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Angemessen darüber reden vs. tot quatschen
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Lema





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 02.12.2018
Beiträge: 5
BeitragVerfasst am: So Jan 06, 2019 1:17    Titel: Angemessen darüber reden vs. tot quatschen Antworten mit Zitat

Liebe Community,
ich würde mich freuen, wenn jemand die Zeit finden würde, seine Gedanken zu meinem Post zu teilen.
Ich halte mich mal so kurz wie möglich. Mein Freund (31) und ich (26) lieben uns sehr und führen seit zwei Jahren eine tolle Beziehung.
Mein Problem ist, wie oft in diesem Forum beschrieben, die gemeinsame Sexualität oder auch der Umgang damit.
Im ersten Jahr unserer Beziehung hatten wir gar keinen Sex, er war Jungfrau Es habe vorher „nie gepasst“... .ich wollte ihn nicht drängen und fand die Zärtlichkeiten die wir miteinander tauschten mindestens genau so wertvoll. Bis heute ist das so. Es irritiert mich aber zumehmend, dass er kaum Interesse an Sex hat und es nagt auch etwas an mir...Er bekommt, egal was ich versuche, keine Erektion. Manchmal ist sie einfach da, aber es scheint, als hätte ich darauf keinen direkten Einfluss...
Ich weiß ja, dass eine gemeinsame Sexualität nicht nur von der Erektion des Mannes lebt. Er würde auch in sexueller Hinsicht vieles für mich tun, denke ich. Aber er verschließt sich dem Thema gegenüber sehr, es macht ihn betroffen, wenn ich davon anfange. Er hat große Angst, dass der Sex mir nicht reicht. Die Häufigkeit ist weniger das Problem, obwohl ich die Male an zwei Händen abzählen kann. Aber er kommt nicht, weiß selber (angeblich) nicht warum und wirkt auch nicht so, als würde es ihm sonderlich Spaß bereiten. Fragen ist er bisher eher ausgewichen. „Ich muss mich halt erstmal an Sex gewöhnen“.... Die Aussage „reicht“ aber doch irgendwie nicht, um verständnisvoll miteinander umzugehen.

Gerade überlege ich, was eigentlich meine konkrete Frage ist.... ich würde so gerne wissen was wirklich in ihm vor geht. Aber das kann ich euch nicht fragen, woher solltet ihr das wissen. Aber soll ich das Thema Sex immer wieder thematisieren? Soll ich versuchen herauszufinden was in ihm vor geht? Habe ich ein „Recht“ dazu? Oder soll ich ihn lieber in Ruhe lassen....
ich bin ziemlich irritiert, möchte ihn nicht unter Druck setzen, aber ebenso wenig, dass unsere Liebe dahinsiecht, weil ein doch so relevantes Thema ausgeschlossen wird....
Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen wie er/ich gemacht und kann mir einen Rat geben.
Ich wünsche allen ein glückliches und gesundes Jahr 2019!
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atlantic





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 23.07.2018
Beiträge: 6
BeitragVerfasst am: So Jan 06, 2019 4:45    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lema,
ich glaube, ich kann deine Situation ganz gut nachvollziehen. Auch ich finde, dass das "nicht darüber reden können" das am meisten belastende in Krisensituationen ist. Hier im Forum liest man ja immer wieder, dass offene und ehrliche Kommunikation quasi die einzige Chance für asexuell-sexuelle Beziehungen sei. Und umso frustrierender ist es dann natürlich, wenn es einfach nicht so klappt wie man es sich vorstellt. Man nimmt allen Mut zusammen, spricht das Thema an - zum gefühlt tausendsten Mal - und letztendlich endet es doch wieder in Tränen; dann hat man ein schlechtes Gewissen, versichert sich gegenseitig dass man sich doch lieb hat, und zurück bleibt für einen selber das Gefühl, sich ewig im Kreis zu drehen. Dann hockt man schließlich als sexueller Partner spätnachts vor seinem (getrennten) Bett und überlegt sich, ob man sich jetzt noch einen Porno reinzieht oder doch lieber noch ein Bier aufmacht und im Selbstmitleid versinkt...

Einen wirklichen Rat geben kann ich dir leider nicht, ich suche auch noch. Das einzige, was ich herausgefunden habe, dass man den Anderen nicht ändern kann. Man kann nur sich selbst, bzw die Art und Weise, wie man mit der Situation umgeht, beeinflussen. Eine sehr niederschmetternde Erkenntnis, ich weiß. Ich denk mir oft, wieviel leichter wäre es doch, einfach Schluss zu machen. Einen Schlussstrich ziehen, irgendwo mit irgendwem etwas neues anbandeln, wieder Sex haben, Möglichkeiten gibt es genug...
Ich denk mir oft, die Beziehung, den Status quo, aufrecht zu erhalten, kostet so viel mehr Energie als eine Trennung - und trotzdem bleib ich gerne bei ihr. Ich hab sie lieb, sie ist die Frau meines Lebens, wir passen so gut zusammen, wir haben ein tolles Kind, ein Haus mit Garten und Hund, erfüllende Jobs, keine Schulden...ich könnte mir nichts besseres vorstellen. Aber irgendetwas fehlt halt.
Wir sind seit über 20 Jahren zusammen. Wie oft wir Sex hatten kann ich nicht genau sagen, ich schätze vielleicht um die 20 mal. Ein Großteil davon im ersten Jahr, und dann noch fünfmal zweckgebunden zur Nachwuchsproduktion, auch schon paar Jährchen her...
Das glaubt mir kein Mensch, wenn ich das einem meiner Kumpels erzählen würde, würde ich warscheinlich ausgelacht.

Sorry dass ich bisschen abgedriftet bin, deinen Thread für meine Vorstellung missbraucht habe;
was ich dir eigentlich sagen wollte:

Bleib beharrlich, such das Gespräch. Auch wenns weh tut, auch wenn du das Gefühl hast, dein Partner lebt emotional auf einem anderen Planeten, du hast Bedürfnisse, die respektiert werden wollen. Wenn die Beziehung gut ist, hält sie das aus. Wenn ihr euch mit reden schwer tut, probierts doch mal schriftlich.
Und sei stolz auf dich! Sei stolz auf euere Beziehung!
Asexuell-sexuell klappt glaube ich nur ganz selten, also leb in dem Bewusstsein, dass ihr was ganz ganz besonderes seid Smile

LG und alles Gute für 2019 Smile
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Lotti




Alter: 44
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.09.2010
Beiträge: 51
Wohnort: Nähe MG
BeitragVerfasst am: So Jan 06, 2019 11:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ich versuche, mich mla zu erklären, denn ich war auch mal der schweigende Partner. Ob mir das so gelingt...? Mal schauen
Sex war für mich schon immer ein Thema, das mich nicht richtig interessierte. Ich tat es dann irgendwann, schliesslich gehört das zu einer Beziehung dazu, ist ganz toll, und der Appetit kommt mit dem Essen, bla bla. Sex war für mich immer eine Überwindung, enttäuschend, übergriffig, verwirrend. Was ist so toll daran? Aber ich fühlte mich meinem Partner gegenüber dazu verpflichtet, macht man ja schliesslich ihm zuliebe. Aber nach Möglichkeit bin ich Sex ausgewichen. Um die Haltung eines Asexuellen zu verstehen, ersetzte das Thema Sex im Alltag mal mit Spülen. Alle reden übers Spülen, es werden laufend anzügliche Bemerkungen übers Spülen gemacht, in jeder zweiten Werbung sieht man Spülartikel, und der Partner drängelt einen laufend, mehr oder weniger intensiv, gemeinsam zu spülen. Dabei findest du Spülen nur bestenfalls lästig, kannst die allgemeine Begeisterung einfach nicht nachvollziehen. Oder findest es sogar ekelig, in die warme Seifenlauge zu tauchen, in der ggf noch schlüpfrige Stückchen rumschwimmen. Was könnte dein Partner machen, damit du dich fürs Spülen mit ihm begeistern kannst? Vermutlich überhaupt gar nichts!
Zurück zum Innenleben eines Asexuellen. Bevor ich von Asexualität wusste, verstand ich mich selber nicht. Alle fanden es toll, nur ich nicht. Bin ich krank? Gestört? Dem Partner war es wichtig, also tat ich es ihm zum Gefallen, und fühlte mich danach jedes mal schlechter. Also wich ich ihm aus. Natürlich fragte er mich, immer wieder. Aber wie sollte ich ihm etwas erklören, was ich selber nicht verstand? Und wie sollte ich ihm sagen, dass ich von dem ganzen Thema eigentlich nur genervt bin und nichts mehr davon hören möchte? Ich wusste, wie wichtig es ihm war. Und wenn ich ihm meine echte Haltung dem Thema gegegnüber gesagt hätte, hatte ich Angst, er trennt sich. Ist ja auch so passiert, halt nur zeitverzögert...

Diese Forum zu finden, hat mir wahnsinnig weiter geholfen, mich selber zu verstehen und die Asexualität zu akzeptieren. Erst so konnte ich selber darüber reden.
Ja, darüber reden ist unglaublich wichtig. Aber es bringt dich kein Stück weiter, wenn er blockiert. Durch Bedrängen kommst du nicht weiter. Weder bringst du ihn zum reden, noch zu Zärtlichkeiten
Bring ihm doch mal dieses Forum nah. Und dann gib ihm sehr viel Zeit zu lesen und zum Verarbeiten.
Aber achtung: Spoiler: wenn er wirklich asexuell ist, wirst du nie die Sexualität mit ihm ausleben können, die du dir so wünscht. Sorry, harte Worte...
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Lema





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 02.12.2018
Beiträge: 5
BeitragVerfasst am: So Jan 06, 2019 12:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Atlantic,
vielen Dank für deine Antwort, ich habe mich sehr darüber gefreut. Es ist schön zu lesen, dass eure Beziehung trotz der ... doch recht großen Schwierigkeit bzw. Unterschiede seit 20 Jahren besteht! Herzlichen Glückwunsch dazu! Das ist wirklich ein Grund stolz auf den Zusammenhalt zu sein!

Du hast recht, dass man den anderen nicht nach seinen Wünschen ändern kann. Ich finde schon, dass man sich mit einer Beziehung jeweils auch verändert, das ist ja nichts negatives, man entwickelt sich gemeinsam.
Hast du während eurer langen Beziehung nicht den Vorschlag gemacht, dass ihr beispielsweise eine Paartherapiesitzung macht und/oder sie sich untersuchen lässt? Ich hoffe das klingt jetzt nicht zu radikal, ich möchte die Tatsache, dass es Asexualität gibt, keineswegs in Frage stellen. Aber dennoch kann das Desinteresse an Sexualität ja auch andere Gründe haben: hormonelle Probleme und co.
Also ab welchem Punkt hast du akzeptiert: meine Frau ist asexuell. Fällt der Begriff in euren Gesprächen bzw. bezeichnet sie sich selber als asexuell? Hast/ hattest du auch selbstzweifel, dass es an dir/eurer Beziehung liegen könnte?

Immer wieder komme ich derzeit mit diesen gängigen Klischees in Berührung nach dem Motto "Männer wollen grundsätzlich immer Sex. Wenn im Bett nichts, läuft etwas bei dem Kerl gewaltig schief". Solche Vorurteile möchte ich auf keinen Fall stützen und nicht in die selber Kerbe hauen. Deshalb tue ich mich auch so schwer mit dem ansprechen/drüber reden. Ich habe Angst, dass er das Gefühl bekommen könnte, dass ich auch so denke.

Dein Vorschlag, das schriftlich anzugehen finde ich sehr gut. Danke dafür Smile
Du scheinst mit niemandem aus deinem Freundeskreis darüber gesprochen zu haben?
Ich habe mit meinen zwei besten Freundinnnen gesprochen, die toll damit umgehen und mich gut beraten. Doch auch da schwingt das "da muss man doch was tun können" mit und ich merke, dass ich immer wieder in die Rolle verfalle, meine Beziehung zu rechtfertigen.Das obwohl sie sie nicht in Frage stellen, weil sie auch merken, wie gut wir uns gegenseitig tun. Wo wir an der Stelle mit dem Stolz wären Wink
Ich bin tatsächlich stolz auf unsere Beziehung, danke für die lieben Worte nochmal. Nun habe ich einige Fragen an dich gerichtet, bitte keinen Stress mit dem Antworten und sowieso nur, wenn sie nicht zu persönlich sind..

Viele Grüße und einen schönen Sonntag!
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Lema





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 02.12.2018
Beiträge: 5
BeitragVerfasst am: So Jan 06, 2019 12:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Lotti, erst als ich meine zweite Nachricht abgesendet hatte, sah ich nun deine.
Erstmal vielen lieben Dank für deine Nachricht! Sie hat mir sehr geholfen. Ich glaube, dass du mit deiner Gefühlswelt, seiner sehr nahe kommst.

Ich kann mir vorstellen, dass Aussagen wie "der Appetit kommt beim Essen" mächtig lästig sind!
Schließlich bekommt man beim Spülen auch keine Lust darauf, sondern hofft, dass der dreckige Geschirrhaufen bald verschwunden ist.
Danke für den treffenden Vergleich! Der hat mir wirklich geholfen. (Ich werde beim Spülen mit ihm sicherlich daran denken. Ich habe nämlich keine Spülmaschine Wink )
Ich denke oft ich müsse mich noch mehr anstrengen, mir Mühe geben, schönere Wäsche kaufen, noch mehr zum Sport gehen usw usw.
Die Wäsche und meine Bemühungen führten zu (in meinen Augen teils absurden) Ausweichstrategien.
Beim Sex selber spüre ich, dass er sich nicht wohl fühlt. Das ist ein blödes Gefühl für beide. Und trotzdem überkommt mich immer wieder dieses Gefühl, ach probiere es doch nochmal, leg dich ins Zeug. Das ist echt furchtbar, letztendlich haben wir beide davon nichts. Ich bin deprimiert, er auch. Es muss ein beschissenes Gefühl sein, sich vom Partner übergriffig behandelt zu fühlen...
Der Satz hat mich gerade auch nachdenklich gestimmt, da das natürlich das letzte ist, was man seinem Partner oder überhaupt einem Menschen antun will!
Das hast du mir gerade nochmal ganz klar vor Augen geführt.
Ich werde mich mal vortasten und ihm bei Gelegenheit den Tipp zu dieser Seite geben...

Tut mir leid, dass es bei dir schlussendlich zu einer Trennung kam... Ich wünsche dir alles Gute und danke nochmal für deine Nachricht!
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Paul65





Sexualität: Graubereich
Anmeldungsdatum: 26.09.2010
Beiträge: 516
Wohnort: FFM
BeitragVerfasst am: So Jan 06, 2019 22:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ich finde den Vergleich mit dem Spülen sehr passend, vielleicht noch als Ergänzung wie kompliziert das Ganze werden kann Sad
Stell dir vor du findest das warme Wasser vor dem Spülen noch ganz schön, der Duft des Spülmittels ist auch sehr angenehm, das Abtrocknen kann man auch noch erledigen, aber das eigentliche Geschirrreinigen ist dir zuwider. Wenn man nur die angenehmen Teile erledigt bleibt das Geschirr trotzdem dreckig. Die Anschaffung eines Geschirrspülers führt zwar zu sauberen Geschirr, aber die angenehmen Dingen werdend dadurch auch unnötig ...
_________________
Ich mag keinem Club angehören, der Leute wie mich als Mitglied aufnimmt - Groucho Marx
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atlantic





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 23.07.2018
Beiträge: 6
BeitragVerfasst am: Mo Jan 07, 2019 1:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hihi, Geschirrspülen mag sie auch gar nicht... kichern
Danke Lotti für den guten Vergleich, ich denke das trifft es recht gut.

Und danke Lema für die lieben Worte, es tut wirklich sehr gut, sich einmal auszutauschen. Ja, es stimmt, ich hab noch nie mit einem anderen Menschen darüber gesprochen. Liegt daran, dass wir eigentlich nur einen gemeinsamen Freundeskreis haben, alle meine Freunde sind auch ihre Freunde, ich will sie da nicht bloßstellen. Beziehungsweise ich will UNS nicht bloßstellen, da spielt sicher auch eigene Scham eine Rolle; die Fassade aufrecht erhalten. Das perfekte Pärchen, das seit der Schulzeit zusammen ist, die so gut harmonieren, wie Pech und Schwefel aneinander hängen wie am ersten Tag... Das sind wir ja auch, bis auf - tja - unser kleines Geheimnis...
Und dass dieses Geheimnis unausgesprochen bleibt, dass ist glaub ich mein Hauptproblem. Ich komm da einfach überhaupt nicht an sie ran. Ich würde so gerne in sie reinschauen können, ich glaube wirklich, in ihrer Welt existiert das Thema Sexualität einfach nicht. Solange das Thema nicht auf dem Tisch ist, ist alles gut. Aber wehe ich sag was... Sie will darüber nicht reden, sie kann es nicht. Mir tut es dann irgendwann leid und ich schalte zurück auf den Harmonie-Modus.
Du fragst mich, ab wann ich es akzeptiert hätte. Gute Frage. Ich glaube, ich werde es nie akzeptieren können. Ich kann nur versuchen, mich zu arrangieren. Das tu ich, seit vielen Jahren. Mal klappts ganz gut, mal hab ich Phasen da könntest du mit dem Kopf gegen die Wand rennen aus lauter Wut und Verzweiflung. Sex ist nicht alles, Sex kann auch, glaube ich, nicht die Basis sein für eine lebenslange Partnerschaft. Aber ganz ohne Sex ist es manchmal auch richtig richtig kacke Sad
Aber wie gesagt, aufgeben ist für Feiglinge, und ich denke ich jammer auf hohem Niveau, eigentlich geht's mir sehr gut.

Lema, ich konnte deine Fragen noch nicht annähernd beantworten, ich versuchs, kommt noch, versprochen. Aber jetzt muss ich ins Bett, morgen wieder arbeiten
Rolling Eyes
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auris





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 28.10.2016
Beiträge: 535
BeitragVerfasst am: Mo Jan 07, 2019 19:12    Titel: Antworten mit Zitat

Recht auf Fragen.. Das hast du. Ein recht auf Antworten jedoch nicht �

Die Frage ist, was willst du eigentlich erreichen? Bist du soweit zufrieden mit dem Status quo, kann das bis zum Ende des Lebens so bleiben, und du willst verstehen? Oder möchtest du etwas ändern. Oder herausfinden, ob das alles für ihn so passt? Wenn er asexuell ist, kann das jedesmal die Hölle für ihn sein.

Verstehen wirst du asexualität nie wirklich. Er Sexualität auch nicht. Du kommst immer irgendwo an Punkte, wo du das anders-sein des partners akzeptieren musst. Es ist eben so. Deswegen die Frage, falls die Situation so für dich passt, ist es den Aufwand überhaupt wert?
Die Möglichkeiten, etwas zu ändern, sind begrenzt. Und sie erfordern Kommunikation. Es geht auch nicht gegen seinen Willen. Und es kann sein, dass dabei herauskommt, dass ihr nicht kompatibel seid. Allerdings, wenn du jetzt schon leidest, wie soll das in 20 Jahren aussehen? Oder 40?
Herauszufinden, ob die aktuelle Situation für ihn okay ist, ist gut und wünschenswert. Kann aber am Ende für dich komplette Enthaltsamkeit bedeuten.

Ich denke nicht, dass er sich da an irgendwas "gewöhnen" wird. Das wird so bleiben, höchstens noch weiter abnehmen. Von allein wird da gar nix passieren.
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atlantic





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 23.07.2018
Beiträge: 6
BeitragVerfasst am: Di Jan 08, 2019 0:09    Titel: Antworten mit Zitat

auris hat folgendes geschrieben:
Recht auf Fragen.. Das hast du. Ein recht auf Antworten jedoch nicht �


Neugier ist die Triebfeder jeder menschlichen Entwicklung. Und je geheimnisvoller etwas ist, umso interessanter wird es, umso größer wird der Drang zu ergründen, zu verstehen.

Die Gedanken sind frei, der letzte Rückzugsort, die innerste Intimität. Das respektiere ich. Aber wenn ich Fragen habe, die direkt mich, mein Leben betreffen, denke ich schon, dass ich das Recht habe zu erfahren, was der Partner empfindet hinsichtlich unserer Beziehung.

Ich würde zum Beispiel gerne wissen, warum sie in der Anfangsphase unserer Beziehung "halt so mitgemacht" hat, und sich dabei nichts hat anmerken lassen. Ab wann hat sie gemerkt, Sex ist nichts für sie, oder wars von Anfang an nur, dass ich nicht gleich wieder abhaue? Was hat sie empfunden dabei? Ekel, Schmerz, Scham, Missbrauch?
Gleichgültigkeit - wie das schöne Gleichnis vom "Geschirrspülen" impliziert - kann ich mir nicht vorstellen. Das würde ja zumindest eine Kompromisslösung ermöglichen, welche sie aber auch rigoros ablehnt. Obwohl sie registriert dass ich leide, dass ich Bedürfnisse habe, die sie nicht erfüllen kann. Wobei ich auch nicht mal sagen könnte, ob ich mit einem "Mitleidsfick" letztlich glücklicher wäre, wahrscheinlich würde ich da nicht mal einen hoch bekommen...

Verstehen würde ich es halt gern, nur mal für fünf Minuten in ihren Kopf hineinschauen.
Aber es ist scheinbar echt wie von zwei unterschiedlichen Planeten, so kommts mir zumindest manchmal vor, zwei komplett verschiedene Spezies. Sexuell inkompatibel.

Erschreckend. Und doch auch faszinierend.
Was uns wieder zur Niegier bringt...
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auris





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 28.10.2016
Beiträge: 535
BeitragVerfasst am: Di Jan 08, 2019 8:08    Titel: Antworten mit Zitat

Nö, das Recht hast du nicht. Es ist nicht dein innerstes. Es ist ihres. Und mit wem sie teilt, was sie dachte und fühlte, muss sie entscheiden. Wer ein Geheimnis behalten möchte, tut es meistens auch.
Und nach 20 Jahren wage ich mal zu behaupten, sie will nicht darüber reden. Gefragt hast du ja vermutlich schon öfter. Und ich bezweifle mal, dass sie es je tun wird. Falls das Wort asexuell noch nicht gefallen ist, könnte es vielleicht helfen, dem Kind einen Namen zu geben. Manchmal kommt dann etwas Bewegung in die Sache. Manchmal aber auch nicht.

Ich war in anderem Kontext in der Situation, dass über ein wichtiges Thema, das auch mich betraf, nicht gesprochen wurde. Es war relativ schnell das Ende der Beziehung. Ich stelle mir Kommunikation mit dem Partner einfach anders vor. Was wirklich los war, weiß ich bis heute nicht. Neugierig bin ich schon, ja. Auch heute noch. Aber nicht neugierig genug, ewig in einer unglücklichen Beziehung zu bleiben (es war eine belastende Sache für mich) , nur auf die vage Chance hin, es irgendwann zu erfahren.
Das ist wieder ein recht, das ich habe. Ich kann entscheiden, wie ich damit umgehe, keine Antwort zu erhalten. Du hast offenbar entschieden, dass das für dich nicht so schlimm ist. Das ist legitim. Aber vielleicht wärst du glücklicher, wenn du ihren Willen in dem Punkt akzeptieren würdest.
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Lema





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 02.12.2018
Beiträge: 5
BeitragVerfasst am: Fr Jan 11, 2019 12:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
"Hat man ein Recht auf Antworten des Partners bzgl seiner Sexualität?" ist natürlich auch eine provokant formulierte Frage. Natürlich hat man kein Recht auf Antworten des Partners. Aber wenn ich davon ausgehe, dass beide Partner an einer glücklichen und vertrauensvollen Beziehung interessiert sind, ist es doch ratsam in den Austausch zu kommen. Und zwar ohne, dass der weniger oder nicht wollende Part sich als defizitär empfindet. Das ist aber meiner Erfahrung nach nicht ganz einfach.

Vielen Dank, Atlantis, nochmal für deine Offenheit. Du sprichst etwas an, was mich auch sehr beschäftigt. Dieses "einfach so mitmachen", was Seitens deiner Frau am Anfang der Beziehung stattgefunden hat. Wenn ich das richtig verstanden hat, hat deine Frau damit aufgehört. Ich muss auch ehrlich sagen, dass eine Kompromisslösung sich ganz komisch anfühlt, weil bei mir zB das Gefühl aufkommt, der Partner macht es ausschließlich für mich. Wenn ich mir dann noch die Sorge habe, dass der Sex unangenehme Gefühle bei ihm auslösen könnte, ist für mich (wie auch du es für dich vermutest) die Lust dahin... Insofern wäre ein sehr offenes Gespräch darüber, um nochmal an Punkt eins anzuknüpfen, meiner Meinung nach sehr wichtig, damit beide zufrieden sind. Auch der nicht wollende Part empfindet ja vermutlich oft einen Druck. So habe ich das Gefühl, denn er ahnt oder weiß ja, dass der Partner sich die Sexualität anders vorstellt.
Aber auch das setzt große Offenheit voraus, die man nicht erzwingen kann und möchte. Puh, ich drehe mich im Kreis...
Im übrigen finde ich es sehr edel und diskret von dir, dass du das Thema nicht breittrittst. Das ist, auch wenn es mit eigenem Schamgefühl zusammenhängt und ihr euch einen Freundeskreis teilt, sicherlich nicht selbstverständlich.

So viel erstmal von mir.

Ich wünsche allen einen schönen Start ins Wochenende!
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auris





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 28.10.2016
Beiträge: 535
BeitragVerfasst am: So Jan 13, 2019 14:17    Titel: Antworten mit Zitat

Lema hat folgendes geschrieben:
Hallo,
"Hat man ein Recht auf Antworten des Partners bzgl seiner Sexualität?" ist natürlich auch eine provokant formulierte Frage. Natürlich hat man kein Recht auf Antworten des Partners. Aber wenn ich davon ausgehe, dass beide Partner an einer glücklichen und vertrauensvollen Beziehung interessiert sind, ist es doch ratsam in den Austausch zu kommen. Und zwar ohne, dass der weniger oder nicht wollende Part sich als defizitär empfindet.


Naja nun hast du aber jetzt seit zwei Jahren einen Partner, der Sexualität nicht diesen Stellenwert gibt wie du, oder nicht darüber reden kann oder es einfach nicht will.

Und nun? Ich nehme schon an, dass er an einer glücklichen und vertrauensvollen Beziehung interessiert ist, aber anscheinend sieht das für ihn einfach anders aus.

Zitat:

Das ist aber meiner Erfahrung nach nicht ganz einfach.

Meiner Erfahrung nach kommt es auf den Menschen an. Manchen Menschen fällt das sehr leicht, andere können das gar nicht.
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atlantic





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 23.07.2018
Beiträge: 6
BeitragVerfasst am: Mo Jan 14, 2019 2:24    Titel: Antworten mit Zitat

Lema hat folgendes geschrieben:
Fällt der Begriff in euren Gesprächen bzw. bezeichnet sie sich selber als asexuell? Hast/ hattest du auch selbstzweifel, dass es an dir/eurer Beziehung liegen könnte?


Hallo Lema.
Wirklich in den Mund genommen hat den Begriff Asexualität bei uns noch keiner. Also wörtlich gesprochen. Siehe Problem: "darüber reden". Ich habe ihr nur vor etwa einem knappen Jahr ein paar Links geschickt, unter anderem auch zu diesem Forum. Sie meinte dann, das treffe schon ziemlich genau zu, sie war sichtlich verwirrt und meinte, sie müsse sich da erst mal einlesen... (war übrigens alles schriftlich, wir können darüber einfach nicht face-to-face reden � )
Für mich was das das Outing, das Kind hatte zumindest einen Namen. Hat mir einerseits sehr geholfen, weil es doch einiges erklärt, ich versuche zu begreifen, mich hineinzuversetzen, auch wenn ichs niemals schaffen werde.
Andererseits sehr schockierend, weil das doch eine gewisse Endgültigkeit beinhaltet, keine Aussicht auf Besserung, nur "mitgemacht" früher. Da bricht eine Welt zusammen. Ich hatte ein paar ganz dunkle Momente, wo ich wirklich nicht mehr wusste, wie es weitergehen soll. Ich werde bald 40, so ein Punkt in der Mitte des Lebens, wo man Resümee zieht, midlife crisis vielleicht... Ich will nicht für den Rest meines Lebens ungefickt bleiben. Ich will aber auch nicht das bisher erreichte aufs Spiel setzen. Ich hab eigentlich ein tolles Leben, ich hab eine wunderbare Familie, ich hab eine Partnerin an meiner Seite, mit der ich schon so viel erlebt habe, mit der ich durch dick und dünn gehen kann, bis auf das, dass ich nicht mit ihr schlafen darf...

Ich seh mich gegenwärtig ganz am Anfang in einem Prozess des Akzeptierens. Wird schwer, ganz verstehen werde ich es nie, aber ich bin ein prinzipiell positiv denkender Mensch. Zumindest weiß ich jetzt, dass die Ängste eines Mannes in einer "normalen" Beziehung für mich irrelevant sind. Es liegt nicht daran, dass ich ihr zu langweilig im Bett bin, es liegt nicht an einem anderen Kerl. Ist doch auch schon was...

In zwanzig Jahren ist viel Zeit für Selbstzweifel, für Eifersucht, für Wut, für Enttäuschung. Irgendwie hat unsere Beziehung das immer überstanden, im Nachhinein erklären kann ichs auch nicht. Ich weiß nur, dass ich mir damals, am ersten Abend, geschworen habe, das ist das Mädel, mit dem du den Rest deines Lebens verbringen wirst. Und dieses Gefühl hat sich über die Jahre nur immer weiter verstärkt. Ich glaube, das nennt man LIEBE
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DasTenna




Alter: 36
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.10.2016
Beiträge: 876
Wohnort: Saarland
BeitragVerfasst am: Mo Jan 14, 2019 16:01    Titel: Antworten mit Zitat

atlantic hat folgendes geschrieben:
Ich seh mich gegenwärtig ganz am Anfang in einem Prozess des Akzeptierens. Wird schwer, ganz verstehen werde ich es nie, aber ich bin ein prinzipiell positiv denkender Mensch. Zumindest weiß ich jetzt, dass die Ängste eines Mannes in einer "normalen" Beziehung für mich irrelevant sind. Es liegt nicht daran, dass ich ihr zu langweilig im Bett bin, es liegt nicht an einem anderen Kerl. Ist doch auch schon was...
Eben.
Betrachte es als etwas, woran eure Beziehung weiter wachsen kann, wodurch sie Formen annehmen kann, die andere Beziehungen vielleicht nicht annehmen.
Und sie liebt dich ja anscheinend auch, wenn sie es auch auf andere Weise zeigt.
Steht sie im Austausch mit anderen Asexuellen, wie du hier im Austausch stehst mit allosexuellen Partner*innen? Wenn nicht, könnte ihr das vielleicht dabei helfen, besser mit dir darüber reden zu können.

atlantic hat folgendes geschrieben:
In zwanzig Jahren ist viel Zeit für Selbstzweifel, für Eifersucht, für Wut, für Enttäuschung. Irgendwie hat unsere Beziehung das immer überstanden, im Nachhinein erklären kann ichs auch nicht. Ich weiß nur, dass ich mir damals, am ersten Abend, geschworen habe, das ist das Mädel, mit dem du den Rest deines Lebens verbringen wirst. Und dieses Gefühl hat sich über die Jahre nur immer weiter verstärkt. Ich glaube, das nennt man LIEBE
Den Eindruck habe ich auch. Very Happy
_________________
I am normal. It´s the rest of the world that´s weird. - Ich bin normal. Der Rest der Welt ist schräg drauf. (Impulse - Bartholomew Allen II)
~~~
https://dasnixblix.wordpress.com/
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atlantic





Sexualität: Sexuell
Anmeldungsdatum: 23.07.2018
Beiträge: 6
BeitragVerfasst am: Mo Jan 14, 2019 23:41    Titel: Antworten mit Zitat

DasTenna hat folgendes geschrieben:

Steht sie im Austausch mit anderen Asexuellen, wie du hier im Austausch stehst mit allosexuellen Partner*innen?


Glaube ich nicht, würde mich zumindest sehr überraschen. So wie ich sie kenne, tut sie sich sehr schwer, sich mit dem Thema überhaupt auseinanderzusetzen. Sie scheint auch kein Bedürfnis danach zu haben. Ich weiß nicht, ob sie einfach nur sehr gut verdrängen kann, oder ob Sexualität für sie wirklich kein Thema ist, einfach nicht existiert in ihrer Welt. Ich hab den Eindruck, dass aus ihr heraus kein Leidensdruck per se besteht. Solange ich das Thema nicht anspreche, scheint alles gut zu sein...
Rolling Eyes
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