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Unsicherheit macht sich breit
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Hummelchen




Alter: 22
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.07.2015
Beiträge: 321
Wohnort: nahe Berlin
BeitragVerfasst am: Mi März 08, 2017 19:01    Titel: Antworten mit Zitat

Inwiefern soll uns diese "Konfrontation" helfen?
Ich verstehe nicht ganz, wie du das meinst. Denn genau das verursacht ja eigentlich meine Unsicherheit... Rolling Eyes
Oder meinst du, dass mich das abhärtet? Very Happy
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Aiko
abgemeldet




Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 26.03.2016
Beiträge: 189
Wohnort: NRW
BeitragVerfasst am: Mi März 08, 2017 20:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, durch die Konfrontation sollst Du "abgehärtet" werden.


Stichwort: Konfrontationstherapie
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Konfrontationstherapie
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Hummelchen




Alter: 22
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.07.2015
Beiträge: 321
Wohnort: nahe Berlin
BeitragVerfasst am: Mi März 08, 2017 21:38    Titel: Antworten mit Zitat

Sehr interessant.... Das kannte ich noch gar nicht. Vielleicht ist es ja einen Versuch wert. Wink
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Arpad4




Alter: 40
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 17.11.2016
Beiträge: 1630
Wohnort: Kaiserslautern
BeitragVerfasst am: Sa März 11, 2017 16:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hummelchen@ Frage Dich selber was Dich hemmt. Oder welche Ängste es sein könnten, dass Du so ein Druck empfindest schon bei harmlose Gespräche.

Und sich öffnen und "richtiges" Vertrauen muss man auch lernen. Das Vertrauen in einer Beziehung zu dem Partner ist ja viel tiefer als bei andere Menschen. Du brauchst denk ich etwas Mut. Wink
_________________
Viele finden 100 Fehler an mir, in mir, um mich herum. Und wie viele hast Du? Sollen wir anfangen zu zählen?
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Greywolf




Alter: 49
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 26.01.2014
Beiträge: 399
Wohnort: Münsterland
BeitragVerfasst am: Di Apr 11, 2017 20:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Hummelchen,

erstmal großen Respekt für eure beidseitige Kompromissbereitschaft. Nur ganz ehrlich, ich glaube, dass dies dauerhaft kompliziert wird. Der Sexuelle will auch einfach mal "machen" und sich beim Sex fallen lassen. Vielleicht auch verführt werden und körperlich begehrt werden. Ich glaube als Asexueller bist du bei einem Kompromiss immer an der Grenze, dass nicht zu schnell zu weit gegangen wird. Dinge, die bei zwei Sexuellen einfach passieren, müssen bei Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung genau abgestimmt werden. Ich stelle es mir dauerhaft schwierig vor.
_________________
Greywolf
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Hummelchen




Alter: 22
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.07.2015
Beiträge: 321
Wohnort: nahe Berlin
BeitragVerfasst am: Do Mai 11, 2017 19:29    Titel: Antworten mit Zitat

Arpad4 hat folgendes geschrieben:
Und sich öffnen und "richtiges" Vertrauen muss man auch lernen. Das Vertrauen in einer Beziehung zu dem Partner ist ja viel tiefer als bei andere Menschen. Du brauchst denk ich etwas Mut. Wink


Du magst Recht haben. Mir fällt im Moment allgemein auf, dass ich mich kaum richtig entspannen und fallen lassen kann, wenn mein Freund mich streichelt oder massiert (ohne sexuellen Zusammenhang). Die Kontrolle über diese Situationen an ihn abzugeben, fällt mir aus irgendeinem Grund sehr schwer.
Wie wir das ändern können, dafür sind wir gerade selber am ausprobieren......
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Hummelchen




Alter: 22
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.07.2015
Beiträge: 321
Wohnort: nahe Berlin
BeitragVerfasst am: Do Nov 02, 2017 15:59    Titel: Antworten mit Zitat

Fast ein halbes Jahr ist jetzt vergangen. Tatsächlich hat sich einiges gebessert: Mein Freund und ich haben uns sexuell soweit angenähert, dass wir gut aufeinander zugehen können und unsere unterschiedlichen Sexualitäten eigentlich kein Problem mehr darstellen.

Allerdings ist es für uns immer noch schwierig, einzuschätzen, ob ich Lust auf Sexualität habe, weil ich in meinen Gefühlen und Wünschen nicht immer konstant bin, weil ich extrem sensibel auf seine Stimmungen und Berührungen reagiere (sowohl im positiven als auch im negativen Sinne) und weil ich meine eigenen Grenzen noch nicht genau kenne und meine Zeichen noch nicht genau einschätzen kann.
Um es etwas präziser zu machen: Beispielsweise mag ich es an manchen Tagen, wenn er etwas wilder, "grober" ist, an anderen Tagen kann ich das gar nicht aushalten. Allerdings können wir beide kaum feststellen, was nun an jenem speziellen Tag meine Stimmung ist. Oftmals weiß sogar ich das nicht, bevor wir "anfangen".

Das ist eine Situation, die uns belastet. Natürlich möchte mein Freund mich verwöhnen, mich mit seinen Berührungen glücklich machen und schließlich auch selber die Befriedigung bekommen, die er braucht. Allerdings sehen wir uns oft mit der Situation konfrontiert, dass ich ohne Vorwarnung sehr zurückhaltend werde, keine Lust mehr habe oder manchmal sogar verschreckt/ängstlich bin.
In diesen Situationen fühle ich, dass meine Grenze überschritten wird, fühle mich verletzt, angegriffen und kann nicht mehr weiter machen. Bevor ich in Worte fassen kann, was mich stört, fühle ich eine Blockade und ziehe mich zurück.
Er fühlt sich dadurch zurück gestoßen, hat Angst, unseren Abend zerstört zu haben. So wird auch er immer zurückhaltender und traut sich nicht, neues auszuprobieren, selbst wenn ich mich gut dabei fühle.

Das schwierige an der Sache ist: Auf der einen Seite wünsche ich mir selber mehr Leidenschaft, Kreativität usw., auf der anderen Seite bin ich oft direkt überfordert, wenn es leidenschaftlicher/wilder etc. wird. Es ist, als würde ich mir etwas wünschen und es im nächsten Augenblick wieder verwerfen. Wie schon erwähnt verunsichert das meinen Partner natürlich sehr.

Es ist zwar bei weitem nicht mehr so schlimm wie früher, aber perfekt ist es auch noch nicht.
Dies mal als kleine Zwischenbilanz. Über Anregungen und Lösungsvorschläge freue ich mich natürlich weiterhin. Wink
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Greywolf




Alter: 49
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 26.01.2014
Beiträge: 399
Wohnort: Münsterland
BeitragVerfasst am: Fr Nov 03, 2017 19:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Hummelchen,

weiterhin meinen Respekt, dass ihr den Weg so geht. Entscheidend für euren Weg und eure Beziehung ist meines Erachtens eure Kommunikation. Dein Freund kann ja erstmal nicht ahnen, ob und wie deine Lust auf Sex gerade ist. Wichtig ist doch, dass du ihm sagst, dass es gerade nicht an ihm liegt und er die Situation richtig einordnet. Für dich ist vermutlich das Schwierige, dass du ihm manchmal vielleicht mehr geben möchtest, als du selbst willst. Wenn bei dir dann nicht mehr geht, dann ist das so, Punkt. Das verlangt natürlich auch viel Verständnis von deinem Freund, wenn er gerade andere Erwartungen hat. Je häufiger dein Freund von dir sexuell "zurückgewiesen" wird, umso weniger häufig wird er es vielleicht probieren und umso frustrierter wird er ggf. Dies soll natürlich keinen Druck bei dir aufbauen. Zeigt nur einfach die schwierige Situation, wenn der/die eine etwas will und der/die andere gar nicht / wenig oder selten. Vergleiche hinken immer. Aber wenn ich meine Frau 10 mal frage, ob sie Lust hat mit mir ins Kino zu gehen und 9 mal sagt sie mir "nö, keine Lust", wie wichtig ist ihr das dann und wie viel Spaß macht es ihr und dann auch mir beim 10. mal?

Bei mir war die Frage wegen Sex sehr einfach zu beantworten: Ich habe KEINE Lust auf Sex. Wenn du auch Lust auf Sex hast und dies für deinen Freund "ausreichend" ist, kann doch euer Kompromiss auch weiter gut funktionieren. Wichtig meines Erachtens: Was willst du in welchem Umfang? Was "erwartet" dein Freund und wie zufrieden ist er mit der Situation?

Lösungsvorschläge konnte ich dir leider nicht geben. Ich finde es nur wichtig, dass ihr weiterhin offen und ehrlich in der Kommunikation seid, wie auch immer dann der weitere Weg aussieht.
_________________
Greywolf
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dunkler_regenbogen




Alter: 60
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 18.12.2012
Beiträge: 443
Wohnort: Dortmund
BeitragVerfasst am: Di Nov 07, 2017 10:26    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht wäre eine Paartherapie eine Möglichkeit? Oder eine Einzeltherapie für dich?
Im besten Fall sitzt dort ein einfühlsamer Mensch, der mit den richtigen Fragen, dein Problem aufdecken kann. Wenn du dann weißt, WARUM du manchmal 'unangemessen/unerwünscht' reagierst, kannst du es vielleicht ändern.
_________________
You'll never find a rainbow if you're looking down.

Ich weiß, dass die Stimmen in meinem Kopf nicht real sind, aber sie haben so wahnsinnig geile Ideen!
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Hummelchen




Alter: 22
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 30.07.2015
Beiträge: 321
Wohnort: nahe Berlin
BeitragVerfasst am: Mi Nov 15, 2017 16:54    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin nun etwas in mich gegangen.

Danke für eure Beiträge! Smile
Ich denke, Du hast Recht, Greywolf. Wenn ich darüber nachdenke, was Du geschrieben hast, fällt mir auf, dass ich oft tatsächlich einfach nur von meinen hohen Erwartungen an mich selber wie gelähmt bin. Interessanterweise geht das nicht nur mir so. Auch mein Freund sagt, dass er sich des öfteren selber Druck macht, mir immer "etwas bieten" zu müssen. Eigentlich erwarte ich das aber gar nicht, genauso wenig wie er immer sexuelle Befriedigung braucht.
Vielleicht war das der Knoten, der jetzt geplatzt ist...

Dunkler_Regenbogen:
Darüber haben wir auch schon nachgedacht. Aber abgesehen von der finanziellen Frage halten wir das im Moment noch nicht für dringend nötig. Wir haben es ja bis jetzt trotz der schwierigen Situation auch immer allein geschafft, unsere Probleme zu lösen. Allerdings gibt es im Internet z.B. von ProFamilia Online-Beratungsstellen, an die man sich wenden kann. Das haben wir jetzt mal ins Auge gefasst. Mal sehen, was dabei raus kommt. Auf den ersten Blick sah die Seite recht seriös aus.

Nochmal danke für eure Antworten!
Habt einen schönen Abend. Smile
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