Forum für Asexualität Foren-Übersicht
Forenregeln | Hauptseite
 
 Partnerbörse [extern]      CHAT     User MapGEO Map 

FAQFAQ   SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzergruppenBenutzergruppen  RegistrierenRegistrieren   ProfilProfil   LoginLogin 

Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen   

Unterschiedliche Definitionen von Asexualität
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3 ... , 49, 50, 51  Weiter
 
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Forum für Asexualität Foren-Übersicht -> Gedanken
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  

Wie definiert ihr Asexualität?
Als "Mangel" am Verlangen nach sexueller Interaktion
78%
 78%  [ 366 ]
Als "Mangel" am Verspüren von sexueller Anziehung
22%
 22%  [ 106 ]
Stimmen insgesamt : 472

Autor Nachricht
Apodemus




Alter: 36
Sexualität:
keine Angabe
Anmeldungsdatum: 14.08.2018
Beiträge: 66
BeitragVerfasst am: Fr Nov 09, 2018 10:37    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:
Ließ dir doch mal den Wiki-Artikel [...zu ABs durch]

Habe ich ja zuallererst gemacht, aber auf der Seite steht überhaupt nicht, was das alles soll -.-“

Ich sehe nicht, in wie fern die Eigenschaften und Probleme der beschriebene Gruppe etwas damit zu tun haben, ob die Gruppenmitglieder Beziehungen hatten.

Das sieht teilweise aus, als ob die große Probleme damit haben, mit potentiellen Partnern umzugehen. Aber wenn das der Fall wäre, dann hätten sie doch eher ganz viele gescheiterte Beziehungen statt überhaupt keine? Wie schaffen die es dann, Beziehungen mit ungeeigneten Partnern zu vermeiden und nicht in unglücklichen Beziehungen stecken zu bleiben? Es ist deutlich schwerer, zwei Leben wieder auseinander zu sortieren als – auf der anderen Seite - zwei Leben einfach ohne Plan in einem Pot zu werfen und gut umzurühren.

Sind viele ABs im Allgemeinen vielleicht zu Risiko-avers? Ist das das Haupt-Problem?


Maz hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Sexuelle Attraktion erzeugt automatisch irrationales Vertrauen.


Wenn das so wäre dann wären doch z.B. alle Autisten oder auch einfach introvertierte und vorsichtige Menschen automatisch asexuell (wenn man Asexualität denn über Attraktion definieren will).

Ich würde schätzen, wenn die jemanden sexuell attraktiv finden, kriegen die genauso den Vertrauens-Boost wie alle anderen Allos. Relativ zu den eigenen Präferenzen - und so kann das vielleicht schwer zu sehen sein. Unter Umständen könnte es sein, dass es für die verwirrender ist und sie im Schnitt mit größerer Wahrscheinlichkeit dabei merken, dass etwas nicht stimmt - oder sofort auf die Nase fallen und schneller lernen, das von echtem Vertrauen zu unterscheiden? Dann vielleicht – als Reaktion auf das eigene ungewohnte Verhalten - über-vorsichtig werden und hin und her schwanken zwischen „zu wenig“ und „zu viel“ Vertrauen in potentiell sexuellen Situationen? Ach, ich spekuliere schon wieder zu viel sinnlos durch die Gegend.

Maz hat folgendes geschrieben:
Genau wie Verliebtheit nicht zwingend zu Limerenz führt führt auch sexuelle Anziehung nicht zwingend dazu jemandem blindlings zu vertrauen.

Klar, so völlig 100% „blindlings“ habe ich auch nicht gemeint - Grautöne! Mit dem Wort „irrational“ habe ich die Begründung gemeint, nicht die Intensität. Was die Intensität angeht – schwer zu sagen. Schwankt sehr. Könnte ein „Boost“ so ungefähr in der Größenordnung von: „alte Bekannte“ sein bis hin zu „gute Freunde“ im Extremfall? Könnten die Allos bestimmt besser einschätzen / erklären. :/

Maz hat folgendes geschrieben:
Gerade bei ABs oder im Falle einer sexuellen Aversion (bis hin zur Antisexualität) scheint der Mechanismus oftmals sogar genau umgekehrt zu sein. Sobald sexuelle Attraktion auftritt wird automatisch auch Angst oder Abneigung empfunden.
Das kann auch beides gleichzeitig auftreten. Wieder mit ganz komplexen, unterschiedlichen, vielfältigen Mechanismen. Z.B. könnte theoretisch eine Diskrepanz zwischen „echtem Vertrauen“ und Verhaltensimpulsen basierend auf dem „sexuell geboostetem Vertrauen“ eine Dissonanz erzeugen, wenn jemand das irgendwie mitkriegt und so veranlagt ist oder erlernt hat... könnte zu einem starken Unheils-Gefühl / Grauen führen. Habe das Wort dafür vergessen - so wie beim „Uncanny Valley“ Effekt (Akzeptanzlücke?), nur plötzlich, mit Schreck-Effekt und potentiell mit plötzlicher Selbst-Aversion? (wieder nur wilde Spekulationen… kann mich da nur schwer hinein denken). Allgemeiner würde ich sagen: Es spricht nichts dagegen, dass Leute gleichzeitig Vertrauen, Angst, Erregung, Ornithophobie, Abneigung, Zuneigung und alles andere fühlen können und alles mit unterschiedlichen Intensitäten. Die müssen dann halt „würfeln“, wie sie das interpretieren und wie sie darauf reagieren und das könnte in der Praxis sehr ungeschickt / unangenehm aussehen. Deckt sich das nicht mit dem, was man so sieht?
Nach oben
          
Maz
ADMod Team



Alter: 41
Sexualität:
keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 12515
BeitragVerfasst am: Fr Nov 09, 2018 11:02    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Habe ich ja zuallererst gemacht, aber auf der Seite steht überhaupt nicht, was das alles soll -.-“


Du stellst die große ultimative Sinnfrage? Na dann: 42 Wink

Zitat:

Ich sehe nicht, in wie fern die Eigenschaften und Probleme der beschriebene Gruppe etwas damit zu tun haben, ob die Gruppenmitglieder Beziehungen hatten.


Wenn das ganze Denken nur noch um die Frage kreist "omg warum hab ich keine Beziehung?", dann wird die Beziehungslosigkeit eben selbst das Problem im Prinzip gemäß der (meist wohl unbewussten) Logik "wenn ich eine Beziehung hätte würde ich mir nicht mehr die Frage stellen: omg warum habe ich keine Beziehung?". Ansonsten siehe AB-Foren, ich denke wenn man da etwas ließt kann man deren "Logik" eher nachvollziehen (ja es ist teilweise sehr absurd).

Zitat:

Wie schaffen die es dann, Beziehungen mit ungeeigneten Partnern zu vermeiden und nicht in unglücklichen Beziehungen stecken zu bleiben?


Laut ihrer eigenen Sichtweise interessiert sich wohl kein Schwein für sie. Ganz im Gegensatz zu zumindest den meisten weiblichen Asexuellen, die sich (zumindest gefühlt wenn man das Forum so anschaut) vor ungewollten Angeboten und/oder eigentlich nicht gewünschten Erfahrungen kaum retten können/konnten.

Zitat:

Sind viele ABs im Allgemeinen vielleicht zu Risiko-avers? Ist das das Haupt-Problem?


Ich glaube das Hauptproblem sind sehr einseitige Vorstellungen von Beziehungen und insbesondere von der Beziehungsanbahnung. Aber das haben sie imho mit vielen Asexuellen gemeinsam, nur daß ihre "Traumvorstellung" quasi exakt die Gegenteilige ist wie bei den romantischen Asexuellen (Beziehung mit extremem Fokus auf das sexuelle Element vs. Beziehung möglichst ohne ein sexuelles Element).

Zitat:

Das kann auch beides gleichzeitig auftreten.


Klar aber eben auch nicht unabhängig voneinander weil die Empfindungen warum auch immer eben stark assoziiert sind (oder sogar auf den gleichen "neurobiologischen Mechanismen"aufbauen). Genau wie sexuelle Anziehung und positive Gefühle bei den "Normalsexuellen" ja auch nicht unabhängig voneinander auftreten.

Zitat:

Es spricht nichts dagegen, dass Leute gleichzeitig Vertrauen, Angst, Erregung, Ornithophobie, Abneigung, Zuneigung und alles andere fühlen können und alles mit unterschiedlichen Intensitäten.


Ab einem gewissen Niveau ist Erregung wohl sogar völlig unspezifisch bzw. es ist vor allem eine Frage der subjektiven Attribution. Da gibt es ja dieses Brücken-Experiment. Wenn ein Proband über eine schmale Hängebrücke geht wird aufgrund des erhöhten Erregungsniveaus die Frau am anderen Ende (oder sogar in der Mitte) als sexuell attraktiver wahrgenommen als bei einer breiten und sicheren Brücke. Selbst das strampeln auf so einem Hometrainer hat wohl diesen Effekt, was vielleicht erklärt warum Fitnesscenter als Kennenlernort besonders beliebt zu sein scheinen. Man strampelt sich die potentiellen Partner quasi hübscher als sie sind Wink


Zuletzt bearbeitet von Maz am Fr Nov 09, 2018 13:54, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
          
DasTenna




Alter: 35
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.10.2016
Beiträge: 815
Wohnort: Saarland
BeitragVerfasst am: Fr Nov 09, 2018 13:52    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:
Man strampelt sich die potentiellen Partner quasi hübscher als sie sind
Wieder so was, was ich nie verstehen werde: Warum werden Menschen, die als sexuell attraktiv wahrgenommen werden, als "hübsch"/"schön" bezeichnet, während jene, die als sexuell unattraktiv wahrgenommen werden, als "hässlich"/"unansehnlich" bezeichnet? Richtig seltsam wird es, wenn damit zwei Menschen beschrieben werden, die fast gleich aussehen. O_o
Klar kann ich auch bewerten, ob jemand nach ästhetischen Maßstäben "schön" wäre oder eher nicht, aber bei Allos klingen diese Beschreibungen immer so, als würden die da was anderes sehen als ich. Wenn ich ein Foto von, sagen wir mal, Brad Pitt, sehe, sehe ich einen Schauspieler, der bestimmten Schönheits- und Männlichkeitsidealen in Hollywood entspricht. Mehr nicht. Wenn ich ein Bild von Tommy Lee Jones sehe, sehe ich einen, der diesem Schönheitsideal nicht ganz so sehr entspricht. Mehr nicht.
Was mir ebenfalls unbegreiflich bleiben wird: Wie das Aussehen so ausschlaggebend für den Wunsch sein kann, jemanden kennenlernen zu wollen. Kommt mir als Außenstehende immer noch arg oberflächlich vor. Ist es wahrscheinlich nicht, aber es wirkt so.
_________________
I am normal. It´s the rest of the world that´s weird. - Ich bin normal. Der Rest der Welt ist schräg drauf. (Impulse - Bartholomew Allen II)
~~~
https://dasnixblix.wordpress.com/
Nach oben
          
Maz
ADMod Team



Alter: 41
Sexualität:
keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 12515
BeitragVerfasst am: Fr Nov 09, 2018 14:10    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Wieder so was, was ich nie verstehen werde: Warum werden Menschen, die als sexuell attraktiv wahrgenommen werden, als "hübsch"/"schön" bezeichnet, während jene, die als sexuell unattraktiv wahrgenommen werden, als "hässlich"/"unansehnlich" bezeichnet?


Ich dachte dabei gerade an den Spruch vom "schön trinken", der ja im Kontext mit Alkohol gerne genannt wird, und habe das dann einfach auf dieses Szenario übertragen. Ich denke aber bei den meisten Leuten sind diese Wahrnehmungsebenen eben gekoppelt, auch wenn sie wiederum nicht identisch sind.

Es ist ja auch nicht so, daß Menschen nur dann als hübsch empfunden werden sobald sie als sexuell attraktiv wahrgenommen werden sondern umgekehrt werden ja hübsche Menschen meist auch als sexuell attraktiv angesehen eben weil sie hübsch sind. Wobei natürlich die Frage bleibt woran sich "hübsch" zumindest im optischen Sinne genau festmachen lässt aber da gibt es relativ viel Forschung dazu. Vereinfacht gesagt hat es wohl viel damit zu tun welche Formen bestimmte Elemente des Gesichts haben und wie diese zueinander angeordnet sind und natürlich hängt es auch von Alter, der Orientierung, dem Hormonstatus und vielen anderen Faktoren ab.

Zitat:

Klar kann ich auch bewerten, ob jemand nach ästhetischen Maßstäben "schön" wäre oder eher nicht, aber bei Allos klingen diese Beschreibungen immer so, als würden die da was anderes sehen als ich.


Wird vermutlich daran liegen, daß das bei dir nicht mit emotionaler und/oder sexueller Erregung (oder auch nur solchen Assoziationen) verbunden ist. Bei den "Allos" schwingt diese Ebene in der Bewertung dann eben auch immer mit. Vermutlich gibt es zusätzlich auch noch eine soziale Komponente, die z.B. auf dem Wissen beruht, daß andere denjenigen als attraktiv wahrnehmen würden. Wenn die Erwartung besteht, daß Brad Pitt attraktiv ist könnte ich mir vorstellen, daß Brad Pitt nochmals als attraktiver wahrgenommen wird als wenn dieses Wissen nicht im Hintergrund existiert.


Zuletzt bearbeitet von Maz am Fr Nov 09, 2018 18:49, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
          
Windsurfhippie




Alter: 48
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 2751
Wohnort: Schönberger Strand / Brasilien
BeitragVerfasst am: Fr Nov 09, 2018 14:13    Titel: Antworten mit Zitat

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:
Da muss man aber auch ergänzen, dass ABs auch Meister darin sind, sich selber Steine in den Weg zu legen und alles zu verkomplizieren. Da wird dann teilweise ne ähnliche Wissenschaft draus gemacht, mit Menschen anzubandeln, wie die Pick-up-Idioten es machen - nur mit garantiertem Misserfolg, weil die "Wissenschaft" durch die selbstgelegten Steine im Weg sich sofort selber sabotiert.

Ich weiß nicht, ob das da die Hauptsache ist. Habe da früher mal mitgelesen, bevor ich nach AVEN kam, und da waren doch relativ viele Leute, die über ihre Jahrzehnte überdauernden Versuche und Erfahrungen eben vor der Tür und unterwegs unter Menschen berichteten, nur eben darüber, wie sie es zu keiner Beziehungsanbahnung geschafft hatten. Mir kam das teils aber auch vor, wie so ein Sammelkabinett der Freaks, Geeks, Nerds, Weirdos und Sonderlinge, die einfach unkonventionelle Vorstellungen vom Aufbau von Beziehungen, oder aber genau Drehbücher über den Ablauf von Beziehungen im Kopf hatten, oder aber Vorstellungen, die sehr ins Off gingen. Erinnere mich an einen, der um die 60 war, und von First Love in einer hochphilosophisch-reinheitlichen Weise träumte, wie man sie vielleicht in einem Prana-Lichtkloster erwarten könnte, falls es das gibt. Laughing

Mit diesem Rodger-Typen war jedenfalls wohl schon lange vorher einiges am Argen :
Zitat:
At age 15, he was prescribed Xanax and Prozac. A year later, he stopped taking the medications regularly. He also took Paxil as needed, for instance if he was going to a party. In a journal entry, Rodger wrote that the pills made him feel too drowsy and tired so he would “have to rely entirely on my mind and positive thinking” to overcome his shyness.

Rodger struggled with anger, jealousy, and basic social skills, and he sought help from three counselors in Santa Barbara; he attended 29 sessions between May 2013 and May 2014. He also met with his Los Angeles-based life coach Gavin Linderman, who was the one to warn Rodger’s mother about the manifesto and email sent out the night of the mass murders.

The report states it was recommended that Rodger enter a residential treatment facility with daily therapy because he had great difficulty integrating with his peers and he showed anger toward couples. In the months before the shooting, Rodger was taking Xanax; he said he could cope with anxiety after taking it.

https://www.independent.com/news/2015/feb/20/elliot-rodger-report-details-long-struggle-mental-/

Da war also einiges im Geiste faul mit dem Typ, und die Medikamente, die er so bekam, lassen tief blicken, und werden da auch nicht alles dauerhaft unterdrückt haben.

Xanax/Alprazolam ist, glaube ich, auch ein Medikament, das in auffälligem Zusammenhang mit Todesfällen oft junger Leute steht, die das als Droge im Drogencocktail-Stil oder in Überdosierung mit benutzt haben. Einer davon der Rapper "Little Peep". Habe da schon mal was nachgelesen, weil mir das an einem anderen Todesfall aufgefallen war. Offenbar ist das nicht mehr nur in den USA ein Problem.

Der Supermarkt oder wiederum die Waffen haben das nicht angerichtet. Man müsste ja eigentlich das Auto als Verkehrsmittel auch abschaffen, und Läden, die Autos verkaufen, speziell absichern, denn es fahren zig Tausende jedes Jahr besoffen Leute tot.

Apodemus hat folgendes geschrieben:
Also sind ABs die „deutschen Incels“ oder sind das alle Leute, die keine Beziehungen eingehen?

Leute, die sich Beziehungen wünschen, aber von Natur aus oder mit eigenen Mühen bisher keine zustande bekommen (haben), das als Leid oder Mangel erleben, und 'Incel' kann da noch oben drauf kommen, oder entsteht mithin zwangsläufig. Wobei ja die Frage wäre, ob sie wirklich auch enthaltsam leben, solange sich keine Beziehung ergibt.

Bei 'Incel' dürften wohl auch die sexuellen A-RomantikerInnen drin stecken, und alle, die Beziehungen nicht interessieren, die wohl aber sexuelle Kontakte/Kurzzeit-Kontakte wünschen. Der Übergang kann ja fließend sein, aber AB ist mehr auf sich Beziehungen Wünschende ausgerichtet.
_________________
Normalität im Bezug auf den Menschen wird durch die Erkenntnis über das Individuum ad absurdum geführt.


Zuletzt bearbeitet von Windsurfhippie am Fr Nov 09, 2018 14:24, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
          
Maz
ADMod Team



Alter: 41
Sexualität:
keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 12515
BeitragVerfasst am: Fr Nov 09, 2018 14:20    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Da war also einiges im Geiste faul mit dem Typ, und die Medikamente, die er so bekam, lassen tief blicken, und werden da auch nicht alles dauerhaft unterdrückt haben.


Naja wie viele Typen haben solche Probleme und erschießen niemanden? Prozac ist in den USA wiederum eine Art Modedroge. Wobei laut Studien wohl gerade auch die SSRI Gabe langfristig das Gewaltpotential erhöhen kann und Prozac aufgrund der langen Halbwertszeit da auch besonders problematisch ist.

Zitat:

Der Supermarkt oder wiederum die Waffen haben das nicht angerichtet.


Naja die meisten Waffen sind aber ausschließlich zum töten da. Das ist schon ein zentraler Unterschied zu z.B. Autos und die 20000+ Schusswaffentoten jedes Jahr in den USA sprechen ganz klar dafür, daß die Zugänglichkeit etwas ausmacht. Sonst könnte man ja auch sagen der Zugang zu Atombomben ist kein Problem weil man Leute schließlich auch mit einem Schraubenzieher umbringen kann.

(Wobei es ja noch diesen einen Typen gibt, der aus einem Schraubenzieher einem Stück Draht und etwas Kaugummipapier eine Atombombe basteln kann) Wink


Zuletzt bearbeitet von Maz am Fr Nov 09, 2018 14:34, insgesamt 4-mal bearbeitet
Nach oben
          
Apodemus




Alter: 36
Sexualität:
keine Angabe
Anmeldungsdatum: 14.08.2018
Beiträge: 66
BeitragVerfasst am: Fr Nov 09, 2018 14:30    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:

(Wobei es ja noch diesen einen Typen gibt, der aus einem Schraubenzieher einem Stück Draht und etwas Kaugummipapier eine Atombombe basteln kann) Wink

Das dauert doch viel zu lange ohne einen anständigen Akkuschrauber. Nach 50-100 Brandmeldern fallen einem die Hände ab.


Zuletzt bearbeitet von Apodemus am Fr Nov 09, 2018 14:32, insgesamt einmal bearbeitet
Nach oben
          
Windsurfhippie




Alter: 48
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 2751
Wohnort: Schönberger Strand / Brasilien
BeitragVerfasst am: Fr Nov 09, 2018 14:32    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:
Zitat:

Der Supermarkt oder wiederum die Waffen haben das nicht angerichtet.


Naja die meisten Waffen sind eben ausschließlich zum töten da. Das ist schon ein zentraler Unterschied zu z.B. Autos und die 20000+ Schusswaffentoten jedes Jahr in den USA sprechen ganz klar dafür, daß die Zugänglichkeit etwas ausmacht. Sonst könnte man ja auch sagen der Zugang zu Atombomben ist kein Problem weil man Leute schließlich auch mit einem Schraubenzieher umbringen kann.

(Wobei es ja noch diesen einen Typen gibt der aus einem Schraubenzieher einem Stück Draht und etwas Kaugummipapier eine Atombombe basteln kann) Wink


Du meinst MacGyver? Smile

Nun ja, schau mal, in wie vielen Ländern der Erde Waffen so frei zugänglich und einfach zu erhalten sind, und zähle dann die, aus denen wir solche Nachrichten von Amokläufen erhalten. Von Canada wüsste ich über 3-5 über einige Jahrzehnte hinweg. Wie viele es in dem Riesenland Russland gab, keine Ahnung. Gut, im Großteil Afrika dürfte jeden Tag irgendwo ein Massaker stattfinden, im vorderen Orient vermutlich auch. Diese beiden Gebiete dürften die USA aber in den Schatten stellen.
Jetzt rechne mal alle gegen, die jedes Jahr von Autofahrern totgefahren werden, oder durch Folgen des Sekundär-Rauchens sterben. Da müsste man viel schon verboten oder unter strengste Abgabegesetze gestellt haben. Übrigens auch Medikamente.

Aber OT.

Falls es jetzt noch Jemand gibt, der mit einem Schraubenzieher, einem Stück Draht und von mir aus 2 Kaugimmi-Papieren eine Beziehung erreichen, und dann noch eine grundlegende Definition für Asexualität finden kann, ohne vorher eine Frau auf einen Baum schieben zu müssen, sind wir ja vielleicht wieder in Richtung Thema unterwegs. Smile
_________________
Normalität im Bezug auf den Menschen wird durch die Erkenntnis über das Individuum ad absurdum geführt.
Nach oben
          
Maz
ADMod Team



Alter: 41
Sexualität:
keine Angabe
Anmeldungsdatum: 12.02.2005
Beiträge: 12515
BeitragVerfasst am: Fr Nov 09, 2018 14:37    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:

Nun ja, schau mal, in wie vielen Ländern der Erde Waffen so frei zugänglich und einfach zu erhalten sind, und zähle dann die, aus denen wir solche Nachrichten von Amokläufen erhalten.


Genau das "erhalten" dürfte der Punkt sein. Wenn in den USA was passiert läuft das jedes mal bei uns im TV. Wobei es aber wohl auch Länder gibt in denen sich die Amokläufe einfach nicht mehr von den bewaffneten Raubüberfällen unterscheiden lassen.
Nach oben
          
Windsurfhippie




Alter: 48
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 2751
Wohnort: Schönberger Strand / Brasilien
BeitragVerfasst am: Fr Nov 09, 2018 15:46    Titel: Antworten mit Zitat

Apodemus hat folgendes geschrieben:

Also ist das eine spezielle Subkultur oder sind das alle Leute, auf die das zutrifft?


Ich denke nicht, dass es eine bewusste Subkultur oder gar sowas wie ein Kult ist - man könnte ehestens bei den Foren von einer Art Selbsthilfe-Bemühung sprechen, aber das ist das AVEN-Forum so gesehen dann auch, oder die Stammtische könnten es etwa sein. An sich sind das eben Leute, die unfreiwillig Single geblieben sind, warum auch immer, aus unterschiedlichsten Gründen, das aber nicht dabei belassen möchten. Das Gegenteil sind vielleicht die überzeugten Singles, die damit überhaupt kein Problem haben, und auch keinen Leidensdruck wegen Einsamkeit oder etwa zusätzlichem 'Incel'-Dasein erleben.

Apodemus hat folgendes geschrieben:
In wie fern sind die von euch beschriebenen „unerwünschten Verhaltensweisen“ generalisierbar auf ABs? Ich habe solche Sachen hauptsächlich bei geschiedenen Menschen beobachtet (und gehört, dass Incels sich oft so verhalten).


Ich könnte mir vorstellen, dass AB's nerven können, oder awkwardly obnoxious bzw. aufdringlich erscheinen, wie Alkoholiker auf Entzug oder so Pillensüchtige, die am Bahnhof herum zittern und Leute anschnorren. Das ist jetzt aber wohl bloß so eine Vorstellung vom unangenehmen Extrem. Eigentlich denke ich das mehr über die 'Incels' ohne Beziehungsinteressen. Dass die vielleicht Probleme mit dem Takt-Impuls haben, oder mit der Beherrschung. Aber ich weiß es nicht.
Generalisierbar ist bei Menschen generell wohl bloß, dass sie meistens Köpfe haben. Manche auch zwei. Etwa die Hensel-Zwillinge:
https://youtu.be/K57IcN9DWXo


Apodemus hat folgendes geschrieben:
Maz hat folgendes geschrieben:
Gerade wenn man diesen Aspekt mit einbezieht sind denke ich viele Asexuelle auch den ABs sehr nahe, nur eben per Definition eigentlich ohne den Leidensdruck der Abs.

Da verwischen wir wieder romantische und sexuelle Orientierung sowie sonstige soziale Bedürfnisse, oder? Asexuelle können durchaus „Leidensdruck“ durch Einsamkeit oder ähnliches haben – und sich aus allen möglichen sonstigen Gründen nach Lebensgefährten sehnen.


Klar, da resultiert der Leidensdruck nicht daher, dass sie asexuell sind, sondern daher, dass sie gern eine Beziehung hätten, und es schwerer haben, eine zu finden - in der Ähnlichkeit zu den AB's.

Apodemus hat folgendes geschrieben:
Muss man irgendetwas bestimmtes machen, um „AB“ zu sein, oder reicht es wenn man sich einfach irgendwo hin setzt und wartet, bis man alt genug ist?
Wahrscheinlich reicht es aus, nicht die Merkmale, Eigenschaften oder Qualitäten anbieten zu können, die andere auf der Suche nach PartnerInnen anbieten können. Soweit ich da früher mal mitgelesen hätte, ( ich habe erst lange danach geschnallt, dass das ein AB-Forum war) sind es aber schon gewisse Eigenarten oder Akzente oder wie man das nennen soll, die AB's häufiger gemeinsam zu haben scheinen. Unkonventionelle Vorstellungen davon, wie Beziehungen gegründet oder angebahnt werden, aufrecht erhalten, geführt werden. Eigentümliche Erwartungen oder "Regeln" für genau ihre Beziehungsideale, oder eine Art Drehbuch im Kopf, mehr oder weniger präzise, distinktive Vorstellungen der/des Partner/in.

Apodemus hat folgendes geschrieben:
Ja, generell sind „Einhörner“ Wesen (/Dinge) die „gut“ oder „passend“ (für ein Szenario) sind, aber die entweder nicht existieren oder so selten sind, dass es so aussieht als ob sie nicht existieren. Statistisch unwahrscheinlich. Sie wie z.B. im finanziellen Sektor Startups mit einem geschätzten Wert über $1B. Oder in der Technik eine vorgefertigte Komponente, deren Spezifikationen sehr vielen Rahmenbedingungen entsprechen müssen. Oder bei der Partnersuche, eine Person die nicht nur eine seltene Orientierung hat sondern die dann auch noch bestimmte (potentiell seltene) Interessen / Qualitäten haben soll.
Danke für die Erklärung. Habe das mal mit "blaue Rubine" umschrieben, bzw. melanistische Albino-Schafe.
Das passt wohl gut zu den PartnerInnen-Vorstellungen der AB-Menschen, die möchten meistens "Einhörner" kennen lernen.
Bei Asexuellen mit Partner-Interesse ist es dann der naturgegebene Umstand, dass die Wahrscheinlichkeit, Jemanden Geeignetes zu finden, im "Einhorn"-Bereich liegt. Tja. Ähnlich, als würde eine intersexuelle Albino-Inuit-Transfrau einen intersexuellen Albino-Inuit-Transmann zu finden hoffen, der zufällig auch in Illulissat wohnt und beim Public-Works-Department arbeitet.


Apodemus hat folgendes geschrieben:

Ich meinte: Zu „stur“ um sich zu irgendeinem Blödsinn überreden zu lassen, nur weil sie einsam sind oder so.
Ist meiner Ansicht nach ja wieder von der Persönlichkeit bzw. Werten und Erfahrungshintergrund abhängig, braucht man's, braucht sie's nicht?

Apodemus hat folgendes geschrieben:
Viele Asexuelle scheinen ja erst einmal in eine oder mehrere Beziehungen zu geraten, wo sie Sex haben, weil der Partner das will / braucht? Oft bevor sie selbst wissen, dass sie asexuell sind – weil man dann nicht einmal potentielle Partner „aufklären“ kann sondern es so aussieht, als ob man sich zwischen „Sex“ und „für immer allein bleiben“ entscheiden müsste. Es ist nicht immer offensichtlich, dass es vielleicht irgendwo weitere Optionen geben könnte. Und selbst wenn; die weiteren Optionen sind - wenn man Pech hat - dann auch wieder „Einhörner“.


Ja, das liest man bei den Jüngeren ganz oft - siehe Vorstellungstexte mit Erfahrungs-Anriss ... ob da oft die Angst davor eine Rolle spielt, verlassen zu werden, wenn man das nicht mitmacht, was in der Gesellschaft doch fast jedeR für gängig und üblich hält? Eben, wie Du auch schreibst - dass die vor die Wahl gestellt werden, oder sich davor gestellt empfinden - entweder man spielt mit, oder die Beziehung geht kaputt deswegen. Und es ist ja auch in gewöhnlichen Beziehungen zwischen Allosexuellen wohl einer der Top Gründe, warum Beziehungen auseinander gehen - weil irgendwas in puncto Sex nicht so läuft, wie vorgestellt.
Die "Aufklärung" potentzieller PartnerInnen wird dann vielleicht auch noch gescheut, weil man weiß, die/der PartnerIn ist sexuell, das wird im meistwahrscheinlichen Fall eh nicht akzeptiert werden. Obwohl sie auch Enttäuschungen vorbeugen könnte. Oder es wird halt geglaubt, man gewöhnt sich schon irgendwie dran, das sexuelle Erwachen käme dann schon irgendwann, man müsse halt erst "eingefahren" werden oder alles sowas, lange genug üben - und viele reden denen, die Zweifel dran haben, sowas ja auch noch ein.
Weitere Optionen sich vorzustellen, das verlangt eben auch ein gewisses Empathievermögen oder einen Horizont/Intellekt oder Spürsinn dafür - wenn der nicht aufkommt, nicht anspringt, nützen die besten Wünsche nix. Ja, klar, und der "Einhorn"-Faktor steigt ja mit der Spezialität und den Akzenten der Option.

Apodemus hat folgendes geschrieben:
Sexuelle Attraktion erzeugt automatisch irrationales Vertrauen. So wie Verliebtheit. Das ist alles irgendwie im Paarungsverhalten-Grundpaket mit drin um sicher zu stellen, dass es auch klappt. Gesundes Misstrauen muss bei Bedarf dann erst wieder erlernt werden.

Vielleicht hilft es, wenn wir uns das so vorstellen: Menschen wollen grundsätzlich NIE Sex mit Fremden. Menschen wollen Sex mit den „allerbesten neuen Freunden, die sie seit 10 Sekunden kennen“ (und sie haben ja auch SO VIEL GEMEINSAAAM!!!! Schau mal, das sind ganz genau die selben Stiefel, nur in einer anderen Farbe und von einer anderen Marke und ohne Absätze aber dafür als Sandalen! WAS FÜR EIN ZUFALL / das muss eine Seelenverwandtschaft sein :3) .


Laughing Das passt schon irgendwie hin. Wobei die Homos, soweit sich das eruieren ließ, noch nicht mal den Namen der Kontakte kennen, weil sie meistens nicht viel länger als 20 Minuten (= eine Nacht) dauern. Über mehrere TAGE hinweg denselben Typen zu kennen, das wurde bereits als tiefgängige Beziehung gesehen, und wenn welche 3 MONATE zusammen waren, sprach man von langjähriger Turtelei, wie so ein altes Ehepaar. Allerdings konnte ich die Angabe nicht glauben, dass Homos in ihrem Leben durchschnittlich etwa 2000 plus Sexualpartner ... verbrauchen. Ich schätze, ein AB würde in Ohnmacht fallen, wenn er das hörte.

Bei manchen der Disco-Leute, die mit dem Ische-klarmachen-Drall, hatte ich aber durchaus einen ähnlichen Eindruck. Guckma... Er hat dieselbe CD von Scooter gekauft, sogar im selben Laden, wie sie, und sein Meerschweinchen hat im selben Monat Geburtstag, wie ihre kleine Schwester! Ihre Lieblingsfarbe ist grün, sein Auto ist schwarz, also ist ihre Lieblingsfarbe schwarz, na klar doch! War nie anders. Laughing Sie sind für einander bestimmt! Juchheirassa!
_________________
Normalität im Bezug auf den Menschen wird durch die Erkenntnis über das Individuum ad absurdum geführt.
Nach oben
          
DasTenna




Alter: 35
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 24.10.2016
Beiträge: 815
Wohnort: Saarland
BeitragVerfasst am: Sa Nov 10, 2018 7:33    Titel: Antworten mit Zitat

Maz hat folgendes geschrieben:
Ich dachte dabei gerade an den Spruch vom "schön trinken", der ja im Kontext mit Alkohol gerne genannt wird, und habe das dann einfach auf dieses Szenario übertragen.
Den kenn ich auch. Und welche, die noch weit oberflächlicher wirken Rolling Eyes
Gesichts- und Körperproportionen wären aber objektiv mess- und vergleichbar. Danach kann sogar ich Menschen in "näher am Schönheitsideal" und "weniger dem Ideal entsprechend" unterteilen.
Die Faktoren, nach denen Attraktivität wohl instinktiv bewertet wird, habe ich auch mal nachgelesen. Aber wie will jemand gerade solche Faktoren wie Hormonstatus oder Gesundheit auf den ersten Blick erkennen - wenn wir jetzt mal nicht von extrem offensichtlichen Beispielen ausgehen (Menschen, die aufgrund einer Erkrankung Wassereinlagerungen haben und aufgeschwemmt wirken, oder schwerst Alkoholkranke)? Unreine Haut lässt sich ja zum Beispiel überschminken.

Maz hat folgendes geschrieben:
Wird vermutlich daran liegen, daß das bei dir nicht mit emotionaler und/oder sexueller Erregung (oder auch nur solchen Assoziationen) verbunden ist.
Bestimmte Gefühlsregungen, die sich im Gesicht abzeichnen, kann ich als "schön"/"sympathisch" oder "hässlich"/"abstoßend"/"angsteinflößend" empfinden, allerdings ist das nicht abhängig von der Person und deren Aussehen, sondern nur von der Mimik und der entsprechenden Gefühlsregung. Ebenso kann ein bestimmtes Verhalten gegenüber anderen auf mich "schön" oder "abstoßend" wirken. Aber auch das ist wiederum unabhängig von Person und Aussehen.

Maz hat folgendes geschrieben:
Vermutlich gibt es zusätzlich auch noch eine soziale Komponente, die z.B. auf dem Wissen beruht, daß andere denjenigen als attraktiv wahrnehmen würden. Wenn die Erwartung besteht, daß Brad Pitt attraktiv ist könnte ich mir vorstellen, daß Brad Pitt nochmals als attraktiver wahrgenommen wird als wenn dieses Wissen nicht im Hintergrund existiert.
Also quasi doch ein "Hype"? Vergleichbar damit, dass alle in der Klasse auf Kit Harington stehen, ich aber auf Neil Fingleton oder Rory McCann? Hat mich in der Schulzeit schon gewundert, dass die Mädels irgendwie alle auf dieselben Leute zu stehen schienen und kaum eine mal getraut hat, einen anderen Namen zu nennen. Wer´s doch tat, oder wie ich entweder keinen Namen nannte oder es "wagte", die schauspielerischen/musikalischen Kompetenten der "Angesagten" in Frage zu stellen, wurde milde belächelt und war schnell außen vor, weil als "uncool" geoutet. Dann folgen die gar nicht ihren eigenen Vorstellungen von "attraktiv", sondern nur irgendwelchen sozialen Regeln, die für mich keinen Sinn ergeben? Woher wissen die, nach wem sie sich in ihrer Meinung richten müssen? Hat das wieder was mit Hierarchie zu tun? Das hab ich nie kapiert.
Vielleicht hatte ich als Jugendliche doch recht und niemand hat wirklich sexuelles Interesse an anderen, sondern die spielen alle nur irgendein Rollenspiel, dessen Regeln sich mir nicht logisch erschließen, um sich gegenseitig das Leben schwer zu machen.
_________________
I am normal. It´s the rest of the world that´s weird. - Ich bin normal. Der Rest der Welt ist schräg drauf. (Impulse - Bartholomew Allen II)
~~~
https://dasnixblix.wordpress.com/
Nach oben
          
auris





Sexualität:
keine Angabe
Anmeldungsdatum: 28.10.2016
Beiträge: 496
BeitragVerfasst am: Sa Nov 10, 2018 8:32    Titel: Antworten mit Zitat

DasTenna hat folgendes geschrieben:
Maz hat folgendes geschrieben:
Ich dachte dabei gerade an den Spruch vom "schön trinken", der ja im Kontext mit Alkohol gerne genannt wird, und habe das dann einfach auf dieses Szenario übertragen.
Den kenn ich auch. Und welche, die noch weit oberflächlicher wirken Rolling Eyes

Das scheint wohl wirklich zu funktionieren. Wir stufen Menschen als attraktiver ein, wenn wir alkoholisiert sind. Sagen Untersuchungen. Wirklich Erfahrung mit Alkohol aus erster Hand habe ich nicht.
Zitat:

Gesichts- und Körperproportionen wären aber objektiv mess- und vergleichbar. Danach kann sogar ich Menschen in "näher am Schönheitsideal" und "weniger dem Ideal entsprechend" unterteilen.

Attraktivität im sexuellen Sinne funktioniert anders. Es ist mehr Sympathie ähnlich. Menschen entscheiden innerhalb weniger Augenblicke, ob ihr gegenüber sympathisch (oder eben attraktiv) ist oder nicht. Und die Kriterien dazu sind oft von Mensch zu Mensch verschieden, und häufig auf unbewusster Ebene. Und aussehen kann zwar ne Rolle spielen, es basiert aber selten ausschließlich darauf.
Zitat:

Die Faktoren, nach denen Attraktivität wohl instinktiv bewertet wird, habe ich auch mal nachgelesen. Aber wie will jemand gerade solche Faktoren wie Hormonstatus oder Gesundheit auf den ersten Blick erkennen - wenn wir jetzt mal nicht von extrem offensichtlichen Beispielen ausgehen (Menschen, die aufgrund einer Erkrankung Wassereinlagerungen haben und aufgeschwemmt wirken, oder schwerst Alkoholkranke)? Unreine Haut lässt sich ja zum Beispiel überschminken.

Das funktioniert wohl unter anderem über Geruch. Wir können das riechen. Das geschieht unbewusst. Der beim küssen ausgetauschte Speichel dient wohl auch dem Informationsaustausch.
Nach oben
          
Arpad4




Alter: 39
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 1560
Wohnort: Kaiserslautern
BeitragVerfasst am: Sa Nov 10, 2018 9:23    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Attraktivität im sexuellen Sinne funktioniert anders. Es ist mehr Sympathie ähnlich. Menschen entscheiden innerhalb weniger Augenblicke, ob ihr gegenüber sympathisch (oder eben attraktiv) ist oder nicht. Und die Kriterien dazu sind oft von Mensch zu Mensch verschieden, und häufig auf unbewusster Ebene. Und aussehen kann zwar ne Rolle spielen, es basiert aber selten ausschließlich darauf.


Wenn mir eine anderer Mann die Frage stellen würde--"findest du diese Frau oder die andere Frau schön/attraktiv?"-- könnte ich keine direkte Antwort geben. Die Beurteilung der Schönheit eines "ganzen" Menschen, kann bei mir Stunden oder Tage dauern. Der Mensch der gestern schön und sympatisch war, kann morgen die größte und hässlichste Nervensäge sein. Solange ich kein Gesamt-Bild von einer Person im Kopf habe (genug Informationen), kann ich dem kaum als schön oder weniger schön einstufen. Bei Allosexuelle geht dieser Prozess sehr schnell. In ein paar Sekunden, oder 2 Stunden wissen sie ob der eine schön oder für sie nicht schön ist. Zusätzlich spielt das Aussehen, und bestimmte körperliche Ideale bei Allosexuelle eine zusätzliche Rolle bei der Beurteilung eines anderen Menschen.
_________________
Ich glaube an Gott und ich kenne "IHN". Hast du damit ein Problem? Hälst Du mich für ein psychisch kranker Spinner? Also zeigst Du mir was für ein intolleranter, undemokratischers Terrorist (deiner vergänglichen Idiolologie) du bist.
Nach oben
          
Sandkastenzorro




Alter: 37
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 03.04.2011
Beiträge: 3083
Wohnort: Politzania
BeitragVerfasst am: Sa Nov 10, 2018 9:55    Titel: Antworten mit Zitat

Tenna hat folgendes geschrieben:
Hat mich in der Schulzeit schon gewundert, dass die Mädels irgendwie alle auf dieselben Leute zu stehen schienen und kaum eine mal getraut hat, einen anderen Namen zu nennen. Wer´s doch tat, oder wie ich entweder keinen Namen nannte oder es "wagte", die schauspielerischen/musikalischen Kompetenten der "Angesagten" in Frage zu stellen, wurde milde belächelt und war schnell außen vor, weil als "uncool" geoutet.


Hmmm, ich erinnere mich gerade an meine Schulzeit und die Weiber dort. Ich glaube auch, dass es ein Zusammenspiel aus Popularität und derzeitigem Trend ist. So ziemlich alle Weiber aus meiner Klasse standen auf East 17 und Take That. Mischung aus angesagter Chartsmusik, Markenklamotten und Bilderbuchaussehen. Und dann kam plötzlich diese Zeit, in der die Kelly Family ihren Hit hatte und herrgott, da war aber was los. Plötzlich standen einige auf diesen 10jährigen Kellyjungen und Fraktion Take That hat das zum Anlass genommen, die Kellyfans mit sofortiger Wirkung zu entwerten.

Rückblickend gesehen, war bei der Kelly Family wohl nur der Punkt mit der Popularität gegeben. Wohl aber zu Unrecht, wenn es nach Fraktion Take That ginge. Immerhin war weder ihre Musikrichtung, noch ihre Klamotten, noch ihr ganzer Look vereinbar mit "dem Trend", OBWOHL die ja in den Charts waren. Da hat Angelo Kellys -nach gängigen Schönheitsidealen- doch recht hübsches Gesicht den Karren auch nicht mehr aus dem Dreck gezogen.

Hmm...
_________________
Wer in die Toilette taucht, der auch alte Socken raucht!
Nach oben
          
Windsurfhippie




Alter: 48
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 2751
Wohnort: Schönberger Strand / Brasilien
BeitragVerfasst am: Sa Nov 10, 2018 10:18    Titel: Antworten mit Zitat

DasTenna hat folgendes geschrieben:
Maz hat folgendes geschrieben:
Ich dachte dabei gerade an den Spruch vom "schön trinken", der ja im Kontext mit Alkohol gerne genannt wird, und habe das dann einfach auf dieses Szenario übertragen.
Den kenn ich auch. Und welche, die noch weit oberflächlicher wirken Rolling Eyes
Gesichts- und Körperproportionen wären aber objektiv mess- und vergleichbar. Danach kann sogar ich Menschen in "näher am Schönheitsideal" und "weniger dem Ideal entsprechend" unterteilen.
Die Faktoren, nach denen Attraktivität wohl instinktiv bewertet wird, habe ich auch mal nachgelesen. Aber wie will jemand gerade solche Faktoren wie Hormonstatus oder Gesundheit auf den ersten Blick erkennen - wenn wir jetzt mal nicht von extrem offensichtlichen Beispielen ausgehen (Menschen, die aufgrund einer Erkrankung Wassereinlagerungen haben und aufgeschwemmt wirken, oder schwerst Alkoholkranke)? Unreine Haut lässt sich ja zum Beispiel überschminken.



Also das funktioniert über bestimmte Marker, wie zum Beispiel (Gesichts)symmetriegrad oder Harmoniegrad zu den eigenen Merkmalen. es gibt so etwas wie "natürliche Schönheit", wie sie über das Durchsteuern des Bioprogramms "bestmögliche Gensumme für Nachwuchs/Progress" erfolgt. Das richtet sich an Gesundheit, Vitalität, Symmetrien, Anzeichen für Erfolg u.Ä. aus.
Da spielen, wie auris auch schreibt, Geruch und noch andere detektierbare Merkmale hinein.
Das sorgt etwa dafür, dass in Kontaktanzeigen nur ganz selten Negativeigenschaften wie Krankheiten, Störungen oder Schwächen gesucht werden.
Wenn man sich mal viele Paare ansieht, sind sie einander zwar zunächst fremde Leute, aber weisen doch bestimmte Ähnlichkeiten auf. Vielleicht ist es der Abstand zwischen Augen, Nase und Mund, die Art, wie sie lächeln, irgendwas in der Stimme oder Kopfform und Kinnformen. Solche Paare kenne ich, das scheint eher Sympathie zu fördern, als ein völlig unterschiedliches Äußeres. Würde der "genetisch so unterschiedlich wie möglich"-Faktor sich auch auf äußere Merkmale auswirken, müsste man viel mehr äußerlich komplett unterschiedliche Paare sehen.

Das habe ich auch mal gelesen, dass die Kompatibilitätsprüfung wohl innerhalb der ersten paar Augenblicke schon erfolgt - also ob die PartnerIn Potenzial hätte oder nicht. Viele scheinen das aber auch zu übergehen, und man weiß ja auch von Solchen, die einander trotzdem kennen lernen, mit mehr oder weniger erfolgsversprechendem Ausgang. Dann kommt in der späteren Phase noch sowas dazu, wie dass die sich aufeinander einpendeln, also ähnliche Verhaltensweisen oder Ausdrucksformen annehmen. Wenn sie sich am Sofa zurücklehnt, geht es nicht lange, und er macht das auch. Kann man beobachten, wenn Jemand die Arme vor der Brust verschränkt ... geht nicht lange, dann macht die Frau es nach. Na ja, das machen teilweise sogar Leute, die nur eine Unterhaltung führen - ist schon seltsam. Als würden sie nicht nur reden, sondern sich mit dem Gesamtrepertoire ihrer parasprachlichen Signale zusätzlich unterhalten.

"Schön saufen" - den Spruch kannten auch die Homos gut. Scheint da eine gewisse Masche zu sein, dem Sexualzwang zu frönen, deshalb trinken die sich dicht, um beim (pardon) "Resteficken" doch noch einen Typen abgreifen zu können, nachdem die Alphas und die Betas schon weg sind. Ich schätze mal, dass sie dafür auch diese "Darkrooms" unterhalten, wo sie sexuell verkehren können, ohne den anderen ansehen zu müssen. In den Darkrooms sammeln sich anscheinend die Erfolgloseren an, oder solche, die hauptsächlich auf "gefühlten Sex" stehen. Attraktivität scheint da kaum eine Rolle zu spielen, welche erzählten allerdings, dass sie auch da, wo man nur noch ertasten kann, wie ein Körper beschaffen ist, noch weggestoßen und ausgesondert wurden. Deswegen gibt es wohl extra Darkrooms für Dicke, Ältere und "Bären" (bezieht sich wohl auf Behaarung ).
Also muss Attraktion doch so wichtig sein, dass sich Leute mit Drogen zuknallen, sich erniedrigen oder besaufen gehen, um die Regeln der Attraktion zu umgehen. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, warum Alte,Kranke, Behinderte oder Unansehnliche so hohe Summen dafür anbieten, um mal etwas wie gespielte Zärtlichkeit zu erleben? Oder auf öffentlichen Toiletten auf Partnersuche gehen ... auch schon von gehört. Fraglich, ob das stimmt - ich meine, wer würde etwa seine zukünftige Frau auf einer Toilette kennen lernen wollen, wenn der nicht eh schon eine gewaltige Macke unterm Pony hat? Question
Die Abgründe davon sind scheints tief.
Interessanterweise gehen auch die Homos nach dem "Bioprogramm" vor, und das Äußere ist da noch viel, viel bedeutender.

Pheromone dürften einen größeren Einfluss haben, als wir das glauben würden. Auch bei vielen anderen Säugetieren entscheiden sie letztlich darüber, ob überhaupt oder wann Kopulation erfolgt. Wildkatzen etwa. Nicht nah genug am Eisprung, und der Luchs zeigt kein Intteresse. Er kann riechen, wann der beste Zeitpunkt für Befruchtungserfolg da ist. Ein Bulle schmeckt es am Urin der Kuh.
Gesundheit riecht häufig deutlich anders, als Krankheit. Jugend riecht anders, als Alter. Menschen riechen anders, wenn sie ängstlich sind. Bei Gorillas etwa ist der Angstgeruch sehr distinktiv.
Manche Tiere verfolgen ihr Partnerpotenzial und prüfen regelmäßig Urin oder Kot, auch Absonderungen aus Drüsen spielen da eine Rolle, wie sie an Markierstellen oder Brunftspielstellen haften.
Okay ... ich bin trotz allem froh, dass Menschen sowas nicht machen. Rolling Eyes

Was ich aber dennoch nicht verstehe, ist, wie die das machen, die sich angeblich online verknallen, oder in Fernbeziehungen machen. Da muss ja irgendwas anderes als die erkennbaren RL-Marker wirken. Und wie machen das solche Leute, dass sie einander nicht etwas vorgaukeln, wo sie im RL evtl. gar nicht so sind, wie sie sich online geben?
_________________
Normalität im Bezug auf den Menschen wird durch die Erkenntnis über das Individuum ad absurdum geführt.


Zuletzt bearbeitet von Windsurfhippie am Sa Nov 10, 2018 10:28, insgesamt 2-mal bearbeitet
Nach oben
          
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen    Forum für Asexualität Foren-Übersicht -> Gedanken Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Gehe zu Seite Zurück  1, 2, 3 ... , 49, 50, 51  Weiter
Seite 50 von 51

 
Gehe zu:  
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.


Powered by phpBB © 2001, 2002 phpBB Group

Impressum: AVENde versteht sich als Unterforum von AVEN. Ansprechpartner für die deutsche Seite (aven-forum.de) ist der Administrator "Dirk Walter". Kontaktadresse: Dirk Walter - Rehhütterstrasse 4 - 67165 Waldsee
email: aven.de@dirk-walter.de - Telefon: 06236/54804.
Beachten Sie auch: Forenregeln und Datenschutz