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Nabend, brauche Rat und/oder Hilfe

 
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Unverstandener





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 03.01.2016
Beiträge: 2
BeitragVerfasst am: So Jan 03, 2016 2:57    Titel: Nabend, brauche Rat und/oder Hilfe Antworten mit Zitat

Hallo erstmal.

Ich weiß gar nicht richtig wie ich anfangen soll.
Ich l(i)ebe seit fünf Jahren in einer Beziehung. Am Anfang hatten wir relativ oft Sex und ich konnte das ansatzweise sogar genießen. Leider war es immer sehr schnell vorbei, was natürlich an mir lag.

Meine Freundin möchte wenn es geht sehr gerne jeden Tag und wenn möglich sogar mehrmals pro Tag Sex haben. Ich möchte hingegen im Moment einfach gar keinen Sex. Ich finde sie durchaus attraktiv und sie ist mit Sicherheit die Liebe meines Lebens.
Mittlerweile haben wir nur noch alle paar Monate mal Sex. Das frustriert sie, weil sie viel lieber öfter Sex hätte. Mich frustriert es, weil ich mich dazu gezwungen sehe etwas zu tun, was ich eigentlich gar nicht möchte.

Die Frage ist für mich in diesem Moment, ob sie die richtige Frau für mich ist?! Bin ich asexuell? Oder hemmt mich nur der Stress auf der Arbeit und meine Ejaculatio praecox?!
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Greywolf




Alter: 49
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 26.01.2014
Beiträge: 392
Wohnort: Münsterland
BeitragVerfasst am: So Jan 03, 2016 11:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Unverstandener,

dein "Sexualleben" entspricht sehr stark wie es auch bei mir ist/war. Es fiel nur Jahre nicht auf, weil lange Zeit meine Frau kein verstärktes Interesse an Sex hatte. Dies änderte sich und wir wollten der Sache auf den Grund gehen, warum es beim Sex bei uns nicht klappt.

Ich bin zunächst zum Urologen gegangen. Organisch ist jedoch alles in Ordnung, aber trotz Viagra hat es bei mir nicht geklappt. Laut Urologen sei es nun "Kopfsache". Er empfahl mir den Besuch eines Psychologen. In der Zeit hörte ich das erste mal von Asexualität. Ich habe mich auf der Homepage von aven eingelesen und fand mich absolut wieder. Ich war froh nicht krank zu sein und dass es noch andere von dieser Orientierung gibt. Es war eine Erleichterung. Mir wurde bewusst, dass ich keinen Sex mag/will. Einen Psychologen habe ich nicht mehr aufgesucht, denn die Frage, ob ich Lust auf Sex habe oder nicht, kann nur ich mir beantworten. Wenn ich im Umgang/Akzeptanz mit meiner Asexualität Schwierigkeiten gehabt hätte, hätte ich ggf. einen Psychologen aufgesucht.

Nachdem die Frage meiner sexuellen Orientierung beantwortet war, stellte sich die nächste Frage: Hat die Beziehung trotz extrem unterschiedlicher sexueller Orientierung eine Chance? Über die unterschiedlichen (aber auch wenigen) "Lösungsmöglichkeiten" wirst du hier im Forum auch einiges finden. Meines Erachtens solltest du dir selbst aber zunächst im klaren sein, wie du bist und was du willst.
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Greywolf
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GreyKitty




Alter: 30
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 10.11.2015
Beiträge: 12
Wohnort: bei Hannover
BeitragVerfasst am: Mo Jan 11, 2016 8:39    Titel: Antworten mit Zitat

Mir ging es aehnlich.
Aber ich wusste bei meiner jetzigen Beziehung schon, dass es so kommt und habe meinen Partner voher mitgeteilt. Ergo gleich beim "romantischen kennenlernen". "Du, ich hab ein Problem.mit sex, da laeuft bei mir nicht viel". Okay hiess es. Nach drei Jahren wars dann einmal schwer fuer ihn, aber inzwischen hat er sich damit abgefunden das es nunmal sehr selten und unregelmaessig sex gibt. ich glaube 2015 komme ich sogar auf vier mal!
Ich sage meinem Partner halt immer, das is als Frau einfacher: Du kannst gerne, aber ich tue es nur fuer dich.
_________________
Was wir wissen, ist ein Tropfen, was wir nicht wissen, ein Ozean.
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Dinerell




Alter: 29
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 03.12.2007
Beiträge: 381
Wohnort: Fulda/Eichenzell (Hessen)
BeitragVerfasst am: Mo Jan 11, 2016 12:09    Titel: Antworten mit Zitat

Ganz klar wird es nicht, ob dieser wenige sexuelle Verkehr für dich eine Last ist oder ob du die Last nur trägst, weil deine Partnerin sie dir aufbrummt (bzw. du sie ihr zu liebe hast). Wenn du es selber als Last erfährst, dann solltest du zum Arzt gehen und es untersuchen lassen. Eventuell wird dann auch ein Besuch bei einem Psychologen fällig, weil dich eben Stress hemmen kann (wer hat schon auf etwas Bock, wen er gestresst ist). Trotzdem sei noch gesagt, das sexueller Verkehr nicht das A und O in einer Beziehung ist, sondern eure Gefühle zueinander.

Ich würde mir selber Sorgen machen, wenn eine Frau noch nach 5 Jahren so viel mit Geschlechtsverkehr zu tun haben möchte, denn eigentlich ist das wie mit Essen, irgendwann vergeht einem die Lust daran, wenn man immer das Gleiche ist. Für mich zeugt so ein Verhalten von Unzufriedenheit in einer Beziehung und dass der Partner einem nicht vertraut (stetige Bestätigung durch Sex zu finden ["Liebt er mich? Liebt er mich immer noch? Liebt er mich jetzt immer noch?"). Abgesehen davon schaafft man es auch nur mit Berührungen den Gleichen Effekt zu erzielen, wobei man sowas bei sich selber einstellen muss, damit es funktioniert!
_________________
Unsere Zukunft beschreibt sich in allen Handlungen der Vergangenheit und Gegenwart. Wir leben also in einem fortwährendem System, dem wir unentwegt folgen, egal wie sehr wir glauben, selbst entschieden zu haben!
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DasGnu




Alter: 34
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 22.05.2014
Beiträge: 36
BeitragVerfasst am: Mo Jan 18, 2016 16:48    Titel: Häng mich mal dran Antworten mit Zitat

Hi,

ich hänge mich jetz einfach mal dran. Meine Situation ist im Prinzip ähnlich gelagert und ich muss mir hier gerade einfach mal etwas Druck runterschreiben. Ich bin seit bald einem Jahr in einer (Fern)Beziehung. An sich ist alles super...

Die Beziehung hat ein bischen gebraucht bevor sie in die Gänge kam, ich war mir meiner eigenen sexuellen Orientierung nie so ganz sicher, hatte mal ein paar ganz kurze Geschichten vorher und zu dem Zeitpunkt und eigentlich all die Jahre davor insgesamt eher wenig bis gar keine Lust auf Sex. Wenig heisst: Alle zwei Wochen mal etwas Pornographie und dazwischen eigentlich nichts. Keine erotischen Träume an die ich mich erinnern könnte, kaum Begierden. Irgendwie hatte ich mich damit schon fast abgefunden.

Als es bei uns in Richtung Beziehung ging, habe ich Ihr deshalb mein Empfinden sehr gründlich und lückenlos erklärt. Für Sie war das in Ordnung, Sie meinte wir sollten es einfach miteinander probieren und ohne Stress gucken wohin sich unsere Beziehung entwickelt.

Am Ende klappte es dann (auch) im Bett erst mal recht gut. Jetzt ist es aber irgendwie so, dass das bei mir immer mehr abflacht. Über die Weihnachtsferien (knapp 3 Wochen), habe ich das zwischenzeitlich fast schon als etwas anstrengend empfunden.

Bei Ihr ist es aber so, dass Sie eigentlich gerne jeden Tag häufiger könnte. Irgendwann konnte ich dann gar nicht als sie wollte...was dann bei ihr direkt in Verunsicherung mündete, ob ich sie attraktiv finde, ich andere Phantasien hätte (nöööö, ich will einfach manchmal nur meine Ruhe) etc. pp. Manchmal ist das Ganze für mich dann fast ein bischen Pflicht; man kuschelt etwas...ok...es stellt sich eine Reaktion ein...und dann kommt halt der Rest, nett...aber ich brauche das gar nicht so oft, vmtl. würde ich auch ohne gut auskommen.

Umgekehrt fühle ich den Druck "zu funktionieren". Am Sonntag hatte ich fast gar keine Lust. Sie aber schon...am Ende mussten wir abbrechen, was Sie wiederum verunsichert hat. Ich habe Ihr gesagt, dass ich einfach heute wenig Lust habe...am Abend noch mal das selbe Spiel und ich habe den Fehler gemacht mich darauf einzulassen, was dann in Totalversagen mündete. Sie hat es zwar erst mal sehr locker und humorvoll genommen, aber am Ende lässt es auch sie nicht kalt, was ich dann wieder merke und auf mich durschlägt.

Sie sagt, sie würde mit wenig/Fluktuationen beim Sex gut klarkommen. Ich weiss, dass Sex Ihr sehr wichtig ist und Sie das auch sehr genießt. Ich möchte Sie auch nicht dazu bringen wegen mir auf etwas für Sie essentielles zu verzichten.

Leider nicht unbedingt ein Thema das man gerne eben so mit Freunden in der Tiefe bequatscht. Noch hilfreicher wären ein paar Anmerkungen von Menschen, die mal in ähnlicher Situation waren/sind. Smile

LG

DasGnu

[Tante Edith: Weniger Sex, weniger Drama]


Zuletzt bearbeitet von DasGnu am Mo Jan 18, 2016 19:07, insgesamt 3-mal bearbeitet
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Alice93




Alter: 26
Sexualität: Asexuell
Anmeldungsdatum: 25.08.2015
Beiträge: 331
Wohnort: NRW
BeitragVerfasst am: Mo Jan 18, 2016 18:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo DasGnu,

deinen Text hier zu lesen hat mich erst etwas irritiert. Das scheint mir mit Asexualität erstmal nichts zu tun zu haben und eher ein Standardproblem in Beziehungen zu sein. Also einer will mehr als der andere. Mehrmals am Tag ist ja auch wider ein wirkliches Extrem. Wenn beide mit machen gut und schön, aber das man das nicht auf ewig so halten kann ist sicher mehr als normal. Das hat ja eher was zwanghaftes. Ich würde mich fragen warum deine Freundin sie trotz häufigem Sex keine Befriedigung zu erleben scheint und sich sofort abgewertet fühlt wenn es dir - verständlicherweise - irgendwann dann vorerst genug ist. Liegt sie evtl. dem Klischee auf Mann müsse immer können und auch wollen?

Dein Konflikt passt aber doch gut in jedes Beziehungsforum oder warum denkst du das hat etwas mit AVEN zu tun?

Gruß Alice
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DasGnu




Alter: 34
Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 22.05.2014
Beiträge: 36
BeitragVerfasst am: Mo Jan 18, 2016 18:33    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Liegt sie evtl. dem Klischee auf Mann müsse immer können und auch wollen?

Dein Konflikt passt aber doch gut in jedes Beziehungsforum oder warum denkst du das hat etwas mit AVEN zu tun?


Ich kann verstehen, dass es sich etwas so liest. Aber bevor wir diese Beziehung gestartet haben, hatte ich wenig bis null Interesse an Sex. Das liest sich auch ganz gut aus meiner Post-historie beginnend 2014 heraus.

Ich habe das Gefühl, dass ich das momentan häufig eher Ihr zu Liebe mache als da selber so wahnsinnig viel draus zu ziehen. Mir würde ohne den Sex oder mit wenig Sex nichts fehlen und dieses Gefühl verstärkt sich bei mir ----> Bogen zurück zu den alten Postings. Das gibt ein Beziehungsproblem.

LG
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Unverstandener





Sexualität: Unentschlossen
Anmeldungsdatum: 03.01.2016
Beiträge: 2
BeitragVerfasst am: Do Okt 13, 2016 0:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo erstmal.

Danke für die Antworten möchte ich zuerst anführen. Dann eine Entschuldigung, dass ich mich hier lange nicht habe sehen lassen, bzw kein Feedback mehr gegeben habe. Das möchte ich jetzt ändern.

Meine jetzige Partnerin ist die zweite Frau mit der ich je geschlafen habe. In meiner ersten Beziehung war es im Prinzip aber fast ähnlich. Am Anfang gab es recht viel Sex was dann nach und nach immer mehr einschlief. Ich hatte einfach keine Lust mehr.

Klar hätte ich das vor der jetzigen Beziehung mitteilen können, aber wusste ich ja nicht bevor ich es ausprobierte, ob es sich nicht vielleicht bei einer anderen Frau, für die ich mehr empfinde, besser werde. Nun, es wurde nicht.

Ich habe keinerlei Probleme damit eine Erektion zu bekommen und wenn meine Freundin mich stimuliert dann bin ich auch sofort "da". Es kommt aber nicht von mir und sie mag mir das auch nicht zumuten gegen meinen Willen mit mir zu schlafen. Ihr kommt das natürlich so vor, obwohl ich sie deutlich zurückweise wenn ich wirklich nicht will und es geschehen lasse wenn es für mich ok ist.

@Dinerell: Ich kann mit dem sehr wenigen Sex durchaus gut leben. Soll heißen ich vermisse rein gar nichts, wenn ich keinen Sex habe. Ich kann dennoch nicht behaupten keine sexuellen Gefühle zu haben. Selbstbefriedigung ist z.b. etwas, was ich recht gerne praktiziere. Aber eben für mich alleine.

Danke nochmal für eure Tipps/Ratschläge
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