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samweis
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Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 01.11.2017
Beiträge: 323
Wohnort: Blabla
BeitragVerfasst am: So Dez 31, 2017 2:34    Titel: Antworten mit Zitat

@Sandkasten Zorro

trösten


Das Phänomen des Erklärens kenn ich, manche in meiner Umgebung freuen sich über meine Darlegungen, nennen mich ihren Erklärbär Smile Manche schalten einfach auf stur, da macht man nix mehr... Ist auch ne Tagesformsache, die, die mich bisweilen in dem Wahnsinn treiben könnten, sind manchmal die besten Zuhörer/innen, verstehe es, er will. So ist es nicht verwunderlich, dass ich ab und an auch keinen Bock mehr hab mir den Mund fusselig zu reden.

"Denkense dran: immer schön Mensch bleiben!", wie Tegtmeier immer sagte...
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Windsurfhippie





Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 13.08.2005
Beiträge: 3235
Wohnort: NZ
BeitragVerfasst am: So Dez 31, 2017 9:49    Titel: Antworten mit Zitat

Dass sozusagen nichts wichtig ist, sehe ich allgemein so ähnlich. Also verglichen mit der Zeit, in der ein Universum entsteht und wieder vergeht, oder wie lange eine Galaxie besteht ... in solchen Zeiträumen ist unsere gesamte Existenz hier wie die eines kurzzeitig aktiven Partikels. Ein "Blib" in der Ewigkeit, so bedeutend oder unbedeutend wie das Jammern einer Ameise, die in einer weggeworfenen Coladose ertrinkt, für unsere Tagesabläufe sein mag.
Wichtig wird es erst im Bezug zu dem, wer es für wichtig hält.
Was interessiert es die Supernova, ob heute immer noch keine Quittungsformulare da sind? So meine ich das etwa.
Ist die Lebenszeit vorbei, was ist dann noch wichtig von dem, das ich für wichtig nehme? Ein paar Formalien. Ich habe das gesehen, als diese Alkoholikerin im Pflegeheim mit 48 Jahren starb, ( hätte sie für ca. 65 gehalten ) und wie die ihren Besitz auf verkäuflich oder Müll sortierten, ein paar Tage danach. Dinge, an denen sie hing, die in ihrem Leben etwas bedeuteten, an denen Erinnerungen hängen, mit denen vielleicht beste Gefühle und Momente ihres Lebens zusammen hängen... -hingen. Verwandte? Fehlanzeige. Gab nix zu erben außer evtl. Schulden. Erbe vermutlich ausgeschlagen, wer kann es verdenken? Da kann man sehen, wie wichtig etwas ist, oder auch nicht.

samweis hat folgendes geschrieben:
Und zugleich sind da mehrere um 10 Jahre jüngere, die sofort abblocken, wenn zu einem Vorgang überhaupt nur "also, das geht so..." gesagt wird - die hören gar nicht zu, sondern schleudern direkt ihre volle Ablehnung entgegen und würgen jeden Versuch ab überhaupt nur einen Satz zu beenden


Die Art kenne ich von Leuten unabhängig des Alters, und bin schon so weit gegangen, dahinter kommunikative 'Grobmotorik' oder auch den Zeitverknappungsdrall zu vermuten. Also sie erleben relativ wenige ausführliche Gespräche und haben andauernd Angst, zu viel Zeit für etwas zu verbrauchen, von dem sie nicht sicher sind, ob es ihnen was nützt.
Einfach mal mit Gelassenheit, Ruhe oder Zeitnahme auf etwas eingehen -- das können viele offenbar gar nicht gut. Vermutlich hat man es den Leuten so anerzogen, weil in der kapitalistischen Welt jede Arbeitszeitminute 5 Mal effizient produktiv nur verstreichen soll. Und dann noch die frohe Werbebotschaft aus der Konsumwelt darüber, dann man unbedingt alles erlebt haben muss, und nichts verpassen sollte. Ja wo kriegt man das in einem Leben alles unter? ...und muss man wirklich? Nee, muss man nicht.
Dazu kommt die veränderte Kommunikation von heute - alles im SMS-Stil, Memo-Kürze, Textzeichenlimits. Damit kam ich als Vielworte-Brauchender noch nie klar. Die meisten Leute tauschen sich wohl nur noch über Smartphones u.Ä. aus, da fragt man sich, ob die ordentliche Gespräche überhaupt noch können.
Dann fehlt die einfache Kunst :
Zuhören können.
Ich weiß nicht, wann das heute abhanden kommt. Ob die nie Geschichten erzählt bekamen, nie Bücher vorgelesen bekamen, oder selbst selten Bücher lasen. Mein Vater rühmt sich damit gern, nie ein Buch zu Ende gelesen zu haben,okay, der war auch regelrecht bildungsfeindlich drauf. 4 Jahre Schule, dann arbeiten. Arbeiten und Geld haben, das ist sein Lebenselixier, er knurrte andauernd wegen zu wenig Geld. "Die arbeiten nix!" - sein Credo über Gebildete. Gebildete, die gut verdienen, müssen ein Mysterium für ihn sein.
Schätze, der Zeitverwendungsfaktor spielt da heute viel mit rein, und dass einige Jüngere immerzu glauben, schon weise dank Google & Bing usw. instruiert zu sein. Stellt man eine Frage, deren Antwort Google nicht kennt, gucken die auch wie ein Auto. Man braucht nur mal an sich selbst zurück denken. Waren wir so anders gegenüber den Ratschlägen der gegenüber uns Älteren?

samweis hat folgendes geschrieben:
Auch an anderen Stellen dieses Forums ist erwähnt worden, dass Kommunikation das A und O sind, wenn in irgendeiner Form irgendetwas erreicht werden soll. Wenn wir aufhören miteinander zu reden, können wir die Gesellschaft als solche gleich abhaken...


Die Seltenheit dieses miteinander Redens zieht auch schon schleichend durch die Internetforen dahin, seit einigen Jahren sind da viele einfach erloschen, mangels Themen, Ideen oder weil das Meiste irgendwann zig mal durchgesprochen ist. Hier ist, denke ich, das Besondere, dass sehr viele TeilnehmerInnen salopp gesagt nichts gegen Geist / Denken haben, um es mal so zu formulieren. Wink
Ich weiß auch da nicht so wirklich, ob das auch an der Veränderung der Kommunikationsmethoden liegt, ob jüngere Leute eben lieber diese alternativen Dinge wie Fratzenbuch und Dingens was es da alles gibt, mit Appz und Kram mögen, womit man sich dann auch erst mal neu befassen müsste, so ähnlich, wie SKZ' Oppa mit Astrophysik und extrem verdichteten Masse-Kugeln und so. Wobei es da dann nicht möglich ist, das Ganze zu kurz zu machen, je nachdem, wie der Wissensstand im Verhältnis zur Auffassungsgabe so steht. Bei meinem Dad müsste ich irgendwo bei Kopernikus und Galileo beginnen, falls er je das Interesse daran entdeckt.

samweis hat folgendes geschrieben:
Ein Hoch auf Foren wie dieses! Diese Möglichkeit des Kommunizierens hat mir mein heutiges Leben ermöglicht. Mögen diese Medien und Kanäle immer offen stehen und auf offene Ohren / Augen / Verstande treffen!!!


Darauf möchte ich anstoßen! Wenn es mit Mate oder Saft auch geht. Smile
Mir hat das einen Zutritt in eine vielfältige und zum Teil auch Zuspruch schenkende Welt ermöglicht, deren Existenz ich als Kind den Mythen von Avalon, Metropolis und Atlantis kaum überantwortet hätte.

Ich labere zu viel. Laughing
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Wer später stirbt, erlebt den Tod derer, die früher sterben, und hat deshalb länger was zu lachen.


Zuletzt bearbeitet von Windsurfhippie am So Dez 31, 2017 12:49, insgesamt einmal bearbeitet
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Sandkastenzorro
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Sexualität: keine Angabe
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BeitragVerfasst am: So Dez 31, 2017 12:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hippie hat folgendes geschrieben:
Die Seltenheit dieses miteinander Redens zieht auch schon schleichend durch die Internetforen dahin, seit einigen Jahren sind da viele einfach erloschen, mangels Themen, Ideen oder weil das Meiste irgendwann zig mal durchgesprochen ist.


Ich glaube immer noch, dass die asozialen Netzwerke daran schuld ist, denn das Forensterben passierte proportional zeitgleich mit dem Bekannterwerden von Farcebook, Twitter und Co. Ich meine... man schaue sich Twitter mal an. Es ist dafür da, dass du ständig postest, was du gerade machst. Dabei sind die Zeichen für jedes Posting begrenzt auf 140. Und das trifft den Zeitgeist - deine Gedanken sind in etwa genauso tief wie 140 Zeichen, bitteschön. Twitter boomt. Es ist geradezu explodiert. Das KANN ich gar nicht, da schon alleine meine Frage an mich selbst, ob ich aufs Klo gehe, über 140 Zeichen hinausgeht. Aber ja, so sind die modernen Leute, so will man sie haben, so groß ist der Aufmerksamkeitshorizont der Leser. 140 Zeichen...

Zitat:
Wobei es da dann nicht möglich ist, das Ganze zu kurz zu machen, je nachdem, wie der Wissensstand im Verhältnis zur Auffassungsgabe so steht. Bei meinem Dad müsste ich irgendwo bei Kopernikus und Galileo beginnen, falls er je das Interesse daran entdeckt.


Ja EBEN! Genau DAS!
Nur, dass mein Oppa nichtmal die Namen von Kopernikus und Galileo kennt. Für ihn ist Galileo eine Show im Fernsehen (-_-)
Und dann versuch ihm mal zu erklären, dass die Gravitation ("Was ist das?") eines schwarzen Lochs SO immens ist, dass es ganze Planeten auf die Größe einer Murmel und kleiner quetschen kann, wobei diese Murmel aber genau so schwer bleibt, wie der Planet, weil ja das selbe drin ist ("Das geht ja gar nicht!") Und dann versuch ihm auf die Frage, warum das schwarze Loch eigentlich schwarz ist, zu erklären, dass dieses schwarze Loch um überhaupt diese Größe zu bekommen, wie im Zentrum der Milchstraße ("Neh, Milch bekam man früher nach Hause gebracht, nicht auf der Straße! Da gabs ja noch keinen Kühlschrank!") nicht nur EINEN Planeten, sondern wer weiss viele Sonnensysteme ("Ja, Oppa, unser Sonnensystem umfasst alles von unserer Sonne alles bis einschließlich Pluto!" - "Meinst den Hund von Donald Duck?") gefressen hat. Und dass mit mehr Masse und Gewicht auch die Raumkrümmung größer wird ("Hä? Welcher Raum denn nu wieder?") und die Gravitation ("Ach, dat Wort schon wieder!") auch noch so sehr zunimmt, dass selbst das Licht nicht mehr schnell genug ist, um aus dem schwarzen Loch rauszukommen ("Ja, wieso denn Licht? Ich dacht, das Loch ist schwarz, wo kommt n da dat Licht her?")

Irgendwann sitzte da und winkst ab und sagst einfach, im schwarzen Loch sitzt ein armer Mensch, der vergessen hat, seine Stromrechnung zu zahlen und deshalb bleibts da dunkel (-_-)
Und dann kriegste annen Kopp, du laberst zuviel. Das Leben, sag ich dir, ist ein Hund!

samweis hat folgendes geschrieben:
Ein Hoch auf Foren wie dieses! Diese Möglichkeit des Kommunizierens hat mir mein heutiges Leben ermöglicht. Mögen diese Medien und Kanäle immer offen stehen und auf offene Ohren / Augen / Verstande treffen!!!


Unterschreib ich! *Cheers*
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Sexualität: keine Angabe
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BeitragVerfasst am: So Dez 31, 2017 13:58    Titel: Antworten mit Zitat

Schwarze Löcher sind ja auch nicht groß, die Ausdehnung einer Singularität ist per Definition sogar 0 Wink
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Sandkastenzorro
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BeitragVerfasst am: So Dez 31, 2017 14:07    Titel: Antworten mit Zitat

Dann geh und erzähl das Oppa.
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BeitragVerfasst am: So Dez 31, 2017 14:16    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht helfen da Analogien. So ein Schwarzes Loch kann man z.B. ganz toll anhand eines Waschbeckens darstellen. Alles fließt aufgrund der Krümmung zur Mitte und verschwindet dort Wink
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Sandkastenzorro
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BeitragVerfasst am: So Dez 31, 2017 14:59    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe ihm Gravitation erklärt, indem ich ein Feuerzeug fallen gelassen hab. Selbst das hat er nicht verstanden. Von daher... no chance.
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BeitragVerfasst am: So Dez 31, 2017 15:00    Titel: Antworten mit Zitat

Oh dann solltest du das Fenster aber besser geschlossen halten bevor er noch denkt er kann fliegen Wink
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Sandkastenzorro
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Sexualität: keine Angabe
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BeitragVerfasst am: So Dez 31, 2017 15:41    Titel: Antworten mit Zitat

Vermutlich. Ich weiss auch nicht, ob es bei meinem Oppa am Alter liegt, dass er nix kapiert, oder ob es genauso sinnlos gewesen wäre, es ihm zu erklären, wäre er noch 30. Er hat eben nie Sachen hinterfragt. Wenn man ihn fragt, warum das Huhn die Straße überquert hat, dann würde er antworten: "Zu meiner Zeit hat man nicht gefragt, warum - es wurde einem gesagt und dann war das so!"

Wenn man es also genau nimmt, dann weiss mein Oppa zwar, dass man nicht fliegen kann, sondern höchstens auf die Schnauze fällt, aber wenn man ihm dann sagt, das ist wegen der Erdanziehungskraft, dann kapiert er das nicht und für ihn hat das eine mit dem anderen gar nix zu tun. Warum? Weil das eine alltäglich und handfeste Realität ist und das andere "krude, unanfassbare Wissenschaft". Sprich: Auf die Schnauze fliegen passiert und kann man sehen und spüren, aber Erdanziehungskraft - das ist nur n Wort und man kann sich nix drunter vorstellen.

Ihm fehlt halt komplett das Interesse daran, Fragen zu stellen. Er nimmt die Dinge so hin und es juckt ihn gar nicht, warum und weshalb es überhaupt so ist. Und wenn man nie auf die Idee kommt, zu fragen - nuja, was will man dann machen? Mit 88 noch bei Galileo anzufangen hat vermutlich eh keinen Sinn.

Ist irgendwo auch meine eigene Schuld. Denn WENN er dann mal was fragt, dann nehme ich das auch noch für bare Münze und glaube, er will es wirklich erklärt kriegen. Aber vermutlich will er das gar nicht, sondern nur hören "Hja, ist halt so und früher war eh alles noch ganz anders." Keine Ahnung.
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Alter: 60
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.12.2012
Beiträge: 443
Wohnort: Dortmund
BeitragVerfasst am: Mo Jan 01, 2018 17:07    Titel: Antworten mit Zitat

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:
Hippie hat folgendes geschrieben:
Die Seltenheit dieses miteinander Redens zieht auch schon schleichend durch die Internetforen dahin, seit einigen Jahren sind da viele einfach erloschen, mangels Themen, Ideen oder weil das Meiste irgendwann zig mal durchgesprochen ist.


Ich glaube immer noch, dass die asozialen Netzwerke daran schuld ist, denn das Forensterben passierte proportional zeitgleich mit dem Bekannterwerden von Farcebook, Twitter und Co.


So ist es. Auf FB sind vernünftige Diskussionen überhaupt nicht möglich - die Textspalten sind schmal, weil auf Handys abgestimmt und ein vernünftige Chronologie oder Übersicht gibt es auch nicht. Selbst wenn man auf einen Beitrag anwortet, ist der eine Stunde später kaum noch auffindbar. Ein echter Austausch ist da überhaupt nicht möglich.

Zum Glück gibt es noch einige wenige Foren, wo Menschen sich austauschen, diskutieren, philosophieren - oder einfach mal rumalbern.

Sandkastenzorro hat folgendes geschrieben:
samweis hat folgendes geschrieben:
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Ich weiß, dass die Stimmen in meinem Kopf nicht real sind, aber sie haben so wahnsinnig geile Ideen!
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seehündin




Alter: 65
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 19.01.2016
Beiträge: 94
Wohnort: Eutin
BeitragVerfasst am: Mo Jun 11, 2018 23:05    Titel: Antworten mit Zitat

Windsurfhippie schrieb
„Also sie erleben relativ wenige ausführliche Gespräche und haben andauernd Angst, zu viel Zeit für etwas zu verbrauchen, von dem sie nicht sicher sind, ob es ihnen was nützt.
Einfach mal mit Gelassenheit, Ruhe oder Zeitnahme auf etwas eingehen -- das können viele offenbar gar nicht gut. Vermutlich hat man es den Leuten so anerzogen, weil in der kapitalistischen Welt jede Arbeitszeitminute 5 Mal effizient produktiv nur verstreichen soll. Und dann noch die frohe Werbebotschaft aus der Konsumwelt darüber, dann man unbedingt alles erlebt haben muss, und nichts verpassen sollte. Ja wo kriegt man das in einem Leben alles unter? ...und muss man wirklich? Nee, muss man nicht. „

da sagst genau das, was auch ich habe mühsam und schmerzhaft lernen müssen. Als ich jünger war, habe ich gedacht, effizienter, organisierter, alles was ich nur konnte mitnehmen. leider zum Nachteil meiner damals noch nicht erwachsenen Kindern...und weil die Werbebotschaften, „du musst -und kannst- es haben „ bei mir griffen.
Ich genieße es nun als FrühRentnerin einfach Zeit für die Dinge ob Garten, Buch lesen, schreiben, Kino zu haben. Weniger Agenda dafür mehr Lebensqualität. Und sagen zu können, nee, keine laust oder doch hierzu hätte ich Lust. Das war mir nicht in die Wiege gelegt!
Bin froh, dass meine Enkelkinder auch ein Lebenskonzept mit Entschleunigung erleben dürfen!

Wie es sein wird, ganz allein ganz alt zu werden und zu sein beschäftigt auch mich...und hoffe auf die jüngeren...und auf meine eigene Bereitschaft mich meinem Tempo gesund anzupassen....
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samweis
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Sexualität: keine Angabe
Anmeldungsdatum: 01.11.2017
Beiträge: 323
Wohnort: Blabla
BeitragVerfasst am: Di Jun 12, 2018 5:31    Titel: Antworten mit Zitat

@Seehündin: genau! Mut zum eigenen Tempo und Takt, das ist, was wir älteren/reiferen Semester brauchen.

Dazu zähle ich mich selbst auch inzwischen, obwohl ich von der Zahl der Jahre her noch am Anfang dieser Entwicklung stehe. Doch es ist eine Wohltat für mich schon, zu erleben, wie über's bisherige Leben hinweg aufgehäufter Ballast allmählich abgeschüttelt und mir so ermöglicht wird, mich auf Wesentliches zu konzentrieren.

Mir ist wichtig zu netzwerken, wie es inzwischen ja wohl genannt wird. Darauf verwende ich die meiste Energie. Einer Freundin geht es nicht gut? Geh ich eben nicht zu Bett, sondern raff mich auf und eile zu ihr um ihr zu helfen. Mein Bruder will mit mir n Fußballspiel ansehen? Leg ich meine Uninteressiertheit an Fußball beiseite und geh ihn besuchen (wir bekommen eh nie was mit vom Spiel, weil wir sowieso die ganze Zeit quatschen:-)) Usw.

Mir geht es um die Zeit miteinander. Zeit ist das wertvollste Gut, das wir anderen schenken können, und dem hab ich mich verschrieben. Für andere da sein und erleben, wie positiv die darauf reagieren und bereit sind für mich da zu sein. Geben und nehmen, nicht fordern.

Wir müssen wohl 'sooo alt' werden um diese Dinge zu begreifen. Und wenn sich diese Erkenntnisse durchsetzen und wir ihnen erlauben Raum zu greifen, ist es ein Fest, finde ich!
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seehündin




Alter: 65
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 19.01.2016
Beiträge: 94
Wohnort: Eutin
BeitragVerfasst am: Di Jun 12, 2018 10:06    Titel: Altersgemäße tempi und vernetzung Antworten mit Zitat

Lieber samweis und mitleserinnen,
Ja, das Miteinander ist wichtig und die Grundlage für geben und nehmen. Zb habe ich meine unmittelbaren Nachbar zum Grillen eingeladen zum 2 jährigen Jahrestag in meinem neuen Zuhause...sie waren alle erstaunt aber froh, und so entwickelt sich mit jeweils gebührender Distanz und Nähe eine Hilfsbereitschaft.
die Freundschaften pflegen...und die Zeit als Genuß. Zeiten auch allein genießen.
auch ich musste einige Jahre alt werden bis ich dies begriff...und bin froh, dass meine Kinder dies für sich früher gelernt haben.
wir können uns in diesem Forum ja ermuntern und unterstützen, uns jeweils auf diesen Weg zu machen!
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