

Oh Nudl,

ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll.
Alles was ich denke ist: "Ich wünschte, du hättest es einfacher gehabt und dass es nun auch einfacher wäre!"

Am Liebsten würde ich dir die Lösung aus dem Hut zaubern! Aber ich glaube, eine einfach Lösung gibt es vielleicht nicht - und ich bin zu müde. Confused

Auf jeden Fall will ich dir sowas wie eine virtuelle Umarmung - unbekannterweise und falls du das magst - da lassen! Einfach, dass du weißt: Du bist nicht allein!

Und du bist so mutig, dass du hier deine Geschichte hin schreibst!
Ich wünsche dir, dass ihr die Bedrohung für dich aus der Situation nehmen könnt! Dass ihr irgendwie eine gute Lösung findet, mit der ihr beide leben könnt!

Gute Nacht!
_________________
»Wer den Normen entspricht, kann es sich leisten zu bezweifeln, dass es sie gibt.« Carolin Emcke
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babbel124




Alter: 20
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 01.11.2015
Beiträge: 12
Wohnort: Baden-Würtemberg
BeitragVerfasst am: Mi Jul 10, 2019 6:09    Titel: Antworten mit Zitat

Erstmal riesigen Respekt für deine Geschichte und wie du damit umgehst!

Ich kenne ähnliche Probleme mit meinem Partner und wir mussten eine Drittperson ebenfalls meiner psyche zuliebe ebenfalls ausschließen.

Du sagst das du kuscheln und nähe gerne und gut zulassen kannst und auch brauchst, wäre es dann eine Möglichkeit dies mit ein wenig Sexualität zu verbinden? Also deine Grenzen austesten was geht und ab wann es für dich unangenehm wird. Sexualität muss ja nicht unbedingt mit Sex ausgelebt werden. Je nach dem ab wann es für dich unangenehm wird kann man ja Kompromisse eingehen.
Ich hoffe ihr finder einen Weg und das es leichter für euch wird!

Liebe Grüße
babbel
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Adamant




Alter: 61
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 22.05.2019
Beiträge: 545
BeitragVerfasst am: Mi Jul 10, 2019 8:34    Titel: Antworten mit Zitat

Es tut mir immer ein wenig weh von solchen Problemen und Konflikten zu lesen, vor allem auch wenn da ohne Weiteres keine Lösung in Sicht ist.

Voraus schicken will ich zunächst, dass ich persönlich es indiskutabel finde von einem Menschen, erst recht einem geliebten Menschen, Sex zu erwarten, gar zu verlangen, wenn dieser Mensch keinen Sex möchte. Egal ob grad im Moment oder grundsätzlich. Insofern sehe ich absolut keinen Anlaß für "Selbstvorwürfe" wegen "Sexverweigerung".

Als demisexueller Mensch, der sich entgegen der üblichen Einordnung als sexuell empfindet (ausschließlich in der Partnerschaft, außerhalb werde ich wohl als asexuell oder sonstwas wahrgenommen), kann ich auf der anderen Seite nachvollziehen, dass es ein Problem ist, wenn der geliebte Mensch überhaupt keinen Sex möchte. Ich würde das absolut akzeptieren und auch keinerlei Versuche unternehmen in irgendeiner Weise Druck auszuüben, einfach weil ich selbst keine Lust verspüre, solange ich nicht ein sexuelles Begehren beim Gegenüber bemerke. Glücklich wäre ich so aber auch nicht.

Was ich aufgrund meiner weiteren Veranlagung nicht nachvollziehen kann, warum es einem geliebten Menschen verwehrt sein soll, Sex außerhalb einer 2er Beziehung zu haben, wenn es in der Beziehung, aus welchem Grunde auch immer keinen Sex gibt. Ich habe zwar viel über das mir unverständliche Phänomen der Eifersucht, insbesondere der sexuellen Eifersucht, gelesen, über Verlustängste, welche damit wohl einhergehen, usw. Das ist aber lediglich angelesenes Wissen, ebenso wie dass ein davvon "befallener" Mensch darunter leidet, auch aller Vernunft zum Trotz.

Vielleicht ist das, was ich jetzt schreibe deshalb völlig daneben, dann entschuldige ich mich schon einmal vorab.

Ich persönlich würde es als einen Ausdruck der Liebe zum geliebten Menschen sehen, wenn ich dazu beitragen kann, ein Unglücklichsein vom geliebten Menschen zu nehmen. In diesem Fall würde das für mich bedeuten, dass ich es nicht entsetzlich fände, wenn der geliebte Mensch sich seine sexuellen Wünschen ohne meine Mitwirkung erfüllen kann.

Natürlich gibt es dabei das Risiko, dass der geliebte Mensch sich in einem solchen Fall in einen anderen Menschen, mit dem er Sex hat, verliebt. Weil jedenfalls bei allosexuellen Menschen wohl die Sequenz lautet: Kennenlernen, dann Sex, dann Freundschaft, dann Liebe. Dieses Risiko ist natürlich umso höher, wenn der geliebte Mensch bzw. alle Beteiligten durch gesellschaftliche Konventionen, insbesondere der klassischen 2er Beziehung, welche Drittpersonen kategorisch ausschließt, geprägt ist. Bei einer Sektenhistorie dürfte das sogar recht ausgeprägt sein.

Daher halte ich jedenfalls Verlustängste für durchaus real berechtigt.

Im Ergebnis ist es eine echte "Klemme". Wird außerehelicher Sex "erlaubt", besteht ein nicht unerhebliches Risiko, dass die Ehe scheitert, wegen Neuverlieben des Partners (sequenzielle Monogamie). Wird es nicht erlaubt, dann besteht aber dasselbe Risiko, weil der geliebte Partner dauerhaft unglücklich ist.

Ich könnte mir als einzige Lösung denken, dass "Spielregeln" bezüglich außerehelichen Sex gemeinsam erarbeitet werden, welche die Verlustängste möglichst gering halten. Im einfachsten Fall (wenn auch bei religiösem Hintergrund wohl indiskutabel) wäre den Besuch bei Prostituierten zu "erlauben". Denn dass dabei eine starke emotionale Bindung entsteht ist wohl eher unwahrscheinlich, darum geht es ja. Ebenso könnte vereinbart werden, dass der Partner nie mehr als 2- oder 3-mal Sex mit derselben anderen Frau haben darf, also sich immer eine neue Sexualpartnerin suchen muss. Was ich mir allerdings außerhalb des Prostitutionsbereiches nicht einfach vorstelle, vor allem weil einer solchen Sexualpartnerin ja auch von Anfang an klar gemacht sein muss, dass es "nur" um ein Vergnügen geht, und zwar auch noch mit "Ablaufdatum". Ob es da viele Frauen gibt, die sich darauf einlassen? Schließlich könnte zur Bedingung gemacht werden, dass eine eventuelle Sexualpartnerin selbst verheiratet/verpartnert ist und glücklich in der Partnerschaft. Der aber ebenfalls lediglich Sex in ihrer Partnerschaft fehlt. Das dürfte aber einer Suche nach einer Nadel in einem Heuhaufen entsprechen.

Unlösbar ist das Problem, wenn ein Gefühl des Ekels entsteht, sollte der geliebte Mensch Sex mit einer anderen Person haben.

Wobei ich für mich sagen muß, dass mir dieser Aspekt sowas von fremd ist (wertungsfrei). Wenn eine meiner Partnerinnen Sex mit jemand Anderes hat/hätte, ich hätte nicht andeutungsweise ein solches Ekelgefühl, vielmehr würde ich mich freuen, wenns für sie gut war.

Was Du aber vermutlich für ebenso bizarr hältst, wie ich diesen Ekel.

Vor allem dieses Ekelgefühl, was ja nicht Vernunftserwägungen unterliegt und auch nicht wegdiskutiert werden kann, läßt mich vermuten, dass Dein Problem leider unlösbar sein wird. Mist, Mensch ....

P.S.: Was ich auch nicht verstehe, Dein Mann müßte doch schon längst gemerkt haben, dass Sex Dir nicht wirklich Spaß macht. Wobei ich annehme, dass Du nicht ein brilliante Schauspielerin bist. Ich behaupte mal von mir, dass ich das sofort merke, noch lange bevor es "ernst" wird, und mich dann auch "zurückfahre", eben um keinen Druck auszuüben. Schlicht, ich könnte keinen Sex haben wenn ich merke, dass es grad eher nicht erwünscht ist. Wie Dein Mann das offenbar gebacken bekommen hat, verstehe ich auch nicht.
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nudl





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 26.05.2019
Beiträge: 2
Wohnort: Bad Oldesloe
BeitragVerfasst am: Mi Jul 10, 2019 9:31    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen Dank für eure lieben Worte. Die virtuelle Umarmung nehme ich gerne an. Mit Berührungsängsten sind diese Umarmungen sehr wertvoll für mich.

Gestern hat sich wieder erstaunlich viel getan. Wir haben lange miteinander gesprochen und festgestellt, dass wir immer noch zu wenig kommunizieren. Wir stehen am Anfang einer riesen Veränderung und müssen jetzt ausprobieren wie es weiter gehen könnte.
Ich bin Sex ja grundsätzlich nicht abgeneigt. Ich brauche es nicht und könnte komplett ohne Sex leben, aber ich habe vor kurzem erkannt, dass Sex für mich dennoch als Entscheidung funktioniert. Und das nicht im negativen Sinne, sondern weil ich weiß das es schön sein kann, es uns Beiden gut tun kann und ihm natürlich erst recht. Er hat es bisher als Gefälligkeit oder ein Schauspiel ihm zu liebe wahr genommen. So ist es für mich aber gar nicht. Darüber haben wir gestern Abend lange gesprochen.

Ich selber bin ja von klein auf irgendwie traumatisiert und verkorkst worden mit dem Thema Sexualität. Obwohl wir beide sehr ähnlich aufgewachsen sind, hat er trotz all dem Sekten Mist eine, ich sag mal, gesunde Haltung und Einstellung zu Sexualität entwickelt. Bei mir ist es komplett schief gelaufen und hat sich in Kombination mit meinen starken psychischen Erkrankungen sehr verhärtet. Mein Unterbewusstsein handelt oft noch nach alten Verhaltensmustern und das macht das ganze mega schwer. Ich bin zwar jetzt erwachsen und frei, aber über 30 Jahre ein bestimmtes Denken und Handeln ist nur schwer zu verändern.
Erschwerend kommt eben mein Gesundheitszustand hinzu.
Meine chronische Depression in Kombi mit der Angst und Panikstörung sind leider sehr ausgeprägt.

Natürlich hatte ich den Gedanken es ihm zu liebe zu zu lassen, dass er eine andere Frau haben könne, aber ich habe mittlerweile ein gutes Gespür für mich und meine Grenzen und meine Gefühle. Ich bin bin leider recht schnell im suizidalen Bereich und diese Entscheidung würde mich dort sehr nahe ran bringen. Ich habe aber zwei Kinder die mich brauchen. Und gerade weil es dabei um nicht nur mein Leben geht, könnte ich das nicht verantworten. Er selber möchte das so auch nicht.

Und klar hat mein Mann wohl gemerkt, dass Sex für mich nicht der Renner war, aber das haben chronische Erkrankungen eben an sich. Es ist immer da und man muss sich mit den Symptomen arrangieren. Wir hatten ja keine Ahnung, dass die Schwierigkeit nicht dort liegt. Er hatte immer die Hoffnung, dass ich irgendwann geheilt werde. Diese Hoffnung hatte ich auch sehr sehr lange. Und er ist auch nicht der Typ der eine Frau verlassen würde, weil es durch eine Krankheit massive Einschnitte im Leben gibt.

Wir haben uns gestern darauf verständigt, dass wir austesten werden was für mich geht und was nicht.
Mit der Erkenntnis, dass ich endlich ich sein kann und auch in Ordnung so bin, verschwindet der Druck und Zwang im Bereich der Sexualität sicher irgendwann, vielleicht sogar gänzlich.
Ich bin aber auch realistisch geworden. Es wird schwer werden und weitere Verletzungen mit sich bringen, da meine Krankheit unberechenbar ist. Aber das weiß auch mein Mann. Das Risiko das wir scheitern ist sehr hoch. Die Bedingungen aktuell sind einfach sehr schwierig. Aber er zeigt Kampfgeist. Das tut mir unendlich gut und gibt Kraft weiter zu machen.
Und wenn wir auf lange Sicht scheitern, werde ich mich vielleicht eines Tages rücksichtsvoll zurück ziehen und ihm die Chance geben, anders glücklich zu werden, egal was das mit mir machen würde.
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Adamant




Alter: 61
Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 22.05.2019
Beiträge: 545
BeitragVerfasst am: Mi Jul 10, 2019 10:09    Titel: Antworten mit Zitat

Ich drücke Dir beide Daumen, dass ihr das gemeinsam hinbekommt und Eure Liebe dadurch auch noch weiter gefestigt wird. So wie Du jetzt geschrieben hast, scheint es ja so zu sein, dass Ihr Euch beide wirklich sehr liebt. Und das ist bei allen Problemen schön zu lesen und freut mich für Euch total.

Ja, miteinander reden ist soooo wichtig, ohne Scheu oder Scham. Wahre Liebe hält das auch mühelos aus Wink.
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